Die Kultur der Sowjetunion 1917-1953

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B.Ioganson: Die Arbeiterfakultät geht…. Sowjetische Jugend  (1930)

Daß das kulturelle Niveau eines Volkes nicht an der Qualität der Waffen gemessen werden kann, mit denen die Soldaten ausgerüstet sind, scheint vielen noch nicht klar zu sein. Der deutsche Faschismus hatte den Menschen im Nazireich größenwahnsinnige Ideen in den Kopf gepflanzt, und so kam es, daß vor allem junge Menschen, die nichts anderes gelernt hatten, als treugläubig und hochmütig dem Ruf ihres „Führers“ zu folgen, in den Krieg nach Osten zogen. Hervorragende Technik, großartige Panzer, schnelle Flugzeuge und beste automatische Waffen gaben ihnen das Gefühl, die Größten zu sein. Und niemand würde sie aufhalten können. So überfielen diese jungen Nazis am 22. Juni 1941 die Sowjetunion. Und als sie dort beim Niederwalzen der Getreidefelder und beim Abbrennen der Dörfer zunächst auf relativ wenig Gegenwehr stießen, bestärkte das ihre Überzeugung, daß der „Führer“ wohl recht gehabt hatte, als er in die Mikorofone geschrien hatte, daß der Bolschewismus von der Erde getilgt werden müsse  Mit Kultur hatte das nichts zu tun. Es war eine kriminelle Energie, wie sie die Welt bisher noch nicht erlebt hatte. Doch was war das für ein Land, das diese jungen deutschen Banditen überfielen? Was war die Sowjetunion? Gab es dort überhaupt eine Kultur?

Kurze Antwort: Ja, es gab eine Kultur in der damaligen Sowjetunion, und diese Kultur war der des faschistischen Deutschland und erst recht der USA bereits nach kurzer Zeit haushoch überlegen. Es watr eine Kultur des Volkes.

Die Kulturrevolution in der UdSSR

Mit dem Wachstum der Volkswirtschaft der UdSSR wuchs und erstarkte die Kultur des Sowjetvolkes. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung im zaristischen Rußland war äußerst niedrig gewesen. Im zaristischen Rußland waren von je vier Menschen drei Analphabeten. Hochschulen gab es nur in wenigen Städten. Den Kindern der Arbeiter und Bauern war der Weg zur Bildung fast verschlossen. Die Mehrheit der Werktätigen in den kapitalistischen Ländern ist auch heute noch der Möglichkeit beraubt, ihren Kindern den Zugang zu Kultur und Bildung zu eröffnen. So gab es zum Beispiel in einem Lande wie den Vereinigten Staaten von Amerika unter den 1943 zur Armee einberufenen jungen Männern 14 Prozent Analphabeten.

Werden die Bolschewiki scheitern?

Die Bourgeoisie aller Länder und ihre Lakaien behaupteten, daß die Bolschewiki ohne einen hohen kulturellen Stand der Bevölkerung, ohne erfahrene Kader der Intelligenz die Macht nicht aufrechterhalten und noch viel weniger den Sozialismus errichten könnten. „Die Bolschewiki werden scheitern“, weissagten die Feinde. „Nein“, antworteten die Bolschewiki, „wir nehmen zunächst die Macht in unsere Hände und werden dann den kulturellen Stand des Volkes schon in kurzer Zeit heben und Kader einer sowjetischen Volksintelligenz heranbilden, die den Arbeitern und Bauern treu und aufrichtig dienen und gemeinsam mit ihnen den Sozialismus errichten werden.“

Erstmals Bildung für das ganze Volk

Es kam so, wie die Bolschewiki gesagt hatten. Die Sowjetmacht eröffnete zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit den Massen der Werktätigen den Weg zu Wissenschaft und Bildung. Sie öffnete dem Volk die Tore zu allen Lehranstalten, von den Grundschulen his zu den Hochschulen. Im ganzen Lande wurden jetzt Schulen, Zirkel, Klubs, Dorflesestuben, Bibliotheken und andere kulturelle Einrichtungen geschaffen. Um die Arbeiter zum Besuch der Hochschulen vorzubereiten, wurde ein Netz von Arbeiterfakultäten organisiert. Die Partei, der Sowjetstaat, der Komsomol und andere gesellschaftliche Organisationen entfalteten eine unermüdliche Tätigkeit zur Beseitigung des Analphabetentums unter der Bevölkerung. Ununterbrochen stieg die Zahl der im Sowjetland herausgegebenen Bücher, Zeitschriften und Zeitungen.

Qualifizierte Fachleute für Industrie und Landwirtschaft

Der kulturelle Aufbau in der Sowjetunion entfaltete sich besonders stark in den Jahren der Industrialisierung des Landes und der Kollektivierung der Landwirtschaft. Um den Sozialismus zu errichten, mußte man das allgemeine Grundwissen und die technische Qualifikation der Arbeiter und Bauern heben und Kader von Spezialisten in allen Zweigen der Volkswirtschaft aus der Arbeiterklasse entwickeln. Genosse Stalin sagte im Jahre 1928 auf dem Kongreß des Komsomol:

„Die Arbeiterklasse kann nicht zum wirklichen Herrn des Landes werden, wenn sie es nicht versteht, aus der Kulturlosigkeit herauszukommen, wenn sie es nicht versteht, ihre eigene Intelligenz zu schaffen, wenn sie nicht die Wissenschaft meistert und es nicht versteht, die Wirtschaft auf wissenschaftlicher Grundlage zu lenken.“ [1]

Einem Aufruf Stalins folgend

Auf den Aufruf des Genossen Stalin hin gingen Hunderttausende sowjetischer Menschen daran, sich die Wissenschaft anzueignen. Während der Stalinschen Fünfjahrpläne erweiterte sich das Netz der Lehranstalten, der Schulen, Techniken, Hochschulen und anderer wissenschaftlicher Institutionen. Allein während des ersten Fünfjahrplans stieg die Zahl der Hochschulen in der Sowjetunion auf das Fünffache. 1914 besuchten 112.000 Studierende die Hochschulen und im Studienjahr 1938/39 603.000. An den Hochschulen der UdSSR studieren mehr Studenten als in allen Ländern Westeuropas zusammen,

Eine hochgebildete Arbeiterklasse

Ein überaus bedeutender Erfolg besteht darin, daß das Sowjetland mit gutem Ergebnis Kader einer neuen Intelligenz herangebildet hat, die aus der Mitte des Volkes kommen, mit ihm eng verbunden sind und ihm dienen. 1939 zählte die Sowjetintelligenz 1.1800.000 Menschen. Sie war aktiv am sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion beteiligt. Sehr große kulturelle Errungenschaften hat in den Jahren der Stalinschen Fünfjahrpläne das Sowjetdorf zu verzeichnen.

Bibliotheken und Lesestuben in jedem Dorf…

Im Dorf kam das Radio auf; Bibliotheken, Dorflesestuben, Klubs usw. entstanden. Viele Kollektivbauern wurden zu angesehenen Persönlichkeiten der sowjetischen Wissenschaft und Kultur. Auch das äußere Bild des Sowjetdorfes veränderte sich. Genosse Stalin sagte im Jahre 1934 auf dem XVII. Parteitag der KPdSU(B):

„Das alte Dorf, in dem die Kirche an dem sichtbarsten Platz stand, in dem der Landpolizist, der Pope und die Kulaken die schönsten Häuser im Vordergrund bewohnten und die halbverfallenen Hütten der Bauern im Hintergrund standen, beginnt zu verschwinden. An seine Stelle tritt das neue Dorf mit seinen vergesellschafteten Wirtschaftsgebäuden, mit seinen Klubs, mit Radio, Kino, Schulen, Bibliotheken und Kinderkrippen, mit seinen Traktoren, Kombines, Dreschmaschinen und Automobilen. Verschwunden sind der Kulak und Ausbeuter, der Wucherer und Blutsauger, der Händler und Spekulant, der Landpolizist, Figuren, die früher den Ton angaben. Jetzt sind die Funktionäre der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften. der Schulen und Klubs, die Obertraktoristen und Kombineführer, die Brigadiere für Feldbau und Viehzucht, die besten Stoßbrigadier und StoRbrigadlerinnen der Kollektivfelder die angesehenen Leute.“ [2]

Kostenlose Schulbildung für alle Kinder des Volkes

Im Verlauf der Stalinschen Fünfjahrpläne wurde in der Sowjetunion die allgemeine Grundschulpflicht eingeführt. Das bedeutete, daß alle Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren zum Grundschulbesuch verpflichtet wurden. Die Einführung der allgemeinen Grundschulpflicht bezeichnete Genosse Stalin als einen entscheidenden Schritt in der Kulturrevolution. Während 1914 an den Grund-und Mittelschulen des zaristischen Rußlands 8 Millionen Schüler lernten, lernten 1938 an den Grund- und Mittelschulen der Sowjetunion 33,3 Millionen. Insgesamt aber besuchten zu dieser Zeit 48 Millionen Bürger der UdSSR die verschiedenen Schulen und Lehrgänge.

Radikale Beseitigung des Analphabetismus

Von größter Bedeutung war weiterhin, daß sich 1933 die Zahl der Lese- und Schreibkundigen in der Sowjetunion auf 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erhöht hatte und daß das Analphabetentum 1940 im wesentlichen beseitigt war.

Hervorragende Erfolge erzielten die sowjetische Wissenschaft und Kunst in den Jahren des sozialistischen Aufbaus. Die Partei und der Sowjetstaat schufen alle Voraussetzungen für ihre stetige Entwicklung und ihren Aufstieß. Hunderte und Tausende neuer wissenschaftlicher Institutionen wurden in allen Teilen des Landes geschaffen. Die sowjetische Wissenschaft, Literatur und Kunst nahmen im Leben des Landes einen solchen Ehrenplatz ein, ‚wie ihn die Wissenschaft, Literatur und Kunst in den kapitalistischen Ländern nicht einnehmen und auch nicht einnehmen können.

Quelle: Lehrbuch für die politischen Grundschulen. Erster Teil. Dietz Verlag Berlin, 1951, S.146-149. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

[1] J.W. Stalin, Werke, Bd. 11, S. 76, russ.
[2] J.W. Stalin: Fragen des Leninismus. S. 554.


Auch in Georgien (unter Berija einst eine der erfolgreichsten Sowjetrepubliken!) erinnert man sich noch heute gerne und dankbar der Sowjetunion:

Junge Georgier singen ein bekanntes sowjetisches Lied aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges.

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3 Antworten zu Die Kultur der Sowjetunion 1917-1953

  1. Rolf schreibt:

    Die Völker dieser Erde entwickeln sich unterschiedlich. Es reicht jedoch, dem BBB (Bundesblödbürger) täglich beizubringen, dass das etwas ganz Schreckliches sei und schon ist jeder Gutmensch bereit zu schwören, dass man gegen „das Elend auf dieser Welt“ mehr tun müsse.

    Als Nächstes werden dann Flyer gedruckt wie „Rettet den Regenwald“, „Brot für die Welt“ oder Ähnliches und bei all diesen Aktionen kommt dann gar keiner erst auf die Idee, dass es das ganze Elend dieser Welt gar nicht geben würde, wenn es die unendliche Gier nacht Profit nicht gäbe.

    Selbst wenn laufend von einer Überbevölkerung Afrikas die Rede ist, kommt kein Mensch auf die Idee mal nachzurechnen und festzustellen wie dünn selbst Kenia — wo seit Jahrtausenden Menschen leben — eigentlich wirklich besiedelt ist.

    Und wer dann noch glaubt, dass Ostermärsche den Frieden sichen, kann getrost auch an den Weihnachtsmann glauben.

    Freundschaft 😉

  2. levan2015 schreibt:

    Die Frauen waren auch viel freier in der SU als im Nachkriegsdeutschland, um über die Wahlrechte etc. gar nicht zu sprechen…

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