Es gibt keine Kinder mehr…

142314_5_trinixy_ru…in Rußland. Zumindest scheint es so! Kinderferienlager werden jetzt wohl nicht mehr gebraucht. Aber eines wissen wir ganz genau: Die Sowjetunion war ein Leseland, und die Kinder waren gebildet. Davon konnten wir uns immer wieder überzeugen. Doch seit es auch in Rußland den Kapitalismus gibt, hat sich das geändert. Da wurden Kinderheime und Ferienlager abgeschafft, Bibliotheken und Spielplätze verfielen, Dorfschulen wurden geschlossen. Für Bildung und Erziehung sind die Eltern nunmehr selbst verantwortlich, was die Kinder in ihrer Freizeit tun, bleibt den Eltern überlassen. Das kostet natürlich alles viel Geld – und dafür ist keines vorhanden. Sehen wir uns an, wie so ein verlassenes Kinderferienlager heute aussieht.

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Doch das Seltsamste daran ist, daß dieses kleine Kinderferienlager über eine Biliothek verfügte, die jeder Kleinstadt Ehre machen würde. Es befinden sich nämlich dort über 7.000 Bücher aller Interessensgebiete: Belletristik, Bildbände, populärwissenschaftliche Bücher, utopische Literatur, Fachbücher und Kinderbücher für jede Altersgruppe. Liest man heute  in Rußland keine Bücher mehr? Oder warum wurden diese Schätze nicht gerettet?

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Überflüssig zu bemerken, daß der Sozialismus die beste Gesellschaftsform war, die es bisher gegeben hat!


Der Zustand vor der Revolution

Das System der Volksbildung im vorrevolutionären Rußland war durch den bürgerlich-gutsherrlichen Klassencharakter dieses Staates geprägt. Etwa 80 % der Kinder und Jugendlichen hatten nicht einmal Zugang zur Elementarschule; Mittel- und Hochschulbildung war fast ausschließlich den privilegierten Schichten der Bevölkerung vorbehalten. Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1897 waren von der Bevölkerung der heute (1971) zur Sowjetunion gehörenden Gebiete nur 28,4% des Lesens und Schreibens kundig, bei den Kirgisen waren es 0,6 %, bei den Turkmenen 0,7%, den Usbeken 1,6% und den Kasachen 2%. Unter den Völkerschaften des hohen Nordens gab es nur einzelne Menschen mit elementaren Schulkenntnissen. Lenin charakterisierte den Stand der Schulbildung in Rußland zu Beginn des 20.Jh. folgendermaßen: „Ein so zurückgebliebenes Land, in dem die Massen des Volkes der Bildung, des Lichts und des Wissens derart beraubt sind -ein solches Land gibt es in Europa, … nicht wieder.“ (Werke 19, 124.)

Das vom II.Parteitag der SDAPR (1903) beschlossene Programm enthielt die Forderung nach Beseitigung der Ständeschulen und aller national und rassisch bedingten Bildungsschranken. Ferner wurde die Gleichberechtigung der Frau auf dem Gebiet der Bildung und die Trennung von Schule und Kirche gefordert. Die Verwirklichung dieser Forderung wurde erst durch den Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ermöglicht.

Das sowjetische Bildungswesen

In der Leninschen Konzeption des kulturellen Aufbaus nahm das Bildungswesen einen hervorragenden Platz ein. Es galt, die Schulen aus einem Werkzeug der Klassenherrschaft der Bourgeoisie in ein Instrument zur kommunistischen Umgestaltung der Gesellschaft zu verwandeln. An erster Stelle stand die Liquidierung des massenhaften Analphabetentums der Bevölkerung. Das vom Rat der Volkskommissare am 26. Dezember 1919 beschlossene Dekret „Über die Liquidierung des Analphabetentums unter der Bevölkerung der RSFSR“ bildete den Ausgangspunkt eines großen Feldzuges für die Hebung des Bildungsstandes: alle Personen im Alter von 8 bis 50 Jahren, die des Lesens und Schreibens nicht kundig waren, wurden aufgerufen, sich diese Kenntnisse in Elementarkursen anzueignen, wobei es den Teilnehmern freistand, den Kurs in russischer oder einer Sprache der anderen Nationalitäten zu absolvieren. Überall wurden Organisationspunkte zur Beseitigung des Analphabetentums und Schulen für Analphabeten bzw. für Menschen mit geringen Elementarkenntnissen eingerichtet (in jedem Gouvernement durchschnittlich 5000 bis 6000 derartiger Schulen).

Bibliotheken

Besondere Bedeutung als Instrument der Kultur-und Bildungsarbeit kommt den Bibliotheken zu. Insgesamt gibt es in der UdSSR etwa 400.000 Bibliotheken, darunter etwa 125.000 Volksbibliotheken mit rund 1,2 Milliarden Bänden. Zu den größten Bibliotheken der UdSSR gehören: die Staatliche Lenin-Bibliothek der UdSSR, mit einem Buchbestand von 25 Millionen Bänden (1968) in 173 Sprachen aus aller Welt; die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (9 Millionen Bände); die wissenschaftliche Gorki-Bibliothek der Moskauer Universität (rund 6 Millionen Bände); die Saltykow-Stschedrin-Bibliothek in Leningrad (16 Millionen Bände); die öffentliche Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Ukrainischen SSR in Kiew (rund 8 Millionen Bände).

Quelle:
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Handbuch. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.549/554.

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4 Antworten zu Es gibt keine Kinder mehr…

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Auch in der DDR wurden Kinderferienlager, die ja meist von den Betrieben eingerichtet worden waren, geschlossen. Und was ist heute los in der Pionierrepublik am Werbellinsee? Ich selbst bin jedes Jahr während der großen Ferien zweimal im Kinderferienlager (2 mal 3 Wochen) gewesen, von Vaters und Mutters Betrieb. Es ging immer in schönste Gegenden der DDR, und dort habe ich prägende Erlebnisse fürs Leben erhalten. Auch meine Kinder sind jedes Jahr im Kinderferienlager gewesen, und sie waren glücklich und hatten kein „Heimweh“. Dicke hatten meine Eltern es auch nicht, und es wäre ihnen nicht möglich gewesen, mit der Familie 6 Wochen lang irgendwohin zu verreisen. Aber der Staat DDR hatte für uns Kinder so viel getan, was heute „unmöglich“ erscheint. Das erste, was mir in der BRD besonders auffiel, war diese Kinderfeindlichkeit. Heute wird gejammert, dass die Deutschen „aussterben“! Aber wenn man den Deutschen durch prekäre Arbeit, Leiharbeit, Werkverträge, hohe Mieten und vor allem Hartz IV nicht die Möglichkeit gibt, Familien zu gründen, da überlegt sich manche Frau, ob sie eine Schwangerschaft austrägt. Denn das Elend der alleinstehenden Mütter, die beim Wettlauf um eine Arbeitsstelle immer den kürzeren ziehen, ist ja bekannt. Aber die Gutsituierten, denen schmeißt man das Kindergeld noch hinterher, während es Arbeitslosen „verrechnet“ wird, die gerade darauf angewiesen sind. Alles in allem,
    es ist niederschmetternd.

  2. Rolf schreibt:

    Lieber Sascha,

    diese Bilder sind erschütternd!!! Und das Schlimme ist: Es gibt sie auch in Deutschland — Genau dieselben Bilder. Bad Berka — Station Junger Naturforscher — Was für ein trauriger Anblick und das ist nur eines ungezählter Beispiele.

    Mich macht sowas nicht nur traurig sondern wütend. Jedesmal wenn ich in meine alte Heimat Thüringen komme, muss ich feststellen dass ich jedesmal ein Stück mehr meiner alten Heimat verliere. Denn meine wahre Heimat, das war die DDR!

    Herzliche Grüße!

  3. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    So sieht es aus, wenn der Kapitalismus zuschlägt!

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