Was die KPD noch nicht verstanden hat…

KPD-signetKürzlich erschien auf der Internetseite „Kommunisten-Online“ ein Interview mit dem Vorsitzenden der „Kommunistischen Partei Deutschland“ (KPD), Genossen Schöwitz, der auf einige Fragen antwortete. Nun brachte „Kommunisten-Online“ dazu eine kritische Erwiderung. Die Redaktion schreibt: „Wir halten die Antworten der KPD für oberflächlich und teilweise sogar für falsch. Die Genossen sollten sich noch einmal Gedanken machen über ihre prinzipielle Position.“

Einige kritische Anmerkungen zum Interview

Von Redaktion Kommunisten-online

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Beantwortung der Fragen durch die KPD nur allzusehr auf die leichte Schulter genommen wurde. Wir wollen hier einige Punkte herausgreifen, um zu zeigen, daß Genosse Schöwitz offenbar nicht verstanden hat, daß eine prinzipienfeste Haltung auch damit verbunden ist, daß man die Klassiker des Marxismus-Leninismus kennt.

Das vollständige Interview

1. Bemerkung:

Aus der Einleitung des Genossen Schöwitz (KPD): „…Dabei konzentrieren wir uns stark auf die Jugend. Im Zentrum dieser Öffentlichkeitsarbeit wird stehen, in Form von Bildungsangeboten sich mit den Werken von Marx, Engels und Lenin zu beschäftigen und sich so die Grundlagen unserer wissenschaftlichen Weltanschauung anzueignen und/oder zu vertiefen. Die KPD lehnt individuelle Gewalt und auch Aufruf zum Bürgerkrieg ab. Das ist nicht im Interesse der Arbeiterklasse. Unsere Hauptaufgabe sehen wir im Moment darin, eine Partei zu formieren, die auf der Grundlage der wissenschaftlichen Weltanschauung überhaupt fähig ist, ihren Auftrag, wie im Manifest der Kommunistischen Partei festgehalten, zu erfüllen.“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Marx und Engels schreiben im Manifest der Kommunistischen Partei „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Meint die KPD etwa: Wir lehnen individuellen Terror ab, aber nicht den gewaltsamen Umsturz, oder was bedeutet: „Aufruf zum Bürgerkrieg“?


2. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Die Führungen der sozialistischen Länder  ̶  waren das Revisionisten (z.B. Gierek, Shiwkow, Ulbricht, Honecker)?

Antwort der KPD: „Auch hier halte ich die Fragestellung für falsch. Wenn man Opportunismus und Revisionismus personalisiert, diskutiert man am Thema vorbei. Dabei will ich aber die Rolle der Persönlichkeit in einem historischen Prozess nicht kleinreden. Opportunismus und Revisionismus gab es auch zu Stalins Zeiten. Dort wurde er nur konsequenter bekämpft.“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Nicht die Namen sind wichtig, die Politik ist es. Warum hat sich z.B. Engels im Anti-Dühring mit diesem Herrn Professor namentlich auseinandergesetzt? Oder warum hat Stalin mehrfach den Verrat Trotzkis und dessen Revisionismus namentlich erwähnt? Die Frage wurde also nicht beantwortet.


3. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Der V.Parteitag der SED beschloß eine sog. Ökonomische Hauptaufgabe, nämlich die BRD in 10 Jahren in den wichtigsten Konsumgüter ein- und zu überholen. War dieser Beschluß richtig oder eine Spielart des Chruschtschowschen „Goulaschkommunismus“ des XXI. Parteitages der KPdSU?

Antwort der KPD: „Die Beschlüsse des V.Parteitages der SED auf einen ‘Chruschtschowschen Goulaschkommunismus’ zu reduzieren, halte ich für falsch. Wenn mit der Frage aber gemeint ist, ob der XX. Parteitag der KPdSU Einfluß auf den V. Parteitag hatte, da kann ich nur sagen, selbstverständlich. Und weil die Frage nach Konsumgütern kam, möchte ich darauf hinweisen, daß der Sozialismus die Gesellschaftsform ist, in der die materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigt werden. Im Vordergrund stehen dabei die Bedürfnisse der Arbeiterklasse und ihrer natürlichen Verbündeten.“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Kann es Ziel eines sozialistischen Landes sein, ein kapitalistisches im Pro-Kopf-Verbrauch an Konsumgütern einzuholen und zu überholen? Man bedenke den vielen unnützen Konsum, der nur die Konten der Konzerne füllt, nicht aber im Sinne des Konsumenten ist. Kann das das Ziel sein? Also: x-Automarken, x-verschiedene gleiche Waschmittel, Konsum um des Konsums (Profits) Willen kann nicht das Ziel sein. Und prompt erreichte die DDR das Ziel auch nicht. Aber es hatte den Effekt, daß eine Menge DDR-Bürger sich sagten: 10 Jahre soll ich warten, bis ich das kaufen kann, was der Westen bietet? Ich setze mich in den Zug und fahre nach Westberlin und habe den Konsum schon morgen. Willy Brandt, damals Berliner Bürgermeister, tönte dann auch von Abstimmung mit den Füßen. (Im übrigen bezog sich die Frage nicht auf den XX. Parteitag der KPdSU, sondern auf den XXI. Parteitag, auf dem die KPdSU Ähnliches beschlossen hatte und die USA einholen wollte.)


4. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Seid Ihr auch der Meinung, daß der XX. Parteitag der KPdSU die offene Wende zum modernen Revisionismus ist?

Antwort der KPD: „Das Einfallstor des modernen Revisionismus wurde auf dem XX. Parteitag das erste Mal im größeren Maßstab öffentlich.

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Diese Antwort ist irreführuend! Der XX. Parteitag wich bekanntlich von der korrekten Linie des Marxismus-Leninismus ab und war die offene Wende zum Revisionismus. Es ist auch falsch, wenn behauptet wird, das „Einfallstor“ (was ist das eigentlich?) des Revisionismus sei „das erste Mal im größeren Maßstab öffentlich“ geworden. Nein. Stalin hat sich bereits vorher schon bei zahlreichen Reden öffentlich mit dem Revisionismus auseinandergesetzt. Die Revisionisten-Clique tarnte sich unter Stalin so gut, daß mit Chruschtschow ein Antikommunist in die Führung der KPdSU gelangte, und so die Partei vom rechten Weg abbringen konnte. Sie waren auch die Mörder bzw. die Auftraggeber der Mörder Stalins und Berijas.


5. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Kennt Ihr den Briefwechsel zwischen der KP Chinas über die Generallinie und was haltet Ihr von der Position der damaligen KPCh? (Polemik über die Generallinien siehe und mehr)? – Ich traf 1970 in der VR-Albanien die Führung der KP-Indonesiens. Die KPI war vor dem Putsch Suhartos die zahlenmäßig stärkste KP außerhalb der sozialistischen Länder. In der Saison der Hackmesser 1965 wurden bis zu einer Million Kommunisten und Sympathisanten ermordet. – Kennt Ihr die Selbstkritik der Kommunistischen Partei Indonesiens hierzu? Was meint Ihr dazu?

Antwort der KPD: „Diese Fragen detailliert zu beantworten, ist in dieser Form nicht möglich. Weil ich aber ahne was ihr meint, will ich ein paar Kernaussagen machen. Der Imperialismus ist nicht friedensfähig. Ein friedliches Hinüber wachsen vom Kapitalismus/Imperialismus zum Sozialismus mit Hilfe des bürgerlichen Parlamentarismus wird es nicht geben. Die friedliche Koexistenz ist nur eine Form, durch militärisches Gleichgewicht das Umschlagen eines kalten Krieges in einen heißen zu verhindern.“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Die Dokumente sind öffentlich im Internet zugänglich und auch auf K-online. Also!

Den Vorschlag über die Generallinie der KP’s von der Kommunistischen Partei Chinas findest Du hier:
http://kommunisten-online.de/Archive/Kommunisten/generallinie.htm
Zur Selbstkritik des Politbüros der KP-Indonesiens:
http://kommunisten-online.de/der-moderne-revisionismus-begann-in-unsere-partei-einzudringen-als-das-zentralkomitees-unkritisch-einen-bericht-billigte-der-die-richtlinien-des-20-parteitages-der-kpdsu-bestatigte-und-die-linie-de/

6. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Wir meinen, die Juche-Ideologie ist eine Spielart des modernen Revisionismus. Was meint Ihr dazu?

Antwort der KPD: „Für die KPD ist die Juche-Ideologie die Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die konkreten Bedingungen in Korea….“ usw. usf.

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Juche-Ideologie ist u.E. eine Spielart des modernen Revisionismus – meinetwegen eine konfuzianische, wie auch der chinesische harmonische „Sozialismus“ eine andere Spielart ist. Allen Anschein ist er in der KDVR erblich und an Personen gebunden, nämlich an die der Kim-Dynastie. Das aber hat mit Marxismus-Leninismus gar nichts zu tun. Außerdem werden in den politischen Schriften der KVDR die Klassiker des Marxismus-Leninismus so gut wie nie erwähnt, geschweige denn zitiert.


7. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Welche Kriterien gelten für die KPD bei der Beurteilung des sog. Stalinismus und der kritischen Auseinandersetzung mit den aktuellen Fälschungen der Geschichte?

Antwort der KPD: „Grundsätzlich halten wir Stalin für einen Vertreter des Marxismus-Leninismus. Wir wenden uns gegen den Antistalinismus als Hauptkampfform des modernen Revisionismus….“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Stalin ist nicht nur ein Vertreter des Marxismus-Leninismus, das waren Molotow und Dimitroff auch. Stalin hat als Nachfolger Lenins den Marxismus-Leninismus weiterentwickelt und zwar in Theorie und Praxis. So stammt von ihm die Erkenntnis, daß sich mit fortschreitendem Aufbau des Sozialismus die Klassenkämpfe verschärfen, weil sich der Klassenfeind nicht mit seiner Niederlage abfindet und hintenrum sein Gift auch im sozialistischen System verspritzt. Unter Chruschtschow wurde das aufgegeben mit dem Ergebnis, daß auch andere Kommunistische Parteien vom modernen Revisionismus durchsetzt wurden, was der Partei die schärfste ideologische Waffe, den Marxismus-Leninismus nahm und zum Sieg der Konterrevolution führte.

Stalins Erkenntnis ist wegweisend: „Es ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseite zu werfen, dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir Erfolge erzielen, immer zahmer werde. Im Gegenteil, je weiter wir vorwärts schreiten, je mehr Erfolge wir erzielen werden, um so größer wird die Wut der Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen werden, um so mehr Niederträchtigkeiten werden sie gegen den Sowjetstaat begehen, um so mehr werden sie zu den verzweifeltsten Kampfmitteln greifen, als den letzten Mitteln zum Untergang Verurteilter. Man muss im Auge behalten, dass die Reste der zerschlagenen Klassen in der UdSSR nicht alleine dastehen. Sie genießen die direkte Unterstützung unserer Feinde jenseits der Grenzen der UdSSR.” (J.W. Stalin: Fragen des Leninismus. In: J.W. Stalin, Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler, Berlin 1954, S.22 f.

Indem Chruschtschow diese Regel über Bord warf, öffnete er den Weg zum Vormarsch des Revisionismus und schließlich zur Konterrevolution. Die Formulierung des Gen. Schöwitz erinnert mich an die Vorstufe der Entstalinisierung in der DDR, nach der Stalin ein großer Marxist-Leninist war, aber kein Klassiker. Ist das auch gemeint?


8. Bemerkung:

Zur Frage (von Kommunisten-online): Themenkreis „Die Arbeit der KPD in den Betrieben“. Wie sieht Eure Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit aus? Gibt es Betriebsräte aus der KPD, wenn ja wo? usw.

Antwort der KPD: „Alle Fragen kann ich bejahen. Das gehört zum Einmaleins kommunistischer Arbeit. Namen und Adressen werde ich nicht nennen. Da sollen die entsprechenden Organe ihre Arbeit gefälligst selber machen. Warum ihr denen mit dieser Fragestellung helfen wollt, verstehe ich als Kommunist nicht.“

Kritische Anmerkung von Kommunisten-online: Die Fragen bezogen sich nicht auf die Namen und Adressen der in den Betriebsgruppen tätigen Genossen. Das würde unweigerlich zu deren Maßregelung führen. Aber Betriebsgruppen verrichten ja auch Agit-Prop und das ist öffentlich und nachweisbar.Wenn z.B. auf der August-Thyssen-Hütte in Duisburg eine KPD-Betriebsgrppe aktiv wäre, so gäbe es eine Betriebszeitung oder Flugblätter. Was ist hier konspirativ? Genosse Schöwitz scheint hier zu flunkern. Denn wenn ein Kommunist gut arbeitet, so kennt man ihn, und ein kommunistischer Betriebsrat ist bekannt. So gab es im Westen in der Klöckner-Hütte in Bremen und Hagen DKP-Betriebsräte (sie waren alle namentlich bekannt) oder bei Opel in Bochum Betriebsräte der KPD/ML (GOG). Auch in anderen Betrieben arbeiteten kommunistische und linke Betriebsräte und Gewerkschafter. Es gab sogar Streiks unter deren Führungen (Mannesmann-Hütte in Duisburg). Sie standen meist im Widerspruch zu den rechten sozialdemokratischen DGB-Führern. Wenn es Betriebs- und Stadtteilzeitungen der KPD gibt, brächten wir gern Beispiele auf Kommunisten-online.


Man erlasse es uns nun, die restlichen Fragen auf diese Weise zu bearbeiten. Wir halten die Antworten der KPD für oberflächlich und teilweise sogar für falsch. Die Genossen sollten sich noch einmal Gedanken machen über ihre prinzipielle Position. Nur bei völliger ideologischer Klarheit wird die Arbeiterklasse auch bereit sein, sich der Führung durch die KPD anzuvertrauen.

Quelle: Kommunisten-Online

pdfimages  Was die KPD noch nicht verstanden hat


Nachtrag:
Als wir diesen Beitrag von Kommunisten-Online übernahmen, gab es bald darauf erste Reaktionen. So giftete ein Leser namens „Stephan Messerschmidt“: „Bei diesem Duktus von sascha komme ich auf Trotzki. Irgendwann enttarnt sich jeder selbst. Die Besserwisserei, Hinterlist in den Gedanken, Hegemonie bei den politischen Diskussionen, theoretisch Schwach und bewusste Falschorientierung von Kommunisten.“ Eine Begründung jedoch blieb der Leser schuldig. Selbstverständlich wurde dieser beleidigende Kommentar gelöscht. Doch auf FB (ein tolles Forum für eine kommunistische Partei!) ging die Diffamierungkampagne weiter: „Sascha313 hört mit der Stichelei gegen die KPD nicht auf. Und veröffentlicht kritische Kommentare nicht. Ein Trotzkist.“  Man kann also feststellen, daß die Kritik von Kommunisten-Online wohl genau die Richtigen getroffen hat. Getroffene Hunde bellen! Und „Trotzkist“ scheint ja ein beliebtes Schimpfwort bei kritikfürchtigen Kleingeistern zu sein. Nach dem Motto: Haltet den Dieb! Stalin schrieb: „Man darf nicht zulassen, daß in dem führenden Stab der Arbeiterklasse Kleingläubige, Opportunisten, Kapitulanten, Verräter sitzen.“ – In welchem Gremium der KPD sitzt dieser Herr Messerschmidt?
Nachtrag zum Nachtrag (20.3.2017): Und weil er sich ja nun mißverstanden fühlt (oder weil er das letzte Wort haben will?) gibt der große Vorsitzende Schöwitz nun noch eine Erklärung ab: Hach, meint er, ist alles gar nicht so schlimm, wir sind ja doch einer Meinung. Prima! Und munter ätzt er weiter gegen Kommunisten-Online und Günter Ackermann, das sei alles nur „Nörgelei“ und „Wortklauberei“ von Ackermann und seinen „Jüngern“. Und – wer da immer noch anderer Meinung ist, der wird gnadenlos niederdiskutiert, oder eben beschimpft. Diese Doppelzüngigkeit und Kritikphobie ist nicht gerade dazu angetan, einer solchen Partei das Vertrauen zu schenken. Das ist es, was man in der KPD noch nicht verstanden hat!

Hier nun ein Ausschnitt aus den Schlußfolgerungen zur Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) von 1938:

Partei1

Und weiter heißt es dort:

Partei2.jpg

Quelle:
Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki). Kurzer Lehrgang, Dietz Verlag Berlin, 1952, S.449 und 450. Nachzulesen ist das gesamte Buch hier (pdf-Datei): Geschichte der KPdSU Kurzer Lehrgang

Siehe auch:
Welche Perspektive haben die deutschen Kommunisten?

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25 Antworten zu Was die KPD noch nicht verstanden hat…

  1. sascha313 schreibt:

    Eine Tautologie…

  2. sascha313 schreibt:

    Es ist eine Unverschämtheit, Herr Messerschidt, wenn Sie Gen. Schöwitz hier mit Trotzki vergleichen. Aber da Sie außer Beschimpfungen gegenüber der KPD keine anderen Argumente haben, sollten Sie Ihre Kommentare besser woanders anbringen!
    Oder habe ich Sie etwa falsch verstanden?

    • Stephan Messerschidt schreibt:

      sascha313. Du weiß genau das ich Dich mit Trotzki vergleiche. Nicht Mal das bekommst Du auf die Reihe. Du hast wohl Angst vor einer offenen Diskussion unter Kommunisten mit Deiner Anonymität?

      • sascha313 schreibt:

        Wir haben noch nicht zusammen Schweine gehütet, daß Sie mich duzen können. Im übrigen haben wir nicht vor, mit Leuten zu diskutieren, die außer Beleidigungen und Beschimpfungen nichts auf der Pfanne haben. Das machen die Nazis besser als Sie…

  3. Sydow schreibt:

    Wenn ihr sogenannten Marxisten euch weiter so bekriegt ,werdet ihr nie Gehör finden. Denn das machen die bürgerlichen Parteien auch.

    • sascha313 schreibt:

      Was sind Sie denn für einer? Haben Sie schon mal was von Marx gelesen? Meinen Sie, daß es irgendwo auf der Welt ein Schlaraffenland gibt, wo alle restlos zufrieden sind? Friede, Freude , Eierkuchen – das gibt es leider nicht! Mit Fehlern muß man sich auseinandersetzen!
      Dann lesen Sie mal hier: Sollte man Fehler besser verschweigen?

  4. fürchtenix schreibt:

    Das ist kein Interview, sondern ein Beispiel dafür wie es nicht sein soll.
    Das geht schon am Anfang los, als die Redaktion von Kommunisten online schreibt „daß Genosse Schöwitz offenbar nicht verstanden hat, daß eine prinzipienfeste Haltung auch damit verbunden ist, daß man die Klassiker des Marxismus-Leninismus kennt.“
    Gleich im nächsten Abschnitt In der Einleitung des Genossen Schöwitz (KPD) sagt er: „…Dabei konzentrieren wir uns stark auf die Jugend. Im Zentrum dieser Öffentlichkeitsarbeit wird stehen, in Form von Bildungsangeboten sich mit den Werken von Marx, Engels und Lenin zu beschäftigen und sich so die Grundlagen unserer wissenschaftlichen Weltanschauung anzueignen und/oder zu vertiefen.“
    In der gleichen Art zieht sich die Disskussion weiter.
    Was soll das.
    Die KPD, so sehe ich das, ist ein kleiner Trupp und „schreite(t)n als eng geschlossenes Häuflein, (sich)uns fest an den Händen haltend, auf steilem und mühevollem Wege dahin. (Sie)Wir sind von allen
    Seiten von Feinden umgeben und müssen fast stets unter ihrem Feuer
    marschieren. (Sie)Wir haben (sich)uns, nach frei gefaßtem Beschluß, eben zu dem
    Zweck zusammengetan, um gegen die Feinde zu kämpfen und nicht in den
    benachbarten Sumpf zu geraten, dessen Bewohner (sie)uns von Anfang an
    dafür schalten, daß wir(sie sich) uns zu einer besonderen Gruppe vereinigt und
    den Weg des Kampfes und nicht den der Versöhnung gewählt haben.“
    Woher das stammt, bekommt es selber raus. Ich wars nicht.

    Müssen wir uns ein solches Interview antun.

    • sascha313 schreibt:

      Richtig lesen! Das hier ist nicht das Interview, sondern nur die Antwort darauf. Das vollständige Interview ist auf K-Online nachzulesen (siehe den Link ganz oben bzw. hier!)

      …und von wegen „eng geschlossenes Häuflein, (sich)uns fest an den Händen haltend“…wie Lenin über die Bolschewiki sagte (LW 5,364) – Schön wär’s, wenn man das von der KPD auch sagen könnte! Doch das ist hier nicht unser Thema!

  5. sascha313 schreibt:

    Kommt ganz darauf an, wie Sie das meinen…
    würde da Kurt Gossweiler sagen!

  6. fürchtenix schreibt:

    Trotzdem, müssen wir uns das antun?
    Da draussen wird aufmarschiert.

    • sascha313 schreibt:

      Es wird niemand an den Pranger gestellt. Im Gegenteil! Den Aufmarsch übersehen wir nicht, doch es ist auch so, wie Kurt Gossweiler einmal sagte: „Klarheit vor Einheit!“ Und wer will sich einer Partei anschließen, die diese Klarheit (noch) nicht hat?

  7. Erste „Kritik“.

    Genosse Schöwitz (KPD) ist nicht die KPD, wenn er selbstverständlich für die KPD als deren Vorsitzender spricht. Dennoch: es handelt sich um ein Interview mit dem Genossen Schöwitz und nicht um eine Stellungnahme der KPD als Partei. Aus diesem Grund kann es sich nur um ein persönliches Meinungsbild handeln.

    Daher ist es sowohl von der Logik als auch vom DIAMAT her falsch von „Antwort der KPD“ zu sprechen.

    „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren,“ — Wer ist „man“? => dies ist in sich schon eine unzulässige Meinung, denn Meinung dient ausschließlich der Unterhaltung für Dummköpfe.
    „daß die Beantwortung der Fragen durch die KPD nur allzusehr auf die leichte Schulter genommen wurde.“ Dies ist eine durch nichts zu belegende und damit auch nicht beweisbare Behauptung. Ich schreibe Behauptung, um nicht Vermutung, Unterstellung oder Anklage schreiben zu müssen.

    Zweite „Kritik“.

    Genosse Schöwitz hat in seiner Einleitung, wie in obiger 1. Bemerkung falsch und wahrheitswidrig behauptet, nicht gesagt, daß „Die KPD lehnt individuelle Gewalt und auch Aufruf zum Bürgerkrieg ab.“ Diese Antwort gibt der Genosse Schöwitz erst auf die Frage (Themenkreis 1.) von *Kommunisten-online*:
    — „»– Lenin betonte, die Frage, die die geschichtliche Situation dem Proletariat stellt, sei nicht die Wahl zwischen Krieg und Frieden, sondern die Wahl zwischen imperialistischen Krieg und Krieg gegen diesen Krieg: Bürgerkrieg. An welcher Stelle in diesem Kampf stehen wir jetzt?«
    Genosse Schöwitz antwortet auf auf die FRAGE! Und er beantwortet sie sehr konkret „auf das WO wir JETZT stehen“!!! : „Die KPD lehnt individuelle Gewalt und auch Aufruf zum Bürgerkrieg ab. Das ist nicht im Interesse der Arbeiterklasse.“

    Sollte er etwa auch noch das „jetzt“ verwenden und betonen?

    … uns selbst wenn Genosse Schöwitz damit — also auch ohne das ‚jetzt‘ — damit die Auffassung der KPD wiedergibt: Die KPD ist mit dieser Ablehnung eine Randerscheinung im Meinungsspektrum der Kommunistischen Weltbewegung, und er hebelt damit doch nicht die Erkenntnisse von Engels, Marx, Lenin, Stalin, Mao und weiterer Milliarden von Menschen aus, dass der Kapitalismus – ob er nun mit individueller oder kollektiver Gewalt beseitigt wird oder es zum Bürgerkrieg kommen kann (nicht muß!), wie die Verteidigung der Oktoberrevolution BEWIESEN hat!!!

    Und er hat vollkommen Recht damit, dass „Gewalt oder der Aufruf zum Bürgerkrieg nich im Interessen der Arbeiterklasse ist.“
    Diese wahre Aussage negiert doch aber überhaupt nicht, dass daran kein Weg vorbeiführt — es sei denn, dass die Menschen, die in der Ideologie des Kapitalismus gefangen sind, ALLE auf einmal durch ein „Damaskus-Erlebnis“ (oder ein anderes individuelles Erlebnis) vom Saulus zum Paulus werden! (Womit der Sturz dieses irrationalen Lügensystems auch dann noch nicht garantiert wäre … wenn es an seiner Statt KEINEN Ersatz gäbe!

    (— gekürzt! — N.G.)

  8. Peter Schmuck schreibt:

    Der Vorsitzende der KPD antwortete bei der 6. Bemerkung:
    “ Für die KPD ist die Juche – Ideologie die Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die konkreten Bedingungen in Korea…“ Was soll daran falsch sein?

    Schauen wir uns doch einmal einige Tatsachen an:
    Die Koreanische Demokratische Volksrepublik ist ein souveräner sozialistischer Staat, der die Interessen des ganzen koreanischen Volkes vertritt. In der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik sind die Klassengegensätze und jegliche Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen beseitigt. Die Macht in der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik gehört den Arbeitern, den Bauern, den Armeeangehörigen und den werktätigen Intellektuellen. Die Koreanische Demokratische Volksrepublik verwirklicht die Diktatur des Proletariats und setzt die Klassenlinie und die Massenlinie durch.
    In der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik sind die Produktionsmittel Eigentum des Staates und der Genossenschaften. Das Staatseigentum ist Eigentum des ganzen Volkes. Die Machtorgane befinden sich in den Händen der werktätigen Massen.

    Im Artikel 25 der Verfassung ist beschrieben, dass der Staat die ständige Verbesserung des materiellen und kulturellen Lebens des Volkes als oberstes Prinzip seiner Tätigkeit betrachtet. Und das sieht so aus:

    – Alle Lernenden und Studierenden haben eine unentgeltliche Ausbildung.
    – Studenten an Hoch-und Fachschulen bekommen ein Stipendium.
    – Die Betreuung und Erziehung in Kinderkrippen, Kindergärten, für Vorschulkinder und die zwölfjährige Schulbildung sind kostenlos.
    – Medizinische Behandlung und Betreuung sind kostenlos.
    – Alle arbeitsfähigen Bürger können Ihren Wünschen und Fähigkeiten entsprechende Berufe ausüben. Sie haben gesicherte Arbeitsplätze und normale Arbeitsbedingungen.
    – Die Bürger haben ein Recht auf Erholung. Erholungsstätten und Ferienheime sind selbstverständlich kostenlos.
    Nun könnte ich seitenweise weitermachen. Wie zum Beispiel, dass jeder Bürger kostenlosen Wohnraum zur Verfügung gestellt bekommt. Oder dass die Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge kostenlos zur Verfügung gestellt werden usw..

    Eine wichtige Sache möchte ich noch erwähnen: Die kommunistische Partei der Demokratischen Volksrepublik Korea beherzigt in ausgezeichneter Weise die Worte Lenins “Eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn Sie sich zu verteidigen versteht“.

    Geht in dieses Land und fragt die Menschen nach Marx, Engels, Lenin, Stalin, und ihr werdet feststellen, dass diese Aussagen sich mit denen der KPD decken. Unsere revolutionären Arbeiter- und Kampflieder, ich meine die der KPD und Ernst Thälmanns, werden dort sogar schon von den Pionieren gesungen. Wenn das alles nichts mit Marxismus-Leninismus zu tun hat, habe ich nichts verstanden. Mir soll bitte jemand ein einziges Land nennen, welches das Kommunistische Manifest besser erfüllt als die Demokratische Volksrepublik Korea.

  9. Günter Hering schreibt:

    Leider, leider erfahren wir hier von einem kleinkarierten Kritizismus, von einer Besserwisserei, die mich fassungslos macht. Das geht so weit, das völlig korrekte Sätze des Interviewten total fehlinterpretiert werden, nur um sie dann widerlegen zu können. Und das ist bezeichnend und sollte unter Kommunisten absolut nicht vorkommen: Der Interviewer bleibt anonym!

  10. Thilo Triehl schreibt:

    Auch wenn ich finde, dass Gen. Schöwitz auf konkrete Fragen ausweichend antwortete, so sind seine Aussagen im großen und ganzen nachvollziehbar. Allerdings in Fragen zur Juche-Ideologie kann ich absolut nicht zustimmen. Es mag sein, dass in der DVRK die Produktionsmittel Staatseigentum sind, durch die spezifischen Akzente der Juche-Ideologie werden sie aber nicht zwangsläufig Volkseigentum. Und zwar deshalb, weil die Juche-Ideologie auf einer quasi konfuzianischen Philosophie basiert, die aus feudalen Epochen stammt. Aus meiner Sicht ist die Juche-Ideologie nationalistisch, rassistisch und revisionistisch. Wie Kommunisten-Online geschrieben hat: Sie hat eine Herrschaft, die erblich ist wie in Monarchien. Das ist allenfalls eine Art Monarchie mit kommunistischer Symbolik. Dennoch bin ich der Auffassung, dass die DVRK auf Grund ihrer unbeugsamen Haltung gegenüber imperialistischen Mächten und der Tatsache, dass ihre Gesellschaftsform fortschrittlicher ist als die in den raubtierkapitalistischen Staaten, unbedingt solidarisch unterstützt werden sollte. Aber wir haben dort bei weitem keinen ML. thilo

    • sascha313 schreibt:

      Da stimme ich Dir völlig zu. Und was die KVDR betrifft – auch wenn die Aufbauerfolge und die Landesverteidigung in der Volksrepublik Korea sehr beeindruckend sind. Erich Honecker hat sich bei einem Treffen mit Kim schon damals sehr zurückgehalten. Aber mit dem Marxismus hatte Kim nicht viel im Sinn. Er schrieb bspw. 1987: „Natürlich ist es allein mit den allgemeinen Grundsätzen der materialistischen Dialektik nicht möglich, die wesentlichen Besonderheiten des Menschen und seine Stellung und Rolle in der Welt klar herauszustellen.“ (Kim Dschong Il „Zu einigen Fragen der Erziehung in der Dschutsche-Ideologie“, Pjongjang, Korea, 1987, S.6.) – ja bitte, womit denn sonst? In der ganzen Broschüre (34 Seiten) wird Karl Marx, oder Lenin, geschweige denn Stalin, nicht ein einziges mal (!) erwähnt.

      Freilich ist von Kommunisten die Rede und vom USA-Imperialismus… und es gibt auch gar keinen Grund, dem widersprechen, wenn Kim schreibt: „Wie müssen das Schwergewicht auf die klassenmäßige Erziehung legen, weil wir in der Revolution direkt mit den Klassenfeinden, darunter den USA-Imperialisten, die Südkorea besetzt halten, konfrontiert sind.“ (ebd.S.16)

      Dennoch ist die Juche-Ideologie eine revisionistische Ideologie und kein Marxismus. (Ich denke dabei nur an die ständigen Jubel- und Heularien, die „Familienfotos“ mit dem „hochverehrten Obersten Führer, Genosse KIM JONG UN“ die wir immer wieder beobachten konnten… das Volk ist bei seinen Auftritten nirgendwo zu sehen, die Straßen sind wie leergefegt und bei Massenszenen ist das Volk wie in Trance. Schwer zu verstehen!)

  11. Pingback: Die KPD und ein paar kritische Anmerkungen | Sascha's Welt

  12. Rolf schreibt:

    Ist das KPD Verbot von 1956 aufgehoben!?

    Dann wäre noch MLPD und DKP… wie sind die denn einzuordnen?

    Freundschaft!

  13. Pingback: Der politische Nihilismus | Sascha's Welt

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