EBERHARD FUNKE: Die letzten Wochen und Tage der Hitlerbarbarei in Gera und der Beginn einer neuen Zeit

Gera 6April45Am Freitag, dem 13. April 1945, gegen 12 Uhr, verkünde­ten in Gera die Sirenen mit einem Fünf-Minuten-Dauerton „Feindalarm“. Das Ende einer unmenschlichen Herrschaft, der zwölf Schreckensjahre der Hitlerbarbarei, stand unmittelbar bevor. Die Truppen der Anti-Hitler-Koalition zerschlugen mit unaufhaltsamer Wucht die faschistische Wehrmacht, wobei die Sowjetunion den Hauptanteil trug. Der Hitlerkrieg ging seinem Ende zu. Hier halfen auch nicht mehr die vielen Lügen und Falschmeldungen der Hitlerbande, mit denen sie das deutsche Volk betrog. Die „Geraer Zeitung“ forderte auf der ersten Seite ihrer Ausgabe vom 3. April 1945: „Jetzt gilt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen! Wer nicht bis zum letzten Atemzuge kämpft, er wird als Fahnenflüchtiger geächtet und behandelt.“ Und das fünf Minuten vor zwölf, als sich die Sowjetsoldaten anschickten, dem Hitler-Faschismus in seiner Berliner Höhle den Todesstoß zu versetzen.

1.Die letzten Tage vor der Befreiung der Stadt Gera

„Volkssturm“

Die Hitler-Clique versuchte, ihre Niederlage und ihren Untergang aufzuhalten und hinauszuschieben. Vierzehnjährige Kinder und Greise sollten im „Volkssturm“ den Krieg verlängern helfen. Am Ostersonntag, dem 1. April 1945, wurden die Jahrgänge 1930 und 1931 in Gera-Ernsee zusammengezo­gen. Es waren 1.000 vierzehn- bis fünfzehnjährige Jugendliche welche am Karabiner und an der Panzerfaust ausgebildet werden sollten. Einige Tage zuvor war der Jahrgang 1929 der Geraer Jugendlichen zum Volkssturm eingezogen worden und in der ehemaligen Hitler-Jugend-Führerschule in Pölzig stationiert. Weitere Einheiten des Volkssturms befanden sich vom 31. März bis zum 13. April in der damaligen „Osterland-Turnhalle“ Gera (heute: Ostvorstädtische Turnhalle).

Mordtaten der SS-Banditen

Ein 16jähriger Hitlerjunge führte im Geraer Südviertel mit Gewehr, Maschinenpistole und einigen hundert Schuß Munition Krieg auf eigene Faust. Ein in Altpforten ansässig gewesener SS-Sturmbannführer inszenierte im Nachbarort Collis mit seinem SS-Begleitkommando nochmals den Krieg. Sinnlos griff die SS unter seinem Befehl arn Mittag des 14. April 1945 aus den umliegenden Wäldern die Amerikaner an. Hierbei wurden ein Polizist und ein Bürger getötet. Als am Morgen des 15. April die SS vom Collisberg her erneut mit Panzerfäusten angriff, mußten wiederum fünf Menschen ihr Leben lassen. Auch Gebäudeschaden entstand. In der Nacht zum 16. April kam es zu einer weiteren Schießerei.

Sinnlose und verbrecherische Bombenangriffe

Eine Woche zuvor mußte Gera den vorletzten und schwersten Luftangriff der Anglo-Amerikaner am 6. April 1945 erleben. In der Zeit von 10.15 Uhr bis 10.40 Uhr gingen sieben Wellen schwerer Bombenwürfe von Spreng- und Brandbomben auf das Stadtgebiet nieder, die schwerste Zerstörung namentlieh am Altstadtgebiet, am Hauptbahnhof, in Untermhaus, aber auch am Stadtrande nach Pforten zu (Liebe-, Plauensche-, Tschirch- und Lindenstraße) anrichteten. Vom Ostviertel der Stadt aus gewahrte man drei ungeheure Rauch- und Staubwolken in der Richtung Hauptbahnhof, Altstadt und der Gegend nach Pforten zu. Nach Angaben des Stadtbauamtes Gera wurden 178 Gebäude to­tal zerstört, 112 trugen schwere, 71 mittlere und 58 leichtere Schäden davon.

548 Tote – und Gera lag in Schutt und Asche

Dem Bombenterror fielen u. a. zum Opfer der Schlachthof, das Kraftwerk, der Güterbahnhof des Hbf., das Mädchenheim, die Enzianschule, das Museum und Schloß Osterstein. Ganze Straßenzüge waren durch Trümmer unpassierbar. Über zwei Jahre dauerten die notwendigsten Aufräumungsarbeiten, und Geras fleißige Aufbauhelfer haben in über einer Million Arbeitsstunden Hunderttausende Kubikmeter Trümmer – zumeist über die Meuselwitzer „Bimmelbahn“ – hin­aus in den Zaufensgraben gefahren oder zu Ziegelsand gemahlen. Von den durch die Luftangriffe auf Gera insgesamt 548 getöteten Einwohnern, müssen am 6. April 163 ihr Leben lassen. (Die Zahlen der Toten sind den Akten des Standesamtes Gera entnommen.)

Anglo-amerikanische Tieffliegerangriffe

Am 11. April fand in der Zeit zwischen 8.45 Uhr und 9.30 Uhr ein Gefecht zwischen deutschen und alliierten Kampfflugzeugen in geringer Höhe über dem Ostviertel Geras statt. Von da ab setzte wiederholt Tieffliegerbeschuß über der Stadt, dem Hauptbahnhofs- und Autobahngelände ein. 34 Tote waren dabei zu beklagen. Aber nicht nur unter der Zivilbevölkerung, sondern auch viele deutsche und ausländische Antifaschisten fielen noch in der Schlußphase des Krieges den Nazis zum Opfer.

Die Todesmärsche der Häftlinge aus Buchenwald

Als die Hitlerfaschisten Teile des Konzentrationslagers Buchenwald evakuierten, führte der schwere Weg der gequälten und gepeinigten Genossen und Antifaschisten auch durch die Stadt Gera. In Richtung Sommerbad-Pforten-Zwötzen-Liebschwitz durchquerten sie das Stadtgebiet, Die erschöpft zusammengebrochenen Häftlinge wurden am Straßenrand sofort von den SS-Banditen ermordet. Die Gräber an der „Großen Grenze“ (Liebschwitzer Straße) neben dem Transformatorenhaus (zwei Opfer), an der Friedens­brücke und weitere andere legen dafür Zeugnis ab. Jede Hilfeleistung seitens der Bevölkerung für die KZ-Häftlinge wurde von der SS-Wachmannschaft mit Gewalt unterbunden.

Das letzte Aufgebot eines faschistischen Oberleutnants

In Gera lag nur noch wenig Militär. Die Stärke der Einheit des Standortes betrug 1200 Soldaten. Der standortälteste Oberst von Gera führte Verhand­lungen, um die Stadt zur offenen Stadt zu erklären. Demgegenüber stand das verantwortungslose Handeln eines faschistischen Oberleutnants von der Fahnenjunkerschule Weilburg a. L., der mit 60 Offiziersanwärtern in Gera auftauchte. Er nahm in der Nacht vom 13. zum 14. April den Kampf gegen die anrollenden amerikanischen Sherman-Panzer am Waldstück „Hölle“ oberhalb des Martinsgrundes auf. 16 Tote waren das Ergebnis, die dort noch mehrere Tage unbeerdigt lagen. In der ersten Nachkriegszeit befand sich dann die gemeinsame Grabstätte am Waldesrand der Stadtrodaer Straße ge­genüber den jetzt dort stehenden Neubauten an der Scheibe.

Erneuter US-amerikanischer Artilleriebeschuß der Stadt

Dieser Angriff an der Windischenbernsdorfer Chaussee wurde mit zur Ursache, daß Gera weiter schwerem Artilleriebeschuß ausgesetzt wurde. Amerikanische Artillerie beschoß von 21.20 Uhr bis 5.10 Uhr von Thieschitz und hinter Ernsee im Streubeschuß die Stadt. Neun Geraer Bürger fanden dabei den Tod. Ein weiterer Angriff der Fahnenjunker am Stadtwald ließ den Artilleriebeschuß von 9.15 Uhr bis 10.18 Uhr wieder aufleben. Ab 10.20 Uhr begann die Durchfahrt der Panzer durch die Stadt.

Die Nazis sprengten noch die Brücken

Einem der letzten verbrecherischen Befehle Hitlers haben wir es zu verdanken, daß z.B. die Brücken in Zwötzen und bei Liebschwitz, die damalige Zoitzbrücke (jetzt Friedensbrücke) und ein Teil der Eisenbahnbrücke, am 13. April 1945 vernichtet wurden. Als ob die Elster ein Hindernis für die alliierten Pan­zer bildet. Mit der großen Autobahnbrücke bei Thieschitz hatte das Geraer Militär ein gleiches vor. Jedoch explodierte die Sprengladung nicht und für die Anbringung einer zweiten war es zu spät.

Der Appell der KPD an die Bevölkerung

Mahnend erhob die KPD ihre Stimme gegen die Wahnsinnspolitik der Faschisten. Walter Ulbricht appellierte in einer Rundfunkansprache am 11. April 1945: „Schaffendes Volk in den Städten! Verhindert den Abtrans­port der Warenlager durch die Nazibonzen, verhindert die Sprengung der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke! Denkt daran, daß ihr morgen leben wollt. Ihr werdet leben, wenn es längst keine Naziführer mehr gibt. Aber wie ihr lebt, das hängt davon ab, wieweit ihr durch rechtzeitige Kapitulation die Zerstörung eurer Heimatstadt verhindert.“ (Aus Walter Ulbricht, Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Dietz-Verlag, Berlin 1953, Bd.II, S.397/398)

Geraer Antifaschisten im Widerstand gegen die Naziherrschaft

Auch in Gera hatte sich der antifaschistische Widerstandskampf entwickelt. Wenn die Besetzung der Stadt ziemlich glatt vonstatten ging, so war das vor allem auch dem Wirken Geraer Antifaschisten zu verdanken. Schon geraume Zeit vor dem Einmarsch von Truppen der Anti-Hitler-Koalition hatten sich Arbeiterfunktionäre zusammengeschlossen, um in illegaler Arbeit Maßnahmen zu beraten und einzuleiten, die notwendig waren, um auf den kommen­den Zusammenbruch der Naziherrschaft hinzuweisen und die Geraer auf den Neuaufbau der Stadt vorzubereiten. So wurden unter anderem in einem Flugblatt der Volkssturm und die gesamte Bevölkerung aufgefordert, den alliierten Truppen keinen Widerstand entgegenzusetzen und weiße Fahnen zu hissen. Diesen mutigen antifaschistischen Widerstandskämpfern gilt unserer besonderer Dank, denn sie setzten ihr Leben ein, um Blutvergießen zu vermeiden.

Ein weiteres Blutbad durch die SS

Wie gefahrvoll dieser Kampf war, beweisen folgende Beispiele: Die letzte Behelfsausgabe der „Geraer Zeitung“ vom 12. April 1945 brachte in Fettdruck die letzte Anordnung des Gauleiters und Reichsstatthalters Fritz Sauckel, der später im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß zum Tode verurteilt wurde. In dieser Anordnung lautete der erste Punkt: „Wer vor dem Feind die weiße Fahne hißt, wird als Landesverräter und Deserteur behandelt.“ Für die wahnwitzigen „Getreuen des Führers“ hieß das, ein weiteres Blutbad anzurichten. Der Bürgermeister von Oberröppisch hißte weiße Fahnen um das Dorf, um es vor weiterem Unheil zu bewahren. Hinzugekommene SS-Leute ermordeten ihn sofort vor seinem Hoftor. Mutig war auch das Verhalten des Kaimberger Bürgermeisters, der den Amerikanern entgegenging und jegliche nutzlose Verteidigung dem Orte fernhielt.

Die Kapitulation der Stadt Gera

Nachdem am 14. April 1945 gegen 12 Uhr das Militär des Standortes Gera kapituliert hatte, kündeten am Sonntag, dem 15. April von allen Straßenecken rote Plakatanschläge die Besetzung der Stadt an. (Das Ongmal des Plakates der Amerikanischen Militärregierung wird im Geraer Stadtarchiv aufbewahrt.) .


2.Die Schwierigkeit des Neubeginns

Es gab kein Wasser und kein Licht…

Groß waren die Schwierigkeiten, die der Faschismus dem deutschen Volke hinterlassen hatte. In vielen Teilen der Stadt Gera fehlte seit acht Tagen elektrisches Licht und Trinkwasser völlig. Besonders traf es die höher gelegenen Stadtteile. Seit dieser Zeit mußten die Bewohner des Ostviertels stundenlang um zwei Eimer Wasser im Hospital- oder Botanischen Garten, auf dem Zimmerplatz Mörschner oder im ehemaligen „Eichhof“ in der Mulde anstehen. Die Pumpbrunnen waren meist schnell erschöpft, und die Bevölkerung mußte oft unvernchteter Sache nach stundenlangem Warten wieder nach Hause gehen. Das Elektrizitätswerk konnte seine große Dampfturbine nicht anlassen, da .der.Mühl­graben durch die an der Heinrichstraße (jetzt Straße der Republik) in sein Bett gestürzten Trümmermassen der Häuser an der Walkmuhlenbrücke eingedämmt war und nur geringe Wasserhöhe führen konnte. Seit dem 24. April 1945 war Licht und Wasser mit Unterbrechung wieder verfügbar.

USA-Besatzer unterstützten heimlich die Faschisten

Nach der amerikanischen Besetzung der Stadt zeigte sich bald, daß die Amerikaner die antifaschistische Entwicklung nicht förderten, sondern hemmten. Die nazistischen Beamten in Gera wurden von den Amerikanern in den Verwaltungen belassen, soweit sie nicht geflohen waren. Der Bürgermeister und der Verwaltungsdirektor z.B. wurden erst drei Wochen nach dem 1. April aus dem Rathaus entfernt und am 5. Mai 1945 durch die Militärpolizei verhaftet. Geraer Antifaschisten begannen, oft gegen den Widerstand der amen amerikanischen Besatzungsmacht, faschistische Elemente aus der Stadtverwaltung zu entfernen und verdiente Antifaschisten, die aus den Zuchthäusern und den Konzentrationslagern kamen, einzusetzen.

Ein Betrüger als Bürgermeister

Am 7. Mai 1945 wurde Dr. Rudolf Paul als Oberbürgermeister eingeführt. Es zeigte sich jedoch bald daß Paul sich des geschenkten Vertrauens unwürdig erwies. „Er hatte sich die Anerkennung als Opfer des Faschismus erschlichen und in engster Verbindung mit den Amerikanern in deren Auftrag den Abzug von Spezialisten, besonders von Siemens in Gera, organisiert.“ (Aus: Walter Ulbricht, Zur Geschichte der neuesten Zeit, Dietz-Verlag, Berlin 1955, Bd. I, 1. Halbband, S.132.)

Amerikaner plündern deutsche Konten und berauben die Einwohner

In den Geraer Banken hatten die Amerikaner Konten angelegt, die zu ihrer Verwendung zur Verfügung standen. So zum Beispiel bei der „Thüringer Staatsbank Gera“ das Konto 4204 „Army of the USA, Gera“ mit einem Bestand von 124.591,39 RM. und in der “Reichsbankstelle Gera“ das Konto mit 164.945,70 RM. Insgesamt hatten alle Konten einen Bestand von 571.037,07 RM. Auf Befehl der amerikanischen Militärregierung mußte die Bevölkerung Geras die 5- und 2-RM-Stücke abliefern. Beim Abzug der USA-Armee aus Gera wurden die abgelieferten Silbermunzen im Werte von 221.034,00 RM ohne jede Entschädigung abtransportiert. (Stadtarchiv Gera, Akte 1123, Seiten 22, 23, 25, 32).

US-Besatzer behindern den demokratischen Neubeginn

Trotz der Festlegung der amerikanischen Militärregierung: „Jede politische Tätigkeit ist verboten, Versammlungen sind nicht erlaubt“, kamen im Mai 1945 im kleinen Saal der Geraer Ostvorstädtischen Turnhalle ehemalige Funktionäre der KPD und der SPD zusammen und beschlossen mit ca. 130 gegen 2 Stimmen eine Ortsgruppe der KPD zu gründen und die Gewerkschaften aufzubauen.


3.Die politische Wende

Herzliche Begrüßung der sowjetischen Befreier

Eine politische Wende in der Entwicklung der Stadt Gera begann Anfang Juli 1945. Entsprechend der auf der Krimkonferenz der Anti-Hitler-Koalition vom 3. bis 11. Februar 1945 getroffenen territorialen Bestimmungen zogen sich die anglo-amerikanischen Armeen am 1. Juli 1945 auf ihr festgelegtes Gebiet zurück. Die Bevölkerung vernahm diese Festlegung am 7. Juni 1945 durch den Rundfunk. Am 2. Juli 1945 zogen sowjetische Einheiten in Gera ein und wurden von 30.000 Einwohnern mit roten Fahnen, Transparenten und Blumen herzlich empfangen.

Die sowjetische Siegermacht hilft beim Wiederaufbau

Unter den Bedingungen der sowjetischen Besatzungsmacht vollzog sich nun ein machtvoller Aufschwung zielklarer und organisierter Einheitsaktionen der Arbeiterklasse. Mit der UdSSR half erstmalig in der Geschichte eine Siegermacht einem Land, dessen Aggressionsarmeen beispiellose Gewalttaten und Zerstörungen verübt hatten, die nationale Unabhängigkeit zu gewährleisten, einen friedlichen und demokratischen Entwicklungsweg zu erschließen und die Nachkriegsschwierigkeiten zu überwinden. Nach über einer 30jährigen Existenz der Deutschen Demokratischen Republik unterstreicht die Einmütigkeit im Denken und Tun der Bürger unseres sozialistischen Staates vor aller Welt, daß die DDR ein stabiler Eckpfeiler des Sozialismus und des Friedens in Europa ist.

Quelle:
Kulturbund der DDR (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Kalender des Bezirkes Gera 1983, S.40-44. (Zwischenüberschriften wurden eingefügt, N.G.); Foto: Ostertag, Blick vom ehemaligen Brühl auf das brennende Museum am 6. April 1945.

Anmerkung: Die ostthüringische Stadt Gera war nach 1945 Bezirkshauptstadt und eines der wichtigsten industriellen Zentren im Süden der DDR. Der Bezirk Gera war die sozialistische Heimat für rund 740.000 Bürger, wovon etwa 77% in den Städten und etwa 27% in den Landgemeinden lebten und arbeiteten. Es war ein hochindustrialisierter Bezirk mit einer leistungsfähigen Landwirtschaft. In Gera gab es bis 1989 zahlreiche große Industriebetriebe (die volkseigenen Betriebe WEMA Union, Elektronik Gera, Textima, Modedruck, Wohnungsbaukombinat, Baumaschinenkombinat, Tiefbaukombinat usw.), von denen heute kein einziger mehr existiert.  Alle diese Betriebe wurden im Zuge der konterrevolutionären Entwicklung nach 1990 vernichtet, zehntausende Werktätige verloren ihren Arbeitsplatz und nach und nach wurden auch tausende neugeschaffener Wohnungen abgerissen. Heute ist Gera eine unbedeutende, entvölkerte Kleinstadt mit einigen Gewerbebetrieben, ein paar schön sanierten Villen nebst Theater und einem fleißigen Stadtrat…

pdfimages  E.Funke: Ende der Hitlerbarbarei in Gera

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