A.Darabos: Zum 98.Jahrestag der Ungarischen Räterepublik

fegyverbe

Zu den Waffen! Zu den Waffen!

In einer schonungslosen, selbstkritischen Stellungnahme äußert sich diese ungarische Kommunistin über Fehler der ungarischen KP in der Vergangenheit. Was dabei allerdings noch fehlt, ist die konkrete Analyse der Fehler. Sie hat nichts dazu gesagt, daß die Kommunisten sich ganz klar von den Versöhnlern und sozialdemokratischen Reformern trennen müssen, und daß das Proletariat die Bourgeoisie von der Macht entfernen und enteignen muß. Sie hat nichts dazu gesagt, daß der XX.Parteitag der KPdSU der Beginn des revisionistischen Kurses in der UdSSR war. Und sie hat auch nicht erwähnt, daß der moderne Revisionismus die Ursache war für den Untergang des Sozialismus im Weltmaßstab. Doch lesen Sie selbst…

Das kurze Leben der ungarischen Räterepublik

von Angela Darabos

Die ungarische Räterepublik war, auch wenn sie nur 133 Tage (19 Wochen lang: vom 21. März bis 1. August 1919) existierte, der erste siegreiche Staat des Volkes außerhalb der Grenzen des ehemaligen Russischen Reichs. Für die kurze Zeit ihres Daseins hat diese Republik wahre Wunder vollbracht: Sie hob das Leben des arbeitenden Volkes auf ein bis dahin unvorstellbar hohes Niveau und sie widerstand anfangs auch erfolgreich den ausländischen (rumänischen und tschechoslowakischen) Interventen.

Das Herz wurde uns zerrissen…

Die Ungarische Räterepublik wurde der erste Bundesgenosse Sowjetrußlands und der Sowjetischen Ukraine, und nachdem der ehemalige Kriegsgefangene, der junge Volkskommissar für Verteidigung, der 29jährige Tibor Számuely, zuerst nach Kiew und dann nach Moskau geflohen war, traf er persönlich mit Lenin zusammen. Sie vereinbarten gemeinsame Auftritte, doch die Schwäche der ungarischen Kräfte und der Verrat erlaubten es nicht, diese großen Pläne verwirklichen. Unsere Republik wurde gestürzt. Aber noch 72 Jahre lang blieb sie für uns, die ungarischen Kommunisten, unsere Stütze und die Quelle unserer Hoffnungen. Das Herz wurde uns zerrissen, als die schuftigen Ganoven uns im August 1991 diese Stütze entzogen. Nun müssen wir wieder von Neuem beginnen. Doch sobald es sich ergibt, sind wir VERPFLICHTET, diese Tragödie zu unserem Nutzen zu verwenden.

Warum konnte das geschehen?

Wir müssen ehrlich analysieren, die Fehlkalkulationen, Fehler und historischen Unterlassungen schonungslos aufdecken: Warum konnte das geschehen? Wo haben wir die Orientierung verloren? War es nicht damals schon, als wir anfingen uns vom Wesen des Marxismus-Leninismus zu entfernen? Als wir anfingen (durch Nachlässighkeit, ungenügende theoretische Konsequenz), dieses Wesen zu vergessen? Haben wir den Marxismus-Leninismus seines Kerns beraubt? Wir haben prinzipienlose Zugeständnisse in unserer Politik gemacht, die Ideale unserer revolutionären Jugend aufgegeben. Wir begannen zu vergessen, woher wir kamen, weshalb wir uns von einer unterdrückten in eine herrschende Klasse verwandelten. Wir haben es hervorragend verstanden, die Grundsätze des Marxismus-Leninismus nachzubeten (in einem solchem Fehler war auch die Mehrheit der ehemaligen „Professoren für wissenschaftlichen Kommunismus“ befangen). Und wie sich 1989-91 gezeigt hat, war bei ihnen nicht einmal das elementare Verständnis für die Grundlagen jener Theorie vorhanden, in der sie viele Generationen von Studenten „unterrichteten“.

Wir wurden verheizt….

Mögen sie sich nun vor all den Zehntausenden Studenten entschuldigen, die sie mit ihren Prüfungen zuschütteten und ihnen schlechte Beurteilungen ausstellten. Doch sie werden, wie es sich zeigt, den Teufel tun, denn sie haben nichts, aber auch gar nichts verstanden! Sie haben lediglich gute Gehälter kassiert und uns alle mit ihrem „verordneten Marxismus“ verheizt. Deshalb steht uns jetzt bevor, und das das ist das einzige, was uns jetzt noch rettet, erneut den Kampf aufzunehmen für einen zweiten – und endgültigen — Sozialismus.

Quelle:
Zum 98. Jahrestag der ungarischen Räterepublik (russ.)
(Übersetzung Wolfgang Schulze)

Siehe auch:
Geschichte: Die Räterepublik in Ungarn
Kurt Gossweiler: Die Konterrevolutionin Ungarn
Der angebliche Volksaufstand in Ungarn 1956

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