Der politische Nihilismus

Nihilismus.jpgMan wundert sich immer wieder, mit welcher Blindheit und Gleichgültigkeit manche Zeitgenossen den politischen Ereignissen in der Welt gegenüberstehen. Sie interessieren sich einfach nicht dafür. Die Geschichtsfälschungen, die bereits in der Schule gelehrt wurden, haften fest im Gedächtnis. Das bestimmt ihr Weltbild, und solange der Lohn reicht, um sich die eine oder andere Kleinigkeit erfüllen zu können, sucht man mit den Umständen zurechtzukommen. So kommentierte kürzlich ein Leser den Beitrag über die Ereignisse von 1989 lakonisch: „So viel Weltfremdheit in einem Kopf“, und er meint, was wir hier schreiben, seien alles „Märchen“. Nehmen wir einmal an, der Leser habe die DDR nie kennengelernt, so ist es durchaus verständlich, wenn er dem hier Beschriebenen nicht glaubt. In der Schule und später in den Medien wurde es ja ganz anders erzählt. Werden wir ihn überzeugen können? Sicher nicht. Das ist auch nicht unsere Absicht.  Nein, wir wenden uns hier an diejenigen, die berechtigte Zweifel haben an dem, was man ihnen über die DDR und die Geschichte im allgemeinen erzählt. Wir wenden uns an diejenigen, die Hintergründe und Zusammenhänge verstehen wollen, die wissen wollen, warum wir überzeugt sind, daß Karl Marx recht hatte, und daß der Marxismus-Leninismus immer noch gilt…

Die politisch-ideologische Situation

von Emil Collett

Beim Studium aller marxistischen bzw. marxistisch-leninistischen Programme wird deutlich, daß sie immer die konkrete politisch-ideologische Situation als Widerspiegelung der Gesamtheit der Produktionsverhältnisse, also der konkreten ökonomischen Basis zum Inhalt hatten und haben. Dabei ist es keineswegs verwunderlich, wenn sich grundsätzllche Erkenntnisse wie jene aus dem Manifest der Kommunistischen Partei in historisch nachfolgenden Programmen in gleich offener Weise der politischen Parteiergreifung und Wissenschaftlichkeit wiederfinden.

Der Marxismus-Leninismus unser wissenschaftliches Gerüst

Die von Marx, Engels, Lenin und Stalin herausgearbeiteten Axiome, die als Erkenntnisse keiner weiteren wissenschaftlichen Beweise mehr bedürfen und damit das wissenschaftliche Gerüst des Marxismus-Leninismus bilden, sind solange gültig, wie die gleichen gesellschaftlichen Bedingungen Realität sind. Kein Programm, welches den Anspruch erhebt, ein marxistisch-leninistisches, ein Programm der einzig konsequent revolutionären Klasse, der Arbeiterklasse, zu sein, kann auch nur ein einziges Axiom des Marxismus-Leninismus ignorieren.

Unwissenschaftliche Phrasen des Gregor Gysi

Geschieht dies dennoch, wie dies in der Vergangenheit geschehen und auch in der Gegenwart der Fall ist, dann haben wir es mit einem pseudomarxistisch-leninistischen Programm zu tun, das als Instrument imperialistischer Meinungsmanipulation benutzt werden kann. Alle Phrasen eines Gregor Gysi über eine „entideologisierte“ Politik sollen über diese Tatsachen hinwegtäuschen.

Die Pseudomarxisten

Auch all diejenigen, die es tunlichst vermeiden, von einer marxistisch-leninistischen Partei zu sprechen und sich auf „marxistisch“ beschränken, leugnen das marxistisch-leninistische Axiom über die Notwendigkeit einer Partei neuen Typs in der Epoche des Imperialismus, des gesetzmäßigen Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus/Kommunismus. Zu diesen Abweichlern vom Marxismus-Leninismus gehören auch all diejenigen, die einen Trennstrich zwischen Sozialisten und Kommunisten ziehen.

Ist der Kommunismus nur eine Utopie?

Das gilt genauso für diejenigen, die die Meinung verbreiten, der real existierende Sozialismus sei kein Sozialismus, sondern ein „Frühsozialismus“ gewesen. All diese Leute sind, ob sie es wollen oder nicht, in die antikommunistische Falle imperialistischer Meinungsmanipulation gegangen. Die die Pseudokommunisten, die mit ihrer „Theorie“ des „Frühsozialismus“ tröstende Worte an die im Klassenkampf zeitweilig unterlegenen Kämpfer für den Sozialismus richten und den Sozialismus in eine ferne Zukunft verlagern wollen, folgen genau der gleichen Ideologie wie diejenigen, die behaupten, der Kommunismus sei eine gute Sache, aber leider eine Utopie, zu deren Verwirklichung die Menschheit unfähig sei – das Schicksal der Menschen sei es, sich im Status Quo, d.h. im Imperialismus so gut wie möglich „einzurichten“.

Politischer Nihilismus

Diese politischen Nihilisten wollen den politisch-ideologischen Ver­stand der Werktätigen ebenso auslöschen wie ihr Gedächtnis für geschichtliche Realitäten. Dabei ist es das Ziel, die Menschen in einen geisti­gen Zustand von Ausweglosigkeit zu versetzen und ihnen damit die Fähigkeit und den Willen zur Veränderung des Status Quo zu nehmen. Die Menschen sollen vergessen, daß es eine Große Sozialistische Oktoberrevolution, eine große und mächtige UdSSR gegeben hat, die unter der Führung der KPdSU (B), unter Leitung von J. W. Stalin die Menschheit vor der faschistischen Barbarei bewahrt hat und die bis zu seinem Tode der Grundpfeiler des sozialistischen Weltlagers von der DDR bis zur Volksrepublik China war und der Sozialismus erfolgreich aufgebaut wurde.

Der Sozialismus war bereits auf der Siegerstraße

In der dritten Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus war die internationale Lage bereits derart, daß der Imperialismus auf die historische Verliererstraße gedrängt wurde und immer mehr an Einfluß verlor. Sein Aggressionsdrang, seine Möglichkeiten, sich durch Krieg aus der Zwangsjacke zu befreien, wurde immer mehr eingeschränkt. Der XIX. Parteitag der KPdSU (B) im Jahre 1952, der letzte mit J. W. Stalin, war nicht nur ein Parteitag des Sieges für die Völker der UdSSR, sondern aller Werktätigen, aller Ausgebeuteten in der Welt.

Was geschah 1956?

Die Konterrevolution von oben in der KPdSU unter der Führung des Verräters am Marxismus-Leninismus, des ehemaligen Sozialrevolutionärs und verdeckten Trotzkisten, des Bolschewistenhassers Chruschtschow war bis dahin die letzte Möglichkeit der inneren und äußeren Konterrevolution, den absoluten Untergang des kapitalistischen Systems zu verhindern. Was der internationalen Konterrevolution nie gelungen ist, die Festung KPdSU(B) und damit die Festung UdSSR von außen zu stürmen, gelang der verbrecherischen Chruschtschow Clique. Der von diesen Verbrechern erzeugte Antistalinismus zur Entbolschewisierung der KPdSU (B) und der anderen marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt ist gegenwärtig immer noch das Kernstück des Antikommunismus.

Was sagte Mao Tsetung  dazu?

Die politischen Nihilisten, die Pseudosozialisten und Kommunisten wollen aus dem Gedächtnis der Werktätigen löschen, daß es Mao Tsetung war, der die Ehre der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung durch die Entlarvung des Chruschtschowismus rettete. Am 15. November 1956 erklärte Mao:

„Meiner Meinung nach gibt es zwei Schwerter. Das eine stellt Lenin dar, das andere Stalin. Das Schwert, das Stalin darstellt, haben die Russen von heute weggeworfen. Gomulka und einige in Ungarn haben es aufgehoben, um die Sowjetunion zu schlagen, um das, was man Stalinismus nennt, zu bekämpfen. Die Imperialisten nutzen dieses Schwert, um Menschen zu töten. Dulles z.B. hat einmal damit gedroht, diese Waffe sei nicht verschenkt, sondern weggeworfen worden. Wir Chinesen haben es nicht beiseite geschoben. Wurde das Schwert, das Lenin darstellt, im gewissen Sinne nicht auch von den Sowjetführern beiseite gelegt? Nach meiner Ansicht haben sie es größtenteils schon getan.
Ist die Oktoberrevolution immer noch wertvoll? Kann sie noch für weitere Länder ein Leitbild sein? Der Bericht Chruschtschows sagt, daß es möglich ist, über den parlamentarischen Weg an die Macht zu gelangen, daß bedeutet, daß dem Leitbild der Oktoberrevolution von anderen Völkern nicht mehr gefolgt werden muß. Sobald diese Tür einmal ganz geöffnet ist, ist der Leninismus so gut wie verworfen.“ [1]

Eine beliebte Methode der Revisionisten…

Diese klassenmäßige, offen parteiliche und wissenschaftliche Analyse hat sich bewahrheitet. Mao Tsetung, die KP Chinas und die anderen kommunistischen und Arbeiterparteien wie die aus der KDVR, aus Vietnam und Kuba, die den Chruschtschowismus als anti-marxistisch-Ieninistisch ablehnen, wurden von diesen Renegaten wiederum als Revisionisten abgestempelt. Eine beliebte Methode solcher Verräter an den Interessen der Arbeiterklasse, damals wie heute, wie dies z.B. der parteifeindliche Klüngel um Schleese im ZK der KPD erneut praktiziert. [2]

Die tragische Folge des Sozialdemokratismus

Diese, dem Marxismus-Leninismus und ihren Schwertern Marx, Engels, Lenin und Stalin die Treue haltenden Kommunisten, sind nicht in die antistalinistisch-leninistische Falle gegangen, sondern sie haben dem Marxismus-Leninismus in seiner Einheit und Reinheit die Treue gehalten und wenden ihn schöpferisch beim Aufbau des Sozialismus an. Diese Tatsache kennzeichnet die gegenwärtige internationale Situation in der Welt. Überall dort, wo die kommunistischen und Arbeiterparteien dem Gift des Sozialdemokratismus erlegen sind, wütet heute der Manchester-Kapitalismus. Überall dort, wo der Sozialdemokratismus bekämpft und besiegt wurde, vollzieht sich der Marsch der Werktätigen zum Sozialismus/Kommunismus.

Das imperialistische Weltsystem bleibt gespalten

Ihnen ist es zu verdanken, daß der Sieg der inneren und äußeren Konterrevolution nur teilweise und zeitweilig gelungen ist. Das imperialistische Weltsystem bleibt weiter gespalten. Das Tor, das die Oktoberrevolution aufgesprengt hat, ist weiterhin offen.1,5 von 6 Milliarden Menschen auf der Welt haben es schon durchschritten. Der Charakter der Epoche ist und bleibt der des gesetzmäßigen Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-1, S.7-9. Mai 2006 (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

[1] Mao Tsetung, Ausgewählte Werke, Band V, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1978, bzw. Mao Tsetung, Oevres choisies, Band V, Ed. en langues étrangères, Beijing, 1977, s. 369.
[2] Nach Redaktionsschluß ist bekannt geworden, daß Werner Schleese von seiner Funktion als Vorsitzender der KPD zurückgetreten und aus der Partei ausgetreten ist. Etwas ähnliches haben wir erneut erlebt, als die Kritik von Kommunisten-Online am Interview des derzeitigen KPD-Vorsitzenden zu wüsten Beschimpfungen führte. die darin gipfelten, daß unser Blog von einem KPD-Mitglied als trotzkistisch diffamiert wurde.

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3 Antworten zu Der politische Nihilismus

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    … unsere Bewegung ist zwar “gefährdet“ —
    ABER eine solche WAHRHEIT

    IST nicht gefährdet!!!!

  2. Politnick schreibt:

    Selbstverständlich gilt der ML zumal die politische Rückständigkeit Deutschlands immer offensichtlicher wird. Selbst beim kleinbürgerlichen Geschwafel in anderen Blogs wird immer öfter festgestellt, dass es im Deutschen Bundestag gar keine Partei gibt, die die Interessen der Arbeiterklasse vertritt. Also auch der Begriff „Klasse“ findet Verwendung.

    Immerhin 😉

    Freundschaft!

    PS: Nickname geändert, weil bereits anderweitig vergeben.

  3. Pingback: Das Tor zum Sozialismus ist weiterhin offen! | Sascha's Welt

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