Kurt Gossweiler: Die Existenzfrage der kommunistischen Bewegung

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Dr. Kurt Gossweiler

Der kommunistische Historiker Dr. Kurt Gossweiler ist bekannt für seine scharfsinnige und klare Argumentation. Lange bevor so einige verschlafene Genossen in den letzten Tagen der DDR erkannt hatten, daß die „Wende“ 1989 nicht die von Gorbatschow verheißene Erneuerung des Sozialismus bringen würde, sondern dessen Abschaffung, konnte er nachweisen, daß mit Stalins Nachfolger Chruschtschow ein Trotzkist, ein Antikommunist an die Spitze des ersten sozialistischen Landes der Welt gelangt war. Gossweiler war es auch, der nachhaltig dafür kämpfte, daß diese verlogene stalinfeindliche Propaganda entlarvt wurde. Hier nun seine Antwort…

Kurt Gossweiler:

Warum konnte es dem Revisionismus gelingen, die Ergebnisse von Jahrzehnten sozialistischen Aufbaus zu zerstören?

Natürlich gibt es dafür viele Gründe. Ein ganz wichtiger ist nach meiner Überzeugung der: der Revisionismus trat lange Zeit stets als Anti-Revisionismus, als Verteidigung des Leninismus gegen dessen angebliche Verfälschung durch Stalin auf.

Erst als sein Zerstörungswerk so gut wie vollendet war, legte Gorbatschow die Maske des Kommunisten, des Leninisten ab und bekannte sich öffentlich als Sympathisant der Sozialdemokratie, also als Anti-Kommunist und Anti-Leninist. Der Anti-Stalinismus war aber von Anfang an seinem Wesenskern nach – Antileninismus, Antimarxismus, Antikommunismus.

Doch selbst jetzt erkennen das viele sogar im kommunistischen Lager noch nicht, weil sie noch unter dem Einfluß der antistalinistischen jahrzehntelangen Haßpropaganda der antikommunistischen Generalsekretäre der KPdSU seit dem 20. Parteitag stehen, die Stalin mit Hitler gleichsetzten – eben jenen Stalin, der – wie Ernst Thälmann das voraussagte – Hitler das Genick brach!

Wir müssen klarmachen, daß es beim Kampf gegen den Antistalinismus nur vordergründig um die Person Stalins geht, dem Wesen nach aber um die Existenzfrage der kommunistischen Bewegung:

Bleiben wir – wie Marx und Engels, Lenin und Stalin – fest auf dem Boden des Klassenkampfes, oder begeben wir uns – wie die Anti-Stalinisten Chruschtschow, Gorbatschow und ihresgleichen – auf den Boden der Aussöhnung mit dem Imperialismus?

Dies ist die Frage, von deren Beantwortung das Schicksal der kommunistischen Bewegung abhängt. Und weil diese Frage nur richtig beantwortet werden kann, wenn sie das revisionistische Gift in allen seinen Erscheinungsformen ausscheidet, muß sie auch den Anti-Stalinismus in ihren Reihen überwinden.

Quelle:
Dr.Kurt Gossweiler: der Anti-Stalinismus, das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung. Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst-Thälmann-Verlag, Heft 8, S.14f.

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