Der Fassadenkratzer – oder: Warum die Welt so ist wie sie ist…

FassadeWenn jemand die Absicht hat, die heutige Welt zu verstehen, dann macht er sich zunächst erst einmal so seine Gedanken. Was kommt dabei heraus? Nicht allzuviel. Hat man einen halben Tag auf dem Sofa oder am Schreibtisch gesessen und am Bleistift herumgekaut, ist man der Lösung des Problems noch kein bißchen näher gekommen.  Ja, die Lösung ist nicht einmal am fernen Horizont zu erkennen. Vielleicht aber sollte man, um im Bild zu bleiben, doch erst einmal die eigenen Fenster putzen. Wer sich also vornimmt, lediglich ein bißchen „an der Fasssade zu kratzen“, der darf nicht erwarten, daß davon das ganze Gebäude einstürzen wird. Doch kommen wir zum Kern der Frage: Warum ist die Welt so wie sie ist?

Die Welt von heute

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, daß man die heutige Gesellschaftsform als Kapitalismus bezeichnet. Das ist natürlich ein in bürgerlichen Kreisen recht umstrittener Begriff. Und das hat auch seine Gründe, da diejenigen, die im Kapitalismus die Macht haben, d.h. die paar wenigen also, die unermeßliche Reichtümer anhäufen konnten und immer noch können, das geringste Interesse daran haben, daß herauskommt, wie sie zu diesem Reichtum gekommen sind, und wie man das künftig verhindern kann.

Welche Theorie stimmt denn  nun?

Es gibt also verschiedene Theorien auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen. Und es gab auch schon mehrere Versuche, dieses Mißverhältnis zwischen Kapital und Arbeit zu ändern oder wenigstens abzumildern. Da wird man nicht umhin kommen, sich mit Karl Marx zu befassen. Warum? MARX hatte theoretisch recht, und was wichtiger ist: Seine Theorie hat sich auch in der Praxis als richtig erwiesen. Doch dazu später mehr.

Scheuklappen?

Einer Personengruppe allerdings dürfte es recht schwer fallen, zu begreifen, warum nun ausgerechnet Karl Marx (der ja ein Kommunist war!) die einzige praktikable Lösung gefunden haben soll: das sind die Geschichtslehrer, die Sozialkundelehrer u.dgl., die oft jahrzehntelang den gleichen bürgerlichen Unsinn über die kapitalistische Gesellschaftsordnung (und allerlei bunte Theorien darüber) verbreitet haben,  und die sozusagen „vom Kapitalismus erzogenen“ Schüler.  Ein altes Pferd, das jahrzehntelang gezwungen war, mit Scheuklappen seinen schweren Wagen eine holprige Straße entlang zu ziehen, wird keineswegs ausgelassen umhertollen, sobald man ihm die Scheuklappen abnimmt, sondern allenfalls den Blechnapf suchen, der wie gewohnt an alter Stelle steht.

Was ist Kapitalismus?

Der Kapitalismus ist eine sozialökonomische Gesellschaftsformation, die auf dem kapitalistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der Ausbeutung der Lohnarbeiter beruht. Das ist nicht zu bestreiten! Und es gibt im wesentlichen zwei Klassen: einmal die der Kapitalisten (auch Bourgoeisie genannt), mit der die parasitäre Klasse der Großgrundbesitzer (Privateigentum an Grund und Boden) verbunden ist, und die Klasse der Lohnarbeiter (das Proletariat). Außerdem gibt es noch weitere Schichten der Gesellschaft, die ebenfalls vom Kapitalismus profitieren, wie z.B. Intellektuelle, Händler, Beamte, Militärs, sowie die nicht gerade kleine Schicht der gutbezahlten Angestellten, die alles andere tun würden, als in die Hand, die sie füttert, zu beißen.

Warum haben wir Karl Marx genannt?

Karl Marx (1818-1883) war mit Friedrich Engels der Begründer der nach ihm benannten Theorie und Weltanschauung der Arbeiterklasse (es gibt sie auch heute noch!), zu deren Hauptbestandteilen neben der Philosophie und dem wissenschaftlichen Kommunismus die politische Ökonomie gehört. (Warum eigentlich „wissenschaftlicher“ Kommunismus? Ist das nicht eine Tautologie – wie etwa „weißer Schimmel“? Nein. Es gibt auch unwissenschaftliche, utopische Versuche, einen Kommunismus herzustellen, wie z.B. von Th.Morus, Proudhon oder F.Tönnies.) Mit der Ausarbeitung des Marxismus wälzte Marx auch sämtliche ökonomische Theorien um und schuf  erstmals in der Geschichte der Menschheit die Voraussetzung dafür, daß eine Gesellschaftstheorie zur Wirklichkeit, d.h. zur materiellen Gewalt, wird – nämlich dann, wenn sie die Massen ergreift.

Hat sich die Lehre von Marx als richtig erwiesen?

Ja, natürlich. Die Gesetzmäßigkeiten, die Marx und Engels entdeckt haben, wurden von Lenin weiterentwickelt. Man spricht daher auch von Marxismus-Leninismus. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution vor 100 Jahren und der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion und in den anderen sozialistischen Ländern haben die Richtigkeit des Marxismus-Leninismus vollauf bestätigt. Daß dies zutrifft, ist auch ersichtlich an der grandiosen ökonomischen Entwicklung, die diese Länder (trotz der Feindschaft und der ständigen Versuche des Imperialismus, den Sozialismus zu beseitigen!)  vollzogen haben.

Und wie ist das mit dem Stalinismus?

Tja, das ist eine beliebte Frage. Hat der Stalinismus wirklich Millionen Opfer gefordert? Stimmt es, daß in der Sowjetunion unter Stalin millionenfach Unschuldige ermordet wurden? Ja, es gab unschuldige Opfer. Die aber waren nicht Opfer eines angeblichen „Stalinismus“, sondern nur die Folge, das Ergebnis eines zügellosen Terrors, der jedoch nicht von den Kommunisten ausging, sondern von deren Feinden. Und es waren auch nicht Millionen, sondern schlimmstenfalls einige Tausend, was aber keinesfalls vergleichbar ist mit den Opfern des Faschismus und der industriellen Vernichtung Andersdenkender durch die Nazis. Gerne wird heute immer wieder in Büchern, Fernsehfilmen und durch sog. „Zeitzeugen“ das Horrorszenario einer „zweiten Diktatur“ an die Wand gemalt, damit nur keiner heute auf den Gedanken kommt, daß es einmal eine bessere Gesellschaft als den Kapitalismus gegeben haben könnte.

War der Sozialismus eine Diktatur?

Ja, natürlich. Es gab gar keine andere Möglichkeit. Nach der Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmittel, der Enteignung der Kapitalisten (bzw. in der DDR: der Nazi- und Kriegsverbrecher),  war es unumgänglich, einen Staat zu errichten, der imstande ist, diese gewaltigen ökonomischen Veränderungen zu schützen und zu verteidigen. Es war die „Diktatur des Proletariats“. Wer etwas anderes behauptet, der lügt! Es gab also niemals eine „Diktatur der Partei“, wie von den Gegnern des Sozialismus immer wieder behauptet wird. Die Volkskammer in der DDR war ein erstmals frei und demokratisch gewähltes Organ, das die Interessen der Masse der Arbeiter und der werktätigen Bauern vertrat. Die Diktatur des Proletariats richtete sich also gegen die (noch vorhandene) enteignete Minderheit der bisherigen Kapitalisten, des Adels und der ehemaligen faschistischen Beamten. (Man muß allerdings sagen, daß der größte Teil von denen nach 1949 in Richtung Westen geflüchtet war.)

Waren die Menschen im Sozialismus frei?

Wir wollen hier nicht alle Errungenschaften aufzählen, durch die sich der Sozialismus vom Kapitalismus unterscheidet, doch nur soviel: in der DDR gab es das Recht auf Arbeit, kostenlose medizinische Versorgung, Bildung und Ausbildung, äußerst niedrige Lebenshaltungskosten, billigen Wohnraum, keine (!) Arbeitslosigkeit, keine Obdachlosen und eine verschwindend geringe Kriminalitätsrate. Das konnten wir uns auch leisten – alle Gewinne kamen also den Werktätigen zugute. Ja, und die Freiheit? Es gab sie. Und diese Freiheit war äußerst großzügig. wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen, unter welchen störenden Einflüssen wir an der Nahtstelle zu einem uns feindlich gegenüberstehenden Gesellschaftssystem nach 1945 unser Land aufbauen mußten. Natürlich hatten diejenigen in der DDR, die dem sozialistischen Aufbau feindlich gegenüberstanden, diese Freiheiten nicht.

Und könnte man den Kapitalismus denn nicht reformieren?

Diese Illusion wird seit Jahrzehnten von denen verbreitet, die alles daransetzen, ihre Macht- und Eigentumsverhältniosse aufrechtzuerhalten, von den Kapitalisten und ihren Lakaien. Sie wenden nicht wenig Energie und Ideenreichtum auf, um die Menschen in den Glauben zu versetzen, man bräuchte nur von oben nach unten „umzuverteilen“ (zu „transformieren“) und schon wäre das Problem gelöst. Das ist eine typische Form des Opportunismus, der nichts anderes will, als die bestehenden Eigentumsverhältnisse zu erhalten, was logischerweise dazu führt, daß auch der Kapitalismus erhalten bleibt. Berüchtigt dafür sind ja schon seit Gründung der SPD alle diese sozialdemokratischen, trotzkistischen, anarchistischen usw. Modelle.

Ist der Sozialismus eigentlich gescheitert?

Davon kann gar keine Rede sein. Wie hier auf diesen Seiten schon mehrfach erläutert wurde, war die Zerstörung des Sozialismus im Weltmaßstab nicht auf dessen „schlechte ökonomische Leistungsfähigkeit“ oder „Mißwirtschaft“ zurückzuführen, sondern auf gezielte Sabotage. Es war also eine Konterrevolution, die nur deshalb gelingen konnte, weil es nach der Ermordung Stalins gelungen war, die bisher stärkste und älteste kommunistische Partei, die KPdSU von innen heraus zu zerstören. (Wir verweisen hier  u.a. auf den Beitrag: Wie die KPdSU den Sozialismus zerstörte.)

Ist es nützlich, an der Fassade des Kapitalismus zu kratzen?

Zweifellos. Aber es ist wenig sinnvoll, wenn man dabei die historischen Tatsachen außer acht läßt und den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus ignoriert. Wer also nicht bereit ist, seine vom Kapitalismus erzeugten „Scheuklappen“ abzuwerfen, der sollte sich lieber mit etwas anderem beschäftigen… (siehe: Fassadenkratzer). Übrigens ist an der Haltung gegenüber Stalin zu erkennen, wer es ernst meint mit der Abschaffung des Kapitalismus. Wer Stalin ablehnt, der ist ein Antikommunist! Ein Reaktionär.

Der Anti-Bolschewismus ist die Grundtorheit unserer Epoche.
(Thomas Mann)

pdfimages  Der Fassadenkratzer

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19 Antworten zu Der Fassadenkratzer – oder: Warum die Welt so ist wie sie ist…

  1. ropri schreibt:

    Sascha, Du schreibst: „…Kern der Frage: Warum ist die Welt so wie sie ist?“ – Diese Frage müßte lauten: Warum sind die Menschen so wie sie sind? Denn die Welt wird von den Menschen gestaltet. Die Menschen werden vom gesellschaftlichen Umfeld beeinflußt und geprägt. In diesem kapitalistischen System streben die Menschen nach Besitz, nach Reichtum. Beides stellt keine Lebensinhalte dar. In der DDR dagegen waren die Menschen um ein Miteinander und um Lebensinhalte bemüht. Wichtig war der Mensch selbst, nicht sein Besitz. Wie schnell haben sich jedoch die Menschen wieder geändert, als die DDR zerstört wurde. Es gibt kein Miteinander mehr, die Herzen wurden von den meisten Menschen verschlossen; Angst etwas preis zu geben, was einem letztendlich schaden könnte.

    • sascha313 schreibt:

      Ja. So ist das. Leider. Da wir in der DDR ein anderes, ein freies und hoffnungsvolles Leben kennengelernt haben, ist es unsere moralische Pflicht, davon zu berichten. Ich glaube, daß viele junge Menschen regelrecht dazu angehalten werden, den Gedanken zu verdrängen, daß es auch noch andere Werte im Leben gibt als das neueste Smartphone, einen coolen Flitzer oder ein paar schicke Klamotten…

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    ropri, selbstverständlich wird die Welt von den Menschen gemacht, es ist ja eine Welt der Menschen. Aber sie sind an Gesetze gesellschaftlicher Entwicklung gebunden. Du schreibst richtig, dass die Menschen von ihrem gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst und geprägt werden.
    Und wenn du beklagst, dass sich die Menschen sehr schnell wieder geändert haben, und zwar zum Negativen, als die DDR zerstört wurde, wird das ja nur bestätigt. All diese Veränderungen wird jeder einzelne von uns bemerkt haben. Die Menschen in ihrer Mehrzahl passen sich ihrem Umfeld an und werden wiederum von ihm geprägt. Wir lernten sehr schnell, dass man nicht in allen Kreisen das sagen oder tun kann, was wir wollen, zum Beispiel auf der Arbeitsstelle, im Freundes- und sogar im Verwandtschaftskreis. Und wir kennen doch die Rede davon, dass der Mensch nicht veränderbar sei, und als Beispiel wird die schnelle Anpassungsbereitschaft der DDR-Bürger angeführt. Der Mensch solle unabhängig von seiner Umwelt „funktionieren“, so seien Menschen nun mal. Erst wenn das Umfeld verändert wird, verändert sich auch trotz allen bürgerlichen „wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychologie“ der Mensch und damit eben auch die Welt des Menschen.

  3. Andi67 schreibt:

    Was ist aber mit den Kommunisten um die KPD Initiative von 1990 (Westberlin) und die anderen, die Stalin kritisieren? Den Kommunisten, die die KPD (Ost) wegen ihren positiven Meinung über Stalin kritisieren? Genau diese Meinungsverschiedenheiten (u.a. Kritik an der DDR contra keine Kritik an der DDR) lassen nicht zu, dass Kommunisten und Sozialisten zusammenfinden und ein geschlossenes Bild nach außen vermitteln und gemeinsames Handeln, nämlich nach einer Kommunistischer Partei, unmöglich machen. Wozu braucht es mehrere Kommunistische Parteien?

    • sascha313 schreibt:

      Richtig. Der Antistalinismus ist ein Verbrechen!
      Siehe: Kurt Gossweiler „Der Antistalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller Kommunisten“
      Beim „Antistalinismus“ geht es ja nicht um Kritik, da geht es um die Lügen Chruschtschows. Stalin selber hat mehrmals darauf hingewiesen, wie wichtig Kritik und selbstkritik sind. Die MLPD erklärt z.B. auch, daß in der DDR ein „Staatskapitalismus“ geherrscht habe. Das ist eine falsche, revisionistische Einstellung. Genauer gesagt: Geschichtsfälschung! Und Lenin hat diese Scheißkerle (die Liquidatoren) 1912 aus der Partei hinausgeworfen. Ohne das wird es nicht gehen – weder in der DKP, noch in der KPD, noch sonstwo!

    • Politnick schreibt:

      Alexander Abusch in „Der Irrweg einer Nation“, 1950, nannte Stalin, der sich nicht nur mit dem Potsdamer Beschluss, bis zu seinem Tod 1953 für ein geeintes und souveränes Deutschland eingesetzt hat, als den Anwalt der Deutschen Nation. Besser könnt‘ ich das auch nicht ausdrücken.
      Freundschaft 😉

  4. Harry 56 schreibt:

    Werter Genosse Politnik, der Genosse Stalin war keinesfalls und nimmer ein „Anwalt“ irgendeiner bürgerlichen „Deutschen Nation“! Er war immer und bis zuletzt ein echter Bolschewik, d.h. Anwalt der großen Masse der besitzlosen Werktätigen aller Länder, der Proletarier, also auch der jener großen und überwiegenden Masse der Bevölkerung in Deutschland, welche nicht zur bürgerlich-kapitalistischen ausbeutenden „Elite“ samt deren staatlichen Hofschranzen, gehörte.
    Das mal so ganz nebenbei!

    Bolschewistische „stalinistische“ Grüße!

    • Politnick schreibt:

      Lieber Harry,
      was an den Beschlüssen von Jalta und Potsdam, die gleichlautend mit den Zielen des NKFD (Nationalkomitee Freies Deutschland) sind, hast Du nicht verstanden? Hast Du Abusch „Der Irrweg einer Nation“ gelesen?
      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Also – ehrlich gesagt, Politnick – das genannte Buch ist sicher sehr wertvoll, aber was Harry hier meint, ist etwas komplett anderes: Stalin war keinesfalls, wie Du schreibst, ein „Anwalt der deutschen Nation“.

        Die „deutsche Nation“ nämlich war es, die – bis auf wenige Ausnahmen – dem Befehl der Nazis gehorchend, in den verbrecherischen Krieg gegen die Völker der Sowjetunion gezogen war und dort zwanzig Millionen Tote hinterlassen hat! Wieso hätte sich Stalin für diese „Nation“ einsetzen sollen?

        Nein. Stalin war niemals ein „Anwalt“ irgendeiner bürgerlichen Nation. Er war Kommunist, und als solcher stand er natürlich auf der Seite der ausgebeuteten und mißbrauchten Volksmassen. Allerdings setzte er sich dabei stets für die Selbstbestimmung der Deutschen ein. Ob die Deutschen dafür auch reif genug waren, ist eine ganz andere Frage…

        Oft genug hatten Lenin und auch Stalin der KPD und später Thälmann mit Rat und Tat unterstützt. So sandte die Sowjetunion, trotz eigener Not, den hungernden Arbeitern Berlins während der Novemberrevolution Hunderttausende Pud Getreide. Wem hätte sie es denn sonst schicken sollen?

      • Politnick schreibt:

        PS: Ich gebe hier nur die Worte Abusch’s wieder, die natürlich sinngemäß zu verstehen sind. Selbstverständlich hat sich Stalin dafür eingesetzt, dass die Beschlüsse von Jalta und Potsdam (gleichlautend mit den Zielen des NKFD) verwirklicht werden.

        Ein Geeintes und Souveränes Deutschland

        lautete der Beschluss und selbstverständlich ist das im Sinne einer Gesamtdeutschen Nation. Stalin tat dies mit einer Beharrrlichkeit die man durchaus mit der eines Anwalts vergleichen kann.

        Freundschaft!

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Politnick, mir ist nicht ganz verständlich, worum du hier eigentlich diskutierst. Dass damals, 1952, als Stalin seine berühmte Note an Adenauer schickte, nichts aus dem geeinten und souveränen Deutschland geworden ist, lag doch an der Absage der US-Amerikaner durch Adenauer. Daraus aber zu schließen, Stalin hätte ein bürgerliches Deutschland akzeptiert (wie wir es heute kennen), ist doch wohl zu weit gegriffen. 1952, sieben Jahre nach Ende des Krieges, waren die Verhältnisse doch noch ganz andere, und in der Sowjetischen Besatzungszone wurde bereits ein antifaschistisch-demokratisches Deutschland geschaffen, während in den Westzonen alle Signale in Richtung westdeutschem Separatismus gestellt worden waren von den Westalliierten. Ich weiß ja nicht, wie alt du bist, ich habe diese Zeit schon bewusst als Kind mitgekriegt, obwohl ich nicht alle Zusammenhänge verstand, begriff aber, dass der Hass im Westen gegen die antifaschistischen Veränderungen im Osten Deutschlands unendlich groß war. Jedes Kind, sowohl im Westen als auch im Osten, begriff das.

    • Doed schreibt:

      Ich finde es gar nicht so abwegig, dass Stalin ein bürgerliches Deutschland akzeptiert hatte. War nicht Trotzki, der die Revolution gewaltsam exportieren wollte? Meines Erachtens war Stalin gemäßigter und hatte eine neutrale Pufferzone rund um die Sowjetunion im Sinn. Er hätte doch ebenso Griechenland und Jugoslawien (vllt. Österreich auch?) mit Gewalt in die östliche Hemisphäre holen können.

      • sascha313 schreibt:

        Solche Vergleiche sind ganz und gar abwegig. Erstens war die Sowjetunion ein sozialistisches Land. Und zweitens war Stalin nicht irgendein x-beliebiger Politiker, sondern mit Abstand die bedeutendste Persönlichkeit seiner Zeit.

        Man sollte sich einmal vorstellen, wie es einem ehrlichen Menschen zumute ist, wenn er mit einem Klüngel gerissener und hinterhältiger Betrüger über das Erbe eines Verstorbenen zu verhandeln hat. Der „Verstorbene“ war das geschlagene und besiegte Nazireich, und das „Erbe“ war die Zukunft dieses besetzten Landes. Hier ging es allerdings um mehr. Diese Ganovenbande war weder verwandt noch verschwägert mit dem Verstorbenen, noch hat sie sich bei Lebzeiten um dessen Wohlergehen gesorgt. Kommt hinzu, daß dieser „ehrliche Mensch“ (nennen wir ihn mal so) sich stets bemüht hat, in Frieden mit seinen Nachbarn auszukommen. (Bsp.: Lenins „Dekret über den Frieden“ war die erste öffentliche Erklärung der Bolschewiki, also der Sowjetunion!)

        Wir wissen ja auch: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ – Was sagt uns dieser Spruch? Der Imperialismus ist natürlich nicht „böse“ (im biblischen Sinne), aber er ist aggressiv, räuberisch und menschenverachtend, und zwar von Natur aus! Daß das so ist, bedarf heute sicher keines weiteren Beweises. Nur soviel: Es handelt sich um eine Gesetzmäßigkeit. Kein Kapitalist ist von sich aus „böse“ – doch die gesellschaftlichen Verhältnisse zwingen ihn geradezu, äußerst rücksichtslos, aggressiv und gewalttätig zu sein. Capito, was ich meine?

        Stalin war also nicht „gemäßigter“ oder sonstwas, sondern er war Kommunist, und Trotzki war nichts anderes als ein Bandit! Stalin wußte also sehr wohl, mit wem er da zu tun hat!

      • Politnick schreibt:

        Nein lieber Doed,
        die geschichtliche Entwicklung lässt eine solche Schlussfolgerung nicht zu.
        Freundschaft!

  6. Politnick schreibt:

    >> Daraus aber zu schließen, Stalin hätte ein bürgerliches Deutschland akzeptiert (wie wir es heute kennen), ist doch wohl zu weit gegriffen. <<
    Das ist ja auch ganz und gar nicht meine Schlussfolgerung.
    Das Bestreben nach Selbstbestimmung (Souveränität) und Einigkeit ist ein Nationales Interesse eines Jeden Volkes und eben dafür hat sich Stalin eingesetzt — Nicht nur in Jalta und in Potsdam für ein geeintes und souveränes Deutschland sondern generell auch für die Nationale Freiheit aller Völker dieser Welt!
    Die ganze Reaktion, insbesondere der Bruch mit dem Potsdamer Abkommen, die völkerechtwidrige Teilung der Deutschen Nation und die Bildung der Europäischen Union richteten sich gegen Vökerrecht und Nationale Unabhängigkeit. Gerade zum Verständnis der heutigen Politik ist es wichtig, diese Zusammenhänge zu kennen. Daraus zu schließen, Stalin hätte ein bürgerliches Deutschland akzeptiert ist völliger Blödsinn.
    Freundschaft!

    • sascha313 schreibt:

      Natürlich hast Du recht, Politnick, nur Dein gutgemeinter Gedanke (mit dem „Anwalt“) ist eben nicht ganz zutreffend. Das wollte ich auch mit meinem obigen Kommentar noch einmal unterstreichen.
      Einverstanden, ja?

      • Politnick schreibt:

        Ja, ich denke schon dass wir beide dieselben Schlüsse aus der Geschichte ziehen.

        Freundschaft 😉

        PS: Die Taubenfußchronik hab ich schon am Wickel! Und ja, Ulbricht hatte Recht „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!“ Aber dazu später mehr.

      • Politnick schreibt:

        Guten Morgen,

        der Begriff „Anwalt“ ist sehr trefflich, weil er die Verdienste Stalins würdigt und mit einem Wort zum Ausdruck bringt. Keinesfalls wird damit die Verantwortung des Deutschen Volkes für die Verbrechen der Nazis in Frage gestellt.

        Und für den Abusch brech‘ ich eine Lanze, der war schließlich mein Chef!

        Freundschaft 😉

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