Armenien im Wandel der Zeit

Jerewan ZentrumJerewan, eine der ältesten Städte der Welt, stand nie abseits vom Schicksal seines Volkes. Das Gouvernement Jerewan geriet indes immer stärker in den Einflußbereich des sich im Russischen Reich entwickelnden Kapitalismus, was zum ökonomischen Aufschwung führte. Erste Fabriken entstanden, man verarbeitete nun Baumwolle, produzierte Schuhe, Seide, Wein und Kognak, Handwerk und Gewerbe lebten auf. Die Anfänge der Kupfergewinnung in Alawerdi und Kafan fielen in diese Zeit. 1902 wurde der Bau der Eisenbahnlinie Tiflis-Alexandropol (später Leninakan)-Jerewan abgeschlossen, was die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Zentralrußland förderte.

Einfluß der russischen Kultur

Der Einfluß der progressiven russischen Kultur in Armenien spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Mit Beginn der ersten Hälfte des 19. Jh. werden zahlreiche Werke der großen russischen Schriftsteller ins Armenische übersetzt: Alexander Puschkin, Michail Lermontow, Nikolai Gogol, Iwan Turgenjew, Fjodor Dostojewski und andere. Die russische Gesellschaft wiederum bekundet starkes Interesse an der reichen Geschichte Armeniens, an seinen geistigen Werten.

Revolutionär-demokratische Strömungen

Seit den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts schlossen sich gesellschaftlich und politisch wirkende Armenier der revolutionären demokratischen Bewegung in Rußland an. Führer und Ideologe der armenischen revolutionären Demokraten war der bedeutende Patriot, Schriftsteller und Publizist Mikael Nalbandjan (1829-1866), Anhänger der großen russischen Denker Nikolai Tschernyschewski und Alexander Herzen. Er prägte den prophetischen Satz: „Die in Rußland eintretende Freiheit kann man gut und gern Freiheit für die Menschheit nennen.“

Marxistische Zirkel

Ende des 19. Jh. begannen sich in Armenien marxistische Ideen zu verbreiten. 1887 erschien in armenischer Übersetzung das programmatische Dokument des wissenschaftlichen Kommunismus, das „Manifest der Kommunistischen Partei“ von Karl Marx und Friedrich Engels. Ab 1898 entstehen die ersten marxistischen Zirkel. Als Gouvernementszentrum wird Jerewan natürlich auch Mittelpunkt der sozialdemokratischen Bewegung Armeniens. Im Jahre 1902 wird hier der Bund armenischer Sozialdemokraten gegründet, der das Leninsche Programm des Kampfes gegen die Selbstherrschaft annimmt. 1903-1905 entsteht in der Stadt die sozialdemokratische (bolschewistische) Organisation.

Der Generalstreik 1905

Die Wellen der ersten russischen bürgerlich-demokratischen Revolution 1905-1907 schlugen bis nach Transkaukasien. Im Frühjahr streikten in Jerewan Arbeiter und Angestellte einiger Betriebe, und im Herbst schlossen sich die Jerewaner Arbeiter dem Allrussischen politischen Generalstreik von 1905 an. Auf dem IV. Parteitag der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands 1906 in Stockholm wurde Stepan Schaumjan, hervorragender Revolutionär, Schüler und Mitstreiter Lenins, zum Delegierten der Jerewaner Organisation der Bolschewiki gewählt.

Der türkische Völkermord an den Armeniern

Während des ersten Weltkriegs 1914-1918 traten die armenischen Bolschewiki im Sinne der Leninschen Ideen gegen die imperialistischen Kräfte auf, die das Massaker angezettelt hatten. In diesen Jahren brach eine schreckliche Tragödie über Armenien herein. Die türkische Regierung, die sich die Kriegshandlungen der deutschen Truppen zunutze machte und den Armeniern gegenüber eine Politik des Völkermordens verfolgte, gab am 24. April 1915 die Sonderverfügung über die Liquidierung aller Armenier Westarmeniens, das zur Türkei gehörte, heraus. In diesem Gemetzel wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen ausgerottet; über 600.000 in die Wüste Mesopotamiens verschleppt, wo die Mehrzahl starb; 300.000 Armenier fanden in Rußland Zuflucht, ein anderer Teil der Flüchtlinge ließ sich in Ländern des Nahen Ostens, in Europa oder Amerika nieder.

Weltweite Proteste

Vertreter der Öffentlichkeit, der Wissenschaft, Literatur und Kultur mit Rang und Namen verurteilten das barbarische Massaker. In Zeitungen, in Parlamenten, auf öffentlichen Versammlungen nahmen Karl Liebknecht, Vasil Kolarov, Fridtjof Nansen, Romain Rolland, Anatole France, Maxim Gorki und viele andere das Wort des Zorns, geboten dem grausamen Vorgehen Einhalt. Die Bevölkerung Ostarmeniens, das zu Rußland gehörte, blieb von diesem Teufelsakt der reaktionären türkischen Kreise verschont. Wie aber die folgenden Ereignisse zeigen sollten, mußte das armenische Volk schwere Prüfungen durchstehen, bevor es seine echte Freiheit und Unabhängigkeit erhielt.

Kleinbürgerlich-nationalistische Daschnaken

Die Oktoberrevolution 1917 setzte einen Schlußstrich unter die klassenmäßige und nationale Unterdrückung der Völker Rußlands. In Transkaukasien – in Georgien, Aserbaidshan und Armenien – aber konnte die Sowjetmacht aufgrund verwickelter Umstände nicht gleich hergestellt werden. Kleinbürgerliche nationalistische, von ausländischen Interventen unterstützte Parteien nahmen hier die Zügel in die Hand. In Armenien zum Beispiel kam 1918 die bürgerlich-nationalistische Partei „Daschnakzutjun“ an die Macht, die eine unabhängige Republik ausrief. Anarchie und Gewalt griffen um sich.

Widerstand unter Führung der armenischen Bolschewiki

Die ohnehin schon schwache Wirtschaft zerfiel gänzlich, Städte waren heruntergewirtschaftet, die Dörfer verödeten. Die allgemeine Hungersnot und Krankheiten rafften die Menschen dahin. In den Jahren 1918 und 1919 starb über ein Drittel der Bevölkerung Hungers. „In einigen Jahren wird man über die Armenier als von einem ausgestorbenen Volk schreiben“, hieß es in einer westlichen Zeitung.
Armenische Arbeiter und Bauern führten, geleitet von den Bolschewiki, einen hartnäckigen Kampf gegen die verhaßte Daschnaken-Regierung. Im Mai 1920 kam es zu einem bewaffneten Aufstand, nach dem in einigen armenischen Städten die So­wjetmacht errichtet wurde. Den Daschnaken gelang es, den Aufstand zu ersticken. Die Führer wurden hingerichtet. Im September 1920 begann die Türkei erneut mit Kriegshandlungen gegen Armenien, besetzte innerhalb weniger Tage fast zwei Drittel seines Territoriums.

Gründung der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik

SowjetarmenienAm 29. November 1920 erhoben sich die Werktätigen Armeniens unter Führung der Bolschewiki zu einem Aufstand gegen die Daschnaken-Regierung, aus dem sie mit Unterstützung der Roten Armee siegreich hervorgingen. Es wurde die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik gegründet. W.I. Lenin, der die Ereignisse in Transkaukasien aufmerksam verfolgte, sandte am 2. Dezember 1920 an den Vorsitzenden des Revolutionskomitees Armeniens, Sarkis Kasjan, ein Telegramm, in dem er das vom Joch des Imperialismus befreite werktätige Sowjetarmenien beglückwünschte. Das armenische Volk, das nun selbst Herr seines Schicksals geworden war, ging den Weg der sozialistischen Umgestaltung.

Brüderliche Hilfe aus Sowjetrußland

Die junge Republik übernahm als Hinterlassenschaft eine Wirtschaft, die praktisch auf dem Nullpunkt stand. Wieder sprang das brüderliche Sowjetrußland ein, das selbst vom imperialistischen und Bürgerkrieg zerrüttet war. Es lieferte Brot, Medikamente, Brennstoff und Industrieausrüstungen nach Armenien. Züge kamen aus Moskau, Petrograd (Leningrad), Iwanowo-Wosnessensk, Baku … In seinem Brief vom 14.April 1921 „An die Genossen Kommunisten Aserbaidshans, Georgiens, Armeniens, Dagestans und der Bergrepublik“ umriß Lenin ein Programm des wirtschaftspolitischen und kulturellen Aufbaus dieser Republiken. Gestützt auf die brüderliche Hilfe der sowjetischen Völker konnte Armenien an die Errichtung eines neuen Lebens gehen.

Freundschaftsbund Armenien, Aserbajdschan un Georgien

Auf dem ersten Kongreß der Sowjets Armeniens in Jerewan 1922 konnte der Regierungschef der Republik Alexander Mjasnikjan (1886-1925) mit gutem Grund erklären: „Das Ararat-Tal, bekannt als Tal der Tränen, werden wir Kommunisten in ein Tal der Rosen, ein Tal des Glücks verwandeln. Erreichen werden wir das im geeinten Bruderbund mit den anderen sowjetischen Völkern.“ Am 12. März 1922 schlossen Armenien, Aserbaidshan und Georgien ein Abkommen über die Bildung eines föderativen Bundes. Vom 12. März 1922 bis 5. Dezember 1936 gehörte Armenien zur Transkaukasischen Föderation (TSFSR). Am 30. Dezember 1922 schloß sich die Armenische SSR als Mitglied der Transkaukasischen Föderation der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken an. 1936 wurde die Transkaukasische Föderation, die ihre Aufgaben erfüllt hatte, aufgelöst. Armenien, Aserbaidshan und Georgien gehörten der UdSSR nun als souveräne Sozialistische Sowjetrepubliken an.

Riesige Fortschritte im Sozialismus

In einer historisch gesehen kurzen Zeitspanne machte Armenien, einst ein rückständiges Randgebiet des zaristischen Rußlands, das nicht einmal Nähnadeln selbst herstellte, einen riesigen Sprung nach vorn. In den 20er Jahren wurde der Grundstein für die Textil- und Konfektionsindustrie der Republik gelegt; es entstanden die ersten Kraftwerke, man baute Bewässerungskanäle, in den 30er Jahren entwickelte sich in seinen Anfängen der Maschinenbau. Worte wie Arbeitslosigkeit und Analphabetentum verschwanden aus dem Vokabular. Als bedeutende Leistung wurde die Herstellung des ersten Synthesekautschuks der Sowjetunion in Jerewan bewertet.

Der faschistische deutsche Überfall auf die Sowjetunion

Im Juni 1941 überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion. Wie die anderen Völker kämpften mehr als eine halbe Million Armenier an den Fronten des Großen Vaterländischen Krieges. Für Heldentaten in diesem Krieg erhielten 106 Armenier den Titel Held der Sowjetunion. Der furchtlose Flieger Nelson Stepan­jan, gefallen im Kampf über der Ostsee, wurde zweimal mit diesem Titel geehrt. 23 Armenier erhielten den Ruhmesorden aller drei Klassen, die höchste Ehrung für einen Soldaten. Aus Mitteln der armenischen Werktätigen wurden eine Panzerkolonne und Flugzeugstaffeln aufgestellt.

Armenien im Kampf gegen den Faschismus

Armenien schickte einige nationale Divisionen an die Front. Aus Armenien sind etliche fähige Heerführer hervorgegangen, die wesentlich zur Vernichtung des Faschismus beigetragen haben, wie Iwan Bagramjan, Marschall der Sowjetunion, Iwan Issakow, Admiral der Seestreitkräfte der UdSSR, Amasasp Babadshanjan, Marschall der Panzertruppen, Sergej Chudjakow (Chanferjanz), Marschall der Luftstreitkräfte. Armenische Soldaten waren aktiv in der antifaschistischen Widerstandsbewegung in den Ländern West- und Osteuropas. Berühmt geworden ist Missak Manuschjan, Held der französischen Resistance, Dichter und Kommunist; im Kampf gegen den Faschismus ließ die Partisanin Ermine Raskratljan in Bulgarien ihr Leben; italienischer Nationalheld wurde der gebürtige Armenier Maschtoz Daschtojan.

1945-1990: Erneuter sozialistischer Aufbau

Jerewan 1975Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich die Republik und ihre Hauptstadt in rasantem Tempo. In wenigen Jahrzehnten wurde die Hauptstadt zu einem bedeutenden Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum Transkaukasiens. Jerewan galt aber nicht nur als Stadt der Arbeiter und Ingenieure, Studenten und Wissenschaftler. Es war auch die Stadt der Dichter, Künstler, Komponisten und Schauspieler. Mehrere große Verlage, die jährlich mehr als 1.100 Titel Belle­tristik, politische und wissenschaftliche Literatur sowie Broschü­ren mit einer Gesamtauflage von ungefähr 11 Millionen Exempla­ren herausbringen, hatten hier ihren Sitz. Der Schwerpunkt lag auf Übersetzungen ins Armenische. In der Stadt gab es über 120 Bibliotheken, die größte war die Staatsbibliothek der Armenischen SSR „Alexander Mjasnikjan“, sie hat einen Bestand von 6.550.000 Bänden.

Quelle:
Rem Ananikjan: Jerewan, Verlag Planeta, Moskau, 1989, S.14-22 (gekürzt, Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


Doch was ist heute aus Armenien geworden?
Unabhängig? Nein. Kapitalistisch? Ja… zurück in die Vergangenheit!

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5 Antworten zu Armenien im Wandel der Zeit

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Ich halte die Formulierung “Der türkische Völkermord an den Armeniern“ für falsch.

    Das klingt völkisch und bedient die “Logik“ des Rassismus, wie die Formulierung der deutsche Völkermord an den Jenischen, Juden, Roma, Russen, Sinti u. a. Völkermorde zwischen 1933 und 1945, die durch das Militärbündnis mit dem NAMEN ‚Deutsches Reich‘ begangen wurden, welches ja bereits 1904 and den Herero (Mbandu = Menschen) in Namibia 80.000 Menschen ermordete und von 1905 bis 1908 weitere 300.000 Menschen aus 20 Völkern in “Deutsch-Ost-Afrika“ ermordete.

    Der Kongo-Freistaat war die Privatkolonie des Königs der Belgier, Leopold II. von Sachsen-Coburg und Gotha. Hauptaktionär der Konzessionsgesellschaften war der Kongo-Freistaat, also Leopold II., der von 1888 bis 1908 einen der größten Völkermorde der Menschheitsgeschichte an hunderten von Völkern in Zaire veranstaltete, wenn sich die dort lebenden Menschen gegen Sklaverei und Ausbeutung wehrten oder durch “Arbeitsverweigerung“ auflehnten:
    ZEHN MILLIONEN Menschen wurden ERMORDET! Weiteren ZEHN MILLIONEN Menschen wurden — bei nicht Erbringung der geforderten Leistungen — Hände, Ober- oder Unterarme abgehackt, bzw. abgesägt … oder das Gesicht verstümmelt, indem Ohren, Nasen und Lippen abgeschnitten wurden —
    an den durch diese abscheulichen Taten hervorgerufenen Infektionen, sind 99% elendig verrecckt, womit wir bei mindestens ZWANZIG MILLIONEN Menschen sind, die in jenen 30 Jahren des Schreckens ERMORDET wurden —
    Kinder, die durch den Mord an ihren Eltern VERHUNGERTEN sind hier gar nicht eingerechnet:
    Ich kann daher diesen Völkermord auf mindestens 50 Millionen Menschen schätzen!

    Die Menschen heller Hautfarbe haben zigtausdende von Völkermorden begangen – eine Milliarde Menschen wurden dabei mindestens Ermordet!

    Nun wäre es aber ein (klassisch-rassistischer) Fehlschluß, zu behaupten, die “Rasse der Weißen“ wäre hier irgendwie genetisch dispositioniert, denn Menschen unter der Abrichtung und Dressur eines IRREN WAHNS – wie “unserer“ Schuldkultur, die von der Kirche erfunden wurde und mit Gewalt verbreitet und den Menschen aufgezwungen wurde – würden ebenso wie “Amis, Araber, Belgier, Briten, Deutsche, Franzosen, Italiener, Juden, Kroaten, Rumänen, Serben, Türken u.v.a.m. – GEHANDELT haben!

    „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen“ (Jean Jaurès), so trägt die Schuldkultur der Kirche den VÖLKERMORD in sich!
    Papst Gregor I. (“der Große“): „Wenn ihr feststellt, dass sie nicht gewillt sind, ihr Verhalten zu ändern, so befehlen wir, dass ihr sie mit größtem Eifer verfolgt. Sind sie unfrei, so züchtigt sie mit Prügeln und Folter, um sie zur Besserung zu zwingen. Sind sie aber freie Menschen, so sollen sie durch strengste Kerkerhaft zur Einsicht gebracht werden, wie es angemessen ist, damit jene, die sich weigern, die Worte der Erlösung anzunehmen, welche sie aus den Gefahren des Todes erretten können, durch körperliche Qual dem erwünschten gesunden Glauben zugeführt werden.“
    Gregor: Epist. 9, 204. In: Epistolae (in Quart) 2: Gregorii I papae Registrum epistolarum. Libri VIII-XIV. Herausgegeben von Paul Ewald (†) und Ludo M. Hartmann. Berlin 1892, S. 191–193 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)]

    • sascha313 schreibt:

      Einverstanden. „Der türkische Völkermord…“ ist eine verkürzte Überschrift. Man müßte also besser sagen: „Der Völkermord, den türkische Soldaten auf Befehl ihrer reaktionären, rassistischen Regierung am armenischen Volk begingen…“ usw. – doch sagen wir nicht auch: „der faschistische deutsche Überfall auf die Sowjetunion“? Wie ist das mit der Mitschuld des deutschen Volkes? Wie ist das mit der Mitschuld der Soldaten (die ja auch „nur auf Befehl“ handelten)? Gibt es eigentlich einen „Befehlsnotstand“ (warauf sich die Verteidiger der angeklagten Nazimörder oft beriefen)? Und weiter: Soll man, ja – kann man überhaupt den ISIS- und al Nusra-Massenmördern „verzeihen“?

      Es werden oft furchtbare Gräueltaten verübt; und ein Massenmörder wie der sog. „Kongo-Müller“ liebte auch noch Mozart. Die Banditen in Syrien stehen meist unter Drogen. Ist dem einzelnen verzeihlich, was das menschenverachtende kapitalistische System aus ihm macht?

      Nein. Es kann freilich nicht jeder ein Held sein. Und nicht jeder hat den Mut eines Julius Fucik oder eines Professor Mamlock. Das ist die ewiggleiche Geschichte… Aber mitmachen – und das auch noch bei vollem Bewußtsein – ist immer ein Verbrechen!

      • Politnick schreibt:

        Sag ich doch: Dummheit (alles glauben) und Faulheit (nicht darüber nachdenken) sind zwei grundverschiedene Dinge 😉

        SCNR 😉
        –Rolf

    • Politnick schreibt:

      Die Kirche ist nur ein Instrument der herrschenden Klasse. Martin Luther richtete seinen Kampf auch nicht gegen die Kirche sondern gegen den Missbrauch der Kirche durch die herrschende Klasse — also gegen die herrschende Klasse selbst!

      Genau diese Erkenntnis jedoch wird im Lutherjahr 2017 eben nicht vermittelt. Ja, z.T. wird dem Luther sogar eine rassistische Denkweise untergeschoben, was mit Sicherheit eine Propagandalüge ist, weil der Verlauf der Geschichte einen solchen Schluss gar nicht zulässt.

      Freundschaft 😉

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