„Ich kürz‘ dir die komplette Kohle, du Schmarotzer!“

Du hungerst

Es hat gerade mal 12 Jahre gebraucht, daß die Menschen in den Jobcentern die Moral komplett verdrängt haben. Familien, Jugendliche und sogar Schwangere sowie Kinder werden zu Hunger, Obdachlosigkeit und Armut verurteilt!

Strafmaßnahmen des Staates

Laut Bundesagentur für Arbeit kürzten die 408 Jobcenter im vergangenen Jahr rund 940.000mal die als Existenzminimum deklarierten Hartz IV Leistungen. Das waren etwa 40.000 Sanktionen weniger als 2015. Ein Viertel der Strafen betraf 15- bis 24jährigen. In knapp jedem zwölften Fall hatten Betroffene ein „Angebot“ für eine Maßnahme oder einen Job ablehnt. Ein Jahr zuvor gab es etwa 5.000 solcher Einzelfälle mehr. Wegen „Abbruch einer Maßnahme“ oder „unwirtschaftlichen Verhaltens“ kürzten die Jobcenter circa genau so oft wie 2015. Die Betroffenen bekommen drei Monate lang 30 % weniger Bezüge. Drei Viertel der Sanktionen erfolgten wegen versäumter Termine. Dafür setzte es einen Abzug von 10 % der monatlichen Gelder.

Vollsanktionen nehmen zu

Im Gegensatz zu einem generell leichten Rückgang der Sanktionen nahmen die Vollsanktionen sogar zu. Die bedeuten einen totalen Entzug jeglicher Mittel. Haben die Betroffenen keine Freunde, Verwandten oder wohltätige Organisationen, die sie unterstützen, müssen sie hungern und frieren. Jeden Monat waren von diesem blanken Angriff auf die Existenz von Menschen 7.300 ausgesetzt, zur Hälfte junge Erwachsene unter 25 Jahren. Denen werden bereits beim ersten „Vergehen“ sämtliche Mittel gestrichen.

Minderjährige im sozialen Nichts

Werden sie in einem Jahr ein zweites Mal sanktioniert bekommen sie auch Miete und Krankensicherung nicht mehr erstattet. Das betraf auch 200 Minderjährige ab 15 Jahren pro Monat und 840 Volljährige unter 20 Jahren. 9000 Menschen unter 20 leben jeden Monat mit gekürzten Bezügen. Die Jobcenter sanktionierten insgesamt 2016 genau so häufig wie 2015, nämlich 416.000 Menschen. Jeden Monat müssen 135.000 Betroffene mit gekürzten Leistungen über die Runden kommen – mehr als 2015.

Soziale Isolation

Die Folgen: Soziale Isolation, mangelhafte Ernährung oder Wohnungsverlust. Entgegen der jüngsten Schlagzeile sanktionieren die Jobcenter also nicht weniger, sondern insgesamt mehr und härter als 2016, und sie kontrollieren schärfer.

(Quelle: Dr. Utz Anhalt und Schramme-Journal – bearbeitet)

Und die CDU posaunt in alle Welt:

„Deutschland geht es gut, weil wir
so wenig Arbeitslose haben wie nie zuvor!!!“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Arbeitslosigkeit, Kriminelle Gewalt, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu „Ich kürz‘ dir die komplette Kohle, du Schmarotzer!“

  1. giskoe schreibt:

    Dank an Gerhard Schröder („hol mir mal ’ne Flasche Bier!“) und Peter Hartz. den etwas anderen Saarländer 😦

  2. ropri schreibt:

    Solche Statistiken, lieber Sascha, sind meist geschönt und/oder unvollständig. Es gibt Dunkelziffern. Das wirkliche Ausmaß der Sanktionen werden wir wohl nie erfahren. Und die „abgelehnten“ Maßnahmen oder Jobs werden auch nicht genannt. Wenn das Jobcenter es will, muß man sich prostituieren. Alles hat seine Grenzen. Auch wenn ich arbeitslos und auf Leistung angewiesen bin, habe ich eine Würde als Mensch, die auch Jobcenter zu respektieren haben! Jeder Flüchtling hat mehr Rechte, als ein arbeitsloser Deutscher.

    • sascha313 schreibt:

      Ja, lieber ropri, die Zahlenangaben sind völlig unerheblich, weil niemand die richtigen Zahlen kennt. Und ebenso wie bei den Klagen der Flüchtlinge gegen ihre Abschiebung scheint es auch beim SGBII einen Richtermangel zu geben…

    • herbert leonhardt schreibt:

      Was soll der Scheiß: „Jeder Flüchtling hat mehr Rechte, als ein arbeitsloser Deutscher“. Warum haben wir Flüchtlinge? Über diese Frage lohnt ein Nachdenken!

      • sascha313 schreibt:

        Bitte mäßigen Sie sich!

      • Politnick schreibt:

        Die Frage muss eher lauten, wer von einer solchen Politik profitiert und da ist die Antwort eindeutig. Im Übrigen wiederholt sich hier Geschichte die ein Bundesbürger gar nicht kennt, weil sie ihm in der Schule nicht beigebracht wurde. Stattdessen werden lediglich die „altbewährte“ Propagandalügen wiederholt wie z.B. die Lüge vom „Preußischen Sozialstaat“ und vom „Fachkräftemangel“.

        Fragt sich nur, angesichts der kürzlich eröffneten Hannovermesse, wo die vielen Fachkräfte plötzlich herkommen. Merkst Du was?

        Freundschaft 😉

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Schon etwas älter, aber leider immer noch aktuell: Agenda 2010.

    Glückwunsch!

    Dass wir Sie hatten! Welch ein Riesenglück!
    Prächtig, ein Grund zum Feiern ohne Ende.
    Mensch, Schröder, was für’n tolles Meisterstück!
    Sie sind schon heute so was wie Legende!

    Wir sind entzückt, aus tiefstem Herzen Dank!
    Das hätte keiner sich von uns getraut.
    Bloß weg mit Feigheit und Parteienzank! –
    Wo haben Sie den Trick sich abgeschaut?

    Ach nee. Direkt vom neunzehnten Jahrhundert?
    Ein Ding! Was unsre Väter einst gepflanzt,
    mich hätte es ja schließlich auch gewundert …
    So reineweg ins deutsche Herz gestanzt!

    Agenda zwanzigzehn. Was sagt man da!
    Auf so was Schlichtes muss man erst mal kommen!
    Und Löhne beinah so wie in Malaysia!
    Vor Glück bin ich noch ganz und gar benommen!

    Die SPD, die gute alte Tante!
    Mehr braucht man nicht, da flutscht es von allein.
    Doch mal im Ernst, ein Wort mehr auf andante,
    Herr: Würden Sie heut gerne Deutscher sein?

    Zeit für Champagner, alter Busenfreund!
    Heut machen wir mal mächtig einen drauf!
    Verstehn Sie richtig, war nicht falsch gemeint.
    Na, Prost denn, und ein herzliches Glückauf!

    14.3.13

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Hanna, für Dein Gedicht. Mit der „Agenda“ verblaßt sogar das Sozialistengesetz als eine Schrulle des alten Bismarck. Nur damals haben die Arbeiter noch dagegen gekämpft…

      • ropri schreibt:

        Ja, da haben die Arbeiter gekämpft und Rechte erkämpft, die das Volk sich gegenwärtig von Jahr zu Jahr wegnehmen läßt.
        Mein Opa war z.Bsp. beim Kieler Matrosenaufstand dabei. Er würde nie verstehen, daß wir uns unsere Heimat und unser sorgenfreies Leben nehmen ließen.

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    ropri, alle haben Angst davor, das bisschen, was sie noch abkriegen, auch noch zu verlieren, wenn sie aktiv werden. Sieh mal, die KPD zum Beispiel (siehe k-online) tritt gegen „Bürgerkrieg“ ein, sprich Änderung aller Verhältnisse in diesem Land. Das ist ein kleinbürgerliches Denken, eine Opposition auf Knien. Das ist der Stand des Denkens unter den meisten Leuten, die sich selbst links sehen. Und eine hart erkämpfte Errungenschaft der Arbeiterklasse nach der anderen wird vom Kapital und seinen regierenden Lakaien einkassiert. Wenn ich daran denke, wie lange um den 8-Stunden-Tag gekämpft wurde – und wer interessiert sich heute eigentlich noch dafür? Lieber arbeiten die Leute 15 und mehr Stunden täglich, nur um nicht den Arbeitsplatz zu verlieren.
    Das logische Denken funktioniert nicht mehr. Die Arbeiterklasse begreift sich nicht mehr als Klasse, jeder kämpft für sich allein – falls er kämpft.

    • sascha313 schreibt:

      Hanna, genauso sehe ich das auch: „Opposition auf Knien“ (schöne Formulierung!) – von deren Vorsitzenden kommt übrigens auch die Formulierung „Marx, Lenin und andere“ – was für ein kleinliches Denken! Revolution am Küchentisch!

    • herbert leonhardt schreibt:

      Die KPD hat kleinbürgerliches Denken? Dann lies mal auf den Seiten der KPD!

      • sascha313 schreibt:

        Das haben wir bereits ausgewertet. Siehe die Kritischen Anmerkungen des Genossen Ackermann zum Interview mit Torsten Schöwitz. Schlimmer noch es ist revisionistisches Denken: Wer sind denn die anderen Theoretiker? Trotzki, Bucharin, der Herr Steigerwald oder Edler von Mises? Das ist doch Humbug!

  5. ropri schreibt:

    Ich bin klar für einen Bürgerkrieg, für eine Revolution! Über Wahlen kommt das Volk niemals zu seinem Recht. Nur muß eine Revolution vom Volk getragen werden. Diese primäre Voraussetzung ist nicht gegeben. Es ist gelungen, die Köpfe des Volkes mit Lügen vollzustopfen. Unwissenheit greift immer mehr um sich – die Bildung in diesem Land ist miserabel. Genauso braucht man ein Volk, um es zu unterdrücken und immer mehr auszubeuten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s