W. Deistel: Wer bedroht den Frieden und die Souveränität der Völker? Wo liegt die Zukunft der Menschheit?

weltfriedenIn der derzeitigen Situation bestimmt zunehmende Gewalt und Verrohung die öffentliche Auseinandersetzung. Kriege versetzen Völker in Angst und Schrecken und veranlassen sie, ihre angestammte Heimat fluchtartig zu verlassen, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten. Immer lauter wird in unserer Gesellschaft gestritten.

Wer bedroht den Frieden in der Welt?

Es sind die Reichen, der Weltimperialismus, die Profitgier, der alles untergeordnet wird. „Demokratie“ heißt ihr Losungswort und Kampf gegen den „Terror“. Mit ihrer Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Völker und die Inszenierung von Bürgerkriegen haben sie den Anlaß geschaffen, daß sich die Völker wehren. Mit der militärischen Besetzung, um angeblich den Völkern zu helfen, ihr Land zu „demokratisieren“, ist der Kampf gegen die Besatzung vorprogrammiert. Dieser gerechte Kampf löst weitere Interventionen aus, um den sogenannten Terrorismus zu bekämpfen. Der damit ausgelöste Druck, führt zu nicht mehr kontrollierbaren Auseinandersetzungen unter der Bevölkerung, wo ein gerechter Kampf nicht mehr unterscheidbar ist und pauschal als „Terrorismus“ bezeichnet wird.

Die Politik der Besitzenden

Die friedfertigen Menschen und Völker werden in Unsicherheit und Angst versetzt, von Fanatikern aus religiösen Gründen oder Abenteurern, ihre Ziele zu verwirklichen, die sich vor allem in Anschlägen gegen die friedliche Bevölkerung äußern. Verlautbarungen der Politiker und der Massenmedien sollen Glauben erwecken, das alles zum Schutz der Menschen getan wird. Es zeigt sich aber, wie wenig die Konzepte taugen die Bevölkerung zu schützen. Täglich zeigt sich, wie die Politik im Namen von Wirtschaftskraft und Standortvorteil mit den Besitzenden paktiert, ihre Interessen betreibt. Unsicher sind die Beschäftigten, die ängstlich auf die schauen, die zu uns kommen. Je mehr die Arbeit mit dem Digitalen wächst, desto beklommener der Blick vieler, die von ihrer Hände Arbeit leben. Je näher die Kriege der Welt rücken, desto mißtrauischer der Blick vor die eigene Haustür.

Ein Staat der Profiteure

Der neoliberale Umbau der Gesellschaft hat Spuren hinterlassen. Der Staat stiehlt sich immer mehr aus der Verantwortung für das Volk. Wir müssen uns mit den Mächtigen anlegen, mit den Reichen und Superreichen. Unser Kampf muß dazu führen, die Menschen aufzurütteln, um den sich privat angeeigneten Reichtum den Profiteuren zu entreißen. Eine Gesellschaft errichten, wo die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt ist. Die Würde des Menschen wird täglich beschädigt durch Armut und Ausgrenzung, durch digitale Überwachung, durch Gewalt und Krieg. Auch dagegen aufzutreten ist unsere Pflicht.

Das ist unser Standpunkt!!

W. Deistel

Quelle: Kommunisten-Online.


Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein

Siehe auch:
Ein guter Rat für Arbeiter und die anderen Lohnempfänger: Was tun, wenn die Ausbeutung unerträglich wird?

Kommentar:
Soweit so gut. Doch da hätten wir noch ein paar Fragen: Wieso sagt der Autor „Der Staat stiehlt sich aus seiner Verantwortung“? Ist der Staat etwa eine Wohlfahrtseinrichtung, die dem Volk gegenüber verantwortlich ist? Oder ist der Staat nicht vielmehr ein Machtinstrument – das Werkzeug der herrschenden Klasse, deren Interessen er durchzusetzen hat? Und was meint der Autor damit, wenn er sagt, daß „die Politik“ mit den Besitzenden „paktiert“? Ist die Politik etwa ein Gegenstand oder ist sie eine anonyme Person? Wieso kann „sie“ mit irgendjemandem „paktieren“? Machen nicht vielmehr die „Besitzenden“ – oder sagen wir’s deutlicher: macht nicht vielmehr die Ausbeuterklasse ihre eigene Politik. Das heißt „die Politik“ ist keine Sache und keine Person, sondern die Angelegenheit einer bestimmten Klasse. Politik ist der Kampf der Klassen und ihrer Parteien um die Verwirklichung ihrer Interessen und Ziele. Politik ist der Kampf um die Macht. Und warum sollte nicht auch die Arbeiterklasse mit ihren Forderungen Politik machen? Und schließlich: Was versteht der Autor unter einem „neoliberalem Umbau der Gesellschaft“? Liberalität – das klingt doch nach „Freisinnigkeit, Hochherzuigkeit, Vorurteilslosigkeit“. Hat das der Autor gemeint? Sicherlich nicht. Unter Liberalismus versteht man eine antifeudale, zugleich revolutionsfeindliche, bürgerlich-individualistische Geisteshaltung. Doch, bitte, geht es hier nur um eine „Geistelhaltung“? Oder geht es nicht vielmehr um den Ausbau des imperialistischen Staates zur verschärften Ausbeutung und Unterdrückung der eigenen Bevölkerung. Kurz gesagt: Es ist doch sehr seltsam, wie sich hier schon die Sprache der Bourgeoisie eingeschlichen hat…
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5 Antworten zu W. Deistel: Wer bedroht den Frieden und die Souveränität der Völker? Wo liegt die Zukunft der Menschheit?

  1. ropri schreibt:

    Der Kommentar, lieber Sascha, ist das eigentlich Wertvolle an diesem Beitrag!
    P.S. Wer ist eigentlich dieser W. Deistel?

  2. Politnick schreibt:

    Selbstverständlich trägt der Staat die Verantwortung fürs Volk. Im Staatsapparat der DDR bildeten die Nationale Front und der Nationale Verteidigungsrat das oberste Gremium. Grundsätzlich ist der Staat auch das Machtinstrument der herrschenden Klasse und aufgrund der o.g. Organe sehen wir doch, wo der Verantwortungsbereich liegt. Jedes Volk der Welt hat nationale Interessen wie Souveränität (Selbstbestimmung), Sprache, Kultur und sichere Grenzen.

    Deswegen hieß die dem Nationalen Verteidigungsrat unterstehende Executive auch Nationale Volks Armee und nicht Bundswehr. Und auch der Fahneneid der NVA war auf die Verteidigung Nationaler Interessen ausgerichtet, so verteidigte die NVA nicht Recht und Freiheit sondern Volk und Vaterland — Was denn sonst.

    Und ja, ein Staat trägt Klassencharakter. Wenn es keine Klassen mehr gibt, ist auch ein Staatsapparat nicht mehr erforderlich — Logisch.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      Nunja, der sozialistische Staat hat eine grundsätzlich eine andere Funktion als der bürgerliche Staat. Man kann nicht alles in einen Topf werfen, es kommt immer auf den Klassenstandpunkt an. Oder gab es in der DDR etwa kein Recht und keine Freiheit, die hätten verteidigt werden müssen?

      Im Vorwort zu dem Büchlein „Vom Sinn des Soldatseins“, das jedem Soldaten ausgehändigt wurde, heißt es: „Der Dienst in der Nationalen Volksarmee ist ein besonderer Dienst am Sozialismus. Sie verwirklichen als Angehöriger der NVA Ihr verfassungsmäßiges Grundrecht und Ihre Ehrenpflicht, Frieden ud Sicherheit unseres sozialistischen Vaterlandes, unserer verbündeten Staaten und Völker zuverlässig gegen jeden Feind zu schützen.“ (Militärverlag der DDR, Redaktion Wissen und Kämpfen, o.D., S.7) Und das war der sozialistische Staat der Arbeiter und Bauern.

      Was schützt dagegen der bürgerliche Staat? Er schützt die Interessen einer kleinen Minderheit, die Interessen des Kapitals – und nicht die des Volkes!

      Was sind „nationale Interessen“? Ist es etwa im „nationalen Interesse“, wenn die Bundeswehr in Afghanistan oder Mali Krieg führt? Und war es etwa im „nationalen Interesse“, als deutsche Soldaten Serbien zerbombten? Nein, Politnick, was der kapitalistische Staat der BRD und die Bundeswehr tun, war und ist stets im Interesse des kapitals! Und das hat sich seit Bismarck nicht geändert…

      Abusch schreibt: „Der durchschnittlich gebildete oder halbgebildete deutsche Bürger besaß ein entsprechendes ‚Bildungsgut‘ vor 1914. Es war ein Sammelsurium von national oder kategorisch klingenden Worten klassischer deutscher Dichter und Philosophen, von schwertklirrenden Aussprüchen Friedrichs des Großen (wir sagen heute Friedrich II., weil er kein „Großer“ war, N.G.), Bismarcks und der beiden Wilhelms – und dazu vielleicht noch einige dunkel-romantische Sätze von Friedrich Nietzsche, die dem sozial höhergestellten Untertan erlaubten, sich billig das Gefühl eines ‚Übermenschen‘ zu verschaffen.“ (Abusch, Der Irrweg einer Nation,Berlin, 1950, S.182f.) Daher kommt der deutsche „Nationalismus“. Aber gut – das ist Belletristik!

      • Politnick schreibt:

        Vollkommen richig! Die Bundeswehr verteidigt keine Interessen der Deutschen Nation und in Afghanistan schon gar nicht. Genausowenig hätte ein DDR-Grenzsoldat auf Flüchtlinge geschossen sondern allenfalls auf den Feind.

        Und solange es Klassen gibt, sichern nicht Ostermärsche den Frieden sondern sichere Grenzen tun das. Der Klassenkampf ist erst zuende wenn es keine Klassen mehr gibt.

        Wir, lieber Sascha, Du und ich und viele Mitleser wissen das. Aber genausoviele und wahrscheinlich noch viel mehr, wissen das eben nicht. Deswegen sei’s mal wieder aufgeschrieben.

        Freundschaft 😉

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