Wie die Westmächte das Potsdamer Abkommen sabotierten und die Vernichtung des Nazismus in der BRD verhinderten

PotsdamImmer wieder wird heute darüber berichtet, daß sich faschistische Kräfte in der BRD ausbreiten können, und – was auch nicht verwundert: sogar in der Bundeswehr! Schon immer hat die Bundeswehr nazistische Traditionen gepflegt, und zahlreiche alte Nazis haben nach 1945 im Westen Deutschlands neue Uniformen erhalten und durften im gleichen braunen Geiste wie unter Hitler weiterkommandieren, wie zum Beispiel die Offiziere Kretschmer, Ruge, Foertsch, der SS-General Gille und der „Ehrenarier“ des Nazireiches Milch.  Wenn also heute junge Bundeswehroffiziere, und nicht irgendwelche einfachen Soldaten, nazistischen Traditionen anhängen, so ist das keineswegs ein Zufall. Worin die Ursachen zu finden sind, lesen wir im folgenden Beitrag:

Wurde das Potsdamer Abkommen verwirklicht?

Die Konferenz der Großmächte der Antihitlerkoalition vom 17. Juli bis 2. August 1945 in Potsdam legte die Politik der Alliierten gegenüber Deutschland als Ganzem fest: „Der deutsche Militarismus und Nazismus werden ausgerottet, und die Alliierten treffen nach gegenseitiger Vereinbarung in der Gegenwart und in der Zukunft auch andere Maßnahmen, die notwendig sind, damit Deutschland niemals mehr seine Nachbarn oder die Erhaltung des Friedens in der ganzen Welt bedrohen kann. Das Abkommen bestimmte die Grundsätze der Besetzung und Kontrolle Deutschlands.

Als Hauptziele der politischen Grundsätze wurden festgelegt: völlige Abrüstung und Entmilitarisierung Deutschlands, Vernichtung der Nazipartei, Verbot nazistischer und militaristischer Betätigung und Propaganda, Umgestaltung des politischen Lebens auf demokratischer Grundlage. Kern der wirtschaftlichen Grundsätze war die Forderung: „Vernichtung der bestehenden übermäßigen Konzentration der Wirtschaftskraft, dargestellt insbesondere durch Kartelle, Syndikate, Truste und andere Monopolvereinigungen.“

Dank der konsequenten Vertretung der Lebensinteressen des deutschen Volkes durch die Sowjetunion scheiterten alle Zerstückelungspläne der Westmächte. Mit dem Potsdamer Abkommen wurden die völkerrechtlich verbindlichen Grundlagen für den Neubeginn fixiert. Es verpflichtete das deutsche Volk, „sein Leben auf einer demokratischen und friedlichen Grundlage von neuem wiederaufzubauen“. Im Unterschied zur Sowjetunion, deren Vertreter die antifaschistischen Kräfte im Osten Deutschlands auf jede Weise unterstützten, sabotierten die Westmächte die Erfüllung des Potsdamer Abkommens in den Westzonen.

Die KPD begann unverzüglich, den Wiederaufbau der Wirtschaft zu organisieren. So unterbreitete sie beispielsweise auf ihrer Wirtschaftskonferenz am 7. Januar 1946 Richtlinien zur Wirtschaftspolitik, in denen sie ein Programm für den Wiederaufbau der Wirtschaft entwickelte und eine „sinnvoll gesteuerte, den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen und den Bedürfnissen des ganzen Volkes angepaßte Wirtschaftsplanung vorschlug. Nur im Osten Deutschlands wurde der wirtschaftliche Aufbau auf antifaschistisch-demokratischer Grundlage durchgeführt, dank einer breiten kämpferischen antifaschistisch-demokratischen Bewegung, deren Kern die Aktionseinheit und später die Einheit der beiden Arbeiterparteien war, und dank der Hilfe und Unterstützung durch die sowjetischen Organe.

Dabei waren die wirtschaftlichen Startbedingungen hier außerordentlich ungünstig. Die Grundstoffindustrie war fast ausschließlich in den Westzonen konzentriert. Andere entscheidende Wirtschaftszweige fehlten völlig oder waren nur schwach entwickelt. Auch der Grad der Kriegszerstörungen war besonders hoch. Erschwerend kam hinzu, daß die Westmächte bald begannen, das Potsdamer Abkommen zu brechen. Die KPD arbeitete von Anfang an zielgerichtet daran, die Disproportionen und die Störanfälligkeit der Wirtschaft zu überwinden.

Quelle:
Seht welche Kaft! SED Tradition, Gegenwart, Zukunft.Dietz Verlag, Berlin 1971, S.58/59.


Wie kam es zur Spaltung Deutschlands, zur Wiederaufrüstung im Westen und zur Rehabilitierung der Nazis in der BRD?

Die Imperialisten in den Vereinigten Staaten von Amerika, Englands und Frankreichs ließen unter Verletzung des Potsdamer Abkommens in ihren Besatzungszonen die deutschen Monopole, die die Inspiratoren und Initiatoren der Hitleraggression gewesen waren, unangetastet. Die angloamerikanischen und französischen Imperialisten ließen auch den Großgrundbesitz bestehen. Die Kommissionen zur Entnazifizierung der westlichen Zonen Deutschlands waren durchsetzt mit faschistischen Elementen und wurden zu Kommissionen der Rehabilitierung faschistischer Verbrecher.
Führende Nazis wurden von den amerikanischen Imperialisten amnestiert. Das hatte eine verstärkte Zersetzungstätigkeit der nazistischen Elemente zur unmittelbaren Folge. Die westlichen Besatzungsmächte verfolgten die Anhänger der demokratischen antifaschistischen Bewegung und stützten sich in ihrer Politik auf die westdeutsche Reaktion, die sich um die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD) Westdeutschlands konzentrierte.
Die USA, England und Frankreich verboten in ihren Besatzungszonen die Gründung und Tätigkeit der SED und unterstützten mit allen Mitteln die von Schumacher geführten rechten Sozialdemokraten, die die Schuld an der Spaltung der Arbeitbewegung in Westdeutschland trugen. In den westdeutschen Ländern wurden antidemokratische Verfassungen angenommen, die von föderalistischen Bestrebungen durchsetzt waren.
Um die Spaltung Deutschlands voranzutreiben, nahm die britische Militärverwaltung, ohne den Kontrollrat davon in Kenntnis zu setzen, im Dezember 1945 alle Kohlegruben und im August 1946 die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet unter ihre Verwaltung. Die Sowjetunion forderte wiederholt eine Viermächtekontrolle über die Industrie des Ruhrgebietes, um das Ruhrgebiet aus einem Kriegsarsenal in eine Quelle des Wohlstandes der europäischen Völker und an erster Stelle des deutschen Volkes zu verwandeln.
Im Dezember 1946 trennte die französische Militärverwaltung durch einseitige Handlungen das Saargebiet von Deutschland los und gliederte es faktisch im März 1950 Frankreich an. Am 2. Dezember 1946 wurde das angloamerikanische Abkommen über die Bildung der vereinigten amerikanisch-britischen Zone, der sogenannten Bizone unterzeichnet, der später im Jahre 1958, auch die französische Zone angeschlossen wurde. Auf diese Weise wurden die westlichen Gebiete Deutschlands vom übrigen Deutschland losgetrennt.  Damit begannen die herrschenden Kreise der USA und Englands offen eine Politik der Spaltung Deutschlands zu betreiben. Das Abkommen über den Zusammenschluß der westlichen Besatzungszonen erleichterte es den amerikanischen Monopolisten, die deutsche Wirtschaft unter ihren beherrschenden Einfluß zu bringen.
Quelle:
J.Kuczynski/W.Steinitz (Hrsg,),  Deutschland. Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1953, S.179/180.
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5 Antworten zu Wie die Westmächte das Potsdamer Abkommen sabotierten und die Vernichtung des Nazismus in der BRD verhinderten

  1. Politnick schreibt:

    Nur zur Info: In Wikipedia steht, dass die Siegermächte in Potsdam die Teilung Deutschlands beschlossen haben. Das ist grundverkehrt, vielmehr wurde genau das Gegenteil beschlossen und dieser Beschluss ist gleichlautend mit den Zielen des NKFD und dem Aufruf KPD:

    Für ein geeintes und souveränes Deutschland!

    Freundschaft 😉

  2. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    Man nennt es ja auch „Lügipedia“ ….

    Rolf, der Waldschrat

  3. Samy Yildirim schreibt:

    Die Westmaechte hatten natuerlich auch ihre einheimischen Hilfswiligen in ihren drei Besatzungszonen. Die SPD darf bei einer solchen Aufzaehlung nicht fehlen. Am 28. Januar 1934 erschien das „Prager Manifest der SoPaDe“. Mit „SoPaDe“ war der Teil des Reichsvorstandes der SPD gemeint, der es ins tschechoslowakische Exil geschaft hatte.

    Dieses Manifest beinhaltetete u.a. eine Aufzaehlung der Massnahem, die nach dem Ende der NS-Herrschaft zu ergreifen seien, und lehnte sich stark an entsprechende Passagen des „Manifests der Kommunistischen Partei“ von Marx und Engels an. Die Bezeichnung „Manifest“ war durchaus ernst gemeint. Anzumerken ist aber, dass die SPD 1918/1919 die Moeglichkeit gehabt haette, eben diese Massnahmen schon viel frueher durchzufuehren.

    1945 bis 1949 wurden eben diese Massnahmen dann in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) durchgefuehrt. Die SPD als Ganzes verlangte aber nicht, dass auch in den Westzonen selbiges geschehe. Die „Gruppe Dr. Schumacher“ wollte sogar, dass keine dieser Massnahmen ergriffen werde, spielte also dieselbe miese Rolle wie die Gruppe um Ebert, Noske und Scheidemann 1918/1919.

    Wir wollen nicht vergessen, dass die „Gruppe Dr. Schumacher“ aus London nach Kraeften unterstuetzt wurde, auch nach den Unterhauswahlen des Juli 1945, die der Labour Party den groesssten Sieg ihrer gesamten Geschichte gebracht hatten. Dass die Aubruchstimmung in Grossbritannien, deren politischer Ausdruck eben dieser Labour-Sieg war, der „Spirit of 1945“, dann so schnell verflog, verwundert dann nicht mehr. Die Herrschenden wussten schon immer, und sie wissen es auch heute noch, was sie an ihrer Fuenften Kolonne in der Arbeiterbewegung hatten und haben.

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