Kurt Gossweiler: Gedanken eines Kommunisten nach der Niederlage des Sozialismus von 1989

Gossweiler2

Kurt Gossweiler (1917-2017)

Anläßlich des Todes eines Freundes schildert Kurt Gossweiler in sehr persönlichen Worten, was ihn bewegte, als es zur Abschaffung der DDR und zur Niederlage des Sozialismus im Weltmaßstab kam. Kurt Gossweiler war eine hervorragende Persönlichkeit, was nur diejenigen ermessen können, die ihn kannten und die wußten, mit welcher unerschütterlichen Zuversicht er stets für den Sozialismus eintrat, wie klug und überlegen er argumentierte und mit welcher noblen Höflichkeit – und doch hart in der Sache – er selbst seine Gegner behandelte. Unsereinem wäre da wohl schon längst der Kragen geplatzt angesichts der Engstirnigkeit und Unverschämtheit solcher Gestalten wie Steigerwald, Ruge, Nick und anderer. Traurig auch, daß Kurt stets darunter litt, daß – außer uns, seinen Freunden und Genossen – selbst im engsten Familienkreis wohl nur seine liebe Edith politisch stets zu ihm hielt und sonst niemand. Doch die Geschichte und der Sozialismus, für die er lebte und stritt, werden sich als stärker erweisen und alle diejenigen beiseite fegen, die sich heute so opportunistisch den bürgerlichen Verhältnissen angepaßt haben, und die hündisch nach den herabfallenden Krümeln schnappen, die an den Tischen der Reichen übrigbleiben. Hier nun ein gekürzter Ausschnitt aus den Gedanken Kurt Gossweilers zum Tode von Rolf VELLAY (den ungekürzten Text finden sie im Anhang):

Das Jahr 1989

Das war die Zeit, als etliche von meinen Historiker-Kollegen und Genossen, die bisher gar nicht genug ihre Treue zur kommunistischen Sache und zur Deutschen Demokratischen Republik beteuern konnten, überraschend schnell entdeckten, daß jene „demokratischen Sozialisten“ Recht hatten, die erklärten, der DDR brauche man keine Träne nachweinen, und die selbst das infame Wort Gysis nicht störte, erst jetzt, nach dem Untergang der DDR, sei Sozialismus zu machen überhaupt erst möglich geworden. Solche bemühten sich – gewöhnlich durchaus erfolgreich – um das „Ankommen in der BRD“ und einige von ihnen statteten und statten ihren Dank für die neu gewonnene Freiheit in zahlreichen Artikeln, – manche sogar in Büchern – ab, in denen sie auf ihre Weise den Kinkel-Auftrag zur Delegitimierung der DDR erfüllen; in der Gysi- und Zimmer-Terminologie heißt das: „Abrechnung und völliger Bruch mit der SED-Vergangenheit“.

Ein Bruch mit der DDR-Vergangenheit?

Ein anderer, größerer Teil ist – soweit ich das übersehe – diesem Aufruf zum „völligen Bruch“ nicht gefolgt; die zu diesem Teil gehörigen Genossen und Kollegen machen deutlich oder lassen wenigstens erkennen, daß sie sich nach wie vor als marxistische Historiker und Sozialisten im Sinne des Manifests von Marx und Engels verstehen; aber ich werde nie vergessen, daß bereits im November 1989 in der Parteiversammlung der Historiker der Akademie der Wissenschaften der DDR die Erklärung, der Marxismus-Leninismus sei die weltanschauliche Grundlage unserer Wissenschaft, erstmals zurückgewiesen und reduziert wurde auf den Marxismus. Der Leninismus als Bestandteil unserer Lehre wurde ersatzlos gestrichen. Meinem Widerspruch dagegen schloß sich niemand an.

Das Fundament des Marxismus-Leninismus

Als Marxist-Leninist war ich – und so dürfte es überall gewesen sein – nun auch formal ein einsamer Einzelgänger. Aber faktisch war ich das schon lange: wer in einer Parteiorganisation von Chruschtschow- und Gorbatschow-Anhängern Marxist-Leninist blieb, der war – auch wenn er in allem anderen fest im Partei- und Arbeitskollektiv verankert war – einsam in seiner Gegnerschaft zu diesen beiden Generalsekretären, die Lenin nur im Munde führten, um die Parteimitglieder und das Volk über ihre wahren Ziele zu täuschen. Er blieb umso mehr einsam, als den beiden – Chruschtschow und Gorbatschow – zu glauben ja auch bedeutete, deren Stalin-Verdammung voll zu verinnerlichen, während für mich deren Stalin-Verdammung nur eine betrügerische Verpackung war, darauf berechnet, ihre antileninistische revisionistische Konterbande als „Rückkehr zum Leninismus“ in die kommunistische Bewegung einzuschmuggeln, um sie auf diese Weise reif zu machen für die „Perestrojka“, den Rückbau der Sowjetunion und ihrer europäischen Verbündeten in das, was sie 1990/91 als Ergebnis ihres zielstrebigen Wirkens geworden sind – „vom Kommunismus befreite“ Spielwiesen für das internationale Kapital und die sich neu bildende mafiose „eigene“ Bourgeoisie.

Sie haben den Lügen geglaubt…

Für meine Kollegen und Genossen aber – selbst für jene, die mir besonders nahe standen und in einigen Fällen auch noch heute stehen – ist Stalin das, als was ihn Chruschtschow in seiner Geheimrede auf dem XX. Parteitag dargestellt hat, also ein Massenmörder aus niedrigsten Motiven; und einer wie ich, der nicht Stalin, sondern Chruschtschow und Gorbatschow und ihre politische Linie für die Zerstörung der europäischen sozialistischen Staatenwelt verantwortlich macht, ist ein „Stalinist“, also einer, der – unbegreiflicherweise – einen Massenmörder verteidigt.

Verlust und ein neuer Gewinn

Also einer, der sich nach der Rückwärtswende mit seinen Ansichten sehr einsam und verloren fühlte in der neuen, ungewohnten Kälte, und verzweifelt Ausschau hielt nach Gleichgesinnten, denn es konnte doch nicht sein, daß es nicht auch andere gab, die sich die Augen nicht verkleben und das Gehirn nicht verkleistern ließen durch das Geschwätz von der „Humanisierung des Sozialismus“ vom „Neuen Denken“ und dem „Primat des Allgemeinmenschlichen“. Es konnte nicht so sein und es war nicht so. Und es bestätigte sich wieder einmal eine alte Erfahrung: es gibt keinen Verlust, und sei er auch noch so groß und schmerzlich, der nicht auch einen Gewinn im Gefolge hat – und sei er im Vergleich zum Verlust zunächst auch nur klein und keineswegs ausgleichend.

Gleichgesinnte finden zueinander

Und es bestätigte sich auch etwas anderes: Gleichgesinnte finden mit Sicherheit zueinander, selbst in einem Ozean Andersgesinnter und sogar, wenn sie in unterschiedlichen Welten leben, wenn sie nur diese ihre Gesinnung nicht für sich behalten, sondern Signale dieser Gesinnung aussenden und nach gleichartigen Signalen anderer Ausschau halten.

Erstaunliches…

Was ich allerdings am wenigstens erwartet hatte, war das, was eintrat: daß nämlich das erste so sehnsüchtig erwartete Signal gleicher oder ähnlicher Gesinnung, das ich auffing, von einer Pfarrerin kam, und daß ich durch ihre Vermittlung einen Kreis von Theologen kennen lernte, die sich in den Werken von Marx, Engels und Lenin nicht schlechter auskannten, als meine Historiker-Kollegen und Genossen, im Unterschied zu vielen von denen aber im Sieg der Konterrevolution und was die Herrschenden aus diesem Siege machten, keine Widerlegung, sondern eine Bestätigung der Lehren des Marxismus-Leninismus erkannten. Hier fand ich vor, was ich vorher für ausgeschlossen hielt: daß nämlich Theologen nicht nur fähig waren, intellektuell die Gesellschaftslehre von Marx/Engels/Lenin aufzunehmen und zu akzeptieren, sondern daß diese Lehre in engster Verbindung mit ihrem christlichen Glauben für sie ein fester Bestandteil ihrer Weltanschauung und Anleitung zum persönliches gesellschaftlichen Handeln werden kann.

Der Weißenseer Kreis

Die Entdeckung dieses Kreises und diese neue Erkenntnis waren ein unerwarteter Gewinn im Gefolge der Niederlage. Und womit ich auch nie gerechnet hatte: Ausgerechnet dieser Kreis eröffnete mir die Möglichkeit, meinerseits „Signale“ auszusenden, will sagen, meine Gedanken und Auffassungen über die Ursachen unserer Niederlage zu publizieren, nachdem mir dafür keine anderen Möglichkeiten mehr zur Verfügung standen, (schon gar nicht in den Organen der PDS, deren Mitglied zu bleiben ich bis Januar 2001 aushielt).

Zurück zu Stalin!

Diese meine Signale blieben nicht unbeachtet. Sie gelangten auch bis München und zu den dort wirkenden Genossen des „Arbeiterbundes für den Wiederaufbau der KPD“, deren eine Fraktion eine Zeitung, die „KAZ“ (Kommunistische Arbeiterzeitung) herausgab, und führten dadurch schließlich „gesetzmäßig“ dazu, daß auch Rolf VELLAY in mein Blickfeld geriet, und zwar mit einem Artikel von ihm mit dem Titel: „Zurück zu Stalin!“ in der Beilage zur „KAZ“, Nr. 219 vom 18.Juni 1991. Über das, was ich da aus Rolfs Feder las, konnte ich nur hocherfreut staunen: besser hätte auch ich nicht meine Position zur „Stalinfrage“ in Worte fassen können:

„Lächerlich und absurd ist es, heute, nahezu vierzig Jahre nach seinem Tod, Stalin, dem erfolgreiche Architekten …des Sozialismus in der Sowjetunion und dem Sieger über den Faschismus, die Verantwortung für den heutigen kläglichen und jämmerlichen Zusammenbruch aufbürden zu wollen. Natürlich weiß ich, welchen Widerspruch ich mit dem Rekurs auf Stalin provoziere. Doch – den klugen Theoretikern, die mir vom Wissen her zehn- oder zwanzigmal überlegen sind, gebe ich zu bedenken: Ihr seid alle gescheitert, von Titos ‚Jugoslawischem Weg zum Sozialismus’ über die ‚Eurokommunisten’ bis zu den Konstrukteuren der ‚antimonopolistischen Demokratie’, von den Quacksalbereien über den ‚Dritten Weg’ und ‚Demokratischen Sozialismus’ gar nicht zu reden. Stalin ist nicht gescheitert!
Den Moralisten gebe ich ein kluges Wort von Winston Churchill zu bedenken, zitiert in der FAZ vom 6. September 1990: ‚Wenn die Gegenwart über die Vergangenheit zu Gericht zu sitzen versucht, wird sie die Zukunft verlieren.’ Damit wird genau das getroffen, was den Kommunisten seit der Verdammung Stalins aus ‚moralischen Gründen’ auf dem XX. Parteitag der KPdSU widerfahren ist.
Und den Hochmütigen und Arroganten gebe ich zu bedenken: Vor anderthalb Jahren noch habt ihr Herrn Gorbatschow bei seinem Besuch in der Bundesrepublik als ‚Schöpfer des Neuen Denkens’ begrüßt und quasi wie einen neuen ‚Messias des Sozialismus’ gefeiert. Ich habe bereits vor drei Jahren auf der ‚Perestroika’-Konferenz des IMSF in Frankfurt erklärt: ‚Gorbatschow als Generalsekretär – das ist die Konterrevolution an der Spitze der KPdSU! Gorbatschow an der Spitze der UdSSR – das ist das Ende des Sozialismus in der Sowjetunion!
‚Neues Denken’ das ist die Paralyse des revolutionären Gehalts der kommunistischen Weltbewegung.’ …All das gebe ich den hoch gelehrten Theoretikern, den unanfechtbaren Moralisten und den hochmütigen und arroganten Kritikern zu bedenken, wenn ich hier erkläre: Vorwärts in der revolutionären Weltbewegung bedeutet heute: Zurück zu Stalin – unter Vermeidung dogmatischer, jedoch sinngemäßer Anwendung seines fast seit vierzig Jahren totgeschwiegenen theoretischen Werkes auf die inzwischen veränderten Bedingungen.“

Ein Glücksjahr!

Später – ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr, aber ich empfand es als ein Glücksjahr für mich – lernten wir uns zur beiderseitigen Freude auf einer Konferenz des Marxistischen Arbeitskreises zur deutschen Arbeiterbewegung in Berlin-Kreuzberg auch persönlich kennen. Nach der Konferenz saßen wir noch Stunden in einer nahe gelegenen Kneipe. Ich sagte ihm, wie glücklich ich darüber war, einen Genossen getroffen zu haben, der, weit entfernt unter den ganz anderen Bedingungen Westdeutschlands lebend, bei der Beurteilung der Entwicklungen im sozialistischen Lager und insbesondere in der Sowjetunion zu einer verblüffenden und beglückenden Übereinstimmung mit meinen eigenen Einschätzungen gekommen ist; und natürlich wollte ich wissen, wie sein Weg in der kommunistischen Bewegung verlaufen ist, der ihn zu solchen „abwegigen“ und zum „Einzelgänger“ stempelnden Ansichten gebracht hat.

Rolf Vellay berichtet aus seinem Leben

Er erzählte also aus seinem Leben, und was ich da zu hören bekam, hat meinen Eindruck, es bei ihm mit einem ganz außergewöhnlichen Menschen zu tun zu haben, zur Gewißheit werden lassen. Seine Erzählung hat auch Antwort auf eine Frage gegeben, die sich mir beim Betrachten seiner Hände aufgedrängt hatte: Das waren nicht die Hände eines, dessen Werkzeug die Feder oder die Schreibmaschine ist – wie ich bisher wegen der auf einen Journalisten, wenn nicht gar auf einen Schriftsteller schließen lassenden Sprache seiner Artikel angenommen hatte, – sondern von schwerer Maloche gezeichnete Arbeiterhände. Die aber waren ihm nicht angeboren, wie ich jetzt erfuhr, nein, die hatte er sich hart erarbeitet, nachdem er sich zum Bruch mit seiner Klasse, in die ihn seine Eltern hineingeboren hatten, entschlossen hatte. Denn er war – und das kam nun für mich völlig unerwartet – der Sproß einer Offiziers- und Grundbesitzerfamilie aus dem Schlesischen. Natürlich fragte ich ihn, wie denn so einer zum Kommunisten wird.

Tradition und Zukunft

Als Jugendlicher folgte er noch ganz der Tradition der Familie, indem er 1944 mit 17 Jahren als Freiwilliger in Hitlers Armee eintrat. Nach dem Kriege entschloß er sich dazu, Journalist zu werden und volontierte zunächst an einem bayerischen Provinzblatt und stieg dort sogar zum Redakteur auf. Dann aber drängte es ihn dazu, sich durch ein Studium eine solidere Wissensgrundlage zu verschaffen. Er begann also 1950 ein Studium an der damaligen Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven und hatte das Glück, dort auch Schüler von Wolfgang Abendroth sein zu können, und das gab den Anstoß dafür, daß er Marx und Engels studierte und zum überzeugten Kommunisten wurde.

In der Arbeiterklasse…

Die Konsequenz, die er daraus zog, zeigt, daß dieser Rolf Vellay aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt war. „Wie aber konnte ich Kommunist sein“, sagte er mir, „und den Leuten erzählen, daß die führende Rolle im Kampf um den Sozialismus der Arbeiterklasse zukommt, ohne selbst richtig zu wissen, was das ist: die Arbeiterklasse!“ Um diesen Mangel zu beheben, beschloß er, selbst als Arbeiter zu arbeiten; aber wenn schon Arbeiter, dann auch gleich dort, wo das Proletariat am proletarischsten ist: als Bergarbeiter! So wurde er 1953 Bergarbeiter unter Tage im Ruhrgebiet, und blieb dem Bergbau rund 25 Jahre lang treu, bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1977.

Als Kommunist in der BRD

Natürlich wurde der Kommunist Rolf Vellay auch Mitglied der KPD, blieb es selbstverständlich auch nach deren Verbot im Jahre 1956 und lernte durch mehrfache Verhaftungen auch die Gefängnisse der Bundesrepublik für insgesamt ein Jahr kennen. Der DKP trat er nach deren Gründung nicht bei, sondern blieb „parteiloser Bolschewik.“ Und zwar einer, für den es in einem ganz seltenen Grade unerträglich gewesen wäre, in seinem Leben eine Kluft zwischen Wort und Tat zuzulassen.

Kämpferisch und herausfordernd…

Von unserem Gespräch in der Kreuzberger Kneipe an blieben wir in ständigem Gedankenaustausch, zumeist schriftlich, aber wenn es sich bei seinen Berlin-Besuchen möglich machen ließ, auch wieder im persönlichen Gespräch. Rolf schien mir über ein unerschöpfliches Kräftereservoir zu verfügen. Wo immer es eine Konferenz von Kommunisten mit der Möglichkeit gab, dort seine Positionen – stets kämpferisch, oft bewußt herausfordernd –, vorzutragen, nahm er diese Möglichkeiten wahr. (Einige der in diesem Heft abgedruckten Beiträge legen davon Zeugnis ab.) Sein Lebensinhalt war der Kampf für die Wiederherstellung einer großen, einheitlichen marxistisch-leninistischen, vom Opportunismus und Revisionismus völlig befreiten Kommunistischen Partei in Deutschland.

Einigkeit und Uneinigkeit

Er litt schwer unter der Zersplitterung und Uneinigkeit der kommunistischen Bewegung, und er litt auch unter der Diffamierung der DDR und darunter, daß dieser Diffamierung nicht von allen Kommunisten entschieden entgegengetreten wurde. Gegen beides – die Uneinigkeit und die Diffamierung der DDR – führte er einen ständigen Kampf, wobei er auch auf originelle Ideen kam, die kaum einem anderen Kopf eingefallen wären und die zu verwirklichen auch kaum einem anderen parteilosen Kommunisten ohne jede organisatorische Verankerung in einer der verschiedenen Kommunistischen Parteien und Vereinigungen gelungen wäre.

Hart in der Sache, doch respektvoll im Ton…

Denn auch das gehörte zu den ihn auszeichnenden Besonderheiten: seine Auseinandersetzungen mit kommunistischen Genossen, so scharf sie auch in der Sache waren, überschritten nie die Grenze der genossenschaftlichen Diskussion , ließen nie den Ton einer Auseinandersetzung mit dem Feind aufkommen, ließen immer den Respekt vor der Persönlichkeit des anderen erkennen. (…)

Ein wertvoller Schatz…

Rolf Vellay hat uns in seinen zahlreichen Schriften und Reden einen wertvollen Schatz marxistisch-leninistischer Analysen und Wegweisungen hinterlassen. Die Arbeit, die mich am stärksten beeindruckte, hat er 1989 im Selbstverlag herausgebracht und gab ihr den Titel: „Das andere Gorbatschow-Buch, der aktuelle Reader: ‚Mehr Sozialismus’ mit Gorbatschow? Vier Jahre ‚Perestrojka’ ‚Glasnost’ und ‚neues Denken’ – was hat’s gebracht? Eine marxistisch-leninistische Analyse (nicht nur) für Kommunisten.“ Ich kenne keinen, der zu diesem Zeitpunkt – Mitte 1989 – schon eine so gründliche und entlarvende Darstellung des Wesens Gorbatschows und seiner Politik gegeben hätte. Im Vorwort zu dieser Arbeit schrieb Rolf Vellay:

„Mehr als 35 Jahre habe ich der Politik und den Aussagen ‚des Kreml’ – bei durchaus kritischer Haltung im Detail – von meiner marxistisch-leninistischen Grundposition aus, vertraut. Von Stalin über Chruschtschow bis zu Andropow und Tschernenko. Angesichts des Umstandes, daß heute alles, was bisher war, kurz und klein geschlagen und die gesamte Vergangenheit der Sowjetunion auf den Kopf gestellt wird, bin ich endlich gezwungen, nur noch von meinem eigenen kleinen Kopf Gebrauch zu machen. Wenn ich der neuen Sicht der Geschichte folge, – wenn! -, dann ist mein Vertrauen in der Vergangenheit schandbar mißbraucht worden. Das soll mir auf meine alten Tage im Hinblick auf gegenwärtige Politik nicht wieder passieren. Das bin ich auch all den Menschen schuldig, die mir auf meinem politischen Lebensweg vertraut haben und denen gegenüber ich heute, wenn ich der ‚neuen’ Sicht der Geschichte folge – wenn! – als Lügner dastehe. Ab sofort zählen nicht mehr Ankündigungen und Versprechen, sondern nur noch ‚facts and figures’, aus denen ich nach meiner Überlegung und Lebenserfahrung sich ergebende Schlußfolgerungen ziehe und Beurteilungen ableite – auf die Gefahr hin, daß ich allein mit meiner Meinung bleibe. Aber das ist nicht schlimm – wenn ich Unrecht habe, werde ich als Tropfen im Ozean kein Unheil anrichten. Habe ich aber Recht und mache nicht den Mund auf, ist es unverzeihlich und verantwortungslos gegenüber der Sache, der ich glaube zu dienen.“

Mit diesen Worten hat sich Rolf selbst besser charakterisiert, als es irgend ein anderer könnte. Wenn es gelänge, seine Arbeiten den jungen Leute in die Hand zu drücken, die heute nach Antwort auf die Frage suchen: In was für einer Welt leben wir denn? Und was muß man tun, um zu einer menschenwürdigen Welt zu kommen?, dann könnte das ein kleiner Beitrag dazu werden, daß die für dieses Land und seine Menschen so notwendige Erfüllung von Rolfs dringendstem Wunsch nach der Wiedergeburt einer starken, einheitlichen, fest auf den revolutionären Positionen von Marx, Engels und Lenin stehenden kommunistischen Bewegung in Deutschland durch die Gewinnung neuer, jugendlicher Kämpfer ein wenig beschleunigt wird.

Deshalb freue ich mich sehr darüber, daß die Herausgeber von „Offensiv“ und der Schriftenreihe der 1990 in Berlin gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands den Entschluß faßten, Rolf VELLAY zu ehren, indem sie es möglich machten, seinen Gedanken in je einem Sonderheft zur weiteren Verbreitung zu verhelfen.


Quelle: Weißenseer Blätter 3/2001
Veröffentlicht als Vorwort zu Rolf Vellay, Ausgewählte Aufsätze, Briefe und Vorträge, Schriftenreihe der KPD, Heft 83, Berlin, Mai 2002 sowie als Vorwort für „Rolf Vellay Sonderheft, angeregt und möglich gemacht von Kurt Gossweiler“ von „Offensiv“ Heft 3/02, (gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen, N.G.)

Der vollständige Text findet sich hier:

Acrobat Reader Kurt Gossweiler: Zum Tode von Rolf Vellay

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Dr.Kurt Gossweiler, Kommunisten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Kurt Gossweiler: Gedanken eines Kommunisten nach der Niederlage des Sozialismus von 1989

  1. Wolfgang schumann schreibt:

    zur Abschaffung des Sozialismus im Weltmaßstab? Was soll der Quatsch.

    • sascha313 schreibt:

      Was soll diese überhebliche Krittelei? Der Sozialismus wurde als entscheidende Einflußgröße im „Weltmaßstab“ beseitigt, auch wenn es noch vereinzelte Länder wie Kuba und die KVDR gibt, die sich ihre Eigenständigkeit auf sozialistischer Grundlage bewahrt haben…

  2. dlfhoerer schreibt:

    Frage an Wolfgang Schumann: Warum ist die Formulierung „Abschaffung des Sozialismus im Weltmaßstab“ Quatsch? War nicht genau das die Folge der Gorbatschowschen Katastrojka?

    Überrascht bin ich, daß die antimonopolistische Demokratie ebenfalls ein alter, revisionistischer Hut ist. Sie geistert derzeit durch das Internet und findet sich auf einigen linken Seiten und wurde mir erst dadurch bekannt. Ihre politische Unbrauchbarkeit war mir seit mit dem Lesen von deren ersten Worten klar.

    Dank an unseren roten Webmaster für ein weiteres Stück Aufklärung.

  3. sascha313 schreibt:

    Gut, vielleicht müßte man es andersherum formulieren: „Abschaffung der DDR und Niederlage des Sozialismus im Weltmaßstab…“ Aber das bleibt sich am Ende gleich! Es ist ja noch nicht einmal heraus, ob sich Kuba gegen den wachsenden Einfluß der USA verteidigen wird, und ob die KVDR nicht doch einen revisionistischen Kurs eingeschlagen hat. Letzeres ist durchaus anzunehmen. Von China ganz zu schweigen…

    • Politnick schreibt:

      Gestern kam eine Sendung über den sog. Gulag. Und siehe da, diese Sendung brachte so manche westliche Propagandalüge ins Wanken, der Anfang ist gemacht! Und irgendwie hab ich überhaupt das Gefühl dass sich in der UdSSR was regt in Sachen Bewusstsein gegen Hitlerismus und Unmenschlichkeit. Vielleicht kann das ja jemand von Euch bestätigen.

      Ausgesetzt, Bilder einer Satellitenstadt, beachte das Wandgemälde mit den Kosmonauten:

      (Danke Pink Floyd)

      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Daß sich Pink Floyd hier der Bilder aus einer „Geisterstadt“ bedient, ist ausgesprochen makaber. Diese Stadt ist seit langem bekannt: Es ist Pripjat! Bekannt dürfte mittlerweile aber auch sein: Die Tragödie von Tschernobyl war geplant! Das Schicksal der Liquidatoren und die unzähligen mißgebildeten Kinder sind eine Folge der Gorbatschowschen Perestrojka. Und daß Pripjat heute von gewissenlosen Managern als Touristenattraktion vermarktet und als angebliches „Relikt des Kommunismus“ verkauft wird, ist nicht weniger makaber. Die Atomunfälle von Krümmel und anderswo werden hingegen weitestgehend verschwiegen oder kleingeredet.

        Und was soll sich in der UdSSR geregt haben? Die UdSSR ist Geschichte, ebenso der Gulag – doch die Fälschungen wurden nicht weniger seitdem. Eine Lüge löst die andere ab….

      • Politnick schreibt:

        Also Pripjat heißt die Stadt, danke Sascha, das wusste ich nicht. Ich denke jedoch nicht, dass Pink Floyd die Absicht hatte, diese Geisterstadt als „Relikt des Sozialismus“ darzustellen mit einer abschreckenden Wirkung auf den Betrachter, denn bereits der Titel vermittelt etwas Anderes. Der Inhalt des Videos erweckt in mir Erinnerungen an schöne Zeiten, das ist das Gegenteil von makaber. Der Betrachter des Videos stellt sich automatisch die Frage „Warum wurde dieses schöne Welt zerstört und in wessen Interesse ist das!?“. Es sind dieselben Fragen die wir uns alle stellen, auch Du und gerade hier auf deinem Blog.

        Zu Beginn des Videos sehen wir Szenen aus der Raumfahrt, zweifelsfrei haben Wissenschaftler und Techniker der UdSSR hier Pionierarbeit geleistet, denn es waren eben nicht die USA sondern sowjetische Kosmonauten die den ersten Schritt in den Weltraum taten.

        Nein, dieses Video ist alles Andere als makaber, es zeigt, dass der menschliche Fortschritt seinen Ursprung in der Sowjetunion hatte und es zeigt glückliche Menschen die Sport treiben und Kinder mit Halstüchern. Szenen, die es übrigens immer häufiger im heutigen Russland gibt und auch Stalin-Büsten werden wieder aufgestellt.

        Und genau das macht Hoffnung!

        Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Es ist wichtig, die Hintergründe genau zu kennen. An verschiednen Stellen merkt man durch eingeblendete Szenen aus der Vergangenheit, daß es dort mal anders ausgesehen hat. Aber wird dem Betrachter klar, warum das heute nicht mehr so ist? Ich denke, nein. Es ist ein unpolitischer Film, der viele Fragen offen läßt. Schade.(Da war Xavier Naidoo deutlicher!)
        …aber es geht hier um Kurt Gossweiler!

  4. sascha313 schreibt:

    Inson schrieb:
    Rolf Vellay, ein leider viel zu früh verstorbener Kommunist aus der BRD äußerte sich bereits 1991 zu den auch hier besprochenen Problemen. Er hat die Sache in seiner unvergleichlichen Art auf den Punkt gebracht und deshalb möchte ich ihn zitieren:

    “Lächerlich und absurd ist es, heute, nahezu vierzig Jahre nach seinem Tod, Stalin, dem erfolgreichen Architekten …des Sozialismus in der Sowjetunion und dem Sieger über den Faschismus, die Verantwortung für den heutigen kläglichen und jämmerlichen Zusammenbruch aufbürden zu wollen. Natürlich weiß ich, welchen Widerspruch ich mit dem Rekurs auf Stalin provoziere.

    Doch – den klugen Theoretikern, die mir vom Wissen her zehn- oder zwanzigmal überlegen sind, gebe ich zu bedenken: Ihr seid alle gescheitert, von Titos ‚Jugoslawischem Weg zum Sozialismus’ über die ‚Eurokommunisten’ bis zu den Konstrukteuren der ‚antimonopolistischen Demokratie’, von den Quacksalbereien über den ‚Dritten Weg’ und ‚Demokratischen Sozialismus’ gar nicht zu reden. Stalin ist nicht gescheitert!

    Den Moralisten gebe ich ein kluges Wort von Winston Churchill zu bedenken, zitiert in der FAZ vom 6. September 1990: ‚Wenn die Gegenwart über die Vergangenheit zu Gericht zu sitzen versucht, wird sie die Zukunft verlieren.’ Damit wird genau das getroffen, was den Kommunisten seit der Verdammung Stalins aus ‚moralischen Gründen’ auf dem XX. Parteitag der KPdSU widerfahren ist.

    Und den Hochmütigen und Arroganten gebe ich zu bedenken: Vor anderthalb Jahren noch habt ihr Herrn Gorbatschow bei seinem Besuch in der Bundesrepublik als ‚Schöpfer des Neuen Denkens’ begrüßt und quasi wie einen neuen ‚Messias des Sozialismus’ gefeiert.

    Ich habe bereits vor drei Jahren auf der ‚Perestroika’-Konferenz des IMSF in Frankfurt erklärt: ‚Gorbatschow als Generalsekretär – das ist die Konterrevolution an der Spitze der KPdSU! Gorbatschow an der Spitze der UdSSR – das ist das Ende des Sozialismus in der Sowjetunion! ‚Neues Denken’ das ist die Paralyse des revolutionären Gehalts der kommunistischen Weltbewegung.’ …

    All das gebe ich den hoch gelehrten Theoretikern, den unanfechtbaren Moralisten und den hochmütigen und arroganten Kritikern zu bedenken, wenn ich hier erkläre: Vorwärts in der revolutionären Weltbewegung bedeutet heute: Zurück zu Stalin – unter Vermeidung dogmatischer, jedoch sinngemäßer Anwendung seines fast seit vierzig Jahren totgeschwiegenen theoretischen Werkes auf die inzwischen veränderten Bedingungen.”

    (Zitiert aus: “Zurück zu Stalin!” in der Beilage zur “KAZ”, Nr. 219 vom 18.Juni 1991)

  5. Ulrich Schliz schreibt:

    Ich lebe nun schon lange fern ab von Euch in Nicaragua – seit 34 Jahren. Doch auch ich bin in den Genuss von Kurt Gossweilers Arbeit gekommen. Es ist hier nicht mehr notwendig den unermesslichen Wert seiner Analysen zu würdigen. Er hat das getan, was andere hätten tun sollen und nie taten. Mich beeindruckt besonders ein Aspekt des vorliegenden Artikels. Die Einsamkeit in einem Ozean von hysterischem Oportunismus. Hier ist der Genosse Kurt mit Karl Liebknecht zu vergleichen der unbeirrt die proletarische Position gegen den Krieg aufrecht erhielt, auch als man seiner Frau nicht mal mehr die Kriegsration von Milch verkaufen wollte.

    Wir müssen uns fragen, was passiert ist, dass dermassen viele in die Knie gingen vor der Dreckslawine von Propaganda aller Couleur – und auch solche, die es besser wissen müssten. Wie ist es möglich, dass die Hirne so vernagelt sind und noch dazu diese Vernagelung mit hysterischer und aggressiver Eifersucht verzweifelt verteidigt wird. Dabei scheinen Klassenstandpunkt, kausale Logik, Beweise etc. überhaupt keine Rolle zu spielen und auch sonst nicht irgendwelche demokratischen und wissenschaftlichen Spielregeln einer Diskussion.

    Wenn es gegen Stalin und die Sowietunion zu seiner Zeit geht, scheint alles erlaubt zu sein – bis hin zum irrationalen Irrwitz massloser Übertreibungen von häufig erdichteten Tatsachen. Keiner fragt mehr „die Meinung. Wem nützt du?“ (B.Brecht.) Dabei sind eindeutige und knallhärtestete Tatsachen durchaus erhältlich und längst auf den Tisch, um diesen unsäglichen Unflat von demselben zu fegen. Wie war und ist das möglich? Und das ist der interessante Aspekt bei der Untersuchung des Antistalinismus, der ja ein Antikomminismus ist.

    Vor einiger Zeit habe ich versucht, dem ROTEN WEBMASTER wenigstens teilweise eine Antwort auf diese Frage zu geben. Meine These ist, dass sich die ideologischen Kampfbedingungen für die Arbeiterklasse seit dem zweiten Weltkrieg verschlechtert haben, weil die Bourgeoisie, die imperialistische „Elite“ eine neue Waffe zum Einsatz gebracht hat, die von vielen Genossen noch immer nicht erkannt, unterschätzt oder sogar verschlafen wird. Diese Waffe wurde weitgehend von Joseph Goebbels entwickelt und danach von allen anderen Imperialisten dankbar übernommen und weiter ausgebaut: MASSENMANIPULATION DURCH PSYCHLOGISCHE KRIEGSFÜHRUNG! Das ist so effektiv, so wie eine Droge oder eine Kanone effektiv sind. Ich will hier noch nicht weiter darauf eingehen, sondern wahrscheinlich in einem späteren Beitrag.

    In diesem Prozess der Aufarbeitung des Anti-Stalinismus habe ich auch über mich selbst nachgedacht und habe mir überlegt wie man dagegen angehen kann – zumindest als einzelne Person.

    Minimalposition eines revolutionären Kommunisten.

    Dann also: Wo ist das Licht, wo ist die Klarheit und wie stellt man es an sich nicht zu irren? Wir wissen Alle dass alle Informationen radikal von der entsprechenden Klassenposition bestimmt sind. Das vergessen immer viele. Man sagt ihm alle Schrecken der Welt nach – Stalin. Man wirft ihm alle Verbrechen und Missetaten vor – echt filmreif. Und das ist es genau, was wir hier sehen: Es ist ein Film. Die Lawine der Diffamierungen gegen Stalin ist erdrückend. Von interessierter Seite hat man sich viel Mühe gegeben, sie zu fabrizieren.

    Unsere Sache ist prächtig und nobel genug, um mit absoluter Härte lupenreine Beweise zu verlangen von jedem Kritiker Stalins. Aber die schulden sie bis zum heutigen Tag.

    Wir sind Menschen unserer Klasse mit einer enormen und lebenswichtigen Sache. Das ist der Grund für unsere Parteilichkeit. Aus diesem Grund ist es unsere Pflicht, diesen Filter hier bei jenen Informationen anzuwenden, die man uns mit der Absicht zukommen lässt, unsere Sache zu beeinträchtigen. Dieser Filter hat mehrere Schichten.
    1. Es ist nötig, bis zum Äussersten nachzuprüfen, ob der gemeldete Tatbestand wirklich passiert ist oder so passiert ist. Sehr oft können kleine Details das gesamte Panorama ändern oder entstellen. Lügen und Fälschungen wimmeln im Überfluss mit sattsam bekannter Wahrnehmbarkeit.
    2. Man muss rigoros und ernsthaft berücksichtigen, woher eine information kommt und wen sie interessiert. (Ein Wolf wird nicht gut zu sprechen sein auf den Hund, der die Herde bewacht).
    3. Man muss rigoros den Zusammenhang der Ereignisse auswerten, sowie die Bedingungen und die allgemeine Umgebung. Unter diesem Gesichtspunkt kann die Auswertung eines Tatbestandes sich beträchtlich ändern.
    4. Man muss rigoros auswerten, ob ein Irrtum oder Fehler vermeidbar war oder nicht.
    5. Man muss rigoros auswerten, ob ein Fehler oder Irrtum mit verantwortlichem Bewusstsein begangen wurde oder aus weniger verwerflichen Motiven. (Unwissenheit, Nachlässigkeit, usw.)
    6. Man muss rigoros auswerten, ob der Fehler antagonistisch (unversöhnlich) ist oder noch versöhnbar innerhalb unseres kommunistischen Ideologieuniversums.
    7. Man muss rigoros auswerten, ob der begangene Fehler oder Irrtum eines Genossen direkte Schuld beinhaltet oder nur abgeleitete Verantwortlichkeit (als Vorgesetzter zum Beispiel)
    8. Man muss rigoros die Konsequenzen für unsere Sache auswerten.
    Ein Revolutionär der anders handelt, wird immer Opfer des Opportunismus sein, sowie der ewig gegengwärtigen Verleumdung und verwandelt sich selbst in einen Erzeuger von Opportunisten. Das ist der erste Schritt, den jemand tun muss, der sich für links hält und er muss auf dieser Vorgehensweise mit Zähigkeit und Wagemut bestehen, weil hier nämlich genau eine Klassenkampffront verläuft, einer der wichtigsten, wenn nicht die Wichtigste im Klassenkampf überhaupt. Alles andere wird immer Opportunismus sein und verdient keinen anderen Namen.

    ES GIBT ÜBERHAUPT KEINEN GRUND, STALIN ZU VERURTEILEN. DIE ÜBERGROSSE MEHRHEIT DER AUSSAGEN GEGEN STALIN PASSIERT NICHT EINMAL DIE ERSTE SCHICHT DES FILTERS. EINIGE PASSIEREN DIE ZWEITE UND KEINE – ABSOLUT KEINE – PASSIERT DEN GANZEN FILTER. ES GIBT NICHT EINE DIE DEN LETZTEN SCHICHTEN DES FILTERS AUCH NUR NAHE KÄME.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, lieber Ulrich für Deinen ausführlichen Kommentar. Du hast absolut recht: Es gibt nicht den geringsten Grund, Stalin zu verurteilen. Je mehr wir über diese Zeit wissen, desto klarer wird uns die Bedeutung dieser hervorragenden Persönlichkeit. Das haben uns schon zu Stalins Lebzeiten viele bedeutende Menschen bestätigt, und es bestätigen uns auch heute wieder viele ehrliche Historiker: Stalin war die bedeutendste Größe des 20. Jahrhunderts!

      Deine Gedanken sind es unbedingt wert, aufgeriffen zu werden. Demnächst werden wir also darauf zurückkommen!.

    • Politnick schreibt:

      Die entscheidende Frage ist doch immer wieder diese hier: Gibt es eine Möglichkeit zur Verhinderung einer globalen Katatstrophe und zur Befreiung der Welt von Ausbeutung und Unterdrückung?

      Und die Antwort lautet ja. Stalin und sein Volk hat es der ganzen Welt gezeigt, dass es diese Möglichkeit gibt und nicht nur das, Stalin hat nicht nur Russland 1917 von der Pest des Kapitalismus befreit sondern 1945 ganz Europa. Und darüber hinaus hat er, verhandelt mit den westlichen Alliierten auf Jalta und in Potsdam, den Beschluss auf den Weg gebracht, ein souveränes sowie vereintes Deutschland zu ermöglichen!

      Freundschaft 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s