Emil Collett: Manipulation – Methode des Klassenkampfes

manipulatedDiesen Beitrag schrieb Genosse Collett im Mai 2006. Seitdem hat sich einiges verändert. Die KPD(B) gibt es nicht mehr, die Kommunisten sind nach wie vor uneins, doch die Schärfe der Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Bourgeoisie hat erheblich zugenommen. Darüber können auch solche lügenhaften Aussagen wie „wir haben die niedrigste Arbeitslosenrate seit 1990“ oder noch Dümmeres wie „die Wirtschaft brummt“ nicht hinwegtäuschen. In den Medien wird ein Bild glücklicher und zufriedener Menschen gezeichnet, egal ob beim „Kirchentag“ oder bei beliebigen anderen „Events“, von denen es ja derzeit gar nicht genug geben kann. Wir werden permanent manipuliert, doch den wenigsten ist das auch bewußt. Am allerwenigsten begreifen das die nach 1990 Geborenen. Und tatsächlich scheint es viele Menschen in diesem Land zu geben, die sich mit den schreienden Gegensätzen zwischen arbeitender Klasse und den Schmarotzern abgefunden haben, und die gar nicht mehr an eine Veränderung glauben…

Die unbemerkte Beeinflussung

von Emil Collett

Die Diskussion über den Entwurf des Programms der KPD(B) hat uns gezeigt, daß es noch eine ganze Reihe von Genossen, insbesondere junge, die die DDR nicht mehr kennengelernt haben, sich nicht der Tatsache bewußt sind, daß so, wie der Mensch im Imperialismus durch Menschen ausgebeutet wird, er auch durch Menschen manipuliert wird.

Manipulierung des Bewußtseins der Massen ist eine typische Erscheinung des geistigen Lebens, ohne die der Imperialismus nicht existieren könnte. Objektiv ist im Imperialismus das notwendige Entwicklungsniveau der Produktivkräfte vorhanden, um den Übergang zum Sozialismus zu vollziehen und eine solide, dauerhaft ökonomisch-technische Basis des Sozialismus zu schaffen. Das geht aber nicht ohne die Herausbildung des notwendigen Niveaus des sozialistischen Bewußtseins der Massen.

Geringste Proteste werden niedergebügelt…

Die imperialistische Meinungsmanipulation hat das klassenmäßige Ziel, die Herausbildung des sozialistischen Bewußtseins als dem subjektiven Faktor zur Vollziehung des objektiven Prozesses des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus zu verhindern und bereits alle Ansätze dazu ständig zu zerstören. Da es um die weitere Existenz ihres Systems geht, scheut die Klasse der Bourgeoisie keinerlei Kosten. Die Denkschulen-Konvente, die „Eliten“ aller Schattierungen bürgerlicher Ideologie, die „Meinungsführer“ als die Multiplikatoren der Ideologie der herrschenden Klasse, wurden existentiell immer gut abgesichert.

Die Milieuschädigung bei den Führern der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften sowie spezialisierter Berufsgruppen hat insbesondere mit dem Übergang zum Imperialismus und der Nutzung seiner Extraprofite zu ihrer massenhaften sozialen und politischen Korruption und damit zu ihrer Entartung vom Marxismus, d.h. zum Opportunismus und dessen „theoretischer“ Begründung in Form des Revisionismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen (Reformismus, Sozialchauvinismus, Sozialpazifismus, Zentrismus, Sozialpatriotismus, Menschewismus, Trotzkismus, Sozialrevolutionäre, Renegaten usw.) geführt.

Gehirnwäsche auf breitester Front

Die geistige Manipulierung, die Gehirnwäsche der Massen zur Uniformierung ihres Denkens und Handelns gegen ihre eigenen Interessen im Sinne der Interessen des staatsmonopolistischen Kapitalismus hat folgende Voraussetzung:

  • Die Herrschaft der letzten Ausbeuterklasse in der geschichtlichen Entwicklung der Gesellschaft, die Bourgeoisie, ist in ihrem parasitären Stadium angelangt. All ihre Maßnahmen führen die Ausgebeuteten, insbesondere die Arbeiterklasse, immer wieder an die proletarische Revolution heran. Die Klasse der Kapitalisten hat sowohl national als auch international erlebt, was es für ihre Existenz bedeutet, einer politisch-ideologischen als auch einer einheitlich organisierten Arbeiterklasse gegenüberzustehen. Sie weiß, daß diese Einheit die zum Sieg führende Waffe der Arbeiterklasse und ihrer natürlichen Verbündeten ist;
  • die ständige Verschärfung aller dem Kapitalismus objektiv innewohnenden Widersprüche in den Prozessen des Übergangs zum staatsmonopolistischen Kapitalismus;
  • Konzentration aller Machtmittel, auch der ideologischen, in den Händen der mit der Macht des Staates verschmolzenen Macht der Monopole;
  • die „Meinungsfreiheit“, die „Mediendemokratie“ ist die „Freiheit“ und „Demokratie“ der Monopolbourgeoisie;
  • die Konzentration der modernsten Mittel sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse, welche die Gewähr für die politisch-ideologische Beeinflussung der gesamten Gesellschaft bieten, in den Händen der Kapitalisten;
  • eine vom Antikommunismus geprägte Ideologie der herrschenden Klasse;
  • die durch die Entwicklung der Produktivkräfte, vor allem durch die Automatisierung der Produktion und der Dienstleistungen, vorhandene immer größere Disponibilität der arbeitenden Menschen; die Steigerung der Arbeitsproduktivität richtet sich gegen den revolutionärsten und entscheidenden Teil der Produktivkräfte und ist unter kapitalistischen Bedingungen ein ständiger Faktor sich ständig erhöhender Arbeitslosigkeit, welche nicht nur ein Instrument der ökonomisch-sozialen Erpressung der Werktätigen, sondern auch ihrer politisch-ideologischen Nötigung ist;
  • ein massenhaftes Warenangebot, welches den Konsum einschließlich der „Spaßgesellschaft“ zum erstrebenswerten Ideal hochstilisiert.

Was müssen wir bei unserer politischen Arbeit beachten?

All diese Voraussetzungen der geistigen Manipulierung müssen wir beachten, wenn wir als Kommunisten eine wissenschaftlich-bolschewistische und massenwirksame politisch-ideologische Arbeit leisten wollen. Die Diskussionen über unsere künftige politische Linie haben gezeigt, daß manchmal nicht erkannt wird, welchen Einfluß das System bürgerlicher Manipulation auch auf das eigene Denken und Handeln hat. Das ist kein Vorwurf, nur eine sachliche Feststellung.

Eins muß allen Mitgliedern der KPD(B) klar sein: Das Objekt der bürgerlichen Manipulation ist der arbeitende Mensch, das werktätige Volk. Die Manipulation läßt kein Gebiet aus – von der Intimsphäre bis zum öffentlichen Auftritt. In der Arbeit wie in der Politik bleibt nicht eine einzige Seite, ein einziges Gebiet des Lebens eines Menschen unbeeinflußt.

Ausbeutung und fremdgesteuerte Menschen

Genauso global, totalitär, erpresserisch und terroristisch wie das System der kapitalistischen Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ist sein System zur geistigen Manipulierung. Das eine, die Bourgeoisie, kann ohne das andere, die Manipulation, nicht existieren. Das bedeutet, der Mensch kann sich nicht mehr in eine unbeeinflußte Sphäre zurückziehen. Sein Ich, seine Persönlichkeit wird ständig manipuliert. Die Menschen werden zu von außen gelenkten Objekten.

Die neuesten Erkenntnisse der Tiefenpsychologie werden angewendet, um die Menschen in einer antagonistischen Klassengesellschaft durch die Anwendung von Suggestionsmethoden geistig im Sinne der Großbourgeoisie gleichzuschalten. Mit vielfältigen wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie z.B. der Soziologie, der Meinungsforschung, der Psychologie, Politologie, Public-Relations, der Verhaltens- und Motivforschung usw. wird ein Denken in vorgeformten Denkmodellen bewirkt, das den Schein der Willensfreiheit erzeugt. Ohne daß sich die Menschen dessen bewußt werden, sollen ihr Weltbild, ihre Denkgewohnheiten, ihr Gefühlsleben, ihre ästhetischen Interessen, ja ihre gesamte Lebensweise den reaktionären Interessen der Imperialisten untergeordnet werden.

Hohe Identifikation mit der „Zivilgesellschaft“

Das System von Lügen und Halbwahrheiten soll nicht nur die Wahrheit verdecken, sondern auch dazu führen, daß sich die Menschen entgegen ihren eigenen Interessen mit dem reaktionären, imperialistischen System identifizieren.

Ein Musterbeispiel für den Parlamentarismus als ständige Seifenoper mit wechselnden Mehrheiten war die Bundestagswahl 2005. Obwohl der Neoliberalismus von Schröder, Westerwelle, Merkel und Stoiber die rote Karte erhielt, bewahrheitete sich zum Schluß doch die Volksweisheit „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“. Den Charakter und Sinn bzw. Unsinn der bürgerlichen Demokratie und ihrer Wahlen hat Henkel, der ehemalige Präsident des BDI und mehrfache Euromilliardär, so formuliert: „Egal wer gewinnt, unter den Siegern bin ich immer dabei“. Er hatte Recht. Solange das privatkapitalistische Eigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln den Charakter der Gesamtheit der Produktionsverhältnisse, den Charakter der ökonomischen Basis bestimmt, solange ändert sich am Charakter des Überbaus dieser Gesellschaftsordnung nichts, schon gar nicht durch Wahlen. Die Imperialisten sind dadurch immer der Sieger.

Dieser gesamten ökonomischen und politisch-ideologischen Macht des Imperialismus stehen wir als KPD(B) mit unserer marxistisch-leninistischen, unserer wissenschaftlichen, bolschewistisch-kommunistischen Politik entgegen. Trotz dieser vorhandenen Macht des Imperialismus brauchen wir nicht pessimistisch zu sein, sondern können unseren historischen Optimismus bewahren.

Welches Programm braucht eine Kommunistische Partei?

Das Programm einer Kommunistischen Partei muß zuverlässig den Weg aus der Sackgasse des Imperialismus weisen. Es soll den Kommunisten und all denen, die ihnen folgen, Einheitlichkeit von Strategie und Taktik im Klassenkampf gewährleisten. Damit ist es der zuverlässige proletarische Kompaß für die Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus, dem Übergangsstadium zum Kommunismus. Mögen uns doch die „reinen“ Demokraten und Pseudokommunisten den Vorwurf machen, wir als Vertreter der Einheit und Reinheit des Marxismus-Leninismus seien totalitär oder stalinistisch. Das ist geradezu lächerlich!

Die Partei „Die Linke“ z.B. ist stolz darauf, keinen speziellen „Klienten“ zu vertreten. Sie hat eine „pluralistische“ Sprache, sie redet allen zu Munde. Wir Kommunisten haben nur eine Sprache, die Sprache der Arbeiterklasse, also der Klasse, welche objektiv die revolutionärste in der heutigen Gesellschaft ist. Die wissenschaftliche Politik unserer Partei muß das ganze Gegenteil von Manipulation sein.

Wie werden wir manipuliert?

Manipulierung bedeutet immer, die Menschen bewußt im Interesse der herrschenden reaktionären Klasse fehlzuinformieren, damit diese Handlungen vollziehen kann, die gegen die ureigensten Interessen der Arbeiterklasse gerichtet sind.

Ein typisches Beispiel hierfür war die Agenda 2010, welche als Ziel den allseitigen sozialen Kahlschlag hat. Zur Durchführung wurde den Werktätigen dabei eingeredet, die Agenda geschehe einzig und allein in ihrem Interesse. Dabei steckte nichts anderes dahinter als das Bestreben, der Bourgeoisie ihre Maximal­profite zu sichern. Nur ein Beispiel: Der Präsident der IHK, Ludwig Georg Braun, machte im Interesse der „Schaffung“ neuer Arbeitsplätze den Vorschlag, die Werktätigen sollten die ersten zwei Krankheitstage selbst tragen. Dieser Vorschlag, der angesichts des niedrigsten Krankenstandes seit der Existenz der BRD erfolgte, sollte den Maximalprofit der Bourgeoisie „nur“ um 30 Milliarden Euro jährlich erhöhen. Dieser Vorschlag wurde durch die Losung der schwarzen Triade, dem blonden Fallbeil Stoiber, der schwarzen Witwe Merkel und des Liquidators des Volkseigentums der DDR Köhler „Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft“, ideologisch voll abgedeckt.

Auf der festen Basis des Marxismus-Leninismus

Hier ließen sich noch beliebig weitere Beispiele anführen. Ich möchte hier nur bemerken, daß ein Programm einer kommunistischen Partei, das die bürgerlichen Lügen nicht bereits vom Grundsatz her entlarvt, seine Aufgabe verfehlt. Ein solches Programm muß als Anleitung zum Handeln dienen und die Manipulation der Menschen durch das kapitalistische System entlarven. Hierzu bedarf es der Bewußtseinsbildung und der Bewußtseinslenkung mit dem Ziel, die Persönlichkeit des Menschen allseitig zu entfalten, so daß er sich im Leben wie in der Politik selbständig orientieren und handeln kann. Das ist jedoch nur objektiv möglich auf der Grundlage der Erkenntnisse und Theorien des Marxismus-Leninismus.

Entweder — Oder!

Den Menschen die Wahrheit zu vermitteln, ist das Gegenteil von Manipulation, deren politisch-ideologische Basis die Lüge ist. Die ideologisch „fundamentierte“ Lüge ist das politische Klasseninstrument der Reaktion gegen den gesellschaftlichen Fortschritt.
Die wissenschaftlich fundierte Wahrheit zu verbreiten und zu vertreten, hat mit Totalitarismus, hat mit einer Ideologie, die für sich in Anspruch nimmt, die Wahrheit „gepachtet“ zu haben, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Nur die notorischen Lügner, die Apologeten des Kapitals aller Schattierungen behaupten, daß es soviel Weltanschauungen auf der Welt gebe, wie es Menschen gibt. Das ist nicht wahr. Es gibt heute nur die beiden antagonistischen Weltanschauungen, die bürgerliche und die proletarische, definiert durch den Marxismus-Leninismus.

Wie schion bemerkt, müssen wir auch die Tatsache berücksichtigen, daß die „junge Generation“ der jetzt 20- bis 30-jährigen, die die DDR nicht mehr kennengelernt haben, dem System der bürgerlichen Manipulierung in voller Breitseite ausgesetzt waren. Hinzu kommt, daß viele Eltern durch den Verrat der Gorbatschowisten am Marxismus-Leninismus und am Sozialismus, in ungeheurem Maße verstärkt durch die skrupellose antikommunistische Hetze der Multiplikatoren der bürgerlichen Ideologie, maßlos darüber enttäuscht sind, daß alle ihre Vorstellungen und Träume von einem sorgenfreien Leben im Sozialismus und nach der Konterrevolution in den „blühenden Landschaften“ des Bundeskanzlers Kohl wie eine Seifenblase zerplatzt sind.


Was geschah nach 1989 mit der DDR?

Die Konterrevolution von oben führte in Ostdeutschland, dem ehemals zehntstärksten Industrieland der Welt, zu einer weitaus größeren Zerstörung als der Zweite Weltkrieg. Das, was nach dem Krieg von den Werktätigen in Ostdeutschland, dem Aufruf der KPD vom 11. Juni 1945 folgend, im Zuge der antifaschistisch-demokratischen sowie der sozialistischen Revolution im wesentlichen aus eigener Kraft aufgebaut wurde und die Grundlage sozialer Sicherheit für alle DDR-Bürger war, fiel der Konterrevolution zum Opfer.

Die Privatisierung des Volkseigentums, des größten wirtschaftlichen Raubzuges in der Geschichte der deutschen Bourgeoisie unter Schirmherrschaft von Horst Köhler, dem damaligen verantwortlichen Staatssekretär für die „Treuhand“ und heutigen Bundespräsidenten, führte zur wirtschaftlichen Katastrophe im Osten Deutschlands und machten ihn zu einem halbkolonialen Gebiet innerhalb der BRD.

Ein verbrecherischer Raubzug

Ein solcher Zusammenbruch ist einmalig. Von diesen Verbrechen der Privatisierung des Volkseigentums in der DDR hat sich die Wirtschaft des Ostens bis heute nicht wieder erholt. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Osten liegt bei etwa 55 Prozent von dem im Westen. Das ist der Fall, obwohl die Arbeitsproduktivität in den Zentren der Automobilproduktion, der Mikroelektronik und des Schiffsbaus wesentlich höher ist als im Westen. Die Löhne liegen allerdings um bis zu 20 Prozent niedriger. Diese Tatsache widerspiegelt sich auch in der sehr unterschiedlichen Kaufkraft der ostdeutschen Bevölkerung gegenüber der westdeutschen. Sie beträgt je Einwohner z.B. im Saarland mit der niedrigsten Kaufkraft der alten Bundesländer 15.908 Euro im Jahr. Dem gegenüber haben die Berliner 1.322, die Sachsen 1.541, die Brandenburger 1.561, die Thüringer 1.622, die Sachsen-Anhalter 1.943 und die Mecklenburg-Vorpommeraner sogar 2.188 Euro weniger im Jahr. Die Haushalte in den neuen Bundesländern haben im Verhältnis zu den alten Bundesländern ein Bruttovermögen von 42,5 Prozent, Schulden von 55 Prozent und ein Nettovermögen von 40,1 Prozent.

Woher kam das schnelle Wachstum im Westen?

Tatsache ist, daß nach der Annexion der DDR durch die BRD von 1989/1990 ein Wirtschaftswachstum von 11 Prozent erreicht wurde. Das BIP Westdeutschlands erhöhte sich um 186 Milliarden DM. Bei Fortführung dieser Trendentwicklung BIP West ergibt dies ein Zusatzwachstum von 1991 bis 2000 von 1.850 Milliarden DM zu Preisen von 1991.

Wenn die „Wirtschaftsweisen“ und ihre Nachplapperer, die „Eliten“ von Politik und Wirtschaft behaupten, daß die gegenwärtige Wirtschaftsschwäche eine Folge der „Belastung“ durch die deutsche Einheit sei, dann ist dies eine Lüge. Ein Blick ins statistische Taschenbuch offenbart die Wahrheit. Der Einheitsboom hat die Kassen der Konzerne, Handelsketten und des Fiskus in Westdeutschland zum Dauerklingeln gebracht.

In wessen Taschen wanderte das DDR-Volkseigentum?

Der Diebstahl des Volkseigentums, somit die Enteignung der Bürger der DDR hat dazu geführt, daß laut Einkommensstatistik die reichsten Deutschen allein von 1989 bis 1993 einen Vermögenszuwachs von 23 Prozent hatten. Die Gewinne der Kapitalgesellschaften (AG, GmbH) stiegen um 75 Prozent. Als Lafontaine noch Finanzminister war, stellte er fest, daß sich in zehn Jahren „deutscher Einheit“ der Wert der Mobilien und Immobilien der BRD verdoppelt hatte.

Ich halte es keineswegs für unwesentlich, darauf zu verweisen, daß dieser Wirtschaftsaufschwung in den ersten Jahren der Annexion der DDR zu einem Zeitpunkt erfolgte, als sich die kapitalistische Welt in einer ihrer tiefsten wirtschaftlichen Krisen befand.

Nicht unwesentlich ist auch, darauf aufmerksam zu machen, daß sich in dieser Zeit die Anzahl der erwerbstätig Beschäftigten in Westdeutschland um 1,5 Millionen erhöhte und die Arbeitslosenzahl um 500.000 gesenkt werden konnte. Dies alles erfolgte auf Kosten der vom Sozialismus befreiten ostdeutschen „Brüder und Schwestern“. Einer solche kurzfristige Verbesserung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes mit einer solchen Effektivität konnte zu keinem Zeitpunkt in der alten BRD erreicht werden. Das alles zeigt, welche Bedeutung Kolonialbesitz im eigenen Staatsgebiet – ein Kolonialgebiet als eine verlängerte Werkbank – für die Klasse der Ausbeuter hat.

Gab es einen Euro-Transfer von West nach Ost?

Genauso wie über die Kosten der deutschen Einheit politisch ohne jeden Skrupel gelogen wird, ist dies mit den angeblichen Billionen an Euro-Transfers von West nach Ost der Fall. Hiermit soll nach dem Prinzip „Teile und herrsche!“ politische Stimmung gemacht werden, um das profitable Transfergeschäft für die Klasse der Ausbeuter zu verstecken. Alle Transfer-Ideologen bilden eine Einheitsfront zur Verdummung sowohl der west- als auch der ostdeutschen Bevölkerung. Durch die Lobbyisten, die Profiteure des Transfers, werden die Werktätigen der BRD in bedauernswerte „Geber im Westen“, die es Leid sind, von Jahr zu Jahr Milliarden Euro abzuführen, und „undankbare und zu anspruchsvolle Nehmer im Osten“ auseinanderdividiert.

Die freche Lüge vom „Aufbau Ost“

Es ist eine bewußte Lüge, daß es sich bei diesem Transfer um Entwicklungshilfe für den Osten handelt. Was alles unter Transferleistungen zu verstehen sei, ufert maßlos aus. Das reicht von Bundesbeihilfen bis zu solchen finanziellen Leistungen wie denen für den Zivildienst Ost. Hauptsache, sie haben auch nur im geringsten etwas mit dem Osten zu tun. Auf diese billige Weise wird die angebliche Billion an Transferleistung zusammengerechnet. Die Struktur der Transferleistungen zeigt, daß sie zu 50 Prozent für Sozialleistungen bestimmt sind. Es gehört schon eine Menge Perversion dazu, den ostdeutschen ihr Eigentum zu rauben, Massenarbeitslosigkeit zu erzeugen und dann die Sozialleistungen als „Geschenk“ zu deklarieren.

Raub und Unterschlagung im Osten

Es ist schlicht und einfach Unterschlagung, wenn sich westdeutsche Finanzorgane die Versicherungen der Ostdeutschen aneignen und dann die daraus resultierenden Zahlungen als Hilfe für den Osten darstellen. Es grenzt schon an schon Skrupellosigkeit, unter „Sonstiges“ im Transfer Ost z.B. die Buschzulagen für die Beamten im Kolonialgebiet Ost, Ausgaben für Verteidigung, also die Bundeswehr und die Bundespolizei, sowie für den Ausbau Berlins als Hauptstadt der BRD zu verbuchen. Es ist ökonomisch in keiner Weise zu begründen, den Ausbau der Verkehrsverbindungen der Bundesländer mit der Hauptstadt Berlin und den Ausbau der Transitwege als „Aufbau-Ost“ zu deklarieren. Das geht selbst dem „Sachverständigenrat“ zu weit. Er verweist darauf, daß dies alles zu den allgemeinen Aufgaben des Bundes gehört.

Sachlich durchgeführte Analysen ergaben weiterhin, daß z.B. von 100 Millionen DM an Ausgaben für Ausrüstungen und Anlagen ca. 75 Prozent wieder in westdeutschen Taschen landeten. Von 100 DM Ausgaben für Konsumgüter landeten wieder 69,50 DM in den Taschen westdeutscher Produzenten und Handelsketten.


Eine neokolonialistische Politik

In all den von mir angeführten und bewerteten Fakten zeigt sich die Einheit von neoliberaler und neokolonialer Politik zur Sicherung des Maximalprofits zu Lasten der Werktätigen, wie sie in der BRD betrieben wird.

Politisch-ideologisch war dieser Prozeß die Vernichtung hervorragender Arbeit des Volkes der DDR. Der ehemalige Justizminister Klaus Kinkel (FDP) gab dazu die Leitlinie vor. Er verlangte von allen Staats-, Partei- und Privatinstitutionen, sich tagtäglich auf die politisch-ideologische Vernichtung der DDR zu konzentrieren. Das Ziel müsse es sein, aus dem Gedächtnis der DDR-Bürger für alle Ewigkeit zu löschen, daß es sich ohne Kapitalisten besser leben läßt.

Das war Kinkels furchtbares Vermächtnis…

Den Bürgern der alten BRD wird eingebläut, die Kosten der Einheit seien daran Schuld, daß jetzt soziale Standards und demokratische Rechte, wie sie zu Zeiten, als die DDR noch die stärkste Gewerkschaft für die Werktätigen in der BRD war, errungen wurden, abgebaut werden müssen und daß dies mit der Agenda 2010 aber sozialverträglich und gerecht erfolge. Die Leitlinie von Kinkel, die noch heute von allen Antikommunisten befolgt wird, beinhaltet dabei folgende Schwerpunkte:

  • die Diskriminierung und Delegitimierung des Marxismus-Leninismus,
  • die Kriminalisierung der SED sowie der DDR als eine SED-Diktatur sowie
  • die Diskriminierung, Delegitimierung und Kriminalisierung der DDR als
    „Unrechtsstaat“.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-1, S.12-19. Mai 2006 (Leicht bearbeitet; Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Siehe auch:

Das Tor zum Sozialismus ist weiterhin offen

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4 Antworten zu Emil Collett: Manipulation – Methode des Klassenkampfes

  1. Politnick schreibt:

    Die sogenannten neuen Medien wie Twitter und Facebook dienen hauptsächlich der Durchführung derartiger Manipulationen. Gleichzeitig werden mit diesen Medien beträchtliche Profite erzielt.

    Nach dem letzten G7 Gipfel Treffen schreibt beispielsweise ein amerikanischer Präsident auf Twitter was er an Deutschland alles Scheiße findet — Das ist so doof, döfer gehts schon gar nicht mehr. Aber bis auf das Medium hat sich seit „Mein Kampf“ an dieser Masche nichts geändert. Ob seit Merkels letzter Rede das Bierzelt zum neuen Medium wird?

    Freundschaft 😉

  2. Pingback: Manipulationsmethoden des Imperiums – Saschas Welt | Schramme Journal

  3. Pingback: Das Tor zum Sozialismus ist weiterhin offen! | Sascha's Welt

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