Eine Rechnung des Schreckens…

Wutschetitsch

Schwerter zu Pflugscharen

Von Geschichtswissenschaftlern und Statistikern wurde errechnet, daß seit Beginn unserer Zeitrechnung 3,5 Milliarden Menschen unseres Planeten durch Kriege umkamen – so viele, wie die Gesamtbevölkerung der Erde heute ausmacht.  Die vernichteten materiellen Güter entsprechen einem Wert, den ein 150 Meter breiter und zehn Meter starker Goldreif um die Erde haben würde – aber soviel Gold birgt unsere Erde wohl gar nicht. Hinter den Zahlen steht unsägliches Leid und große Not. Wie schmerzlich trifft es jeden, der einen ihm lieben Menschen verliert. Jeder der 3,5 Milliarden Menschen hatte Angehörige und Freunde, die um ihn trauerten. Wie schwer ist es, sein Dach über dem Kopf, sein Hab und Gut, die Früchte seiner Arbeit zu verlieren. Aber was erschreckt uns heute eigentlich noch? Fast nichts!

Als der sowjetische Bildhauer Jewgenij Wutschetisch 1959 in New York seine Plastik „Schwerter zu Pflugscharen“ aufstellte, waren die Menschen in Europa noch vom Krieg beeindruckt. Kurz darauf begann in Westdeutschland mit Hilfe der USA die Wiederaufrüstung. Die alten Nazis kamen wieder zu Macht und Ehren, Kriegsverbrecher wurden geschont, statt verurteilt. Doch die DDR und die anderen sozialistischen Ländern verfolgten konsequent ihren Friedenskurs. Es war dank des Warschauer Vertrages die längste Friedensperiode des 20. Jahrhunderts. Erst 1990 nach der Konterrevolution war das abrupt beendet und die USA konnten ihre Weltmachtstellung wieder ausbauen. Wie häßlich und verlogen war da doch die von den Kirchen in der DDR angezettelte Kampagne, bei der auf Jacken und Rucksäcken symbolisch mit dem Abbild der sowjetischen Plastik für „Abrüstung“ geworben wurde. Einseitig natürlich! Denn der Imperialismus hat niemals abgerüstet – und er tut es auch heute nicht! Wer gibt eigentlich einem Abgeordneten des USA-Kongresses das Recht, ein anderes Land „bestrafen“ zu dürfen?

Munitionscontainer.png

(Foto: Lt. Col. Brad Culligan, Commander, 838th Transportation Batallion)

Nein, der Imperialismus kann ohne Krieg nicht existieren. Und deshalb wird massenhaft Munition nach Europa geliefert: Mehr als 700 Container mit Munition. Und ein solcher Militarist, wie der USA-Oberstleutnant Brad Culligan, verkündet noch voller Stolz: „die Schiffe wurden möglichst schnell entladen, um den Hafen für nachfolgende Schiffe freizumachen.“ Könnte er sich vorstellen, daß Rußland oder Nordkorea oder – sagen wir – Frankreich ebenfalls SIEBENHUNDERT CONTAINER mit Waffen und Munition an der mexikanischen Grenze abladen würde? Was für ein krankes Hirn befindet sich in diesem kahlgeschorenen Schädel! Schon vergessen, was Ihr Landsmann Justice Jackson in seiner Eröffnungsrede vor dem Nürnberger Tribunal feststellte, nämlich, daß der „Angriffskrieg ein internationales Verbrechen gegen das Menschengeschlecht darstellt“? (Quelle: Der Nürnberger Prozeß 2 Bde., Berlin, 1957, Bd.I, S.87.) Was also soll die massive Aufrüstung in Europa anders sein als eine Kriegsvorbereitung, eine Vorbereitung auf den Angriffskrieg?

Und erzählen Sie uns nichts von einer „Bedrohung durch Rußland“ – es gab sie nicht, und es hat sie niemals gegeben! Wer aber hat Vietnam überfallen, Libyen, den Irak und Dutzende anderer Länder? Wer ist denn in den ehemaligen Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrages einmarschiert, wer hat denn Kriegsmanöver in den baltischen Staaten der ehemaligen Sowjetunion durchgeführt? Rußland – oder die NATO unter Führung  der USA? Wer hat denn Syrien bombardiert? Es war Ihr Land, Mister Culligan!

Quelle: Luftpost KL
Original: Offizielle Seite der US-Army

(Danke an Giskoe für den Hinweis: Räder rollen für den Krieg!)


P.S. Jewgenij Wiktorowitsch Wutschetitsch (1908-1974) war übrigens auch der Schöpfer des Mahnmals Mutter Heimat ruft auf dem Mamajew-Hügel im heutigen Wolgograd, des Lenin-Monuments am Wolga-Don-Kanal und des sowjetischen Ehrenmals in Berlin (Treptower Park).

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Für den Frieden, Kriminelle Gewalt, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Eine Rechnung des Schreckens…

  1. giskoe schreibt:

    Wenn du das Gebaren der uniformierten Zivilversager hier jeden Tag miterlebst und die selbstherrlichen Darstellungen der Politmarionetten, wundert dich gar nichts mehr :-(.
    Heute hat wieder so ein Typ in seiner F-16 eine Parkplatzrunde gedreht: Flughöhe – ’ne Kalaschikow hätte den Goldzahn oben links sauber getroffen…

  2. Pingback: Schreckensbilanz | Schramme Journal

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s