„Spaniens Himmel breitet seine Sterne…“ Was geschah wirklich im spanischen Befreiungskrieg (1936-1939)?

SpanienkampfWir alle, die wir im Sozialismus aufgewachsen sind, die wir den Frieden und die soziale Gerechtigkeit in unserer Deutschen Demokratischen Republik kennengelernt haben, erinnern uns noch lebhaft an die machtvolle Stimme Ernst Buschs, der dieses Lied des Thälmann-Bataillons gesungen hatte: „…Mit uns stehn Kameraden ohnegleichen und ein Rückwärts gibt es für uns nicht“ heißt es im Lied. Viele Lügen hatten die Nazis und ihre Gefolgsleute, die Trotzkisten und Faschisten Europas über diese Kämpfe gegen das reaktionäre Franco-Regime verbreitet. Doch die internationale Solidarität mit dem spanischen Volk war stärker als alle Macht der Nazis – auch wenn sich das spanische Volk der faschistischen Übermacht geschlagen geben mußte. Hier nun ein Bericht von einem, der dabeigewesen ist.

AN DEN LESER

von Erich Weinert

Dieses Buch handelt vom Krieg in Spanien, der von 1936 bis 1939 währte. An diesem Krieg habe ich als Freiwilliger von 1937 bis zu seinem Ende teilgenommen. Alle Beiträge, die dieses Buch enthält, habe ich in Spanien [1] geschrieben. Das Buch hätte ursprünglich viel mehr enthalten und ein anderes Gesicht haben sollen. Auch wäre es schon 1939 fällig gewesen. Auf die Umstände, die meine ursprünglichen Absichten vereitelten, werde ich noch zurückkommen. Für notwendig halte ich in erster Linie ein Wort der Aufklärung über den Charakter dieses Krieges. Bis heute herrscht darüber in weiten Kreisen noch die (von den Faschisten gewünschte und daher genährte) Vorstellung, daß die „Roten“ (womit man natürlich die Kommunisten meint) in Spanien 1936 einen revolutionären Putsch gemacht hätten, der dann von Franco niedergeschlagen worden wäre, wodurch der Eindruck entsteht, als sei dieser Inhaber der legitimen Macht und als seien die „Roten“ die staatsfeindlichen Rebellen gewesen.

Der faschistische Putsch

In Wirklichkeit hatte sich die bei den Wahlen vom Februar 1936 geschlagene monarcho-klerikale Reaktion unter Francos Führung gegen die Republik gesammelt, nicht ohne vorher in geheimer Abrede sich der militärischen Unterstützung der verkommensten Mächte Europas, Hitler-Deutschlands und Mussolini-Italiens, versichert zu haben. Franco versuchte, sich am 18. Juli 1936 an die Macht zu putschen. Aber die Überrumpelung des Volkes, wie sie einem Mussolini und einem Hitler gelungen war, gelang ihm nicht.

Das spanische Volk greift zu den Waffen

Das spanische Volk nahm den Überfall des Volksfeindes nicht wie ein Schicksal hin, es griff zu den Waffen und lieferte den Faschisten blutige Schlachten. Zum Unterschied von Deutschland, das 1933 den Faschisten keine geeinigte Abwehrfront entgegenstellen konnte, trat hier die mächtige Kraft der demokratischen Einheit auf den Plan: Sozialisten, Kommunisten, Syndikalisten und Demokraten, die im Parlament die Mehrheit bildeten, schlossen ein brüderliches Kampfbündnis auf Leben und Tod.

Die Nazis in Europa rotten sich zusammen

Daß die Republik geschlagen werden konnte, nachdem sie sich zwei und ein halbes Jahr im leidenschaftlichen opfervollen Widerstand behauptet hatte, war weder Francos militärischer noch moralischer Kraft zuzuschreiben. Es war die massive militärische Unterstützung durch Hitler und Mussolini mit Truppen und schweren Waffen, denen die schlecht bewaffnete Republik nicht standhalten konnte.

Es war kein Bürgerkrieg!

Daß die Republik schlechter als ihre Feinde bewaffnet war und blieb, verdankte sie den heuchlerischen Regierungen der bürgerlichen Demokratie, die ihr den Kauf von Waffen verweigerten unter dem jesuitischen Vorwand, es handle sich da um einen Bürgerkrieg, und Lieferung von Waffen könnte als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates ausgelegt werden. Nein, das war kein Bürgerkrieg; in einem solchen hätte die Republik in wenigen Wochen gesiegt, es war ein Aggressionskrieg gegen die Republik, an dem die Faschisten offen, die bürgerlichen Demokratien heimlich teilnahmen.

…dann schon lieber den Faschismus!

Was die kapitalistischen Länder zu dieser Haltung gegenüber Spanien bewog, liegt auf der Hand. Sie sahen in einem Spanien, in welchem der linke Flügel so stark war, daß mit der Enteignung der Großkapitalisten und der Aufteilung der Latifundien gerechnet werden mußte, eine Gefahr. Denn eine Demokratie neuen Typus, deren erste Umrisse schon erkennbar wurden, trug sicher den Bolschewismus im Schoße. Dann schon lieber Faschismus!

Die Internationalen Brigaden

Aber Spanien war nicht verlassen. An seiner Seite stand die Solidarität der Antifaschisten der ganzen Welt. Von allen Kontinenten strömten Freiwillige zu den Fahnen der Republik. Die meisten kamen aus faschistischen oder kryptofaschistischen Ländern [2], aus Italien, Deutschland, Österreich, Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, China und anderen, die in der Heimat ein illegales Leben geführt oder in der Verbannung gelebt hatten. Hier gab es endlich eine Front, wo man dem Ungeheuer Faschismus nicht mehr mit papiernen Drohungen, sondern mit soliden Maschinengewehren zu Leibe rückte, Zu diesen Freiwilligen gesellten sich Männer und Frauen aus Frankreich, der Schweiz, England, Amerika, Skandinavien und Holland, dem Ruf der internationalen Solidarität folgend. Diese Tausende von Freiwilligen waren die Kerne der sogenannten Internationalen Brigaden [3], die bis zum Ende des Krieges neben ihren spanischen Brüdern kämpften und fielen.

Der Schriftstellerkongreß in Madrid

Im Frühjahr 1937 hatten Willi Bredel und ich Gelegenheit, nach Spanien zu gelangen, wo der Internationale Kongreß der Schriftsteller stattfinden sollte, zu dem wir neben anderen deutschen Schriftstellern delegiert waren. Einige von ihnen, wie Ludwig Renn, Hans Marchwitza, Bodo Uhse und Alfred Kantorowicz, waren bereits an der Front; Anna Seghers und Egon Erwin Kisch begegneten wir bei unserer Ankunft in Valencia. Der Kongreß war eine manifestante Kampfansage an den Weltfaschismus. Noch kein Schriftstellerkongreß hat unter solchen Aspekten getagt. In Madrid donnerten die Geschütze der nahen Front in die Reden der Delegierten. Soldaten im Stahlhelm postierten sich mit den Fahnen der siegreichen internationalen Bataillone auf der Tribüne. Schriftsteller in Uniformen, von der Sonne der Front verblichen, traten ans Pult. Man brachte ihnen Ovationen dar.

Von Kongreß an die Front

Nach dem Kongreß meldete ich mich beim Oberkommando der Internationalen Brigaden zum Dienst an der Front. Mit meiner Verwendung in einer militärischen Funktion war man dort nicht einverstanden; es gäbe für einen Schriftsteller genügend Kulturarbeit an der Front und im Hinterland, auch. wäre es notwendig, daß über diesen Krieg Bücher geschrieben würden von Dichtern und Reportern, die gleichzeitig militante Antifaschisten seien und keine gesinnungslosen Schlachtenbummler wie die bürgerlichen Büchermacher. Der Kommandant, ein alter deutscher Genosse, hatte recht; es galt, diesen Schlachtenbummlern, die eine Plage aller Stäbe wurden, das Terrain streitig zu machen, auf dem sie bereits ihre bekannten antikommunistischen Greuelschaubuden aufschlugen. Unsere Stimme war die der Wahrheit; wir mußten sie hören machen.

Für Solidarität und Zuversicht…

Ich erhielt die Qualifikation eines Mitarbeiters des Kriegskommissariats der Elften Brigade, die zu dieser Zeit, nach schweren, verlustreichen Kämpfen, bei Madrid in Ruhe lag. Als Kulturarbeiter hatte ich die Freiheit, mich überall umzusehen, wo ich es für meine Arbeit für dienlich hielt. Ich verbrachte die anderthalb Jahre bis zum Ende des Krieges teils an der Front, teils im Hinterland. Zwei Aufgaben hatte ich mir gesetzt: mich der täglichen Propagandaarbeit für Front und Hinterland zu widmen und dem großen Erlebnis dieses Freiheitskrieges dichterischen Ausdruck zu geben. Die propagandistische Tätigkeit bestand darin, unter den Kameraden den Geist der Solidarität und der Zuversicht lebendig zu erhalten.

Wahrheitsgetreue Berichte

Ich schrieb Lieder und Gedichte, die zum Teil ins Spanische übersetzt wurden und übersetzte Dichtungen aus dem Spanischen, Russischen Französischen und Englischen, die in aller Welt über den Kampf in Spanien geschrieben worden waren, und bereicherte damit auch unsere deutsche Spanienliteratur. An der Front mußte für Zeitungen geschrieben, mußten Wandzeitungen hergestellt. Bunte Abende mit der Bevölkerung eranstaltet werden. In den Lazarettorten und in den großen Zentren des Hinterlands wie in Barcelona und Valencia wurden Vorträge, Vorlesungen, Liederabende, Gedenkstunden vor deutschen und internationalen Kameraden abgehalten. Von den Sendern Madrid und Barcelona wurde nach Deutschland gesendet. Die ausländische Presse mußte mit wahrheitsgetreuen Reportagen beliefert werden. Es gab viel zu tun.

Für welches Publikum schreiben wir wirklich?

Wir deutschen Schriftsteller hatten uns vorgenommen, dieser imposanten Erhebung eines Volkes gegen den Versuch seiner Wiederversklavung in geschichtsschreibender oder dichterischer Form Ausdruck zu geben. Wir diskutierten oft über die Frage: Kann man als Dichter oder Reporter über die Fülle der andrängenden Erscheinungen und Erlebnisse schreiben, wie etwa der Journalist Impressionen sammelt und sie reproduziert? Soll man das sich Ereignende täglich in der Form des Tagebuches aufzeichnen, also nur chronikmäßig registrieren? Oder soll man nicht lieber Rohmaterial sammeln und später, wenn der ganze Geschichtsabschnitt aus größerem Abstand überschaubar geworden ist und das tausendfache Nebensächliche sich nicht mehr aufdrängt, das Aufgezeichnete am ruhigen Schreibtisch ordnen?
Das letztere schien sich uns am meisten zu empfehlen, zumal wir alle die Erfahrung gemacht hatten, daß die Unruhe des Front- und Quartierlebens die zum Schaffen notwendige innere Sammlung fast nie zuläßt. Kisch klagte einmal darüber, daß hier jedes Erlebnis, das nach literarischer Gerinnung drängt, oft schon durch ein neues, stärkeres verdunkelt würde und man mit der Zeit statt ausgereifter Formen nur Torsi und Fragmente in der Hand habe. Von einem anderen Kameraden, ich glaube, es war Marchwitza, hörte ich einmal die resignierte Äußerung, daß alles Geschriebene doch nur ein blasses Abbild des Erlebten bedeute.
Schließlich wurde die wichtige Frage aufgeworfen: für welches Publikum schreiben wir eigentlich? Wer liest uns denn? Zu wem sprechen wir Deutsche wirklich? Unser Volk kann unsere Stimme nicht erreichen. Allenfalls lesen uns unsere Genossen, die im Exil leben. Die paar deutschen Emigrationszeitungen hatten keinen Wirkungsradius. Für deutsche Bücher gab es außerhalb Deutschlands nur einige Verlage. Wir trösteten uns damit, daß nach dem Sieg über den Faschismus in Spanien auch der Tag kommen müsse, wo unser Volk auch seine Henker verjagen werde. Dann würden wir im freien Deutschland von Spanien erzählen und von unseren tapferen Brüdern, die, vor Madrid verblutend, die Ehre unseres Volkes retteten. Aber die Geschichte ging einen unerwarteten Weg.

Über das Buch „CAMARADAS“

In den anderthalb Jahren meines Aufenthalts in Spanien habe ich nicht wenig geschrieben, vieles aufgezeichnet und gesammelt. Alles, was an Gedichten, Liedern, Erzählungen, Szenen, Reportagen, Übersetzungen und anderem mir druckwürdig schien, hatte ich bereits im Herbst 1938 zusammengestellt, um es als Buch bei einem deutschen Verleger in Barcelona, der sich einen guten Absatz davon versprach, unter dem Titel „Camaradas“ herauszubringen. Damals aber begannen die Druckereien wegen Mangels an Strom, Papier und Menschen schon auszusetzen. Außerdem trat der Krieg in eine kritische Phase, wo es um andere Dinge ging. Das Manuskript kam wieder in den Koffer, der sich schon mit Aufzeichnungen, Dokumenten, Ausschnitten, Entwürfen und Bildern gefüllt hatte.

Der Betrug mit der „Nichteinmischung“

Es kam die Zeit, wo die Soldaten der Internationalen Brigaden kaltgestellt wurden. Die Regierung Negrin hatte beim Nichteinmischungskomitee in London wegen der Einmischung Hitlers und Mussolinis Beschwerde geführt. Die Antwort war, daß das Komitee der Einmischung ein Ende setzen werde, aber auch der Einmischung. durch die Teilnahme von Ausländern am Krieg auf der republikanischen Seite. So mußte die Regierung uns demobilisieren, wodurch das Kräfteverhältnis der Kriegführenden für die Republik noch ungünstiger wurde. Daß Franco natürlich nicht daran dachte, die deutschen und italienischen Legionen zum Abzug zu nötigen, versteht sich am Rande.

Das Ende: Im Konzentrationslager der Nazis

Im Februar 1939 war der Krieg zu Ende. Nach Österreich und der Tschechoslowakei hatten die bürgerlichen Demokratien nun auch Spanien dem Faschismus ausgeliefert. Unser Empfang in Frankreich fand nicht, wie wir es uns einst ausgemalt hatten, im großen Velodrome d’Hiver in Paris statt, sondern in einern Konzentrationslager an der Mittelmeerküste. Mein Manuskript- und Dokumentenkoffer wurde mir dort geraubt. Ich erzähle davon im letzten Kapitel dieses Buches. Daß die Beiträge, die es enthält, gerettet wurden, verdanke ich dem Umstand, daß ein Teil bereits ins Ausland verschickt und dort zum Teil in Zeitschriften veröffentlicht worden war und ein weiterer Teil sich in meinem Marschgepäck befand, das ich als Bündel unter dem Arm trug. Alles übrige ist verlorengegangen.

Schriftstellerische Pläne

In Spanien hatte ich mir vorgenommen, mich, falls es mir gelänge, nach Moskau zurückzukehren, sofort an das projektierte Buch „Camaradas“ zu machen, das aber nur zu einem kleineren Teil Gedichte, Erzählungen und Reportagen, zu einem weit größeren aber alles, was in diesen Jahren in meinem Gesichtskreis sich ereignete, enthalten sollte. Dieser Teil sollte nichts als erzählen, aber nicht in der Art eines Tagebuches das Wahrgenommene in zeitlicher Folge schildern, vielmehr in der Form einer breiten dichterischen Darstellung, die den Leser dieses großartige und erregende Stück Geschichte miterleben lassen sollte.

Das Stalinbild in einer spanischen Bauernstube

Was wäre da nicht alles zu erzählen gewesen vom Enthusiasmus eines erwachten Volkes, das sich für seine junge Freiheit schlägt, das verlernt hat. die Mütze vor Pfaffen und Granden zu ziehen, dessen Bauern sich eigenmächtig Streifen abschnitten vom überfluß des Herrenlandes, damit ihre Kinder Brot haben. Wie vieles wäre zu erzählen gewesen vom neuen Leben, das mit neuen Liedern durch das Land geschritten kam, vom flammenden Haß gegen uralte grausame Ordnungen. An vielen Beispielen hätte ich zeigen mögen, wie schnell ein Volk reifen kann, wenn es sich seiner Kraft bewußt wird, wie mit kühnem Schritt es Epochen zu überschreiten vermag (ich denke an ein Stalinbild in einer armen Bauernstube über dem uralten tönernen Öllämpchen aus der Vorzeit).

Hitleragenten, Trotzkisten und andere Verräter

Ich hätte von jungen Soldaten und alten Bauern erzählen mögen, die am Tage kämpften und unter Feuer ihre Äcker bestellten und abends in den Klassen der Dorfschulen saßen, um lesen und schreiben zu lernen. Vom Heldentum der Soldaten der Volksarmee und ihrer internationalen Kameraden gab es unzählige Zeugnisse, die in eine solche Erzählung gehört hätten. Von der Tätigkeit unserer offenen und heimlichen Widersacher, von Hitleragenten, Trotzkisten und anderen Zersetzern in unseren Reihen hätte ausführlich berichtet werden müssen, belegt mit Protokollen und Dokumenten. Auch von großartigen Menschen, von Freunden und Genossen war viel zu erzählen.


Großartige Genossen und Kommunisten

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Der Sänger Ernst Busch im Spanienkampf

Ich denke an Begegnungen mit spanischen Dichtern, wie mit dem feurigen Rafael Alberti und seiner schönen Gefährtin Maria Teresa León, mit dem alten begeisterten Luis de Tapia, mit vielen jungen Dichtern und Musikern, die Kampflieder schufen. Vom Leben und Wirken meiner deutschen Kameraden hätte ich vieles zu berichten gehabt, von Ludwig Renn, dem mutigen Kommandeur, Vorbild an Kameradschaftlichkeit und Bescheidenheit, von Willi Bredel, dem tapferen Kommissar des Thälmann-Bataillons, der, am ersten Tage an der Front, ohne je einen Krieg aus der Nähe gesehen zu haben, an Stelle des neben ihm gefallenen Bataillonskommandeurs das Bataillon zum Sturm auf Quinto führte, von Hans Kahle, der bis zum letzten Tage des Krieges eine Division kommandierte, von Egon Erwin Kisch [4], der im Schneegestöber der Teruelschlacht durch die Trümmer kroch und Notizen aufzeichnete, von Hans Marchwitza, Eduard Claudius und Bodo Uhse, die im Feuer der Front ihre Erzählungen schrieben, von Alfred Kantorowicz, der an der Front und aus den Archiven mit dankenswertem Fleiß Material für eine künftige Geschichte der Internationalen Brigaden zusammentrug und bewahrte, von Franz Dahlem, der unermüdlich um die politische Moral der Genossen und um die Festigung der Einheitsfront besorgt war, von Ernst Busch, der nicht nur mit Liedern und Gedichten auftrat, sondern auch Schallplatten und Liederbücher unter großen technischen Schwierigkeiten herstellte und bei Veranstaltungen oft Dekorationen und Kulissen mit eigener Hand sägte und nagelte.

Begegnungen mit aufrechten Sozialdemokraten

Ich hätte von Begegnungen erzählen wollen mit deutschen Sozialdemokraten, mit denen wir hier zum ersten Male uns sachlich und kameradschaftlich auseinandersetzten; ich denke im besonderen an Erich Kuttner, der unsre Einheit mit Leidenschaft verfocht und uns beschwor, nach der Liquidierung des Faschismus nie wieder eine Spaltung der Arbeiterklasse zuzulassen. Von wie vielen anderen Begegnungen wäre nicht zu berichten gewesen!

Wieder in der Freiheit – Moskau!

Im Sommer 1939 saß ich wieder an meinem Schreibtisch in Moskau. Der Plan der großen Erzählung über den spanischen Krieg mußte aufgegeben werden, da alle meine Aufzeichnungen, Entwürfe und Dokumente verloren waren. Es blieb also nichts übrig, als aus dem, was noch da war an Gedichten, Erzählungen, Szenen und Reportagen, einen Sammelband zusammenzustellen. Nun aber drängte sich die Frage wieder auf: für welche Leser? Ein solches Buch, in Moskau deutsch erscheinend, erreichte nur deutschlesende Sowjetleser und bestenfalls ein paar Deutsche in der westlichen Emigration. An die Deutschen in Deutschland konnte es ja nicht gelangen.

Der zweite Weltkrieg beginnt

Über all diesen Erwägungen brach der zweite Weltkrieg aus. Hitlers Kolonnen stampften durch Europa. Vor dieser kontinentalen Apokalypse schrumpfte der spanische Krieg zu einem Lokalereignis zusammen. Der Plan zu einem Spanienbuch wurde fallengelassen. Ich hatte ihn auch nicht wiederaufgenommen, weil die Welt, besonders seit dem Einbruch Hitlers in die Sowjetunion, andere Dinge bewegten als der fast schon vergessene kleine spanische Krieg. Auch beschäftigten mich wichtigere Aufgaben.

Wider den neuen Weltfaschismus!

Heute rückt Spanien wieder in unser Blickfeld. Die neuen Kriegsmacher, die es heute umwerben, sind die alten „Nichteinmischer“ , die seinerzeit den Sieg des Faschismus an diesem Ende Europas brauchten und zu ihm verhalfen. Deshalb gewinnt auch die Geschichte Spaniens in den Jahren 1936 bis 1939 wieder an Bedeutung. Heute, wo der Weltfaschismus zu neuem Schlage ausholt, sollten wir uns der mächtigen Kraft erinnern, die im spanischen Krieg ihre Feuerprobe bestanden hat: der Solidarität der Völker. So brauchen gerade wir Deutsche heute den Geist der kämpferischen Einheit gegen die Mächte des Krieges und des Faschismus. Und diesen Geist lebendig zu machen, soll auch dieses Buch mit beitragen.

Berlin, März 1951
Erich Weinert

Quelle:
Erich Weinert, Camaradas. Rotfront-Verlag, Kiel, o.D. S.7-16. Vorwort. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Acrobat Reader Der spanische Befreiungskrieg


Anmerkungen:

[1] Spanien: In diesem Lande fing der 2. Weltkrieg an. Hinter dem Franco-Regime stand eine fremde Macht: Berlin und Rom mit ihren Divisionen: Schon bevor Hitler und Mussolini zeitlich mit ihren Landetruppen den spanischen Rebellen zu Hilfe eilen konnten, stellte Göring am 25. Juli 1936, also sechs Tage nach dem Putsch, Franeo deutsche Flugzeuggeschwader zur Verfügung. Zur gleichen Zeit beförderten deutsche Transportflugzeuge die ersten Kontingente marokkanischer Fremdenlegionäre von Spanisch-Marokko nach Spanien.

[2] Kryptofaschistische Länder: Von griechisch kryptos: versteckt, heimlich, verborgen. Im politischen Sprachgebrauch: halbfaschistische Länder.

[3] Internationale Brigaden: Am 14. Oktober 1936, drei Monate nach dem faschistischen Überfall auf Spanien, wurde in Albacete die Zentralstelle für die Internationalen Brigaden gegründet.

„Die paar Grüppchen von Freiwilligen, die sogenannten Zenturien oder Hundertschaften, gebildet von ausländischen Antifaschisten, die in Spanien ansässig waren, wurden auf neuer organisierter Basis zusammengefaßt und durch die ankommenden Freiwilligen, die in dünnem Strom über die Pyrenäengrenze sickerten, verstärkt.
Das erste Bataillon der Internationalen Brigaden gab sich den Namen des aufrechten deutschen Antifaschisten Edgar André, der kurz zuvor von Himmlers Henkern hingerichtet worden war. Ein zweites Bataillon, das sich den Namen Ernst Thälmann gab, folgte alsbald und formte mit dem dritten französischen Bataillon, Commune de Paris, die erste Internationale Brigade, die XI. Brigade, im Rahmen der spanischen Volksarmee. Eine zweite Internationale Brigade, die XII. Brigade, aus Polen, Ungarn, Italienern, Spaniern formiert, wurde wenige Wochen später in den Kampf geworfen. Eine dritte, die XIII. Brigade, kämpfte bei Teruel, Malaga, in den Bergen der Sierra Nevada vor Granada und bei Pozoblanco und Penarroya, bevor sie sich im Sommer 1937 mit den anderen Internationalen Brigaden in der Schlacht von Brunete bei Madrid vereinigte. Zwei andere Internationale Brigaden wurden im Laufe des Jahres 1937 formiert, die XIV. französische Brigade und die XV. anglo-amerikanische Brigade. Es gab ein italienisches Bataillon Garibaldi, das die faschistischen Divisionen Mussolinis bei Guadalajara zu Paaren trieb, ein polnisches Bataillon Dombrowski und die polnische Kompanie Mickiewicz, benannt nach dem großen Freiheitshelden der polnischen Geschichte, ein ungarisches Bataillon Rákosi, ein anderes französisches Bataillon, Henri Vuillemin, genannt nach dem jungen französischen Antifaschisten, der am 6. Februar 1934 von der französischen Spielart der Nazis erschossen worden war, ein österreichisches Bataillon Zwölfter Februar und die österreichische Maschinengewehrkompanie Georg Weissel, die skandinavische Olsson-Batterie, den tschechischen Zug Gottwaldowa Ceta, die englische Kampfgruppe Attlee, das jugoslawisch-bulgarische Bataillon Dimitroff, das amerikanische Lincoln-Washington-Bataillon, das einundzwanzig Nationalitäten umfassende Tschapaiew-Bataillon u.a.
Unter den alles in allem 18.000 Freiwilligen der Internationalen Brigaden befanden sich rund 5.000 Deutsche und Österreicher. Nach den letzten Schätzungen dürfte von ihnen heute kaum mehr als der zehnte Teil noch am Leben sein und viele von diesen an ihren Wunden leidend oder verkrüppelt. Von den 5.000 blieben wohl an die 3.000 auf spanischer Erde, etwa 2.000, zumeist verwundet, waren noch am Leben, als im Spätsommer 1938 die Internationalen Brigaden aufgelöst wurden. Die 2000 Überlebenden überschritten Ende Januar 1939 die Pyrenäengrenze. Sie blieben für Jahre in den Pyrenäenlagern. Ein Teil wurde später von der Vichy-Regierung zur Zwangsarbeit in die afrikanische Wüste geschickt. Schätzungsweise 800 bis 1.000 fanden in den Lagern oder in der Wüste unter unmenschlichen Bedingungen den Tod. Einige Hundert wurden nach der Kapitulation Vichys an die Gestapo ausgeliefert. Ein paar Dutzend entwischten mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung, an deren Kampf sie führend teilnahmen. Etwa zweihundert wurden von den Alliierten nach der Landung in Afrika befreit. Eine Anzahl von diesen wurde nach der Sowjetunion eingeladen und in Erholungsheime auf der Krim und im Kaukasus gesandt. Es war das erste Mal, daß sie empfangen wurden, wie sie es verdienten. Die Sowjetregierung sandte ihnen trotz der Transportschwierigkeiten mitten im Kriege einen Sonderzug mit Salonwagen an die Grenze entgegen, und man begrüßte sie als Helden.
Ein paar Dutzend entkamen nach dem Zusammenbruch Frankreichs auf diesen oder jenen Wegen nach Mexiko, England, den Vereinigten Staaten und Lateinamerika. Einige der Ärzte der gab ein italienisches Bataillon Garibaldi, das die faschistischen Divisionen Mussolinis bei Guadalajara zu Paaren trieb, ein polnisches Bataillon Dombrowski und die polnische Kompanie Mickiewicz, benannt nach dem großen Freiheitshelden der polnischen Geschichte, ein ungarisches Bataillon Rákosi, ein anderes französisches Bataillon, Henri Vuillemin, genannt nach dem jungen französischen Antifaschisten, der am 6. Februar 1934 von der französischen Spielart der Nazis erschossen worden war, ein österreichisches Bataillon Zwölfter Februar und die österreichische Maschinengewehrkompanie Georg Weissel, die skandinavische Olsson-Batterie, den tschechischen Zug Gottwaldowa Ceta, die englische Kampfgruppe Attlee, das jugoslawisch-bulgarische Bataillon Dimitroff, das amerikanische Lincoln-Washington-Bataillon, das einundzwanzig Nationalitäten umfassende Tschapaiew-Bataillon u.a.
Unter den alles in allem 18.000 Freiwilligen der Internationalen Brigaden befanden sich rund 5.000 Deutsche und Österreicher. Nach den letzten Schätzungen dürfte von ihnen heute kaum mehr als der zehnte Teil noch am Leben sein und viele von diesen an ihren Wunden leidend oder verkrüppelt. Von den 5.000 blieben wohl an die 3.000 auf spanischer Erde, etwa 2.000, zumeist verwundet, waren noch am Leben, als im Spätsommer 1938 die Internationalen Brigaden aufgelöst wurden.
Die 2000 Überlebenden überschritten Ende Januar 1939 die Pyrenäengrenze. Sie blieben für Jahre in den Pyrenäenlagern. Ein Teil wurde später von der Vichy-Regierung zur Zwangsarbeit in die afrikanische Wüste geschickt. Schätzungsweise 800 bis 1.000 fanden in den Lagern oder in der Wüste unter unmenschlichen Bedingungen den Tod. Einige Hundert wurden nach der Kapitulation Vichys an die Gestapo ausgeliefert. Ein paar Dutzend entwischten mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung, an deren Kampf sie führend teilnahmen.
Etwa zweihundert wurden von den Alliierten nach der Landung in Afrika befreit. Eine Anzahl von diesen wurde nach der Sowjetunion eingeladen und in Erholungsheime auf der Krim und im Kaukasus gesandt. Es war das erste Mal, daß sie empfangen wurden, wie sie es verdienten. Die Sowjetregierung sandte ihnen trotz der Transportschwierigkeiten mitten im Kriege einen Sonderzug mit Salonwagen an die Grenze entgegen, und man begrüßte sie als Helden. Ein paar Dutzend entkamen nach dem Zusammenbruch Frankreichs auf diesen oder jenen Wegen nach Mexiko, England, den Vereinigten Staaten und Lateinamerika. Einige der Ärzte der Internationalen Brigaden dienten in China.“ (Aus Alfred Kantorowicz: „Spanisches Tagebuch“. Aufbau Verlag, Berlin 1948.)

[4] Egon Erwin Kisch, der große Reporter, stützte den Freiheitskampf mit zahlreichen publizistischen Beiträgen in der Weltpresse und schrieb über Spanien die Erzählungen „Drei Kühe“ und „Soldaten am Meeresstrand“.

Siehe auch:
Guernica: Die Luftwaffe, Terrorwaffe der Nazis
Dolores Ibarruri, die legendäre spanische Kommunistin
Picasso: Meine Zeichnungen sind Waffen
Spanien: Eine wahre Begebenheit

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14 Antworten zu „Spaniens Himmel breitet seine Sterne…“ Was geschah wirklich im spanischen Befreiungskrieg (1936-1939)?

  1. patrick büttner schreibt:

    Das paßt ja wie die Faust aufs Auge… las ich doch vor zwei Wochen Bodo Uhses „Leutnant Bertram“. Das Buch kann ich nur empfehlen, wenn auch Herr Uhse ein unsicherer Kantonist war. Kunst und Künstler muß man eben öfter mal trennen…

    • sascha313 schreibt:

      Nein, Patrick. Bodo Uhse war kein „unsicherer Kantonist“, wenngleich sein Leben tragisch endete. Man muß immer in Betracht ziehen, welche enorme Wandlung er unter den schwierigen Umständen seiner Zeit vollzogen hat („Söldner und Soldat“). Kam hinzu, daß er angesichts der verbrecherischen Rede des Antikommunisten Chruschtschow auf dem XX.Parteitag der KPdSU „in tiefe Selbstzweifel“ verfiel und auch den neuen Revisionismus in der DDR nicht durchschaute. Ähnlich wie auch Brecht, der den Verrat nicht verstand.

      • patrick büttner schreibt:

        Stimmt, Du hast recht. Eigentlich war es anmaßend, das zu behaupten… zumal aus meiner bequemen Position des Nachgeborenen.

  2. Politnick schreibt:

    Lieber Sascha,

    Bekanntlich haben ja amerikanische Banken den deutschen Faschismus finanziert, aber wer hat denn Franco und Mussolini finanziell unterstützt, hast Du da etwas mehr an Informationen? Wie das heute läuft wissen wir ja, die Faschisten paktieren untereinander länderübergreifend, Schneeballprinzip — aus allen Ländern des EU-Trust fließen Gelder in Naziherrschftsländer.

    Nur zum Verständnis wie ich das sehe: Der Terror in GB u.a. EU-Ländern bspw. ist auch nichts anderes als der Naziterror im Deutschland der 20er Jahre. Ebenso betrachte ich die sog. Flüchtlingslager die in ganz Afrika verstreut sind, als KZ. Das ist meine persönliche Ansicht, ich kann mich auch irren.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      Naja, lieber Politnick – so einfach kann man die zwei Terrorakte in England nicht mit dem dem Deutschland von 1933 vergleichen, und die Flüchtlingslager sind auch keine KZ – auch wenn die Lage dort katastrophal ist. Wer aber finanziert (auch hier) diese faschistischen Auswüchse?

      Nimmt man Geheimrat Kirdorf, Bankier v.Schröder und Thyssen, so ist klar, daß die Industriellen großes Interesse an Hitler hatten: „The speech (die Rede Hitlers vor dem Industriellenklub, N.G.) made a deep impressionon the assembled industrialists, and in consequence of this a number of large contributions flowed from the ressources of heavy industry into the treasuries of the National Socialist party.“ (Thyssen: „I paid Hitler“ zit. nach Hellwig/Weiss: „So macht man Kanzler“, Berlin, Verlag der Nation, 1962, S.67) – und natürlich flossen nicht nur ausländisches Kapital und Waffen Franco zu, sondern er erhielt auch diplomatische und politische Unterstützung durch westl.Imperialisten!

      Siehe aber auch hier: https://sascha313.wordpress.com/2017/01/27/ueber-das-wesen-des-trotzkismus/ (Pkt.6)

      • Politnick schreibt:

        Die Aussage, dass ausländisches Kapital beteiligt war, ist bereits hinreichend zu zeigen, dass Faschismus und Kapital + Kapitalexport unmittelbar zusammenhängen und sich Geschichte wiederholt bis heute. Insofern gibt es auch keinen „Mythos Hitler“, sondern vielmehr ist Faschismus nur eine andere Spielart imperialistischer, internationaler Politik.

        Aus demselben Grund ist Entwicklungshilfe nichts anderes als Kapitalexport, und die politische Situation der betreffenden Länder gleicht der politischen Situation Deutschlands der 20er Jahre. Des weiteren ist der Begriff „Flüchtling“ eine Lüge, weil es gar nicht sein kann, dass jemand in genau ein Land flüchtet, was die Zerstörung seiner Heimat finanziert.

        Freundschaft 😉

        @jauhuchanam
        Ich war gestern mal wieder in einer der zahlreichen Erfurter Kirchen und ich habe meine Mütze NICHT abgenommen. Vor wem auch!?

    • “Bekanntlich haben ja amerikanische Banken den deutschen Faschismus finanziert,“

      Eigentlich wollte ich meine Hände über’m Kopf zusammenschlagen! — nicht als Applaus, sondern vor Entsetzen über die Nazi-Propaganda, der du auf den Leim gegangen bist!!!

      1.) Es gibt keinen speziellen „deutschen“ Faschismus: der ist nichts weiter als eine der — ich sage: der unendlich erscheinenden Facetten der Religionen im Bunde mit dem philosophischen Idealismus ist! Dies hat Marx richtig als Kapitalismus bezeichent! Es gibt und gab niemals „amerikanische Banken“!

      2.) Es gibt (lies bitte aufmerksam!) private Banken, die keinem Staat, keiner Organisation, keiner Religion oder Philosophie unterworfen sind! Sie sind einzig und allein dem Völkerrechtssubjekt Papst gegenüber verantwortlich und rechenschaftpflichtig! So ist das nun einmal in unserer „Schuldkultur“, dessen höchster Repräsentant der Papst ist, welcher der „Geschäftsführer“ der bis heute größten und mächtigsten, reichsten – und damit mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt ist!

      Und dabei muß man nicht mal an diesen Irrsinn glauben … oder Anhänger einer Religion sein! Die Hauptsache ist, die Sklaven halten es für Wahrheit: „Was kann *ich* schon tun?“ (wenn Millionen Menschen diese Scheiße jeden Tag mit ihrem Gehirn fressen)

      Klar doch: Auch ich kann den Tag X abwarten. Aber ich kann mich auch dazu entscheiden, die WAHRHEIT zu verbreiten und derartigem Unsinn, welchen du aus meiner Sicht in Unkenntnis verbeitest, zu widersprechen!!!

      Ich habe eine Bitte an dich, Politnick:
      Lies bitte die Einleitung „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“! https://de.wikipedia.org/wiki/Opium_des_Volkes. Vielleicht wird dann auch dir klar: „Jesus“ war kein „Religionsstifter“, sondern Materialist, der die „beste Religion“ (= das Judentum!) nicht nur in Frage stellte, sondern durch sein Tun als „Religion“ entarnte und dadurch … widerlegt hat!

      • Politnick schreibt:

        Hitler erwähnt den Dawes-Plan, der über die Thyssen-Bank die NSDAP finanzierte, nur nebenbei. Und dass er schreibt, Kapital befindet sich „über den Umweg der Aktie“ im Ausland ist natürlich auch nur die halbe Wahrheit.

        Vielmehr sind Im real existierenden Kapitalismus die Banken international aufgestellt und heutzutage reicht ein Mausklick zum Auslösen finanzieller Transaktionen. Ohne Geld kann keine Kanone der Welt schießen und genausowenig sprengt sich jemand aus purem Fanatismus selbst in die Luft.

        Freundschaft 😉

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Jauhuchanam, es ist keine Nazipropaganda, dass US-Konzerne (Ford u.a.) die Nazis finanziell unterstützt haben, und zwar besonders für die Aufrüstung. Das kannst du bei Gossweiler ganz genau nachlesen, und zwar in dem Buch „Großbanken, Industriemonopole und Staat“. In diesem Buch konzentriert sich Kurt Gossweiler zwar für die Zeit 1914 bis 1932, aber die Unterstützung für die aufkommende NSDAP durch US-Konzerne lief schon in den zwanziger Jahren an. Ganz abgesehen davon, dass schon in den zwanziger/dreißiger Jahren die Großbanken international vernetzt waren.

  3. giskoe schreibt:

    Erinnert mich an die Fernsehserie von Rudi Kurz „Hans Beimler, Kamerad!“
    und die aktuelle Lage (https://giskoesgedanken.wordpress.com/2015/11/25/im-gleichschritt-marsch/)

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Politnick, du fragst, wer Franco unterstützt hat? Die Staaten, die „Nichteinmischungspolitik“ betrieben, Frankreich und besonders England. Auch in großem Stil Konzerne der USA. Und Deutschland und Italien vor allem militärisch. Inwieweit von diesen beiden Regimen Gelder flossen, ist mir nicht bekannt, es ist aber anzunehmen, dass sie auch finanzielle Unterstützung Francos leisteten.

    Übrigens, ich habe das Buch „Camaradas“ von Erich Weinert. Habe ich vor langer Zeit gelesen. Das gehört zu meinen Schätzen. Es ist realistisch geschrieben, eher Reportagen, aber auch Geschichten und Gedichte, im Grunde ein Querschnitt durch den Spanischen Krieg.. Wie überhaupt der ganze Weinert sich in diesem Buch ausdrückt. Seine politischen Gedichte sind mir, wenn ich ein politisches Gedicht schreibe, immer Richtschnur. Ein großartiger Mensch. Wer mal nach Friedrichsfelde zum Friedhof der Sozialisten kommt, sollte das Grab Erich Weinerts besuchen, es befindet sich auf dem Rondell, rechts.

    • Politnick schreibt:

      Ja, eine Fahrt nach Berlin steht demnächst wieder mal an. Vor fast 20 Jahren war ich mal dienstlich dort, in einer Zeit wo meine Firma noch Geld für Dienstreisen mit dem Flieger hatte. So landete die Dash 8-100 mitten in Berlin und zufällig war mein Taxifahrer ein ehemaliger Thüringer der mir auf der Retour von Lichtenberg nach Tempelhof fast die ganze Stadt gezeigt hat 😉

      @Sascha: Guck mal, ob Du ein paar Informationen zum DEFA Film „Das grüne Ungeheuer“ findest. Das ist auch ganz interessant, da gehts um den Faschismus in Südamerika.

      Freundschaft 😉

  5. Pingback: Die Schwierigkeiten des spanischen Freiheitskampfes (1936-1939) | Sascha's Welt

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