Abschied von einer außergewöhnlichen Frau

g4qys4QwbVgDas Kollektiv der Alternativen Presseschau erinnert an Larissa Simonowa, die in der Nacht vom 14. zum 15. Juli 2017 starb. Mit ihr hörte ein großes Herz in einer kleinen und doch so großartigen Frau auf zu schlagen. Hier der vollständige Artikel:

Larissa Stepanowna Simonowa, die als Kind mit ansehen mußte, wie deutsche Faschisten ihre Schwester töteten, die dank internationaler Solidarität trotz schwerster Verletzungen das faschistische Vernichtungslager Auschwitz und die Hölle anderer KZ überlebte, ergriff später den Beruf einer Lehrerin und widmete sich mit ganzem Herzen der Erziehung der heranwachsenden Generationen. Auch als Rentnerin blieb sie immer in Kontakt mit der Jugend, kam oft in den Kinder- und Jugendclub „Gaidarowzy“, wo sie intensive Gespräche mit den Kindern führte.

Als Vorsitzende der Organisation der ehemaligen Gefangenen der Konzentrationslager – der Opfer des Faschismus – in der Stadt Makejewka setzte sie sich engagiert für das Recht der Mitglieder auf Entschädigungszahlung aus Deutschland ein, was eine intensive und langwierige Recherchearbeit in Archiven voraussetzte, die sie ehrenamtlich leistete.

Durch sie erfuhren die Einwohner Makejewkas nicht nur die Namen von 7.000 Bürgern der Stadt, die in den faschistischen Konzentrationslagern gelitten hatten, sondern auch vom Schicksal der bis dahin von der Geschichtsschreibung vergessenen Kinder des „Kinderheims Obhut“, die den Wehrmachtssoldaten als Frischblutspender zur Verfügung gestellt wurden, bis buchstäblich der letzte Blutstropfen aus ihnen herausgepresst war. Heute erinnert in Makejewka ein Denkmal an diese Kinder.

Für ihre Verdienste erhielt Larissa Stepanowna Simonowa zahlreiche Auszeichnungen und Orden und wurde Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt. Die Zeitung „Anstoß“ der DKP Berlin berichtete über sie in einer Sonderbeilage zum Tag der Befreiung von Faschismus. ( http://anstoss.dkp.berlin/ausgabe/2017-05-sonder )

Ihr Tod ist ein Verlust nicht nur für die Stadt Makejewka. Sie wird vielen Menschen fehlen.

Mit ihnen trauert
das Kollektiv der Alternativen Presseschau.

(Vielen Dank an das Kollektiv! für den Hinweis!)

Im Anhang der Artikel aus der Berliner DKP-Zweitung „Berliner Anstoß“ (Sonderbeilage vom Mai 2017). Zum Herunterladen – hier:

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4 Antworten zu Abschied von einer außergewöhnlichen Frau

  1. Rotfront schreibt:

    Ihr Leben und Verdienst um die Erinnerung der faschistischen Terrorherrschaft sollte Mahnung und Vorbild sein. Auch heute gibt es wieder derartige Auswüchse des Kapitalismus, dass wieder nach Nation und Rasse geschrien wird, während progressive Elemente kriminalisiert werden.

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