Die Lösung der Bodenfrage in der DDR

VolkszeitungWie war das nach dem 2. Weltkrieg? Welche Voraussetzungen waren notwendig, um dem deutschen Volk nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus durch die Sowjetunion eine neue, demokratische Perspektive zu ermöglichen? „Junkerland in Bauernhand“ war in unserem Teil Deutschlands, in der sowjetischen Besatzungszone, der späteren Deutschen Demokratischen Republik, die Devise. Kriegsverbrecher und Großgrundbesitzer wurden hier entschädigungslos enteignet. Doch heute ist das alles anders, denn wir leben im Kapitalismus, und da sind Grund und Boden wieder Privateigentum. Landwirtschaftliche Betriebe sind gezwungen, profitorientiert zu wirtschaften, und da spielt es keine Rolle mehr, ob Umwelt oder Lebensmittel mit Herbiziden oder Pestiziden verseucht sind oder ob das Grundwasser mit Nitraten vergiftet wurde – solange es jedenfalls keine ernsthaften Proteste dagegen gibt…  Wie war das nun in der DDR?

Im Lehrbuch Geschichte für die 10. Klasse (DDR) steht folgende Erklärung: 

Die Schaffung neuer demokratischer Staatsorgane war die entscheidende Voraussetzung, um die antifaschistisch-demokratische Umwälzung erfolgreich durchführen zu können. Anfang Juni 1945 konnte der Aufbau solcher Verwaltungsorgane {n den Gemeinden und Kreisen der sowjetischen Besatzungszone abgeschlossen werden. Im Juli 1945 wurden deutsche Landes- bzw. Provinzialverwaltungen geschaffen. Die Zusammensetzung ihrer Präsidien hatten die vier Parteien vorgeschlagen; sie wurde von der SMAD bestätigt. Am 22. Oktober 1945 übertrug die SMAD mit dem Befehl 110 den Landes- und Provinzialverwaltungen das Recht, Gesetze und Verordnungen mit Gesetzeskraft zu erlassen. Damit wurden sie zu den damals höchsten deutschen Machtorganen, die in sich gesetzgebende und vollziehende Gewalt vereinten. Dank der Unterstützung durch die sowjetischen Besatzungsorgane, dank der zielklaren Politik der KPD und ihrem Zusammengehen mit der SPD konnten in kurzer Zeit Machtorgane des Volkes entstehen, in denen die Arbeiterklasse die führende Rolle spielte.

Während sich die Werktätigen in Stadt und Land darum bemühten, die Friedenswirtschaft in Gang zu bringen, häuften sich Beispiele wirtschaftlicher Sabotage. Beauftragte der Konzernleitungen verzögerten die Produktion. Großgrundbesitzer verheimlichten den demokratischen Selbstverwaltungen vorhandene Lebens- und Futtermittelvorräte, und kapitalistische Großhändler nutzten die Not des Volkes zu großangelegten Schiebergeschäften. Diese Kreise waren bestrebt, bei den Werktätigen Mißtrauen und Haß gegen die SMAD, gegen die demokratischen Machtorgane und vor allem gegen die Kommunisten zu säen. Die Reaktion versuchte, die errungenen Machtpositionen des Volkes zu erschüttern, bevor es sie wirtschaftlich untermauern und politisch festigen konnte.

Solange die sozialökonomischen Wurzeln des Faschismus – das Eigentum der Monopolisten und Großgrundbesitzer an Fabriken, Rohstoffen und Ländereien – nicht beseitigt waren, bestand die Gefahr einer Restauration der imperialistischen Herrschaft.

Quelle:
Geschichte Klasse 10, Volk und Wissen, Volkseigener Verlag Berlin (DDR), 1980, S.58.

Und in der Enzyklopädie Land, Forst, Nahrung, Garten (DDR, 1980) steht:

Die Lösung der Bodenfrage in der DDR

Volker Klemm

Unter der Lösung der Bodenfrage verstanden MARX, ENGELS und LENlN eine sich stetig erhöhende Effektivität der Bodennutzung im Interesse der gesamten Gesellschaft. Die entscheidende Grundlage dafür sahen sie in der entsprechenden Gestaltung der Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden. Die Lösung der Bodenfrage ist folglich nur in der sozialistischen bzw. kommunistischen Gesellschaftsordnung möglich. Nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus ging die Arbeiterklasse im Bündnis mit den werktätigen Bauern und allen demokratischen Kräften des Landes entschlossen daran, diese Aufgabe auf dem Gebiet der DDR zu realisieren.

1. Demokratische Bodenreform und Bodennutzung

Der erste entscheidende Schritt zur Lösung der Bodenfrage war die demokratische Bodenreform. Sie begann im Herbst 1945 und war Ende 1946 im wesentlichen abgeschlossen. Die Aufteilung des Großgrundbesitzes nahm der reaktionären Junkerkaste die politische und ökonomische Macht, vollendete die bürgerlich-demokratische Revolution auf dem Land und gab den Boden in die Hände derjenigen, die ihn bearbeiteten (Tafel l).

Tafel 1

(l.o.) Eine 1948 ausgestellte Übereignungsurkunde schuldenfreien Landes durch die demokratische Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone. (r.o.) Die Bodenreform wird verwirklicht 1945. (u.) Die neuen landbesitzernach der Aufteilung des ehemaligen RittergutesHelfenberg (Sachsen), Herbst 1945.

Auch durch die Befreiung der werktätigen Bauern von der Ausbeutung durch das Industrie- und Bankkapital erhielt ihre Arbeit neue schöpferische Impulse. Zugleich wurden die Möglichkeiten, durch Pacht oder Verkauf von landwirtschaftlichem Boden in parasitärer Form Grundrente zu realisieren und damit die Entwicklung der Agrarproduktion zu hemmen, durch staatliche Gesetze beträchtlich eingeschränkt. Die Neubauern hatten das ihnen zugeteilte Land als persönliches Eigentum erhalten, mußten jedoch den Boden, wenn sie ihr Eigentumsrecht geltend machen wollten, selbst bewirtschaften. Verkauf oder Verpachtung waren nicht gestattet. Jeder Grundstücksverkehr mit Altbauernland erforderte eine staatliche Genehmigung, die nur dann erteilt wurde, wenn eine ordnungsgemäße Bodenbewirtschaftung gewährleistet war.

Die Maßnahmen der Bodenreform, die Hilfe der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen für die Landwirtschaft sowie die fleißige Arbei t der großen Mehrheit der Bauern bewirkten, daß bis 1951/52 die Vorkriegserträge in der Agrarproduktion wieder erreicht wurden. Zu diesem Zeitpunkt kam eine größere Anzahl von Bauern zu der Erkenntnis, daß die individuelle bäuerliche Warenproduktion der Entwicklung der Produktivkräfte in der Landwirtschaft Grenzen setzte. Dieser Umdenkungsprozeß wurde vor allem durch die entstandenen Stützpunkte der Arbeiterklasse auf dem Lande gefördert. VEG (Volkseigene Güter) und MAS (Maschinen-Ausleih-Stationen) überzeugten die Bauern von den Vorteilen gemeinsamen HandeIns.

2. Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und Bodennutzung

Im Jahre 1952 entstanden in den Dörfern der DDR die ersten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG); bis zum Frühjahr 1960 schlossen sich alle Bauern der DDR in Genossenschaften zu­sammen. Damit wurde der entscheidende Schritt zur Lösung der Bodenfrage getan. Der von den Bau­ern in die LPG eingebrachte Boden blieb zwar weiterhin persönliches Eigentum, wurde jedoch den genossenschaftlichen Belangen entsprechend bewirtschaftet. Das Gesetz über die LPG betonte ausdrücklich, daß kein privater Bodeneigentümer das genossenschaftliche Nutzungsrecht beschränken darf. Die LPG hat das Recht, auf dem von ihr bewirtschafteten Boden Veränderungen vorzunehmen, wenn dies die genossenschaftliche Wirt­schaftsführung erforderte.

Die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft und der wissenschaftlich-technische Fortschritt stellen auch den LPG ständig neue Aufgaben. Der stetig wachsende Bedarf an Agrarprodukten bedingt die weitere Intensivierung und den damit verbundenen planmäßigen Übergang zu industrie­mäßigen Produktionsmethoden in der Agrarproduktion, der sich auf dem Wege der Kooperation vollzieht. Im Mittelpunkt steht dabei die Intensivierung der Pflanzenproduktion. LPG und VEG entwickeln die verschiedensten Formen der kooperativen Zusammenarbeit, die nicht nur mit großen ökonomischen und sozialen Vorteilen verbunden ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur endgültigen Lösung der Bodenfrage in der DDR darstellt.

Nutzungsarten.png

Einteilung der Gesamtwirtschaftsfläche der DDR nach Nutzungsarten

Die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft und der wissenschaftlich-technische Fortschritt stellen auch der Landwirtschaft ständig neue Aufgaben. Hohe und stabile Erträge, Steigerung der Arbeitsproduktivität, Senkung der Kosten und damit ein kontinuierlicher Aufschwung der Effektivität der Agrarproduktion bedingen die weitere Intensivierung und den planmäßigen Übergang zu industriemäßigen Produktionsmethoden. Im Mittelpunkt steht dabei die Pflanzenproduktion. Seit 1971 machten dort Konzentration und Spezialisierung wesentliche Fortschritte.

Ende 1976 bearbeiteten 1024 kooperative Abteilungen Pflanzenproduktion (KAP), 156 LPG, 12 VEG und 12 zwischenbetriebliche Einrichtungen der Pflanzenproduktion die gesamte LN der DDR. Mit durchschnittlich 5000 ha LN und 350 bis 400 Arbeitskräften verfügten diese Betriebe über die notwendigen sozialökonomischen Voraussetzungen, um die der sozialistischen Landwirtschaft gestellten Aufgaben erfolgreich zu lösen und die Arbeits- und Lebensbedingungen der in ihnen beschäftigten Werktätigen kontinuierlich zu erhöben.

Die unterschiedlichen Eigentumsformen (LPG, VEG und persönliches Eigentum) sind kein Hin­dernis für die effektivste Nutzung des Bodens. Das im gesellschaftlichen Interesse ausgeübte Nutzungsrecht am Boden darf durch Forderungen der Eigentümer nicht gemindert werden.

Quelle:
Klemm, Volker: Die Lösung der Bodenfrage in der DDR. In: Kleine Enzyklopädie Land, Forst, Nahrung, Garten, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1980, S.12f. (gekürzt)


Der Leninsche Genossenschaftsplan

Kurt Groschopf

LENIN entwickelte den Gedanken, daß die sozialistische Großproduktion in der Landwirtschaft auf zwei Wegen zu schaffen ist: durch Bildung staatlicher Wirtschaften, die allgemeines Volkseigentum sind, und durch Schaffung kollektiver Bauernwirtschaften, die Eigentum des jeweiligen Kollektivs sind, durch den sozialistischen Staat Führung und Hilfe erhalten und – wie ie staatlichen Betriebe – Bestandteile des Systems sozialistischer Planwirtschaft bilden.

Er wies nach, daß der genossenschaftliche Zusammenschluß der werktätigen Bauern sozialistischen Charakter erhält, wenn sich die politische Macht in den Händen der Arbeiterklasse befindet, das Bündnis zwischen ihnen unter Führung der Arbeiterklasse gewährleistet ist und die Schlüsselpositionen der Wirtschaft in Händen des sozialistischen Staates sind. Darin besteht der Grundgedanke des Leninschen Genossenschaftsplanes. Unter diesen Bedingungen ist die Entwicklung der Genossenschaften zugleich Entwicklung des Sozialismus. Das gilt auch für die Zeit nach Vollzug der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft.

Im Sozialismus bestehen und entwickeln sich volkseigene Güter und landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften zugleich, wobei ihre Beziehungen zueinander umfangreicher und viel­fältiger, intensiver und enger werden und immer höheres gesellschaftliches Niveau erreichen. Beide sind die grundlegenden Leninschen Betriebsformen für die Pflanzen- und die Tierproduktion der sozialistischen Landwirtschaft. Sie bleiben es auch beim planmäßigen Übergang zu industriemäßigen Produktionsmethoden.

Quelle:
Groschopf, Kurt: Der Leninsche Genossenschaftsplan. In: Kleine Enzyklopädie Land, Forst, Nahrung, Garten, VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1980, S.739f. (gekürzt)

Siehe auch:
Was des Volkes Hände schaffen…
DDR-Geschichte: Was ist eigentlich eine LPG?
Eisleben 1945: Der Wille des Volkes
Erinnerung an die DDR: Der Bezirk Frankfurt/Oder

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9 Antworten zu Die Lösung der Bodenfrage in der DDR

  1. ropri schreibt:

    Lieber sascha, bei „Lehrbuch für Geschichte 10. Klasse“ sollte unbedingt stehen, wer Herausgeber dieses Lehrbuches war. In den BRD-Schulen wurde ganz bestimmt anders geschrieben – und heute sowieso!

  2. Püttmann Detlef schreibt:

    Das ist deutsche Geschichte. Sehr interessant und sehr gut für die Allgemeinbildung. Keine Ost – West Klassifizierung. Jeder kann aus der Geschichte lernen. Auch unsere jetzigen Häuptlinge. Wichtig ist, dss Ergebnis unter dem Strich MUSS FÜR ALLE MENSCHEN Vorteile bringen. Stichworte: Bienensterben, Pestizide, Nitratverseuchte Brunnen, Gülleexporte-Importe ein Fachmann könnte diese Reihe unendlich weiterführen. Immer wieder müssen unsere Häuptlinge auf Missstände und Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Ich setze meine Hoffnung auf die kleineren Parteien. Diese möchten doch bitte den Häuptlingen der jetzt regierenden großen Parteien auf die Finger schauen. Wenn das nicht hilft, auch uf die Finger hauen.
    Es grüßt ein verzweifelter deutscher Bürger

    • sascha313 schreibt:

      Ja, man könnte leicht verzweifelt sein über die Zustände! Es vergeht kein Tag – nicht ein einziger – an dem nicht wieder neue Schandtaten dieses Verbrechersytems ans Licht kommen. Freilich nicht unbedingt alles aus bösem Willen und mit krimineller Absicht. Prof. Max Steenbeck hat das sehr treffend beschrieben: der Unternehmer bleibt ein „ehrenhafter Mensch“, ein „guter Nachbar“, ein „persönlich hilfsbereiter und ordentlicher Mitbürger“ – doch…

      „Das Bedrückende daran ist, daß er diese Rolle eines guten Bürgers gar nicht etwa nur spielt, sondern daß er all das auch wirklich ist – in seinen eigenen Augen und auch in den Augen seiner Umwelt, die das andere nicht sehen will und sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, die Augen öffnen zu müssen.“ (siehe: „Das kapitalistische Persönlichkeitsbild„)

      Und doch ist sein Handeln kriminell! Ob ihm das bewußt ist oder nicht. Denn die Ursachen liegen in der Gesellschaft. Sie formt den Menschen, deformiert sein Unrechtsbewußtsein und läßt ihn so handeln, wie es ihm zu seinem persönlichen Vorteil dient. Da kann man auf ihn einreden, ihn ermahnen, ihm „auf die Finger klopfen“ – es ändert sich nichts. Und es wird sich nie etwas ändern… solange die Gesellschaft nicht grundlegend verändert wird. Erst wenn das Privateigentum an den Produktionsmitteln beseitigt ist, wenn die Arbeiterklasse wieder die Macht hat… erst dann wird sich das ändern! Erst wenn diese Schmarotzer und ihre „Häutlinge“ davongejagt wurden, dann wird es diese Zustände bald nicht mehr geben!

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Lieber Detlef Püttmann, warum eigentlich sollte man Ihrer Ansicht nach den Westen und den Osten Deutschlands, also BRD und DDR, nicht vergleichen können? Haben Sie die Befürchtung, dass das menschenfeindliche kapitalistische BRD-System den kürzeren ziehen würde? Diese Befürchtung müssen Sie allerdings zu Recht haben. Nach einem Vierteljahrhundert West-Erfahrung bin ich da ganz sicher. Denn mit der Bodenreform in Westdeutschland wurde es ja nichts, die alten Eigentümer wurden nicht enteignet, also die Kirche, die Großgrundbesitzer, das Fürsten- und Grafenpack usw. Was in Westdeutschland nach 1945 geschah, sehen wir heute in Ostdeutschland. Die Enkel der mit den Nazis verflechteten Itzenplitzs sind zurückgekommen und geben sich heute als „ganz normale Bürger“, allerdings als „etwas normalere“ Bürger als alle anderen. Nicht zufällig gibt es den Spruch „Eigentum verpflichtet“. Die Frage ist ja nur, wessen Eigentum wurde wieder mal geraubt, denn bekanntlich gab es in Ostdeutschland die Bodenreform, die Großgrundbesitzer wurden enteignet, also auf gut Deutsch: Nach 1990 wurden wir in der DDR bestohlen von dem Pack .Besuchen Sie mal Brandenburg, Sie werden dort meine Worte bestätigt finden, Sie werden die Ribbecks, die Maltzahns usw. auf Land der bäuerischen Genossenschaften (LPG) wiederfinden.

    Sie haben die Hoffnung, dass die kleineren Parteien den großen Parteien „auf die Finger klopfen“?
    Wie kommen Sie darauf? Welche kleinere Partei sollte das tun? Denken Sie an die AfD? Das wäre eine schlimme Fehlkalkulation. Auch die kleineren Parteien sind Teil des Systems, die scheren nicht aus. Sicher denken Sie immer noch an die „goldenen Jahre der BRD“. Die aber waren nur möglich, weil es die DDR gab. Jetzt zeigt der Kapitalismus sein wahres Gesicht, und glauben Sie mir, Hoffnung auf die derzeit existierenden Parteien zu setzen ist Träumerei. Diese Leute oben machen keine „Fehler“, sie organisieren das Land im Rahmen der Strukturen des Kapitalismus, sie können einfach nicht anders, wollen sie den Kapitalismus erhalten. Aber wie Sascha schreibt, was dieses Land braucht, ist eine grundlegende Veränderung der Besitzverhältnisse an Produktionsmitteln, und das heißt: Macht der Arbeiterklasse, nicht der Schmarotzer, die auf unsere Kosten sich schöne Tage machen.

  4. Andi67 schreibt:

    Ich habe eine Frage. Kann man sagen, das man folgende Dinge nach wissenschaftlicher nicht nach persönlicher Betrachtung, so formulieren kann? (ist nicht von mir):
    Rechts = Kapitalismus = private Kapitalakkumulation, Faschismus/Diktatur, Imperialismus, Krieg.
    Links = Sozialismus = Volkseigentum, Volksherrschaft, Völkerrecht/Selbstbestimmung, Frieden.

    • sascha313 schreibt:

      Im Prinzip – ja. Die Einteilung „Rechts/Links“ wurde ja gewählt nach dere Sitzordnung im Reichstag. Aber heute ist das nicht mehr so eindeutig. Es bezeichnen sich ja einige als „linke“ (und sie werden so genannt), obwohl sie dieser traditionellen Zuordnung nach ganz und gar nicht dort einzuordnen wären. So z.B. die Partei „Die Linke“; aber auch das, was man unter dem „rechte“ Spektrum zusammenfaßt, muß keineswegs alles schon „faschistisch“ sein. Also – wir werden wohl nicht umhin kommen, alles mit der gleichen Genauigkeit zu untersuchen, wie das Lenin schon vor 100 Jahren tat.

      Karl Marx: „Sowenig man das, was ein Individuum ist, nach dem beurteilt, was es sich selbst dünkt, ebensowenig kann man eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewußtsein beurteilen, sondern muß vielmehr dies Bewußtsein aus den Widersprüchen des materiellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen erklären.“ (Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie (Vorwort), MEW, Bd.13, S.7.11.)

      • Andi67 schreibt:

        @Sascha, ja, viele Linke meinen sie wären Linke, weil sie etwas Gutes tun wollen. Nur, Gutes tun, wollen auch viele andere Menschen, das hat ja zwingend nichts mit Links-Sein zu tun. Viele sogenannte Linke, sind sogar für die EU, also praktisch für Kapitalismus und dessen Doktrin. Sie merken ihren Widerspruch bloß nicht. Sie sehen den Faschismus weder in der EU noch im Bundestag, noch in der Wirtschaft, sondern bei einer kleinen Gruppe von Neonazis (die zumeist von Geheimdiensten gesteuert sind).

        Ebenso wie Rechts: Die Mehrzahl ist eher typisch konservativ (rechts), also eher bürgerlich und diese haben mit den Neonazis auch nichts zu tun. Aber Rechts: als Ausbeuter (siehe Sitzordnung), Kapitalistenbeführworter, deren Helfer usw. und dagegen Links: Ausgebeutete (Arbeiter, Bauern, Konservative, Linke, diverse Bürger mit diversen ansichten – weitab von Ausbeutern usw) würde schon Sinn machen.

        Es gibt ja mittlerweile die seltsamsten Grüppchen auf allen möglichen Seiten (aktuell: Identitäre, Libertäre, kommen bestimmt in Zukunft noch einige hinzu, da immer neue Bezeichnungen erfunden werden, was eher für Wahnsinn und Chaos sorgt).

      • sascha313 schreibt:

        Nun sage mir einer, den Kapitalisten käme das nicht gerade recht! Nichts ist denen doch lieber als dieser Wahnsinn! Das haben die DDR-Bürger schon richtig erkannt, als sie bei der Grenzöffnung 1989 „Wahnsinn!“ riefen und sich auf die grüngelben Bananen stürzten.

        Der Wahnsinn hat Methode. Und diese Methode ist die bürgerliche Manipulation, mit der klar denkenden Menschen die Augen verkleistert werden sollen – über ihre Ausbeutung und ihre Unterdrückung durch das bürgerliche Herrschaftssystem.

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