Aufklärung… ist das heute noch nötig?

lautsprecherNun ist Aufklärung ja nicht nur in der Sexualerziehung ein wichtiges Thema. Das Jugendlexikon der DDR von 1987 bezeichnet als Aufklärung das „Bemühen, in allen Fragen über Natur und Leben Unwissenheit und falsche Vorstellungen durch sachliche Darstellungen zu überwinden“. [1] Wer von den Jugendlichen kannte in der DDR nicht das Buch des Medizinpädagogen Prof. Schnabl „Mann und Frau intim“… Doch nicht darum geht es hier. Schon viel früher haben sich auch Philosophen mit der Frage der Aufklärung befaßt. Immanuel Kant (1724-1804) schrieb beispielsweise angesichts der zunehmenden bürgerlichen Verblödung seiner Zeitgenossen, sie – die Aufklärung – sei „der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ [2]. Wie wahr! Doch …

… trifft das denn heute noch zu?

Zweifellos. Nun werden sich allerdings einige fragen: Wozu brauchen wir heutzutage überhaupt noch eine Aufklärung, wo wir doch „mündige Bürger“ sind? Und wieso eigentlich „selbstverschuldet“? Einfache Antwort:

  1. Von wegen „mündige Bürger“! Es gibt nicht eine einzige wirtschaftliche oder politsche Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung, wo die Bürger mitentscheiden können. Sie werden ganz einfach nicht gefragt. – Einspruch: Aber doch bei Bundestagswahlen! Nein. Das Falten und Einwerfen der Stimmzettel kann man wohl kaum noch als Wahl bezeichnen. Wen auch immer man wählt, es bleibt alles beim alten. Auch die Unwissenheit bleibt.
  2. Die Unmündigkeit wäre allerdings überwindbar, wenn der Bürger sich sachliche Darstellungen – die es ja gibt! – zu Gemüte führen würde. Da muß man nicht lange suchen. Erst recht nicht in bürgerlichen Sach- und Fachbüchern, wie sie in jeder Buchhandlung zu finden sind! – Warum? Weil die herrschende Klasse verständlicherweise nicht das geringste Interesse daran hat, daß das Volk die Ursachen seiner Ausbeutung und Unterdrückung begreift. Um auch in gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart mündig zu sein, müßte man sich wenigstens mal mit Karl Marx‘ Werken oder mit Lenins Schrift über den Imperialismus befaßt haben. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Die Bemerkung muß erlaubt sein, daß man ohne Sachkenntnis einen Zustand nicht überwinden kann, der für die meisten Menschen als unbefriedigend zu bezeichnen ist, nämlich den Kapitalismus. Und darüber ist Aufklärung nötig.

Die Fragen des Lebens beantworten…

Man muß sich also weiterbilden! Und zwar nicht nur in solchen speziellen Fachfragen, wie man zum Beispiel bei What’sApp ein neues Feature einrichtet oder ähnliche „lebenswichtige“ Dinge, sondern eben auch über Fragen des Lebens überhaupt:

  • Warum gibt es heute kaum noch angemessen entlohnte Jobs?
  • Warum werden Arbeitskräfte meist nur befristet eingestellt?
  • Warum gibt es überall auf der Welt Kriege?
  • Stimmt es, daß der Nordkoreaner ein Irrer ist?
  • Warum ist der derzeitige USA-Präsident so unbeliebt?
  • Was war die DDR eigentlich für ein Staat?

Nehmen wir mal den letzten Punkt:


Die Lügen über die DDR

Der Zions-Überfall von 1987

Vorbemerkung: Bekanntlich war die Deutsche Demokratische Republik, ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, ein konsequent antifaschistischer Staat. Entstanden ist die DDR nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus durch die Sowjetunion. Bis zuletzt – also bis 1989 – wurden in der DDR Nazi- und Kriegsverbrecher aus der Zeit des Faschismus zielstrebig verfolgt und ihrer gerechten Strafe zugeführt. Auch bei der Erziehung der jungen Generation wirkte der sozialistische Staat darauf hin, daß antifaschistisch-demokratische Grundprinzipien in der DDR eingehalten wurden. Antifaschistische Widerstandskämpfer traten in Schulen auf und hielten Vorträge vor Kindern und Jugendlichen. In Vorbereitung auf die Jugendweihe standen Besuche der Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR (wie z.B. Buchenwald, Ravensbrück und  Sachsenhausen) auf dem Plan. Ganz im Gegensatz zur westdeutschen BRD, in der die alten Nazis bald wieder in führende Positionen gelangt waren. Und noch heute herrscht deren brauner Ungeist…

Hier nun der Bericht:

Am 16.7.1991 meldete der „Tagesspiegel“: „Vieles war schon vorher hier“ Im Untertitel: „Der Rechtsextremismus in Ostdeutschland ist kein Import aus der alten Bundesrepublik / Gruppen seit Ende der siebziger aktiv.“ Mit der Ober-Überschrift: „Tagesspiegel-Interview mit Bernd Wagner, Leiter der Abteilung Staatsschutz im Landeskriminalamt der fünf neuen Bundesländer.“
Knapp 2 Jahre nach dem Wagner-Interview widerlegt dann eine Regina Mönch in dem selben, damals als seriös geltenden Wurschtblatt mit Datum vom 2.5.1993 auf Seite 5 laut Unterüberschrift die „Mär von straff organisiertem Neonazismus“. Die Oberüberschrift heißt hier: „Die netten Jungs mit der guten Arbeitsmoral“. Eine zu einem der fixesten Klischees geronnenen Stereotype der angeblichen Sichtweise von SED und „Stasi“ auf die Jungnazis. Versprochen wird die Erkenntnis „Wie die Staatssicherheit mit rechtsextremen Jugendlichen umging“.
Ein angeblicher sogenannter Zeitgeschichtler Walter Süß, also ein Propaganda-Heini der Kolonisatoren und also „Chef der Grundlagenforschung in der Gauck-Behörde“, gibt vor, wie der Zoo der eventuell Menschenähnlichen, hinsichtlich der Ähnlichkeit ist auch heute noch nichts wirklich entschieden, östlich der EIbe zu sehen sei. Dreh- und Angelpunkt ist hier einmal mehr der Nazi-Überfall von Skins 1987 auf die Zionskirche. Immer mal wieder gern aus dem Propaganda-Ärmel gezogen. Die falsch in „Ost-Berlin“ lokalisiert ist, dabei handelte es sich um das damals noch nicht besetzte Berlin, Hauptstadt der DDR. Die aber zum Zweck des politporno-propagandistischen Sturmreifschießens von den kalten Kriegern auch damals schon überwiegend verbal nicht als DDR-Hauptstadt anerkannt wurde.
Dieser Überfall wird auch 20 Jahre später noch sehr gern erzählt unter Mitwirkung vor allem der Katakomben-Verlogenheits-Bibliothekare und einiger der schon seit Jahrzehnten, auf der Payroll stehenden und üblicherweise Zitierten; Jahre später kommen auch einige der damaligen Angreifer zu Wort. Nie aber authentische DDR-Verteidiger. Wie unter Adolf die antijüdische Propaganda nimmer aufhörte, aber immer betrieben wurde unter Ausschluß authentischer Juden. Was nicht heißt, daß auch damals nicht Juden mitreden durften. Sie wurden aber zu Nicht-Juden erklärt, also aufgenordet, wie der General Milch, ein enger Mitarbeiter Görings. Dessen Mutter per „Führerbefehl“ sozusagen ein Fehltritt mit einem Arier bestätigt wurde, daß sein Erzeuger nicht sein jüdischer Vater sei. Daß er nicht „blutsmäßiger“ Jude sei, sondern nur ein kultureller, mußte seiner Mutter – nach den damaligen Maßstäben – zur Schlampe erklärt werden. Was hinter dem Judenhaß verblassen durfte. Eine Reinigungs-Technik, die seit 1990 analog praktiziert wird und willkürliche Nazi-Urständ feiert. …
# # #
Im historischen Normalfall der Herrschaftsformen, in denen winzige Minderheiten den Mehrheiten Kriege ausköcheln und Hartz IV-Gesetze und anderen Grausamkeiten, werden die Herrschaftsbeschlüsse dem blöden Volk mit irgend welchen Lügen verkauft, daß ihnen der größte Schwachsinn möglichst plausibel erscheine und am besten sowieso alternativlos. Zum Plausibelmachen gehören selbstverständlich sogenannte Expertisen, Gutachten von DDR-Kriminalisten und sogenannten Zeitgeschichtlern, also von Leuten, die man dem Volksgenossen als mindestens so wissenschaftlich verkauft, wie die Hitleristen die Köpfe- und Nasenvermesser der 1930er darstellten. Regine Mönch läßt hier wissen:
„Am 17. Oktober 1987 überfielen etwa 30 rechtsextreme Skinheads ein Punkkonzert in der Ost-Berliner Zionskirche. Die Volkspolizei stand ein paar Straßen weiter in Bereitschaft und schaute zu. Der Fall erregte monatelang die Gemüter, obwohl sich Justiz und Partei bemühten, ihn wie üblich als unpolitisches Rowdytum herunterzuspielen…“ [3]
Also, mein Gemüt erregte das eher nicht, schon gar nicht monatelang. Und ich kannte damals, Oktober 1987, auch niemanden, dessen Gemüt erregt war, nur weil die einen DDR-Zerwühler den anderen DDR-Zerwühlern eins auf die Nuß geben wollten. Vermutlich handelte es sich damals um eine Fehlsteuerung im Geheimhaltungs- und Kompetenzwirrwar der einzelnen Landesämter für sogenannten Verfassungsschutz oder der BNDler oder zwischen den „Schützern“ und den Gehlenern. Oder die CIA hat auch noch mitgemischt. Warum soll das 1987 und in Bezug auf die DDR-Berliner Zionskirche anders gewesen sein als ab den 1990ern in Sachen NSU? Und es waren sicher auch die selben „Klein-Adolfs“ in den diversen Ämtern. Oder warum sollte man annehmen, die seien gegen die DDR-Bürger erst 1990 aktiv geworden? Oder aber handelte es sich um eine von dort geplante Provokation, mit der die DDR an den ganz großen Pranger gestellt werden sollte. Oder gleich beides?
Wir wissen ja nun mit dem gescheiterten NPD-Verbot von 2001-2003 und der Spitze des tiefbraunen Verschwörungsbergs immerhin ein wenig mehr als damals, nämlich wie die Organisation Gehlen tickt, wie unprofessionell, schlampig und auch hinterhältig-gemein-antihuman-nazimäßig es dort zuweilen zugeht und es den Agentenführern scheiß-egal ist, wer wann wie und warum über ihre Klinge springt. Wie wär es mit dieser „Verschwörungs-Theorie“-Version: Die Skin-Agentenführer in Pullach sagen den DDR-Nazi-Skins über ihre als Besucher eingereisten Nazi-V-Leute: Fallt doch mal bissl über die Punks her! Die schon seit den 1970ern von den Agentenführern in Köln und aus der BRD-Botschaft heraus geführt wurden. Wie immer die DDR-Verantwortlichen darauf reagierten oder ob nicht: Es war auf jeden Fall und immer falsch. Aus der Sicht der Kommentatoren von ARD, ZDF und „Tagesspiegel“.
Da die Akten der Besatzer nicht offengelegt werden, kann es ohne dergleichen Spekulationen nicht gehen. Diejenigen, die es nicht wissen: Die DDR war ja BRD-verlogenerweise beides gleichzeitig, In- und Ausland. Sie wurde sowohl als Ausland von BND-Agenten angegriffen, als auch als angebliches innerdeutsches Inland vom sogenannten Verfassungsschutz und seinen Agenten. Nach den Gesetzen der BRD waren deren Staatsbeamte verpflichtet, einerseits das Leben der DDR-Bürger zu reglementieren, es andererseits zu bedrohen und Menschen zu töten. Wie unter Adolf gegen Österreich und die ČSR praktiziert.
Dieser Widerspruch darf selbstverständlich nicht öffentlich artikuliert werden: Daß Walter Ulbricht, Erich Honecker, Markus Wolf, Grenzsoldaten und Millionen anderer staatsoffiziell „Deutsche im Sinne des Grundgesetzes“ waren, also „unter dem Schutz des Grundgesetzes“ standen, aber gleichzeitig wurden sogenannte Fluchthelfer und viele andere Agenten von CIA, BND usw. finanziert, ausgebildet geführt, um DDR-Bürger zu töten, wurden die DDR-Verteidiger massenmedial volksverhetzend denunziert, wogegen die Staatsanwälte eigentlich hätten vorgehen müssen, von wegen „Schutz des Grundgesetzes“. Wie unter Hitler die Weimarer Verfassung nie außer Kraft gesetzt wurden, also Kommunisten und Juden weder hätten erschossen werden, noch in KZs weggesperrt werden dürfen. Den „Schutz des Grundgesetzes“ haben wir DDR-Bürger ja dann allerspätestens ab dem 3.10.1990 erlebt: Millionenfache menschenrechtswidrige Berufsverbote, Strafverfolgungen, Mord und Totschlag und Arisierung des Eigentums der Millionen DDR-Bürger, dem kollektiven wie dem individuellen, in einem tausendfach größerem Umfang als zu Adolfs Kanzlerschaft.
Wie DDR-Verantwortliche den Zionskirch-Überfall „wie üblich“ heruntergespielt haben könnten, ist auch einigermaßen rätselhaft: Dieser Überfall war der erste. Dergleichen fand nicht wöchentlich statt. Wo also hätte irgend eine Üblichkeit herkommen können? Und wie – bitte schön – konnten Volkspolizisten, die „ein paar Straßen weiter“ standen, zugeschaut haben? Per Stielaugen oder per Hellseherei? Die VP war nicht die oder der NSA! Die VP war damals weder mit Minikameras ausgestattet, noch mit Drohnen …
Zur DDR-Situation: Die normalen Veranstaltungsmeldegesetzlichkeiten auf Kirchengelände nicht durchgesetzt. Das war der Kompromiß, den Erich Honecker mit den Kirchenfürsten Ende der 1970er eingegangen war. Ein schwerer Fehler gegen die demokratische und rechtsstaatlichen Entwicklung der DDR! Privilegien schaden der Demokratie immer. Also nicht der BRD-Herrschaft. Bezeichnend, daß diese Kirchen-Privilegien seit 1990 innerhalb der sogenannten Aufarbeitung fast nie als Privilegien, schon gar nicht als negativ erzählt und interpretiert werden. Die Zubilligung von Sonderrechten oder gar quasi Exterritorialität außerhalb internationaler diplomatischer Gepflogenheiten unterminieren letztlich jede Gesellschaft. Wie eine zweite Währung. Wenn Honecker etwas falsch entschieden hat in Sachen Menschen- und Bürgerrechte, dann das. Es war wohl einer der wesentlichen Sargnägel der DDR. Er hat später die volle politische Verantwortung dafür übernommen.
Wer auf seinem Staatsgebiet Exterritorialität zuläßt außer für Botschaften, und von denen waren ja etliche für die DDR schon gefährlich genug, muß sich nicht wundem, wenn ausländische Nazis das ausnutzen, inländische zu züchten und zu stärken und aus diesen fünften Kolonnen zu formieren. Der sogenannte Freiraum der Kirche, Tausende Male abgefeiert in der Anti-DDR-Propaganda seit 1990, zum Teil schon vor, ist hier nicht auf dem Schirm des angeblichen Wissenschaftlers Süß, wie auch nicht der Propagandistin Mönch. Der Zions-Überfall ist ein repräsentatives Beispiel für den „Frei“-Raum und dafür, wie dieser und zu wessen Gunsten und in wessen Interessen und mit welchen Hinterhältigkeiten genutzt wurde.
Das Konzert war gemäß der Erzählweise offenbar also weder offiziell bei den für Veranstaltungsanmeldungen zuständigen Stellen der DDR-Hauptstadt angemeldet, noch hatten die Veranstaltungsdilettanten Polizeihilfe oder die FDJ-Ordnungsgruppen bestellt. Man beachte den feinen Unterschied: Wenn bei einer Love-Parade irgendwo in der BRD-Provinz etlichen Menschen zu Tode kommen, weil sogar Veranstaltungsprofis wie auch die zuständigen Stadtverwalter das Gefahrenpotential nicht erkannt haben, kommt niemand auf die Idee diese Veranstalter aus jeder Verantwortung herauszuhalten bzw. die nicht für die zunächst und eigentlichen Verantwortlichen zu halten. Wenn es aber Zions-Dilettanten und DDR-Amateurpropagandamusik-Idioten waren, die zwar die große Klappe hatten und die große Mugge machen und die große Kohle kassieren wollten, und zwar an der DDR-Steuer vorbei, dann ist die Volkspolizei schuld und sowieso der Staat und die SED. Und vor und nach allen anderen die seit 1990 Ewig-Schuldigen: Die sogenannte Stasi.

Quelle:
malcom.z: Was du noch nie über NSU wissen wolltest… Edition Flaschenpost. 2014/2015. S.38-52 (gekürzt)

Zitate und Anmerkungen:
[1] Lykke Aresin/Anneliese Müller-Hegemann (HRSG.) Jugendlexikon Jugend zu zweit. VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1987, S.22. (VEB – heißt übrigens: „Volkseigener Betrieb“ – in der DDR waren fast alle Betriebe Volkseigentum!)
[2] Immanuel Kant:  Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Kant: Ausgewählte kleine Schriften. Taschenausgaben der Philosophischen Bibliothek, Heft 24, Verlag von Felix Meiner in Leipzig, 1949, S.1.
[3] wie im Text schon erwähnt: zitiert aus „Tagesspiegel“ vom 2.5.1993, Seite 5.
Übrigens wird in den Nachrichten vom 9.12.2014 einige Stunden lang von Nazis berichtet, die verurteilte Körperverletzer seien, also nicht verurteilte Nazis. Daraus folgt: Ganz schön heruntergespielt! Darf aber hier nicht und sowieso nie so gewertet werden.

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7 Antworten zu Aufklärung… ist das heute noch nötig?

  1. Politnick schreibt:

    Danke lieber Sascha,

    für diesen außerordentlich informativen Beitrag. Seit ich gesundheitlich bedingt in Rente bin, arbeite ich Geschichte auf und sieh da, wenn man genau hinschaut, mit der richtigen Weltanschauung im Kopf, da sieht alles, aber auch alles ganz anders aus, das das was uns die westlichen Medien ständig weismachen wollen.

    Während unseres heutigen Sonntagsausfluges in die schöne Pfalz, hab ich mit meiner Frau mal das Wesentliche der sogenannten „Flüchtlingskrise“ herausgearbeitet. Wir zogen Parallelen zur Geschichte der Hugenotten und der Sorben, die ja auch als Flüchtlinge bezeichnet wurden. Natürlich wiederholt sich da Geschichte aber sowas von! Und so trifft ja bereits der Begriff „Flüchtling“ nicht einmal ansatzweise die Wahrheit.

    Deportation ist der treffendere Begriff. Man stelle sich slawische Bauern vor, die von preußischen Horden auf dem Balkan einfallend, ihres Landes beraubt, ausgeplündert und in Richtung Brandenburg deportiert worden sind. Versprochen hat man denen freies Land und sogar Immobilien, aber ach, die zukünftigen Siedlungen und Ländereien waren ja auch nur das Ergebnis von Plünderungen und Enteignungen und zwar am eigenen Volke!

    So steckten sich die preußischen Feudalherren den Raub gleich zweimal in die Tasche, einmal den Raub im Ausland und zum Anderen den Raub im Inland und gleichzeitig sicherten sie sich zukünftige Profite aus der angesiedelten Neubauernschaft, denn die konnte man ja viel besser ausbeuten als die bis dahin eigenständigen Bauern.

    Nach Außen hin ein großer Akt der Nächstenliebe — Bis heute werden diese Lügen verbreitet. Insgesamt ist das Alles nichts Neues, neu ist nur das Ausmaß der Katastrophe.

    Freundschaft 😉

    • Politnick schreibt:

      Ergänzung:

      Die millionenfachen Deportationen sind nach wie vor im Interesse des Kapitals, das war schon immer so. Und weil der Kapitalismus global aufgestellt ist, finden diese Deportationen auch weltweit statt. So ist es keineswegs eine Frage der Route auf welcher diese Deportationen erfolgen. Und aus demselben Grund ist es auch nicht eine Frage wer hier in Deutschland Kanzler ist, was die sogenannte Flüchtlingskrise betrifft.

      Betrachten wir die Tatsache, dass es, in ganz Afrika verteilt, sogenannte Auffanglager gibt, ist die Lüge von der Errichtung sogenannter Hot Spots augenblicklich entlarvt. Wobei man diese Auffanglager besser als Konzentrationslager bezeichnen sollte. Warum wohl stellen sogenannte Flüchtlinge in einem Auffanglager in Afrika keinen Antrag auf Asyl in Deutschland? Ganz einfach, weil es keinen Sinn ergibt und kein Ausbeuter der Welt ein Interesse daran hat, nicht im Geringsten!

      Der heutige globale und real existierende Kapitalismus nährt sich ganz besonders von der unterschiedlichen Entwicklung der Völker, insbesondere derjeniger auf dessen Land er es abgesehen hat. Die Deportierten sind aus der Sicht des Kapitalismus für vieles zu gebrauchen, nicht zuletzt auch für Terroranschläge gegen das eigene Volk. Auch wenn das nur kleinere Sticheleien sind oder verbale Attacken, der Kapitalismus nährt sich davon. Eine durch Erfurt wandelnde Gruppe minderjähriger schwarzer Kinder die, mit der Bierflasche in der Hand lauthals „Fuck Germany“ schreien, erzeugt Hass und Gewalt in der eigenen Bevölkerung die bei solchen Aktionen sofort Partei ergreift — Und schon gelingt auch dieser üble Propagandatrick.

      Im Übrigen ist auch in bedingungsloses Grundeinkommen für nach Deutschland Deportierte nur ein Almosen gegen das was sie dafür hergegeben haben: Ihre Heimat, ihre Kultur, ihr Volk, ihre Menschenwürde, ihr Land, ihre Selbstbestimmung und ihre Freiheit.

      Freundschaft 😉

      • Eine Ergänzung zu deinem Beitrag.

        Offiziell gibt es 60 Millionen Flüchtlinge weltweit. Daraus erwirtschaftet der Imperiale Kapitalismus einen “Umsatz“ von mindestens 5.400-Milliarden. Zum Vergleich das BIP der BRD liegt bei ~3.500-Milliarden (Produktionswert 7.000-Milliarden minus Vorleistungen 3.500-Milliarden).

        Welt BIP 2016: ~64.000 Milliarden (ohne China).

        Das Flüchtlings-BIP macht demnach bereits 4,2% des Welt-BIP aus. [100/(64:2,7)]

        Die Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts aus Europa, waren im Grunde auch nichts anderes als “Deportationen“: Die Halter der Menschen wurden von eigens dafür gegründeten Banken für die “Freilassung“ der Leibeigenen entschädigt. … Wer sich dann vom Dorf aufmachte, landete entweder in den Industriestädten, wo ihr Los sogar noch schlechter war, als vorher oder bekamen die Überfahrt nach Amerika auf Kredit finanziert:
        Vom “direkten“ Sklaven in die Gefangenschaft von Kredithaien, was bei der Ankunft nichts anderes bedeutete, als zu jedem angebotenen Hungerlohn arbeiten zu müssen.

        Aus einem Vortrag von Marx (Preis, Kapital, Profit), den ich gerade gelesen habe, geht hervor, dass der Lohn Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA doppelt so hoch war, wie in England. Durch die “offiziell“ als Einwanderung bezeichnete “Deportation“, war es den Kapitalisten in den USA möglich, die “Löhne“ auf das Niveau Englands anzupassen, sprich zu drücken!

        Sarkastisch füge ich hinzu:

        Die Flüchtlinge, die angekommen sind, dürfen hier arbeiten … und der Mindestlohn ist für die ein Traum.
        Beispiel dafür, dass es eine Traum ist: In einer Zementfabrik in Uganda (die selbstverständlich einem Kapitalisten aus Europa gehört):
        Dort erhält ein Arbeiter pro Stunde 0,20 Euro. Bei einem acht Stunden Tag, der dort eingehalten wird, sind das 1,60 Euro/Tag, was das doppelte von dem ist, was dort durchschnittlich verdient werden kann. Wahnsinn: Trotzdem kostet ein Sack Zement das Sechsfache 30 Euro, wie hier: 5 Euro.

        Und dann noch etwas zur Manipulation der Massen, die bereits AfD wählen:

        Ein verheirateter Hartz IV.-Empfänger erhält 368,00 Euro [*1], ein Flüchtling 409,00 Euro [*2].
        Für ein Kind erhält der H.IV-Empfänger: 237,00 Euro ‚Sozialgeld‘ [*1], der Flüchtling 401,00 Euro für sein Kind [*2].

        Wie muss so etwas bei nicht aufgeklärten Menschen ankommen???

        Und ganz widerlich wird es, wenn sich die “gewährten“ Mieten angeschaut werden: Obwohl die Unterkünfte für Flüchtlinge wesentlich kleiner sind (ich: sieben Menschen á 14 m² versus max. 7 m² pro Mensch in einer Flüchtlingsunterkunft) zahlen Flüchtlinge 20,- Euro/m² — ich aber nur 10,00 Euro/m². Auf den ersten Blick nur 100% Aufschlag. Aber auf den zweiten Blick: 14:7=2 sind das 200%!

        [*1] Mein Leistungsbescheid
        [*2] Leistungsbescheide von Flüchtlingen, die ich mitbetreue.

    • Politnick schreibt:

      Moschee in Erfurt:

      Anlässlich der gestrigen Sendung auf arte erachte ich es als notwendig hierzu ein paar Worte zu verlieren. Im Erfurter Stadtteil Marbach soll eine Moschee gebaut werden für eine kleine Gemeinschaft von ca. 70 Muslimen. Die erste Lüge bestand darin zu behaupten, dass diese Muslime aus religiösen Gründen aus ihrer Heimat Pakistan vertrieben worden sind. Das ist ein beliebtes Argument aber es ist falsch und verlogen Besitzansprüche aus einer Religion abzuleiten.

      Des Weiteren wurde in der Sendung behauptet, daß diese Gemeinschaft seit über 100 Jahren in Erfurt existiert — nun ich selbst habe 20 Jahre in Erfurt gelebt, das wäre mir neu. Religionsfreiheit ist die eine Sache, die Kultur jedoch eine Andere. Was in den heutigen Medien stets verschwiegen wird, ist die Tatsache daß sich alle Völker und Nationen dieser Welt unterschiedlich entwickeln was bekanntlich auch für die Entwicklung deren Kulturen zutrifft. Über 30 Kirchen in Erfurt legen Zeugnis ab über die kulturelle Entwicklung dieser Stadt und die meisten kulturellen Veranstaltungen finden auf dem Domplatz statt — unter der Silhouette des weltweit einmaligen Kirchenensembles Dom und Severikirche.

      Gerade in der DDR zeigte sich ja der kulturelle Fortschritt darin, daß dieser von Kirche und Religion unabhängig ist. Im Gegensatz dazu sind moslemische Kulturen mit dem Islam, also mit der Religion untrennbar miteinander verbunden. Was aber auch nicht ausschloß das auch in der DDR Kirchen gebaut wurden, wobei da jedoch niemand auf die Idee kam daraus ein Politikum zu konstruieren.

      Jedes Volk, jede Nation dieser Erde ist das Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung und nicht etwa die Folge einer Rasse schrieb Alexander Abusch noch bevor er Vorsitzender des Kulturbundes wurde. Die DDR zollte dieser Tatsache Respekt und verankerte Rechte und Pflichten der nationalen Minderheit der Sorben in der Verfassung. Auch daran sehen wir, das hat mit Religion überhaupt nichts zu tun, sondern mit Kultur und vor allem mit Solidarität.

      70 Muslime sind jedoch noch lange keine nationale Minderheit was den Bau sakraler Einrichtungen rechtfertigen würde. Was deren Verständnis für Demokratie betrifft muß man sich einmal vorstellen: 4500 (in Worten viertausendfünfhundert) Unterschriften gegen den Bau einer Moschee für eine Glaubensgemeinschaft von 70 Personen! Vom Landtag vehement ignoriert und da wollen die uns was von Demokratie erzählen!?

      Nein, das ist an Heuchelei nicht zu übertreffen. Da stecken ganz andere Interessen dahinter und wer weiß welche Beträge beim Übertragen des Baugrundstückes geflossen sind bzw. wem dafür das Land geraubt wurde, was freilich mit Religionsfreiheit nicht einmal ansatzweise was zu tun hat. Da wollen sich ein paar dumme Politiker profilieren auf dem Weg zu ihrer Macht. Profitgier ist ihr Motiv und ständiger Begleiter!

      Freundschaft 😉

      • Politnick schreibt:

        Fazit:

        Sakrale Bauten demonstrieren Macht. In diesem Fall aber nicht die Macht derjenigen die da hineingehen zum Beten sondern die Macht derjenigen die sie errichten. Besonders perfide ist es und geradezu abartig, daß eine verschwindend kleine Glaubensgemeinde für diese Macht mißbraucht wird im Namen der Demokratie und im Namen der Religions- bzw. Glaubensfreiheit.

        Obwohl offensichtlich ist, daß weder das Eine noch das Andere zutreffend ist, der Bau einer Mosche hat weder mit Demokratie noch mit Glaubensfreiheit was zu tun. Vielmehr ist ist dieser Vorgang nur eine besondere Form der Reaktion, denn der Kapitalismus nährt sich von kultureller Rückständigkeit.

        Schönen Sonntag!

      • Religion war schon immer eines der Mittel der Reaktion.

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