Wer sabotierte das Potsdamer Abkommen von 1945?

Europa 1945.jpg
Unter Führung der Partei der Arbeiterklasse, die der Kern des Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien war, und unterstützt von der UdSSR, wurde in der sowjetischen Besatzungszone das von den Siegermächten beschlossene Potsdamer Abkommen konsequent verwirklicht, die antiimperialistische Umwälzung durchgeführt, für immer der Imperialismus und Militarismus ausgerottet, wurden demokratische Rechte und Freiheiten für das Volk eingeführt und eine antrifaschistisch-demokratische Ordnung hergestellt, die den Interessen des ganzen Volkes, ausgenommen der Imperialisten und Militaristen, entsprach. Die Lebensfrage der deutschen Nation wurde damit in diesem Teil Deutschlands gelöst. [1]

Im Westen Deutschlands geschah das nicht. Was war dafür der Grund?

Warum gab es keinen Friedensvertrag mit Deutschland?

In seinem Resümee zum Verlauf des Potsdamer Abkommens schreibt Gerhard Kegel:

Die große Friedenskonferenz, welche nach den Vorstellungen der am Potsdamer Abkommen beteiligten Mächte der Antihitlerkoalition mit einem Friedensvertrag den endgültigen Schlußstrich unter den zweiten Weltkrieg ziehen und gewährleisten sollte, daß nie mehr von deutschem Boden ein Krieg ausgeht, hat im ersten Vierteljahrhundert danach nicht stattgefunden. Die Verantwortung dafür tragen die imperialistischen Westmächte – vor allem die USA – und deren Schützlinge, die westdeutschen Imperialisten. Sie haben mehrfach Friedenskonferenz- und Friedensvertragsvorschläge der Sowjetunion und der anderen sozialistischen Länder abgelehnt, weil sie in Westdeutschland die Machtpositionen des Imperialismus und Militarismus wiederherstellen und das westdeutsche Rüstungs- und Menschenpotential gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder einsetzen wollten. Deshalb hatten sie schließlich auch Deutschland gespalten.

Die Situation nach 1945

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Situation, wie sie sich den Zeitgenossen nach Ende des zweiten Weltkrieges darstellte. Das ehemalige Deutsche Reich war zerschlagen. Es hatte bedingungslos kapituliert und aufgehört zu existieren. Deutschland war in Besatzungszonen aufgespalten. Nicht nur deutsche Städte und Dörfer lagen in Trümmern, ein großer Teil Europas war schon vorher vom deutschen Imperialismus nazistischer Prägung verwüstet worden.

Weltherrschaft der USA

Die USA wähnten sich auf dem höchsten Gipfel ihrer Macht. Als Vorbereitung auf die Potsdamer Konferenz hatte USA-Präsident Truman die letzten Dossiers über den Stand der Atombombe studiert. Und als er dann die Nachricht von den geglückten ersten Versuchen mit der Bombe erhielt, gewann er die Überzeugung – er schildert das in seinen Memoiren –, daß nunmehr und für alle Zeiten die Welt von Washington beherrscht und regiert werden müsse. Die USA-Weltherrschaft schien ihm gesichert.

Sie versuchten Stalin zu betrügen…

Zwar machten sich führende USA-Militärs keine Illusionen über die militärische Kraft der Sowjetunion. die den Hauptanteil bei der Vernichtung der Hitlerschen Aggressionsarmeen und der Befreiung Europas von der blutigen Unterdrückung durch den deutschen Imperialismus nazistischer Prägung getragen hatte. Schließlich war Trumans menschenfreundliche Rechnung: „Wenn wir sehen. daß Deutschland gewinnt, so sollten wir Rußland helfen, und wenn Rußland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen. Sollen sie auf diese Weise gegenseitig so viel als möglich töten“, [* s. unten] nicht aufgegangen. Obwohl bei der jahrelangen Verzögerung der vereinbarten Landung der westlichen Alliierten der Antihitlerkoalition auf dem europäischen Kontinent zwecks Eröffnung einer zweiten Front diese Gedankengänge zweifellos Pate gestanden haben.

Die USA und der Weltkrieg

Jetzt lag jedenfalls der europäische Kontinent weitgehend in Trümmern. Die Sowjetunion hatte 20 Millionen Menschen im Krieg verloren. Riesige Teile des Landes, darunter die wichtigsten Industriegebiete, waren zerstört. Hitlers Taktik der verbrannten Erde hatte schreckliche Spuren hinterlassen. Die USA hingegen und ihre Monopole hatten am Krieg glänzend verdient. Kein Dorf in den USA, keine amerikanische Stadt hatte gelitten, nicht einmal das Dach eines einzigen Hauses war ein Opfer des Krieges geworden. Der ganze industrielle Produktionsapparat war nicht nur völlig intakt, sondern infolge der forcierten Kriegslieferungen war er grundlegend modernisiert und auf den letzten Stand der Wissenschaft und Technik gebracht worden.

Sie unterschätzten die Sowjetunion

Im Vollgefühl solcher in der Tat einzigartigen Stärke mag Präsident Truman bei Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens gedacht haben: Abkommen hin, Abkommen her, unabhängig davon, was wir hier unterschreiben müssen – die anderen werden schließlich doch tun, was wir wollen. Die Engländer und Franzosen tanzen ohnehin nach der Pfeife der USA-Regierung. Und auch die Sowjetunion wird sich wohl oder übel den Vorstellungen der USA beugen müssen. Denn ohne deren materielle Hilfe – so spekulierten die führenden Politiker der USA – kann die Sowjetunion die im zweiten Weltkrieg erlittenen Wunden nicht heilen. Mindestens Jahrzehnte, so glaubte man, würden vergehen, bis die Sowjetunion wieder in der Lage sein würde, eine von den USA unabhängige Politik zu betreiben.

Fehlkalkulation: Atombombe

Wie wir wissen, hielt die USA-Atombombe nicht, was Truman sich von ihr versprochen hatte. Es dauerte nicht lange und die Sowjetunion hatte das amerikanische Atombombenmonopol durchbrochen. So wie die amerikanischen täuschten sich auch die britischen und französischen Imperialisten. Der britische Premierminister Churchill hatte schon das Zustandekommen der grundlegenden Vereinbarungen von Potsdam vergeblich zu verhindern versucht. 1954 rühmte er sich, er habe schon bevor der zweite Weltkrieg zu Ende ging an Lord Montgomery, den britischen Oberbefehlshaber für Europa, telegrafiert und ihn angewiesen, sorgfältig beim Einsammeln der Waffen vorzugehen und sie so aufzubewahren, daß sie leicht wieder den deutschen Soldaten gegeben werden könnten, mit denen Großbritannien „im Falle der Fortdauer des sowjetischen Vorrückens zusammenarbeiten müßte“.

Der Betrüger Churchill

Auf der Potsdamer Konferenz hatte Churchill hiervon natürlich nichts gesagt. Aber es war ihm doch sichtlich peinlich gewesen – und wir verstehen jetzt besser diese Peinlichkeit –, als Stalin ihn fragte, weshalb eigentlich einige 100.000 Mann formal in britischer Gefangenschaft befindliche nazideutsche Soldaten noch nicht einmal entwaffnet worden seien. Churchill hatte nur etwas von „nicht informiert sein“ gestottert und Untersuchung und Abhilfe versprochen. Nachdem dank der Sowjetunion die Großbritannien vom deutschen Imperialismus drohende tödliche Gefahr beseitigt worden war, hatte sich auch die britische Regierung beeilt, neue Frontstellungen gegen die Sowjetunion zu organisieren und sich zu diesem Zweck mit den imperialistischen deutschen Monopolherren und deren Hitlergeneralen, also. den bisherigen Todfeinden verbündet. Das Klasseninteresse der Imperialisten überwog wieder die aus der Not geborene Bundesgenossenschaft in der Antshitlerkoalition.

Die Überlegenheit des Sozialismus

Aber weder die USA-Imperialisten noch die imperialistischen Regierungen Großbritanniens und Frankreichs waren damals fähig, das ganze gewaltige Ausmaß der Veränderungen einzuschätzen, die sich im internationalen Kräfteverhältnis mit dem Ergebnis des zweiten Weltkrieges entwickeln sollten. Weder sahen sie die Konturen der sich bildenden sozialistischen Staaten- und Völkerfamilie noch war ihnen bewußt, daß ihre eigene Rolle als koloniale Mächte und – soweit Großbritannien und Frankreich in Frage kommen – auch als Weltmächte ausgespielt war. Daß in kurzer Zeit Großbritannien und Frankreich, früher die führenden Industrienationen, von der Sowjetunion auch industriell und .auf dem Gebiet der Wissenschaften überrundet werden würden, kam ihnen überhaupt nicht in den Sinn. Jeden Gedanken in dieser Richtung hätten sie als lächerlich empfunden.

Veränderung des Kräfteverhältnisses

25 Jahre nach Potsdam ist es natürlich leichter, die gewaltigen Veränderungen und Machtverschiebungen einzuschätzen, die sich zum Teil als direkte Folgen der Ergebnisse des zweiten Weltkrieges ergeben haben und zum Teil von diesen Ergebnissen einen kräftigen Anstoß erhielten. Dabei sollten wir allerdings nicht außer acht lassen, daß der Prozeß der Umwälzung des industriellen, ökonornischen und wissenschaftlichen Kräfteverhältnisses ohne den zweiten Weltkrieg zweifellos noch schneller vorangegangen wäre. Denn schließlich hat die Sowjetunion durch den ihr aufgezwungenen Krieg und die großen Verwüstungen mindestens zehn Entwicklungsjahre eingebüßt.

Eine Bilanz nach 25 Jahren

Die Hoffnung der Imperialisten jedenfalls, sie könnten nach dem zweiten Weltkrieg den Sozialismus zurückrollen, die sozialistische Sowjetunion und den sozialistischen Fortschritt der Welt in ein begrenztes Gebiet einpferchen und dieses wieder mit einem cordon sanitaire umgeben, so wie das nach dem ersten Weltkrieg mit Hilfe der Kleinen Entente geschah, hat sich endgültig und unwiderruflich als Illusion erwiesen. Der Sozialismus hat – abgesehen von Australien – in dieser oder jener Form in allen Erdteilen stattliche Gestalt gewonnen. Die sozialistischen Länder und der Sozialismus sind zum bestimmenden Faktor der Entwicklung der Welt geworden. Aber die Illusionen der Imperialisten hatten und haben ein zähes Leben. 25 Jahre hindurch haben sie schon bewirkt, daß der Potsdamer Konferenz keine große Friedenskonferenz folgte, und daß es bis heute keinen Friedensvertrag, also keinen traditionellen und formalen Schlußstrich unter den zweiten Weltkrieg gibt. […]
Quelle:
Gerhard Kegel: ein Vierteljahrhundert danach. das Potsdamer abkommen und was aus ihm geworden ist. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin, 1970, S.209-213. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Truman hatte gelogen!

Als am 2. August 19,45  um 0.30 Uhr der USA-Präsident Truman die Potsdamer Konferenz für beendet erklärte, ergab sich  – nach dem stenographischen Protokoll – folgender Dialog:

Truman: „Ich erkläre die Berliner Konferenz für geschlossen. Bis zum nächsten Treffen also, das, wie ich hoffe, bald stattfinden wird!“
Stalin: „Geb’s Gott!“

(Назначаютсяпредставителив коммиссиюпо редактированиюпротокола).
Трумэн. Объявляю Берлинскую конференциюзакрытёй. До следующей всречи, которая, я недеюсьбудет скоро.
Сталин. Дай бог. [2]

Die lakonische Bemerkung Stalins läßt darauf schließen, daß Stalin ahnte, daß Truman in diesem Moment gelogen hatte. Denn die Anspielung Trumans auf die geplante Friedenskonferenz erfolgte bereits in der Gewißheit, daß die imperialistischen Westmächte in Anbetracht des nunmehr gegebenen Kräfteverhältnisses nicht das geringste Interesse daran hatten, einen Friedensvertrag mit Deutschland abzuschließen. Im Sachwörterbuch Geschichte steht dazu folgendes:

Die Potsdamer Konferenz und das geschlossene Abkommen bewiesen, daß die Zusammenarbeit von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung für demokratische Ziele möglich ist und den Interessen alller Völker entspricht. Die Sowjetunion trat daher ständig für die Verwirklichung des Potsdamer Abkommens ein und gab den demokratischen Kräften in ihrer Besatzungszone alle Möglichkeiten, eine den Grundsätzen des Potsdamer Abkommens entsprechende demokratische Ordnung aufzubauen.
Durch die Politik der imperialistischen Westmächte wurde die Erfüllung des Potsdamer Abkommens in den Westzonen sabotiert und entgegen den Interessen des deutschen Volkes, unter offenem Bruch der gemeinsamen Festlegungen der Alliierten, Deutschland staatlich gespalten und danach in Westdeutschland die Macht des Imperialismus restauriert. [3]

Zitate:
[1 ] Kleine Enzyklopädie. Deutsche Geschichte. Von den Anfängen bis 1945. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1965, S.422. (Text und Abb.)
[2] И Сталин: Сочинения, исдателство ИТРК, Москва 2010, т.15, ч.3, стр.827/828.
[3] Sachwörterbuch Geschichte, 2 Bde., Dietz Verlag Berlin, 1970, Bd.2, S.276.


* Hier das Zitat:

04truman

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13 Antworten zu Wer sabotierte das Potsdamer Abkommen von 1945?

  1. Politnick schreibt:

    Die UNO ist übrigens auch einer der Saboteure. Sie hat es nämlich bis heute unterlassen auf einen Friedensvertrag zu drängen und generell unterlassen die Einhaltung der in Jalta und Potsdam gefassten Beschlüsse zu kontrollieren.

    Ich persönlich sah diese Aufgabe ebenso beim NKFD aber das wurde ja bekanntlich viel zu früh aufgelöst. Die Ziele des NKFD (Nationalkommitee Freies Deutschland) waren ja gleichlautend mit den Potsdamer Beschlüssen.

    Im Übrigen war auch das Londoner Abkommen ein weiterer Schritt der Westmächte mit dem Potsdamer Abkommen zu brechen: 1953 bekam Deutschland einen Erlaß der Reparationsleistungen in Milliardenhöhe. Wo war denn da die UNO!? Sie hätte das nämlich gar nicht zulassen dürfen, denn viele Länder, u.a. Griechenland wurden um ihre Wiedergutmachung betrogen. Bis heute.

    Freundschaft 😉

    • Rheinlaender schreibt:

      Danke für den Hinweis auf Griechenland. Hier ein Video :
      Das Märchen vom BRD Wirtschaftswunder

      Die Umerziehung des BRD Volkes zum Kapitalismus – mit Hilfe des – künstlichen Begriffes „soziale Marktwirtschaft“ Die Waage Operation Wunderland auch ein Video

      Übrigens : Die Viedoinhalte hatte ich 1979 schon bei einem der DDR nahestehenden Soziologie Lehrer kennengelernt. Freundschaft 🙂

      • Politnick schreibt:

        Klasse Rheinländer, so agitieren wir! Mit handfesten Fakten!

        Der Marshallplan und ein diktiertes Grundgesetz sind praktisch die Durchführungsbestimmungen zur Sabotage der Potsdamer Beschlüsse. Und das Märchen von der „Sozialen Marktwirtschaft“ ist eine Propagandalüge die bereits in den 20er Jahren von einem gewissen Wilhelm Röpke im Auftrag des Alldeutschen Vereins entwickelt wurde. Röpke war ein enger Vertrauter Göbbels.

        Interessant was über Röpke in Wikipedia steht, Zitat: „Er gilt als einer der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft. Röpke hatte den aufkommenden Nationalsozialismus bekämpft.“

        Das ist natürlich eine dreiste Lüge!! Röpke hat den Nationalsozialismus nie bekämpft sondern er hat ihn unterstützt mit pseudowissenschaftlichen Thesen!

        Also falls da jemand für Wikipedia spenden möchte …

        Freundschaft 😉

  2. Weber schreibt:

    Warum gab es keinen Friedensvertrag mit Deutschland?
    Franz Josef Strauß hat es in seinem Buch „Die Erinnerungen“, erschienen 1988, geschildert. Ist Wenigen bekannt, bzw. wird verschwiegen:
    Auszug aus dem Buch „Die Erinnerungen“ von Franz Josef Strauß, Seite: 257

    Bei allen Beratungen über den Deutschlandvertrag war von vornherein klar, daß dies kein Friedensvertrag sein konnte und durfte. Ein Friedensvertrag hätte nur von einer gleichberechtigt am Verhandlungstisch sitzenden gesamtdeutschen Regierung geschlossen werden können. Hinzu kam eine weitere wichtige Überlegung, die ich persönlich schon in den Gesprächen mit Josef Müller unmittelbar nach dem Krieg entwickelt hatte und die auch Konrad Adenauer nicht aus dem Auge verlor. Wenn wir einen Friedensvertrag schließen, dann verlangt man von uns Reparationen. Da wir aber nicht bereit und nicht in der Lage sind Reparationen zu zahlen, wollen wir auch keinen Friedensvertrag.

    Die höhere und die niedere Mathematik der Politik trafen hier zusammen – das Offenhalten der deutschen Frage und das Vermeiden gigantischer Reparationszahlungen. Sicherlich stand im Vordergrund die Überzeugung, daß ein Friedensvertrag nur mit dem ganzen Deutschland geschlossen werden könnte. Aber das handfeste Argument, daß mit dem Beginn von Friedensverhandlungen das Gespenst der Reparationen auftauchen mußte, wog ebenfalls schwer.

    Angesichts dessen, was durch deutsche Kriegs­handlungen und deutsche Kriegspolitik an Schäden entstanden war, hätten Reparationen den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik um Jahre zurückgeworfen, ja unmöglich gemacht,

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Weber. Ein interessantes Eingeständnis des Herrn F.J. Strauß. Das zeigt doch, daß er nicht das geringste Interesse daran hatte, die Verbrechen des deutschen Faschismus in irgendeiner Weise wiedergutmachen zu wollen. Von Schuldbewußtsein gar nicht erst zu reden.

    • Politnick schreibt:

      Die ganze Bundesrepublik ist ein einziges Lügengebäude. Und so lügt Strauß ja nach seinem Tode weiter, weil er das Wichtigste verschwiegt, nämlich daß die US-Armee das Ende des Krieges hinausgezögert hat um sich ein Stück Deutschland und einen Großteil der hitlerischen Industrieanlagen zu sichern. So wäre Westdeutschland durchaus in der Lage gewesen, Reparationsleistungen zu zahlen, zumal insbesondere nach Abschluss der Pariser Verträge (1955) jede Menge Gastarbeiter ins Land geholt wurden um — entgegen der Potsdamer Beschlüsse — Hitlers Industrie wiederaufzubauen.

      Aufgrund der chronologischen Abfolge ist der Deutschlandvertrag von 1952 nur Schall und Rauch, weil das Grundgesetz als Ersatz für einen Friedensvertrag ja bereits vorher diktiert wurde. Die Pariser Verträge (1955) sind lediglich die Fortsetzung dieser Lügenpropaganda und zeitlich dazwischen regelte die Londoner Konferenz 1953 den Erlaß von Reparationszahlungen in Milliardenhöhe.

      Der Kapitalismus folgt primitiven Gesetzmäßigkeiten. Die USA, die eine erhebliche Mitschuld am 2. Weltkrieg trugen, waren diejenigen, die an der Zahlung von Reparationsleistungen nicht das geringste Interesse hatten, weil sie selbst die Gläubiger sind: Anleihen des 1930 beschlossenen Young-Plan hatten Laufzeiten bis weit in die 80er Jahre hinein.

      Im Grunde genommen regeln Deutschlandvertrag und als Fortsetzung die Pariser Verträge und auch der 2+4 Vertrag ja gar nichts sondern sind Populismus in Reinkultur. Denn alles was „zu regeln war“ stand ja vorher schon fest.

      Im Übrigen hatte die DDR einen Friedensvertrag mit der Sowjetunion.

      Freundschaft 😉

      • Weber schreibt:

        Noch einige Anmerkungen zu Wilhelm Röpke:

        Berliner Zeitung(Ost), Mi. 12. März 1947:
        „[..] Was hat es zu bedeuten, daß gerade in diesem Augenblick z. B. der Professor Wilhelm Röpke von der Genfer Universität in der „Neuen Zürcher Zeitung“ Betrachtungen darüber anstellt, wie eine „Erneuerung der deutschen Wirtschaft auf der Grundlage der Westzonen“ möglich sei? Röpke ist der Meinung, daß bei einer Vereinigung der Zonen die Ostzone sich auf Kosten der Westzone „gesundmachen“ würde. (Es ist wohl überflüssig, ausführlich zu belegen, daß weder die Ernährungslage noch der Stand der industriellen Produktion im Westen Ursache zu einem solchen Urteil gibt.) Von seiner falschen Voraussetzung ausgehend, meint Röpke, die Zusammenlegung der Zonen würde ein „ungewöhnlicher Erfolg der Russen“ sein. Zum Aufbau einer Westzonenwirtschaft bedürfe es der Mitwirkung der Ostzone nur insoweit, als frühere Austauschbeziehungen wiederhergestellt werden sollten.[..]“

        Neues Deutschland, So. 1. Juni 1947:
        „[..] Wir wissen, Herr Professor Röpke ist kein Nationalsozialist. Aber im Grunde unternimmt er denselben Versuch, wie der Faschismus in Deutschland, die Restaurierung des kapitalistischen Systems. Bei der gleichen Zielsetzung ist es deshalb auch nicht verwunderlich, daß er genau wie die „freien Sozialisten“ Weber und Mitscherlich, Heidelberg, zu den gleichen Vorschlägen wie die Nazis kommen. Diese Übereinstimmung mit der nationalsozialistischen Ideologie geht sogar so weit, daß er Marx und Engels für die schwerste Krise der gesamten Schicht unserer Zivilisation verantwortlich macht. Auch das ist nicht neu, denn das Schlagwort „der Marxismus‘ ist schuld“ tönt uns noch aus dem Jahre 1932 in den Ohren. Ob es allerdings zum zweiten Male mit Erfolg angewendet werden kann, scheint uns zweifelhaft. Denn die Trümmer unserer Städte, die Not der deutschen Bevölkerung reden eine zu deutliche Sprache. bö. „

  3. Weber schreibt:

    Noch einige Anmerkungen zu Wilhelm Röpke:

    Berliner Zeitung(Ost), Mi. 12. März 1947:
    „[..] Was hat es zu bedeuten, daß gerade in diesem Augenblick z. B. der Professor Wilhelm Röpke von der Genfer Universität in der „Neuen Zürcher Zeitung“ Betrachtungen darüber anstellt, wie eine „Erneuerung der deutschen Wirtschaft auf der Grundlage der Westzonen“ möglich sei? Röpke ist der Meinung, daß bei einer Vereinigung der Zonen die Ostzone sich auf Kosten der Westzone „gesundmachen“ würde. (Es ist wohl überflüssig, ausführlich zu belegen, daß weder die Ernährungslage noch der Stand der industriellen Produktion im Westen Ursache zu einem solchen Urteil gibt.) Von seiner falschen Voraussetzung ausgehend, meint Röpke, die Zusammenlegung der Zonen würde ein „ungewöhnlicher Erfolg der Russen“ sein. Zum Aufbau einer Westzonenwirtschaft bedürfe es der Mitwirkung der Ostzone nur insoweit, als frühere Austauschbeziehungen wiederhergestellt werden sollten.[..]“

    Neues Deutschland, So. 1. Juni 1947:
    „[..] Wir wissen, Herr Professor Röpke ist kein Nationalsozialist. Aber im Grunde unternimmt er denselben Versuch, wie der Faschismus in Deutschland, die Restaurierung des kapitalistischen Systems. Bei der gleichen Zielsetzung ist es deshalb auch nicht verwunderlich, daß er genau wie die „freien Sozialisten“ Weber und Mitscherlich, Heidelberg, zu den gleichen Vorschlägen wie die Nazis kommen. Diese Übereinstimmung mit der nationalsozialistischen Ideologie geht sogar so weit, daß er Marx und Engels für die schwerste Krise der gesamten Schicht unserer Zivilisation verantwortlich macht. Auch das ist nicht neu, denn das Schlagwort „der Marxismus‘ ist schuld“ tönt uns noch aus dem Jahre 1932 in den Ohren. Ob es allerdings zum zweiten Male mit Erfolg angewendet werden kann, scheint uns zweifelhaft. Denn die Trümmer unserer Städte, die Not der deutschen Bevölkerung reden eine zu deutliche Sprache. bö. „

  4. Angelina schreibt:

    staatenlos.info befasst sich auch mit dem Potsdamer Abkommen und Befreiung der Deutschen.
    Aber ich glaube, uns Deutschen soll von der UN / US/ EU / UNHCR / IGH oder sonst wem überhaupt nicht ‚geholfen‘ werden (von der BRD schon gar nicht und die Russen wollen oder können auch nicht?). Können wir uns selbst helfen´mit Art. 139 in Verbindung mit Art. 146 GG und Erfüllung des Potsdamer Abkommens?

  5. Blogger schreibt:

    Röpke gilt lt. Abusch (der Irrweg einer Nation) übrigens als Urheber der „Sozialen Marktwirtschaft“ — die es als Solche gar nicht geben kann!
    Trump hat Syrien bombardiert um China zu beeindrucken — eine Schlagzeile auf http://www.voltairenet.org/article201504.html und was mir dazu einfällt ist:
    Die USA haben Hiroshima und Nagasaki bombardiert um die ganze Welt zu beeindrucken !
    Europa wurde geteilt um die Europäische Union errichten zu können:
    http://blog.rolfrost.de/eu.html

    Und im Ergebnis dessen entstand die DDR:
    http://blog.rolfrost.de/ddr.html

    MfG

    • sascha313 schreibt:

      Das mit der Beeindruckung wird wohl aber nicht mehr allzu lange funktionieren, zu blutig ist die Vergangenheit des USA.Imperialismus, als daß man es noch länger hinnehmen kann. Die Völker werden die Signale hören…

  6. Pingback: G.Schaffer: „Wie haben die Deutschen ihr Schicksal nach 1945 gemeistert?“ | Sascha's Welt

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