DDR: Unser Weg hat sich bewährt

SozialismusWie erinnern uns an das Jahr 1975. Wir lebten damals in der DDR und hatten allen Grund stolz zu sein auf unser Land.  Der Sozialismus hatte gesiegt, die Produktionsmittel befanden sich in den Händen der arbeitenden Klasse und es wurden gewaltige Ergebnisse erreicht. Trotz aller ungünstigen Ausgangsbedingungen, trotz Embargopolitik des Westens und Sabotage, trotz Abwerbung von Fachleuten und Währungsschwindel – nicht zuletzt durch die an die Sowjetunion zu zahlenden Reparationen, die allein von der DDR (!) geleistet wurden. Bis 1972 hatte sich das Nationaleinkommen der DDR mehr als verfünffacht. Auch wenn die Sowjetunion nach der Ermordung Stalins sich zunehmend auf einem abschüssigen Kurs befand und die Abweichungen vom sozialistischen Weg sich auch auf die DDR auszuwirken begannen. Die DDR war erfolgreich … bis schließlich der „Genosse Gorbatschow“ und das reaktionäre Gesindel der politischen Führung in der UdSSR (u.a. mit Hilfe einiger „bewährter“ DDR-Funktionäre) unser Vaterland dem westdeutschen Imperialsmus auslieferten. Das war das ENDE der DDR, das Ende des Sozialismus in Europa. Vorläufig jedenfalls…

Damals schrieb Eberhard PRAGER im Jugendweihebuch der DDR:

Eberhard Prager

Die sozialistische Volkswirtschaft – ein Feld der Bewährung

Der Aufbau der sozialistischen Volkstschaft ist ein komplizierter Weg. Schwer war der Anfang in den Jahren nach 1945. Wir alle sollten es nie vergessen. Das stärkt unseren Stolz auf das Errungene, unsere Zuversicht und das Selbstvertrauen für künftige Aufgaben. Und die Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft stellt hohe Anforderungen an unser Können und unsere Einsatzbereitschaft.

Schwierige Ausgangsbedingungen

Das Erbe des faschistischen Krieges, die Trümmerwüsten in Berlin, Dresden, Neubrandenburg, Anklam und so vielen anderen Städten und Dörfern sind beseitigt, die zerstörten Schornsteine und Fabrikhallen in Magdeburg, Leuna, Forst, Plauen und überall in der Republik sind wieder aufgebaut oder durch neue ersetzt. Eine Selbstverständlichkeit? – Ja! Aber es hat große Anstrengungen gekostet. Am Anfang zweifelte so mancher am Erfolg des Weges, auf dem die marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse die Werktätigen führte.

Ohne Kapitalisten ging es besser

Ohne das Kommando der Konzernherren und Gutsbesitzer – nach eigenen, wissenschaftlich begründeten Gedanken, das war ungewohnt. Ohne Konkurrenz und Jagd nach Profit – in kameradschaftlicher Zusammenarbeit auf der Grundlage des Planes, für das Wohl aller Werktätigen, mancher glaubte nicht recht daran. Doch es zeigte sich: Ohne Kapitalisten ging es besser, und es wurde viel erreicht!

Was hatten wir bis dahin erreicht?

  • Seit 1945 wurden 1,5 Millionen Wohnungen neu, um- oder ausgebaut; das bedeutet, daß jede vierte Wohnung, die 1971 in der DDR bewohnt wurde, neu war. Oder anders ausgedrückt: Es wurden so viele Wohnungen gebaut oder erneuert, wie in den Bezirken Cottbus, Erfurt, Gera und Magdeburg zusammengenommen im Jahre 1972 zur Verfügung standen.
  • Viele Betriebe, Stätten der Kultur und soziale Einrichtungen wurden wiederaufgebaut, rekonstruiert, erweitert oder neu errichtet. Dort, wo 1949 noch Kiefern standen, produzieren heute leistungsstarke volkseigene Industriekombinate, so in Eisenhüttenstadt, Schwedt, Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, Schwarze Pumpe und vielen anderen Orten.
  • Fast eine Million Menschen – jeder siebente im produzierenden Bereich der Volkswirtschaft (dazu gehören vor allem die Industrie, die Bauwirtschaft, die Land- und Forstwirtschaft, das Verkehrs-, Post- und Fernmeldewesen) sind damit beschäftigt, Produktionsanlagen zu errichten, die in diesen Betrieben benötigten Maschinen herzustellen und unsere Städte und Verkehrseinrichtungen auszubauen und zu erneuern.

Die Lebensmittelversorgung war gesichert…

Aus der Warte unserer Tage erscheint es fast unvorstellbar, daß das „Neue Deutschland“ vom 4.11.1949 unter der Überschrift „Was bringen die neuen Lebensmittelkarten?“ mitteilte, es werde auf die einheitlichen Lebensmittelgrundkarten ab 1.12.1949 im Monat 900 Gramm Fleisch und Wurstwaren und 450 Gramm Fett (Butter, Öl, Schmalz, Margarine) geben. Heute verbraucht jeder Bürger unserer Republik – manche essen schon zuviel – durchschnittlich im Monat 5900 Gramm Fleisch und Wurstwaren, 1.180 Gramm Butter und noch 1500 Gramm Margarine, Öl und Fette dazu. Aber dazu mußte auch der Bestand an Schweinen von 2 Millionen im Jahre 1946 auf 10,4 Millionen im Jahre 1972 und die Herstellung von Butter von 45000 Tonnen auf 249.000 Tonnen gesteigert werden. 30.000 Schweine, fast 5.000 Rinder und mehr als 9 Millionen Eier wurden 1972 pro Tag in der DDR verzehrt.

Die wirtschaftlichen Grundlagen

Dank der fleißigen Arbeit der Werktätigen in allen produzierenden Bereichen konnte das Nationaleinkommen, die Quelle für die Erweiterung der Produktion und die immer bessere Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung – von 1949 bis 1972 mehr als verfünffacht werden. Das durchschnittliche monatliche Arbeitseinkommen eines Beschäftigten stieg von 256 Mark im Jahre 1950 auf 815 Mark im Jahre 1972.

Die soziale Sicherheit, die Kultur, die Gesundheitsversorgung…

In der gleichen Zeit erhöhten sich auch die Ausgaben aus dem Staatshaushalt für Bildung und Kultur, Gesundheits-, Sozialwesen und Sozialversicherung – umgerechnet auf jeden Beschäftigten im Monat – von 85 Mark auf 325 Mark. Dieses Geld findet zwar niemand in seiner Lohntüte vor, und dennoch dient es dem materiellen und kulturellen Lebensniveau jedes einzelnen. So gibt unser Staat monatlich 2410 Mark für jede Schulklasse aus. Niemand muß sich finanzielle Sorgen machen, weil er krank geworden ist, denn die ärztliche und medizinische Betreuung ist kostenlos.

Unser Leben wurde reicher und schöner, allen feindseligen Taten des Monopolkapitals – Sabotage, Abwerbung, Übervorteilung – zum Trotz.

Wirtschaftskrieg des westlichen Imperialismus gegen die DDR

Neben der Sowjetunion stand die DDR jahrelang im Zentrum eines Wirtschaftskrieges der USA und der BRD, der das Ziel verfolgte, den wirtschaftlichen Aufbau in der. jungen Republik zu stören, um dadurch auch die politische Entwicklung zu hemmen und die Errichtung der Grundlage des Sozialismus in der DDR zu verhindern.

  • Die USA sprach ein Waren-Embargo aus, und für den Aufbau wichtige Rohstoffe, Maschinen und Anlagen durften nicht an die DDR geliefert werden.
  • Am 7.2.1950 stellte auch die BRD alle Stahllieferungen an die DDR ein.
  • Im März 1952 sperrte das Schatzamt der USA alle Guthaben der DDR bei den amerikanischen Banken.
  • Die Beteiligung der DDR an Messen und Ausstellungen in kapitalistischen Ländern wurde unterbunden bzw. gestört. Das sollte den Aufschwung im Außenhandel der DDR stoppen.
  • 1960 wurden sogar bestehende Handelsabkommen mit der DDR gekündigt.

Wie hoch war der Schaden?

Bis zum 13. August 1961 fügte die BRD der DDR einen ökonomischen Schaden von 120 Milliarden Mark zu. Dieser Betrag wurde 1965 von Professor Baade, dem damaligen Leiter des westdeutschen Instituts für Weltwirtschaft der Universität in Kiel und Abgeordnetem des Bundestages in Bonn, ausgerechnet.

Dieser Betrag umfaßt die im Ergebnis des zweiten Weltkriegs erforderlich gewordenen Reparationen, die die DDR für die BRD bezahlt hat. Er umfaßt Verluste an Nationaleinkommen, die entstanden sind durch vorsätzlich organisierten Produktionsausfall, durch den gesellschaftlichen Aufwand für Ausbildung von abgeworbenen Kadern, durch Grenzgängerei von und nach Westberlin, durch Schwindelkurs und Schmuggel.

Dieser Verlust entspricht der Summe aller Investitionen, die in der Volkswirtschaft der DDR von 1950 bis 1961 vorgenommen wurden. Aber all das konnte die erfolgreiche Entwicklung der DDR nicht aufhalten. Die Mühen haben sich gelohnt. Gewiß bleiben noch manche Wünsche offen, aber auch diese werden durch unsere zielstrebige Arbeit noch erfüllt.

Unser Weg hat sich tausendmal gelohnt!

Unser Weg hat die Menschen von Ausbeutung und von der Unsicherheit des morgigen Tages befreit und ihnen Glück und Wohlstand gebracht. Wir setzen ihn konsequent fort. Je leistungsfähiger unsere Volkswirtschaft ist – desto schöner und reicher wird unser Leben – desto sicherer ist auch der Frieden. Unser Dank gebührt der Sowjetunion. Sie half 1945 den größten Hunger zu beseitigen. Sie lieferte uns Maschinen und Rohstoffe. Sie lehrte uns aber vor allem, den Aufbau der sozialistischen Volkswirtschaft in unserer Republik zu verwirklichen und zu leiten. Heute ist sie das Zentrum der sozialistischen ökonomischen Integration.

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben Berlin, 1975, S.224-117. (gekürzt; Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Bleibt noch hinzuzufügen: Bis 1989 wurde das Wohnungsbauprogramm der DDR in vollem Umfang erfüllt. Danach erfolgte die verbrecherische Annexion der DDR durch die beanchbarte BRD mit allen verheerenden Folgen, wie der Plünderung des Volkseigentums durch die westliche Bourgeoisie, den sozialen Kahlschlag, den Raubbau in den bisher volkseigenen Wäldern, die Enteignung eines gesamten Volkes und Privatisierung der gesamten Produktionsmittel. Fast ein Drittel des Wohnungsneubaubestandes der DDR wurden aufgrund des Wegzugs und Leerstand der Wohnungen wieder abgerissen. Der Rest wurde erneuert, um danach teurer vermiten zu können. Das hat die imperialistische BRD vor der drohenden Krise wieder einmal gerettet…
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6 Antworten zu DDR: Unser Weg hat sich bewährt

  1. Harry56 schreibt:

    Vielleicht noch ein Punkt, welcher sehr oft übersehen, gar nicht zur Kenntnis genommen wird. In der DDR der 1970er/1980er Jahre konnte sich praktisch jeder Bürger des Landes, ebenso zeitweilig in der DDR lebende Bürger anderer Staaten, sich häufigere Besuche in Cafes, Restaurants, Kneipen aller Art leisten. Ob jung oder alt, alle konnten dies dank einer sozialistischen Lohn- und Preispolitik, welche wirklich allen Menschen zugute kam. In den Gaststätten der DDR wimmelt fast immer „das volle Leben“.

    Und wie sieht es heute in der BRD mit einem angeblich „hohen Lebensstandart“ aus? Für Millionen von Menschen, ob nun Geringverdiener, Rentner, Arbeitslose, Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende, für sie alle sind derartige Besuche in der heutigen Gastronomie reinster Luxus, oft einfach unbezahlbar.
    Und die Folgen sind auch bereits statistisch erfasst, schon seit Jahren sinkende Umsätze in der Gastronomie. Wundern muss man sich darüber natürlich nicht!

    Beste soz.Grüße!

  2. Pingback: DDR: Unser Weg hat sich bewährt — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  3. Rolf schreibt:

    Richtig!
    Wir durften ein menschliches Leben leben.
    Eigentlich hätten wir ’98 rufen müssen: „Wir waren das Volk“!

    Rolf

    • Politnick schreibt:

      Wir sind immer noch das Volk. Nur stellt sich der Staat nicht schützend über uns sondern unterstützt nur diejenigen die uns — Das Volk — ausbeuten und unterdrücken.

      Freundschaft 😉

  4. Politnick schreibt:

    Eine gerichtliche Klage zu erheben hat in der DDR keinen Pfennig gekostet, falls das tatsächlich einmal notwendig war. Aber heute kann einem das sein ganzes Vermögen kosten!

    Genauso ist das mit Versicherungen. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Schadensfällen wird man gekündigt und bei einem Neuabschluss erheblich höher eingestuft!!!

    Jetzt komm’mir bloß keiner mit Gerechtigkeit, das schreit zum Himmel!

    Freundschaft 😉

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