Wahl 2017: Warum man die Partei „Die Linke“ nicht wählen kann…

ink.pngNun ist es wieder einmal soweit. Von fast allen Laternenmasten grinsen einen die Gesichter der Kandidaten entgegen – freundlich, oder gezwungen freundlich – lächelnd und mit derlei hohlen oder perversen Sprüchen versehen, wie: „Es ist Zeit!“ oder „Luther würde NPD wählen!“ – was ja auch schon ein bezeichnendes Licht auf die betreffenden Parteien wirft. Zuweilen sind die Plakate, um ja nicht übersehen zu werden, sogar in der Größe einer Filmleinwand auf allen möglichen städtischen Grünflächen aufgestellt. Darüber hinaus klären die Tageszeitungen auf, wie man wählen sollte – was die Mehrheit des Wahlvolkes wohl nicht zu wissen scheint. Und nun schickt auch die angebliche „linke“ Linkspartei ihre Kandidaten ins Rennen…

Von der bürgerlichen Presse verunglimpft und auf Plakaten durch Farbkleckse verunstaltet sind vor allem die Kandidaten der Linkspartei, die in ihren Taten nun aber alles andere als „links“ ist – im politischen Sinne, wohlgemerkt! Da wird bspw. einem „linken“ Kandidaten, der früher einmal NVA-Offizier gewesen sein soll, von der bürgerlichen Presse bescheinigt, er hätte damals in der DDR im Ernstfall wohl gnadenlos „alles niedergeschossen“, was sich auf der Gegenseite befunden hätte. Hätte er das? Infam, diese Unterstellung, nicht wahr?

(Mal abgesehen davon, daß ein Offizier der Nationalen Volksarmee in der DDR niemals den Befehl bekommen hätte, alles niederzuschießen, sondern vielmehr im Sinne seines Soldateneids geschworen hatte, „der Deutschen Demokratischen Republik … allzeit treu zu dienen und sie auf Befehl der Arbeiter- und Bauern-Regierung gegen jeden Feind zu schützen“, scheint dieser „linke“ Kandidat wohl damals schon einen Meineid geleistet zu haben.)

Doch der Kandidat setzt selber noch einen drauf: Er behauptet nämlich unumwunden, die DDR sei ein „Unrechtsstaat“ gewesen. Und das ist ja wohl auch für einen (wenn es stimmt) „ehemaligen Offizier“ der „ehemaligen DDR“ nicht einfach nur eine Frechheit und Anbiederei bei den heute regierenden Vertretern der Monopolbourgeoisie, sondern eine glatte, schändliche Beleidigung von Millionen ehrlichen DDR-Bürgern, die oftmals unter Einsatz aller ihrer Kräfte für die Stärkung unseres „ehemaligen“ sozialistischen Vaterlandes gearbeitet und gewirkt haben.

Daß dieses Vaterland durch Antikommunisten von Schlage eines Gorbatschow verraten wurde und mit Hilfe seiner Helfershelfer im eigenen Land (die noch heute als angebliche „Kommunisten“ in dieser „linken“ Partei sitzen) an die westlichen „Brüder und Schwestern“ ausgeliefert wurde, ist eine andere Sache. Doch Geschichtsvergessenheit und Selbstverleugnung steht einem Kandidaten, der von sich behauptet, für soziale Gerechtigkeit einzutreten, nicht gut zu Gesicht! Es ist Heuchelei und Karrierestreben – auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung in dieser BRD!

Was ist die Alternative? Keine Ahnung. Es gibt sie nicht. Noch nicht! Wenigstens nicht bei dieser „Wahl“…

Oder prinzipiell doch?

Ein Land

Es begann in einem Land…

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37 Antworten zu Wahl 2017: Warum man die Partei „Die Linke“ nicht wählen kann…

  1. Politnick schreibt:

    Es ist ein Lernprozess den auch ich durchmache. So manchen Politik-Vortrag (TAPI: Tages Aktuell Politische Information) hielt ich zu meiner Zeit bei der NVA und hatte dabei nicht selten das Gefühl „hohle Phrasen“ vorzutragen die ich damals manchmal selbst nicht mehr hören konnte. Die heutige Wirklichkeit des real existierenden Kapitalismus zeigt jedoch täglich wie sich die „hohlen Phrasen von damals“ als bittere Wahrheit entpuppen.

    An diesem, meinem ganz persönlichen Lernprozess lasse ich Euch alle die hier mitlesen und auch mitreden gerne teilhaben. Daher unterstütze ich auch die Verbreitung dieser Seite und habe einen Spiegel für den RSS Feed eingerichtet: http://rolfrost.de/sascha.html

    Danke Sascha, danke Euch allen!

  2. sischramme schreibt:

    Die Linke ist heute, was man damals ein trojanisches Pferd genannt hätte. Eine wirkliche Alternative sind wir nur selber. Und wenn rote Fahnen mit dem schwarzen Dreckfleck auf weißem Grund wieder geweht hätten, was hätte dieser Mann dann gesagt? Und die Aussage klingt wie verbessert und nachträglich aufgesetzt um die jetzige Erscheinung zu erklären.
    Man kann nur auf jemanden tippen, wie beim Lotto, der niemals an die Oberfläche kommt. Mathematisch würde es dieses Theater WAHL stören, wenn genügend mitmachen würden. Aber so lange Millionen einer Ballspielveranstaltung folgen, aber für Frieden ohne Ausbeutung nur sehr wenige Menschen sind, wird die Wahl wie gehabt ausfallen.
    POLITNICK: Dieses Finden und der Lernprozess habe auch ich durchgemacht.
    Danke Sascha für diese umfassenden Beiträge.

    • sascha313 schreibt:

      …den Lernprozeß machen wir alle durch, immer noch. Aber auch andere machen ihn durch – das ist die Dialektik! Und irgendwann kommt auch die neue Qualität – laßt uns dazu beitragen!

  3. Wilhelm Norbert schreibt:

    Ich schließe mich Euren Kommentaren an, denn auch ich musste den Weg der Erkenntnis gehen, so wie viele ehemalige Staatsbedienstete, aber eines steht auch fest – die DDR hätte ich mit der Waffe verteidigt – diesen kapitalistischen Staat nicht. Menschlichkeit haben wir in der DDR gelernt – hier wird das Wolfsprinzip hochgelobt und der Bürger in der Gosse noch mit Füßen getreten
    Norbert

    • sascha313 schreibt:

      Tja Norbert, wir hatten in der DDR eine Parteiführung, die sich sukzessive von Marx entfernt hat. Sie glaubten an die Mondlandung und staunten über den westlichen Reichtum, wollten „einholen ohne zu überholen“, anstatt den Verführern den Wind aus den Segeln zu nehmen und sie aus der Partei auszuschließen.

      Und im Nachhinein betrachtet gaben sie damit sogar denen recht, die
      da behautet hatten, der Sozialismus sei nur »negativ« bestimmt als Abschaffung der kapitalistischen Produktionsweise, nach der »positiven Seite aber sei seine Formel leer«. (Karl Korsch, zit. nach „Karl Korsch – Marxismus und Philosophie“, Vorwort von Erich Gerlach, S.6, pdf). Das ist natürlich Unsinn!

      ————————————————————————————–
      Ach, übrigens „Staatsbedienstete“, d.h. mit anderen Worten: „von Staat mit Dienst (Arbeit) ausgestattete Angestellte“… auch so ein Begriff der Bourgeoisie! Wie auch der Begriff „Arbeitnehmer“. Beides ist falsch! Diese Begriffe wurden in der DDR nicht verwendet, weil ein Arbeiter keine Arbeit nimmt und ein Angestellter auch nicht. Sie bekommen nur den Auftrag, leisten eine Arbeit und geben das Ergebnis ihrer Arbeit ab. Dafür werden sie entlohnt. Das nur mal so am Rande!

      • Juche schreibt:

        „Sie glaubten an die Mondlandung und staunten über den westlichen Reichtum,“
        Warum schreiben Sie „westlichen Reichtum“ nicht in Anführungszeichen? Als einfacher Arbeiter aus dem Westen war ich immer der Meinung und bin es auch noch heute, daß die Arbeiter der DDR vergleichsweise reich waren (wie aktuell in der DVRK), weil alles Volkseigentum war und folglich alles allen gehörte.

      • sascha313 schreibt:

        Klar, der „westliche Reichtum“ ist freilich nur der äußere Glanz (den sieht man jetzt auch hier). Die einfachen Leute, die Arbeiter, Putzfrauen und Verkäuferinnen waren selbst im „goldenen Westen“ noch nie mit viel Reichtum ausgestattet. Und wenn meine Oma früher mal in den Westen gefahren ist, dann haben sie ihr dort immer sonstwas vorgeführt und getan, als ob Geld keine Rolle spielt.

      • ropri schreibt:

        Lieber Sascha, hast Du wirklich an den „Reichtum“ in der BRD geglaubt? Es war immer nur ein Reichtum Weniger. Nicht das Volk war reich. Was für viele verlockend war, waren die gefüllten Schaufenster mit meist Plunder, mehr Schein als Sein was sich niemand leisten konnte und kann und die Werbung im Fernsehen. Außerdem wurde im Westfernsehen immer suggeriert, im Westen würde man besser leben, „freier“. . Ja, um die Welt reisen, das war verlockend. Und wie sieht die Realität aus? – Jeder ist so „frei“, wie er Geld hat. Wer am Existenzminimum lebt, ist vogelfrei. Wer kann sich all die Reisen leisten und das Leben genießen?
        Ich habe in der DDR wesentlich freier und glücklicher gelebt als heute. Was ich in den Läden zu kaufen bekam war Qualität. Was sagt man heute? Die Qualität mußte sein, weil es eine Mangelwirtschaft war – so ein humbug!

    • ropri schreibt:

      Wie wahr: Menschlichkeit stand der Mehrheit der DDR-Bürger im Gesicht geschrieben. Aber wo ist diese Menschlichkeit heute? Zerstört? Ich habe mir meine bewahrt und bemerke dadurch: Menschen mit Herz sind am Aussterben. Wo sind sie aber hin, all unsere DDR-Menschen? Diese Erkenntnis schmerzt tagtäglich.

      Der Verrat unserer DDR war von langer Hand vorbereitet. Von der Regierung bis hin zu den ersten Sekretären der Parteiorgane saßen bereits ausgewählte neue Sekretäre mit Auftrag in den Startlöchern. Es ist unglaublich, wie das alles ging.

      Einen großen Teil dazu hatte Markus Wolf beigetragen, als er kurz vor der Konterrevolution mit seinem Buch durch die DDR tingelte… Und wir alle waren so sprachlos, was da ablief, daß wir dem Mob die Straße überließen.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        ropri, die Leute waren alle wie besoffen. Die D-Mark!!! Als ob das Geld ein Lebensgefühl ersetzen könnte. Daran hatte niemand gedacht, bis auf ein paar Leute, von denen ich genau 1 einzige Person kannte, unter vielen Genossen übrigens. Wir haben miteinander gesprochen, aber das wirkliche Ausmaß, das uns erwartete, konnte sich damals bei allen Bedenken kaum einer vorstellen. Der Verstand ist den Ereignissen immer hinterhergehinkt. Menschlichkeit? Heute zählt: Haste was, biste was!

        Meinst du das Buch „Die Troika“ von dem anderen Wolf-Bruder, Konrad, der Filmregisseur, ist doch schon lange tot gewesen. Das hat sich Friedrich Wolf wohl auch nicht vorstellen können, dass sein Sohn mal gemeinsame Sache mit den Verrätern der Sowjetunion macht. Und jetzt sitzen die Herrschaften in der Linkspartei und markieren die „wahren Kommunisten“. Ich bin der Ansicht, dass so viel Verwirrung heute in den Köpfen herrscht, daran ist zu einem Großteil gerade diese Partei schuld, die sich als die Vertreterin der Enterbten und Erniedrigten und als die einzige Vertreterin der DDR aufspielt. Du musst dir mal deren Wahlpropaganda ansehen, da glaubst du, die kommen von einem anderen Stern, wenn du ihre Praxis kennst.

      • ropri schreibt:

        Liebe Hanna Fleiss, über jeden (darf ich „Deiner“ sagen?) Deiner Beiträge hier freue ich mich. Dahinter steht eine Kommunistin. Ja, es gibt noch welche, auch wenn sie wie Stecknadeln im Heuhaufen scheinen. Ich danke Dir, daß es Dich gibt.

        Nein, ich meine doch Markus Wolf, entschuldige bitte. Und seine Lebensbiografie ließ er in den USA veröffentlichen und machte dafür jede Menge Zugeständnisse. Ein „feiner“ Kommunist, der da in unseren Sicherheitsorganen an 2. Stelle saß. Er wird den Verrat an der DDR begangen und selbst deren Verkauf mitorganisiert haben. Schade, daß alle, die es wissen, bis heute nur schweigen…

      • sascha313 schreibt:

        Wer hat nicht alles die Bücher dieses ehemaligen Generals in der HVA gelesen! Hat dieser auch nur ein einziges Mal von sich behauptet, Kommunist zu sein? Mit keinem Wort. Er stellt dagegen mehrfach die dämliche Frage „Haben wir umsonst gelebt?“ – Heute wissen wir die Antwort: Diese Leute haben dazu beigetragen, den Sozialismus zu verraten! Dieser Mann kannte die Aggressivität des Imperialismus. Er wußte, was passieren würde, wenn… und er hat gepokert! Hat seine eigene Haut gerettet! Heinz Keßler konnte schließlich verhindern, daß über die Bücher dieses Antikommunisten in der „Armee-Rundschau“ berichtet wird! „Dafür“ (nein, nicht deswegen!) wurde Heinz Keßler in der BRD ins Gefängnis geworfen!

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, ich glaube, dass in der NVA trotz aller öffentlicher Reden eine ziemliche Unklarheit über den Marxismus-Leninismus bestand. Es waren immerhin mehrere Tausend Offiziere und Soldaten, die zur Bundeswehr gegangen sind. Und dass meine Behauptung nicht aus der Luft gegriffen ist, machte mir mal ein Vorfall deutlich. Ich war in einer Literaturgruppe, und dort las ein ehemaliger hochrangiger NVA-Offizier eine selbstgeschriebene Geschichte vor. Darin ging es um die „Vertreibung“ der Deutschen nach 1945 aus der Tschechoslowakei. Es war ein Elaborat, das Erika Steinbach von den Sudetendeutschen mit Kusshand genommen hätte, breit ausgewalzt tote Deutsche, die von Tschechen erschlagen wurden. Als ich ihm das sagte und sich niemand dazu äußerte, war er erstaunt: „Aber es war doch so! Soll ich die Unwahrheit schreiben?“

    Nun habe ich Kisch gelesen und weiß aus seinen Berichten, was sich in der Tschechoslowakei nach 1933 tat. Dass die Tschechen mit den dortigen Deutschen, die in ihrer Mehrzahl Hitler-Anhänger waren, nichts mehr zu tun haben wollten, erschien mir verständlich. Es waren übrigens nicht nur die Sudetendeutschen. Ich war völlig von den Socken, er hatte überhaupt kein Einsehen. Diese Haltung hätte ich niemals von einem NVA-Offizier erwartet.

    So gesehen ist dein Beispiel wohl nicht nur ein Einzelfall. Und wenn er von der DDR als Unrechtsstaat spricht, dann kann man sicher sein, er hat im Westen Männchen gemacht. Er hat ja ein Vorbild in Ramelow, der es sogar schriftlich gab, dass die DDR ein „Unrechtsstaat“ war, um den Posten als Ministerpräsident zu ergattern. Die Linkspartei, mehr kann man dazu nicht sagen.

    • sascha313 schreibt:

      Ich bin sprachlos… Aber Tatsache: Ich kenne auch so einen Offizier! Pfui, Teufel! (hätte Kurt Gossweiler gesagt)

    • Juhrisch schreibt:

      Kommunisten unter den Angehörigen der NVA, insbesondere unter den Offizieren, zu finden ist seh schwer. Aber wenn ich heute an die 6 Bändige Ausgabe von Marx Engels und Lenin zurückdenke und die lebensfremde Vermittlung unserer wissenschaftlichen Weltanschauung, dann verstehe ich, dass die Wurzeln des Scheiterns schon sehr früh in der Geschichte der Partei zu suchen sind.
      Mein Resümee : Wir müssen im Alltag wirken, um das Lügennetz zu entlarven helfen und das Bewusstsein zu einer Klasse wieder wach zu rütteln.
      Auch wenn es Generationen dauern kann, es gibt eine Alternative zum heutigen System.
      Das gibt mir Hoffnung und ich bin sehr froh hier Gleichgesinnte, Lernende, sich Erinnernde zu treffen. Danke Sascha, Danke an viele Andere. Juhri – ein Hauptmann der NVA a.D.

  5. Politnick schreibt:

    Zum Fahneneid: Der Bundeswehrsoldat verteidigt Recht und Freiheit des Volkes. Der NVA-Soldat higegen verteidigt Heimat und Vaterland seines Volkes und natürlich das Volk selbst.

    Wenn wir genau hinschauen, steckt im Fahneneid der Bundeswehr der von Hitler formulierte völkische Begriff vom Volk ohne Grenzen und vom Volk ohne Raum. Im Fahneneid der NVA hingegen steckt der Begriff der Nation, denn ein Volk ist bodenständig und hat geografische Grenzen.

    Kurzum, der Eid der Bundeswehr widerspiegelt den Charakter einer auf Agression und Expansion ausgerichteten Söldnerarmee und legitimiert bspw. daß ein Bundeswehrsoldat „Recht und Freiheit des deutschen Volkes am Hindukusch verteidigt“. Des weiteren wendet ein Bundeswehrsoldat die Schußwaffe auf gut Dünken und allenfalls zu seiner eigenen Verteidigung an. Somit verteidigt ein Bundeswehrsoldat weder Volk noch Vaterland noch Heimat.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      Ein doppelter Grund, „Mein Kampf“ zu vebieten: 1. „Nachahmer“ zu hindern 2. die klammheimliche Übernahme der Nazi-Parolen in den Alltag der BRD zu vertuschen.

      • Politnick schreibt:

        Ja, haha. Die Nachahmer sitzen ja im Bundestag. Wenn „Grüne“ davon reden Flüchtlinge in Osteuropa anzusiedeln oder „Linke“ den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan bejubeln handeln sie ja in diesem Sinne.

        Freundschaft 😉

  6. Der Rückgrat schreibt:

    Die so genannte Linkspartei ist für einen Marxisten nicht wählbar, weil sie ein Element der Herrschaftssicherung der herrschenden bourgeoisen Klasse in der BRD ist. Besäße sie systemkritische Eigenschaften und Ziele wäre sie längst erledigt. Ihre Funktion ähnelt jener der SPD, indem sie widerständige Kräfte einbinden, im Parteiapparat stilllegen und auf den sinnlosen Weg der Kapitalismusabschaffung oder -bändigung durch Parlamentarismus einschwören soll. In ihr finden sich jene Typen auf dem Weg nach oben wieder für die allein oben sein wichtig ist. Jede bisherige Regierungsbeteiligung der PdL zeigt das.Sie schafft die bislang wirksame Illusion durch rhetorische Mittel. Die Linkspartei will den Kapitalismus schöner tapezieren – mehr nicht.

  7. Rolf schreibt:

    Diese „NVA-Offiziere“ gibt es überall.
    Sie waren auch zu DDR-Zeiten nur Karrieristen und wollten/sollten etwas „BESSERES“ werden.
    Fast alle kamen aus der „Arbeiterklasse“, sie wollten studieren und es besser haben, mehr aus sich machen. Die Eltern legten oftmals den Grundstein dazu.
    Dazu „schöneredeten“ sie so wie es gewünscht war.
    Nach der Konterrevolution taten sie das weiter. Manch einer wollte auch nur seine Beschäftiguing haben und seine Familie ernähren.

    Rolf

  8. Pingback: Bundestagswahl – und was machen wir nun? | versprengte Linke

  9. einseinsnull schreibt:

    wenn die anbiederung an die anti-DDR-denke der bürgerlichen das einzige problem wäre, was es bei der linkspartei gäbe, dann wüsste ich, was ich mogen wählen würde. in diesem verein liegt noch viel mehr im argen als der ideologische hintergrund einzelner oder das wahlprogramm.

    ich persönliche finde ja durchaus, dass lobhudelei über das experiment DDR ebenso wenig angebracht sind wie verklärung und verunglimpfung. und bei der linkspartei gibt es das alles: manche loben die DDR hoch und freuen sich über jeden mauertoten, andere distanzieren sich und erklären sie zum terrorstaat, wieder andere sehen die sache sehr differenziert.

    in einem jedoch sind die sich alle einig: letztlich geht es eh immer nur darum wer welchen posten bekommt und wieviel er damit verdient.

    und wer darauf hinweist, und versucht im umfeld dieser partei für ein anderes verständnis zu werben und die lügen der funktionäre zu entlarven, der wird bekämpft bis zum bitteren ende.

    • sascha313 schreibt:

      Du hast recht – leider ist das so! Doch der Aufbau des Sozialismus war kein Experiment, sondern eine reale Tatsache und ein Beweis der Richtigkeit der Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels!

      • ropri schreibt:

        Der Aufbau der DDR war Richtig und gut! Er wurde durchgeführt von Menschen wie Du und ich, also Menschen, die keineswegs perfekt sind. Ein Gesellschaftssystem kann nicht besser sein als die Menschen, die dessen Inhalt bestimmen. Wir konnten aber feststellen, daß in den wenigen 40 Jahren die Menschen einen wesentlich besseren Charakter entwickelten. Ich stelle mir weitere 40 Jahre und weitere vor – so, wie die Menschen besser würden, soviel wäre auch die DDR besser geworden. Aus Fehlern lernen ist die beste Entwicklunsvoraussetzung.
        Aus heutiger Sicht denke ich, daß unsere Sicherheitsorgane nicht gut genug gearbeitet haben. Ab einer gewissen Ebene konnten sie nicht agieren. Unsere Staatssichrheit hat auch mal die falschen Leute beobachtet, auch ich war in ihren Focus geraten. Aber auch das war, angesichts desses, was da organisiert und letztlich durchgeführt wurde, vollkommen richtig. Die DDR Staatssicherheit hat die letzten Jahre zu lasch gearbeitet, sie hätte entschiedener durchgreifen müssen.

    • Harry56 schreibt:

      Die DDR war ja nun wirklich kein einfaches „Experiment“! Aber vieles konnte unter den damaligen Umständen nur sehr begrenzt verwirklicht werden.

      Ansonsten, diese „Linke“, da gebe ich dir recht! Ich wähle diesen verlogenen Haufen schon lange nicht mehr! Diese Partei brüllt heute neben den „Grünen“ am lautesten nach „Asyl für alle“, „offenen Grenzen“ (warum wohl hatte die DDR sehr wohl offene Grenzen, aber nur für Menschen mit ordentlichen Papieren???), also dem, wonach das Groß- und Finanzkapital schon seit Jahren schreit. Widerlichster kapitalistischer Menschenhandel, wofür diese „Linke“ einsteht.

      Mein Tip, wähle heute, nur aus Protest gegen diesen verbrecherischen Menschenhandel, einfach die AfD, DANN verschenkst du wenigstens nicht deine Stimme! oder, bleibe ganz zu Hause. Denke nochmals in Ruhe nach!
      Schönen Sonntag noch…

      • sascha313 schreibt:

        ok – dann lieber ganz zu Hause bleiben, als diesem reaktionären Misthaufen auch nur eine Stimme geben!

      • ropri schreibt:

        Auch das sind genau meine Gedanken. Nur geht es mir so wie „Sascha“. Dieser Gauland verhält sich noch stark selbst-kontrolliert. Aber wehe er kann sich frei und ungehemmt entfalten….

        Im Grunde hat die AFD gute Gedanken, ist aber rein wirtschaftlich, kapitalistisch ausgerichtet. Der AFD meine Stimme aus Protest zu geben widerspricht meinem Verantwortungs-bewußtsein. Ich verweigere diesem System meine Stimme, weil es 1. keine für mich wählbare Partei gibt und weil ich 2. diese Wahl als einzige Manipulation verstehe. All die Wählerstimmen werden doch nicht wirklich ausgewertet, sie sollen den Massen suggerieren, daß sie mitbestimmen.

        Dabei stehen die Wahlsieger schon längst fest, weil sie von anderen, wie solchen Leuten wie die Bildeberger bestimmt werden. Diese Wahlen sind ein straff inszeniertes Theaterstück, wo jeder die ihm zugewiesene Rolle spielt. Die Wähler sind dabei die lenk- und belügbaren Statisten. Die Forderung muß dahin gehen, daß auch die bewußten Nichtwähler, die sich als solche registrieren ließen, in die Statistik eingehen sollten. Dann würden die 32 % CDU nur noch schlappe 15 bis 17 % sein.

        PS: wußtet ihr, daß in der BRD nach der Wahl die Stimmen in den Wahllokalen „gezählt und via Computer an eine Zentrale weitergeleitet werden. Noch am selben Abend werden die Wahlzettel vernichtet, so daß niemand die „gemeldeten“ Zahlen nachprüfen kann.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Ansonsten geht es dir gut, Harry?

      • ropri schreibt:

        PS: @Harry56: Im anderen Thema waren Ihre Beiträge klasse und jetzt der totale Einbruch… schade. 😦

  10. Rolf schreibt:

    Das ist richtig!
    Aber viele (auch ehemalige DDR-Bürger) stehen auf dem Standpunkt: „Aber es hat doch nicht funktioniert, sonst gäbe es die DDR doch noch“
    Bei den „kleinen“ Bundesbürgern geht es nicht um Posten, aber sie versuchen auch mit ihrer Meinung nicht abseits zu stehen. Sie reden das, was sie jeden Tag von früh bis abend sehen und hören. Würde man die Medien verbieten, es würde sich mancher Bürger eine eigene Meinung anhand des täglichen Lebens bilden.
    Rolf

  11. Inson schreibt:

    @Harry56
    Bisher habe ich deine Wahlwerbung für die AfD für so etwas wie Satire für masochistisch veranlagte Kommunisten gehalten. In den 70ern den Obmann Brandt wählen für Berufsverbote um den ökonomischen Tod zu sterben und nun den Gauleiter Gauland um endlich den physischen Tod zu sterben? Aber du meinst das wirklich ernst oder?

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