Kunst und Kultur im Kapitalismus

neuekulturEs wäre falsch zu behaupten, unter kapitalistischen Verhältnissen gäbe es keine Kultur, oder – die Kunst sei einer ständigen Deformierung unterworfen und entwickle sich immer mehr zu einem ausdruckslosen, inhaltsleeren, unpolitischen, von tiefgreifendem Pessimismus durchzogenen, dekandenten Anhängsel der Unterhaltungsindustrie. Das mag zum Teil stimmen, ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Es ist interessant, einmal die heutigen Verhältnisse mit denen zu vergleichen, die in einer Zeit herrschten, als es den Sozialismus als positiven Gegenpol noch gab. Zwar sind die Schlußfolgerungen heute andere als zur damaligen Zeit, doch die Möglichkeiten der Einflußnahme von Kunst und Kultur auf das Bewußtsein der arbeitenden Klasse sind angesichts der schwindenden Glaubwürdigkeit der Mainstream-Medien keinesfalls schlechter geworden.

Die geistig-kulturellen Bedürfnisse der Werktätigen und der kulturpolitische Klassenkampf in der BRD

Im Kapitalismus werden nahezu alle Kultur- und Kunstprodukte im Interesse des Profits produziert und verbreitet. Deshalb sind geistig-kulturelle Bedürfnisse, insbesondere in ihrer manipulierten Form, entscheidend für den Absatz der angebotenen Produkte. Deshalb werden die geistig-kulturellen Bedürfnisse der Werktätigen im staatsmonopolistischen Kapitalismus durch die Kulturprodukte der imperialistischen Massenkultur, durch die über Tages- und Illustriertenpresse, Rundfunk und Fernsehen massenhaft verbreiteten Themen nach dem Erfolgsrezept von Sensationen, Sadismus, Brutalität und Pornographie [1] immer wieder in eine Richtung gelenkt, die neue Bedürfnisse nach derartiger „geistiger Kost“ schafft und so immer neue Profite gewährleistet.

Die Macht der Monopole

In Verbindung mit dem Einsatz wissenschaftlicher Methoden der Markt- und Meinungsforschung und modernster Technik sollen dadurch massenhaft Bedürfnisse für die Realisierung von Profit erschlossen werden. Die politische, ideologische und ökonomische Macht der Monopole bildet die Grundursache dafür, daß eine humanistische Entwicklung geistig-kultureller Bedürfnisse entsprechend den Erfordernissen und Möglichkeiten unserer Zeit in allen Klassen und Schichten der westdeutschen Bevölkerung verhindert wird.

Meinungsbildung im Interesse der Bourgeoisie

Mit der Monopolisierung aller Bereiche der Presse und der Kulturindustrie und dem heute schon erreichten Konzentrationsgrad dieser Meinungsmonopole sowie dem Status von Rundfunk und Fernsehen in der Bundesrepublik haben sich die Möglichkeiten für die Realisierung der ideologiebildenden Funktion geistig-kultureller Bedürfnisse im Klasseninteresse der Monopolbourgeoisie beträchtlich vergrößert.

Wer bestimmt Themen und Inhalte?

Zunächst sorgt schon die ökonomische Bindung der Pressemonopole, der Rundfunk- und Fernsehanstalten an die werbungtreibende Wirtschaft dafür, daß die Massenmedien in ihrer publizistischen Tätigkeit eine politische und ideologische Grundhaltung einnehmen, die auf die Verteidigung und Stärkung der staatsmonopolistischen Ordnung gerichtet ist. Doch die Massenmedien sind durch das Inseratengeschäft nicht nur an die Industrie-, Handels- oder Bankmonopole und ihre Unternehmerverbände, sondern zunehmend auch an den Staat und die heute im Bundestag vertretenen Parteien gebunden.

Die imperialistische Massenkommunikation

Die kulturpolitische Funktion des westdeutschen Staates besteht in entscheidendem Maße darin, solche politischen, ökonomischen, militärischen und moralischen Lehrvorstellungen und Auffassungen in alle Schichten der werktätigen Bevölkerung hineinzutragen, die den Gesamtinteressen des Monopolkapitals entsprechen. Für die massenwirksame Interpretation dieser ideologischen Konzeptionen sind die kulturellen Formen imperialistischer Massenkommunikation unentbehrlich geworden. Deshalb orientiert sich der Staat in erster Linie auf die Massenmedien, die über eine große Breitenbasis verfügen und so in der Lage sind, über die Vermittlung manipulierter geistig-kultureller Bedürfnisse eine Bewußtseinsformung der Werktätigen zu erzielen, die der Erhaltung des staatsmonopolistischen Systems dient.

Die politische Leitlinie

Die politisch-ökonomische Bindung und Abhängigkeit von Staat und Bundestagsparteien mit ihren Dienststellen und Institutionen und den staatsmonopolistischen Pressemonopolen, den Fernseh- und Rundfunkanstalten ist die Voraussetzung für den Manipulierungsprozeß, der auch den Profitinteressen der Kulturindustrie zugute kommt. Schließlich haben die beiden letzten Jahrzehnte staatsmonopolistischer Kulturentwicklung in Westdeutschland zur Genüge bewiesen, daß die Kulturindustrie immer dann „gute Geschäfte“ machte, wenn sie mit ihren Produkten auf der Linie des „politisch Gängigen“ verblieb.

Die Diskussionen um eine „Leitkultur“

Durch die fortwährende Manipulierung der Kulturbedürfnisse der Werktätigen wird jene Spirale erzeugt, über die nicht nur immer wieder Profite erzielt werden können, sondern vor allem auch die spätbürgerliche Ideologie massenwirksam verbreitet wird. Geistig-kulturelle Bedürfnisse werden somit zum geeigneten Vermittlungsobjekt proimperialistischer Theorien, Informationen, Dogmen und Leitbilder. Auf diese Weise versucht die Monopolbourgeoisie, die systemimmanenten Widersprüche ihrer Herrschaft zu kanalisieren, ohne jedoch verhindern zu können, daß sie in neuen Erscheinungsformen zutage treten und sich in ihrer Gesamtheit weiter verschärfen.

Manipulierung der Interessen

Dabei läßt der Mißbrauch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Meinungsforschung bis zur Tiefenpsychologie [2] in weiten Kreisen der Bevölkerung den Eindruck entstehen, als über die Interessen- und Bedürfnisbefriedigung im geistig-kulturellen Bereich „völlig frei“, ohne „fremde Sachzwänge“, ohne „Eingriff“ in den außerhalb der „Welt der Arbeit“ gelegenen privaten Bereich des Menschen erfolge. In Wirklichkeit sollen mit der Integration derartiger Forschungsergebnisse in das System der geistig-kulturellen Bedürfnismanipulierung des Menschen nach Brzezinski Voraussetzungen dafür geschaffen werden, „jeden Bürger einer totalen politischen Überwachung auszuliefern“ und das menschliche Verhalten „mehr vorbestimmt und programmierbar“  [3] zu machen.

Zerstörung des Klassenbewußtseins der Arbeiter

Im Rahmen des ideologischen Klassenkampfes zielt die Manipulierung deshalb als eine bestimmte, spezifische Form staatsmonopolistischer Bewußtseinsbildung insbesondere darauf ab, das Klassenbewußtsein der westdeutschen Arbeiter zu zerstören und sie zum Objekt der Klasseninteressen der Monopolbourgeoisie zu degradieren.

Methoden der Manipulierung

Im Prinzip lassen sich die mannigfachen Methoden, Formen und Techniken der Manipulierung geistig-kultureller Bedürfnisse im Hinblick auf ihre ideologische Zielrichtung auf wenige Grundmethoden zurückführen. Eine der entscheidendsten Grundmethoden bei der Manipulierung geistig-kultureller Bedürfnisse besteht in dem Bemühen, sozialistische und antiimperialistische Kulturbedürfnisse zu paralysieren, zu unterdrücken und zu zerstören. Dabei geht es vor allem darum, sozialistische Kulturbedürfnisse aus der Struktur geistig-kultureller Bedürfnisse zu eliminieren, sie überall dort, wo sie in Schichten der werktätigen Bevölkerung vorzufinden sind, im Keim zu ersticken.

Bürgerlicher Humanismus – ein Auslaufmodell

Doch selbst bürgerlich-humanistische Kulturbedürfnisse werden heute in ihrer Entwicklung weitgehend gehemmt und unterdrückt, weil sie unter den Bedingungen der Systemauseinandersetzung eine Gefahr für die spätkapitalistische Gesellschaftsordnung darstellen, wenn es nicht gelingt, sie in das System staatsmonopolistischer Bewußtseinssteuerung zu integrieren. Dieser Grundzug der Manipulierung geistig-kultureller Bedürfnisse verdeutlicht das Ziel der Monopolbourgeoisie, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Unterdrückungsformen die Herausbildung eines über geistig-kulturelle Bedürfnisse vermittelten realen gesellschaftlichen Perspektivbewußtseins in der werktätigen Bevölkerung Westdeutschlands zu verhindern.

Deformierte Bedürfnisse

Neben der direkten Unterdrückung der entscheidenden geistig-kulturellen Bedürfnisse unterliegen im Grunde tendentiell alle anderen Kulturbedürfnisse einem Deformierungsprozeß. Dieser zeigt sich besonders in den vielfältigen Versuchen, mit künstlerischen Mitteln ständig eine ganze Palette unterschiedlichster Pseudo- und Ersatzbedürfnisse zu erzeugen. Sie reichen von dem Übermaß täglich stimulierter Pseudobedürfnisse nach Gewalt, Verbrechen, Sadismus, Brutalität und Krieg bis zur Pornographie. [4]

Ein überlebtes System

So wissenschaftlich, technisch perfekt und ausgeklügelt die Methoden der Bedürfnismanipulierung auch sein mögen, es handelt sich letztlich überall um die – allerdings geschickt verhüllte – Unfähigkeit der Monopolbourgeoisie, ein überlebtes Herrschaftssystem ohne die Deformierung der Persönlichkeit und der kulturellen Ansprüche großer Teile des Volkes zu erhalten.

Quelle:
Einheit, Zeitschrift für Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus, Heft 6, 25. Jahrgang, 1970, S.777-779. (Gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen, N.G.)
Anmerkungen und Zitate:
[1] Die Erfolgsrezepteändern sich ständig. Heute dominiert in der BRD eher das Bedürfnis nach Geselligkeit, nach leichter Unterhaltung, nach Spaß und Freizeitgestaltung.
[2] Heute sind es vor allem Phantasy-Produkte, Mythen und Mythologien, esoterische, astrologische und andere pseudowissenschaftliche Theorien und Weltbilder, die Einzug in die Medien halten, teilweise stigmatisiert als „Verschwörungstheorie“.
[3] Zbigniew Brzezinski, „Amerika im technotronlschen Zeitalter“, Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“, 29.Mai 1968, S.4.
[4] Auch hier wieder: die Notwendigkeit der Ablenkung von den eigentliche Problemen des Alltags erfordert neue, attraktivere Formen der Unterhaltung und Beschäftigung. Das geht bis hin zu „Extremsportarten“, die den gewissen „Kick“ verschaffen sollen…

Siehe auch:
Über Kultur wird noch zu reden sein…
Rafik Kulijew: Über das Bildungssystem
Der Absturz ins Irreale. Oder: Was ist Kunst?
Wohin geht die Kunst?

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14 Antworten zu Kunst und Kultur im Kapitalismus

  1. Politnick schreibt:

    Die Integration von „Flüchtlingen“ ist ein Verbrechen was sich gegen die geistig kulturelle Grundhaltung eines jeden Volkes richtet und diese systematisch zerstört.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      …das Volk??? …..Schon Kaiser Wilhelm hat gesagt: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!“ – Das kann doch damit nicht gemeint sein, oder?

      • Politnick schreibt:

        Natürlich reden wir vom Volk. Alexander Abusch charakterisiert in „Der Irrweg einer Nation“ den Begriff des Volkes als Menschen mit einer „gemeinsamen geistig kulturellen Grundhaltung“. Darauf bezog ich meine Feststellung.

        Die Völker dieser Welt entwickeln sich unterschiedlich. Ebenso ist aber auch jedes Volk und jede Nation auf dieser Welt das Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung. Und das heißt, daß eine Solche auch in der Verfassung respektiert werden muss. So regelte die Verfassung der DDR das Nebeneinander zweier Kulturen aufgrund zweier in der DDR existierenden Nationalitäten: Sorbisch und Deutsch.

        Die Verfassung der BRD hingegen regelt in dieser Hinsicht gar nichts. Allein der Kapitalismus nutzt die unterschiedliche Entwicklung der Völker aus, die sog. Flüchtlingspolitik dient allein dem Kapital und ist völkerrechtswidrig weil sie sich letztendlich gegen alle Völker richet.

        Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Aha – und die Klassen? Stalin schrieb: „Manchmal gelingt es der Bourgeoisie das Proletariat in die nationale Bewegung hineinzuziehen, und dann scheint der nationale Kampf äußerlich ein Kampf ‚des ganzen Volkes‘ zu sein, aber nur äußerlich. Seinem Wesen nach bleibt er stets ein bürgerlicher Kampf, der hauptsächlich für die Bourgeoisie vorteilhaft und ihr genehm ist.“ (SW 2, 282) – und das wußte auch Abusch, denn Abusch war Kommunist, und nicht Nationalist!

    • Reiner Lenz schreibt:

      Und was soll mit den Flüchtlingen geschehen?
      Dieser Beitrag scheint zu bestätigen, dass es bei rot und braun gewisse Gemeinsamkeiten gibt. Ein solches Zitat von Politinick könnte auch von Frauke Petry oder Alexander Gauland stammen und würde in der sogenannten Alternative für Deutschland sicher volle Zustimmung erfahren. Politnick sollte sich doch besser einmal über die Ursachen der globalen Flüchtlingsströme informieren.

  2. Filipovic Stjepan schreibt:

    Der Text ist prinzipiell nicht falsch doch bitte lass mich etwas ergänzen zum Punkt „Methoden der Manipulierung“:
    Betrachtet man sich die heutige Kultur, in diesem Falle Deutschland, erkennt man sofort Parallelen zu der US amerikanischen. Gemeint ist das Auftreten amerikanischer Serien zu Sendezeiten, in denen die meisten Deutschen den TV einschalten. Auch zählt dazu die vielen Serien wie „DSDS“ „GNTM“, welche billige Kopien von amerikanischer Produzenten sind. Andere Beispiele sind der Massenkonsum an hauptsächlich amerikanischen Serien per Netflix o.Ä.

    Der Lebensstil im Westen hat sich auf extrem einfache Dinge herabsetzen lassen – Fast Food essen, Spielfilme sehen, Romane lesen, Party machen etc. Die Gemeinsamkeit hierbei, also die „Methode der Manipulierung“ ist hierbei das Aufgreifen der primitivsten menschlichen Bedürfnisse.

    Der Kapitalismus erzielt seinen ausgebeuteten Profit erst durch den Verkauf seiner Waren. Komplizierte, spezielle Waren finden jedoch nur wenig Absatz. Entsprechend muss er die Kultur des Menschen herabsetzen, vereinfachen und für alle Menschen gleich machen. Gutes Beispiel hierfür ist die Musik Branche, wo bekannte Musiker gezwungen zu werden ihren Stil dem „Mainstream“ anzupassen. Dies ist der Grund, wieso immer mehr Menschen die Meinung vertreten, jedes Lied im Radio klinge gleich.

    Abschließend also kurz: Der Kapitalismus beschränkt sich auf die primitiven Zellen des menschlichen Hirns um so seinen Absatzmarkt zu erweitern.
    Diese Analyse beruht auf meiner persönlichen, empirischen Erfahrung. Ob diese nun von anderen geteilt wird kann ich schwer beurteilen.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für die Ergänzung! Dem kann ich nur völlig zustimmen. Das ist auch der Grund, warum ich seit zehn Jahren keine einzige Stunde mehr vor dem Fernseher verbracht habe…

  3. Rheinlaender schreibt:

    Seit über 10 Jahren sind mir Nachmittagssendungen aufgefallen, welche die Demütigung von Unterschichtlern (Arbeitslose, Geringverdiener und Kleinst Kriminelle) verherrlichen.

    1) Angefangen mit den ekelhaften Gericht-Shows, wo arrogante Richter und Staatsanwälte den kleinen Angeklageten mal so richtig als Untermenschen vorführen dürfen.
    2) Dann gab es die Shows der Hartz4-Detektive, die sich wie KZ Wächter aufspielen durften. Besonders wenn es darum ging – anhand einer männlichen Unterhose – der Hartz4 Empfängerin eine Bedarfsgemeinschaft nachzuweisen.
    3) Zur Zeit gibt es die Fake Polizei-Shows. Hier sieht der Zuschauer, wie leicht die Polizei Leute – die noch nicht mal kriminell sind – blitzschnell überwältigt. Oft endet die Überwältigung damit, dass ein Polizist von 90 KG Körpergewicht mit seinem Knie auf dem Hals des Opfers sitzt. Da 90 KG auf dem Hals tödlich enden kann, ist das pure Gewaltveherrrlichung.

    — Frage zum selber Nachdenken: Warum gucken sich gerade Lumpenproletarier gerne Sendunen an, wo andere Lumpis so entwürdigt werden? Was sind „wir“ für ein Volk, dass dieses NACH UNTEN TRETEN gut findet?

    Übrigens: Vor Gericht kommen Zuhälter, Schläger, Hehler und Dealer meist mangels mutiger Zeugen frei. Echte Hartz4 Schummler haben meist eine kleine Firma oder Familie im Rücken, die für alles vorsorgt. Die im Fernsehen mutigen Polizisten hauen schon feige ab, wenn sie auf eine gewaltbereite Gruppe von drei Personen treffen.

  4. Politnick schreibt:

    Über die Verkümmerung der Sprache als das wichtigste Kulturgut einer Nation haben wir ja schon an anderer Stelle diskutiert. Noch nie wurde der Begriff „Wahrnehmung“ so dermaßen mißbraucht wie in der heutigen Zeit und ich kenne schon gar keinen mehr der mit dem Begriff „spontan“ richtig umgehen kann.

    „Sind sie spontan?“ — Nun, der Begriff ’spontan‘ beschreibt auf welche Art und Weise eine bestimmte Tätigkeit ausgeübt wird. Spontan ist also mitnichten eine Eigenschaft, die Frage ergibt überhaupt keinen Sinn. Solche Beispiele lassen sich beliebig fortführen.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      Da hätte Klemperer heute auch heute noch viel zu untersuchen: „nicht wirklich“ „zeitnah“ „Idiotentest“ „Mega-Event“ „Diesel-Affäre“ usw.
      Aber es gibt auch älteres: „nebbich“ „ersprießlich“ „Mumpitz“ – Ich halte mich an den Duden (Lpz. 1987)! Und Spntaneität: ohne äußere Einwirkungentstehende Selbstbestimmung des Willens. Aber, Achtung! „Spontaneitätstheorie“: Auffassung von Selbstlauf der geschichtl. Entwicklung u. von Leugnung der führenden Rolle der marxist. Partei.

  5. Politnick schreibt:

    Eva Herrmann über die Kultur der Talkshows im Deutschen Fernsehen:

    ich verlinke selten, weil viele Quellen mit Vorsicht zu genießen sind, aber dieses kleine Video mit ca 18 min gebe ich gerne mal weiter. Wie sagte doch Heiner Geißler einst so trügerisch:

    „Politik — das ist für die meisten von uns wohl auch nur so etwas wie eine Talkshow, wo der Erfolg lediglich daran fest gemacht wird, aus welcher Ecke der Beifall kommt.“

    Und ja, genau das ist Politik. Weil: Mehr Intelligenz ist da ja nicht dahinter! Aber für einen Spruch bin ich meinerm Wanderfreund aus Frankweiler wirklich dankbar: „Ja, haha, das wird Ihnen erzählt! Aber es muß ja nicht stimmen!“ — Ruhe sanft, Heiner Geißler.

    Freundschaft 😉

  6. Pingback: Kunst im Kapitalismus: Klassencharakter, Modernismus, Avantgarde | Sascha's Welt

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