Reparationen an die Sowjetunion: SBZ und DDR zahlten die Zeche allein, die BRD entzieht sich der Verantwortung!

Germany Reparations

„Let’s see you collect it!“ – New York World

Wie erst kürzlich der Sprecher des Zuges der Erinnerung, Rüdiger Minow, an die Adresse der Rechtsnachfolger der deutschen Nazi- und Kriegsverbrecher erklärte: „Es ist Banditenlogik: Raubt und plündert, mordet und vergast so viel als möglich, damit die Schäden einfach zu groß sind als daß man sie je kompensieren könnte… Das ist Barbarei…“, so beschreibt hier nun auch der Autor des nachfolgenden Beitrags, Johann Weber, wie diese Banditen-Logik konkret aussieht:

Warum sich Bonn einem Friedensvertrag entzog: Nur keine Reparationen!

SBZ und DDR zahlten die Zeche allein

„Griechenland fordert von der Bundesregierung Reparationen“ und „Duma-Abgeordnete wollen Reparationen von Deutschland“ lauteten Schlagzeilen, die mir zu Frühjahrsbeginn ins Auge sprangen. Mich freute es, daß das Thema von Deutschen erbrachter oder nichterbrachter Reparationen jetzt wieder auf die Tages­ordnung gesetzt worden ist. Warum? So besteht die Möglichkeit, auf die großen Leistungen der Menschen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) hinzuweisen, die sie auch auf diesem Gebiet vollbracht haben. Ich bin mir sicher, daß hier im Westen nur ganz wenige Leute darüber Bescheid wissen, welche enormen Lasten sie zu tragen hatten. Gewissermaßen zahlten die „Ostler“ die Zeche für ganz Deutschland.

Was wir über die Reparationen wissen müssen…

Da ich davon ausgehe, daß auch frühere DDR-Bürger mit exaktem Zeitzeugen-Wissen in bezug auf diese frühe Nachkriegsphase immer rarer werden, habe ich ein paar Informationen zusammengetragen und deren Wertung vorgenommen. Gleich nach Kriegsende wurden die Altbankkonten in der SBZ (Gesamtwert 37 Milliarden Reichsmark) beschlagnahmt. Alles Buchgeld bei Sparkassen und Banken in Form von Sicht-, Termin- und Spareinlagen wurde gelöscht.

Wiedergutmachungen an die Sowjetunion

Bis 1953 hatten die Wiedergutmachungslieferungen, die an die UdSSR gingen, den Wert von 99 Milliarden DM. An einem Beispiel will ich diese Zahl verdeutlichen. Die Gesamtsumme des Grundkapitals und der Rücklagen aller Aktiengesellschaften in den drei Westzonen belief sich vor der Währungsreform, die am 20. 6. 1948 erfolgte, auf 14,644 Milliarden Reichsmark oder – am Tag danach – auf 14,363 Milliarden DM. Die im Osten erbrachten Reparationsleistungen machten also etwa das Siebenfache des Wertes aller Aktiengesellschaften im Westen aus. Es darf nie vergessen werden, für welche Schäden diese Unsummen aufzubringen waren.

Die Verbrechen, Plünderungen und Zerstörungen der faschistischen deutschen Wehrmacht in der Sowjetunion

Eine Statistik darüber, was Nazideutschlands Strategie der verbrannten Erde in der Sowjetunion zur Folge hatte, soll das Bild deutlicher machen. Auf der Internetseite von Klaus Wallmann sen. sind die materiellen Verluste aufgelistet.

– 1710 Städte und mehr als 70 000 Dörfer wurden ganz oder teilweise eingeäschert.
– Über sechs Millionen Gebäude wurden niedergebrannt, wodurch etwa 25 Millionen Menschen ihr Obdach verloren.
– 31.850 Industriebetriebe fielen der Zerstörung durch die deutschen Faschisten zum Opfer. In ihnen waren zuvor etwa vier Millionen Arbeiter beschäftigt. Die Okkupanten demolierten oder stahlen 239.000 Elektromotoren und 175.000 Werkzeugmaschinen.
– Ihrer Vernichtungswut fielen 65.000 km Eisenbahngleise und 4.100 Eisenbahnstationen sowie 36 000 Post-, Telegraphen- und Fernsprechämter zum Opfer.
– 40.000 Krankenhäuser und andere Heilanstalten wurden ebenso zerstört wie 84.000 Schulen, Technika, Hochschulen und wissenschaftliche Forschungsinstitute.
– 43.000 öffentliche Bibliotheken teilten dieses Schicksal.
– Die Faschisten verwüsteten und plünderten 98.000 Kolchosen und 1.876 Staatsgüter (Sowchosen) sowie 2.890 Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS).
– Sie schlachteten, requirierten oder verschleppten 6 Mio. Pferde, 17 Mio. Stück Rindvieh, 20 Mio. Schweine, 27 Mio. Schafe und Ziegen sowie 110 Mio. Stück Geflügel nach Deutschland.

Klaus Wallmann fügt hinzu: „Das Leid der Obdachlosen, der Verhungernden, der Gequälten und Geschlagenen läßt sich nicht in Zahlen ausdrücken.“

Wer zahlte die Zeche?

Im Zusammenhang mit den von der SBZ/DDR erbrachten Reparationszahlungen müssen auch die Sonderleistungen für die Aufnahme von Übersiedlern aus Schlesien und dem Sudetenland gesehen werden. Das Gebiet der SBZ nahm 4,379 Millionen Menschen auf. Das waren 24,3 % der dortigen Gesamtbevölkerung. Dieser Anteil betrug in den Westzonen, wo 6,4 Millionen Übersiedler eine neue Heimat fanden, nur 14 %. Wichtig ist zu wissen, daß die Betroffenen fast ihre gesamte Habe hatten zurücklassen müssen. Dafür, daß sie sich eine neue Existenz aufbauen konnten, sorgten in der SBZ ganz wesentlich die dort schon ansässig gewesenen 13,5 Millionen Menschen. Solchen Belastungen unterlag keine Region der drei Westzonen. Und dennoch bauten die Menschen im Osten ihr Land wieder auf, ohne daß es zu Hungerrevolten kam, wie das in den Westzonen der Fall war.

…und in Bayern?

Nur ein Beispiel aus Bayern: „Der Winter 1947/48 ist besonders hart. In der Britischen Besatzungszone drohen Hungeraufstände. Bayern hat angeblich zu wenig Lebensmittel geliefert. Der bayerische Militärgouverneur Van Wagoner ordnet vermehrte Lieferungen in die Britische Zone an und senkt für Bayern Fleisch- und Fettzuteilungen.“ Die Menschen in der SBZ, der späteren DDR, hatten keine Möglichkeit, sich der äußerst harten, aber berechtigten Reparationsleistungen, die jeden trafen, zu entziehen.

Wie hat sich Westdeutschland den Forderungen entzogen?

Anders verhielt es sich in den drei Westzonen. Ich zitiere Franz Joseph Strauß, der in seinem Buch „Die Erinnerungen“ auf Seite 257 genau beschrieb, warum Adenauer und er gegen einen Friedensvertrag waren:

„Bei allen Beratungen über den Deutschlandvertrag war von vornherein klar, daß dies kein Friedensvertrag sein konnte und durfte. Ein Friedensvertrag hätte nur von einer gleichberechtigt am Verhandlungstisch sitzenden gesamtdeutschen Regierung geschlossen werden können. Hinzu kam eine weitere wichtige Überlegung, die ich persönlich schon in den Gesprächen mit Josef Müller unmittelbar nach dem Krieg entwickelt hatte und die auch Konrad Adenauer nicht aus dem Auge verlor: Wenn wir einen Friedensvertrag schließen, dann verlangt man von uns Reparationen. Da wir aber nicht bereit und nicht in der Lage sind, Reparationen zu zahlen, wollen wir auch keinen Friedensvertrag.
Die höhere und die niedere Mathematik der Politik trafen hier zusammen – das Offenhalten der deutschen Frage und das Vermeiden gigantischer Reparationszahlungen. Sicherlich stand im Vordergrund die Überzeugung, daß ein Friedensvertrag nur mit dem ganzen Deutschland geschlossen werden könnte. Aber das handfeste Argument, daß mit dem Beginn von Friedensverhandlungen das Gespenst der Reparationen auftauchen mußte, wog ebenfalls schwer. Angesichts dessen, was durch deutsche Kriegshandlungen und deutsche Kriegspolitik an Schäden entstanden war, hätten Reparationen den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik um Jahre zurückgeworfen, ja unmöglich gemacht.“

So weit Strauß.

Offene Rechnungen

Mir ist durchaus bewußt, daß es einer gewissen Portion Zivilcourage bedarf, das hier zur Diskussion gestellte Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Ohne Zweifel werden sofort ganze Armeen aufmarschieren, um all jene als Kommunisten zu verunglimpfen, die den Leistungen der Menschen aus der SBZ und der DDR in puncto Reparationszahlungen Respekt zollen. Aber ich bin mir sicher: Das sind wir vor allem den dortigen Nachkriegsgenerationen schuldig, die oft bis an die äußerste Belastungsgrenze Gehendes vollbracht haben. Man darf ihren Einsatz nicht als eine Fußnote abtun.

Das Thema Reparationen ist längst nicht erledigt!

Hier in Niederbayern habe ich keineswegs unbegrenzte Möglichkeiten, mich zu dieser Frage zu äußern. Aber als das Thema Reparationsleistungen der BRD an Griechenland in den Medien aufgeworfen wurde, sprachen mich meine Söhne – sie sind 32 und 36 – darauf an. In einer längeren Unterhaltung vermochte ich ihnen das von den Menschen im Osten auf diesem Gebiet Geleistete zu erklären. Sie stellten mir viele Fragen, weil ihnen dieser Sachverhalt völlig unbekannt war. Auch in meinem Bekanntenkreis spreche ich darüber. Als Sozialdemokrat werde ich auf die griechischen Reparationsforderungen oft angesprochen.

Die verlogene „DDR-Aufarbeitungsindustrie“

Aber in Ostdeutschland muß dieses Thema viel umfassender auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wir dürfen unsere gemeinsame Vergangenheit nicht der millionenschweren „DDR-Aufarbeitungsindustrie“ und jenen Politikern überlassen, welche jeden, der sich sachlich zu Fragen der DDR-Geschichte äußert, unverzüglich als Kommunisten oder gar Stalinisten „einordnen“ und beschimpfen. Seitdem ich das erwähnte Buch von Franz Joseph Strauß gelesen habe, steht für mich fest, daß zu „normalen“ DDR-Zeiten niemals eine Wiedervereinigung angestrebt worden wäre.

Mit welche Tricks wurde einen Friedensvertrag verhindert?

Erhärtet wird mein Eindruck durch ein Interview, das der Kohl-Berater Horst Teltschik – von 1999 bis 2008 „Hausherr“ der Münchner Sicherheitskonferenzen – am 14. März 2015 dem Deutschlandfunk gegeben hat. Ich zitiere den entscheidenden Abschnitt, in dem er auf Befragen schildert, welche Tricks angewandt wurden, um einen Friedensvertrag zu verhindern.

Gries: Der Zwei-plus-vier-Vertrag taucht, Herr Teltschik, zur Zeit in der europäischen Diskussion wieder auf, weil aus Athen Reparationsforderungen kommen, die sich auf den Zweiten Weltkrieg beziehen. Berlin antwortet mit Verweis auf den Zwei-plus-vier-Vertrag, all das sei vor vierundzwanzigeinhalb Jahren abschließend geregelt worden. Hat die Bundesrepublik ihrer Ansicht nach recht?
Teltschik: Ja, natürlich, das war auch unsere klare Zielsetzung.
Gries: Aber das Wort .Reparationen‘ taucht in diesem Dokument nirgendwo auf. Teltschik: Nein. Das ist klar, aber …
Gries: Noch nicht einmal ,Friedensvertrag‘.
Teltschik: Bewußt nicht, denn wir wollten ja keinen Friedensvertrag. Wir hatten ja schon im Herbst die Anfrage aus Moskau, ob die Bundesregierung möglicherweise zu einem Friedensvertrag bereit sein könnte. Wir haben … von vornherein abgelehnt – nicht zuletzt wegen der Gefahr von Reparationsforderungen. Und da wäre ja nicht nur Griechenland ein Fall gewesen, sondern bekanntlich war das Nazi-Regime mit über 50 Ländern dieser Welt im Kriegszustand. Und stellen Sie sich vor, wir hätten im Rahmen eines Friedensvertrages Reparationsforderungen von über 50 Staaten auf dem Tisch gehabt.“

Karl-Eduard von Schnitzler sagte die Wahrheit!

Was Teltschik am 14. März im Deutschlandfunk eingestand, hat Karl-Eduard von Schnitzler in seinem Buch „Der rote Kanal“ bereits 1992 konstatiert:

„Kohl zögert mit seiner Oggersheimer Weltweite die Einheit Europas hinaus. Denn ,erst ein Friedensvertrag‘? Das könnte ihn teuer zu stehen kommen: Dann säßen mehr als 50 ehemalige Kriegsgegner am Verhandlungstisch über Deutschland zu Gericht, um Reparationsforderungen zu stellen, die dann in astronomischer Höhe ins deutsche Haus stünden. Ohrenzeugin Thatcher bestätigte: .Er will nicht.“

Deutlicher kann man es nicht sagen!

Karl-Eduard von Schnitzler hatte also schon 1992 klar beschrieben, daß die Alt-BRD alles unternimmt, damit bloß keine Reparationsleistungen von ihr zu erbringen sind. Er sprach die Wahrheit. Und warum wurde er von so vielen Menschen – auch in der DDR – geringgeschätzt oder nicht verstanden? Auf diese Frage antwortet er selbst in seinem Buch:

„… ,40 Jahre DDR-Mißwirtschaft‘ ist inzwischen zu ,40 Jahren Unrechtsstaat‘ eskaliert und dieser wiederum zu ,40 Jahren Terrorstaat‘. ,40 Jahre Unrecht, Unterdrückung, Versklavung, Lüge, Desinformation, Kulturfeindlichkeit‘ – alles Schlechte, Negative, Unerträgliche: und das,40 Jahre lang.

,Wessis‘, die mit unerträglicher Ignoranz und Überheblichkeit zu wissen vorgeben, was alles falsch und schlecht war und wie es nun richtig und besser zu machen sei, sind noch eher verständlich. Wenn es aber ehemalige DDR-Bürger glauben und es ihnen nachschwätzen, so frage ich: Wo ist Euer Gedächtnis geblieben, wo die Erinnerung, wie es wirklich war?“

Ich selbst komme zu folgender Erkenntnis:
All die Wiedervereinigungsbekundungen sämtlicher aufeinanderfolgender Regierungen und Politiker der BRD waren nur eine Täuschung der eigenen Bevölkerung, aber besonders eine Irreführung der Menschen in der DDR.

Johann Weber, Ruhstorf (Niederbayern)

Quelle:
RotFuchs, Juni 2015, RF-Extra • III. (Danke, lieber Johann, für den Hinweis auf Deinen wichtigen und interessanten Artikel! Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.) Hier auch zum Herunterladen:

Acrobat Reader  DDR_Reparationen_RF-209-06-15-Extra_1


Anhang:

3 февраля 2015, источник: Известия

Депутаты намерены потребовать репараций от Германии за войну

По мнению Михаила Дегтярева, несправедливо, что страна, победившая в Великой Отечественной войне, не получила ни копейки от объединенной Германии.
Депутаты Госдумы создают рабочую группу по подсчету ущерба, который нанесла Германия, напав на Советский Союз в 1941 году, а получившуюся сумму предполагается предъявить Германии в качестве обязательств по репарациям. Об этом «Известиям» рассказал депутат Госдумы, член высшего совета ЛДПР Михаил Дегтярев.
— Фактически Германия не заплатила СССР никаких репараций за разрушения и зверства во время Великой Отечественной войны, — поясняет «Известиям» Дегтярев. — По Ялтинским соглашениям СССР забирал некоторые немецкие активы (в большинстве своем мебель, одежду, промышленное оборудование) из советского сектора, которые и так являлись армейскими трофеями и, конечно же, вообще никак не компенсировали тот ущерб, который был нанесен экономике СССР войной. Хотя с нашим союзником — ГДР — после войны было заключено соглашение о прекращении взимания репараций, с ФРГ и тем более объединенной Германией таких соглашений заключено не было, а значит, вопрос открыт и весьма актуален. Более того, Германия продолжает наносить России ущерб, продавливая незаконные санкции в ЕС.
Даже если подсчитать стоимость вывезенных товаров и труд немецких военнопленных в СССР, репарации с ГДР не превысили $15-16 млрд. В то время как в ходе войны (согласно заключению государственной комиссии СССР) материальный ущерб составил 30% от «национального богатства» страны, на советской территории было разрушено 1710 городов и поселков городского типа и более 70 тыс. сел и деревень, 32 тыс. промышленных предприятий, разгромлено 100 тыс. колхозов и совхозов. Всего же только материальные потери были оценены в 2 трлн 600 млн рублей ($600 млрд). При этом, замечает Дегтярев, Германия выплачивала репарации даже странам, которых в войну вообще не существовало. Например, Израилю Германия безадресно заплатила свыше 100 млрд марок (€60 млрд) в рамках «возмещения национал-социалистических несправедливостей».
— Получается, Германия выплатила компенсации 6 млн жертв холокоста, но при этом проигнорировала 27 млн убитых советских людей, из которых более 16 млн были мирными жителями, — считает Дегтярев. — Думаю, что итоговая сумма репараций в текущих ценах должна быть не менее €3-4 трлн, которые Германия должна заплатить правопреемнику СССР — России. Мы надеемся, что в нашу рабочую группу войдут представители Белоруссии, Украины и других республик бывшего СССР, которые также имеют право претендовать на репарации от объединенной Германии.
Ранее о возможности предъявления репарационных претензий к Германии заявил новый премьер-министр Греции Алексис Ципрас. По его словам, вопрос о репарациях до сих пор остается неурегулированным. Кроме того, Германия так и не вернула беспроцентный кредит в 476 млн рейхсмарок, которые для покрытия «оккупационных расходов» в 1942 году третий рейх вынудил выдать Национальный банк Греции. Общие потери от оккупации Греция оценивала в €162 млрд. Германия уже заявила, что ничего выплачивать не намерена.
По мнению экспертов, хотя претензии к Германии и обоснованы, взыскать репарации через 70 лет после окончания войны почти нереально.
— Полный ущерб от войны должен быть обязательно подсчитан, мы должны знать, насколько Германия оттолкнула СССР в развитии с учетом невосполнимой потери человеческого капитала, — говорит председатель комитета Госдумы по обороне адмирал Владимир Комоедов. — Не секрет, что если бы не война, то население России сейчас составляло бы 300-400 млн человек и уровень экономики был бы совсем иным. Поэтому деятельность рабочей группы по подсчету ущерба просто необходима. Однако выплата репараций возможна только по межгосударственному договору, и с учетом того, что война закончилась несколько десятилетий назад, вероятность заключения такого договора крайне мала.
— Вряд ли Германия что-то заплатит, но напомнить об этой истории надо, — соглашается профессор кафедры внешнеполитической деятельности России факультета национальной безопасности Российской академии народного хозяйства и государственной службы Сергей Фокин. — И особенно о том, что и после войны, в 1946-1947 годах СССР слал целые эшелоны с зерном, чтобы накормить разрушенную войной Германию. Это происходило в ущерб своим голодающим, которых в СССР также было немало. Возможно, что и фрау Меркель, которая так ратует за новые санкции против России, и на свет бы не появилась, если бы не тогдашняя помощь от победителя побежденным.

источник:  https://news.mail.ru/politics/20935322/

Duma-Abgeordnete beabsichtigen, Reparationen von Deutschland zu fordern

Nach Meinung von Michail Degtjarew ist es ungerecht, daß das Land, das im Grossen Vaterländischen Krieg siegte, nicht eine einzige Kopeke vom vereinigten Deutschland bekommen hat.

Die Abgeordneten der Staatsduma haben eine Arbeitsgruppe gegründet zur Aufrechnung des Schadens, den Deutschland verursacht hat, als  es 1941 die Sowjetunion überfiel. Es ist beabsichtigt, Deutschland die Höhe der Reparationsforderungen vorzulegen, erklärte der Abgeordnete der Staatsduma, Mitglied des obersten Rates der LDPR, Michail Degtjarew.

„Tatsächlich hat Deutschland an die UdSSR keinerlei Reparationen für die Zerstörungen und die Greueltaten während des Grossen Vaterländischen Krieges bezahlt,“ sagte Degtjarew gegenüber der Zeitung „Iswestija“. „Entsprechend des Jaltaer Abkommens hatte die UdSSR einige deutsche Aktiva (zumeist kompensiert als  Mobiliar, Bekleidung und Industrieausrüstung) aus dem sowjetischen Sektor beschlagnahmt, die wie auch die Armeetrophäen natürlich in keiner Weise überhaupt jenen Schaden ausgleichen konnte, der der Wirtschaft der UdSSR durch den Krieg entstanden war.
Obwohl wir damals mit unserem Verbündeten, der DDR, nach dem Krieg ein Abkommen über die Kürzung der Reparationen abgeschlossen hatten, wurde von der BRD und erst recht vom vereinigten Deutschland kein solches Abkommen abgeschlossen, demnach ist diese Frage offen und nach wie vor sehr aktuell. Darüberhinaus setzt Deutschland Rußland mit ungesetzlichen Sanktionen unter Druck und trägt dazu bei, uns in der EU zu benachteiligen.“

Selbst wenn man den Wert der exportierten Waren und die Arbeitsleistungen der deutschen Kriegsgefangenen in der UdSSR berechnet, haben die Reparationen von der DDR 15-16 Mrd. Dollar nicht überschritten. Jedoch wurden während des Krieges betrug der materielle Schaden (laut der staatlichen Kommission der UdSSR) 30 % des Volksvermögens des Landes. Auf sowjetischem Gebiet wurden 1.710 Städte und der Siedlungen des städtischen Typs und mehr 70.000 Dörfer zerstört sowie 32.000 Industriebetriebe, 100.000 Kolchosen und Sowchosen. Insgesamt werden allein die materiellen Verluste auf 2 Trillionen 600 Mio. Rubel (600 Mrd. Dollar) beziffert. Dabei, fügte Degtjarew hinzu, zahlte Deutschland sogar an Länder Reparationen, die während des Krieges überhaupt nicht existierten. Zum Beispiel hat Deutschland vorbehaltlos an Israel über 100 Mrd. Mark (60 Mrd. €) in den Rahmen des Ausgleichs für die „national-sozialistischen Ungerechtigkeiten“ bezahlt.

„Daraus folgt, Deutschland hat eine Kompensation für 6 Mio. Opfer des Holocausts ausgezahlt, dabei aber die 27 Millionen getöteter sowjetischen Menschen ignoriert, von denen mehr 16 Millionen Zivilisten waren,“ erklärt Degtjarew. „Ich denke, daß die Gesamtsumme der Reparationen, die Deutschland an den Rechtsnachfolger der UdSSR, an Russlands, zu bezahlen hat, in entsprechend gültiger Währung nicht weniger als 3-4 Trillionen Rubel betragen sollte. Wir hoffen, daß zu unserer Arbeitsgruppe auch die Vertreter von Weißrußland, der Ukraine und anderen Republiken der ehemaliger UdSSR gehören werden, die auch berechtigt sind, Reparationen vom vereinigten Deutschland zu fordern.“

Zuvor hatte auch der neue Ministerpräsident Griechenlands,Alexis Tsipras, die Möglichkeit einer Forderung von Reparationsansprüchen an Deutschland angekündigt. Seinen Worten nach ist die Frage der Reparationen bis heute nicht erledigt. Außerdem hat Deutschland einen zinslosen Kredit in Höhe von 476 Mio. Reichsmark nicht zurückgegeben, den das Dritte Reich 1942 für die Deckung der „Besatzungskosten“ die Nationalbank Griechenlands gezwungen hat, auszugeben. Die allgemeinen Verluste während der Okkupation bezifferte Griechenland mit 162 Milliarden Euro. Deutschland hat jedoch bereits erklärt, daß nicht beabsichtigt ist, etwas auszuzahlen. Nach Meinung der Experten wäre es, obwohl die Ansprüche an Deutschland berechtigt sind, fast unrealistisch, 70 Jahre nach dem Ende des Krieges Reparationen geltend zu machen.

„Der Gesamtschaden durch den Krieg muß unbedingt berechnet werden, wir wollen wissen, inwieweit Deutschlanddie UdSSR unter Berücksichtigung der nicht wiedergutzumachenden Verluste an menschlichem Kapital in der Entwicklung zurückgeworfen hat,“ sagt der Vorsitzende des Verteidigungskomitees der Staatsduma, Admiral Wladimir Komojedow. „Es ist kein Geheimnis, daß die Bevölkerung Rußlands heute 300-400 Mio. Menschen betragen würde und das Niveau der Wirtschaft ein völlig anderes wäre, wenn es den Krieg nicht gegeben hätte. Deshalb ist die Tätigkeit der Arbeitsgruppe zur Ermittlung der Schadenshöhe einfach notwendig. Die Zahlung von Reparationen ist aber nur durch  einen zwischenstaatlichen Vertrag möglich. Doch unter Berücksichtigung dessen, daß der Krieg bereits einige Jahrzehnte zurückliegt, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vertragsabschlusses jedoch äußerst gering.“
„Es ist kaum zu erwarten, daß Deutschland etwas bezahlen wird, aber es muß an diese Geschichte erinnern werden,“ stimmt der Professor für Außenpolitik der Russischen Wirtschaftsakademie, Sergej Fokin, zu. „Besonders darüber, daß auch nach dem Krieg, in 1946-1947 Jahren der UdSSR ganze Ladungen von Getreide schickte, um das vom Krieg zerstörte Deutschland zu ernähren. Das geschah, obwohl es auch in der UdSSR nicht wenige Hungernde gab. Es ist möglich, daß auch Frau Merkel, die sich so für neue Sanktionen gegen Rußland einsetzt, nicht in demselben Licht dastehen würde, wenn es nicht die damalige Hilfe der Sieger an die Besiegten gegeben hätte.“
Quelle: https://news.mail.ru/politics/20935322/ (Übersetzung Bernd Laube)
Dieser Beitrag wurde unter Faschismus, Geschichte, Geschichte der UdSSR, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Reparationen an die Sowjetunion: SBZ und DDR zahlten die Zeche allein, die BRD entzieht sich der Verantwortung!

  1. Politnick schreibt:

    Mal nebenbei gefragt: Wo bleibt eigentlich die UNO diesbezüglich!? Achja: heute spricht Donald Trump vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen….

    Freundschaft 😉

  2. Pingback: Reparationen an die Sowjetunion: SBZ und DDR zahlten die Zeche allein — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  3. Politnick schreibt:

    Der Westen war noch nie an einer Wiedervereinigung interessiert, das zeigt ja die Politik des Westens selbst:

    1945 haben die Westlichen Alliierten versprochen, den Faschismus in Deutschland auszurotten. Sie taten das Gegenteil.
    1945 haben die Westlichen Alliierten versprochen, ein Souveränes und geeintes Deutschland zu unterstützen. Sie taten das Gegenteil.
    1945 haben die Westlichen Alliierten versprochen, die Bildung von fortschrittlichen Parteien und freien Gewerkschaften zu ermöglichen und zu fördern. Sie taten das Gegenteil.
    1945 haben die Westlichen Alliierten versprochen, dass Deutschland selbst sein eigenes Schicksal bestimmt. Sie taten das Gegenteil.
    1945 haben die Westlichen Alliierten versprochen, in Deutschland eine Demokratie zu ermöglichen und zu unterstützen. Sie taten das Gegenteil:
    Die versprochene Demokratie verpuffte im Plasma der Atombomben über Japan und entwich in die Stratosphäre…

    Und 1953 dann der große Schuldenerlaß auf der Londoner Konferenz. Auch da hätte ein Aufschrei durch die Vereinten Nationen gehen müssen!

    Freundschaft 😉

  4. Politnick schreibt:

    Noch eine Anmerkung zu EU-Krediten in Griechenland: Als wir im Jahr 2005 Korfu besuchten sind uns viele Tafeln aufgefallen, da stand z.B. drauf sinngemäß: Hier wird der Nationale Aufbau von der Europäischen Union unterstützt mit x..y Millionen EURO.

    Wir fanden das damals ganz toll ohne weiter darüber nachzudenken. Tatsächlich ist das alles jedoch nichts weiter als Propaganda und das wirkliche Ziel besteht darin, Griechenland finanziell abhängig zu machen durch Kredite die es niemals zurückzahlen kann.

    Freundschaft 😉

  5. Pingback: Die Wahrheit über das angebliche „Wirtschaftswunder“ in der BRD | Sascha's Welt

  6. Samy Yildirim schreibt:

    In den 1820ern erkaempften die Griechen ihre nationale Unabhaengigkeit vom Osmanenreich. Da die europaeischen Grossmaechte befuerchteten, Griechenland koenne den Weg von 1789, gar den von 1793, gehen, musste die griechische Revolution „betreut“ werden, was auch gelang. Staat einer Republik erhielten die Griechen 1829 einen Wittelsbacher als „ihren“ Koenig Otto I. aufs Auge gedrueckt. Zahlreiche „Berater“ von Otto I. waren Auslaender, die ihren Beitrag leisteteten, dass weder die Infrastruktur noch die Finanzen des Landes jemals ins Gleichgewicht kamen. Sie wirkten also so, wie ab 1945 IWF und Weltbank in der sog. „Dritten Welt“.

    Im Fruehjahr 1945 durften die Nazis in Flensburg noch eine Weile Regierung spielen, bis die britische Militaerpolizei sie am 23. Mai 1945 doch verhafteten. Churchill tat dies nicht freiwillig: Stalin war dahintergekommen und vermutete, dass Churchill mit den Nazis einen Feldzug gen Osten starten wollte. Stalin hatte recht: „Operation Unthinkable“ sollte am 01. Juli 1945 beginnen. Die massive Anwesenheit der Roten Armee in Mitteleuropa hielt Truman davon ab, hier mitzumachen. Alleine traute Churchill sich aber nicht.

    Der „Parlamentarische Rat“, der das „Grundgesetz fuer die Bundesperublik Deutschland“ erarbeitete, letztlich auf US-Befehl hin, trat erstmals am 01. September 1948 zusammen: 9 Jahre nach dem Angriff auf die Danziger Westerplatte. Das „Grundgesetz fuer die Bundesrepublik Deutschland“ wurde veroeffentlicht am 23. Mai 1949: 4 Jahre nach der von Stalin erzwungenen Verhaftung der Flensburg-Regierung. „Honi soit qui mal y pense.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s