Proletariat? Ja, es gibt eine Arbeiterklasse – ein lebendiges Beispiel aus der Demokratischen Volksrepublik Korea

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Arbeiter der Schuhfabrik Ryuwon (DVR Korea)

Nordkorea: Hier gibt es eine Arbeiterklasse! Arbeitslosigkeit jedoch gibt es nicht! Wenn man sich dagegen in den westlichen imperialistischen Ländern so umsieht, könnte man auf den Gedanken kommen, das Proletariat sei längst verschwunden, die Zeiten der Ausbeutung und Massen-arbeitslosigkeit seien vorbei. Marx ist tot; der „Versuch“ des Sozialismus sei ohnehin gescheitert. Doch was für ein Irrtum! Daß die Erwerbslosigkeit, Obdachlosigkeit und Abhängigkeit von Sozialhilfe in den entwickelten kapitalistischen Ländern inzwischen eine mehrmillionfache Realität ist, wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Und doch ist sie vorhanden. Ganz anders dagegen in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Auch dort gibt es eine Arbeiterklasse, eine überaus fleißige zumal. Doch sie ist sichtbar! Sie muß sich nicht verstecken in Sozialwohnungen, in Ghettos und Obdachlosenquartieren, oder wie in den USA und anderswo riesenhaften Armutsregionen.

KIM JONG UN, der Vorsitzende der Partei der Arbeit und Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der DVR Korea und Oberster Befehlshaber der Koreanischen Volksarmee, besuchte mit Ri Sol Ju die Schuhfabrik Ryuwon, die sich in einen Musterbetrieb im Schuhindustriebereich der DVR Korea verwandelt hat.

Er sah sich das Mosaik-Wandbild von KIM JONG IL an, das auf dem Gelände der Fabrik errichtet wurde. Dann besichtigte er diese Fabrik. Er bemerkte, die hiesigen Funktionäre und Belegschaft sollten getreu dem Vorhaben der Partei weitere qualitätsgerechte und schöne Schuhen produzieren, um die Bevölkerung damit zu versorgen. Er besichtigte auch den Raum für Erziehung und das Kabinett für Entwicklungsgeschichte, die neu ausgestaltet wurden.

Bei seinem Rundgang durch viele Orte wie den CCS-Steuerungsraum, die Schneiderei, die Abteilungen für Spritzguß, Nähen und Schuhmacherei, den Raum für die Verbreitung der wissenschaftlich-technischen Kenntnisse, den Designraum und den Ausstellungsraum für die Erzeugnisse der Fabrik, erkundigte er sich eingehend nach dem Umbau und der Produktion und Qualität der Erzeugnisse.

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Quelle (Text und Bilder):
Vorortanleitungen

Siehe auch:
Alltag in der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik
L.Pribytkowa: Braucht Nordkorea Atomwaffen?

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24 Antworten zu Proletariat? Ja, es gibt eine Arbeiterklasse – ein lebendiges Beispiel aus der Demokratischen Volksrepublik Korea

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, ich glaube, es gibt die Arbeiterklasse nicht nur in Nordkorea, sondern auch noch in der BRD, wenn sie auch verkleinbürgerlicht ist, Arbeiterklasse ist sie allemal. Deine Einschränkung auf Nordkorea ist ja das Argument, mit dem die SPD zum Beispiel begründet, dass es keinen Klassenkampf mehr gibt. Mit dem Kämpfen sieht es allerdings schlecht aus, aber als Klasse existiert die Arbeiterklasse noch, sie ist sich dessen und ihrer historischen Mission nur nicht mehr bewusst.

  2. tommmm schreibt:

    Sehr schöner Artikel.

  3. Nadja Norden schreibt:

    Hallo Genosse Norbert,
    Vielen Dank für die Solidarität mit der Koreanischen Demokratische Volksrepublik. Wenn die Arbeiterklasse Besitzerin der wichtigsten Produktionsmitteln und Inhaberin der revolutionären Staatsmacht ist, ist sie nicht mehr proletarisch (macht- und besitzlos) wie die AK der kapitalistischen Länder. Freundschaft.
    Nadja

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Liebe Nadja Norden, der Begriff Proletariat ist nur das Fremdwort für den Begriff Arbeiterklasse. Ich berufe mich auf das Kleine Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, hrsg. vom Dietz-Verlag 1982, 6. Auflage; sowie auf das Große Fremdwörterbuch, hrsg. vom VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1984. Deine Besorgnis, Sascha könnte hier einen falschen Begriff benutzen, ist ehrenwert, hab vielen Dank.

    • Nadja Norden schreibt:

      Hallo Hanna,
      Danke, ich weiß auch, dass Proletariat und AK bei uns synonym waren. Das bleibt aber sachlich unrichtig und verwirrend. Die AK ist im Sozialismus nur noch proletarisch von der Herkunft her, hat sich aber eine neue Qualität erworben, sie befindet sich auf einer höheren gesellschaftlichen Stufe. Der Internationalismus der AK hat dementsprechend auch zwei Stufen: der sozialistische Internationalismus kennzeichnet die AK der soz. Länder untereinander, der proletarische Internationalismus den von und mit der AK der kap. Länder.

      Das genannte „Wörterbuch der m.-l. Philosophie“ ist eine Mischung von Dogmatismus, Formalismus und Revisionismus. Es gehörte zur langweiligen Pflichtlektüre, für die man nicht unbedingt noch schwärmen muß. Meines Erachtens muß man Abschied nehmen von einigen Begriffen und Ausdrücken unseres Parteijargons. https://sozialisma.blogspot.be

      • sascha313 schreibt:

        Dankeschön, liebe Nadja, für Deinen Hinweis. Du hast schon recht mit den Begriffen. Der vielzitierte Kurt Gossweiler hat das auch so gehandhabt. Und Stalin sowieso. Danke auch für den interessanten Link zur Beilage zu deiner Blogseite. Da sind viele interessante Punkte angesprochen, die notwendigerweise mal aufzugreifen wären: Pol Pot und Tito, Vietnam-Aggression gegen Kampuchea, Sihanouk und Ceaușescu…

        Über Tito schrieb auch Kurt Gossweiler* sehr ausführlich, und Vietnam schien sich gern anders darstellen zu wollen als „annexionistisch“. Wie auch immer… Gut und wiederum schade, daß das meiste bei Dir nicht auch auf Deutsch ist. Du hast einen sprachlichen Vorteil! (*Kennst Du seine Taubenfußchronik?)

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Liebe Nadja, danke für den Hinweis auf Dogmatismus. Ich denke aber nicht, dass gerade dieser Passus im Kleinen Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie „dogmatisch“ ist. Da bist du in der falschen Spur, wenn du den Chruschtschowschen und Gorbatschowschen Begriff des Dogmatimus aufnimmst für den Marxismus-Leninismus.

    Ich vermute, du unterscheidest nach Proletariat und Arbeiterklasse, wobei du wahrscheinlich Bezug nimmst auf die Rede Stalins von 1936*, wo er sagte, dass es in der Sowjetunion kein Proletariat mehr gebe, weil die Arbeiter jetzt die Produktionsmittel besitzen. Vermutlich sah Stalin die Sache so: Dass der Marxsche Begriff Proletariat, der zu seiner Zeit völlig angebracht war, bedeutet, dass die Arbeiter ausgebeutet werden.

    Nehme ich aber das deutsche Wort Arbeiterklasse statt dessen, dann heißt das logischerweise, es gibt keine Arbeiterklasse mehr in der Sowjetunion, was natürlich Unsinn war. Ich denke, da ist es Stalin nicht gelungen, sein Anliegen in einem Satz präzise zu formulieren. Er versucht das im weiteren, indem er erklärt, was er eigentlich meint, wenn er vom nicht mehr vorhandenen Proletariat in der Sowjetunion spricht. Aber das ist natürlich alles etwas sophistisch, kann aber sehr missverstanden werden.

    * J.Stalin: Über den Entwurf der Verfassung der UdSSR. In: Werke, Dortmund 1946, Bd.14, S.42f. – siehe http://www.stalinwerke.de (Anm. N.G.)
    • sascha313 schreibt:

      …und diesen Satz Stalins über den Besitz der Produktionsmittel: „Also ist unsere Arbeiterklasse der Produktionsmittel und -instrumente nicht nur nicht beraubt, sondern im Gegenteil, sie besitzt sie gemeinsam mit dem ganzen Volke.“ hat sich Chruschtschow (und hier nun tatsächlich sophistisch!) zunutze gemacht, indem er von der „Herrschaft des ganzen Volkes“ sprach! Genau darin bestand auch sein Revisionismus!

  6. Ein interessanter Diskurs: Proletariat versus Arbeiterklasse.

    Ich kann mich hier nur Nadja anschließen: Proletariat ist nun einmal grundsätzlich ein anderer Begriff als Arbeiterklasse.

    Wer nichts anderes besitzt als seine Arbeitskraft und deshalb überwiegend seinen Lebensunterhalt nur durch den Verkauf seiner Arbeitskraft erzielen kann, ist ein Proletarier. (Ganz frei nach Karl Marx zitiert)

    Ein solcher Mensch ist zwar Arbeiter, aber er gehört damit nicht automatisch der Arbeiterklasse an, denn um der Arbeiterklasse anzugehören, bedarf es einer “persönlichen“ Entscheidung des einzelnen Menschen:
    Niemand wird nur dadurch Bolschewist, weil er/sie in eine christliche oder sozialistische Familie hineingeboren wurde!, sondern nur dadurch, dass er diese Klasse BEWUSST beitritt!

    Die Arbeiterklasse IST die einzige Klasse, die die Menschen vom Proletariat, dem nahezu alle Menschen angehören!!! befreien kann:
    In der jetzigen kapitalistisch bestimmten Welt verkaufen sich solche Menschen = prostituieren sich alle, ob Richter, Lehrer, Priester und Pfaffen, Professoren und Politiker :: SIE HABEN NICHTS, außer ihrer Arbeitskraft!!!, die sie — trotz Bildung und Studium — VERDINGEN müssen!!!
    … DAFÜR werden sie
    gut bezahlt, ohne zu erkennen, dass sie Handlanger der Kirche und ihrer Kapitalistischen IDEOLOGIE sind:
    Schließlich werden sie mit mehr als 10.000,- NETTO jeden Monat “belohnt“!!!

    ///

    Mir ist der Diskurs “Proletarier“ — “Arbeiterklasse“ jedoch aus einem anderen Grund wichtig!

    Sprache FORMT unser Denken!

    Hier in der BRD WIRD ganz der PERVERSEN Auffassung der SPD und ihr nahestehender Parteien folgendes als Wahrheit KOLPORTIERT!!!

    Auf der einen Seite sind die Arbeitgeber, und auf der anderen Seite: die Arbeitnehmer, “die sich die Bürde gemeinsam telen würden!

    DA ICH nur meine Muttersprache — die ich für die KLARSTE halte — wirklich kenne:

    WER ist hier ARBEITGEBER ???
    WIR!! – DENN WIR
    GEBEN Unsere Arbeitskraft:/strong> => WIR SIND die Arbeitgeber!!!
    … die “Arbeitnehmer“ BEUTEN uns lediglich aus, weil wir den Zustand, der der Illusion bedarf :: NIcht erkennen (??? dürfen//sollen)

    IM KAPITALISMUS wurden DIESE BegriFFe AUSGETAUSCHT!!!

    … und — denke SELBER nach!

  7. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauchunaman, jetzt wird es immer krautiger. Wenn einer ein Arbeiter ist, dann gehört er der Arbeiterklasse an. Das setzt nicht zwangsläufig voraus, dass er sich
    1. dessen bewusst ist und 2., dass er nun unbedingt Kommunist sein muss, was man folgern muss, wenn man deinem Gedankengang nachgeht. Noch mal zum Verständnis: Natürlich ist die Arbeiterklasse, die im Besitz der Produktionsmittel ist, keine ausgebeutete Klasse mehr. Marx hatte den Begriff Proletariat ja nur auf die Arbeiterklasse als der ausgebeuteten Klasse anwenden können, weil es da noch keinen sozialistischen Staat gab.

    Nun aber daraus zu folgern, man müsse Proletariat sagen, wenn man die ausgebeutete Arbeiterklasse meint, und Arbeiterklasse sagen, wenn man die Produktionsmittel besitzende Arbeiterklasse meint – das ist doch Nonsens. Wie gesagt, Proletariat ist lediglich das Fremdwort für Arbeiterklasse, und da Marx Wissenschaftler war, hat er natürlich das Fremdwort benutzt, das war und ist auch heute noch so üblich unter Wissenschaftlern. Hätte es da schon die Sowjetunion gegeben, vielleicht hätte er den deutschen Begriff Arbeiterklasse benutzt, aber wie gesagt, in seinen Kreisen wird eben immer das Fremdwort bevorzugt. Hat aber nichts mit der Qualität der Aussage zu tun.

    Nadja scheint da einiges (dogmatisch?) anzuwenden, weil eben Stalin es gesagt hat. Sie hat aber offensichtlich nicht den ganzen Passus gelesen, so dass ihr das nicht klar wurde.

    • Wer nichts anderes besitzt als seine Arbeitskraft und deshalb überwiegend seinen Lebensunterhalt nur durch den Verkauf seiner Arbeitskraft erzielen kann, ist ein Proletarier.

      Ich habe keineswegs gefolgert, dass man Proletariat sagen müsse, wenn man die ausgebeutete Arbeiterklasse meint, und Arbeiterklasse sagen, wenn man die Produktionsmittel besitzende Arbeiterklasse meint.

      Der angestellte Vorstand eines Konzerns oder der angestellte Geschäftsführer eines Unternehmens ist Proletarier, weil er seinen überwiegenden Lebensunterhalt durch den Verkauf seiner Arbeitskraft erzielt. Ist er deshalb Arbeiter und gehört somit sogar der Arbeiterklasse an?

      Keineswegs, denn ein Arbeiter ist ein Mensch mit Erwerbstätigkeit (Lohnarbeit), die weitgehend aus physischer Arbeit ohne Selbständigkeit besteht – und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen ausgebeuteten Arbeiter handelt oder ihm die Produktionsmittel gehören.

      Nun hat aber der wissenschaftlich-technische Fortschritt dazu geführt, dass immer weniger physische Arbeit erforderlich wurde und die Mitgliederzahl der Arbeiterschaft stetig abgenommen haben, so dass in den hochtechnologisch-kapitalistischen Gesellschaften sich der Begriff Arbeiter-Klasse anachronistisch anhört; ich zweifel sogar daran, ob hier noch von einer Schicht gesprochen werden kann.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Jauhuchanam, das habe ich auch nicht gefolgert, dass man Proletarier sagen muss, wenn es um die ausgebeutete Arbeiterklasse geht, und Arbeiterklasse, wenn sie die Produktionsmittel besitzt.

        Aber noch etwas anderes: Ein Manager ist kein Proletarier, er ist Angestellter und gehört auf die Ebene der Leitung einer Firma, was heißt, dass er kein Arbeiter ist, sondern Hiwi des Unternehmers bei der Ausbeutung der Arbeiter. Angestellte sind in den Unternehmen so eine Zwischenschicht, sie werden allgemein zur Entourage des Unternehmers gezählt. Proletarier, auch wenn sie Gehaltsempfänger sind, sind sie also nicht. Das wollte ich nur noch einmal richtigstellen. Und von der Arbeiteraristokratie hast du sicher auch schon gehört.

  8. Juche schreibt:

    Guter Artikel!
    Ich hätte nur eine kleine Ergänzung: Die Besonderheit der DVRK ist nicht, daß es dort eine Arbeiterklasse gibt. „Fleißige Arbeiterklasse“ gibt auch in den kapitalistischen Ländern. Daß sich die Arbeiterklasse Nordkoreas nicht in Sozialwohnungen, Ghettos und Obdachlosenquartieren „verstecken“ muß, liegt wohl daran, daß sie dort an der Macht ist.

    Ganz anders die Machtverhältnisse in der BRD, wo die Arbeiter zum „Arbeitnehmer“ degradiert werden.

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauhuchanam, ich muss noch etwas ergänzen zu deinem letzten Absatz. Du vertrittst mit der Ansicht, es gebe aufgrund der Weiterentwicklung der Technologie, die weniger physische Arbeit erforderlich macht als bisher, die Meinung, dass es sich „anachronistisch“ anhört, noch von einer Arbeiterklasse zu sprechen, du zweifelst sogar, dass es sich um eine Schicht handelt. Damit haust du voll in die sozialdemokratische Argumentation rein, die ja davon ausgeht, dass es keine Arbeiterklasse mehr gibt und folglich auch keinen Klassenkampf mehr. Nun ist alle Theorie grau, und sei sie noch so geschickt ausgeklügelt und klingt sie noch so überzeugend, wir kennen die Wirklichkeit. Erinnere dich an den Kampf der Opel-Arbeiter um das Weiterbestehen des Werkes in Bochum – war das kein Klassenkampf? Es gibt sie noch, Jauhuchanam, die verwünschte Arbeiterklasse, die Unternehmer sind auf sie angewiesen, und wenn sie noch so sehr digitalisieren. Die dann an den Computern sitzen und nicht mehr schweißtriefend den Hammer schwingen, das sind immer noch Arbeiter. Marx sagt an keiner Stelle, dass die Arbeiterklasse mit der Weiterentwicklung der technologischen Voraussetzungen für die Produktion, das sagt nur die SPD, die eine höllische Angst vor dem hat, was sie verleugnen will: den Klassenkampf.

  10. In diesem Video — mit viel Propaganda gespickt —

    kann sich jeder sein eigenes Bild machen:

  11. Infopartisan schreibt:

    Wenn den Arbeitern im Sozialismus die Maschinen und Fabriken, die Betriebe – rein rechtlich – gehören, dann können sie auch diese Güter verkaufen und sich die Erlöse aneignen. Sind es nicht rein rechtlich aber staatliche oder ähnliche Institutionen, die das rein rechtlich vermögen? – Ist es nach dem Ende des Sozialismus nicht auch deswegen dazu gekommen, das sich staatliche und genossenschaftliche Betriebe plötzlich in der Situation befanden, das die Arbeiterinnen die dort arbeiteten, keinen Titel hatten, mit dem sie – die Arbeiterinnen – „Ihr“ Eigentum nachweisen konnten?

    • sascha313 schreibt:

      Das „Recht“ ist immer ein Recht der jeweils herrschenden Klasse; im Sozialismus ist die Rechtswissenschaft ein Hauptinstrument der Arbeiter- und Bauern-Macht. Das bürgerliche Recht hat also absolut nicht zu tun mit sozialistischem Recht.

      Das Ziel aller Disziplinen der sozialistischen Rechtswissenschaft ist es, das Recht so zu gestalten, daß die Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens als Gebot der sozialistischen Moral zu Lebens- und Denkgewohnheiten der Menschen werden, die bewußt und freiwillig Beachtung finden. Und das war auch zu 95% gelungen.

      Ehemalige bürgerliche Rechtstitel waren für den Sozialismus ohne Bedeutung. Zumal das bürgerliche Privateigentum seiner Herkunft nach fast ausnahmslos auf Sozialraub (Ausbeutung, Erpressung, Plünderung usw.) beruht. Die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher nach 1945 war also z.B. folgerichtig.

      Und somit ist auch klar, daß die millionenfache Enteignung des Volkseigentums nach 1990 mit dem sozialistischen Recht nicht vereinbar sein konnte.

  12. Hanna Fleiss schreibt:

    Infopartisan, es gibt, wie Sascha schreibt, einen völligen Gegensatz des bürgerlichen Rechts, das vor allem das Privateigentum schützt, zum sozialistischen Recht. Nun waren die Betriebe und Anlagen in der DDR Eigentum des Volkes, also kein Privateigentum, das man verkaufen oder handeln oder sonstwie zu Geld machen kann, wie das im bürgerlichen Recht erlaubt ist. Die Bürger der DDR mussten auch nicht nachweisen, dass ihnen die Betriebe gehören, das wusste man im Westen sehr genau, dass es bei uns keine Kapitalisten gab, das war ja der Knackpunkt.

    Schlimm ist aber, dass wir unsere Betriebe gegen den Westen zuwenig verteidigt haben. Wenn gestreikt wurde, dann nur in einzelnen Betrieben, immer ohne Erfolg. Die nationalistische Wolke, die 1989/90 die Sinne der Besten vernebelte, von wegen „Wir sind alle Deutsche“, überwog jedes vernünftige Denken. Und es ist auch wahr: Zuwenig Arbeiter fühlten sich tatsächlich als die „Besitzer“ des Betriebes, was seine Ursachen in erster Linie in der Gesamtsituation der DDR hatte. Zum Beispiel gab es in den Betrieben ein Büro für Erfindungswesen (BfE), das oftmals Vorschläge der Arbeiter zurückwies, ohne den Einreichenden hinreichend klarzumachen, warum so gehandelt wurde.

    Und vergiss nicht die Einwirkung der Westsender auf die DDR-Bevölkerung, die aus Einzelheiten, die manchmal durchaus kritikwürdig waren, aufs Gesamte schloss. Die Stimme des Westens galt in der letzten Zeit der DDR mehr als die Stimme der Partei in der Bevölkerung.

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