Wir werden es erleben! Zukunftsprognosen und -aussichten des Sozialismus

IMG_0937_ZukunftVor fünfzig Jahren, also im Jahre 1967, entstand die Idee, anläßlich des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ein  Buch herauszugeben, das sich einmal vorrangig mit Zukunftsfragen der Menschheit befassen würde.  An der Sieghaftigkeit und Nachhaltigkeit des sozialistischen Aufbaus und seiner Zukunftsfähigkeit gab es zum damaligen Zeitpunkt aufgrund des heroischen Sieges der Sowjetunion über den deutschen Faschismus (und zwar trotz des verräterischen Auftritts Chruschtschows auf dem XX.Parteitag der KPdSU und trotz der schon deutlich sichtbar werdenden Anzeichen späterer Abweichungen vom rechten Weg des Marxismus-Leninismus) unter den Kommunisten keinerlei Zweifel. Doch schon bald sollte es auch hier erneut zu hartenAuseinandersetzungen mit der Konterrevolution kommen. Doch wo stehen wir heute? Greifen wir einmal den Aspekt der Zukunftsfähigkeit heraus.

Soziale Gerechtigkeit – ein Traum?

Wer an die Zukunft denkt, erkennt die Dringlichkeit, brauchbare Prognosen auszuarbeiten, also theoretisch oder empirisch fundierte Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Sachverhalts zu machen. Aber es ist ein Unterschied, ob man sich dabei mit der Mehrheit des Volkes in Übereinstimmung befindet oder mit einer reaktionären Minderheit liebäugelt.

Die veraltete bürgerliche Zukunftsforschung

Den sogenannten futurologischen Untersuchungen fehlt das Wichtigste, nämlich eine gründliche soziale und ökonomische Prognose, die von den Gesetzen der gesellschaftlichen Entwicklung ausgeht. Indem sie auf diese Weise dazu beitragen, die soziale Revolution zu hintertreiben und die bestehenden Verhältnisse, die Spaltung der Gesellschaft in antagonistische Klassen, zu konservieren, dienen sie den Interessen der kleinen Schicht, die das kapitalistische System beherrscht.

Der Marxismus-Leninismus

Im Gegensatz dazu ist die marxistisch-leninistische Gesellschaftsprognostik eine Vorausschau für das Volk und unter Beteiligung des Volkes. Durch das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln besteht unter sozialistischen Bedingungen die Möglichkeit, alle wesentlichen Seiten der Entwicklung der Gesellschaft in ihrer Komplexität zu prognostizieren und diese Prognose planmäßig zu verwirklichen.

Unsere Vorstellungen von einer besseren Welt

In der Prognostik schöpfen wir auch aus der Vergangenheit, indem wir die besten und menschlichsten Vorstellungen und Ideen von einer besseren Welt in unsere Zielstellung aufnehmen. Sofern wir Glück nicht als die Idylle immerwährenden Sonnenscheins verstehen, sondern als sinnvolle Tätigkeit, vorwärtsweisenden Kampf, als Lebenserfüllung, dürfen wir sagen, wir setzen das Glückseligkeitsstreben der Alten in die Tat um.

Der Prophet Jesaja

Schon der Prophet Jesaja, der im 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte, übte ätzende Kritik an den Zuständen seiner Zeit und weissagte, daß nach einem furchtbaren Strafgericht Gottes und nach einem Läuterungsprozeß bessere, gerechtere und sittlichere Zeiten heraufziehen würden. Der Eintritt dieses Propheten in die »Geschichte der Prognostik« war kein Zufall. Die Urgemeinschaft war zerfallen, die Sklavenhaltergesellschaft hatte bereits eine Stufe erreicht, die es der herrschenden Clique erlaubte, in Völlerei und Nichtstun dahinzuleben.

Eine gespaltene Gesellschaft

Der nachdenkliche Zeitkritiker Jesaja sah die höhere Produktivität und die Werke der Kunst erkauft mit dem Widerspruch einer tief gespaltenen Gesellschaft: dahinvegetierende, entehrte – die Arbeit galt als schimpflich! – und völlig entrechtete »Menschentiere« auf der einen Seite, Reichtum, Vorrechte und Drohnendasein auf der anderen. Aber schon auf dieser primitiven Stufe der Verheißung gab der Humanist Jesaja den Gläubigen die Hoffnung auf Menschlichkeit mit auf den Weg, wenngleich ihre Erfüllung von einem gerechten, überirdischen Herrscher der Welten erwartet wurde.

Der ideale Staat

Bei den großen Griechen nehmen die Weissagungen von besseren Zeiten die Gestalt philosophischer Theoreme an. In Platons Beschreibung eines idealen Staates finden wir sie zum System vereint. Aber – ob Jesaja, ob Platon, ob Thomas Morus oder Tommaso Campanella: Immer finden wir das Streben nach einem höheren Glück der Menschen. Immer soll es auf der Grundlage einer (bei Platon relativen) Gleichheit und gleicher Rechte erfüllbar sein. Stets sollen weise und einsichtige Vertreter des Volkes für das Funktionieren des Staates, für die Erziehung, die Verteilung der Güter usw. verantwortlich sein, was als Voraussetzung eines funktionierenden Glückseligkeitszustandes angesehen wird.

Reichtum und Moral – ein Gegensatz?!

Ob dieses Engagements für menschliche Zustände – zu ihrer Zeit ein großes persönliches Risiko – und ob ihrer Unerschrockenheit und ihres Weitblickes bewundern wir diese frühen Verkünder besserer Zustände. Es ist auch kein Zufall, daß wir bei Ihnen durchweg – gleich, ob sie der Religion oder – wie Platon – dem philosophischen Idealismus verhaftet sind – den Zusammenhang von materiellem Sein und moralischer Haltung finden. Sie alle sehen Geld und Besitz als Quelle jedweden Lasters an, eine Auffassung, in der sich das äußere Lebensbild der Herrschenden ihrer Zeit spiegelt.

Platon, Morus und Campanella

Bei Platon sind der individuelle Geldbesitz und die Spekulation die Grundlagen allen Übels. Sie sollten daher verboten werden. Aber während Platon am Ende der Sklavenhaltergesellschaft die Spaltung in Klassen und Stände aufrechterhalten will, also Gleichheit als Ordnungsprinzip lediglich innerhalb größerer bzw. kleinerer Menschengruppen versteht, plädiert fast 2000 Jahre später Thomas Morus in seiner »Utopia« (1516) schon für die Aufteilung des Hauptproduktionsmittels, nämlich des Bodens, an die großen Städte, die das Land als Besteller, nicht als Besitzer erhalten sollen. Noch radikaler ist nur etwa 90 Jahre später der Italiener Tommaso Campanella. Die Bewohner seines »Sonnenstaates« (1602) leben in völliger Gütergemeinschaft. Privateigentum ist das größte Verbrechen. Die höchste Ehre für den Menschen ist die Arbeit im Dienste und zum Nutzen der Allgemeinheit.

Das Wagnis neuer Erkenntnis

Es tut hier nichts zur Sache, daß sowohl Morus als auch Campanella in späteren Arbeiten unter dem Druck der Verhältnisse und der Obrigkeit, vielleicht auch das Unwirkliche ihrer Ideen ahnend, wieder viel von ihrer früheren Kühnheit zurücknahmen. Sie hatten es gewagt, ihrer Zeit den Kampf anzusagen. Dafür achten wir sie. Die Verfasser utopischer Gesellschaftsmodelle folgen in ihren Intentionen der aufsteigenden Linie der Erkenntnis von der Rolle der Produktionsverhältnisse in der Geschichte der Gesellschaft.

Étienne Cabet

In der 1842 in Paris erschienenen »Reise nach Ikarien« von Étienne Cabet wird der Leser mit einem Staat vertraut gemacht, der das vollständige System eines Gleichheitskommunismus repräsentiert, in dem es nur noch gemeinsamen Besitz gibt. Das Geld ist abgeschafft. Die Verteilung erfolgt nach den Bedürfnissen der einzelnen. Die Erziehung geht von der gesellschaftlichen Notwendigkeit und der individuellen Neigung aus.

Erstaunliche Zukunftsträume…

Nicht in ihren hohen Ansprüchen auf menschliche Glückseligkeit liegt der Utopismus dieser Autoren, nicht in den oft erstaunlichen Details ihrer Prognosen, wie der postulierten Chancengleichheit aller Zöglinge, nicht in den zu hohen Zielen und dem festen Glauben an die Veränderbarkeit des Menschen, sondern allein in der unhistorischen Betrachtungsweise. Sie vermögen es noch nicht, den Stand der Produktivkräfte als revolutionäres Element der Entwicklung und ihre dialektische Wechselwirkung mit den Produktionsverhältnissen einzuschätzen. Deshalb beruhen ihre Zukunftsdarstellungen auf einer ungenügenden Analyse und Deutung gesellschaftlicher Gesetzmäßigkeiten.

Dennoch kann man den Utopisten des 16., 17. und des beginnenden 19. Jahrhunderts bescheinigen, daß ihre Einsichten weit über ihre Zeit hinausweisen, daß sie mit ihrem Eintreten für gemeinsamen Besitz den Anfang jenes Ariadnefadens in der Hand hatten, der die Väter des Marxismus zu ihren revolutionären Theorien führte.

Zukunftsmodelle der Bourgeoisie

Wenn wir uns heute die Modelle und Entwürfe von Robert Jungk, von Georg Picht, von Carl Friedrich von Weizsäcker, von Ossip Karl Flechtheim und anderen, die wir als Repräsentanten einer humanistisch orientierten Zukunftsbeschreibung betrachten, auf ihre historischen Bezüge hin ansehen, dann stellen wir eine erstaunliche Verwandtschaft mit Platon fest:

Naivität und Ignoranz bürgerlicher Futurologen

Die gleiche naive Anklage gegen den Reichtum, die gleiche Forderung nach einem »Rat der Weisen« (bei Georg Picht nach einer supranationalen Wissenschaftsorganisation), der gleiche nunmehr total anachronistische Respekt vor der Struktur der Klassengesellschaft, auch wenn Robert Jungk und Ossip K. Flechtheim formal einem »dritten Weg« das Wort reden – als sei die Zeit seit Platon stehengeblieben, als habe es nicht auf der Grundlage des aufkommenden »Maschinenzeitalters« neue Utopien gegeben, die bereits den Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat scharf akzentuierten und die gesellschaftlichen Zustände geißelten. Sie reden und schreiben so, als habe es nicht die Genfer Briefe von Claude-Henri de Saint-Simon oder die satirischen Schriften von Charles Fourier gegeben. Sind die praktischen Versuche Robert Owens in seiner Baumwollspinnerei in New Lanark und in der kommunistischen Musterkolonie New Harmony, sind seine utopisch-kommunistischen Ideen nicht an den Wolfsgesetzen des Kapitalismus gescheitert?

Bürgerliche Phantasterei!

Den heutigen »Zukunftsforschern« westlicher Provenienz hat bereits Friedrich Engels zugerufen, die untauglichen Versuche einer Gesellschafts-»Verbesserung« von außen her oder von oben herab aufzugeben, als er über die Utopisten des aufsteigenden Kapitalismus in seiner Auseinandersetzung mit Dühring schrieb:

»Es handelte sich darum, ein neues vollkommeneres System der gesellschaftlichen Ordnung zu erfinden und dies der Gesellschaft von außen her, durch Propaganda, womöglich durch das Beispiel von Musterexperimenten aufzuoktroyieren. Die neuen sozialen Systeme waren von vorneherein zur Utopie verdammt; je weiter sie in ihren Einzelheiten ausgearbeitet wurden, desto mehr mußten sie in reine Phantasterei verlaufen.« (Engels: Anti-Dühring, MEW, Bd.20, S.241)


Karl Marx und die Oktoberrevolution

Das Wort »Phantasterei« ist für nahezu alle fururologischen Konstruktionen von heute um so mehr angebracht, als sie zwei Ereignisse ignorieren, verteufeln oder verdrehen, die das Denken unserer Zeit nachhaltig beeinflussen und verändern: das Werk von Karl Marx und die Große Sozialistische Oktoberrevolution als Geburtsstunde der sozialistischen Praxis. Wer an diesen Determinanten vorbeigeht oder sie nach Gutdünken ummünzt, wird in die Irre laufen. Die Bedeutung des Werkes von Karl Marx für alle Zukunftsforschung ist nur zu ermessen, wenn es nicht nur als die durch einige neue Kenntnisse bereicherte Weiterführung der guten und humanen, aber doch utopischen Gedanken seiner Vorgänger aufgefaßt wird.

Gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten

Es stellt eine völlig neue Stufe gesellschaftlicher Erkenntnisse dar, weil Marx den gesellschaftlichen Bewegungsgesetzen auf den Grund geht, weil er ihren Systemcharakter erkennt, weil er seine Einsicht aus den Bedingungen seiner Zeit gewinnt und weil er den ausgebeuteten Volksmassen als den berufenen Vertretern der Revolution ein wissenschaftliches Programm in die Hand gibt. Aus dem Studium der Bewegungsgesetze der Gesellschaft gewinnt er die Gewißheit, daß die neue Gesellschaft nur das Werk der Arbeiterklasse als der zahlenmäßig stärksten und progressivsten Klasse und ihrer Verbündeten sein kann.

Die Abschaffung der Ausbeutergesellschaft

In seiner Lehre ist nichts mehr von einem naiven Zorn auf Besitz und Reichtum zu spüren, obwohl auch er Emotionen beschwören will und kennt. An die Stelle der oberflächlichen Besitz-Kritik ist die Lehre von der Überfälligkeit der Klassengesellschaft getreten, an die Stelle des ohnmächtigen Glaubens an die Hilfe äußerer, überirdischer Mächte die Aufforderung an das Proletariat und alle Ausgebeuteten und Unterdrückten, den Staat selbst zu leiten, an die Stelle primitiver Gleichmacherei die richtige und fruchtbare Vorstellung von der Entlohnung aller Bürger nach dem Maß ihrer Leistung für die ganze, lange Periode der »ersten Phase des Kommunismus«, für die sozialistische Gesellschaft.

Die revolutionäre Lehre von Karl Marx

Mit Recht wird Karl Marx als der erste wissenschaftliche Prognostiker bezeichnet. Sein Werk ist real und revolutionär, weil es die Notwendigkeiten unserer Zeit und der Zukunft aufdeckt und den unerschöpflichen Möglichkeiten des Menschen eine sichere wissenschaftliche Basis bietet. Auf dieses Werk konnte sich Lenin voller Vertrauen stützen, als er es für die Periode des Imperialismus weiterentwickelte und daraus die konkreten Bedingungen für den Sieg der Revolution ableitete.

Warum ist der Kommunismus keine Utopie?

Die Existenz des Sozialismus auf mehr als einem Drittel unserer Erde war ein unumstößlicher Beweis für die Realität und Aktualität des Marxschen Werkes. Sie erwies sich auch durch die Entwicklung der Völker der jungen Nationalstaaten als aktuell. Mehrere von ihnen, die sich bereits vom Imperialismus befreit hatten und die auch seine Gesellschaftsstruktur als untauglich für die Zukunft ablehnten, befanden sich bereits auf unterschiedlichen Stufen des Weges zum Sozialismus.

Warum gibt es keinen »dritten Weg«?

Es gibt kein Modell für eine »dritte Gesellschaft« oder für einen »dritten Weg«, weder in der Praxis noch in der Theorie. Alle Ideen für die Zukunft tragen entweder die Grundzüge der neuen, der sozialistischen Gesellschaft, oder sie wurzeln auf dem Boden des Kapitalismus. Wir haben also keinen Grund, unseren Kompaß, den Marxismus-Leninismus und die einzelnen Disziplinen unserer Lehre, für unsere Prognostik beiseite zu legen.

Über sieben Jahrzehnte Sowjetmacht und vier Jahrzehnte DDR haben uns von der Richtigkeit des Satzes überzeugt, daß die adäquate Umsetzung unserer Gesellschaftstheorie und somit auch die Verwirklichung der Zukunftsaufgaben nicht im Selbstlauf zu erreichen sind, sondern nur bei ständiger kluger Leitung und Führung, stets mit den schöpferischen Potenzen des Volkes rechnend.

Warum war unser Weg richtig?

Es ist also selbstverständlich, daß wir an der führenden Rolle der Arbeiterklasse [1] auf unserem Weg in die Zukunft festhalten und deren Vorhut, der marxistisch-leninistischen Partei, weiterhin unser Vertrauen geben. Die Vertreter technokratischer Zukunftsgedanken, eines »dritten Weges« setzen neue Formeln in Umlauf, sie haben aber in Wirklichkeit den Boden des Kapitalismus nie verlassen. Wir bauen unsere Straßen in die Zukunft in gewollter und bewußter Divergenz zum überholten System des Kapitalismus. Bis jetzt hat die Technik des Kapitalismus die Gebrechen der alten Gesellschaft nicht geheilt, sondern nur vertieft. Bis jetzt hat die Technik im Sozialismus nicht zur Aufgabe sozialistischer Errungenschaften geführt, sondern deren Bedeutung unterstrichen. Warum sollte dies in Zukunft anders sein?

Unsere Zukunftsprognosen:

Die Kommunisten stehen der Zukunft nicht nur theoretisch anders gegenüber als bürgerliche Futurologen, sie haben auch praktisch umzusetzen, was sie für gut und richtig halten. Sie haben es mit zu verantworten. Fehler und Irrtümer sind dabei jedoch nicht auszuschließen. Dies mag sie in manchem ein wenig vorsichtiger machen. Wer nach dem Grundsatz handelt: Hic Rhodus, hic salta! [2], kann sich und anderen nichts vormachen, wird dadurch aber auch glaub- und vertrauenswürdiger. Die eigene Praxis ist sein Richter. Es gehört zu den Prinzipien eines Marxisten-Leninisten, daß er sich ohne Zögern dem Spruch der Geschichte unterwirft.

Quelle:
Werner Müller-Claud: Die Beweggründe unserer Neugier. In: Wir werden es erleben. Urania-Verlag Leipzig/Jena/Berlin, S.9-13 (gekürt, leicht bearbeitet und mit Zwischenüberschriften versehen, N.G.)

[1] Siehe: Mensch und Macht – Die Arbeiterklasse
[2] Hic Rhodus, hic salta! (lat.) – Hier ist die Rose, hier tanze!

pdfimage  Wir werden es erleben

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43 Antworten zu Wir werden es erleben! Zukunftsprognosen und -aussichten des Sozialismus

  1. levan2015 schreibt:

    Ich beneide den Optimismus des Verfassers! Danke Sascha! Eine sehr interessante Lektüre.
    Nur zwei Bemerkungen:
    1. Ich war mal auch sehr optimistisch, aber in den letzten Jahren, wenn ich das sehe, was die imperialistische Propagandamaschine mit Menschen gemacht hat und macht, bin viel zurückhaltender bei Prognosen geworden. Das nenne ich „Stalinproblem“ Man muss sich nur mit der realen Geschichte der SU bekannt machen, um zu verstehen, dass gerade nach Stalin der Zerfall des Landes angefangen hat, aber erst nach 40 Jahren, – nach seinem Tod stattfand. Stalins Land war richtig stark; wirtschaftlich, militärisch, ideologisch. Hatte unheimliche Anziehungskraft. Leider waren es nur mittelmäßige Parteifunktionäre, die danach die Macht übernommen haben. Dummheit und Parteinomenklatura sind die wichtigsten Zukunftsfeinde! Wie lässt sich das vermeiden? (sehr empfehlenswert Friedrich von Hayek, „The Road to Serfdom“ -1944 Er beschreibt die unvermeidliche Variante, wie die Dümmsten in einer totalitären Gesellschaft am Ende an die Macht kommen. Als ich Gorbatschow sah und hörte, habe an Hayek gedacht)
    2. Die Imperialisten verstehen nur die Sprache der Gewalt, die sie gegen Menschen von Anbeginn an benutzen. Wie Prof. R. Mausfeld in einer der Vorträge sagt, „McDonalds hat die Kampfflugzeuge von McDonnell/Douglas hinter sich.“ Noch Karl Marx wusste, dass man ohne Gewalt nichts erreicht. Diejenigen, die reale Macht haben, besitzen auch genug Waffen. Ich stelle mir sehr schwer vor, dass diese Banditen ohne blutige Kämpfe die Macht abgeben.

    Das war nur am Rande, nach dem ich den Text gelesen habe. Danke!
    ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass Jemand solche Gedanken hat.

    • sascha313 schreibt:

      Nun, lieber Levan, der Text ist ja nicht von mir. Er ist 50 Jahre alt. Aber warum sollten wir nicht daran glauben dürfen. Da geht mir ein Gedicht von Brecht nicht aus dem Sinn:

      Sprach der Knabe: „Daß das weiche Wasser in Bewegung
      Mit der Zeit den harten Stein besiegt.
      Du verstehst, das Harte unterliegt.“

      (Bertolt Brecht: „Legende von der Entstehung des Buches Tao Te King
      auf dem Weg des Laotse in die Emigration“)

    • ropri schreibt:

      Hallo Levan2015, ganz genauso geht es mir. 1990 , als ich endlich wieder denken konnte, dachte ich: ab jetzt arbeitet die Zeit für uns. Die Menschen werden spüren, welch Unterschied es ist und werden in kürzester Zeit aktiv gegen dieses ausbeuterische System vorgehen. Doch auch ich wurde nach und nach pessimistischer. Ich hätte niemals vorher gedacht, wie Menschen, die selbst in der DDR lebten sich so von Lügen einlullen lassen. Es war ein verdammt schneller Prozeß, wie die ehemaligen DDR-Bürger sich wandelten. Ich befürchte, sie begreifenb erst, wenn es viel zu spät ist, wenn auch hier Bomben fallen; vermutlich A-Bomben. Nein, Smart-Phones, neueste Mode, Schmuck und Geld sind den meisten Menschen wichtiger als soziale Sicherheit, Frieden und ein freundschaftliches Miteinander.
      Vielleicht geht es doch nicht, daß in einzelnen Ländern der Sozialismus aufgebaut wird, weil es immer bestechliche Menschen gibt, die für ein paar Dollar Verrat üben.
      Wenn sogar angeblich „Linke“ einen AFD-Bürgermeister wählen… Es gibt keinbe starke kommunistische Bewegung mehr.

      • Politnick schreibt:

        Natürlich haben sich die DDR Bürger blenden und belügen lassen, wahrscheinlich sogar die große Masse. Den Umsturz jedoch hat nicht die große Masse und auch nicht das Volk herbeigeführt sondern eine Handvoll Verräter, die von langer Hand geplant, in Schlüsselpositionen gebracht wurden und fürn Taschengeld sich haben bestechen lassen.

        Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        …immer nach dem gleichen Schema: DDR/Ungarn/CSSR/UdSSR/DDR – und dann noch mal in verschärfter Form Majdan (Kiew).

      • roprin schreibt:

        Nicht zu vergessen Jugoslawien…

    • Harry 56 schreibt:

      Ich kann diesem obigen Beitrag( levan 2015) in vielen Punkten nur recht geben! Nur so viel dazu noch meinerseits, in einer neuen sozialistischen Gesellschaft, einem neuen sozialistischen Staat, welcher von einer wahrhaft kommunistischen Partei angeführt wird, müssen alle, wirklich alle wichtigen Stellen in Staat, Partei und Gesellschaft von Menschen besetzt werden, welche über eine gute, eine solide berufliche, technische und wissenschaftliche Ausbildung verfügen! Das sie natürlich auch einen klaren Klassenstandpunkt besitzen müssen, diesen auch jederzeit gegen offene und auch versteckte Feinde zu verteidigen haben, sollte nach allen Erfahrungen der letzten 100 Jahre selbstredend sein. Ist diese nur ein frommer Wunschtraum? Nein! Diese Menschen existieren bereits heute in großer Zahl in vielen mittleren und größeren Unternehmen. An solchen Menschen gäbe es in einer neuen sozialistischen Gesellschaft wirklich keinen Mangel. Was allerdings noch fehlt, ist, solche Menschen für ein neues sozialistisches Aufbauwerk zu gewinnen, damit diese schon heute so qualifizierten Menschen in einer neuen sozialistischen Gesellschaft auch bereit wären, wichtige leitende Stellungen zu übernehmen, im Interesse nun aller in einer Gesellschaft lebenden Menschen.

      In diesem Sinne beste soz. Grüße!

    • Inson schreibt:

      @levan2015

      Prof. Mausfeld zitiert in seinem Vortrag Thomas Friedmann, einen früheren Assistenten der damaligen Staatssekretärin Madeleine Albright, der im New York Times Magazine vom 28.03.1999 folgendes zum Besten gab:

      „Damit die Globalisierung funktioniert, dürfen die Vereinigten Staaten nicht zögern, als die unbesiegbare Weltsupermacht zu agieren, die sie sind. Die unsichtbare Hand des Marktes funktioniert nicht ohne die sichtbare Faust. McDonalds kann nicht prosperieren ohne McDonald-Douglas, dem Fabrikanten der Kampfflieger F-15. Die sichtbare Faust sichert auf der ganzen Welt den Sieg der Technologieprodukte aus dem Silicon Valley. Diese Faust sind die Landstreitkräfte, die Marine, die Luftwaffe und das Marine-Corps der Vereinigten Staaten.“
      • sascha313 schreibt:

        Danke, Inson, wertvoller Hinweis!!!

      • Harry 56 schreibt:

        Interessant, dieses Zitat! In den letzten Zeiten fand ich immer wieder auch interessante Hitler-Reden auf You Tube. Und was der „Führer“ dort so oft sagte, deckt sich zu fast 100% mit dem obigen Zitat! Was sind nun, sollen sein diese „Faschisten“? Und wer sollen sie nun sein, diese „bürgerlichen Demokraten“? Wo ist der Unterschied? Ach so, wir „dürfen“ hier unseren Senf quaken, und sitzen nicht in Dachau! Und warum sollten wir in Dachau sitzen wenn uns eh kein Mensch hört, geschweige folgt? Ist dies nun die „Errungenschaft“ seit 1945?

        Fragende Grüße!

    • Juche schreibt:

      „totalitäre Gesellschaft“?
      Ist bzw. war dieser Hayek Anhänger der Totalitarismustheorie?

    • *sehr empfehlenswert Friedrich von Hayek, „The Road to Serfdom“ – 1944
      [Dort] Er beschreibt die unvermeidliche Variante, wie die Dümmsten in einer totalitären Gesellschaft am Ende an die Macht kommen. Als ich Gorbatschow sah und hörte, habe an Hayek gedacht*

      Lieber levan2015

      lass dich doch nicht von einem Menschen, wie Friedrich von Hayek ins Bockshorn jagen!

      DENN Friedrich von Hayek behauptet damit doch gar nichts anderes, als daß die nahezu totalitäre faschistische NAZI-Diktatur in Deutschland
      DAS SELBE nicht nur das GLEICHE!!! IST, WIE die Diktatur des Proletariats! Welches in der Sowjetunion umgesetzt wurde!!!

      Was in der SU jedoch gemacht wurde, IST NIEMALS TOTALITÄR geschehen!

      Durch die Lehre Lenins HABEN hunderte von Millionen die WAHRHEIT erkannt!!
      Ja !!! das ist WAHRHEIT … und Wahrheit ist nun mal absolut;
      aber dieser Wahrheit Totalitärt zu unterstellen — im Kontext des Wortes — IST ABSURD!!!

      • Juche schreibt:

        jauhuchanam schreibt: „(@ Juche) Bitte stell doch hier keine Fragen,
        die kaum ein Mensch als FRAGE verstehen KANN!“

        Ich bin davon ausgegangen, daß der politische Kampfbegriff Totalitarismus (Sozialismus = Faschismus) hier bekannt ist.
        Für jemandem der selber den unwissenschaftlichen Begriff „totalitär“ benutzt, mag die Frage unverständlich sein.
        Sascha313 jedenfalls hat die Frage sofort verstanden.

  2. levan2015 schreibt:

    Irgendwo soll ich eine Schallplatte von Boots haben: „Das weiche Wasser bricht den Stein…“ und „Aufstehen!“

  3. “Das Werk [*1] von Marx“ (ich setze hinzu: und von Engels, ohne dessen Diskussionen mit Marx, ohne dessen ganz praktische materielle Unterstützung seines Freundes das Werk hätte nicht entstehen können) “stellt eine völlig neue Stufe gesellschaftlicher Erkenntnisse dar, weil Marx den gesellschaftlichen Bewegungsgesetzen auf den Grund geht, weil er ihren Systemcharakter erkennt, weil er seine Einsicht aus den Bedingungen seiner Zeit gewinnt und weil er den ausgebeuteten Volksmassen als den berufenen Vertretern der Revolution ein wissenschaftliches Programm in die Hand gibt. Aus dem Studium der Bewegungsgesetze der Gesellschaft gewinnt er die Gewißheit, daß die neue Gesellschaft nur das Werk der Arbeiterklasse als der zahlenmäßig stärksten und progressivsten Klasse und ihrer Verbündeten sein kann.“ [*1] DAS KAPITAL

    Anmerkungen:
    “stellt eine völlig neue Stufe gesellschaftlicher Erkenntnisse dar“ — hier irrt der Autor, denn es sind keine gesellschaftlichen Erkenntnisse, sondern die Erkenntnisse von Marx und Engels!

    Besser formuliert:

    … stellt eine völlig neue Stufe der Erkenntnis dar, denn:

    a) ***Die Menschheit als auch der einzelne Mensch unterliegt dem Gesetz der von Marx entdeckten gesellschaftlichen Bewegung***, die sich aus der menschlichen Arbeit selbst und den Produktionsverhältnissen, der diese menschliche Arbeit unterliegen, ergibt und

    b) ist es die Erkenntnis über> die von Marx entdeckten Bewegungsgesetze der Gesellschaft selbst“.

    Im grunde ist das jedoch keine “neue Stufe der Erkenntnis“, sondern eine vorher nicht (allgemein) bekannte Erkenntnis, also eine ganz und gar neue Erkenntnis</, die Marx und Engels der Menschheit, dem einzelnen Menschen ‚zumuten‘!

    Nach Hiob, Krishna, Jesaja, Laotse, Konfuzius, Buddha, ‚Jesus‘, Paulus und Mohammed und den bedeutsamen Lehrern Griechenlands UND vor Marx gab es doch nur noch von Religionen oder von den Religionen verhunzte Philosophien und Erkenntnisse:
    ENTWEDER
    wurde das Leben des einzelnen Menschen, ja ganzer Völker von “Gottheiten“, einem ominösen Schicksal, dem Karama oder einer einzigen Gottheit, einem Gott (Übersetzung für Gott ist: Platzanweiser“) geregelt und vorherbestimmt, woraus es kein Entrinnen gab, nicht geben durfte, weil dies die Menschenhalter in ihrer Stellung als Ausbeuter der übrigen Menschen gefährdet
    ODER
    der Mensch ging den ‚gefährlichen‘ Weg seiner eigenen Erlösung
    , wie sie Hiob, Krishna, Jesaja, Laotse, Konfuzius, Buddha, ‚Jesus‘, Paulus und Mohammed sowie die bedeutsamen Lehrer Griechenlands lehrten.

    MARX lehrte als erster Mensch den dialektisch-materialistischen ‚Weg‘, den Weg der Wissenschaft, denn er schreibt in seiner Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie: “Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat.

    => Der Mensch, der sich selber erworben hat, bedarf also keiner Religion oder auf Religion basierender Philosophien und damit bedarf ein solcher Mensch auch KEINER außerhalb ihm stehenden Macht, Autorität oder sonst einem absurden Unsinn, den sich die Ausbeuter uns zur Unterhaltung erdacht haben!

    [Wie jeder wissen kann, glaube ich an “gott“

    was mit dieser Aussage jedoch mißverstanden werden muß, ist, daß ich mir darunter irgendein “Wesen“ vorstellen würde! Dies ist aber bei mir nicht der Fall!

    Denn ich habe mir zeitlebens darunter nichts vorstellen dürfen, denn das „Erste Gebot“ lautet ja schließlich, sich keine “Vorstellung von ‚Gott‘ machen zu dürfen“ – was ich mir bis zum heutigen Tage ‚zu Herzen genommen habe‘ und was ich beibehalten werde.

    Hinzu kommt, dass ich ja an die “Lehre von *Jesus* glaube“ – diese Lehre wird als ‚Evangelium‘ bezeichnet –
    Da ich “Gott“ nicht sehen kann, das “Gebot“ jedoch lautet:
    ***Jesus antwortete: Das erste (Gebot) ist: “Hört doch mal zu, ihr Menschen, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.*** (Markus 12)
    verpflichtet es mich diese Wahrheit zur Liebe gegenüber JEDEM Menschen!!!, “denn wenn ich den Menschen, den ich sehen kann, nicht liebe, wie kann ich dann behaupten, “Gott“ zu lieben, den ich nicht sehe?“ (Jakobus)

    Mein *Problem* bei derartigen Gedanken oder Ideen ist, daß ich jeden Menschen, dem ich bisher begegnet bin, liebe — vielleicht liegt das an meinem ***Naturell***??? (leicht kann ich zum Jähzorn gereizt werden, der aber schon im nächsten Moment verflogen ist — doch selbst meinen PEINIGERN trage ich ihre Grausamkeiten, die sie mir angetan haben, nicht nach:
    Nein, ich habe sie nicht vergessen,
    Aber sie bestimmen nicht mein Denken oder meine Gefühle —
    Ich habe diesen Menschen auch ihr widerliches TUN an mir und den vielen anderen Menschen nicht vergeben!!!
    (warum sollte ich auch? haben sie doch niemals für ihre widerlichen und abscheulichen Handlungen an mir und den anderen Menschen, denen sie das GLEICHE und SCHLIMMERES angetan haben, um “Vergebung“ nachgefragt — ja, und selbst eine materielle “Entschädigung“ wird uns nach 25 Jahren nicht zugesprochen:
    DENNOCH:
    ICH BIN FREI von jedem Hass
    auf diese Menschen!!! … und mache mich auch von solchen Ereignissen nicht abhängig! … denn damit WÜRDE ich mein SEIN ja abhängig von derartigen IDIOTEN machen.]

    Die Abschaffung der Ausbeutergesellschaft

    “In seiner Lehre ist nichts mehr von einem naiven Zorn auf Besitz und Reichtum zu spüren, obwohl auch er Emotionen beschwören will und kennt.
    An die Stelle der oberflächlichen Besitz-Kritik ist die Lehre von der Überfälligkeit der Klassengesellschaft getreten, an die Stelle des ohnmächtigen Glaubens an die Hilfe äußerer, überirdischer Mächte die Aufforderung an das Proletariat und alle Ausgebeuteten und Unterdrückten, den Staat selbst zu leiten,
    an die Stelle primitiver Gleichmacherei die richtige und fruchtbare Vorstellung von der Entlohnung aller Bürger nach dem Maß ihrer Leistung für die ganze, lange Periode der »ersten Phase des Kommunismus«, für die sozialistische Gesellschaft.“

    Und das haben wir Marx zu verdanken!

    Leider wurde sein Werk “Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ – geschrieben 1844 – erst 1926 in der Sowjetunion zum ersten Mal verlegt und damit der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
    Ohne dieses Werk, welches die Voraussetzung für DAS KAPITAL liefert, wird es wohl auch weiterhin schwierig bleiben müssen, dem KAPITALISMUS seinen Todesstoß zu versetzen!

    Dreh und Angelpunkt des Kapitalismus ist das falsche und verkehrte Weltbewusstsein, welches die Religion erzeugt! “The enemy’s center of gravity“
    But!! To achieve victory we must mass our forces at the hub of all power and movement. The enemy’s center of gravity‘

    Haben echt nur Marx, Lenin, Stalin, Mao, Castro und ein paar andere “Führer“ dies erkannt?

    Das GLAUBE ich nicht, denn dies hieße: Die Menschheit — die aus vielen Menschen besteht — wäre zu dumm, um gemeinschaftlich zu erkennen, dass das bestehende System der Ausbeutung weniger Menschen über die Mehrheit aller Menschen eine LÜGE ist, die NIEMALS auf Wahrheit beruhen kann!!!

    Der Kapitalismus ist LÜGE und damit ist der Kapitalismus VERBRECHEN an unserer Menschheit — egal welche technologischen Fortschritte er angeblich hervorbrachte! – Es waren ja immer Menschen, die TROTZ des Kapitalismus Erfindungen und Entdecken machten und sie umsetzten!

    • Politnick schreibt:

      Hi,

      der Drang der adligen Fürstentümer nach immer mehr Profit und um die Neuaufteilung der Welt löste den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus aus. Nur dafür musste die Kirche reformiert werden, damit man wieder Kriege führen konnte die man dann Religionskriege nannte um die wahren Ursachen zu verschleiern.

      Freundschaft 😉

      • Es hat aber nie eine ‚Reformation‘ der Kirche stattgefunden.

        Aber dennoch war es ein Krieg der Kirche, und zwar gegen ihre abgefallenen Vasallen, die sich eigene Kirchen “schufen“
        => also sich bloß die lokale Kirchen-Organisation unterwarfen und diese mit ihnen ergebenen und sich loyal verhaltenden Mitarbeitern gegen diejenigen austauschten, die sich weiterhin der Kirche (also dem Papst selbst) verpflichtet fühlten — deren Oberhäupter sie dann wurden und teilweise bis heute noch sind. Es änderte sich lediglich der Name der Kirche; die Ideologie, das Organisationsprinzip und die Bezahlung der System-Huren wurde jedoch niemals angetastet.

        Als solches ist der Begriff ‚Religionskrieg‘ natürlich falsch.
        Denn bei den Kriegen der Kirche gegen die abgefallenen Vasallen, ging es ja darum, wer die Menschen ausbeuten darf: Die Feudalherren oder die Kirche?, der zu Ausgang des 15. Jahrhunderts 90% allen Grundbesitzes gehörte und der bereits Jahrhunderte hindurch als Lehen an die Fürsten vergeben wurde.

        Ich halte deine Aussage: der Drang der adligen Fürstentümer nach immer mehr Profit und um die Neuaufteilung der Welt löste den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus aus. sowohl aus “religiös-theologischer“, aber vor allem aus marxistischer Sicht für falsch.

        Dem “christlichen“ *Adel* konnte es nicht um ‚Profit‘ gehen (wie wir das vielleicht heute verstehen), denn dieser war durch Verträge abgesichert: Die damals lebenden Menschen waren verpflichtet, 10% ihres erwirtschafteten Ertrages (etwa Ernte) an den ‚Grundherrn‘ / *Adel* = Vasall des Papstes und 10% des erwirtschafteten Ertrages an die örtliche Kirche zu zahlen.

        Der Kirche war und konnte eine solche “gesetzliche“ Einnahme jedoch nicht genug sein:
        Also erfand sie all die sonderbarsten Einnahmequellen, um die Menschen, um ihren Ertrag prellen zu können: 180 Feiertage pro Jahr plus 52 Sonntage
        => natürlich musste an den “heiligen“ Feiertagen dennoch gearbeitet werden.

        Kein Problem! Gegen eine Ablaß-Zahlung = Bußgeldbescheid und nach Zahlung desselben: Ablass-Brief konnte die erforderliche Arbeit dennoch geleistet werden …

        Dazu Taufen, Kommunionen, die ‚heilige‘ Eheschließung, die Gebühr für die Huren und der ABLAß für den Menschen männlichen Geschlechts, der dann eine solche Hure – als *heilig-verheirateter* Mensch trotzdem besuchte, die Beerdigung und die “Sorge um die Verstorbenen“ => *vielleicht droht das Fegefeuer – gar die ewige Hölle*? für deine geliebte Mutter, Beichten und Beerdigungen SICHERTEN und SICHERN auch heute noch Jeder Religion — vor allem der Kirche — Einnahmen ohne Ende!

        GRUNDLAGE all dessen ist jedoch, FOLGENDES, was Marx und Engels erkannten:
        Die bekannten und ausgeübten Tätigkeiten irgendeines Menschen, bestimmen seine Art und Weise, wie er arbeitet oder eben produziert, dies ist aber von der menschlichen Gesellschaft abhängig, in der er sich zu einem Zeitpunkt einer bereits vorhandenen Gesellschaft befindet!

        In einer Gesellschaft oder Gruppe von Menschen, die jeden Tag GENÜGEND Lebensmittel für ihr eigenes Überleben findet ALSO HAT!!!, KANN doch gar NIEMALS der Gedanke aufkommen: “Wie können wir unsere Nahrung für den nächsten TAG, die nächste Woche, ja für Monate erhalten?“
        Kannibalen und Pygmäen sind nicht dafür bekannt, irgendeine technologische Erfindung –
        wie den Kühlschrank – hervorgebracht zu haben – und selbst die Aborigines in Australien kamen über den BUMERANG — der alle ‚Geheimnisse‘ der Physik und des Universums mathematisch *offenbart* . nicht hinaus

  4. Politnick schreibt:

    Der Sozialismus in der DDR, in der UdSSR und in den anderen Ländern ist ja nicht gescheitert sondern er wurde gezielt zu Fall gebracht.

    Freundschaft 😉

    • marie schreibt:

      Wie sehr ich mir die Diskussionsrunden in Parteiversammlungen zurückwünsche, wenn ich hier auf Saschas Seite die Kommentare lese 🙂

      Soeben hörte ich das verlinkte Lied (dachte bei der Melodie an das mir bekannte „Da sind wir aber immer noch), verfalle in die traurigste Stimmung, die ich kenne und MUSS meine gegenteilige Meinung zu Politnick formulieren: Natürlich ist der Sozialismus in o.g. Ländern gescheitert! Andernfalls lebte ich nämlich noch ZUHAUSE und nicht in der Fremde. Wenn die Konterrevolution siegt, hat die Revolution verloren, ist gescheitert, wir haben die Macht verloren oder „wurden gezielt zu Fall gebracht“. Ist es nicht egal, wie man es nennt: gescheitert oder gefallen? Die Gründe werden verschiedentlich ergründet und benannt (Meine Meinung habe ich bei https://antikriegspartei.wordpress.com/2015/04/28/am-ende-paradox-es-war-wirklich-letzte-wahl/ am 28.04.2015 formuliert, bitte dorthin runterscrollen).

      Er ist so unglaublich stark und erfinderisch, dieser Kapitalismus und die Milliarden Menschen auf dieser Welt sind sich (heute jedenfalls) nicht bewusst, dass es eine friedliche Alternative gibt. Aber vielleicht morgen 🙂

      Nee, zum Lachen ist mir nicht … aber sie müssen sich gegen ihre unmenschlichen Ausbeuter erheben WOLLEN, die geschundenen proletarischen Massen. Und kommunistische Parteien und Führer sollte es geben. Wir haben es doch gelernt. Und die hier schreiben, wissen es auch noch. Aber wir sind nicht die Massen und haben auch keine kommunistische Partei.

      • sascha313 schreibt:

        Ich sehe es auch so: Der Sozialismus ist nicht gescheitert, sondern er wurde zerstört. Und zwar ganz absichtsvoll – von den reaktionären Kräften. Dazu gehören auch die Revisionisten im eigenen Land. Doch ohne die Unterstützung durch den Imperialismus und seine Agenten (wozu auch solche Verräter wie Modrow, Krenz und Markus Wolf gehören) wäre das nicht gelungen! Aber man muß, glaube ich, die Frage anders stellen: Wieso konnte es dazu kommen? Kurt Gossweiler: Wie konnte der revisionistische Umsturz in der Sowjetunion gelingen?

        P.S. Der Sozialismus ist übrigens auch „erfinderisch“. Denke nur mal daran, wie hoch entwickelt unser Neuererwesen war und wie erfinsderisch die Menschen waren beim „Improvisieren“. Davon können – auch heute noch – manche Bundesbürger nur träumen! Und stärker war der Sozialismus allemal – sonst hätte die Sowjetunion den Faschismus niemals besiegen können!

      • roprin schreibt:

        Ich denke, Sascha, daß marie es nicht verkehrt ausgedrückt hat. Der Sozialismus hat so nicht überleben können, weil die Menschen, die ihn aufbauen wollten, eben auch mit Fehlern behaftet waren. Ein Staat ist immer so gut, wie das Volk es ist. Solange es Menschen gibt, die sich kaufen lassen, die für ein paar Dollar auf die Straße gehen, solange kann der Sozialismus nicht funktionieren. Die DDR-Regierungen haben wider besseres Wissen seit Chustschow einfach aus Disziplin-Gründen weggeschaut; sie hat wider besseren Wissens auch Gorbatschow toleriert, ohne sich klar zu distanzieren. Menschen wie Kurt Gossweiler machten sich nur zu Hause, wo es keiner sah, Notitzen. Hätte er seine Kritik offen ausgesprochen, wäre er seines Amtes enthoben worden. Das hat er selbst so formuliert – es fehlte ihm an offenen Gesprächen, aber diese waren tabu. Viele der hauptamtlichen Funktionäre waren, wie Lenin sie als Apparatschiki kritisierte.

      • sascha313 schreibt:

        Ja, aber woher wollen wir denn solche Menschen nehmen, wenn es sie nicht gibt? Nein, wir können uns keine solchen perfekten Menschen backen. Und meinst Du nicht, daß der Sozialismus den wir hatten, trotzdem – trotz dieser Jammmergestalten – lebenswert war?

      • roprin schreibt:

        PS: es ist nicht schlimm, Fehler zu machen; es ist schlimm, nicht aus ihnen zu lernen.

      • roprin schreibt:

        Das, lieber Sascha, ist eine ganz andere Frage die ich mit einem klaren JA!!! beantworte. Diese DDR, dieser Staat war lebenswert und ich leide all diese Jahre darunter, daß meine Heimat plötzlich nicht mehr existiert. Diese, meine DDR hat die meisten ihrer Menschen zu Positivem geprägt. Die ganze Maueröffnung war ein Verschwörungsakt. Ich hatte den Eindruck, daß man Mielke und Schabowski unter Drogen gesetzt hatte. Die wußten gar nicht, was sie da sprachen. Das mit anzusehen (es wurde ja im Fernsehen übertragen) tat mir verdammt weh.

        Trotzdem: die DDR konnte all den Angriffen von außen nicht widerstehen, zumal der Bündnispartner UdSSR wegfiel.
        Es wäre eine Diskussion wert, ob es tatsächlich möglich ist, den Sozialismus in nur einem oder einzelnen Ländern aufzubauen oder ob es eine Weltrevolution geben muß.

      • sascha313 schreibt:

        Richtig. Ich stimme Dir vollends zu. Ich würde aber das …“zumal“… in Deiner Aussage durch ein …“weil“… ersetzen. Und damit bleibt natürlich die Frage, ob es denn möglich ist, den Sozialismus in nur einem Land aufzubauen. Trotzki hatte das ja bestritten. Aber sieh das Beispiel des kleinen Nordkorea…

      • Ich denke, dass zwischen dem Bild, welches die DDR-Regierung und die SED sich vom Zustand der Gesellschaft zeichneten und propagierten und der gesellschaftlichen Wirklichkeit eine unüberbrückbare Kluft bestand. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffte eine gewaltige Lücke.

        Der Partei der Bolschewiki ( = Kommunisten) kommt die Rolle als Führerin der Arbeiterklasse zu. Diese Rolle kann sie aber von dem Moment an nicht mehr erfüllen, wenn sie anfängt, mit ihren Gegnern zu paktieren und Kompromisse eingeht, oder weil sie der Wunschvorstellung erliegt, Kommunisten könnten wirklich mit der SPD gemeinsam eine — aus Not oder Zwang sei dahingestellt — neue Partei schaffen. Das Zusammengehen der KPD (Partei der Arbeiterklasse und des Klassenkampfs) und der SPD (gegen den Klassenkampf eingestellte Partei) zur SED war bereits der Kardinalfehler der Partei!

        Aber dieses Zusammengehen wurde als Erfolg gefeiert, statt ihn als Mangel ihrer eigenen Arbeit zu erkennen! Und anschließend fürchtete sie, diesen Fehler einzugestehen und ihn offen und ehrlich zu korrigieren! [Nach Stalin sind das jene Zutaten, um aus einer unbesiegbaren Partei, eine Allerweltspartei zu machen, die dann wirklich niemand mehr benötigt !!!]

        Gemäß Stalin musste die Partei zugrunde gehen, WEIL
        sie ihre Fehler verheimlicht hat
        wunde Punkte [einfach lapidar] vertuschte
        ihre Unzulänglichkeiten bemäntelte
        ein Bild wohlgeordneter Zustände zur Schau stellte
        Kritik und Selbstkritik adacta legte
        sich dem
        Gefühl der Selbstgefälligkeit hingab
        und sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen begann.

        Mit einem Wort:

        “Die Bolschewiki sind [nur solange] stark, wie Antäus, wenn sie die Verbindung mit ihrer Mutter, mit den Massen, aufrechterhalten, die sie erzeugt, genährt und erzogen haben. Und solange sie die Verbindung mit ihrer Mutter, mit dem Volke, aufrechterhalten, haben alle Aussicht, unbesiegbar zu bleiben.“ — Josef Stalin (*)

        Als ein Mensch, der ein halbes Jahrhundert im religiösen Christentum verstrickt war, kann ich gar nicht anders, als Stalin zu bestätigen:
        DENN die Kirche hält dies Verbindung zu den Menschen aufrecht: Sie ist immer ganz nah an ihnen! Ob Taufe, Schule, Kommunion, Konfirmation, Eheschließung oder Beerdigung:

        Mit diesen abergläubischen Ritualen begleitet sie die Menschen seit 1.700 Jahren und wer sich nicht begleiten ließ und lässt, wird halt einfach ERMORDET, GEJAGT, Transportiert und VERKAUFT und der SKLAVEREI ausgeliefert!

        Wer es aber bekämpft, wird mit KRIEGEN überzogen !!!

        Der Mensch ist ein biologisches LEBEWESEN: Ohne andere Menschen, kann er nicht in das Sein treten! ÜBERALL — egal, wo er sich ansässig gemacht hat oder lebt: Er benötigt die anderen Menschen zu seinem eigenen Überleben!!!

        JA! als einzelner Mensch kann ich auch ein paar Jahre alleine in der Wildnis überleben: ES IST JEDOCH unmöglich alle Menschen — mittlerweile zehn Milliarden — in der Wildnis ‚überleben‘ zu lassen!, weil diese “Wildnis“ all diesen zehn Milliarden Menschen GAR NICHT mehr die erforderlichen Lebensmittel zum Überleben zur Verfügung stellen kann — obwohl sie ja ALLES zum Essen gibt! (… aber schicke mal alle Deutschen in den Urwald von Zaire – jeden für sich ! 😉 die wissen ja nicht mal, was eßbar ist und was sie vergiften würde!
        Geschweige denn, was sie gegen all die Parasiten und Krankheiten – denen sie dort begegnen –
        machen könnten!
        Bei so vielen Menschen, MUSS der Mensch die Lebensmittelversorgung Selber Schaffen!]

        Ich habe gerade aus dem Fenster geschaut: WIRKLICH!!! das sind alles wunderschöne Häuser … und sie erinnern mich an Afrika: Jeder Mensch baut dort auch irgendwie aus Gras und Lehm eine Stätte der Übernachtung: Manchmal gleicht diese einem Blätterwerk, wie es auch die Gorillas bauen; manchmal ist es so groß, dass auch die geborenen Kinder darin Platz haben, so daß sich der Mensch vor Hitze, Kälte oder Regen schützen kann …

        (*) in: “Geschichte der Kommunistischen Partei (Bolschewiki)“ S. 449 (§ 5) und S. 451 (§ 6) (Stalin Über die Mängel der Parteiarbeit, Moskau 1937, S. 45)

  5. Rolf schreibt:

    Danke roprin!
    Der Sozialismus in der DDR wurde angepasst, an die „veränderten“ Verhältnisse in der UdSSR, davon waren wir abhängig. Aber auch durch die Parteiführung und die vielen Genossen und Nichtgenossen, die sich ihre eigene Welt schufen.

    Es war eine Entwicklung, die nach meiner Meinung niemand aufhalten konnte – außer das Volk, die Arbeiterklasse – aber ohne den „großen Bruder“ im Rücken …? Es war eine Entwicklung in Richtung Egoismus und weg von der „sozialistischen“ Gemeinschaft, eine Entwicklung in einen „Vorkapitalismus“. Dadurch hatten es auch die Handlanger zur Konterrevolution so einfach.

    Wir hatten die Möglichkeit in einzelnen Ländern den Sozialismus aufzubauen – es war uns auch gelungen! Aber leider konnten wir unsere Zukunft – das Bestehen des Sozialismus nicht verteidigen. Auch wir hatten uns angepasst, sind bequem geworden – da müssen wir noch viel lernen.
    Rolf

    • Rolf!

      Darf ich dich bitten, Lenin zu lesen??? … oder lese bitte Marx — bloß seine Einleitung “Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“‘ — DAMIT ist ALLES “erklärt“!

      … NICHT der Mensch BESTIMMT das SEIN, sondern das SEIN bestimmt den Menschen, WEIL das SEIN vor der Existenz des Menschen existiert, in das JEDER Mensch einfach natürlich hineingeboren WIRD!

      Der Mensch ist ein Lebewesen, welches in das Existierende KOMMT!
      Das Volk“ KANN ohne die Führung der Partei der Bolschewiki GAR NICHTS aufhalten!, WEIL das “Volk“ nun einmal PRODUKT IM DENKEN ZUNÄCHST einmal “Ergebnis“ der gesellschaftlichen VERHÄLTNISSE ist!!

  6. Rolf schreibt:

    @Jauhuchanam:
    Danke für deine Antwort.
    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt oder du verstehst es falsch.
    In den Foren ist das halt nicht so einfach.
    Richtig: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.
    Aber was passiert: Wenn der Mensch mit seinem Bewusstsein – sein SEIN verändert? Wie in der Geschichte geschehen …
    Rolf

    • sascha313 schreibt:

      Die Dialektik von Sein und Bewußtsein ist interessant! Wir haben ja in der DDR zweierlei erlebt: einmal – wie allmählich sozialistisches Bewußtsein entstand, und zum anderen – wie die Manipulation, die Lüge (Gorbatschowismus) und die Westpropaganda sehr schnell (innerhalb weniger Jahre zur offenen Konterrevolution wurden.
      Warum sollte es umgekehrt nicht genauso funktionieren? Das setzt allerdings DENKEN voraus!

      • roprin schreibt:

        „Aber was passiert: Wenn der Mensch mit seinem Bewusstsein – sein SEIN verändert?“
        Zwischen Sein und Bewußtsein gibt es eine Wechselwirkung. Genau so funktioniert es: das Sein wirkt auf das Bewußtsein ein und dann bedarf es natürlich des bewußten Handelns der Menschen, um das Sein den gesellschaftlichen Notwenigkeiten und den Zielsetzungen anzupassen. Das neu geschaffene Sein wirkt dann wieder und veranlaßt weiteres bewußtes Handeln.

        Also bei Marx ist das entsprechend nachzulesen.

      • Politnick schreibt:

        Moin,
        Wie die große Masse denkt und wie sie handelt ist völlig irrelevant. Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, daß das „Volk“ den Sturz der DDR herbeigeführt hat. Wir dürfen hier nicht Ursache und Wirkung verwechseln: Der Sturz der DDR war von langer Hand geplant und dazu musste das Volk auf die Straße gebracht werden.

        Freundschaft 😉

    • @ Rolf

      Unter ‚Sein‘ ist freilich sowohl das gesellschaftliche, als auch das natürliche, sprich biologische, Sein zu verstehen. Marx meint jedoch mit Bezug auf das Bewusstsein das gesellschaftliche Sein, denn ohne eine Gesellschaft => eine Gruppe von Menschen, entwickelt sich aus dem biologische Sein heraus kein Bewusstsein, wie das bekannte Beispiel “Kaspar Hauser“ veranschaulicht.

      “Aber was passiert: Wenn der Mensch mit seinem Bewusstsein – sein SEIN verändert?“ Für mich hört sich die Frage nach ‚Metaphysik‘ an.

      Und was ist denn dieses mein Sein überhaupt, da doch “der der Mensch keine wahre Wirklichkeit besitzt“? (*)

      Vor allem: Wie finde ich denn heraus, wie ich mit meinem Bewusstsein mein SEIN verändere? Und was ist denn an meinem SEIN zu verändern?

      Für mich “sieht“ es so aus:
      Richtiges Denken ist die Voraussetzung um richtig — also unabhängig von einer gegebenen Situation — handeln zu können, während falsches Denken mal zu richtigem, mal zu falschem Handeln führt, was situationsbedingt — also von einer gegebenen Situation abhängig ist.

      Es ist aber nun einmal so: Was ‚richtiges‘ und ‚falsches‘ Denken ist, wird zunächst von einem bereits bestehenden gesellschaftlichen Sein vorgegeben, welches entweder religiös und/ oder philosophisch geprägt wurde.

      Ein Beispiel: “Unsere“ Kultur wurde von der Organisation ‚Kirche‘ erfunden, aufgebaut und wird von ihr aufrechterhalten:
      Richtiges Denken heißt in dieser ‚Kultur‘, dass der Mensch ein böses Sein ist, was ihn automatisch !!! von Natur aus !!! schuldig macht, wovon der Mensch nur Erlösung durch einen jüdischen Rabbi, der Jesus genannt wird, erhalten kann, den nur die ‚Kirche‘ vermitteln kann: “Wer das nicht ‚glaubt‘, ist verloren.“

      Auf diesem absurden Unsinn stützt sich nun wiederum die Philosophie, welche RECHT genannt wird, die die parlamentarischen Narren der IDEOLOGIE des Kapitalismus veranlasst, Gesetze zu machen, denen sich der ahnungslose und unwissende Mensch dann gefälligst zu unterwerfen habe!

      Und bei alldem, beruft man sich auf die Schriften der Thora und des Evangeliums, die ich seit 42 Jahren lese — in denen sich jedoch nicht ein Wort dieses von der Kirche verbreiteten absurden WAHNS findet!

      Komisch: Kein “Christ“, kein Theologe oder auch nur einer der ‚Kirchenfürsten‘, die ich in meinem Leben kennenlernen konnte, hat es bisher zu unternehmen gewagt, mich zu widerlegen! — Das heißt selbstverständlich nicht, dass ich “recht“ habe! — Dennoch! ist es verständlich, weil sie für die Verbreitung ihrer Lügen gut bezahlt werden und Zig-Millionen Menschen diesen absurden WAHN freiwillig verbreiten, weil sie diesen UNSINN für die von “Gott“ offenbarte Wahrheit halten!

      (*) Karl Marx in der Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

  7. Rolf schreibt:

    @jauhuchanam:

    „Wie finde ich denn heraus, wie ich mit meinem Bewusstsein mein SEIN verändere?“
    Wie Sascha schreibt: „DENKEN“!

    „Und was ist denn an meinem SEIN zu verändern?“
    Da solltest du dich selber – dein Bewusstsein – fragen.

    Zu deinen Kirchenfragen vielleicht mal kurz das von Lin Yutang:
    „Endlich kam die Stunde meines Heils. „Aber ich sage dir“, erklärte ich einem Kollegen, „wenn es keinen Gott gäbe, würden die Menschen nicht gut handeln, und die Welt ginge kopfüber.“ „Aber warum denn ?“ erwiderte mein konfuzianischer Freund. „Mann soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist.“ Dieser Appell an die Würde des Menschlichen zerschnitt das letzte Band zwischen mir und dem Christentum, und von da an war ich Heide.“

    Rolf

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