Kurt Gossweiler: Agentenriecherei? „Spionage für den Frieden“ oder „Angriff und Abwehr“ (Juni 2007)

agent

Der Verräter

In einem Brief an einen Genossen äußerte sich der Historiker Dr. Kurt Gossweiler darüber, zu welcher Ungeheuerlichkeit in den letzten Jahren vor der katastrophalen Niederlage des Sozialismus sich führende Leute des sowjetischen Geheimdienstes KGB und namentlich der langjährige Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung der DDR, Markus Wolf, verstiegen hatten: deutlich gesagt – sie waren Verräter! Man muß dazu nicht deutlicher werden, zumal die Rolle Gorbatschows als eines Antikommunisten hinlänglich bekannt sein dürfte. Den Verdacht eines solchen Verrats hatte Kurt Gossweiler  ja schon länger – doch lesen wir, was er dazu schrieb:

Kurt Gossweiler

AGENTENRIECHEREI?
Unveröffentlichter Brief an einen Genossen

Lieber Genosse ……

für die so rasche Übersendung des in jeder Hinsicht gewichtigen Buches und Deinen Brief dazu danke ich Dir sehr, leider ziemlich spät, aber es ging leider nicht früher.

Schön, dass Du in Deinem Brief so eindeutig von den “feindlichen Geheimdiensten” sprichst: auf der Konferenz “Spionage für den Frieden” im Mai 2004 und im Buch mit dem gleichen Titel hörte man und las ich auf der ersten Seite, “die einstigen Gegner konzedierten sich wechselseitig, die Welt ein wenig sicherer gemacht zu haben”, worüber ich mich sehr wunderte. Das war ja Gorbatschow pur, der uns ja auch davon überzeugen wollte, dass der Frieden nicht gegen, sondern nur gemeinsam mit dem Imperialismus gesichert werden könne.

Auf dieser Konferenz kam dann auch der Chef der CIA-Abteilung “Sowjetunion und Osteuropa”, Milton Bearden, zu Wort, der in seiner Rede auch von “mein Freund Markus Wolf” sprach und in diesem Kreis von “Kollegen” etwas enthüllte, was mir durch die Ereignisse der ungarischen Konterrevolution von 1956 wegen des Zusammenspiels Chruschtows mit Tito und Imre Nagy damals von einem schlimmen Verdacht zur Gewissheit geworden war, nämlich, dass es ein Zusammenspiel zwischen der Sowjetführung mit der Gegenseite, mit der Führung des USA-Imperialismus, geben mußte.

Bearden lieferte mir endlich schwarz auf weiß die mir bis dahin fehlende Bestätigung, dass diese meine Überzeugung kein Auswuchs fiebriger “Agentenriecherei” war, sondern dass diese Ungeheuerlichkeit – die konsequenterweise bis zur Auslieferung der DDR an die BRD und zur Liquidierung des Sozialismus in der SU und Osteuropa getrieben wurde – jahrelange Praxis war, führte Bearden doch aus:

“Tatsächlich handelte es sich dabei um einen sehr geheimen Kontakt zwischen den Führungsspitzen von CIA und KGB, der alle paar Monate auf neutralem Boden irgendwo auf der Welt stattfand. Bei dieser Gelegenheit saßen wir uns gegenüber und sahen uns in die Augen und fragten uns: ‚Treten wir uns nicht hier oder dort zu feindselig gegenüber? Sollten wir uns nicht etwas beruhigen? … Auf dem Panzerschrank in der Ecke meines Büros stand ein schwarzes Telefon, und wenn es klingelte, dann konnte das nur eine von zwei Sachen bedeuten: entweder hatte jemand eine falsche Nummer gewählt – oder es war der KGB. Und ich bekam eine Reihe von Anrufen vom KGB. Und dann verschwanden wir, die Zuständigen auf beiden Seiten, für eine Weile von der Bildfläche und führten in Helsinki oder in anderen Hauptstädten ungesehen Gespräche und diskutierten die Probleme der Welt und versuchten diese ein bisschen sicherer zu machen.” (!) *(S. 54 f.)

Mit solchen Treffen wurden offenbar die “Gipfeltreffen” Gorbatschows mit den USA-Präsidenten vor- und nachbereitet! Aber nicht nur Gorbatschows! Das hat schon unter Chruschtschow angefangen. Erinnere Dich nur daran, dass Mikojan im Januar 1959 in die USA reiste, um Chruschtschows Gipfeltreffen mit dem USA-Präsidenten Eisenhower vorzubereiten; und wen hat Mikojan da auch aufgesucht? Den Spionage-Chef Allan Dulles! Und die Prawda berichtete darüber, als sei das die selbstverständlichste Sache der Welt! (Ich berichte darüber in der Taubenfußchronik, Bd. II, S.215 f. ) Sollte meine Taubenfußchronik je eine 2. Auflage erleben, dann muß diese CIA-Offenbarung noch mit hinein!

Lieber Genosse…, wie es zu einer solchen Konferenz und zu einer solchen Einschätzung der imperialistischen Geheimdienstler als “Spione für den Frieden” kommen konnte, – darüber habe ich damals gerätselt und rätsele ich noch immer. Sollte das noch eine Nachwirkung unserer bis in die 50er Jahre hinein gültigen Losung: “Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!” gewesen sein? Aber diese Losung gab ja längst nicht mehr die Wirklichkeit wieder. Wollte man die in eine Losung fassen, dann mußte sie lauten: “Von der Sowjetunion lernen, heißt, verlieren, heißt, die Niederlage organisieren lernen!”

An “Angriff und Abwehr” werde ich lange zu lesen haben. Aber es ist keine Lektüre , die man von Seite Eins bis Ende liest, sondern es ist für mich ein sehr dankbar entgegen genommenes Hand- und Nachschlagebuch. Das Vorwort habe ich aber gleich gelesen, und stimme ihm natürlich zu – bis auf eine Aussage in Punkt “Viertens” der 5 Punkte auf S. 13. Ich kann nicht erkennen, dass das MfS einen eigenen Zusammenbruch gehabt hätte. Für mich ist das MfS ebenso wenig wie die DDR zusammengebrochen, sondern ebenso wie diese verraten und verkauft worden.

Für Deine Gabe an mich möchte ich mich revanchieren, wenn auch nur mit einem vergleichsweise schmalen Bändchen
Herzliche kommunistische Grüße,

* Klaus Eichner und Gotthold Schramm (Hrsg.), Spionage für den Frieden – Konferenz in Berlin am 7. Mai 2004 Berlin, 2004; Neuauflage: Klaus Eichner und Gotthold Schramm (Hrsg.), Angriff und Abwehr – Die deutschen Geheimdienste nach 1945, Berlin, 2007

geschrieben in Berlin-Grünau am 21. Juni 2007

Quelle: Kurt Gossweiler – Archiv (Hervorh. – N.G.)

P.S. Völlig zurecht hatte die Zeitschrift „Armeerundschau“ der DDR damals die Besprechung von Wolfs Buch „Die Trojka“ damals abgelehnt – das Buch war revisionistisch!
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29 Antworten zu Kurt Gossweiler: Agentenriecherei? „Spionage für den Frieden“ oder „Angriff und Abwehr“ (Juni 2007)

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Ich will mich nicht dicketun, Sascha, die Meldung, dass Mikojan bei Dulles war, hatte ich gar nicht gelesen, erst in der Taubenfußchronik von Kurt Gossweiler und auch bei Grover Furr. Und da bekam ich eine Ahnung, dass es genauso ablief, und Kurt Gossweiler bestätigt sie hier. Wenn ich an die Reden unserer inneren Konterrevolutionäre wie Markus Wolf denke, die sie am 4. November 1989 auf dem Alex gehalten hatten, dann frage ich mich, warum haben die Menschen dort nicht begriffen, dass der Feind auf dem Podium stand?

    Heute, wenn man mit Leuten spricht, die zum Alex gelatscht sind, hört man nichts als: „Aber wir wollten doch nur eine bessere DDR!“ Und das sind ehemalige SED-Mitglieder, die sich selbst (noch) für Kommunisten halten! Ich weiß nicht, ob der Unterschied zwischen dem Erleben am Bildschirm (ich hatte mich geweigert gegenüber meinen Kollegen und Genossen, dorthin zu gehen, ich hatte eine schlimme Ahnung) und dem Live-Erlebnis an Ort und Stelle es ausmacht, dass ich begriffen hatte, was da am Alex ablief.

    Übrigens, Jutta Wachowiak, die im Deutschen Theater (das die Kundgebung am 4. November beantragt hatte) und deren Mann übrigens mal Nachrichtensprecher in der Aktuellen Kamera war, sich als „Aktivistin“ hervortat, bekam vor ein paar Jahren für ihre Verdienste um die „friedliche Revolution“ das Bundesverdienst-kreuz. Zumindest das müsste doch einigen „Noch-immer-Kommunisten“ die Augen geöffnet haben.

    • sascha313 schreibt:

      Das tust Du auch nicht, Hanna! Ich kann mich erinnern, daß ich eine ohnmächtige Wut hatte, als 1989/90 immer öfter die Menschentrauben vor der Kirche stehen sah. Klar – es wurde überall diskutiert und oft gar nicht mehr ernstlich gearbeitet. Die Parteisekretäre der Bezirke hielten Beratungen ab, waren „ratlos“, während sich die künstlichen und die hereingetragenen Probleme immer mehr zuspitzten. Der sowjetische „Sputnik“ hatte den Lügenteppich ausgerollt, und alle warteten auf eine Erklärung. Und solche Spitzbuben wie Wolf und Modrow stellen sich auf die Bühne und quatschten von Veränderungen. Nur daß kaum jemand zu bemerken schien, daß alle diese tollen Redner sich längst vom Sozialismus und von der historischen Mission der Arbeiterklasse verabschiedet hatten,,,

  2. Weber schreibt:

    Auf der Veranstaltung zum 60. Jahrestag der Bundeswehr hat Willy Wimmer vorgetragen, dass 1988 im Weißen Haus die Amerikaner und Vertreter der Sowjetunion eine neue sowjetische Verfassung erarbeiteten und die Tagesordnung für die KPdSU geschrieben hatten. Bedenke auf einem Gedenktag der Bundeswehr. Alle Öffentlichkeit nahm von dieser Veranstaltung Notiz von dieser Veranstaltung. Nur diese Aussage von Willy Wimmer blieb in der „Versenkung“.
    Diese Aussage machte Willy Wimmer auf verschiedenen Veranstaltungen. Keiner greift diese Aussagen auf. Alle schweigen. Für mich ist dies die Schlüsselaussage, damit ich die Hintergründe zum Sturz des gesamten Ostblocks verstehe.
    Wichtig: Nur das Video von Minute 25:50 bis 29:10 ansehen. https://www.youtube.com/watch?v=tOZ25PsHj8c

    • sascha313 schreibt:

      …offene Worte! Man fragt sich allerdings, angesichts unseres nicht erst heutigen Wissens um die Aggressivität des Imperialismus, was da wohl zum damaligen Zeitpunkt die Beweggründe der sowjetischen Partei- und Staatsführung gewesen sein mögen, um dem politischen Gegner eine solche Öffnung der Flanken zu bieten. Das umso mehr, als sich ja an den politisch-ökonomischen Verhältnissen der imperialistischen Länder seit 1945 nichts geändert hatte. Im Gegenteil die feindliche Haltung der USA gegenüber dem Sozialismus war immer offensichtlicher geworden. Daß Wimmer dazu nichts sagt, ist aus seiner Klassenposition (als ein Vertreter eines imperialistischen Staates) absolut nicht erstaunlich!! Auch von den anwesenden militärischen und politischen Personen kann man eine solche Einsicht nicht erwarten. Ebenso ist zu bezweifeln, ob Wimmer heute andere Erkenntnisse hat, als diejenigen eines Brzezinski, eines Allen Dulles oder eines Jens Stoltenberg.

    • Politnick schreibt:

      Die Verfassung der Bundesrepublik, also das Grundgesetz ist ebenfalls Made in USA. „Es wurde uns sozusagen auferlegt“ sagt Willi Brandt gegenüber Bunte 1991. Daß das Grundgesetz ein Diktat ist, hat Abusch aber auch schon vor 1950 festgestellt.
      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        So ist es! ‚Grand Chessboard‘ ?

      • Politnick schreibt:

        Ergänzung: Was das GG wert ist, bringt ja Artikel 146 zum Ausdruck: NICHTS. Vielmehr wird durch das Grundgesetz der Besatzungsstatus verewigt und Deutschland bleibt als souveräner Staat einer geeinten Nation ein Wintermärchen.
        Freundschaft 😉

  3. Inson schreibt:

    „Was können die Stühle dieses Hauses, vor dem wir stehen, dafür, daß Ärsche darauf gesessen haben, die vielen nicht gefallen?“
    Ministerpräsident Hans Modrow am 15.01.1990 vor der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin

    • sascha313 schreibt:

      …eine Plattitüde! Was wollte Modrow uns damit sagen? Meinte er vielleicht, daß es besser gewesen wäre, wenn auf diesen Stühlen nur Leute nur gesessen hätten, die keinen Arsch in der Hose haben? Davon haben wir ja heute genug!

    • Politnick schreibt:

      Woher Modrow das gewusst haben will „… die vielen nicht gefallen“, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben. Achja: Politiker haben die bisherige Welt nur unterschiedlich belächelt. Es kommt jedoch darauf an, wer zuletzt lacht.
      Freundschaft 😉

  4. Inson schreibt:

    Modrow gab der sogenannten „Erstürmung“ der Zentrale des MfS, schlecht verklausuliert, seinen Segen. Es sollte nur „ordentlich“ von statten gehen, also ohne Mobiliar zu beschädigen.

    Am 15.01.1990 kam die Zentrale an der Reihe, nachdem die Bezirksverwaltungen und Kreisdienststellen bereits besetzt worden waren. Das war nun der Höhepunkt einer mit langer Hand von „Freund“ und Feind vorbereiteten Aktion. Um die DDR preisgeben zu können, mussten ihre „Festungen“ geschliffen werden. Und Festungen erobert man am besten von Innen heraus.

    • sascha313 schreibt:

      Modrow war und ist ein Ganove.

      • Harry56 schreibt:

        Man könnte auch sagen ewig wendehälserischer Opportunist! Täte sich der Wind Übermorgen erneut in Richtung Sozialismus drehen, jede Wette, alle diese „Modrows“ & („linken“) Konsorten wären schnell wieder bei der „Arbeiterklasse“! 🙂

    • Harry56 schreibt:

      Seltsam, sehr seltsam das alles, verdächtig! In welcher dieser „westlichen“ sogenannten „Demokratien“ wurden in den letzten 200 Jahren jemals Geheimdienstzentralen „erstürmt“?

      Dienten alle diese „Zentralen“ unter den verschiedensten Labeln in allen diesen „westlichen Demokratien“ der letzten 200 Jahre immer nur der Volkswohlfahrt? Was geschah denn da wirklich bei diesen „Erstürmungen“ in der DDR 1989/90? 😦

      • Politnick schreibt:

        Lieber Harry,
        der Witz ist ja der, daß sich die Montagsdemos (Donnerstags in EF) eben gegen den zunehmenden kulturellen Verfall der DDR und die zunehmende Umweltzerstörung richteten. Daß da öfters ein paar Nazischreihälze mitmarschierten, drückte ja nicht die Gesamthaltung der Demonstranten aus, ganz im Gegenteil: Sie wurden i.d.R. sehr schnell zum Schweigen gebracht, das habe ich selbst erlebt.
        Grüße aus RP, Freundschaft 😉

      • Politnick schreibt:

        Als Ergänzung, Harry: Man muß hier ganz klar abgrenzen zwischen Vandalismus und friedlichen Demonstrationen. Das kannst Du auch heute beobachten, insbesondere die Ereignisse zum G20 Gipfel in HH zeigen doch, daß das zwei unterschiedliche Dinge sind.
        Natürlich versuchten da subversive Elemente, eine friedliche Demonstration zum Vandalismus zu bewegen, was in Berlin 1989 möglicherweise auch geglückt ist. Nicht geglückt hingegen ist es in Hamburg, da hat man nur im Nachhinein versucht, den Vandalismus im Schanzenviertel mit der Demonstration in der Hafenstraße gleichzusetzen — im Sinne einer gegen die Linke durchgeführten Propaganda — Aber es hat nicht geklappt!

        Und darüber, daß der ganze Popagandatrick nicht funktioniert hat, war selbst der aalglatte selbstherrliche Bosbach so dermaßen sauer daß er vor laufender Kamera stinkend das Studio verlassen hat. Und auch die Maischbergern hat es nicht geschafft die Dittfurthen rauszuwerfen. Das ist doch maln Erfolg für die Demokratie!

        Freundschaft 😉

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Harry, wenn du wissen willst, was bei der Erstürmung der MfS-Zentrale in Berlin geschah: Es gibt e sogenannte Dokus darüber, die ich als Selbstentlarvung bewerten würde. Von Zeit zu Zeit werden sie auf Phoenix gesendet, wenn mal wieder ein Anlass besteht, auf die DDR einzuschlagen. Da treten sie alle auf, die „was gegen die Ausspitzelung der Bevölkerung“ hatten, schwatzen und schwatzen und merken gar nicht, dass sie sich selbst belasten, nämlich als Agenten des deutschen und USA-Kapitals. Denn wer hätte das größte Interesse gehabt, Einblick in die Zentrale des sozialistischen Geheimdienstes zu kriegen? Die „Bürgerrechtler“, die „natürlich völlig schuldlos waren“, das versteht sich von selbst, waren nur die bereitwilligen Handlanger, dumme Schweine, denen keine Medizin mehr helfen konnte.

    Ja, Politnick, das sehe ich auch so, dass nämlich Typen wie Modrow und Co. ganz schnell wieder die Kurve zu kriegen versuchen würden. Jetzt ist der Herr Ehrenmitglied der Linkspartei! Aber lass dich nicht durch solche Verräter dazu verführen, nun zu sagen, der Sozialismus taugte nichts.
    Hast doch selbst mitgemacht, die DDR zu beseitigen, ich hoffe, du hattest etwas Genugtuung am 3. Oktober 1990.

    • Politnick schreibt:

      Liebe Hanna,
      deine persönlichen Attacken gegen mich sind weder gerechtfertigt noch der Sache hier zweckdienlich. Unterlass das bitte.
      Freundschaft!

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Du hast recht, Politnick, ich brauche dich daran nicht zu erinnern – du weißt es selbst ganz gut.

      • sascha313 schreibt:

        Nicht aufregen, lieber Politnick, ich kenne einige, denen ging es genauso wie Dir. Das ist auch verständlich. Und wie viele haben an ihren Gorbi geglaubt!

        Der Katzernjammer kam bei den meisten erst viel später.
        Und Du weißt schon, was wir jetzt so schmerzlich vermissen!
        Da kann die ganze Schwarzmalerei uns unsere DDR nicht vermiesen. Das meiste ist sowieso erfunden und erlogen!

    • Politnick schreibt:

      Noch etwas liebe Hanna,
      am Untergang der DDR habe ich nicht den geringsten Anteil, ganz im Gegenteil. Der 3.10.90 ist reine Lügenpropaganda weil eine Wiedervereinigung im Sinne der Potsdamer Beschlüsse bis heute niemals stattgefunden hat.
      Schönen Sonntag, Freunschaft 😉

  6. Rolf schreibt:

    Das MfS – das „Schild und Schwert der Partei“ – war in dem gleichen Zustand wie der ganze DDR-Sozialismus. Wie sagte mein damaliger „NEUER“ BV-Chef zu den Polizisten, als die Volks-Polizei mit Staatsanwalt die Bezirksverwaltung in Besitz nahmen: „Heute WIR und morgen IHR“. Wahr gesprochen. Aber auch er gehörte schon zur „neuen Generation“ und genutzt hat es niemand mehr. Die alte Garde (Dieter Lehmann) war in Rente.
    Rolf

  7. Harry 56 schreibt:

    „Friedliche Revolutionen“ 1989/90….? Wo haben jemals in der Weltgeschichte wirklich „friedliche Revolutionen“ stattgefunden? Alle „friedlichen Revolutionen“ waren immer PUTSCHE innerhalb der jeweiligen Eliten/Oligarchien, herrschenden Klassen, das „Volk“ war entweder nur Zaungast, oder für die eine oder andere Fraktion der herrschenden Oligarchien Claqeure/Kanonenfutter. Der dicke Helmut im Dezember 1989 vor den Ruinen der Frauenkirche in Dresden…, „Einheit Deutschlands“…., und seither gibt es diese „Einheit“ zwischen Ossis und Wessis…, im Jahre 2017 noch immer…,unterschiedliche Renten, Tarife bei den Lohnknechten…

    Ganz „einheitliche“ kapitalistische Grüße! 😦

    • Politnick schreibt:

      Ja, die Lüge von der „Friedlichen Revolution“ ist nichts Neues. Und daß nicht das Volk sondern nur eine Handvoll Halunken die DDR gestürzt haben ist doch auch klar. Und der Unterschied zwischen Ost und West ist nicht zufällig. Denn wie wir wissen, lebt ja der Kapitalismus gerade davon — eben von der unterschiedlichen Entwicklung.
      So werden die Herren in Brüssel, Berlin und Bonn eben alles tun, damit es ja so bleibt mit dem Ost-West-Gefälle.

      Auch vom „Fachkräftemangel“ lebt der Kapitalismus der Bundesrepublik seit über 70 Jahren. Die Wagenknecht zeigt, wie das funktioniert:
      http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/wagenknecht-aerzte-101.html

      Wofür mal wieder eine Torte fällig wäre, echt mutig Frau Wagenknecht. Auch hat der vieldiskutierte Familiennachzug mit Flucht überhaupt nichts zu tun. Migration in diesem Ausmaß schadet der ganzen Welt, außer Deutschland natürlich — Der Deutschen Wirtschaft geht es so gut wie nie zuvor — das suggeriert der Börsenbericht jeden Tag kurz vor der Tagesschau. Nur daß Aktienkurse eben nichts darüber aussagen wieviele Obdachlose es gibt. Natürlich geht der Kurs der Airberlin-Aktie durch die Decke, aber auch erst, NACHDEM der Deal stattgefunden hat.

      Und wussten Sie schon, daß 63% der Deutschen Mehrkosten für den Klimaschutz in Kauf nehmen? Obwohl sich eine Abschaltung sämtlicher Kohlekraftwerke nicht im Geringsten auf die Versorgung auswirken würde, weil bereits jetzt ein Überhang an Energie aus Windkraft besteht? Wobei sich dafür nicht einmal ein Drittel aller Windräder drehen mussten. Natürlich muss man Milch ins Meer kippen und Kohlekraftwerke abschalten. Aber nicht der Umwelt wegen sondern der Preise wegen. Damit die bloß nicht fallen! Also entwder sind die 63% gelogen oder 63% der Deutschen sind wirklich so doof daß sie diesen offenen Betrug nicht erkennen.

      Freundschaft 😉

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Politnick, du erwähnst Sahra Wagenknecht. Ich habe eben Kurt Gossweilers Ausarbeitung zu Keynes gelesen. Wusstest du eigentlich, dass Wagenknecht sich auf Ludwig Erhard beruft, somit also auch auf Keynes, in Fragen der Ökonomie? Was Wagenknecht macht, ist doch leicht zu durchschauen. Das ist weder mutig noch progressiv, sondern bewegt sich völlig im Rahmen ihres sozialdemokratischen Denkens, wenn sie empört anprangert, was so alles hierzulande nicht in Ordnung ist. Bist du schon zufrieden, wenn jemand wenigstens ausspricht, wo der Hase im Pfeffer liegt, oder willst du nicht vielmehr aufgezeigt bekommen (wenn du schon nicht selbst darauf kommst, aber das verlangt ja niemand von dir), welchen Schritt wir gehen müssen, um diese entsetzlichen Zustände zu beenden? Das wäre eine marxistische Sicht, aber diesen Schritt geht sie nicht. Also lass sie mal reden, sie redet sehr viel, und versuch dahinterzukommen, wie wir in diesem Land etwas verändern können. Mit dem alleinigen Aufzeigen von „Fehlern“ und „Versäumnissen“ usw., wie das Sahra Wagenknecht tut, ist gar nichts verändert. Also kein Grund, sie als Jeanne d’Arc der Linkspartei zu betrachten.

  8. Hanna Fleiss schreibt:

    Harry, „friedlich“ war die Konterrevolution doch nur, weil die DDR vor lauter Revisionismus bereits auf dem Zahnfleisch ging und unfähig war, um ihren Erhalt zu kämpfen. So würdelos ist nur noch die Sowjetunion samt KPdSU untergegangen. Das große Menschheitsprojekt! Heute wird sogar die Oktoberrevolution als Putsch bezeichnet! Aber meinst du allen Ernstes, die neoliberalen Frontleute der AfD würden auch nur den kleinen Finger rühren, um den Ostdeutschen dieselben Renten und dieselben Tarife wie den Westdeutschen zu ermöglichen? Lass die mal erst mal mit der CDU koalieren, und das wird kommen bei der nächsten Bundestagswahl, nach dem diesjährigen Jamaika-Desaster, falls wir uns nicht wieder mit einer GroKo zufriedengeben müssen, dann wirst du die heutige Zeit als paradiesisch ansehen. Du hast doch sicher deren Programm gelesen – oder nicht? Und das wäre nur der Anfang!

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