Kurt Gossweiler: J.M. Keynes und die soziale Gerechtigkeit

KeynesIn den höchsten Tönen loben bürgerliche Ökonomen und Politiker einen ihrer Vordenker, den reaktionären britischen Verteidiger des staatsmonopolistischen Kapitalismus und preisen seine Theorie als den Ausweg aus der Krise an. Darauf fielen sogar einige marxistische Ökonomen wie Kuczynski herein. Daß die Theorien und Ratschläge dieses „bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts“, wie er von der Bourgeoisie genannt wird, nichts als asozialer, unwissenschaftlicher und arbeiterfeindlicher Dreck sind, beweist Kurt Gossweiler mit einfachen Worten.

Ein westdeutscher Soziologe lobt  J.M. Keynes

Zum 50. Todestag des bürgerlichen Ökonomen John Maynard Keynes brachte das „Neue Deutschland“ am 18. April 1996 einen Gedenkartikel aus der Feder Joachim Bischoffs, der mich arg ins Grübeln brachte, weil ich bei Bischoff so gut wie nichts fand von dem Keynes, der mir bekannt ist, dafür aber eine Auswahl von Keynes-Zitaten, nach denen zu urteilen kaum etwas dagegen spräche, ihn zu einem Vordenker des demokratischen Sozialismus zu ernennen. Wir lesen da zum Beispiel:

„Der Übergang von wirtschaftlicher Gesetzlosigkeit zu einer Ordnung, die bewußt auf eine Überwachung und Lenkung der wirtschaftlichen Kräfte im Sinne gesellschaftlicher Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Gleichgewichts abzielt, wird ungeheure Schwierigkeiten darbieten“, aber ihre Lösung müsse gesucht werden. Bischoff zitiert Keynes weiter: „Die hervorstechenden Fehler der wirtschaftlichen Gesellschaft, in der wir leben, sind ihr Versagen, für Vollbeschäftigung Vorkehrungen zu treffen, und ihre willkürliche und unbillige Verteilung des Reichtums und der Einkommen“. Bischoff fährt fort: „Keynes wußte, daß auf lange Sicht nur die Abschwächung der großen Vermögensunterschiede und die Beseitigung des Rentiers, der allein von der Verzinsung seines Vermögens lebt, die Deformationen <!> der modernen kapitalistischen Gesellschaft aufheben können. … Keynes … hat versucht, die Ansätze zu einer sozial orientierten und auf internationale Kooperation angelegten alternativen Politik theoretisch zu untermauern und das wirtschafts- und finanzpolitische Instrumentarium dadurch treffsicherer zu machen.“

Wie soll man J.M. Keynes denn nun beurteilen?

Nun, es gibt ja nicht wenige bürgerliche Ökonomen, Publizisten und Politiker, über deren wohlmeinende Absichten Ähnliches gesagt werden könnte. Aber für den Leser noch wichtiger als die Vorführung solch menschenfreundlicher Ansichten wäre eine Information darüber, auf welchem Wege der Betreffende seine philanthropischen Ziele erreichen wollte und wie diese Vorstellungen vom sozialistischen – gegebenenfalls marxistischen – Standpunkt aus zu beurteilen sind. Eine solche Information fehlt leider in dem Artikel fast völlig. Dafür läßt Bischoff aber erkennen, daß er das von Keynes vorgeschlagene Konzept für geeignet hält, die von diesem anvisierten Ziele zu erreichen. Das wird schon in der Artikel-Überschrift zum Ausdruck gebracht, lautet sie doch: „Die Politik lernte die Lektion nicht“, womit gesagt sein sollte, daß die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland um vieles besser sein würde, wären die Politiker dabei geblieben, den „in der Weltwirtschaftskrise und der Nachkriegsentwicklung so erfolgreichen Konzepten zur Glättung und Steuerung der Konjunkturzyklen und zur Regulierung der Weltwirtschafts(un)ordnung“ zu folgen.

Ein überaus erfolgreicher Weg?

In der gleichen Absicht, uns vorzuführen, welch progressiver Denker dieser J. M. Keynes war, gibt Bischoff den Inhalt eines Briefes wieder, in dem Keynes im Dezember 1933 den US-Präsidenten Roosevelt ermuntert hatte, „sich von seinem Versuch zur Stabilisierung der Binnennachfrage in den USA nicht abbringen (zu) lassen und angesichts der dramatischen Situation den massiven Anstieg der kreditfinanzierten Ausgaben als notwendiges Übel in Kauf (zu) nehmen,“ was Roosevelt bekanntlich ja auch tat – wofür er von Bischoff in seinem Artikel die Note: „ein überaus erfolgreiches Unterfangen“ bekommt. Kein Zweifel also, daß Bischoff in der Befolgung der Keynes’schen Konzepte einen „überaus erfolgreichen“ Weg sieht, die heute wiederum zu einem Hauptproblem gewordene Massenarbeitslosigkeit zu überwinden. Das ist allerdings ganz erstaunlich, denn bei genauem Hinsehen kann nicht verborgen bleiben, daß die heutigen Wirtschaftsprobleme in den hochentwickelten kapitalistischen Ländern die unausweichliche Konsequenz jahrzehntelanger keynesianischer Wirtschaftspolitik darstellen.

John Maynard Keynes – ein Theoretiker der Bourgeoisie

Keynes, geboren 1883, wurde am bekanntesten durch sein – in Deutschland 1936 erschienenes – Hauptwerk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“, das als Grundlegung des „Keynesianismus“ angesehen wird. Keynes war aber keineswegs nur ein Wirtschaftstheoretiker, sondern schon seit 1906, als er seinen Dienst im britischen Indien-Ministerium aufnahm, ein Wirtschaftspolitiker im Dienste des britischen Imperialismus, wofür er 1942 in zweifacher Weise ausgezeichnet wurde – erstens durch seine Aufnahme in das Direktorium der damals noch als Weltfinanzzentrum Nr. 1 geltenden Bank von England, zweitens durch seine Aufnahme in das britische Oberhaus, was mit der Erhebung in den Adelsstand verbunden war Er kann mit Fug und Recht als der Schöpfer des britischen Kriegsfinanzsystems im Zweiten Weltkrieg bezeichnet werden.

Wirtschaftliche Interessen oder Arbeitsbeschaffung?

Den Anstoß für seine „Theorie der Beschäftigung“ erhielt Keynes in den Jahren der Weltwirtschaftskrise von 1929-1933. Es war gar nicht zu übersehen, daß die offizielle staatliche Wirtschaftspolitik diese Krise verlängerte und vertiefte, indem sie die staatlichen Ausgaben drastisch reduzierte und eine Politik brutalen Lohnabbaus und der Kürzung aller Sozialausgaben betrieb mit der Begründung, dies alles sei erforderlich, um den Staatshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Hauptmotiv für diese Politik war aber nicht der Haushaltsausgleich, sondern das brennende Verlangen des Monopolkapitals, die Krise zur „Reinigung“ von all dem „sozialen Klimbim“ zu benutzen, von all den Zugeständnissen, die es seit 1918 den Arbeitern hatte einräumen müssen. Die Furcht vor der Arbeitslosigkeit sollte dazu ausgenutzt werden, die Löhne so tief wie möglich zu drücken und sie in einer künftigen neuen Aufschwungphase nach Möglichkeit auf diesem niedrigen Niveau zu halten.

Darum stießen Vorschläge, die damals von zahlreichen Ökonomen und auch von Unternehmern kamen, zunächst bei den Regierenden in Deutschland auf taube Ohren, nämlich der Rat, statt eine restriktive, die Krise noch verschärfende Wirtschaftspolitik weiterzubetreiben, doch zu einer bewußt anti-zyklischen Wirtschaftspolitik umzusteuern, die in Zeiten der Krise die staatlichen Ausgaben nicht drosselt, sondern sie zugunsten von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erhöht, um auf diese Weise die Voraussetzungen für eine Trendwende und einen neuen Konjunkturaufschwung zu schaffen.

Die Nazis nutzten seine Idee…

Aber erst als durch die Errichtung der faschistischen Diktatur die Gewähr dafür gegeben war, daß die Arbeiterschaft aller Möglichkeiten beraubt war, in der kommenden Rüstungskonjunktur etwa durch Arbeitskämpfe ihre in den Krisenjahren verlorengegangenen Standards wieder zurückzuerobern, war das deutsche Monopolkapital bereit, sich auf die Wirtschaftspolitik des „deficit spending“, auf eine Politik massiver staatlicher „Arbeitsbeschaffung“, finanziert durch uferlose Staatsverschuldung, einzulassen. Über die Gefahren einer solchen Schuldenpolitik machten sich ihre Autoren, wie Hjalmar Schacht, und die Naziführung keine Sorgen: Bezahlen würden alle Kosten – wie nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 – die Besiegten, diesmal die Völker Europas. Eine Politik der Finanzierung öffentlicher Aufträge durch Verschuldung des Staates hatte inzwischen das Markenzeichen des „Keynesianismus“ erhalten, weil Keynes, wie schon erwähnt, sich darum bemüht hatte, den theoretischen Nachweis für das problemlose Funktionieren einer solchen Politik staatlich geregelter Vollbeschäftigung zu erbringen.

Der „Keynesianismus“ – eine antimarxistische Theorie

Eine Theorie, die um den Nachweis bemüht ist, daß kapitalistische Wirtschaft frei von Krisen betrieben werden könne, muß natürlich implizit eine antimarxistische Theorie sein. Das war sie aber auch nach der ganz bewußten und ausgesprochenen Intention von Keynes. Noch während der Arbeit an seiner „Allgemeinen Theorie“ schrieb er an einen Bekannten, sein Buch werde „die Ansichten der Welt über wirtschaftliche Probleme weitgehend revolutionieren. … Es wird sich vieles ändern, vor allem werden die Ricardoschen Fundamente des Marxismus hinweggefegt werden.“ [1]

Aufschlußreich für Keynes‘ Verhältnis zum faschistischen Deutschland ist auch eine Passage in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe seiner „Allgemeinen Theorie“, geschrieben im September 1936. Keynes schrieb, er hoffe, die deutschen Ökonomen davon überzeugen zu können, daß er mit seiner Methode einen wichtigen Beitrag zur Formung einer zeitgenössischen Politik leiste, und fügte dem hinzu, die „Theorie der Produktion als Ganzes“, die den Zweck seines Buches bilde, könne „viel leichter den Verhältnissen eines totalen Staates angepaßt werden, als die Theorie des ‚laissez-faire’“. [2] Keynes selbst bestätigt also, daß die von ihm empfohlene Wirtschaftspolitik auch mit dem Faschismus kompatibel ist. In der Tat ist die von Bischoff mit so viel Sympathie bedachte „Politik der kreditfinanzierten öffentlichen Ausgaben“ in keinem Land der Erde vor 1945 so extensiv betrieben worden wie im faschistischen Deutschland.

Weder revolutionär noch wissenschaftlich…

Der DDR-Ökonom Karl Heinz Schwank hat deshalb in seiner Schrift „Lord Keynes Theorie weder revolutionär noch wissenschaftlich“ 1961 durchaus zutreffend bemerkt: „Der sogenannte Neue Plan der deutschen Faschisten, der unter der hervorragenden Anteilnahme Schachts entstanden war und der nach seinem Eingeständnis so viel zur ‚Durchführung der Aufrüstung … beigetragen hat‘, beinhaltet praktisch die Gedanken, die Keynes rechtfertigt.“ [3]

Keynes selbst hat den Grundgedanken seiner „Theorie der Beschäftigung“ an einem berühmt gewordenen ausgedachten Beispiel bildhaft dargestellt, als er schrieb: „Wenn das Schatzamt alte Flaschen mit Banknoten füllen und sie in geeigneten Tiefen in verlassenen Kohlebergwerken vergraben würde, sie dann bis zur Oberfläche mit städtischem Kehricht füllen würde und es dem privaten Unternehmergeist nach den erprobten Grundsätzen des laissez-faire überlassen würde, die Noten wieder auszugraben (wobei das Recht, also zu tun, natürlich durch Offerten für die Pacht des Grundstücks, in dem die Noten liegen, zu erwerben wäre), brauchte es keine Arbeitslosigkeit mehr zu geben, und mit Hilfe der Rückwirkungen würde das Realeinkommen des Gemeinwesens wie auch sein Kapitalreichtum wahrscheinlich viel größer als jetzt werden. Es wäre zwar viel vernünftiger, Häuser und dergleichen zu bauen, aber wenn dem politische und praktische Schwierigkeiten im Wege stehen, wäre das obigen besser als gar nichts.“ [4]

Eine treffende Charakterisierung: Standpunkt der Bourgeoisie

Ein anderer DDR-Ökonom, Herbert Meißner, beschrieb diese Keynes’schen Gedanken wie folgt: „Da die Steigerung der effektiven Gesamtnachfrage der Kernpunkt des Keynesianismus ist, laufen seine wirtschaftspolitischen Vorschläge darauf hinaus, Möglichkeiten für die Nachfrageerhöhung bei Konsumgütern und Produktionsmitteln zu finden. … Eine Hebung der Massenkaufkraft wird von Keynes ausdrücklich abgelehnt, da ‚im allgemeinen die Beschäftigung nur zunehmen kann, wenn die Rate der Reallöhne gleichzeitig fällt.’“ Kommentar Meißners dazu: „Der bourgeoise Klasseninhalt dieses Standpunktes liegt auf der Hand.“

Meißner führt die Schilderung der Keynes’schen Gedanken wie folgt weiter: „Die Produktionsmittelnachfrage soll dadurch stimuliert werden, daß die umlaufende Geldmenge erhöht, dadurch das Angebot an Leihkapital gesteigert, der Zinssatz gesenkt und die Produktionserweiterung durch Aufnahme von Kredit attraktiv gemacht wird. Außerdem soll der Staat durch öffentliche Investitionen für unproduktive Zwecke, insbesondere für die Rüstung, den Reproduktionsprozeß in Gang halten.“ Zutreffend kommentiert Meißner dieses Konzept mit den Worten: „Aber sowohl die Erhöhung der umlaufenden Geldmenge als auch die Finanzierung staatlicher Investitionen durch Geldemissionen bringen unvermeidlich eine Inflationstendenz mit sich.“ [5]

Diese Beurteilung der Keynes’schen Rezepte wurde 1970 niedergeschrieben. Die weitere Entwicklung bis zur Gegenwart hat ihre Richtigkeit bestätigt. Umso erstaunlicher, daß in Bischoffs Keynes-Gedenkartikel auf diese Tendenz, die zur Realität geworden ist, mit keinem Wort hingewiesen wird, obwohl Bischoff vor knapp zwei Jahren, im ND vom 6.12. 1993, gemeinsam mit Klaus Steinitz einen Artikel veröffentlicht hat, in dem die Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Kreditausweitungspolitik der Bundesregierung mit konkreten Zahlen eindrucksvoll vorgeführt wurden.

Bedroht die Schuldenexplosion unsere Zukunft?

In diesem Artikel, überschrieben: „Bedroht die Schuldenexplosion unsere Zukunft?“ war zu lesen:

„Die Schulden der öffentlichen Haushalte der Bundesrepublik sind seit 1950 ununterbrochen angestiegen. … Dabei hat sich das Tempo des Schuldenwachstums von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erhöht. … Der Anteil der Staatsschulden am Bruttoinlandsprodukt hat sich ständig erhöht, von 17 Prozent in 1960 auf 19 Prozent in 1970, 32 Prozent in 1980, 43 Prozent in 1990 und schließlich 48 Prozent in 1993.“

Bischoff/Steinitz schätzen, daß dieser Anteil im Jahr 1995 mit einer Staatsschuld von 2,2 Billionen DM 60 Prozent erreicht haben wird. Im Gleichschritt mit dem Anwachsen der Staatsschuld wuchs die Zinslast von fast zu ignorierenden 2,2 Milliarden DM in 1960 auf noch immer relativ verkraftbare 6,6 Milliarden DM in 1980, aber auf 130 Milliarden 1992! Für 1995 rechneten sie mit einer Zinsbelastung des Staatshaushaltes von ca. 170 Milliarden DM.

Damit übersteigt der Posten für den Zinsendienst bereits den Transfer in das Gebiet der DDR, nach „Neufünfland“. Oder anders gesagt: den Großbanken als den Hauptgläubigern des Bundes fließen aus dem Staatshaushalt inzwischen Jahr für Jahr mehr Mittel zu als den neuen Bundesländern! Nach Bischoff/Steinitz reicht die jährliche Neuverschuldung des Staates inzwischen nur noch dafür aus, den Zinsendienst zu leisten; für produktive Ausgaben, Auftragsvergabe und Investitionen der öffentlichen Hand, wofür die Kreditaufnahme von Keynes propagiert und am Anfang der Schuldenspirale ja auch benutzt wurde, bleibt nun nichts mehr übrig.

Warnende Stimmen

Der bereits erwähnte amerikanische Ökonom Siskind hat schon vor über 35 Jahren die Zwangsläufigkeit einer solchen Entwicklung aufgezeigt, als er schrieb:

„Sämtlichen Keynesianern ist … die Theorie gemeinsam, daß große Ausgaben des Staates über seine Steuereinnahmen hinaus, das heißt, Defizitausgaben schlechthin, die Kaufkraft und Beschäftigungslage in jedem gewünschten Umfang verbessern können. … Die Neo-Keynesianer halten das Problem, daß sich die Verschuldung spiralförmig entwickeln müßte, für unbedeutend. … Sie lehnen die Erkenntnis ab, daß schließlich Grenzen für eine Verschuldung gegeben sind. … Allgemein bringt das Heilmittel, das Staatshaushaltsdefizit als Finanzierungsquelle zu benutzen, vermöge des Verschuldungsmechanismus innere Widersprüche hervor, die auf die Dauer … eine Katastrophe erzeugen können.“ [6]

Einer solchen Katastrophe sind wir seitdem um vieles näher gekommen, wie folgende Situationsbeschreibung von Prof. Dr. Berthold Kühn im ND vom 30.9.1994 deutlich macht:

 

„Die Schulden der öffentlichen Haushalte der Bundesrepublik … werden gegen Ende dieses Jahres schätzungsweise fast zwei Billionen DM ausmachen. Damit wird die Grenze von 6o Prozent des Bruttosozialprodukts erreicht, über der die Aufnahme eines Landes in die Europäische Währungsunion nicht mehr möglich ist. … Das Schuldengebirge verändert massiv die ökonomische und soziale Landschaft: Verstärkt wird das Volkseinkommen nach oben umverteilt, Kaufkraft und Sozialleistungen magern ab, riesige Kapitalmengen setzen sich auf den Geldmärkten fest, um fiktive Gewinne zu erspekulieren, der Schwund in den Kassen befördert Demokratie-Abbau, schließlich ist die Reproduktion der Gesellschaft nicht mehr gegeben.“

Innere Widersprüche – von Anfang bis Ende

Offenbar besteht zum ersten Mal in der Geschichte der Keynesianischen Variante staatsmonopolistischer Wirtschaftspolitik die Gelegenheit, die Entfaltung ihrer inneren Widersprüche von den Anfängen bis in ihre Endphase zu verfolgen. Das ist für eine wissenschaftliche Aussage über die ihr innewohnenden Entwicklungsgesetze und über ihren Platz in der Geschichte des imperialistischen Stadiums des Kapitalismus von großer Bedeutung, erlaubt doch nur die Beobachtung eines abgeschlossenen Entwicklungszyklus eine zuverlässige Analyse bzw. die Probe auf die Richtigkeit einer aufgrund bisheriger Daten bereits gebildeten Theorie.

Eine verhängnisvolle Prognose

Die marxistischen Ökonomen konnten zwar für die beiden frühen „klassischen“ Ausprägungen Keynesianischer Wirtschaftspolitik nach 1933 – einerseits Roosevelts „New Deal“, andererseits die Wirtschaftspolitik des deutschen Faschismus – voraussagen, daß beide nicht imstande sind, die Widersprüche der kapitalistischen Produktionsweise aufzuheben und deshalb beide entweder in eine neue Wirtschaftskrise oder in einen Krieg führen müssen. Da der deutsche Faschismus die Welt schon sechs Jahre nach seinem Machtantritt in den Krieg stürzte, blieb die Frage, ob diese Prognose auch unter Friedensbedingungen zutreffen würde, offen.

Das sollte sich für das Denken einiger marxistischer Ökonomen nach 1945 als verhängnisvoll erweisen, als die Erwartungen auf den Ausbruch einer neuen und womöglich noch verheerenderen Weltwirtschaftskrise sich immer wieder als irrig erwiesen und der Kapitalismus, statt in eine neue Wirtschaftskatastrophe zu stürzen, in eine Phase jahrzehntelangen erstaunlichen Wachstums trat, das nur hin und wieder von mehr oder minder ausgeprägten „Rezessionen“ unterbrochen wurde, von denen keine auch nur entfernt an die Weltwirtschaftskrise herankam.

Marxisten und Murxisten

Für wirklich marxistische Ökonomen, wie z. B. den zitierten George Siskind, war klar, daß die große Krise nur aufgeschoben worden ist, gewissermaßen in die Zukunft verlagert, weil durch die Defizitfinanzierung in der Gegenwart eine Kauf- und Investitionskraft zur Verfügung gestellt wurde, die eigentlich erst den künftigen Generationen gehörte. Keynesianismus ist also eine Schaffung von „Wohlstand“ in der Gegenwart durch Raub und Verbrauch von Zukunft. Je größer und anhaltender diese Zukunfts-Raubwirtschaft übertrieben wird, um so schwerer und langwieriger die künftige Wirtschaftskatastrophe.

Einige sehr namhafte Ökonomen in der DDR und anderswo suchten und fanden für das Ausbleiben der großen Krisen und für die unerwartete enorme Expansions- und Innovationskraft des Kapitalismus eine andere, „undogmatische“ und „unorthodoxe“ Erklärung: sie „entdeckten“ nämlich, (was vor ihnen schon andere, z.B. Hilferding, „entdeckt“ hatten), daß der „moderne Kapitalismus“ sich gewandelt habe zu einem Kapitalismus, der gelernt hat, seine Wirtschaft zu planen und zu regeln, der deshalb in der Lage sei, große, verheerende Krisen zu vermeiden; ein Kapitalismus, der auch ganz neue, friedliche Wege des Überganges zum Sozialismus eröffne.

Schiffbruch des Kapitalismus auf höherer Ebene

Trotz aller Tatsachen, die heute deutlicher denn je solche Auffassungen als grausame Illusion bloßstellen, hat sich die Zahl solcher Illusionisten eher vermehrt als verkleinert, und sie versuchen hartnäckig, diese ihre Illusionen als „moderne Erkenntnisse“ unter die Leute zu bringen.

Heute sind wir aber imstande zu erkennen: die Dialektik der Entwicklung der Keynesianischen Variante staatsmonopolistischer Wirtschaftspolitik besteht darin, daß sie in ihrer Endphase unvermeidlich in jene andere Variante mündet, die sie abgelöst hat und als deren genaues Gegenteil sie in den 30er Jahren in die Welt getreten ist mit dem Anspruch, jene Katastrophe zu vermeiden, in die diese andere damals geführt hatte – in die Deflationspolitik mit ihrer radikalen Kürzung der Staatsausgaben und ebenso radikalen Beschneidung der Massenkaufkraft. Die Keynesianische Wirtschaftspolitik ist – auf höherer Ebene – wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückgekehrt und ist dabei, ihren Zyklus zu vollenden.

Der Irrglaube an eine „falsche Politik“

Für Joachim Bischoff ist aber offenbar der Wechsel vom Keynesianismus zur „neoliberalistischen“ Variante staatsmonopolistischer Wirtschaftspolitik nicht die dialektische Vollendung eines langfristigen kapitalistischen Wirtschaftszyklus, sondern das Ergebnis falscher Entscheidungen von Politikern, die Keynes‘ Lektionen nicht gelernt haben. Diesen Irrglauben teilt er indessen mit nicht Wenigen. Unter bürgerlichen Ökonomen ist ja seit längerem ein Streit im Gange zwischen Keynesianern, die sich über die Angst vor einer Inflation bei den Vertretern der Gegenpartei lustig machen, und den „Deflationisten“, die die Sicherung der Stabilität der Währung für die wichtigste Aufgabe der Wirtschaftspolitik halten. Aber an diesem Streit zwischen Keynesianern und Deflationisten beteiligen sich – und das ist dann doch recht beklemmend zu sehen – auch gestandene marxistische Ökonomen.

Die Dummheit einiger marxistische Ökonomen

Dafür nur ein Beispiel, das mich besonders traurig stimmte: Am 12. Juli 1993 brachte das ND einen Artikel von Thomas Kuczynski, in dem er einige Gedanken zu „Aspekten der Wirtschaftsentwicklung nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus in Osteuropa“ äußert, darunter diesen: „Der Grundzug gegenwärtiger Wirtschaftspolitik ist … Kurzfristigkeit und damit auch Kurzsichtigkeit. Das zeigt sich nirgendwo deutlicher als bei der Sparpolitik der deutschen Bundesregierung. Es ist geradezu atemberaubend, zu beobachten, wie heute – nicht nur in Deutschland – genau jene Spar-Zins- und Deflationspolitik fröhliche Urständ zu feiern beginnt, die in den Jahren von 1929 bis 1932 so enorm krisenverschärfend gewirkt hat.

Was hier empfohlen wird, ist Keynesianismus pur, wobei aber erstaunlicherweise völlig außer acht gelassen wurde, daß der Marshall-Plan von den Vereinigten Staaten lanciert wurde, nachdem sie aus dem Zweiten Weltkrieg als der Welt größter Gläubiger herausgekommen waren und fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten für ihren Kapitalfluß suchten, während die „enormen Summen“ für das von Thomas Kuczynski vorgeschlagene Programm heute von Staaten aufgebracht werden müßten, die ohnehin schon bis zur Halskrause in Schulden stecken. Was hier völlig fehlt, aber doch wohl erwartet werden durfte, ist eine marxistische Analyse der tiefer liegenden Triebkräfte der gegenwärtigen ökonomischen Politik der Herrschenden und daraus abgeleitet eine Orientierung für die Beherrschten, wie dieser Politik am wirkungsvollsten entgegengetreten werden kann. Stattdessen die Feststellung, „das ökonomische Hauptproblem nicht nur in Deutschland“ bestehe darin „daß die ‚Sieger der Geschichte‘ nicht begreifen können oder wollen, daß sie gerade wegen ihres Triumphes ihre Wirtschaftspolitik radikal ändern müssen“, nämlich indem sie, wie bereits erwähnt, eine Art Marshall-Plan für Osteuropa von Stapel lassen.

Kuczynskis „deutsche Interessen“ – aber keine marxistische Analyse

Es las sich wie eine väterliche Gegenrede (und war als solche vielleicht auch gemeint), als wenig später im ND vom 4.8.1993 ein Artikel Jürgen Kuczynskis unter der Überschrift „Lieber Unsicherheit als Chaos?“ erschien, in dem die Bekämpfung von Inflation zur erstrangigen Aufgabe der Wirtschafts- und Finanzpolitik erklärt wurde. Kuczynski senior schrieb dort: „Allgemein wird die Schuld an der Währungsunsicherheit der Deutschen Bundesbank zugeschoben. Diese verfolgt in ihrem berechtigten Kampf gegen die in Deutschland steigende Inflation eine Hochzinspolitik, die der Geldvermehrung in Deutschland durch ständig steigende Kreditaufnahme von seiten des Staates und der Konzerne entgegenwirken soll … und so die Mark international stärkt.“ Einen Zeitungskommentar, demzufolge die Bundesbank mit dieser Hochzinspolitik „das deutsche Interesse dem der Europäische Gemeinschaft“ voranstellt, ergänzt J.K. wie folgt: „Dabei aber, und das muß deutlich gesagt werden, ist unter deutschem Interesse auch das Interesse der Bevölkerung zu verstehen. … Die Menschen in Deutschland … fordern ein Ende der Inflation…“.

Also – wie bei Kuczynski junior auch bei Vater Kuczynski – keine Analyse der Widersprüche der kapitalistischen Ökonomik und kein Aufzeigen einer eigenständigen Gegenposition, sondern Parteinahme für eine der monopolkapitalistischen Varianten der Wirtschaftspolitik, aber im Gegensatz zu Thomas Kuczynski für die deflatorische Politik des Bundesbankpräsidenten. Wie gut haben doch früher Vater und Sohn Kuczynski den Arbeitenden klarzumachen verstanden, daß jeder Versuch eines kapitalistischen Ausweges aus den vom Kapitalismus hervorgebrachten Krisenzuständen zu Lasten der Massen geht und diese deshalb einen eigenen Weg zu Verteidigung ihrer Interessen gehen müssen!

Die erzwungene Sozialpolitik der BRD

Wir hatten vorhin davon gesprochen, daß der Übergang von der Politik des großzügigen „deficit-spending“ zur Rotstiftpolitik der Sparprogramme erzwungen wurde durch die drückende Last der Schuldenberge. Es wäre indessen einseitig und daher falsch, diesen Übergang lediglich als den Herrschenden von „Sachzwängen“ aufgezwungen zu betrachten. Eine Politik zur Herbeiführung niedriger Löhne und maximaler Profite ist ja doch die normale Politik des Monopolkapitals und seines Staates. Deshalb war eine solche Politik vom Kapital schon lange gewünscht und gefordert worden, hatte sich jedoch als nicht durchsetzbar erwiesen. Dem stand die Existenz der Welt des Sozialismus, auf deutschem Boden die Existenz der Deutschen Demokratischen Republik, im Wege. Wenn der Imperialismus den Kalten Krieg gegen den Sozialismus gewinnen wollte, war er gezwungen, eine Politik fortzuführen, die das Kontrastbild „Kapitalismus gleich Wohlstand für alle – Realsozialismus gleich Mangelwirtschaft“ nicht beschädigte, sondern Tag für Tag bestätigte, jedenfalls aus dem „östlichen“ Blickwinkel. Vielen westdeutschen Gewerkschaftsfunktionären war und ist dieser Tatbestand durchaus bewußt, wie die Äußerung vieler von ihnen bezeugt, die da lautet: Bei unseren Tarifverhandlungen mit den Unternehmern saß die DDR immer als dritter Verhandlungspartner mit am Tisch!

Ausgleich der Schuldenlast durch die Annexion der DDR

Solange sich der deutsche und der Weltimperialismus im Kalten Krieg gegen den Sozialismus befanden, spielte für sie die wachsende Schuldenlast keine Rolle: das waren Kriegskosten, die man leicht wieder hereinholen würde, wenn man diesen Krieg und damit die DDR und die riesigen Absatzmärkte im Osten gewonnen haben würde. Und falls er verlorengehen würde, brauchte man sich erst recht keine Sorgen darum zu machen, wer die Schulden bezahlen sollte.

Tatsächlich verzeichneten die Großbanken, Konzerne und Handelsketten der BRD durch die Annexion der DDR, die Vereinnahme ihrer Betriebe und den Zugewinn eines Absatzmarktes von 17 Millionen Rekordgewinne. Die Staatsschuld allerdings hat sich nicht verringert, sondern enorm vergrößert; zum einen, weil die Treuhand das Volkseigentum der DDR an die „Privatisierer“ weit unter Wert verschleuderte; zum anderen, weil diese „Privatisierer“ die Hälfte bis neun Zehntel der bisherigen Belegschaften der volkseigenen Betriebe auf die Straße setzten und damit die Zahl der Empfänger von Sozialunterstützung um weit über zwei Millionen anschwellen ließen.

Wie 1929-1933 nützen das Großkapital und sein geschäftsführender Ausschuß in Bonn die Massenarbeitslosigkeit und die leeren Kassen der öffentlichen Hand dazu, den Werktätigen massiv in die Tasche zu greifen, und sie erklären dabei auch noch zynisch, das geschehe im Namen der Solidarität mit den Arbeitslosen. Die Senkung der Steuern für Vermögende trotz leerer Kassen zeigt indessen, um wessen Wohlergehen die Kohl und Waigel tatsächlich besorgt sind.

Bedeutung des Keynesianismus in der Geschichte

Was läßt sich abschließend über den Platz des Keynesianismus in der Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus sagen?

  • Zum einen dies: Die Ergebnisse von mehr als einem halben Jahrhundert Keynesianischer Wirtschaftspolitik der führenden Industrieländer lassen keinen Zweifel daran, daß auch auf die Krisenüberwindungs-Rezepte des Lord Keynes zutrifft, was Friedrich Engels in einer Fußnote im Dritten Band des „Kapital“, gemünzt auf damals ergriffene Maßnahmen zur Krisenabwendung, ausgeführt hat: „Durch all dies sind die meisten alten Krisenherde und Gelegenheiten zur Krisenbildung beseitigt oder stark abgeschwächt.“ Aber, so sagt er voraus, es „birgt jedes der Elemente, das einer Wiederholung der alten Krise entgegenstrebt, den Keim einer weit gewaltigeren künftigen Krise in sich.“ [7]
  • Zum anderen: Ein Blick auf die Politik, zu deren Durchführung der Keynesianismus von seinem Anfang 1933 bis zu seiner Ablösung durch den sog. Neoliberalismus Anfang der neunziger Jahre praktiziert wurde, läßt die Feststellung zu: der Keynesianismus ist die vorherrschende staatsmonopolistische Wirtschaftspolitik in der Periode der Vorbereitung und Durchführung des Zweiten Weltkrieges und des darauf folgenden Kalten Krieges des Imperialismus gegen den Sozialismus. Es kann kaum als Zufall betrachtet werden, daß die Zeit seiner Vorherrschaft zu Ende geht und abgelöst wird durch die „neoliberale“ Wirtschaftspolitik der Deregulierung und Privatisierung, des rabiaten Sozialabbaus, der Massenarbeitslosigkeit und der „Spar“-Programme, nachdem das politische Ziel des – vorläufigen! – Sieges über den Sozialismus in Europa / der Sowjetunion erreicht wurde.

Es kann kaum als Zufall betrachtet werden, daß die Zeit seiner Vorherrschaft zu Ende geht und abgelöst wird durch die „neoliberale“ Wirtschaftspolitik der Deregulierung und Privatisierung, des rabiaten Sozialabbaus, der Massenarbeitslosigkeit und der „Spar“-Programme, nachdem das politische Ziel des – vorläufigen! – Sieges über den Sozialismus in Europa / der Sowjetunion erreicht wurde.

Schlußfolgerung

Die Schlußfolgerung aus alledem kann nur sein: Die Leidtragenden der Politik der Herrschenden bleiben bei jeder Variante dieser Politik dieselben. Es kann für sie nicht darum gehen, für die eine – die keynesianische – gegen die andere – die „neoliberale“ – zu optieren, sondern darum, allen Varianten der Politik des Monopolkapitals eine eigene, an den Interessen der Werktätigen orientierte Politik entgegenzustellen. Dadurch kann zwar nichts daran geändert werden, daß in der kapitalistischen Gesellschaft die Profitlogik die herrschende Logik bleibt. Aber, wie Marx schon vor 130 Jahren in seinem berühmten, leider noch immer und sogar wieder mehr denn je aktuellen Vortrag über „Lohn, Preis und Profit“ nachwies, haben die Arbeiter durchaus die Möglichkeit, die Aufteilung der von ihnen geschaffenen Werte zwischen Kapital und Arbeit zu ihren Gunsten zu beeinflussen, denn:

„Die Fixierung ihres (der Profitrate) faktischen Grads erfolgt nur durch das unaufhörliche Ringen zwischen Kapital und Arbeit, indem der Kapitalist ständig danach strebt, den Arbeitslohn auf sein physisches Minimum zu reduzieren und den Arbeitstag bis zu seinem physischen Maximum auszudehnen, während der Arbeiter ständig in der entgegengesetzten Richtung drückt. Die Frage löst sich auf in die Frage nach dem Kräfteverhältnis der Kämpfenden.“ [8}

Nur in diesem Klassenkampf werden die Arbeiter die Erfahrungen und den Willen wiedergewinnen, um erfolgreich nicht nur für ihre Tagesinteressen zu kämpfen, sondern für eine Gesellschaft, in der das Wort von „sozialer Gerechtigkeit“ keine Phrase, sondern Beschreibung der Wirklichkeit ist.

Anmerkungen:
[1] Zit. nach: George Siskind, John Maynard Keynes – ein falscher Prophet. Die Ursachen des ideologischen Einflusses der Keynesschen Lehre und ihre Trugschlüsse, Dietz Verlag, Berlin 1959, S.5. Vgl. zur Beurteilung von Keynes in der DDR auch: Werner Krause, Wirtschaftstheorie unter dem Hakenkreuz. Die bürgerliche politische Ökonomie in Deutschland während der faschistischen Herrschaft. Berlin 1969, S.159 ff.
[2] John Maynard Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, München und Leipzig 1936, S. IX.
[3] K.H. Schwank, S.55
[4] J.M.Keynes, Allgemeine Theorie …, S.110
[5] Ökonomisches Lexikon, A-K, Verlag Die Wirtschaft, Berlin, 2.Aufl.1970, S.1061 f. „Keynesianismus“, Verf. H.Meißner
[6] Siskind a.a.O S.67f.
[7] MEW Bd.25, S.506
[8] MEW Bd.16, S.149

Quelle:
Kurt Gossweiler: John Maynard Keynes – ein Ratgeber für uns und unsere Probleme? In: Weißenseer Blätter 4/1996.
(Zwischenüberschriften eintgefügt – N.G.)
http://www.weissenseerblaetter.de/i96_04.htm


Критика теории Дж. М. Кейнса Кейнс — идеолог государственно-монополистического капитализма.

Наиболее видным представителем сторонников «регулируемого капитализма» был английский экономист Дж. М. Кейнс (1884—1946). Он получил широкую известность в связи с опубликованием в 1919 г. своей книги «Экономические последствия Версальского мирного договора».
В работе высказан ряд правильных замечаний по поводу Версальского договора. На эти критические замечания ссылался В. И. Ленин в своем докладе на II конгрессе Коммунистического Интернационала. Тогда же В. И. Ленин отметил характерную для Кейнса «…непреклонную решимость защищать капитализм…» и «…ненависть к большевизму…»[1] 387. Кейнс, писал В. И. Ленин, «…заведомый буржуа, беспощадный противник большевизма, который он себе рисует, как английский мещанин, в уродливом, свирепом, зверском виде» [2] 388.
В 20-х и 30-х годах Кейнс выступил с рядом работ по экономическим вопросам, но особую известность получил его главный труд «Общая теория занятости, процента и денег» (1936). В связи с выходом этой книги буржуазные экономисты выдвинули версию о так называемой кейнсианской революции, о «новой экономической науке».
В действительности Кейнс — ученик вульгарного экономиста А. Маршалла, главы так называемой кембриджской школы. По основным теоретическим проблемам — стоимость, капитал, заработная плата, рента и др.— Кейнс разделял воззрения Маршалла. Он исходил из примата психологических факторов, отридал теорию трудовой стоимости и прибавочной стоимости, использовал ложную концепцию факторов производства.
Кейнс всегда враждебно относился к марксизму. Борьба с революционным марксизмом была главной целью работ Кейнса, и он откровенно высказывал надежду на то, что с помощью своей книги ему удастся опровергнуть теорию Маркса. Вместе с тем теория Кейнса по своему предмету и методу существенно отличалась от предшествующей буржуазной политической экономии.
Кейнс выдвинул вопрос о необходимости государственного вмешательства в экономику в целях исправления ее недостатков, которые до Кейнса вообще отрицались: большинство буржуазных экономистов до Кейнса считали кризисы случайными явлениями. В отличие от своих предшественников, изучавших проблемы увеличения производства товаров, Кейнс на первый план поставил вопрос об «эффективном спросе», т.е. о потреблении и накоплении, из которых складывается «эффективный спрос». Он выдвинул макроэкономический метод исследования, т. е. исследование зависимостей и пропорций между макроэкономическими величинами — национальным доходом, сбережениями и накоплениями.До Кейнса преобладал микроэкономический подход, г. е. анализ экономики с точки зрения отдельных хозяйственных единиц, фирм. Условия процветания фирм отождествлялись с условиями процветания нации в целом. Примат отдавался фирме, а не экономике в целом. Теория Кейнса способствовала усилению связи буржуазной политической экономии с экономической политикой. Все эти черты теории Кейнса характерны и для современного кейнсианства.
Поставленные Кейнсом проблемы были новыми для буржуазной политической экономии. В марксистской политической экономии они были рассмотрены значительно раньше. Необходимость вмешательства государства в экономику в связи с ростом общественного характера производства была проанализирована В. И. Лениным. О роли реализации товаров и ее условиях, о влиянии капиталовложений на рост национального дохода писал еще К. Маркс. У него же мы встречаемся и с тем, что буржуазные экономисты называют макроанализом. Выдвинув новые для буржуазной политэкономии проблемы, Кейнс решает их на путях обычного субъективистско-метафизического подхода.
Причины популярности Кейнса у буржуазных экономистов и политиков заключаются в том, что он сделал попытку теоретически обосновать возможность укрепления капитализма с помощью буржуазного государства, сохраняя при этом господство монополий. Видный американский кейнсианец С. Харрис писал, что Кейнс «…даровал демократическому капитализму новый срок жизни; поступая так, он укрепил это общество в век, когда ему угрожает смертельная опасность»! Кейнс выступил как идеолог государственно-монополистического капитализма, выдвинув теорию, направленную на обоснование последнего, и предложив практические рекомендации по укреплению устоев капитализма.
[1] В.И. Ленин, II.Конгресс коммунистичесского интернационала. ПСС, т.41, с.223
[2] там же с.219
источник:
https://uchebnik.online/istoriya-ekonomiki-knigi/kritika-teorii-keynsa-keyns-ideolog-45697.html
см. В.С. Володин: монография „Дж.М. Кейнс – идеолог монополистического капитализма“,  Л.Б. Альтер: „Критика теорий „регулируемого капитализма“ (1957) и „Буржуазная политическая экономия США“ (1961).

Kritik der Theorie von G.M. Keynes — Ideologe des staatsmonopolistischen Kapitalismus.

Der englische Ökonom G. M. Keynes (1884—1946) war ein namhafter Vertreter des «regulierten Kapitalismus». Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Buches «Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages» im Jahre 1919 (dt.1920) erlangte er breite Berühmtheit.
In diesem Buch werden eine Reihe richtiger Bemerkungen über den Versailler Vertrag ausgesprochen. Auf diese kritischen Bemerkungen verwies W.I. Lenin in seinem Vortrag über den II. Kongreß der Kommunistischen Internationale. Darin erwähnte W.I. Lenin auch die für Keynes charakteristische «… unerschütterliche Entschlossenheit, den Kapitalismus zu verteidigen…» und  seinen «…Haß gegen den Bolschewismus…» [3]. Keynes, schrieb W.I.Lenin, ist ein «…ausgesprochener Bourgeois…, ein eingefleischter Gegner des Bolschewismus, den er sich wie ein englischer Spießer als etwas Groteskes, Wildes, Barbarisches vorstellt». [4]
In den 1920er und 30er Jahren brachte Keynes eine Reihe von Arbeiten über Wirtschaftsfragen heraus, besondere Berühmtheit erlangte aber sein Hauptwerk «Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes» (1936). Im Zusammenhang mit dem Erscheinen dieses Buches sprachen bürgerliche Ökonomen begeistert von einer Keynesianischen Revolution, einer «neuen Wirtschaftswissenschaft».
Tatsächlich aber ist Keynes ein Schüler des Vulgärökonomen A.Marshall, des Begründers der sogenannten Cambridger Schule. In den theoretischen Grundfragen — Wert, Kapital, Arbeitslohn, Rente u.a. — teilte Keynes die Ansichten Marshalls. Er leitete sie aus dem Primat psychologischer Faktoren ab, er leugnete die Theorie vom Arbeitswert und Mehrwert, verwendete eine verfälschte Konzeption der Faktoren der Produktion.
Keynes verhielt sich stets feindlich gegenüber dem Marxismus. Der Kampf gegen den revolutionären Marxismus war das Hauptziel der Arbeiten von Keynes, und er sprach offene seine Hoffnung aus, daß es ihm mit Hilfe des Buches gelingen möge, die Theorie von Marx zu widerlegen. Zugleich unterschied sich die Theorie von Keynes im Gegenstand und in der Methode wesentlich von der vorangehenden bürgerlichen politischen Ökonomie.
Keynes brachte die Notwendigkeit der staatlichen Einmischung in die Wirtschaft zur Korrektur ihrer Mängel zum Ausdruck, was vor Keynes generell abgelehnt wurde: die Mehrheit der bürgerlichen Ökonomen vor Keynes hielten Krisen für zufällige Erscheinungen. Im Unterschied zu seinen Vorgänger, die Probleme der Erhöhung der Warenproduktion studierten, stellte Keynes die Frage über eine «effektive Nachfrage» in den Vordergrund, d.h. über Konsum und Akkumulation, waraus sich die «effektive Nachfrage» ergibt. Er entwickelte die Methode der makrowirtschaftlichen Forschung, d.h. die Erforschung von Abhängigkeiten und Proportionen zwischen den makrowirtschaftlichen Größen — Nationaleinkommen, Einsparungen und Akkumulation.
Vor Keynes überwog das mikrowirtschaftliche Herangehen, d.h. die Analyse der Wirtschaft aus der Sicht der einzelwirtschaftlichen Einheiten, der Firmen. Die Bedingungen für das Wachstum der Firmen wurden den Bedingungen für das Wachstum der gesamten Nation gleichgesetzt. Das Primat kam dabei der Firma zu, und nicht der Wirtschaft insgesamt. Die Theorie von Keynes trug zur Verstärkung der Verbindung zwischen der bürgerlichen politischen Ökonomie mit der Wirtschaftspolitik bei. Diese Wesensmerkmale der Theorie von Keynes sind auch für die modern Keynesianisten charakteristisch.
Die von Keynes aufgeworfenen Fragen waren neu für die bürgerliche politischen Ökonomie. In der marxistischen politischen Ökonomie waren sie jedoch schon wesentlich früher beachtet worden. Die Notwendigkeit der Einmischung des Staates in die Wirtschaft wurde bereits im Zusammenhang mit dem Anwachsen des gesellschaftlichen Charakters der Produktion von W.I. Lenin analysiert.
Über die Rolle der Realisierung der Waren und deren Bedingungen, über den Einfluß der Kapitalanlagen auf die Größe des Nationaleinkommens schrieb bereits Karl Marx. Bei ihm finden wir auch, was bürgerliche Ökonomen als Makroanalyse bezeichnen. Die neuen Probleme, die die bürgerliche politische Ökonomie aufwarf, löst Keynes auf die gewöhnliche subjektivistisch-metaphysische Art des Herangehens.
Die Gründe für die Popularität von Keynes bei bürgerlichen Ökonomen und Politikern bestehen darin, daß er theoretisch den Versuch unternommen hat, die Möglichkeit der Festigung des Kapitalismus mit Hilfe des bürgerlichen Staates zu rechtfertigen, dabei die Herrschaft der Monopole aufrechterhaltend. Der bekannte US-amerikanische Keynesianist S.Harris schrieb, daß Keynes «…dem demokratischen Kapitalismus eine neue Lebensfrist schenkte; womit er diese Gesellschaft in einem Jahrhundert festigte, als ihm Todesgefahr drohte»! Keynes trat als Ideologe des staatsmonopolistischen Kapitalismus auf, er brachte eine Theorie hervor, die auf die Zementierung des letzteren gerichtet ist und praktische Empfehlungen zur Festigung der Grundpfeiler des Kapitalismus anbot.
[3] W.I. Lenin: Rede in der Aktivversammlung der Moskauer Organisation der KPR (B). In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1966, S.211.
[4] ebd. S.207.
(Übersetzung: M.K.)

pdfimage   Kurt Gossweiler: John Maynard Keynes

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35 Antworten zu Kurt Gossweiler: J.M. Keynes und die soziale Gerechtigkeit

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Wenn ich Kurt Gossweiler richtig verstanden habe, bleibt am Ende nur noch der Krieg, der gewonnene oder der verlorene Krieg. In beiden Fällen bezahlen wir! Aber dass die beiden Kuczynskis sich Gedanken über das Wohlergehen des imperialistischen Deutschland machen, zeigt doch nur, dass sie sich schon ganz „zu Hause“ fühlen. Und die bundesdeutsche Arbeiterklasse? Ich bezweifle, dass sie in der Lage ist, in diesem heutigen Zustand irgend etwas zu bewirken, was ihr selbst dient. Schöne Aussichten.

    • sascha313 schreibt:

      Es gibt drei Gründe, warum die deutschen Lohnempfänger (und nicht nur die) sich mit der heutigen Situation abgefunden haben:
      1. Das Bedürfnis, in Ruhe gelassen zu werden; nur im äußersten Notfall wird leise protestiert, aber mehr als Bitte. (Feigheit)
      2. Der heutige Zustand wird für „normal gehalten; und dann – „was können wir schon tun!“ (Faulheit)
      3. Der Verstand ist auf das Mindestmaß zurückgestutzt, das erforderlich ist, um mit der gegebenen Situation zurechtzukommen – Denken ist zu anstrengend! (Dummheit)
      Und das alles ist nur schwer zu überwinden! Und wenn bei irgend-jemandem noch ein wenig Engagement und Begeisterungsfähigkeit vorhanden ist, dann nur im eigenen Interesse. (das ist freilich übertrieben! Und wenn jemand sagt: Das trifft für mich nicht zu! Bitteschön, es gibt schließlich auch andere Begründungen, die auf’s gleiche hinauslaufen..)

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Sascha, ich füge noch einen vierten Grund hinzu: Es gibt zur Zeit keine marxistisch-leninistische Kraft, die Widerstand überhaupt organisieren könnte. Denn gäbe es sie, und das nehme ich sehr stark an, dass die verschiedenen zerstreuten Widerstände, die es ja gibt, gebündelt werden und zu einer ernstzunehmenden Kraft gemacht werden könnten. Doch woran kann sich die heutige Arbeiterklasse eigentlich orientieren?

      • sascha313 schreibt:

        Richtig. Hier müßte man nun nach einem gangbaren Weg suchen (nebenbei: RotFuchs und Linkspartei, aber auch KI, KPD, DKP usw. sind es nicht – und Neugründungen à la VKPD auch nicht). Möglich wäre z.B. kleine dezentrale Parteizellen zu bilden…

      • Harry 56 schreibt:

        Sehr gut zusammengefasst! Das gegenwärtige Lohnproletariat, ob in der BRD oder sonstwo, weist leider viele Merkmale einer perfekt konditionierten Sklavenrasse auf. Die herrschenden Klassen haben seit dem Schock von 1917 und einigen ähnlichen späteren „Vorfällen“ („Ostblock“ etc..) eine Menge dazugelernt.
        Wissenschaft, Technik, Propaganda, alles, in den Händen der besitzenden Klassen und deren Schergen überall, wird als Waffe gegen die Mehrheit der Ausgebeuteten, Machtlosen, Unorganisierten, Ängstlichen, Verwirrten, Ungebildeten etc… eingesetzt.
        George Orwell war wohl mehr als nur ein „Prophet“ des Kapitalismus?

        Schauerliche Grüße…. 😦

      • sascha313 schreibt:

        Ich stimme Dir voll und ganz zu, Harry!

    • Am Ende eines kapitalistischen Zyklus steht immer der Krieg und dann beginnt ein neuer Zyklus, der wieder im Krieg endet.

  2. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Nichts für Faule und Dumme!

  3. Rolf schreibt:

    @Sascha:
    Vollkommen richtig!
    Aber da gibt es noch Punkt 4. Da gibt es noch uns … und die vielen anderen, die sich auch mit der ganzen Sache wahrheitsgemäß beschäftigen. Sie sind aber auch keine „Schreihälse“, gehen (noch) nicht in die Öffentlichkeit, wie wir auch. Schwer ist und wird es auf jeden Fall, es wird viele Jahre der Arbeit brauchen.
    Rolf

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, ich bin genauso ratlos wie alle anderen auch. Wir erleben gegenwärtig die völlige Beseitigung aller von der Arbeiterklasse erkämpften Rechte gegenüber dem Kapital. Nichts rührt sich, alles wird hingenommen. Das einzige, worüber sich Leute aufregen, sind die Flüchtlinge, die ihnen „alles wegnehmen wollen“. Im Presseclub heute auf Phoenix wird die Flüchtlingsfrage dafür verantwortlich gemacht, dass die CDU Stimmen verloren hat. Keiner nimmt dem Merkel-Regime alle anderen Schweinereien übel. Da wird aufgerechnet, wieviel Geld für die Flüchtlinge verbraucht wird – statt für „uns“. Da arbeiten die Herrschaften daran, den 8-Stunden-Tag ratsch-batsch vom Tisch zu wischen. Und diese Arbeiterklasse hat vergessen, wer ihn erkämpft hat, sie lässt die Lumpen machen. Und inzwischen schustern die eine Koalition zusammen, die uns das Fürchten lehren sollte: Grüne, die Hartz IV befürwortet haben und so gerne die kriegerische Heldenbrust recken, die FDP, die Partei der Besserverdienenden, die von den Medien hochgeschrieben wurde, damit es keine wie auch immer geartete „linke“ Regierung gibt – es ist ein Kreuz. Und das Ganze zu einem frömmelnden schwarzen Brei vermischt. Und auch hier: Nichts rührt sich. Mich schüttelt es nur noch.

    Du hast ja recht, Sascha, alle diese Grüppchen, die sich jetzt bilden, sind es noch nicht. Aber ich denke, sie sind Vorstufen, ernst nehmen sollte man sie schon, und wir sollten nicht vergessen, dass der Marxismus-Leninismus nicht nur eine Sache des Herzens ist, sondern eine Wissenschaft. Nicht jedermanns Sache. Bei allem Negativen, das wir heute erleben, wir wissen alle: Nichts bleibt, wie es ist. Und darauf setze ich.

    • “Sascha, ich bin genauso ratlos wie alle anderen auch.“

      Liebe Hanna,
      Ich bin nicht ratlos!
      Ich verstehe gar nicht, wie ein/e Kommunist/in ratlos sein kann!
      Worüber kann denn der Mensch nach Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao, Castro und all den Hunderten von Millionen Menschen, die sich von der Religion und dem Kapitalismus Selber befreit haben noch “ratlos“ sein?! In Indien haben mehr als 100-Millionen Menschen gestreikt — Weil sich dort die Partei als Führerin der Arbeiterklasse versteht und den Klassenkampf organisiert!

      Es ist nun einmal so, dass wir uns dem Klassenkampf zur Verfügung zu stellen haben und nicht den MEINUNGEN, die der Kapitalismus unentwegt verbreitet! Warum sollte es erforderlich sein, sich mit dem Unterhaltungs-Dreck des Kapitalismus auseinanderzusetzen? Weshalb muss ich mich denn überhaupt damit beschäftigen? Ich kann darin jedenfalls meine Aufgabe nicht erkennen!

      Als ich vor fünf Jahren aus Afrika nach DE zurückgekehrt war, war mir klar: “Jetzt geht das wieder los: Behörden und Gerichte!“ Ich habe dann stets alle meine Schreiben wie folgt gezeichnet:

      Satyameva Jayate. (Sanskrit: „Allein die Wahrheit siegt“)
      Pravda vítězí. (tschechisch für: „Die Wahrheit siegt“))
      H.E. GD HRM HMSG CT MMM. Seine Göttliche Gnade georg löding
      राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו ram avatara krishna jauhuchanam ulijauhu
      Magistra Magnificus Metamagicus. Würdenträger ewiger Unantastbarkeit

      … und konnte es auch nicht lassen, ALLEN Gerichten mitzuteilen, daß:

      A. Infrastruktur (Unterbau / Unterzug) des Rechtsstreits
      1. Gemäß § 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches beginnt die Rechtsfähigkeit des Menschen mit der Vollendung der Geburt.
      2. Im Sinne des RECHTS handelt es sich bei dem Antragsteller, dem Menschen georg löding, somit um eine Natürliche Person (Maske/Strohmann) des RECHTS gemäß BGB.
      3. Als Natürliche Person ist seine Staatsangehörigkeit Deutschland (Anlage A)
      4. Als zu den Menschenaffen gehörendes Lebewesen hat er seinen Wohnsitz innerhalb des Gebietes des Verfassungsstaates Deutschland, einem originären (geborenen) Völkerrechtssubjekt, also einem Rechtssubjekt des Völkerrechts.
      5. Zum 12. September 1944 wurde Deutschland[1] – dies ist der Verfassungsstaat, der in der Pauluskirche am 28. März 1849 konstituiert wurde – völkerrechtswidrig beschlagnahmt [2], am 8. Mai 1945 kapitulierte [3] das Militär des militärischen Bündnisses, das 1871 geschlossen wurde und den NAMEN ‚Deutsches Reich‘ führt [5], am 23. Mai 1945 wurde ihre, wenn auch illegale Regierung, völkerrechtswidrig verhaftet. Am 5. Juni 1945 übernahmen die vier Hauptsiegermächte des sogenannten Zweiten Weltkrieges völkerrechtswidrig die oberste Regierungsgewalt [4] über Deutschland. Für die drei Westzonen wurde am 23. Mai 1949 völkerrechtswidrig die Bundesrepublik Deutschland [6] errichtet, eine in quasi Selbstverwaltung tätige Entität der drei Militärgouverneure der Westzonen.
      6. Als Rechtssubjekt ‚Natürliche Person‘ (Maske/Strohmann) Georg Löding des RECHTS gemäß § 1 BGB, die durch die völkerrechtswidrig tätige BRD© als PERSONAL™ der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND mit der irreführenden Bezeichnung der Staatsangehörigkeit DEUTSCH® als Capitis Deminutio Maxima (SKLAVE) GEORG LÖDING ausgewiesen wird, hat der Mensch georg löding (sui juris), eine Klage eingereicht.

      …/6 – Seite 6 –
      Klage Amtsgericht Pinneberg, Gebühren Stadtsparkasse

      7. Der Mensch georg löding (sui juris) ist von dem Rechtssubjekt ‚Natürliche Person‘ (Maske/Strohmann) ‚Georg Löding‘ des RECHTS gemäß § 1 BGB —, die durch die völkerrechtswidrig tätige BRD© als PERSONAL™ der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND mit der irreführenden Bezeichnung der Staatsangehörigkeit
      DEUTSCH® als Capitis Deminutio Maxima (SKLAVE) GEORG LÖDING ausgewiesen wird — zu unterscheiden, da es sich beim Menschen georg löding nach jetziger biologischer Auffassung der erkenntnistheoretischen Philosophie des Materialismus [nach Demokrit] (materialistische Weltanschauung) um ein biologisches Lebewesen handelt, das zur einzig überlebenden Art Mensch der Gattung Homo aus der Familie der Menschenaffen aus der Unterordnung der Trockennasenaffen aus der Ordnung der Primaten oder Herrentiere, die zu der Überordnung der Euarchontoglires (Supraprimates) gehörigen Ordnung innerhalb der Unterklasse der höheren Säugetiere (Säuger, Mammalia) oder Plazentatiere (Eutheria. Placentalia) gehört.
      8. Der Mensch georg löding (sui juris) benutzt das Rechtssubjekt ‚Natürliche Person‘ (Maske/Strohmann) ‚Georg Löding‘ des RECHTS gemäß § 1 BGB, ob und gegebenenfalls welchem gesetzlichen Personenkreis er angehört, kann ich zur Zeit nicht nicht entscheiden, weil mir dazu offensichtlich wichtige Kenntnisse fehlen, was mir bisher nicht bewusst war. Ich bestreite daher mit Nichtwissen, welchem gesetzlichen Personenkreis ich angehöre.

      B. Domus (Bau) des Rechtsstreits
      1. Der Mensch georg löding (sui juris), der von dem Rechtssubjekt ‚Natürliche Person‘ (Maske/Strohmann) ‚Georg Löding‘ des RECHTS gemäß § 1 BGB, der durch die völkerrechtswidrig tätige BRD© als PERSONAL™ der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND mit der irreführenden Bezeichnung der Staatsangehörigkeit DEUTSCH® als Capitis Deminutio Maxima (SKLAVE) GEORG LÖDING ausgewiesen wird, zu unterscheiden ist, da es sich beim Menschen georg löding nach jetziger biologischer Auffassung der erkenntnistheoretischen Philosophie des Materialismus [nach Demokrit] (materialistische Weltanschauung) um ein biologisches Lebewesen handelt, das zur einzig überlebenden Art Mensch der Gattung Homo aus der Familie der Menschenaffen aus der Unterordnung der Trockennasenaffen aus der Ordnung der Primaten oder Herrentiere, die zu der Überordnung der Euarchontoglires (Supraprimates) gehörigen Ordnung innerhalb der Unterklasse der höheren Säugetiere (Säuger, Mammalia) oder Plazentatiere (Eutheria. Placentalia) gehört.

      …/7
      – Seite 7 –
      Klage Amtsgericht Pinneberg, Gebühren Stadtsparkasse

      2. Zum 12. September 1944 wurde Deutschland[1] – dies ist der Verfassungsstaat, der in der Pauluskirche am 28. März 1849 konstituiert wurde – völkerrechtswidrig beschlagnahmt [2], am 8. Mai 1945 kapitulierte[3] das Militär des militärischen Bündnisses, das 1871 geschlossen wurde und den NAMEN ‚Deutsches Reich‘ führt [5], am 23. Mai 1945 wurde ihre, wenn auch illegale Regierung, völkerrechtswidrig verhaftet. Am 5. Juni 1945 übernahmen die vier Hauptsiegermächte des sogenannten Zweiten Weltkrieges völkerrechtswidrig die oberste Regierungsgewalt [4] über Deutschland. Für die drei Westzonen wurde am 23. Mai 1949 völkerrechtswidrig die Bundesrepublik Deutschland[6] errichtet, eine in quasi Selbstverwaltung tätige Entität der drei Militärgouverneure der Westzonen.
      3. Wegen dieser Tatsachen wurde der Artikel 120 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland beschlossen „(1) Der Bund trägt die Aufwendungen für Besatzungskosten und die sonstigen inneren und äußeren Kriegsfolgelasten nach näherer Bestimmung von Bundesgesetzen. […] Der Bund trägt die Zuschüsse zu den Lasten der Sozialversicherung mit Einschluß der Arbeitslosenversicherung und der Arbeitslosenhilfe. Die durch diesen Absatz geregelte Verteilung der Kriegsfolgelasten auf Bund und Länder läßt die gesetzliche Regelung von Entschädigungs-Ansprüchen für Kriegsfolgen unberührt.“
      4. Um diese Leistungen – wohl auch Reparationen, die die BRD aufgrund von Geheimverträgen mit den sogenannten „Siegermächten des sogenannten Zweiten Weltkrieges“ geschlossen hat – aufzubringen, verwendet die BRD den positive Außenhandelsüberschuss [C] des Verfassungs-Staates Deutschlands [1] von Euro 200.000.000.000,00 (200 Milliarden Euro) in 2013 und leiht sich die Regierung der BRD über ihre – zu diesem Zwecke gegründete – Briefkastenfirma mit dem Namen Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH [A] weitere Euro 247.000.000.000,00 (247 Milliarden Euro) im Jahr 2013.
      Diese „Gelder“ gehen am Verfassungsstaat Deutschland, seinen Staatsangehörigen und dem, was sich Parlament nennt, ungeprüft, von niemandem beschlossen, geschweige denn kontrolliert „vorbei“.

      Hochachtungsvoll
      georg löding
      (Georg Löding)

      • sascha313 schreibt:

        Das ist ja alles sehr schön geschrieben…, aber glaubst Du allen Ernstes, Georg, daß da auch nur ein Hahn danach kräht? Die scheren sich um solche Papiere einen Sch… – und ab in den Papierkorb. Das machen die so mit allen solchen Schreiben (außer es kommt von einem Rechtsanwalt).

      • Naja, Sascha, eine Richterin der BRD hat mir — in einem extra Absatz — “bestätigt“, ‚daß meine Ausführung‘ richtig ist und das Jobcenter mein Leben zu finanzieren hat!

        Ansonsten hast du freilich recht: Die meisten “Richter“ kehren sich darum einen ‚feuchten Kehricht‘! ABER dennoch nicht alle, weshalb ich halt denke, dass man auch die Richter/innen nicht einfach über einen Kamm scheren sollte, obwohl 97% dieses Gesindels wirklich durch und durch VERDORBEN wurde!!!

      • Politnick schreibt:

        Hmm, die Gründung der BRD war nicht völkerrechtswidrig. Es ist nur so, daß es keinen Friedensvertrag gibt und anstelle einer Verfassung ein Grundgesetz diktiert wurde welches den Besatzungsstatus verewigt.

        Die 1945 auf Jalta und in Potsdam gefassten Beschlüsse wurden mehrfach gebrochen und Deutschland völkerrechtswidrig geteilt. Der 2+4 Vertrag stellt also einen weiteren Bruch mit dem Potsdamer Abkommen dar und die Rückabwicklung volkseigener Betriebe der neuen Bundesländer ist ein Kapitalverbrechen ungeheuren Ausmaßes welches von den Vereinten Nationen (UNO) billigend in Kauf genommen wurde.

        Die Frage der Staatsbürgerschaft regelt ein Gesetz aus dem Jahr 1913 (kein Witz!) und das Fehlen einer Verfassung gem. Artikel 146 GG äußert sich darin, daß der Staat seine eigenen Staatsbürger fremden Mächten ausliefert. Im Übrigen ist die Frage der Staatsbürgerschaft von ? Millionen in Deutschland lebenden Menschen überhaupt nicht geregelt.

        Schönen Sonntag, Frendschaft 😉

      • Selbstverständlich ist es völkerrechtswidrig, wenn die Okkupanten eines Staates — im Falle Deutschlands handelt es sich dabei um 25 Staaten — eine Verwaltung oktroyieren, denn es handelt sich dabei um einen Verstoß gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

        Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass die Alliierten den Okkupanten namens ‚Deutsches Reich‘ = ein Militärbündnis — ähnlich der NATO —, das 1871 von 25 Staaten in Deutschland, die von “Fürsten“ regiert wurden, gegründet wurde, welches von 1933 bis 1945 durch Faschisten geleitet wurde, militärisch besiegten und Deutschland besetzten.

        Während die UdSSR auf dem Gebiet, das von ihr besetzt wurde, die Gründung eines Staates — die DDR — ermöglichte, wurde eine Staatsgründung im Gebiet der drei von GB, FR und USA verwalteten Militärzonen ausgeschlossen:

        Die drei Westzonen wurden also nicht zu einem neuen Staat ‚zusammengefasst‘, sondern einer Verwaltung (völkerrechtlich ist das ein derivatives Völkerrechtssubjekt) namens BRD unterworfen, während mit der Gründung der DDR ein originäres Völkerrechtssubjekt = STAAT entstand.

        Nun bin ich ja im Westen groß geworden und in den 1970-er Jahren zur Schule gegangen. Bilder sagen mehr als viele Worte: In jedem Klassenzimmer gab es eine große Landkarte ‚über‘ Deutschland “in den Grenzen von 1937“. Diese Karten waren in BRD (amerikanische, britische und französische) und DDR (sowjetische) Besatzungs-Zonen sowie zwei unter polnischer und eine unter sowjetischer Verwaltung stehender Gebiete unterteilt.

        Als ein kleines Kind: MUSSTE ich das vielleicht bereits als Lüge erkennen? Hätte ich es denn schon damals als Lüge erkennen können?

        Von wem hätte ich den wissen können, das die BRD ein NICHT-Staat, die DDR jedoch ein echter Staat war???

        Oder welchen Reim hätte ich mir vom Gerede meiner Eltern machen sollen? :::
        “Wir haben ja nicht mal einen Friedensvertrag — “der die Grenzen von 1937 anerkennt, wenn Deutschland ‚entmilitarisiert‘ – !!! wie von Stalin angeboten wurde !!! sich zur NEUTRALITÄT verpflichtet!“:
        Das waren die Worte meines Stiefvaters, der nichts von “Politik“, ‚Religion“ oder “Philosophie“ verstand, obwohl er im Gefängnis viele Jahre lang sich die Zeit nahm, Hegel und Feuerbach u.a. zu lesen! … während meine Mutter über Karl-Eduard Richard Arthur von Schnitzler (* 28. April 1918 in Berlin-Dahlem; † 20. September 2001 in Zeuthen) mir gegenüber ständig vom Sudel Ede sprach!
        … und stellt euch nur vor: Meine Eltern fuhren 1974 mit uns Kindern nach Bayern in den Urlaub, um uns diese schreckliche Grenze zu zeigen, die die bösen Kommunisten errichtet haben, um uns voneinander zu trennen!
        … Gab es irgendwelche Gründe, meinen Eltern (und Lehrern, die den gleichen Scheiß erzählten) zu hinterfragen? Der Kommunismus ist böse! Er ist dein Feind! Nimm dich vor ihm in Acht!“
        Nö! vor ihm in Acht genommen habe ich mich nicht: Ergebnis war jedoch, dass ich mich mit ihm die darauffolgenden 40 Jahre nie beschäftigt hatte!

        In der Hoffnung, daß auch Hanna Fleiss mitliest:

        Du und alle anderen Menschen, die ihr in der DDR aufwachsen ‚durftet‘, hattet und habt es doch so unendlich viel leichter als ich! Euch wurde die Wahrheit versucht zu vermitteln! Wohingegen ich in einem Gespinst religiöser und faschistisch-imperialer LÜGEN aufgewachsen bin!

        Come on! Du redest DIR “Ratlosigkeit“ ein!!!

        — BIN ICH etwa ein “Ausnahme-Mensch“?
        Gemäß meiner Vita müsste ich der Mensch aller RATLOSEN sein! Die Dummheit und der Wahn — denen ich ausgeliefert und dem ich folgsam wie ein Hund war, prädestinieren mich ja geradezu als den König der Ratlosigkeit!

      • Politnick schreibt:

        Natürlich war die Gründung der BRD völkerrechtswidrig!

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  6. Rolf schreibt:

    Das stimmt schon so ungefähr aber es sind für mich eigentlich Rechtsstreitigkeiten einer kapitalistischen Welt. Für mich scheint wichtiger: „Möglich wäre z.B. kleine dezentrale Parteizellen zu bilden…“

    Rolf

  7. Hanna Fleiss schreibt:

    Hallo Politnick

    Zitat: „Hmm, die Gründung der BRD war nicht völkerrechtswidrig. Es ist nur so, daß es keinen Friedensvertrag gibt und anstelle einer Verfassung ein Grundgesetz diktiert wurde welches den Besatzungsstatus verewigt.“

    So? Was verstehst du unter Völkerrecht? Gleich im nächsten Absatz widersprichst du dir, wobei es zumindest faktenmäßig angebracht gewesen wäre, wenn du deinem Satz ein Subjekt beigefügt hättest – nämlich: Wer hat die Potsdamer Beschlüsse gebrochen?

    Zitat: „Die 1945 auf Jalta und in Potsdam gefassten Beschlüsse wurden mehrfach gebrochen und Deutschland völkerrechtswidrig geteilt.“

    Ein bisschen wirr, nicht? Wir dürfen uns also aussuchen, was du meinst?
    Und was die UNO angeht, so ist es kein Geheimnis, dass sie sich voll in der Hand der USA befindet. Was glaubst du, welche Folgen eine Berufung auf die UNO (was die Enteignung der DDR-Bürger angeht) hätte? Das ist doch gleichbedeutend mit Schall und Rauch.

    • Politnick schreibt:

      Liebe Hanna,
      noch gibt es die Gedenkstätte in Schloß Cecilienhof. Ich fand sie letztes Jahr so vor wie ich sie 45 Jahre vorher zuletzt vorfand und auch die Geschichte die heute dort vermittelt wird, ist immer noch dieselbe. Wer weiß wie lange das noch so ist, deswegen habe ich hier schon des öfteren die Empfehlung geschrieben:

      Fahrt mal nach Potsdam, NOCH wird dort die wahre Geschichte erzählt!
      Bist Du nicht aus Brandenburg? Da hast Du es doch nicht weit, fahr mal hin und berichte darüber. Das ist in unser Aller Interesse!

      In diesem Sinne: Freundschaft!

  8. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauchuchanam, nur ganz kurz: Eben läuft auf Phoenix Lindner von der FDP: Sie ist aus den Koalitionsverhandlungen ausgestiegen! Merkel ist dennoch optimistisch, sie wird für das Land eine Regierung schaffen können.

    Aber zu deinem Vorwurf, ich dürfe mir Ratlosigkeit nicht erlauben. Du hast natürlich recht, was die Vergangenheit angeht. Mir geht es um die Gegenwart, und da sollte man die Augen nicht verschließen, bei aller Liebe. Sonst macht man sich selbst was vor. Ich bin ja wohl auch nicht die einzige heutzutage, die ratlos ist.

    Zu dem dann Folgenden enthalte ich mich wohl besser jeder Meinung. Jauchuhanam, wie er leibt und lebt, so kennen wir dich.

    • Liebe Hanna,
      es ist ein Mißverständnis, daß ich dir irgendeinen Vorwurf gemacht habe.

      Zur Ratlosigkeit.
      Sascha hat mir unter anderem das Buch W.I. Lenin: Das Jahr 1917 geschenkt. Vielleicht liest du es noch einmal oder zum ersten Mal, falls noch nicht geschehen. Ich finde jedenfalls, dass es keinen Grund zur Ratlosigkeit gibt, denn der Marxismus-Leninismus ist doch mehr als nur trockene Theorie, sondern viel mehr Handlungsanweisung.

      Mag auch der Sozialismus in Europa eine schwere Niederlage erlitten haben, heißt das ja keineswegs, dass damit der Klassenkampf verloren wurde: Er hat nur einen heftigen Rückschlag erlitten. Am Ende steht dennoch der Sieg der Wahrheit: Satyameva Jayate. (Sanskrit: „Allein die Wahrheit siegt“); Pravda vítězí. (tschechisch für: „Die Wahrheit siegt“), denn nicht die Ungerechtigkeit, nicht die Hirngespinste der Religionen und spekulativen (“metaphysischen“) Philosophien und absurden Ideologien können sich auf Dauer gegen die Wirklichkeit des Materialismus durchsetzen und halten.

      L.G.
      Georg

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Jauchuhanam, du bist nicht der einzige, der im Westen sozialisiert wurde, auch ich komme aus dem Westen, hatte aber das große Glück, Eltern zu haben, die wussten, worum es in der Welt geht. Diese Flucht nach Ostberlin war das Beste, was mir meine Eltern hatten antun können. Lies mal meine Kindheitserinnerungen unter http://www.woerterwelt.jimdo.com, da beschreibe ich die Zeit in Westberlin, gleich nach dem Krieg, bis zur Flucht nach Ostberlin. Ich hoffe, du machst mir keinen Vorwurf daraus, dass ich dann in der Hauptstadt der DDR groß geworden bin. Dass du immer die große Geste bevorzugst, ist dir hoffentlich bewusst. So, und nun Schluss der Debatte. Du bist doch alt genug, um mit dir selbst ins reine kommen zu können. Und wir alle tun ein klein wenig dafür, dass es dir leichter fällt. Machst doch schon ganz gute Fortschritte.

  9. Politnick schreibt:

    Ich habs doch schon mehrfach geschrieben: Wenn wir uns hier mit gegenseitigen Vorwürfen überhäufen ist das der Sache nicht zweckdienlich.
    Aber eine Sache noch: Für mich ist das Schreiben mit Tastatur und Monitor sehr anstrengend. Oft formuliere ich auch bestimmte Dinge noch einmal, um und da bleiben manchmal Wote stehen die den Sinn einer Aussagen entstellen oder gar verdrehen können. Ich sehe das nicht immer, das ist geundheitlich bedingt. Korrigieren kann ich hier nicht und ich brauche hier sehr lange wenn ich was schreibe.
    Freundschaft 😉

    PS Hat jemand Infos zu Simbabwe?

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Schade, dass wir die Revolution nicht mehr auf den Barrikaden auskämpfen. Is’n it, Jauchuhanam?

    • Liebe Hanna,

      dazu ist der Imperialismus militärisch viel zu überlegen, als dass wir die Revolution auf den Barrikaden auskämpfen könnten! Außerdem: Wer sollte denn einen solchen Kampf führen? Grad sind wiedereinmal 70 Genossinnen und Genossen in Bayern aus der DKP ausgetreten.

      1981 hatte die DKP noch 49.000 Mitglieder, heute sind es weniger als 3.500. Davon dürfte in den nächsten Jahren die Hälfte aus Altersgründen das Zeitliche segnen.

      — Sarkasmus an: — Freilich: das ist alles meine Schuld, warum bin ich auch erst 2015 in die DKP eingetreten und nicht schon 1981? 😉 — Sarkasmus aus. => ohne Sarkasmus: Bis auf eine Kommunistin — das war 1982 — die (jedoch) jünger war als ich, hat sich keiner von der DKP für mich interessiert.

      Sarkasmus an!: Wozu auch? Man war mit anderen, mit “wichtigeren Dingen“ beschäftigt. Seltsam: Jeder kleine Kapitalist weiß: Wer nicht wirbt der stirbt! — und Sarkasmus wieder aus!

      Der Marxismus-Leninismus ist keine Theorie oder eine Ansammlung verstaubter Ideen, die der Mensch sich als Antiquariat irgendwo hinstellt.
      Er ist das und zwar ein Wissen schaffendes und dabei gleichzeitig wissenschaftliches Werkzeug, um den Klassenkampf überhaupt führen zu können!, damit er Gewonnen werden kann!, er ist das Werkzeug, welches die Bolschewistische Weltbewegung erst in Gang setzen konnte!

      Denn: ohne Agitation = ohne Werbung (die Kirchen nennen es ‚Mission‘), ist jede politische, religiöse, ideologische und philosophische Bewegung zum Scheitern verurteilt. (Ironie: Da darf durchaus von der FDP und der AfD gelernt werden!
      Sorry: Selbst die Wachturm-Gesellschaft (Zeugen Jehovas) und die ‚Church of Scientology International‘ haben das offensichtlich besser begriffen, als alle Kommunistischen Grüppchen in der BRD, die sich gegenseitig und sogar untereinanderfertig machen“!

      Lenin hätte — genauso, wie all die anderen Phantasten seiner Zeit — den Menschen das Blaue vom Himmel versprechen können! Aber GENAU DEM GEGENÜBER hat er sich VERWEHRT: Er hat allen stets Reinen Wein eingeschenkt: Seinen unendlich vielen Gegnern, wie seinen wenigen — ja seltenen — Freunden!

      Weshalb IST denn gerade dieser Mensch nicht, wie all die anderen in und an Seinem Eigenen Leben gescheitert und warum konnte gerade Stalin dessen Werk fortsetzen und zum Erfolg führen?

      — Wir erinnern uns, dass Lenin — von zwei Kugeln hingestreckt — überlebte?! die viel zu spät entfernt wurden und eine Bleivergiftung zur Folge hatten???

      … das schleichend sein Gehirn vergiftete, was zu seinen vielen, vielen kleinen – kaum von ihm selber bemerkten – Schlaganfällen und dann zu den Schweren führten, die ihm derartig viele Schmerzen bereiteten, dass er seinen besten Freund und Kameraden STALIN bat, seinem Leben ein Ende zu setzen! (Vielleicht hat der große Genosse Stalin “sogar daran gedacht“, Lenin zu gehorchen [wer weiß denn schon, was in einem Menschen vorgeht??)] … “dann bin ich ja hier der große Zampano“ …

      Nein! Der beste Freund Lenins hat sich diesem “verwerflichen“ – wenn auch verständlichen Ansinnen – Verweigert! … und heute behaupten die Feinde des Kommunismus: “Lenin hätte (immer schön im Konjunktiv, damit die LÜGNER nicht angreifbar sind) Syphilis gehabt!

      Liebe Hanna,
      entschuldige, daß ich ein wenig abgeschweift bin!

      Aber solange selbst Menschen, die sich Sozialisten, gar Kommunisten nennen, sich nicht mal mehr über Lenin, geschweige den Stalin im klaren sind … und das zum Anlass ewiger revisionistischer Diskurse führt, die für Diskussionen gehalten werden! IST es gerade in Deutschland fast unmöglich, den normalen Arbeiter zum Klassenkampf zu bewegen, weil er in seiner Gedankenwelt schon den Sozialismus nicht verstehen KANN und den Kommunismus für eine (wie auch immer geartete) Irrlehre hält, dessen MONSTER Josef als treuer Anhänger von Wladimir gewesen sein MUß!

      DASS durch die Führung Stalins — UNTER dem OPFER von 40.000.000 Bürger der Sowjetunion — NICHT auch weitere 400 Millionen Menschen in EUROPA dem widerlichen MORDEN der Nazis anheimgefallen sind !!!

      DENN das war ja der WIRKLICHE Plan, dieser vom WAHN Befallenen:

      ALLE AUSROTTEN, sich ein paar-rasse “Reine“ aussortieren und vermehren!

      DAHINTER stand halt nicht irgendwie etwas “Vernünftiges“ — sondern der WAHN:

      Wir züchten eine neue Menschenrasse.
      Dass diese nur Äußerlich perfekter sein kann, haben diese IRREN freilich nicht erkennen können
      — WAS deren WAHN nicht entschuldigen kann, sondern nur beweist, wie ABSURD ihr vollkommenes IRRESEIN war!

      Irgendwann werden diese meine Worte trotz alledem und alledem als historische Wahrheit gelten und den Schülern gelehrt werden!!!

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    Politnick, eine Sache muss ausdiskutiert werden, sonst schwelt sie weiter. Auch eine Lehre von Lenin. Spiel dich nicht als der große Weise auf. Und wenn du hier Blödsinn schreibst, musst du dich nicht wundern, dass du eine Reaktion kriegst. Und dass man hier nicht korrigieren kann, geht uns allen so. Also lies noch mal durch, was du tippst. Hab doch deine Korrektur gelesen, musst doch keine vielen Worte machen.

  12. Hanna Fleiss schreibt:

    Politnick, ich war zwar in den letzten Jahren nicht in Cecilienhof, aber dass dort heute dasselbe vermittelt wird wie zu DDR-Zeiten – das bezweifele ich doch sehr stark. Zum Beispiel war ich in Karlshorst, dort, wo die Kapitulation unterschrieben wurde, und zwar zu Zeiten der DDR und in den neunziger Jahren. Es war wie Tag und Nacht. Ganz können sie natürlich die großen Leistungen im Kampf gegen den Faschismus und die Opfer der Sowjetunion nicht verschweigen, aber sie tun es so, dass ein gewisser Zweifel bei politisch Unbedarften immer bleibt, dort wird unterschwellig Antikommunismus verbreitet. Das ist meine Erfahrung. Und in Cecilienhof soll das anders sein?
    Mir jedenfalls hat Karlshorst gereicht.

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Lieber Jauchuhanam, wie ich dir schon schrieb, machst du ganz gute Fortschritte. Weiter so, auch wenn du es unter fünf Seiten nie schaffst. Alter Spruch: Fasse dich kurz!

  14. Pingback: Was schwatzt denn da der Herr Müller? | Sascha's Welt

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