Die Kultur der Herrschenden

Gefunden:

Wo käme man denn da hin, wenn in der Kultur den Herrschenden nicht genehme Meinungen geäußert werden dürften. Man stelle sich nur mal vor, in der Kultur könnte jemand die geliebten Freunde aus Übersee einfach so eine terroristische Bande von Angriffskriegern nennen und 9/11 als Inside-Job bezeichnen, die herrschende Ideologie des Zionismus schmähen oder Gotteslästerung gegen die Überhöhung des Holocausts zum quasi-religiösen Popanz betreiben. Nicht auszudenken. Es ist klar, daß da die Wellen hochschlagen. Kunst und Kultur hat schließlich die Aufgabe, die herrschende Macht in ein positives Licht zu stellen, und sie, wenn überhaupt, dann allenfalls so zaghaft zu kritisieren, daß die Kritik denn auch gleich als Lob verstanden würde, daß es nichts wirklich wichtiges zu kritisieren gibt.

Richtige Kultur ist schließlich, wenn man sich zu Tode langweilt, aber trotzdem hingeht, um dagewesen zu sein. Bloß keine Inhalte und nichts zum Nachdenken. In einer Zeit vor der großen Gleichschaltung von Medien, Kunst und Kultur war das freilich einmal anders. Leute wie Schiller, Marx und Brecht standen zu ihrer Zeit mal für eine Parteinahme in spannenden historischen Auseinandersetzungen. Aber wer weiß das schon noch?

Danke an VTR.

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11 Antworten zu Die Kultur der Herrschenden

  1. D. Krüger schreibt:

    ….worin bestehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kunst und Kultur……davon sollte man Wissen…..und hier werden Begriffe vermengt….schade, in der DDR machten sich Wissenschaftler auf – in Berlin und Leipzig – darüber zu forschen und zu berichten….. sowohl Kunst als auch Kultur sind Klassenbedingt……aber darüber kann man nur berichten, wenn man davon weiß……oder man muß glauben……😇😎

    • sascha313 schreibt:

      …tja – Kunst und Kultur sind ohnehin immer klassengebunden. Das scheint auch der Autor dieses Textes ganz gerne mal vergessen zu wollen – bei aller Ironie, die man ihm wohlmeinend unterstellen mag (und ich bin mir da nicht ganz so sicher!)…

      Ursache des Kulturverfalls ist eben der sich zuspitzende antagonistische Widerspruch zwischen den sich entwickelnden Produktivkräften und den herrschenden Produktuionsverhältnissen – und damit selbstredend auch der grundlegende Widerspruch zwischen der Klasse der Besitzer der Produktionsmittel nebst ihren Lakaien und Anbetern und dem Proletariat (den lohnabhängigen Arbeitssklaven).

    • Politnick schreibt:

      Kultur wiederspiegelt eine gemeinsame geistige Grundhaltung eines Volkes oder einer Nation. So ist z.B. die Sprache als das wichtigste Kulturgut auch ein nationales Interesse und der Sprachraum an geografische Grenzen gebunden.

      Wie es hierzulande um die Kultur bestellt ist, darüber sollte jeder mal nachdenken. Insbesondere mit og. Definition im Hinterkopf wird sehr schnell klar, daß es mit einer gemeinsamen geistigen Grundhaltung des Deutschen Volkes ziemlich schlecht aussieht — was natürlich so gewollt ist.

      Freundschaft 😉

  2. Politnick schreibt:

    Ja;
    ich habe mal versucht, einem Bundesbürger zu erklären, daß in den KZ der Faschisten nicht nur Juden inhaftiert waren. Meine Erklärung endete damit, daß der mich auf das Übelste beschimpfte.

    Und noch etwas zum Thema (Zitat, Tagesshow): Nach israelfeindlichen Protesten mit brennenden Flaggen auf deutschen Straßen zeigt sich Bundespräsident Steinmeier entsetzt und beschämt. Der Antisemitismus sei nicht überwunden – und die Verantwortung gegenüber Israel gehe alle an. /Ende

    Verantwortung gegenüber Israel? Was soll das sein? Jedes Land ist, dem Prinzip der Souveränität folgend, selbst verantwortlich für seine Entwicklung! Da reden unsere scheinheiligen Politiker von Verantwortung ohne daß denen die Schamröte ins Gesicht steigt.

    Freundschaft 😉

  3. sascha313 schreibt:

    Als was beschimpfte? Es dürfte doch auch in Westdeutschland kein Geheimnis gewesen sein, daß auch Bibelforscher, Homosexuelle, Sozialdemokraten, aber auch gewöhnliche Verbrecher – doch in erster Linie Antifaschisten ins KZ kamen. Und Kommunisten waren dem Begriff nach eben nicht „Gegner des Nationalsozialismus“ (was in sich schon ein Widerspruch gewesen wäre), sondern Antifaschisten!

    Natürlich ist das Verbrennen israelischer Fahnen ein Ausdruck des Protestes gegen den „Staat Israel“, der ein Besatzerstaat ist, wie auch E. Hecht-Galinski immer wieder betont. und nicht Antisemitismus, der hier immer wieder unterstellt wird. Und zwar von denjenigen, die sowohl die Aggressivität Israels gegenüber dem Volk von Palästina, wie auch der USA gegen den Irak, gegen Libyen, gegen Syrien und gegen Nordkorea immer wieder verteidigen.

    • Politnick schreibt:

      Sicher ist es kein Geheimnis. Aber für meinen Geprächspartner war das ziemlich neu, daß auch Gojim’s im KZ waren und er meinte sinngemäß daß er sich wünschte, ich wäre einer von denen gewesen. Die üblichen Beschimpfungen halt. Einfach nur dumm sowas.

      Frendschaft 😉

  4. Politnick schreibt:

    Ebenfalls eine Frage der Kultur ist, wie ein Volk mit nationalen Minderheiten umgeht. Das ist eine sehr wichtige Frage, auf die der Kapitalismus freilich keine Antwort hat, das sehen wir hier in Deutschland. Offiziell redet man von „multikulti“ und „Fachkräftemangel“ und verwendet auch andere dummdeutsche „Fachbegriffe“ die bestenfalls dafür geeignet sind, die Verursacher und Ziele dieser menschenverachtenden „Integrationspolitik“ zu verschleieren.

    Die Menschen werden regelrecht nach Deutschland getrieben wobei die Gründe natürlich sehr vielfältig sind. Stets jedoch sind sämtliche Gründe auf Profitgier und grenzenlose Ausbeutung zurückzuführen, so ist bereits der Begriff „Flüchtling“ eine glatte Lüge.

    Bei alldem wird der Begriff nationaler Minderheiten die dadurch entstehen gar nicht verwendet. Stattdessen sind „Religionsfreiheit“, „Bleiberecht“, „Familiennachzug“, „Abschiebung“ und „Einwanderung“ auch so dummdeutsche Fachbegriffe die allenfallls dafür gut sind, die Menschen gegeneinander aufzubringen und den Rassismus anzuheizen.

    Und noch döfer wird es mit der Behauptung, Polen u.a. „Ost-EU-Länder“ weigern sich, Flüchtlinge aufzunehmen. Dabei sind diese Länder ja selbst schon längst Opfer der Flucht geworden, welcher Sinn ergäbe sich, wenn Rumänien Flüchtlinge aufnehmen soll, wo doch aus Rumänien selbst die Menschen vertrieben werden!?

    Wie auch immer, der Kapitalismus lebt davon. Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      …wer ist eigentlich mit „ein Volk“ gemeint? Die Bevölkerung, die Volksmassen, die Einwohner, die Deutschen, die Besitzer eines deutschen Personalausweises?

      Karl Marx: „Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.“ Das Kapital, Erster Band, MEW, Bd.23, S.660.)

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