Ljubow Pribytkowa: WOMIT HAT DER „SCHRIFTSTELLER“ LEW DANILKIN SEINE MILLIONEN VERDIENT?

Irgendwie wurde mal der Ministerpräsident der Russischen Föderation Dmitri Medwedew gefragt, warum er nicht auf den Film Nаwalnys „Don’t call him Dimon“ [1] über ihn reagiert habe. Er gab zur Antwort: „Je mehr man solche Lumpen und Gauner kommentiert, desto besser ist es für sie…“ Damit bin ich einverstanden. Obwohl es auch nicht sein kann, daß irgendwelche Gauner bedeutende Persönlichkeiten ungestraft in den Schmutz ziehen dürfen.

Eine betörende Lüge

Danilkin

Danilkin

Vor kurzem hat hier Lew Danilkin aus der Kulturredaktion der „Rossijskaja Gaseta“ ein Buch geschrieben mit dem Titel „Lenin, Pantokrator [2] der Schmutzpartikelchen”. Im Verlag „Junge Garde“ wurde es in der Serie „Aus dem Leben bedeutender Persönlichkeiten“ veröffentlicht. Obwohl bereits vor zehn Jahren in dieser Serie ein ähnliches Buch des englischen Antikommunisten Robert Payne „Lenin. Leben und Tod“ [3] erschienen war. Darüber war in der „Prawda“ ein kritischer Artikel des Professors Alexander Moltschanow „Vorsicht: eine betörende Lüge“ veröffentlicht worden.

Aber die Redaktionen der „Jungen Garde“ und der „Rossijskaja Gaseta“, kleben heute den bürgerlichen Machthabern speichelleckerisch am Mund. Und wiederum wurde eine dickliche Schmähschrift über Lenin veröffentlicht, und nun auch noch von einem Russen. Er erhielt dafür ein Preisgeld in Höhe von 3 Millionen Rubeln [4]. Danilkin ist glücklich: Er hat einen Haufen Geld verdient und hat auch noch, wie er sagt, die „Menschen von der Illusion befreit, was alles über Lenin schon geschrieben wurde“.

Die Wahrheit wird entsorgt

Das Buch hat nun doch nicht Furore gemacht. Die älteren Sowjetmenschen haben schon so viel Schmutz über Lenin und die Bolschewiki im Fernsehen gesehen und im Rundfunk gehört. Und von den Jüngeren wissen viele nicht, wer Lenin ist, und in den Schulen und Hochschulen hat man ihnen darüber nichts erzählt. In all den Wikipedias und auf den Internetwebseiten wird man eines Tages die Wahrheit über die Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr finden. Und Bücher, aus denen man die Wahrheit erfahren kann, lesen viele heute nicht mehr, sie ziehen es vor, in den Netzwerken herumzusurfen.

Der Bourgeoisie, die heute in Rußland an der Macht ist, kann es ja nur recht sein, wenn ihr bürgerliches Bewußtsein, ihre Ideologie, ihre Moral und Ethik zum Allgemeingut werden. Das Verschweigen, das Wegwerfen von Büchern aus den Bibliotheken und gesellschaftlichen Fakultäten der Hochschulen in die Müllkästen und das Verbrennen der Bücher über die Geschichte der KPdSU, die marxistische Philosophie und die politische Ökonomie in den Jahren der Perestrojka hat nichts genutzt. Und so fing man damit an, aktiv die Massenmedien zu verwenden.

Die käuflichen Lügner

Die Bourgeoisie kaufte sich Schriftsteller und Journalisten, Regisseure und Pädagogen, die sie für Geld nach Leibeskräften für sich arbeiten ließ, um ihre Interessen zu schützen – sie lügen, sie entstellen und sie erniedrigen das Erhabene und beschmieren es mit Schmutz. So wurde beispielsweise in Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im Fernsehen eine solche Scheiße gezeigt, daß es schon nicht mehr zu ertragen war.

Ja, und dann gibt es noch so einen – Lew Danilkin. Er nutzte die Gelegenheit, als die neuen Machthaber bestrebt waren, alle Erinnerungen an die schöne sowjetische Zeit, an die heldenhafte Vergangenheit der sowjetischen Menschen aus dem Bewußtsein der Gesellschaft zu löschen. Bewußt wählte er den Weg des Antikommunismus. Eines Tages bemerkte man ihn und gab ihm den Auftrag, über Lenin zu schreiben, ihn anzuschwärzen, niederzumachen und das hohe Ansehen des Führers des Weltproletariats zu zerstören. Der Auftrag wurde erfüllt.

Eine sowjetfeindliche Müllhalde

Die „Rossijskaja Gaseta“ schrieb, daß er dazu 55 Bände der Gesammelten Werke Lenins „verarbeitet“ habe. Das ist natürlich völliger Unsinn. Vielleicht hat er in irgendwelchen Bänden herumgeblättert. Aber eigentlich weiß er nichts von Lenin. Der Marxismus-Leninismus für ihn einfach veraltetes Zeug. Die Bekanntschaft mit seinem Buch – man kann es im Internet nachlesen –, gibt allen Grund zu behaupten, daß alles nur aus abgefeimten Lügen besteht. Es ist eine gewöhnliche Kompilation [5].

Nach der Revolution 1917 und der Gründung des ersten Arbeiter- und Bauern-Staates in der Welt scheute die Bourgeoisie im Westen weder Kosten noch Mühe, um dieses bedeutsame Ereignis zu diskreditieren. Tausende Mitarbeiter der verschiedensten Forschungsinstitute produzierten zu diesem Zweck buchstäblich eine riesige antisowjetische Müllhalde. Sie verfaßten Anekdoten und Fälschungen, griffen allerlei Geschwätz und Gerücht auf und veröffentlichten gehässige Memoiren von aus Rußland geflüchteten Gutsbesitzern und Weißgardisten. Auf dem russischen Friedhof Sainte-Geneviève-des-Bois in Frankreich, sechzehn Kilometer von Paris entfernt, sah ich Hunderte ihrer Gräber. Sie starben mit ihrem Haß auf die Sowjetmacht, den sie aus Rußland mitbrachten.

Die Schmähschrift des Lew Danilkin

Die Bourgeoisie empfahl, die Arbeiter-Bolschewiki und ihre Führer auf lächerliche Weise darzustellen und über das Arbeiter- und Bauern-Land so zu schreiben, daß es den Spott hervorruft. Man mußte die sowjetischen Ideale entwerten, verflachen, herabsetzen und auf alles spucken, was der Stolz des Volkes war.

Seine Fremdsprachenkenntnisse verhalfen Danilkin dazu, auf dieser bürgerlichen Müllhalde etliches Material für die Erfüllung seines Auftrages zusammenzutragen, und seine Fähigkeit, die Tatsachen und Ereignisse frei zu interpretieren, haben zu nichts geführt. Einen „anderen Lenin“ hat er verfaßt, und eine Schmähschrift kam dabei heraus.

Ich lese in dem Buch Danilkins und meine Empörung ist grenzenlos. Daher entschied ich mich, einige der Gründe auszusprechen. Schon von der ersten Seiten an ist das speichelleckerische Wesen des Autors geradezu erschütternd. Urteilen Sie selbst. Über die Kinder- und Jugendjahre erzählt der Autor, was für ein unerträgliches Kind der junge Wladimir Uljanow gewesen sei, wie alle seine Geschwister ihn fürchteten und sich weigerten, mit ihm zu spielen und zu verkehren. Und weiter schreibt er, daß Lenin zwar klug, doch ein unzuverlässiger Mensch“ gewesen sei. „Er war mutig, intrigant und eigensinnig“. „Mit den Männern gelang es ihm offenbar lange nicht, sich anzufreunden, er verärgerte sie mit seiner Intrigenhaftigkeit, seinem Eigensinn, seiner Unzuverlässigkeit, und er hielt es für genehm, Freundschaften und ‚Beziehungen‘ eigenen politischen Vorteilen zu opfern.“ Wer die zahlreichen Memoiren derjenigen kennt, die mit Lenin zusammen lebten und arbeiteten, der weiß diese bösartigen Lügen zu widerlegen.

Ein „neuer Lenin“?

Er schreibt, daß „jede Generation eine neue Geschichte benötigt“, daher sei auch „ein neuer Lenin“ nötig. Wer würde das bestreiten. Die Bourgeoisie benötigt einen solchen „neuen“ Lenin für die Manipulation des gesellschaftlichen Bewußtseins, besonders solcher Spießer, die nur vom Konsum derartiger Sachen leben, die das importierte Geschreibsel und jeden Dreck aus dem Internet konsumieren, die getrieben sind nur von persönlichen Interessen – mehr noch von der Kohle als von schönen Körpern. Sie sorgen sich weder um das Schicksal des Landes, noch um Millionen bettelarmer und elender Menschen.

Und solche Leute glauben natürlich auch dem „Schriftsteller“, daß Lenin vom Radfahren und vom Schach besessen, und ein „wahnsinniger Reisender“ gewesen sei. Der neu aufgetauchte Biograph hat vermutlich nie etwas davon gehört, daß im zaristischen Rußland die revolutionären Arbeiter, die Bolschewiki, ständig von zaristischen Spitzeln verfolgt wurden, und daß jedes Haus, in dem Revolutionäre lebten, überwacht wurde. Lenin stand unter der ständiger Beobachtung.

Verfolgungen und Verbannungen im zaristischen Rußland

Arbeiter, die den Weg des revolutionären Kampfes einschlugen, mußten immer wieder Verhaftungen und Verbannungen, Gefängnisstrafen und Zwangsarbeit über sich ergehen lassen. Ständig wurden Demonstrationen überfallen, und es gab Razzien. Der Verfolgung zu entgehen, die Spürhunde zu überlisten, die Detektive von der Stelle der Kämpfe abzulenken, erforderte nicht wenig Willensstärke und Geschick. Eine der hellsten Persönlichkeiten war der hervorragende Bolschewik Jakob Michajlowitsch Swerdlow. Er wurde nur 33 Jahre alt, davon verbrachte er 12 Jahre in den Gefängnissen und in Verbannungen. Viele Male in ihrem Leben waren Stalin, Dzierżyński, Krassin, Urizki, Ter-Petrossjan (Kamo) und andere Bolschewiki verhaftet.

Und oft mußte auch Lenin fliehen, Schminke und Perücke benutzen, von Stadt zu Stadt, aus einem Land ins andere Land ziehen. Auch er erlitt Verhaftungen und Verbannungen. Aber besessen war er nur von einem – dem Kampf um die Befreiung des werktätigen Volkes von der Selbstherrschaft, vom kapitalistischen Joch, von der sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit.

Volkshelden

Dem Zarismus in Rußland sind viele Volkshelden zum Opfer gefallen. Die Besten aller Besten, wie Stepan Rasin und Jemeljan Pugatschow, sind auf dem Schafott umgekommen. 1826 wurden in Rußland die Dekabristen Rylejew, Pestel, der Murawjow-Apostol, Bestuschew-Rjumin und Kachowski, die sich zum bewaffneten Aufstand gegen die Autokratie und die Leibeigenschaft erhoben hatten, hingerichtet. 126 Teilnehmer des Aufstands wurden gefangengenommen und zur Zwangsarbeit verschickt. 1881 waren für den Mord am Zaren Alexander II. die Revolutionäre des „Narodnaja Wolja“ (Volkswillen) Sophja Perowskaja, Andrej Scheljabow, Nikolaj Kibaltschitsch, Gessja Gelfman und Timofej Michajlow hingerichtet. 1887 wurden wegen der Absicht der Ermordung Alexanders III. die Revolutionäre der neuen Welle der ältere Bruder Lenins Alexanders Uljanow, Schewyrew, Ossipanow, Generalow, Andrejuschkin aufgehängt. Nach ihren Namen und nach dem Namen Lenins wurden nicht zufällig Tausende Straßen, Plätze und Städte der UdSSR benannt.

Die Zarin Katharina II. [6] hat den Begründer des revolutionären Gedankens Alexanders Radischtschews wegen seines Buches „Reise von St. Petersburg nach Moskau“ zum Tode verurteilt. Darin schrieb er als erster öffentlich über die finstere Sklaverei, die ein Wesenszug des zaristischen Rußlands war – es war eine Monarchie des Adels und der Leibeigenschaft. Die Gutsbesitzer kauften und verkauften ihre Leibeigenen, tauschten sie gegen Windhund-Welpen. Die Bauern, die man für 25 Jahre in die Armee preßte, wurden täglich wegen geringster Vergehen mit Ruten oder mit dem Stock traktiert.

Waren die Bolschewiki „Terroristen“?

Aber nicht wegen seiner „Reisen“ hat Danilkin das Buch über Lenin geschrieben. Er hat große Anstrengungen unternommen, um aus Lenin eine furchtbare Schreckgestalt zu machen. Die „Rossijskaja Gaseta“ hat aus seinem Buch ein längeres Kapitel über die militärische Tätigkeit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands (SDAPR)[7] während der Revolution 1905-1907 und der Februar- und Oktoberrevolutionen 1917 abgedruckt. Wie bei den Bolschewiki Labors entstanden, wie sie Sprengstoffe, Geschosse und Bomben herstellten, um die Kampfgruppen der Arbeiter mit Waffen zu versorgen.

Für die Feinde der Arbeiterklasse und ihre Lakaien ist die Bewaffnung der Revolutionäre und ihr Kampf ein „gut geplanter Terror“. Doch für die Bolschewiki war die Revolution eine Gesetzmäßigkeit. Und das Vertrauen auf den bewaffneten Aufstand war eine Notwendigkeit. Sie wußten sehr genau, daß es nur mit Waffen und einer guten Organisation möglich ist, der zaristischen Armee, der bis an die Zähne bewaffneten Polizei, solchen Kopfabschneidern, wie den Abteilungen der Schwarzhunderter und Kosaken, zu widerstehen. Und so schrieb Lenin im Oktober 1905 ans St.Petersburger Komitee:

„Geht zur Jugend. Gründet sofort Kampfgruppen, überall und allerorts, sowohl bei den Studenten als auch besonders bei den Arbeitern usw. usf. Trupps von 3 bis 10, bis zu 30 usw. Mann sollen sich unverzüglich formieren. Sie sollen sich unverzüglich selber bewaffnen, so gut jeder kann, mit Revolvern, Messern, petroleumgetränkten Lappen, um Feuer anzulegen usw.“ [8]

Lenin und die proletarische Revolution

In 1916-1917 Jahren war in Rußland wieder eine revolutionäre Situation entstanden. In Moskau und Petersburg waren viele Unternehmen geschlossen worden. Der Arbeitstag in den Betrieben dauerte 14-16 Stunden. Grausamste Ausbeutung der Arbeiter führte bis zur Erschöpfung ihrer Kräfte. Arbeitslosigkeit, Hunger und kilometerlange Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften nach Brot – Tag und Nacht … die Streiks und die Unruhen hörten nicht auf, häufig gab es auch blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

Lenin verstand, daß die Arbeiterklasse unter diesen Umständen die politische Macht braucht. Nur die Liquidierung der Parasiten – des bürgerlichen Staates – und die Errichtung der Diktatur des Proletariats konnten im Land entscheidende Veränderungen im Interesse des Volkes bewirken. Dazu mußte der materiellen Kraft eine materielle Kraft entgegengesetzt werden. Das bedurfte einer gründlichen militärischen Vorbereitung durch die Bolschewiki, der Arbeiterabteilungen; im Militär war intensive Arbeit notwendig, damit sich auch die Soldaten im Verlaufe eines Aufstandes auf die Seite der Aufständischen stellten. Nicht Verteidigung war notwendig, sondern eine Offensive.

Die Bewaffnung des Proletariats

Lenin war nicht nur ein genialer Theoretiker, sondern auch ein talentierter Praktiker. Für die revolutionären Arbeiter waren damals und sind für uns heute seine Worte eine absolute Wahrheit:

„Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist nur wert, unterdrückt, mißhandelt und als Sklave behandelt zu werden.” [9]

Heute haben die auch die folgenden Aussagen Lenins aus dem Militärprogramm ihren Wahrheitsgehalt nicht verloren:

„Die Bewaffnung der Bourgeoisie gegen das Proletariat ist eine der größten, kardinalsten, wichtigsten Tatsachen der heutigen kapitalistischen Gesellschaft.“ [10]
„Unsere Losung muß lauten: Bewaffnung des Proletariats, um die Bourgeoisie zu besiegen, zu expropriieren und zu entwaffnen. Das ist die einzig mögliche Taktik der revolutionären Klasse, eine Taktik, die sich aus der ganzen objektiven Entwicklung des kapitalistischen Militarismus ergibt und von dieser Entwicklung diktiert wird. Erst nachdem das Proletariat die Bourgeoisie entwaffnet hat, kann es, ohne an seiner weltgeschichtlichen Aufgabe Verrat zu üben, alle Waffen zum alten Eisen werfen, was es dann auch zweifellos tun wird, aber erst dann, auf keinen Fall früher.“ [11]

Der Verstand Lenins, sein Talent als Organisator und Führer, seine Fähigkeit alles zu berechnen und vorauszusehen, haben geholfen, die Arbeiterklasse 1917 zum Sieg zur führen.

Gibt es heute eine revolutionäre Situation?

In Rußland herrscht heute fast Stille, ein ruhiges idyllisches Leben, ja – Gottesglückseligkeit. Bis zu einer revolutionären Situation im Land ist es noch weit. Nur manchmal werden die Arbeiter einen wirtschaftlichen Streik durchführen, um ein paar kleine Zugeständnisse der Bosse anzustreben. Die Unzufriedenheit kann man nur in der Küche hören. Und über so etwas, wie es die legendäre Wera Sassulitsch tat, die wegen einer Beleidigung des von ihm Verhafteten Volksfrontlers auf den Stadthauptmann Trepow schoß, ist erst recht nichts zu hören. In Irkutsk wurde z.B. ein Denkmal für Koltschak [12] errichtet, den Henker von Tausenden Rotarmisten, Greisen, Frauen und Kindern in Sibirien. Doch über Versuche einer Sprengung von Denkmälern für solche Henker und Unterdrücker des Volkes war in Irkutsk und in anderen Städten bisher noch nichts zu hören.

Alles verändert sich…

Danke an die „Rossijskaja Gaseta“ und ihren Autor für solche Stories über die „terroristische“ Tätigkeit der SDAPR. Die Bewaffnung der Bourgeoisie zu Beginn des 21.Jahrhunderts, ist natürlich nicht dieselbe, wie zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Und man kann die militärischen Erfahrungen der Bolschewiki für das Gespräch mit der Bourgeoisie in einer revolutionären Situation der Zukunft durchaus für veraltet halten, doch alles fließt und alles verändert sich. Und auch die alten Erfahrungen können von großem Nutzen sein. Oder stimmt das etwa nicht?

Ljubow Pribytkowa
im Januar 2018.

Anmerkungen:
[1] Ein schmutziger Filmstreifen über die angebliche Korruption Medwedjews.
[2] Pantokrator: griech. – Herrscher.
[3] Robert Payne: The life and death of Lenin. Hale, London, 1964. Das Buch dieses antikommunistischen Schmierfinken erschien 1965 auch in Westdeutschland.
[4] Drei Millionen Rubel = 43.000 Euro
[5] Kompilation, die (_,_en): Sammlung, Zusammentragung; durch (unschöpfer.) Zusammentragen aus anderen Werken entstandene Schrift.
[6] Katharina II. (1729-1796, russ. Екатериа): Frau Peters III., den sie 1762 stürzte; geborene Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst; gab sich anfangs als „aufgeklärte Monarchin“; sie unterdrückzte den Bauernaufstand unter Pugatschow 1773/75, verschärfte die Leibeigenschaftsgesetze, beseitigte die Selbstverwaltung der Kosaken und bekämpfte nach der Französischen Revolution jede fortschrittliche Bewegung. Unter ihrer Herrschaft wurde Rußland Weltmacht: Rußland erwarb in dieser Zeit die Krim, die Gebiete zwischen Dnepr, Don und Dnestr sowie Belorußland und die Westukraine (Teilung Polens). Katharina förderte den Ausbau der Hauptstadt Petersburg und die Gründung neuer Städte (u.a. Sewastopol, Odessa). Ihr Günstling G.A. Potjomkin erlangte großen Einfluß auf die Staatsgeschäfte (BI-Universal-Lexikon, Lpz.1986). Anmerkung: als vor ein paar Jahren in Zerbst eine Plastik für die Monarchin aufgestellt wurde, hat so ein Idiot von Bürgermeister diese Plastik sogar geküßt!!!
[7] SDAPR: revolutionäre Partei des russ. Proletariats, 1898 gegründet; nach dem Ausschluß der Menschewiki 1912 zur Sozialdemokratischen Partei Rußlands (Bolschewiki) formiert, auf dem VII.Parteitag 1918 in Kommunistische Partei Rußlands (Bolschewiki) umbenannt.
[8] W.I. Lenin: An den Kampfausschuß des St.Petersburger Komitees. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1957, Bd.9, S.343.
[9] W.I. Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution. In: W.I. Lenin: Werke, Dietz Verlag Berlin, 1975, Bd.23, S.75.
[10] ebd. S.76.
{11] W.I. Lenin: Über die Losung der „Entwaffnung“. In: W.I Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1975, Bd.23, S.93f.
[12] Koltschak, Alexander Wassiljewitsch (1874-1920), russischer Admiral; 1918/19 „Oberster Regent“ und Oberbefehlshaber der konterrevolutionären Regierung in Sibirien (Sitz Omsk), seinen Vorstoß zur mittleren Wolga 1919 schlug die Rote Armee zurück und vernichtete seine Armee. Koltschak wurde wegen seiner Kriegsverbrechen vom revolutionären Kriegsrat in Irkutsk zum Tode verurteilt und erschossen.

(Übersetzung: Ina Scheppel)

pdfimage Ljubow Pribytkowa Wie Danilkin seine Millionen verdiente


Zur Ergänzung hier ein Video aus Irkutsk, das auf die heroische Geschichte der Stadt und den Kampf der Bolschewiki gegen die Konterrevolution verweist. Wie heute die neoliberalen Banditen mit der Geschichte der UdSSR und ihren Denkmalen umgeht, ist ein Skandal, der wohl kaum zu überbieten ist…

История революционной борьбы: памятник борцам революции в Иркутске.

(Geschichte der revolutionären Kämpfe: Das Denkmal für die Kämpfer der Revolution in Irkutsk. Hinweis: auf youtube →Einstellungen →Untertitel kann auch die Sprache eingestellt werden. Die Übersetzungen sind zwar mangelhaft, aber ein wenig hilfreich!)

Siehe auch:
Ljubow Pribytkowa: Sieben Millionen für einen Fälscher

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19 Antworten zu Ljubow Pribytkowa: WOMIT HAT DER „SCHRIFTSTELLER“ LEW DANILKIN SEINE MILLIONEN VERDIENT?

  1. Pingback: "Sascha Iwanows Welt"

  2. Sascha Iwanow schreibt:

    Sascha, da fallen mir nur die Worte ein: Imperialistischer Ethnozid (kultureller Völkermord), und zwar im großen Stil.
    Es ist überall auf der Welt das gleiche – die Herrschenden verblöden das Volk, um an der Macht zu bleiben, hier, wie in Russland.
    Und – es gibt überall rückgratlose Vasallen und Lakaien der Bourgeoisie, die für ein paar Silberlinge jeden Schutz zusammen kehren und Bücher schreiben. Viktor Suworow, alias Wladimir Resun, ist doch keine Ausnahme.
    Sind wir das hier anders gewöhnt? Darum werde ich jede freie Minute am PC sitzen und gegen die Volksverblödung „anschreiben“. Wer sich informieren will, soll bei mir/uns genügend Material finden.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für’s übernehmen! Ein genialer Beitrag von L.P. ! Wir werden nicht „die einzigen“ bleiben, auch wenn die „große Masse“ der heutigen „Veranstaltungsbesucher“ und „Küchenphilosophen“ uns mit ihrer Dummheit oft in Erstaunen versetzt….

      • Sascha Iwanow schreibt:

        Sascha, völlig richtig. Wie schrieb schon Lenin:

        „Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“.

        Und – die oben können nicht mehr. Das sieht man an dem Nichtzustandekommen einer deutschen Regierung und der Steuersenkung in den USA.
        Der Imperialismus hat seine maximale Ausdehnung erreicht – ab jetzt kann er nur noch intensiviert werden.
        Was das bedeutet, wissen wir alle – Verschärfung der, schon jetzt nicht mehr übersehbaren, sozialen Spannungen und die Zunahme der Kriege. Die Zeit der „friedlichen Koexistenz“ ist endgültig vor bei, und die Antagonismen des Imperialismus, werden die Situation weiter verschärfen.

  3. Politnick schreibt:

    Der Begriff „Schmähschrift“ ist dem Wortschatz Hitlers entlehnt und ein bürgerlicher Begriff. Nur zur Info, MfG

    • sascha313 schreibt:

      Der Begriff „Schmähschrift“ wurde auch schon zu Luthers Zeiten verwendet („Schmähschrift Wider Hans Worst“ 1541). Das zweibändige „Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon von 1914 (!) – 2.Band, Seite 642 verweist und unter dem Begriff „Schmähschrift“ auf „Pasquill“. Nach dem Synonymwörterbuch kann dafür auch „Pamphlet“ verwendet werden.

      (P.S. Den Text der Übersetzung in Zusammenhang mit Hitler zu bringen und den geläufigen Begriff „Schmähschrift“ als „bürgerlichen Begriff“ zu bezeichnen, ist eine Frechheit und erneute Provokation, die nunmehr die sofortige Sperrung von „Politnick“ zu Folge hat!)

    • Sascha Iwanow schreibt:

      Was für ein Unsinn! Schon im 16. Jahrhundert wurde dieses Wort benutzt. (nach Pamphlet, Cranach: Papa loquitur – 1545, suchen)
      Pamphlet (Bedeutung): …entweder aus dem Französischen oder aus dem Englischen ins Deutsche. Synonyme: 1) „Schmähschrift“, Streitschrift ( s. Wortbedeutung, Wörterbuch)

      Das Wort auf Hitler zurück zuführen, ist albern und zeugt von Unwissenheit.

      Das Wort: „Revolution“, auch ein „bürgerlicher Begriff“, kommt aus dem spätlateinischen revolutio („Umdrehung“, wörtlich „das Zurückwälzen“), wurde zuerst in der Astronomie benutzt und erst später für „gesellschaftliche Umwälzungen“ verwendet.

      Wenn wir heute alle „bürgerlichen Begriffe“ oder solche die ein Hitler oder Goebbels benutzt haben, ausklammern müssten, könnten wir nur stottern.

      • sascha313 schreibt:

        Genau! Und da müßten wir dann ja eigentlich „Provolution“ sagen, aber „Revolution“ heißt ja auch: den unerträglichen Zustand der Ausbeutung und Bevormundung des Volkes durch eine besitzende Minderheit rückgängig zu machen 🙂
        Interessaant ist ja auch, daß diese „Gottesglückseligkeit“ hierzulande mehr und mehr durch eine „Vergnügungsseligkeit“ verdrängt wird. (In Berlin war zum Jahreswechsel am Brandenburger Tor ein neuer Besucherekord zu verzeichnen.)

      • Sascha Iwanow schreibt:

        Sascha, das ist wie auf der Titanic.
        Die wollen ja jetzt sogar nach den Noten der Lieder tauschen, die die Kapelle beim Untergang gespielt haben. 🙂

      • sascha313 schreibt:

        …nur mit dem Unterschied, daß die Passagiere der Titanic alle über deren Untergang informiert waren! Heute wird dagegen unverdrossen weiter getanzt 🙂

  4. Vorfinder schreibt:

    Danke für die Übersetzung! Die Arbeiten von Ljubow Pribytkowa sind ein großer Gewinn für deutsche Leser. In der BRD sind ähnlich klare und revolutionäre Köpfe aus der Medienlandschaft radiert. Also gilt es immer und immer weiter zu verbreiten, was hier an Aufklärung geleistet wird.

  5. Ulrich Schliz schreibt:

    Ja – und was sind die Konsequenzen für uns??? Ich bin der Meinung, dass wir Kommunisten mit unserem Waffenarsenal im Kampf um das Bewusstsein hinterherhinken. Um die vorletzte Jahrhundertwende herum reagierte man ganz richtig auf die Informationspolitik der Herrschenden mit einer eigenen Presse. Der Agit-Prop war eine entscheidende Waffe und fast unschlagbar. Der faschistische Prpagandaminister Goebbels hat das sehr gut erkannt und zog gleich mit Gleichschaltung, Greuelpropganda, etc. Das Ganze haben dann alle Imperialisten von ihm übernommen und ist heute als PSY-WAR bekannt -abgefeimt, ausgeklügelt, wissenschaftlich, professionell und bar jeden Skrupels.

    Wir Kommunisten haben auf der rationalen Ebene alle Vorteile. Unsere Sache stimmt einfach. Und so argumentieren wir, wie es sein soll – logisch, der Wahrheit gerecht und permanent bemüht zu rechtfertigen, auch dann wenn eigentlich die Beweislast bei der bourgeoisen Dreckschleuder liegt. Aber das genügt heute nicht mehr. Es ist eben ganz genau das logische, rationale Element, die angstfreie Analyse, die von der reaktionären Meinungsmanipulation erfolgreich ausgehebelt wird. Es dreht sich nicht mehr um Logik, sondern um Angst und Interesse. Es ist kein Zufall, dass die Kampfpositionen der revolutionären Arbeiterbewegung genau ab dem zweiten Weltkrieg oder dem dritten Reich zunehmend weniger wurden und der Opportunismus bis ins Unermessliche wuchs.

    Ein wichtiger Grund ist die neue Waffe der Bourgeoisie. Sie funkioniert genauso gut und kalkuierbar wie jede andere Waffe. Es ist schlicht Militärpsychologie. Man nehme nur das apokalyptisch, irrationale Verhalten so vieler Menschen, wenn es zum Thema Stalin kommt. Das ist nicht normal, hat aber seinen realen gut fabrizierten Grund. Goebbels und seine Erben haben die Wichtigkeit des subjektiven Faktors im Menschen gut erkannt und benutzt. Und meiner Meinung nach haben wir Kommunisten das bei weitem unterschätzt. Aber alles hat seinen Grund und seine Logik.

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Es wird Zeit, dass wir uns mit diesem Thema mehr befassen. Dann finden wir auch das neue Gegenmittel. Und wenn wir es schaffen, diese Waffe der Bourgeoisie zu neutralisieren – denke ich, dann haben wir es überhaupt geschafft.

  6. Rolf schreibt:

    Einen – nach meiner Meinung – guten Vortrag zur angewendeten Psychologie (auch zur Angst) habe ich von Prof. Mausfeld gesehen:
    „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“

    Rolf

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Rolf, für den interessanten Beitrag von Prof. Mausfeld. Er bringt eine Menge bemerkenswerter und zutreffender Gedanken zum Thema der geistigen Manipulierung. Doch lediglich an drei Stellen (bei 29:05, 54:47 und 1:19:00) seines 100-minütigen Vortrags streift er beiläufig und wohl eher zufällig den entscheidenden Punkt: „die Besitzenden“ – will sagen: die Besitzer der Produktionsmittel / Kapitalismus / Eigentum. Es ist eine idealistische Konstruktion, die Klasse der Eliten auf diese Weise (ideologisch) dem Volk gegenüberzustellen. Die Wahrheit ist aber: Das materielle Sein bestimmt das Bewußtsein. Da Mausfeld das zu „übersehen“ scheint, sind seine durchaus richtigen Gedanken impotent, unwirksam, folgenlos. Es bleibt eine Kabarettveranstaltung!

      Unbedingt ansehen! – aber bitte immer unter dem Blickwinkel (und im Kontext) der materialistischen Dialektik (das klammert Mausfeld völlig aus!) Es gibt zahlreiche Stellen, an denen man seine interessanten Feststellungen vom Kopf auf die Füße stellen mußte… klar Mausfeld ist ein bürgerlicher Wissenschaftler!

  7. Rolf schreibt:

    Nun, es stimmt schon, Prof. Mausfeld ist kein Kommunist, er ist ein bürgerlicher Psychologe.
    Nach meiner Meinung sollte man seine Ausführungen zu den psychologischen Methoden des Kapitalismus doch schon beherzigen. Sie zeigen doch deutlich, wie das Volk manipuliert und benutzt wird. Kritisieren wir nicht auch diese Sachen? Sind die Kapitalisten und ihre Machenschaften nicht auch unsere Feinde?
    Seine Ausführungen sind doch erst mal ein Anfang, die Menschen mit den Machenschaften der Kapitalisten zu konfrontieren und die Menschheit aufzurütteln.
    Ich meine, man sollte seine Aktivitäten nutzen, für unsere Sache.

    Rolf

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