Der psychologische Krieg…

PsychoterrorEs sieht alles noch sehr harmlos aus. Doch die herrschenden Klassen in den imperialistischen Ländern, allen  voran der USA, führen seit geraumer Zeit einen verschärften ideologischen Kampf zur Irreführung der eigenen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit. Dieser Kampf richtet sich insbesondere gegen die Arbeiterklasse und die fortschrittlichen Kräfte dieser Länder. Hauptinhalt dieser Auseinandersetzung ist die Verbreitung von Falschmeldungen (fake news) zur Erlangung ökonomischer Vorteile, die Hetze gegen bestimmte Länder, deren Souveränität zum Zwecke der Kriegsvorbereitung infrage gestellt werden soll, die Geschichtsfälschung und Indoktrination antikommunistischer Vorurteile, die Verherrlichung der bürgerlichen Lebensweise und vieles andere mehr. Da sich Ziel und Inhalt der ideologischen Beeinflussung gegen die Interessen derjenigen richten, auf die sie ausgeübt wird, ist es notwendig, das ideolo­gische und politische Wesen dieser Tätigkeit zu verschleiern. Es handelt sich also um eine subversive Tätigkeit des Imperialismus, die man ohne weiteres auch als geheimen psychologischen Krieg bezeichnen kann.

Was ist psychologischer Krieg?

Darunter versteht man in den imperialistischen Ländern die Anwendung zersetzender Mittel und Maßnahmen im Frieden wie im Krieg zum Zwecke der ideologischen Entwaffnung, der Untergrabung der psychischen Stabilität, der Aufwiegelung der Bevölkerung und der Armeeangehörigen anderer Länder zu staatsfeindlichen Handlungen beziehungsweise zur Inaktivität.  Als Erklärung für diese Bezeichnung gibt man oft an, daß daran Psychologen und die Psychologie beteiligt sind; aber das ist nicht der einzige Grund. Der Imperialismus führt einen permanenten ideologischen Kampf gegen die Arbeiterklasse und die fortschrittlichen Kräfte aller Länder.

Worin besteht dieser psychologische Krieg?

Die Imperialisten sehen in der psychologischen Kriegführung eine vielversprechende Waffe. Gestützt auf psychologische Theorien und Erkenntnisse, verfeinern sie die Mittel und Methoden der ideologischen Diversion und schüren den psychologischen Krieg gegen andere Länder, ja – sie hecken sogar Intrigen aus gegen ihre eigenen Verbündeten. Das war übrigens auch schon im vorigen Jahrhundert so – während der beiden Weltkriege. Die Ereignisse der letzten Jahre, insbesondere die Flut von provokatorischen Meldungen und Berichten (via Facebook und Twitter), die Verbreitung von falschen Nachrichten und gefälschten Bildern und Videos im Internet und in den Zeitungen, die zahlreichen irreführenden Berichte, Artikel und Doktorarbeiten – das Ausmaß der Wühltätigkeit in fast allen Teilen der Welt zeigen, daß der psychologische Druck des Imperialismus  erheblich zugenommen hat. Darauf hatte schon LENIN hingewiesen: »Wenn der ideologische Einfluß der Bourgeoisie auf die Arbeiter zurückgeht, untergraben wird, schwächer wird, nahm und nimmt die Bourgeoisie überall und immer Zuflucht zur verzweifeltsten Lüge und Verleumdung.« [1]

Eine wichtige Art der Kriegführung

Schließlich sprechen auch die unverhüllten zynischen Erklärungen führender Vertreter der Bourgeoisie für sich. Geheimdienstler und Militärs von CIA und NATO bezeichnen die psychologische Kriegführung als eine wichtige Art der Krieg- beziehungsweise Kampfführung der Zukunft, denn es sei billiger, dem Gegner den Gedanken von der unvermeidlichen Niederlage zu suggerieren und ihn zu veranlassen, auf den Kampf zu verzichten (so wie es im Fall der DDR war). Das heißt aber nicht, daß die Imperialisten den bewaffneten Kampf in ihren Plänen gestrichen hätten. Im Gegenteil: Das militärische Potential wird weiter gestärkt.

Was ist der Kern der psychologischen Kriegführung?

Die bürgerlichen Psychologen betonen die Rolle des Unbewußten. Sie behaupten, emotionale Reize, allen voran Täuschung und Drohung, seien die besten Mittel der Einwirkung auf die Menschen. Dieser Standpunkt bildet den Kern der Theorie von der psychologischen Kriegführung, wenn man sie des ganzen komplizierten Überbaus entkleidet, den zahlreiche Theoretiker (JANOWITZ, FRAZER, CHOUKAS und andere) errichtet haben. Ihre Bemühungen galten dem Zweck, dieses schmutzige Geschäft weißzuwaschen und es als ein Handwerk hinzustellen, das ebenso seine Existenzberechtigung hat wie jede andere Arbeit.

Die Technik des Unbewußten

Die bürgerlichen Psychologen stellen ihre Arbeit gern als eine rein technische, eng spezialisierte Angelegenheit hin. In Wirklichkeit entwickelt die Psychologie jedoch Verhaltensmodelle des Menschen, untersucht seine psychischen Reaktionen und forscht auf dieser Grundlage nach jenem Mittel psychologischer Einwirkung, das die besten Ergebnisse verspricht. Der größte Erfolg stelle sich ein, wenn man »die unterbewußten Gefühle des Menschen anspricht«. [2] So wird der Inhalt (und damit das Denken) in den Hintergrund gedrängt, während man der Anzahl und Form der Beeinflus­sungsmittel die entscheidende Bedeutung beimißt.

Das Bewußtsein wird geschmälert und abgelenkt

Die bürgerliche Psychologie muß die Bedeutung des individuellen Bewußtseins schmälern. Sie muß die Rolle des Unbewußten hochspielen, weil es ihr sonst unmöglich ist, die psychologische Einwirkung inhaltlich erfolgreich zu gestalten. Die Soldaten des Gegners sollen dazu gebracht werden, ihre bisherigen Über­zeugungen aufzugeben und die von der Bourgeoisie beabsichtigten Ziele zu ihren eigenen zu machen. Der Imperialismus kann sich in seinem Kampf eben nicht auf Ideen stützen, die eine solche Ausstrahlungskraft haben wie die wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus-Leninismus. Deshalb hat die Bourgeoisie gelernt, zu heucheln und auf tausenderlei Art und Weise die Völker hinters Licht zu führen.

Wie funktioniert der psychologische Krieg?

Am Anfang wird die Situation in einem Land, in einem Zweig der Volkswirtschaft oder in einem Gebiet in den schwärzesten Farben gemalt, durch äußere Zwangsmaßnahmen (z.B. Sanktionen) geschwächt und durch eingeschleuste Diversionsgruppierungen (wie NGOs, Sekten und angeblich Menschenrechtstruppen) destabilisiert. Wenn dann die Menschen nach Meinung der Provokateure von »Unruhe« ergriffen sind, suggeriert man ihnen den Gedanken, daß die Partei, der Staat oder konkrete Personen an der mißlichen Lage schuld seien. Dabei rechnet man damit, daß sich die Spannung in Form von Haß, Unruhen oder nnderen Reaktionen gegen diese Organisationen und Personen entlädt. Auf diese Weise zum Beispiel haben seinerzeit die die Organe für psychologische Kriegführung der USA und der BRD die Bevölkerung Ungarns, der ČSSR und der DDR »bearbeitet«, um das Vertrauen zu den jeweiligen Kommunistischen Parteien zu untergraben.

Wie arbeiten die bürgerlichen Militärpsychologen?

Das Arbeitsfeld der bürgerlichen Militärpsychologen erstreckt sich auf folgende militärische Gebiete:

  1. die Ausbildung (Unterricht, Ausbildung von Spezialisten, psychologische Vorbereitung der Armeeangehörigen auf den Krieg, Ausbildung in den Teilstreitkräften, der verschiedenen Kategorien von Wehrpflichtigen usw.),
  2. die Auswahl (psychotechnische Überprüfungen, Klassifizie­rung, Einsatzlenkung, Versetzung),
  3. die Führung der Menschen und Einheiten unter Garnison­bedingungen und im Gefecht (Prozeß und Regeln der Führung, Eigenschaften des Leiters, Kennenlernen der Unterstellten; Antrieb und Suggestion),
  4. der Einsatz der Technik und der Waffen im Gefecht(Fertig­keiten, Ermüdung, Leistungsfähigkeit),
  5. die Konstruktion technischer Kampfmittel (ausgehend vonden Möglichkeiten der Menschen, die sie bedienen),
  6. die Bildung, Festigung und Erhaltung von Teams und Mannschaften und
  7. die psychologische Kampfführung.

Die bürgerliche »Kampfmoral«

Die Psychologen unterstützen den militärischen Aufbau, indem sie vorrangig Konzeptionen über den moralischen Faktor sowie Mittel für psychotechnische Überprüfungen und Verfahren zur psychologischen Einwirkung auf die Menschen ausarbeiten. Zu den Problemen des moralischen Faktors gehören seine De­finition und Beschreibung, die Bewertung sowie die Suche nach Mitteln und Wegen zur Einwirkung auf die Armeeangehörigen.

  • Beschreibung: In ihrer allgemeinen Interpretation des mo­ralischen Faktors behalten die bürgerlichen Militärpsychologen den Terminus »moralischer Geist« bei. Dieser Begriff stammt aus dem Altertum, hat sich im Mittelalter eingebürgert und ist in der Neuzeit modernisiert worden. Die Frage nach dem Wesen und den Quellen des moralischen Faktors wird ausgeklammert. Es kommt nicht von ungefähr, daß COPELAND die Moral als mehr Unbestimmtes denn Bestimmtes definiert. Man reduziert sie daher auf die traditionellen soldatischen Eigenschaften (Tapferkeit, kämpferischen Geist usw.), auf das Ziel der Tätigkeit (den Gegner zu vernichten und selbst am Leben zu bleiben) und auf das Pflichtbewußtsein; Söldner aber, die aus materiellem Interesse kämpfen, hält man für die besseren Soldaten. Die Moral des Soldaten im Gefecht äußere sich als Reaktion auf die Belastungen in einem Spannungszustand, der eine obereGrenze habe. Bei geringen Verlusten zum Beispiel habe dieser Zustand angeblich eine Steigerung der Kampffähigkeit zur Folge. Bei hohen Ausfällen nehme sie jedoch ab, weil es zu einer Überbeanspruchung komme und Verzweiflung aufkomme.
  • Bewertung: Ausgebend von diesem simplen Schema, berech­nen Militärpsychologen die Wechselbeziehung (Korrelation) zwischen bestimmten Faktoren und den Ergebnissen der Gefechtstätigkeit von Einheiten und Einzelkämpfern, die als Ver­körperung des moralischen Geistes gelten. Der Beurteilung des moralischen Zustands wird eine Bewer­tungsskala zugrunde gelegt, die davon ausgeht, ob die Einheiten beziehungsweise die einzelnen Soldaten ihre Gefechtsaufgaben übererfüllt, erfüllt, nicht ganz erfüllt, keine Aktivität gezeigt oder ihre Erfüllung verweigert haben. Nach Ansicht bürgerlicher Militärpsychologen ist die Moral eine von der Außenwelt hervorgerufene Äußerung der Gedanken und Gefühle. Aus diesem rein behavioristischen Schema folgt, daß die Arbeit mit dem Soldaten ein inhaltloser, rein manipulativer Prozeß der äußeren Einwirkung auf seine Gedanken und Gefühle ist.
  • Wege: Das von den bürgerlichen Militärpsychologen geschaffene Modell des moralischen Faktors gibt der politischen Unter­weisung der Armeeangehörigen eine bestimmte Orientierung. Die Indoktrination soll dem Soldaten im Gefecht, im unmittel­baren Kampf Mann gegen Mann eine innere Stütze sein. In Wirklichkeit ist der eigentliche Grund der ideologischen Ein­flußnahme in der imperialistischen Armee kein psychologischer, sondern ein politischer. Die Armee eines kapitalistischen Staates ist ihrer sozialen Zusammensetzung nach heterogen. Das zwingt die herrschende Klasse, erstens die Soldaten zu politischer Indifferenz zu erziehen und zweitens – nach den Worten bürgerlicher Psychologen – bei ihnen einen Aggressionskomplex auszubilden, das heißt, sie zum blinden Haß gegen den Kommunismus, gegen die Streitkräfte anderer Länder (gegen Rußland, Syrien, Nordkorea usw.) und jeden einzelnen Menschen dieser Ländern zu manipulieren.

Methoden der psychologischen Beeinflussung

1. Die Erziehung zur politischen Indifferenz

Die Erziehung zur politischen Indifferenz wird durch eine außerordentlich strenge politische Zensur unterstützt. Diese verhindert, daß Gedanken vom Klassenkampf in die Armee getragen werden. Der amerikanische Publizist SCHILLER bezeugt, daß man die Armeeangehörigen mit Propagandamitteln der Armee »von der Wirklichkeit isoliert, indem man ihnen ein gründlich zurechtfrisiertes Bild von den Ereignissen in der Welt vermittelt«. Dieser Erziehung dient auch die von Psychologen begründete Methode der Ablenkung. Zu diesem Zweck nährt man unter den Armeeangehörigen Illusionen über eine Klassenharmonie und stellt die »Marktwirtschaft« (das Wort »Kapitalismus« wird in dem Zusammenhang meist vermieden) als positiv hin, propagiert die europäische bzw. nationale Einheit angesichts der »Gefahr des Terrorismus«, die besondere Mission der Bundeswehr bzw. des amerika­nischen Soldaten usw.

2. Der ideologische Drill

Der amerikanische Senator FULBRIGHT steift in seinem Buch »Der Propagandaapparat des Pentagon« fest, daß Tausende von Spezialisten an einem für die Öffentlichkeit akzeptablen Charakterbild des Soldaten arbeiten. Es geht hier um die Methodik des ideologischen Drills. Der Drill ist ein zwangsläufiges, gesetzmäßiges Produkt des imperialistischen Systems. Er durchdringt die gesamte ideologische Beeinflussung der Angehörigen imperialistischer Armeen. Die pausenlose Wiederholung einfacher ideologischer Stereotype über alle Informationskanäle der Armee nimmt nicht nur Verstand und Gefühle des Soldaten gefangen, lenkt ihn nicht nur von anderen Gedanken ab, sondern bringt ihm auch die gewünschten politischen und ethischen Klischees bei, an die er sich gewöhnt und denen er folgt.

3. Der physische Drill

Der Drill beherrscht auch die Gefechtsausbildung, denn ihr ist ja, wie die bürgerlichen Spezialisten selbst sagen, in der im­perialistischen Armee die Aufgabe gestellt, die Menschen so auszubilden, daß ihnen bestimmte Fertigkeiten in Fleisch und Blut übergehen und sie diese selbst dann zu gebrauchen wissen, wenn die emotionale Ablenkung ihren Höhepunkt erreicht. Die hier vereinfacht umrissene zentrale Aufgabe der militärischen Ausbildung wird logischerweise auch von einer vereinfachten Methodik begleitet. Hinter dieser äußeren Logik aber muß man den Klassenhintergrund sehen.

4. Die suggestive Methode

Die Psychologen beteiligen sich außerdem an der Ausarbeitung von Verfahren, mit denen sich ein »Aggressionskomplex« her­vorrufen läßt. Objektiv kann man diese Aufgabe in einer bürger­lichen Armee methodisch nur auf zweierlei Art lösen: einerseits durch Suggestion und zum anderen durch systematisches Wie­derholen des Materials, ohne es zu erläutern und die Armee­angehörigen zum gründlichen Verstehen anzuhalten. Zur Rechtfertigung der suggestiven Methode der Indoktrination führt man ins Feld, daß sich dieser Weg aus dem Wesen der menschlichen Psyche ergebe.

5. Erziehung zur Feindseligkeit

Seit langem steht fest, daß eine Einwirkung, die mit einer emotionalen Erregung zusammenfällt, in einer Assoziation fixiert wird. In der Folgezeit kann selbst eine unbedeutende Komponente solcher assoziativen Verbindung die betreffende emotionale Reaktion auslösen. Wenn man zum Beispiel den Armeeangehörigen zu einem Zeitpunkt, da sie vom Gefühl der Feindseligkeit beherrscht werden, von den Soldaten des Gegners erzählt, so überträgt sich jenes Gefühl auch auf diese.

6. Erziehung zur Unmenschlichkeit

Entsprechend dieser Deutung der psychischen Abläufe bemüht man sich in den bürgerlichen Armeen, die Armeeangehörigen während der Ausbildung nach verschiedenen Informationspro­grammen in einen Zustand emotionaler Erregung zu versetzen. Es wird empfohlen, zu diesem Zweck im Verlauf der Ausbildung Polemiken zu entfesseln, naturalistische Beschreibungen zu nutzen, ja selbst die Ausbildungsatmosphäre zu dramatisieren, zum Beispiel durch Bemerkungen und beleidigende Zwischen­rufe. Das alles soll ebenso wirken wie die Demonstration von Grausamkeiten, das Vorführen von Videoaufzeichnungen über Kriegseinsätze, spezielle Videospiele und anderes mehr. Die auf diese Weise bei allen Anwesenden ausgelöste allgemeine Erregung bildet jenen emotionalen Hintergrund, auf dem tendenziöse Informationen vermittelt und emotionale Beziehungen zu ihnen hergestellt werden.

So wirkt die Suggestion in der Praxis. Sie bildet den Kern der Indoktrination und bringt deren Wesen zum Aus­druck. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die Armeeangehörigen im Geiste des Antikommunismus und der Unmenschlichkeit zu erziehen.

5. Die Verdummung

Bürgerliche Psychologen erklären selbst, daß alle Massenkommunikationsmittel ihren Beitrag zur Verdummung der Amerikaner leisten. (Darüber hatten wir an anderer Stelle schon ausführlich berichtet.) Das Pentagon zum Bei­spiel unterhielt eine eigene Gruppe von Fernsehreportern, die unermüdlich die Kampfhandlungen in Vietnam filmte. Dabei wurde jedes kleinste Detail, das ein günstiges Licht auf das Pentagon werfen könnte, hervorgehoben und aufgebauscht. Die bürgerlichen Psychologen betonen die Rolle des Unbewußten

Wie erfolgt die Auswahl der Rekruten?

Um die politischen Ziele bei der Auswahl der Rekruten zu erreichen, dabei den Schein de Unvoreingenommenheit und der Demokratie zu wahren, hat man nach Merkmalen gesucht, die nach außen hin neutral erscheinen, aber doch die Klassenzugehörigkeit der Einberufenen berücksichtigen. Man geht davon aus, daß die kulturellen Gewohnheiten und Denkstereotype eines Menschen darüber Aufschluß geben, wie stark seine Bindung an die bürgerliche Ideologie ist. Man braucht also die Höhe des Einkommens einer Person gar nicht zu kennen, um anhand der Denkweise, der Sympathien, der kulturellen Bedürfnisse usw. ihre soziale Stellung, ihre Beziehungen und ihre Klassenzugehörigkeit zu ermitteln. Das ist ein politisches Sieb, mit dem sich die Auffüllung der Personalbestände zur vollsten Zufriedenheit lösen läßt. Die Auswahl soll so den Anschein einer unpolitschen Maßnahme erwecken. In den USA werden z.B. seit 1917 alle Einberufenen solchen Tests unterzogen; bis 1963 waren es 25 Millionen Mann.

LENIN wies darauf hin, daß alle imperialistische »Regierungen der Welt vor dem Volksheer Angst bekommen, das den Bauern und Arbeitern offensteht, und insgeheim dazu übergegangen sind, auf alle mögliche Art und Weise gesiebte Truppenteile aufzustellen« [3] und vor allem für die leitenden Stellungen geeignete Leute auszuwählen. (Das trifft ja nicht nur für die Streitkräfte zu!)

Was tun gegen den imperialistischen Psychoterror?

Die bürgerliche Philosophie hat in allen ihren Erscheinungsformen den politischen Auftrag, den Imperialismus ideologisch zu verteidigen. Das wirksamste Mittel gegen die subversive Tätigkeit des Imperialismus ist daher die rechtzeitige, inhaltlich wirkungsvolle Aufklärungsarbeit, die – von den Positionen der Arbeiterklasse und aus der Sicht des Marxismus-Leninismus offensiv geführt –  zur Entwicklung stabiler politischer Überzeugungen beiträgt. Der dabei entwickelte Haß gegen den Imperialismus, seine Ideologie und Moral bildet eine emotionale Immunität gegen seine Wühlarbeit aus. Schließlich werden dank unserer Kenntnis der raffinierten Mittel und Methoden der psychologischen Kriegführung zufällige Affekte, mit denen der Gegner in gewissem Maße rechnen kann,  weitestgehend ausgeschaltet.

Klassenbewußtsein und Willenskraft

Beispielsweise widerspricht die bürgerliche Lehre vom Primat des Unbewußten den Erkenntnissen der Wissenschaft. Die marxistisch-leninistische Psychologie leugnet die Rolle des Unbewußten nicht, hält aber das Bewußte für das bestimmende Element. Nach dem heldenhaften Sieg des sowjetischen Volkes über den deutschen Faschismus sagte Stalin: »Die beispiellosen Schwierigkeiten des jetzigen Krieges haben den eisernen Willen des Sowjetvolkes nicht gebrochen, sondern noch mehr gestählt. Unser Volk hat sich zurecht den Ruhm eines Heldenvolkes erworben.« [4]

»In der Erziehung eines neuen Menschen,« schreibt K.N. Kornilow, »eines Kämpfers für den Kommunismus, nimmt die Entwicklung des Willens die sichtbarste Stelle ein. Die großen Führer der Werktätigen in der ganzen Welt, Marx, Engels, Lenin und Stalin, sind das beste Beispiel einer außerordentlich hohen Entwicklung der volitiven  Eigenschaften der Persönlichkeit. Ihre klare Zielbewußtheit, ihre eiserne Standhaftigkeit im Kampfe, ihre Unbeugsamkeit vor Hindernissen aller Art, ihre schonungslose Unversöhnlichkeit gegenüber den Feinden, ihr Mut und ihre Entschiedenheit, ihre hohe Idealität und ihr Festhalten an den Prinzipien stellen ein Vorbild dar, nach dem jeder strebt, der für die Errichtung der kommunistischen Gesellschaft und die Befreiung der arbeitenden Menschheit kämpft.« [5]

A.W. Suworow: Bewußt handeln!

Der berühmte russische Heerführer A.W. SUWOROW (1730-1800) hatte einmal erklärt, mit einem Soldaten ohne Kopf lasse sich keine Schlacht gewinnen. Deshalb war SUWOROW ein entschiedener Gegner des Drills und unvernünftiger Ausbildungsmethoden. Er setzte sich für eine Ausbildung ein, die das Interesse der Soldaten weckt, sie befähigt, unter den verschiedensten Bedingungen bewußt zu handeln und ihnen hilft, furchtlos, mutig, tapfer und standhaft zu sein.

SUWOROW besaß eigentlich alle soldatischen Eigenschaften, die zu seiner Zeit erforderlich waren und es bis heute sind: Vaterlandsliebe, militärisches Pflichtgefühl, Siegeszuversicht, schnelle Auffassungsgabe, Findigkeit, Hilfsbereitschaft, fester Wille, Initiative, militärische Klugheit, Tatkraft. [6]

Eine hohe Moral und sachkundiges Handeln

Grundlage eines starken moralischen Willens ist die kommunistische Überzeugung. Und Lenin stellte fest: »Die Überzeugung, daß der Krieg (gegen die Ausbeuterklasse, N.G.) gerecht ist, und die Einsicht in die Notwendigkeit, zum Wohl unserer Brüder das Leben zu opfern, heben den Kampfgeist der Soldaten und veranlassen sie unerhörte Schwierigkeiten zu überwinden … Daß die Massen die Ziele und Ursachen des Krieges begreifen, ist von größter Bedeutung und sichert den Sieg.« [7]

Zitate:
[1] W.I. Lenin, Werke Bd. 20, S. 494.
[2] P. Linebarger, Психологическая война, Moskau, 1962 (russ.)
[3] W.I. Lenin, Werke, Bd. 20, S. 183.
[4] J.W. Stalin, Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion, Moskau, 1946, S.180.
[5] K.N. Kornilow: Der Wille. In: Kornilow/Smirnow/Teplow: Psychologie, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1951, S. 352.
[6] Siehe A.W. Suworow: Наука побеждать, Moskau 1950 (russ.)
[7] W.I. Lenin, Werke Bd. 31, S.125.

Quellenangabe:
Abschnitte dieses Textes wurden entnommen und bearbeitet aus: Scheljag/Klototschkin/Platonow, Militärpsychologie. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1979

Siehe auch:
Psychologische Kriegsvorbereitung
Der Kapitalismus blockiert das Denken…

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Eine Antwort zu Der psychologische Krieg…

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, daß aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, daß das System ihren Interessen feindlich ist.“ Autor ist mir unbekannt

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