Heidegger beweist die Irrtümer von Karl Marx…

heideggerEs gibt ja heute eine Menge dummer Menschen, die Hochschulen und Universitäten besuchen, um sich dabei den Rest selbständigen Denkens austreiben zu lassen. Sie blubbern in ihrem kleinlichen Unverstand nur noch das nach, was der gelehrte Herr Professor ihnen in der Vorlesung eingeimpft hat: Hochachtung vor dem Philosophen Heidegger und Spott dem Begründer des dialektischen und historischen Materialismus Karl Marx. Doch es genügt, wenn man der Angelegenheit ein wenig nachspürt, um dem Ursprung dieses falschen Denkens auf die Schliche zu kommen. Heidegger war ein überzeugter Nazi. Daß nun ausgerechnet ein Heidegger-Anhänger dem großen deutschen Philosophen Karl Marx Schlampigkeit nachweisen will, grenzt doch an eine Idiotie, die nur durch die Impertinenz dieser Aussage noch übertroffen wird. Und das liest sich dann etwa so:

Es war eine der berühmten Behauptungen von Karl Marx:
„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt drauf an, sie zu verändern.“ – 11. These über Feuerbach. Originalfassung. MEW 3, S. 535, 1845
Heidegger zeigt wie schlampig und falsch Karl Marx gedacht hat:
Es wird übersehen, daß eine Weltveränderung eine Änderung der Weltvorstellung voraussetzt. Eine Weltvorstellung ist nur zu gewinnen, indem man die Welt zureichend interpretiert. Auch Marx‘ Vorstellung fußt auf einer ganz bestimmten Weltinterpretation. Somit ist dieser Satz von Marx als nicht fundierter Satz erwiesen. Er erweckt den Anschein das gegen die Philosophie gesprochen würde, obwohl im zweiten Satz gerade die Forderung nach einer Philosophie voraus gesetzt ist.

Das Quaken eines Frosches

Sehen wir einmal davon ab, daß das Quaken eines Frosches noch nicht nicht bedeuten muß, daß es heute regnen wird, und daß ein dummer Mensch noch lange nicht der Beweis dafür ist, daß die Menschheit mittlerweile nun verblödet. Allerdings ist schon ein solches geringfügiges Anzeichen von Verblödung Grund genug, die Menschheit davor zu warnen. Wer ist eigentlich dieser „Philosoph Heidegger“?

Heidegger Mart. (1889-1976), Philos., Prof. in Freiburg i.Br., einer der Hauptvertr. der spätbürgerl. Existenzphilosphie; geht in seinem philosophischen Subjektivismus von der Entfremdung im Imperialismus aus und sieht die einzige Rettung für das bürgerl. Individuum in der „Entschlossenheit zu Vorlauf in den Tod“, später religiös-myst. Auffassungen.

Die Existenzphilosophie

Bekanntlich hat sich die Existenzphilosophie Anfang der zwanziger und zu Beginn der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts herausgebildet. Ökonomisch kündigte sich in dieser Zeit die Weltwirtschaftskrise an. Sie wurde zur Bedrohung der Existenzgrundlage von Millionen Menschen. Politisch ging mit dieser Krise die Gefahr der Beseitigung der bürgerlichen Demokratie einher. Es drohten die totalitären Machtansprüche des reaktionärsten Teils der imperialistischen Großbourgeoisie. Die Nacht des Faschismus bereitete sich vor.

Diese ökonomische und politische Krise hatte entsprechende weltanschauliche Auswirkungen. Die Angst vor der Zerstörung mühsam errungener  Existenzgrundlagen trat besonders stark bei den  sozialen Zwischenschichten, beim Kleinbürgertum und bei der Intelligenz, auf. Sie führte dort zu einer alllgemeinen Lebensangst, aus der dann auch das existentialistische Denken erwuchs. Andererseits führte die totale Zerstörung des bürgerlich-altruistischen Wert- und Ordnungsgefüges und der bürgerlichen Freiheiten zu einem ausgesprochen individualistischen Freiheitsfetischismus kleinbürgerlicher Intellektueller. Soweit also die sozialen Bedingungen jener Zeit.

Die eigentliche weltanschauliche Position kleinbürgerlichen Denkens ist zwiespältig. Von der politischen Situation und der Lebenserfahrung der einzelnen gebrochen, kann sich kleinbürgerliches Denken in Richtung faschistischer oder bürgerlich-demokratischer Richtung entwickeln.

Der Existentialismus in Westdeutschland

Die Existenzphilosophie gewann ihren Einfluß in der neuentstehenden Ideologie des Imperialismus in Westdeutschland zunächst im Zeichen eines ausgeprägten Antikommunismus. Bereits in seiner ersten Auseinandersetzung mit dem Faschismus „Die Schuldfrage“, 1955) hatte beispielsweise Jaspers seinen  Versuch einer Kritik des Faschismus mit antikommunistischen Tendenzen verbunden. Diese wurden verstärkt und weitergeführt während der 1950er Jahre, als Jaspers weitgehend zum philosophischen Apologeten der sozialismusfeindlichen Adenauer-Politik wurde und eine antikommunistische Atombombenstrategie vertrat („Die Atombombe und die Zukunft des Menschen“). [1]

Bei Heidegger war es nahezu umgekehrt. Sein Bekenntnis zum Faschismus 1933 ist das „klassische“ geschichtliche Beispiel. Jaspers hatte im Gegensatz zu Heidegger, Bollnow, Heyse, Lippe und anderen Existenzphilosophen nicht mit den Faschisten paktiert und genoß daher in bürgerlich-demokratischen Kreisen großes Ansehen. Die verschiedenen Spielarten des Existentialismus beruhen jedoch auf einem Irrationalismus, der von vornherein jede rationale Erkenntnisweise ausschaltet. Dabei ist festzuhalten, daß der Existentialismus „Erleben“ und „Denken“ gleichsetzt. Heidegger postuliert sogar: „Daß Wissenschaft überhaupt sein soll, ist niemals unbedingt notwendig“. (Heidegger: Die Selbstbehauptung der deutschen Universität,  1933, S.8)  [2]

Damit ist eigentlich alles gesagt!

Nachzulesen hier:
Philosoph. Wörterbuch (2 Bde.),VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1975, Bd.2, S.391 und Manipulation, Dietz Verlag, Berlin 1968, S.120, 417 u. 420


Zum Schluß: Und zu dem Satz von Karl Marx und deren arroganter „Kritik“ bliebe nur noch zu sagen, daß sich die Dummheit dieses Heidegger-Verehrers in einer Art „Henne-und-Ei-Diskussion“ verstrickt hat: Wer war zuerst da? Daß aber Marx die Dialektik von Denken und Sein hier sehr wohl richtig angewandt hat, kann wohl nur jemandem entgangen sein, der außer diesem oben zitierten Satz wohl kaum noch etwas von Marx gelesen hat. 
Dieser Beitrag wurde unter Dummheit, Faschismus, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Heidegger beweist die Irrtümer von Karl Marx…

  1. Samy Yildirim schreibt:

    Was waere das philosophische Werk von Heidegger, der seinen Bart zu Recht so traegt, ohne den Kalauer? „Herr Nagoschiner empfiehlt Heidegger“ von Gregor von Rezzori bringt es auf den Punkt. „Dass ein Krug als Krug dienen kann, liegt an der Krughaftigkeit des Kruges.“ Und dass ein Brombeerbusch Brombeeren gibt und keine Bananen, liegt an der Brombeerbuschhaftigkeit des Brombeerbusches. Ebenso wie die Armut von der Povertee kommt.
    Zu Gunsten von Karl Jaspers will ich anfuehren, dass seine Schrift „Wohin treibt die Bundesrepublik?“ (1965), in welcher er die Bundesrepubik mit ihrem Streben nach Wiedererlangung der Ostgebiete und der Grossmachtstellung als friedensgefaehrdend beschreibt. So klar und wahr aeusserte Heidegger sich niemals.

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Samy, dass Heidegger ein Nazi war, ist ja erst durch das Bekanntwerden seiner sogenannten Schwarzen Hefte in der Welt, in denen er sich selbst als notorischer Antisemit entlarvt. Solange aber galt er in der BRD als seriöser bürgerlicher Philosoph, einer der Verteidiger des reaktionären Konservatismus, der in allen nur möglichen Zusammenhängen zitiert wurde, als ein williger Apologet des bundesdeutschen „Rechtsstaates“ nach 1945. Übrigens, obwohl zurückhaltender, wird er auch heute noch von der bürgerlichen Reaktion als „ihr Philosoph“ betrachtet.

  2. “Es war eine der berühmten Behauptungen von Karl Marx:
    „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt drauf an, sie zu verändern.“ – 11. These über Feuerbach. Originalfassung. MEW 3, S. 535, 1845

    Nein! Das war eben keine “Behauptung“, sondern eine rein formal logische Aussage und “Zusammenfassung“ all dessen, was Karl Marx bereits davor gedacht, erkannt und entsprechend geschrieben hatte.

    “Behauptung“ = *These*, die Karl Marx mit diesem Schlusssatz gerade nicht aufgestellt, sondern lediglich festgestellt hat.
    (Nebenbei: In der Originalfassung steht “kömmt“ und nicht “kommt“ … schon das ist Schlamperei – auch im Denken!)

    Er stellte schlicht und einfach fest, dass (fast alle) Philosophen die Welt (gemäß ihres gesellschaftlich abgerichteten und dressierten „Denkens“ / Bewusstseins) interpretiert haben.

    Und sein “es kömmt darauf an, sie zu verändern“, zielt überhaupt nicht darauf ab, die Welt als solche zu verändern — das tut sie sowieso! da sie sich gemäß des Materialismus eh verändert —
    Marx meint eindeutig mit “Welt“ das falsche Bewusstsein, die falschen Vorstellungen und Interpretationen der Welt (der “Gesellschaft“), in dem die Menschen leben, welches von der Religion und einer ‚metaphysischen‘ Philosophie erzeugt wird!

    Das Falsche Bewusstsein beruht auf der Vorstellung, dass die reale Wirklichkeit von “Gottheiten“ geschaffen wurde oder lediglich eine “Projektion für eigen gehaltenen Gedanken ist“: Die Welt — also alles, was ein Mensch mit seinen Sinnen erfahren kann, wäre demnach weiter nichts, als eine Interpretation des Wahrgenommenen …, das er auch obendrein noch “beeinflussen“ könne!

    “Nix da! *sagt Marx*: Sowohl das “Seiende Sein“ (Spinoza), als auch das “gesellschaftliche Sein“ (Marx), die Eltern (Darwin) IST bereits vor der Geburt eines neuen Menschen Vorhanden!!!

    Der neu in diese Welt kommende Mensch — ein Säugetier — übernimmt das vorhandene ‚Sein‘: Sprache, Denken, Verhalten, Riten, Gewohnheiten, überkommene Verhaltensmuster usw. …

    In unserer ‚Schuldkultur‘ muss der Mensch in den Bahnen des “Schuld-Komplexes“ reden, denken und handeln! Aber auf der Erde haben sich gleichzeitig davon unterschiedliche Kulturen entwickelt, die “genauso wahr“ sein könnten.

    Ein Beispiel.
    Meine Frau wurde in Uganda unter dem “Volk“ der Baganda geboren. Dieses “Volk“ wurde im Laufe der Jahrhunderte in 53 “Clans“ aufgeteilt. Kintu =; “Mensch“ war von GULU = ‚Himmel‘ = “Gott“ aus einem Ast und Lehm gebildet und beauftragt, sich um die Kühe zu kümmern … GULU sandte seine Tochter aus dem Gulu zu ihm … sie verliebten sich und zeugten damit die Jetzt-Menschheit. — — Irgendwann vor 150 Jahren kamen – die als Forscher, Entdecker und Missionare getarnten RÄUBER auch in dieses Gebiet Afrikas (ein gewisser Kaufmann aus Hamburg machte schriftliche Verträge mit den dort lebenden “Häuptlingen“ und war damit ‚Besitzer‘ von Uganda, Burundi und Rwanda … 1896 kamen – auf Einladung von Bismarck – die Kolonial-Vertreter in Berlin zusammen, um sich Afrika aufzuteilen. DE verzichtet auf das Gebiet des ‚Peters‘ … GB war “Beschützer von **Uganda** Burundi und Rwanda gingen an FR und Belgien “als Verwaltungsgebiete“ …

    Der König der Baganda MUSSTE unter GB-Herrschaft ein Anglikaner werden — obwohl alle Klans bis 1930 bereits “katholisch“ getauft wurden … und so wurde auch meine Frau 1971 in einer “katholischen“ Familie geboren und auch in ‚katholischen“ Schulen unterrichtet —

    Es war 1996 als mein Manager in Afrika mir eine Frau mit ihren zwei kleinen Kindern bekannt machte und mich fragte, ob ich “denn diese alleinstehende Mutter mit ihren Kindern einstellen könnte“ … *Warum nicht?* — Der Tageslohn betrug damals 1,- DM = 800 UGX = 30 DM im Monat … PLUS Essen und Unterkunft “for free“ für alle, die nach der Arbeit auf unserer Farm blieben (oder bleiben mussten (?) !!) … … Sie blieb mit ihren beiden kleinen Töchtern: ihr zweites Kind war aufgrund einer Malaria, die ihr Gehirn zerstörte, schwerst-behindert – (und ist es immer noch); ihre erste Tochter konnte in all den Jahren Abitur machen und die Uni mit Diplom in Uganda absolvieren und HAT meinen Erstgeborenen Sohn geheiratet … (zwei Enkelkinder (8 und 3 Jahre alt) … und ich jetzt gerade mal 55 Jahre alt“)
    1998 wurde ich dort verhaftet … 10 Tage war ich im “Gewahrsam“ der Polizei … An einem Montag kam der Repräsentant des Botschafters der BRD – weil es gar keinen Botschafter der BRD in Uganda gab – (?) ins Gefängnis der Polizei … und dann wurde “erklärt“ ich hätte Gewalt angedroht [was dort mindestens ein Jahr Untersuchungshaft bedeuten kann, ohne einen Richter vorgestellt zu werden ..] Morgen wird er dem Haftrichter vorgestellt ABER NIX DA !!! Der höchste Repräsentant der BRD wurde in meinem Beisein darüber informiert, dass ich wegen MORDES im Westen des Landes gesucht werde … und man mich dort zum Hochgericht zu transportieren habe … Und so wurde ich mit vier Begleitern in den Westen gefahren … DIE BESTE REISE meines Lebens – wirklich ehrlich!!! An allen mir bekannten Haltepunkten habe ich meine Begleiter mit schweren Waffen ausgestattet zum Essen und Trinken in jener denkwürdigen Nacht versorgt: Jeder dachte: “Wer ist denn dieser Weiße?“ — Jeder dachte ich werde von diesen Menschen beschützt! Keiner kam auch nur auf die Idee, dass ich der Gefangene gewesen wäre — !!!

    • sascha313 schreibt:

      Oje – das ist wirklich eine Odyssee, Stoff für einen Roman…
      Aber wenn man die Relationen so ansieht, dann ist es für uns unvorstellbar, daß noch im 21. Jahrhundert Menschen auf dieser Erde unter so unwürdigen Bedingungen dahinvegetieren müssen. Man sieht ja ab und zu in Filmberichten, wie dort die Ausbeutung ist, auf welchen Wegen aus den Reichtümern Afrikas Millionen, ja sogar Milliarden herausgepreßt werden. Statt Marx hat man dort die Bibel studieren müssen (wenn einer überhaupt lesen lernen durfte…)

      Das Werk der Befreiung kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein! Und Kinderarbeit gibt es dort heute immer noch…

  3. Pingback: Heidegger beweist die Irrtümer von Karl Marx… – – Sascha Iwanows Welt –

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s