Wissenschaft im Widerstreit der gesellschaftlichen Systeme

wissenschaftImmer wieder begegnen wir in der heutigen Zeit jungen Menschen, die bürgerliche Bildungsanstalten (Schulen, Hochschulen und Universitäten) besucht haben, die aber in weltanschaulichen Fragen oft völlig unsinnige und widersprüchliche Ansichten vertreten. Einer sachlichen Diskussion sind diese jungen Leute leider kaum gewachsen. Allein schon dadurch, daß das wissenschaftliche Prinzip der Nachprüfbarkeit und des Beweises einer Aussage immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Lehrmeinungen und Behauptungen werden zunehmend als Axiome angesehen, die keines Beweises mehr bedürfen. Somit erstirbt jede weitere Debatte. Warum ist das so?

Im Vorwort zu dem 1954 in der DDR erschienenen populärwissenschaftlichen Sammelwerk „Weltall – Erde – Mensch“ heißt es:

„Große Aufgaben sind durch unsere Jugend im Kampf um ein einheitliches, friedliebendes und demokratisches Deutschland sowie bei der Festigung unserer Arbeiter-und-Bauern-Macht zu lösen. Beim weiteren Aufbau unserer Städte und Dörfer, bei der weiteren Hebung des Lebensniveaus unserer Bevölkerung wird die Jugend ihren Beitrag um so besser leisten können, je schneller sie es versteht, sich mit einem umfassenden Wissen auszurüsten, sich die Erkenntnisse der fortgeschrittensten Wissenschaft und Technik anzueignen, und je aktiver sie mithilft, diese Errungenschaften in den Dienst des gesellschaftlichen Fortschritts zu stellen.“

Ausführlich werden in diesem Buch Zusammenhänge erklärt, die es dem Leser ermöglichen, in die ‚Geheimnisse‘ des Werdens und Vergehens der materiellen Welt einzudringen und die ihr innewohnenden Gesetze zu erkennen. Auch die menschliche Gesellschaft befindet sich in ständiger Entwicklung, und auch sie unterliegt bestimmten Gesetzen. Weiter heißt es im Text: „Nicht immer hat es Ausbeuter und Ausgebeutete, Unterdrückte, Besitzende und Besitzlose, Ausplünderung und Versklavung gegeben. Das alles wurde erst möglich auf bestimmter Entwicklungsstufe der menschlichen Gesellschaft, als sich das Privateigentum an den Produktionsmitteln und damit die Spaltung der Gesellschaft in Klassen herausbildete.“

Wem dienen Wissenschaft und Forschung?

Im Sozialismus dienen Wissenschaft und Forschung den Interessen des gesamten Volkes. Die Imperialisten unternehmen seit geraumer Zeit große Anstrengungen, um die Wissenschaft, vor allem auch die Naturwissenschaft, völlig in ihren Dienst zur Aufrechterhaltung der Herrschaft des Monopolkapitalismus zu stellen. Ihre sogenannten „Theoretiker“ bekämpfen mit allen Mittein den dialektischen Materialismus. Sie sind bestrebt, das wissenschaftliche Fundament der Naturwissenschaft zu untergraben und metaphysische sowie idealistische Auffassungen zur Grundlage der naturwissenschaftlichen Forschung zu machen.

Die Verbreitung von Pseudowissenschaft und Religion

In den kapitalistischen Ländern verbreitet sich immer mehr die Scheintheorie vom sogenannten „physikalischen“ Idealismus. Die Vertreter dieser Auffassung benutzen die bei der Forschung in Erscheinung tretenden Schwierigkeiten, um die Richtigkeit der Theorie des dialektischen Materialismus anzuzweifeln und zu „widerlegen“.
Auf diesem Wege wird auch der Versuch unternommen, die materialistische Grundlage der Naturwissenschaften zu erschüttern und idealistische religiöse Vorstellungen in die wissenschaftliche Arbeit einzuschmuggeln. Es kann keinen Zweifel geben, daß eine solche Absicht nicht den Interessen der Forschungsarbeit zum Nutzen der gesamten Menschheit dient. Das Bestreben, abstrakte religiöse Behauptungen von der Endlichkeit und der Unerkennbarkeit der Welt zur Grundlage der Wissenschaft zu machen, ist ein Ausdruck der tiefen Krise, der Ausweglosigkeit und des Zerfalls im Lager der im Dienste des Kapitalismus stehenden Forscher.

Was ist Wissenschaft?


Der dialektische und historische Materialismus

Im Gegensatz zu den Vertretern der hier kurz gekennzeichneten Auffassung stehen die Wissenschaftler, die sich in ihrer Arbeit auf den dialektischen und historischen Materialismus stützen. Sie vertreten den Standpunkt, daß die pflanzlichen und tierischen Organismen, die anorganischen Körper und daß auch die menschliche Gesellschaft dem ewigen absoluten Gesetz der Bewegung und Veränderung unterworfen sind.

Der wissenschaftliche Beweis

Diese Wissenschaftler beweisen, daß die Materie tatsächlich vorhanden ist; daß sie unabhängig vom Bewußtsein der Menschen existiert; daß die Einheit der Welt in ihrer Materialität besteht und daß die Materie und ihre Bewegung ewig und unzerstörbar sind. Nach der Auffassung des dialektischen Materialismus gibt es ein absolutes Naturgesetz, nach dem weder Materie noch Bewegung beim Vorgang einer Veränderung der Materie oder in der Bewegung der Materie einfach irgendwohin verschwinden kann. Materie und Bewegung können auch nicht aus dem Nichts entstehen.

Kein Platz für religiöse Märchen!

Alle Materie und Bewegung verändern und bewegen sich ewig, aber verschwinden nicht, sondern bleiben der Welt erhalten. Eine solche wissenschaftliche Auffassung läßt keine Märchen vom „Schöpfer“, „Weltgeist“ und „Lenker“ der Welt zu. Sie liefert den Beweis, daß sich die Welt aus den der Materie innewohnenden Gesetzen in ewiger Bewegung und Veränderung entwickelt. Friedrich Engels sagt von diesem Naturprozeß,

„…daß die gesamte Natur, vom Kleinsten bis zum Größten, von den Sandkörnern bis zu den Sonnen, von den Protisten bis zum Menschen in ewigem Entstehen und Vergehen, in unaufhörlichem Fluß, in rastloser Bewegung und Veränderung ihr Dasein hat“. (25)

Kampf der Weltanschauungen

Die Wissenschaftler, die den dialektischen Materialismus in ihrer Forschungsarbeit anwenden, beweisen, daß es unerkennbare Gesetze und Erscheinungen in der Natur und auch in der menschlichen Gesellschaft nicht gibt. Die Anhänger des Idealismus sind dagegen der Meinung, es sei nicht möglich, die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Sie bestreiten die Zuverlässigkeit des menschlichen Wissens und sind der Ansicht, daß es in der Welt Erscheinungen und Dinge gibt, die die Wissenschaft niemals erkennen kann.

Was ist die objektive Wahrheit?

Der dialektische Materialismus beweist auf Grund der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, der Experimente und der Praxis, daß das Wissen der Menschen von den Naturgesetzen durchaus zuverlässig ist. Die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten sind erkennbar, und das vom praktischen Leben bewiesene Wissen hat, wie Stalin sagt, die Bedeutung objektiver Wahrheit. In der Welt gibt es zwar keine unerkennbaren Dinge, trotzdem aber Erscheinungen, die noch nicht endgültig erkannt sind. Mit der weiteren Entwicklung des Wissens, der Technik, der Meßapparate, der optischen Geräte wird es der Wissenschaft gelingen, auch diese Dinge und .Erscheinungen immer mehr zu erkennen und zu erklären.

Die verkehrte Welt des Immanuel Kant

Im Kampf gegen die philosophische idealistische Auffassung, daß es in der Welt unerkennbare Erscheinungen, sogenannte „Dinge an sich“ gibt, erklärte bereits Friedrich Engels unter Hinweis auf erfolgreiche Experimente und auf die praktische menschliche Tätigkeit zur Veränderung der Welt:

„Wenn wir die Richtigkeit unsrer Auffassung eines Naturvorgangs beweisen können, indem wir ihn selbst machen, ihn aus seinen Bedingungen erzeugen, ihn obendrein unsern Zwecken dienstbar werden lassen, so ist es mit dem Kantschen unfaßbaren ‚Ding an sich‘ zu Ende.“ (26)

Diese Feststellung Friedrich Engels‘ ist ein wichtiger Hinweis in der Theorie der Widerspiegelung der objektiven Welt im Bewußtsein der Menschen. Wenn die Menschen imstande sind, bestimmte Vorgänge in der Natur tatsächlich zu erkennen und durch wissenschaftliche Experimente zu beweisen, dann sind die Menschen auch in der Lage, die Naturerscheinungen in ihre Dienste zu stellen und die Natur zu verändern. Die tägliche Praxis und das Leben bestätigen die Richtigkeit der marxistischen Erkenntnistheorie.

Die Praxis als Kriterium der Wahrheit

Immer wieder von neuem zeigt sich die Praxis als der beste Gradmesser und Beweis der Unwiderlegbarkeit der Lehren des dialektischen Materialismus. In der Praxis also bestätigt sich die Feststellung, daß das Wissen der Menschen der objektiven Wirklichkeit entspricht. Die Erkenntnistheorie des Marxismus-Leninismus, der dialektische Materialismus, ist eine schöpferische Theorie; sie wird durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft und der Erprobung in der Praxis unablässig bereichert und erweitert.

Was ist marxistische Philosophie?

Wenn einer der jungen Freunde in der Diskussion die Frage gestellt hat, wie der Begriff des marxistischen philosophischen Materialismus zu erklären ist und wodurch er sich vom Idealismus unterscheidet, so ist dazu etwa folgendes zu sagen:

Die marxistische Philosophie ist eine geschlossene, konsequente Weltanschauung. Sie umfaßt den dialektischen und den historischen Materialismus. Der dialektische Materialismus ist die Methode und Theorie zur Erforschung der Natur, der historische Materialismus ist die Methode und Theorie zur Erforschung der menschlichen Gesellschaft. Die marxistische Philosophie ist also ein Instrument der wissenschaftlichen Forschung. Sie steht nicht über anderen Wissenschaften, sondern durchdringt diese. Durch die Anwendung der Methode des dialektischen und historischen Materialismus ist es möglich, die Natur und die Gesellschaft in ihrer Entwicklung zu erkennen und Voraussetzungen für Veränderungen zu schaffen. Durch die Ergebnisse neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wird der marxistische philosophische Materialismus ständig bereichert und erweitert. Diese Feststellung steht im Einklang mit dem Hinweis Friedrich Engels‘, daß der Materialismus mit jeder epochemachenden Entdeckung schon auf naturwissenschaftlichem Gebiet seine Form ändern muß.

Unterschiedliche philosophische Standpunkte

  • Die Begründer der materialistischen Auffassung von der Welt beweisen, daß die Entwicklung der Welt aus der Materie zu erklären ist. Diese Materie mit den ihr innewohnenden Gesetzen ist die objektive Realität, die außerhalb und unabhängig vom Bewußtsein der Menschen existiert.
  • Dagegen vertreten die Anhänger des philosophischen Idealismus der verschiedenen Richtungen letzten Endes den unwissenschaftlichen Standpunkt, daß die Welt und alle ihre Erscheinungen das Werk eines „Schöpfers“, das heißt also eines Gottes ist. Andere philosophische Idealisten sind der Meinung , daß die Natur von der Idee hervorgebracht sei. Die Natur sei die verkörperte Idee.

(Texte unter Verwendung von: „Weltall-Erde-Mensch“, Verlag Neues Leben, 1954, Vorwort und S.361-364. Bearbeitet: N.G.)

Zitate:
(25) Friedrich Engels: Dialektik der Natur. Dietz Verlag Berlin, 1952, S.18
(26) Karl Marx und Friedrich Engels, Ausgew. Schriften, Bd.II, Dietz Verlag Berlin, 1952, S.345


Und hier noch ein Zitat von Stalin:

Man redet von der Wissenschaft. Man sagt, daß die Angaben der Wissenschaft, die Angaben der technischen Handbücher und Instruktionen den Forderungen der Stachanowleute nach neuen, höheren technischen Normen widersprechen. Aber von welcher Wissenschaft ist hier die Rede? Die Angaben der Wissenschaft wurden stets durch die Praxis, durch die Erfahrung geprüft. Eine Wissenschaft, die die Verbindung mit der Praxis, mit der Erfahrung verloren hat – was ist das für eine Wissenschaft? Wäre die Wissenschaft so, wie sie von manchen unserer konservativen Genossen dargestellt wird, so wäre sie für die Menschheit schon längst verloren. Die Wissenschaft heißt gerade deshalb Wissenschaft, weil sie keine Fetische anerkennt, sich nicht fürchtet, gegen das Überlebte, das Alte die Hand zu erheben, und ein feines Gehör für die Stimme der Erfahrung, der Praxis hat. Wäre es anders, dann gäbe es bei uns überhaupt keine Wissenschaft, dann gäbe es zum Beispiel keine Astronomie, und wir würden uns immer noch mit dem vermoderten System des Ptolemäus abgeben, dann gäbe es bei uns keine Biologie, und wir würden noch immer mit der Legende von der Erschaffung des Menschen fürliebnehmen müssen, dann gäbe es keine Chemie, und wir würden uns immer noch mit den Weissagungen der Alchimisten abgeben.

Quelle: J.W. Stalin: Rede auf der  ersten Unionsberatung der Stachanowleute am 17. November 1935, in: Werke, Dortmund 1976, Bd.14, S.32-46


Man braucht sich mit diesen Leuten natürlich nicht herumzustreiten (erst recht nicht, wenn sie dabei zu Mitteln und Methoden greifen, die – wie man so sagt – unter der Gürtellinie sind). Da wird zum Beispiel vom Islam behauptet:

„Der Islam ist eine Religion der Welt, des Guten, der Aufrichtigkeit, die alle Aspekte unseres Lebens umfaßt. Wahrhaftig, der Islam ist das beste der Geschenke, die uns vom Allerhöchsten gegeben wurden, weil die Beachtung der Anordnungen des Schöpfers uns in beiden Welten Glück bringt. Bekanntlich betonte unser Lieblingsprophet Mohammed (Friede und Segen sei ihm) die Beachtung jeder Situation, er gab uns Rat für jeden Fall. Und sogar 1400 Jahre später – in der Epoche des technischen Fortschritts – beweisen die Gelehrten einms nach dem anderen den Nutzen dieser kostbaren Kästchen mit Ratschlägen, die uns vom Gesandten Allahs (Friede und Segen sei ihm) übergeben wurden.“(Siehe: Islam.ru – Übersetzung: Natascha Weise)

Wie schön! Und doch wie dogmatisch, wie intolerant, wie borniert und wie feindlich gegenüber jedem, der nicht der gleichen Meinung ist…

Unsachlichkeit, Besserwisserei und schließlich Aggressivität waren schon immer die „Argumente“ von Leuten, denen  nichts mehr einfiel. Das war auch schon bei den Faschisten so. Schon immer wurden Wissenschaftler und progressiv eingestellte Menschen (Andersdenkende, Kommunisten, Juden, Polen…) verketzert, verfolgt, weggesperrt und schließlich sogar ermordet. Hierzu nun das folgende Beispiel:

Ägypten: „Bitte begeben Sie sich sofort in eine Psychiatrie!“ – Atheist fliegt aus Fernseh-Show.

Nutzungsrechte: MEMRI TV

Siehe auch:
Die Mondfahrt eines ehemaligen Wissenschaftler…
Braucht das Volk Religion und Kirche?
Sozialistische Planwirtschaft in der Diskussion
Über die Freiheit der Andersdenkenden
Ist Volksverhetzung eigentlich strafbar?
Gab es in der Sowjetunion unter Stalin eine Meinungsfreiheit?

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4 Antworten zu Wissenschaft im Widerstreit der gesellschaftlichen Systeme

  1. Pingback: Wissenschaft im Widerstreit der gesellschaftlichen Systeme – – Sascha Iwanows Welt –

  2. Sascha Iwanow schreibt:

    Auf meinen Blog übernommen:
    – Sascha Iwanows Welt –

  3. Pingback: Holger Preißler: Der Islam | Sascha's Welt

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