Der Ernst der Situation

apokalipsisUm den Ernst der derzeitigen internationalen Lage zu verstehen, ist es unumgänglich, sich mit den unterschiedlichen Informationsquellen zu befassen. Was davon zutreffend ist und was nicht, ist für Laien auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Wie seriös sind eigentlich die Aussagen von Politikern und welchen Medien kann man überhaupt noch glauben? Wir zitieren hier eine Qelle, die sehr zurückhaltend argumentiert, während sich einige Politiker und einige der großen, einflußreichen europäischen Massenmedien, bedenkenlos in den Chorus der hysterischen Kriegsbefürworter einreihen. Hier werden dagegen nicht vorgefaßte Meinungen verbreitet, sondern nüchterne Feststellungen getroffen. Hier werden Fragen gestellt, Zusammenhänge aufgeführt und Gesetzmäßigkeiten erläutert.

Niemand hat eine Vorstellung, wie der Krieg zwischen den USA und Rußland ausgehen könnte. Es könnte der letzte Krieg der Menschheit sein.
GFP

GERMAN FOREIGN POLICY ist ein Nachrichtenportal, das keiner der heute im Focus stehenden widerstreitenden Seiten angehört. Sehr gut versteht man in der Redaktion, daß die dem Imperialismus abtrünnigen Staaten oder Politiker nicht mit den landläufigen, im Westen gebräuchlichen  Begriffen wie „Schurkenstaaten“, „Regime“ oder „Machthaber“ zu erklären sind, sondern einzig und allein mit Begriffen des dialektischen und historischen Materialismus. Ohne die Leninschen Erklärungen („Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. In: Lenin, Werke, Bd.22, 1960, Berlin/DDR. S. 189-309.) kommt man hier keinen Schritt weiter…

GERMAN FOREIGN POLICY schreibt:

BERLIN (Eigener Bericht) – Die Bundesregierung lobt die völkerrechtswidrigen Angriffe ihrer engsten Verbündeten auf Syrien und bekräftigt ihre Unterstützung für den westlichen Kriegskurs. Die Bombardements am frühen Samstagmorgen durch die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens seien „erforderlich und angemessen“ gewesen, erklärt Kanzlerin Angela Merkel. (Ist sie noch bei Verstand??? N.G.)
Tatsächlich handelt es sich bei der Attacke, die als Strafaktion für einen angeblich von syrischen Truppen verübten Giftgasangriff deklariert wird, um eine Machtdemonstration des Westens im ersten Land des Nahen Ostens, in dem der Westen die Vorherrschaft an Rußland verloren hat. Syrien ist bereits der vierte Staat, den der Westen mit völkerrechtswidrigen Kriegshandlungen überzieht; damit haben die westlichen Mächte in der internationalen Politik endgültig das Recht durch das „Recht des Stärkeren“ ersetzt. US-Präsident Donald Trump hatte darauf gedrängt, in Syrien auch russische Ziele zu attackieren; damit stand die Welt am gestrigen Samstag kurz vor einem unkontrolliert eskalierenden Krieg zwischen den zwei größten Atommächten.

LENIN schreibt:

Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. (LW, Bd.22, S.305)

Parasitär!!!

Woher sollten solche Staaten wie die USA, wie England und Frankreich, aber auch die BRD, ihre Daseinsberechtigung auch beziehen, wenn nicht aus der Eroberung zusätzlicher Rohstoffquellen und Absatzmärkte, aus der Ausbeutung fremder Arbeitskräfte, um der stagnierenden Entwicklung im eigenen Land und den rasant zunehmenden sozialen Probleme, endlich Einhalt bieten zu können – Eroberungen, von denen man sich eine Lösung der drohenden Krise verspricht.

In all diesen mächtigen Staaten (vor allem USA, GB, Frankreich, BRD, aber auch in Rußland) regiert die Monopolbourgeoisie. Und die Produktionsverhältnisse sind längst zu Fesseln einer weiteren Entwicklung der Produktivkräfte geworden. Wie 1989 die Annexion der DDR diese Fesseln eine zeitlang zu sprengen vermochte, so erhofft die Monopolbourgeoisie denselben Effekt auch von einer Inbesitznahme der syrischen Erdölquellen und einer Unterwerfung des syrischen Volkes. Ganz zum Leidwesen der US-amerikanischen Milliardäre waren die russischen Oligarchen schneller an der Quelle, was ganz zwangsläufig in einer kriegerischen Auseinandersetzung münden mußte.

Was geschah folglich?

GERMAN FOREIGN POLICY beschreibt das so:

Die Bombardements vom Samstagmorgen (am 14. April 2018) wurden durchgeführt, bevor die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zumindest eine offizielle Bestätigung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes vornehmen konnte – eine Mißachtung elementarer rechtlicher Regeln, denen zufolge nur Beweise, nicht aber unbewiesene Beschuldigungen Strafmaßnahmen auslösen können. (Wer gibt überhaupt irgendjemandem das Recht Strafmaßnahmen auszuüben??? Syrien ist ein souveräner Staat! N.G.)
Zudem ist Syrien mittlerweile der vierte Staat nach Jugoslawien (1999), Irak (2003) und Libyen (2011), den die westlichen Mächte mit völkerrechtswidrigen Angriffskriegshandlungen überziehen; damit haben sie in den internationalen Beziehungen endgültig das Recht durch das „Recht des Stärkeren“ ersetzt. Diese Tatsache legt den Zynismus der Behauptung offen, man müsse das Völkerrecht gegen Rußland durchsetzen, da dieses unter Rechtsbruch die Krim übernommen habe. Tatsächlich dient das Völkerrecht dem Westen, auch Berlin, längst nicht mehr als Richtschnur für eigenes Handeln, sondern vor allem als Instrument, um – nicht selten defensive – Maßnahmen gegnerischer Staaten zu delegitimieren. (Nürnberg 1945: Der Angriffskrieg ist ein Verbrechen!!! N.G.)

Weltkrieg?

Was hat den Ausbruch eines dritten (und wohl letzten) Weltkriegs gerade noch verhindert? Dazu stellt GERMAN FOREIGN POLICY unmißverständlich fest:

Dabei steuern die westlichen Aggressionen immer stärker auf das Auslösen eines Kriegs zwischen Großmächten zu. Am gestrigen Samstag konnte eine weitere Eskalation nur dadurch verhindert werden, dass – vor allem auf Druck von US-Generälen – die Bombardements auf rein syrische Ziele beschränkt und vorab Rußland mitgeteilt wurden. Vor allem US-Präsident Trump hatte gefordert, auch russische Ziele anzugreifen. Hätte er sich durchgesetzt, befände sich die Welt in diesen Stunden vermutlich in einem kaum kontrollierbaren Waffengang zwischen den größten Atommächten.
Besorgte Stimmen selbst in Trump nahestehenden US-Medien haben gestern offen vor einem Dritten – und wohl letzten – Weltkrieg gewarnt. Es muß davon ausgegangen werden, daß sich Situationen wie gestern in Zukunft wiederholen werden. Einflußreiche US-Politiker wie etwa Senator Lindsey Graham fordern – wie zuletzt Trump – bereits eine Verschärfung der Aggressionen gegen Rußland. Graham hat zudem über eine Ablösung der US-Generäle spekuliert, deren Druck es zu verdanken ist, daß Moskau rechtzeitig über die Ziele der Bombardements informiert und damit von Gegnschlägen zur Selbstverteidigung abgehalten wurde. (Der Baptist und Psychologe Graham hat das Zeug zum Massenmörder!!! N.G.)

Quelle: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7579/ (gekürzt, N.G.)

Verhindert den Krieg!

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17 Antworten zu Der Ernst der Situation

  1. gunst01 schreibt:

    Kriegsgefahr und Schuldenstand verhalten sich stests proportional. Hier haben wir die Situation von Juli 1939 bereits erreicht.

    • sascha313 schreibt:

      Ja. … Aber was können wir tun? Und was hätten die damals tun können? – und müssen! Ganz sicher sind die Völker gegen den Krieg. Aber was denken die Soldaten? Denken sie überhaupt? Wissen die eigentlich, was sie da tun??? Welchen geistigen Horizont hat z.B. ein Graham? Und warum hat Merkel nicht den Mut, sich der Wahrheit zu stellen?

      • gunst01 schreibt:

        Die Wirtschaft basiert auf Kredit. Der wiederum basiert auf Zins und dem Zinsfuß. Durch Zinseszins entgleitet der zu tilgende Zins relativ rasch der jeweiligen Wirtschaftskraft. Bereits im Mittelalter war dieses häßliche Problem des Zinsfußes bekannt und wurde damals regelmäßig durch die Vertreibung der Juden gelöst. Alle waren entschuldet, da die Kapitalgeber fliehen mussten. Durch raffinierte Theologie hatte die Kirche ja eine plausible Legitimation. Die Israeliten hatten aber schon viel früher eine Lösung dafür gefunden, um die Macht des Zinsfußes zu brechen,. Alle 7 Jahre, den Jubeljahren, wurden alle Schulden gestrichen. Weder das eine noch das andere ist heute möglich. Nur ein anderes Denken würde die unvermeidliche Konsquenz noch abwenden.

  2. Juche schreibt:

    „Verhindert den Krieg!“ Was heißt das jetzt?
    Syrien den Räubern und den Terroristen überlassen, damit der 3. Weltkrieg verhindert wird? Welches Spiel treibt Russland? Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Lawrow hatte wohl wichtigeres zu tun) am Tag vor den Angriffen: Sacharowa bekräftigte, dass Russland seine Soldaten am Boden schützen werde, sollten dennoch Raketen abgefeuert werden.

    Zu der vorausgegangenen Erklärung des Gesandten Moskaus im Libanon, Alexander Sasypkin, der die USA warnte, dass sich das russische Militär das Recht vorbehalte, im Falle eines Angriffs abgefeuerte Raketen abzufangen und Abschussplattformen anzugreifen, sagte Sacharowa, dass die Worte des Gesandten in dem Sinne verstanden werden sollten, dass Russland seine Armee nicht im Stich lassen werde. „Ich möchte noch einmal betonen, und das war auch die Idee unseres Botschafters im Libanon, dass Russland seine Leute vor Ort schützen wird. Das ist offensichtlich“, sagte Sacharowa zu Sky. RT-Deutsch 13.04.18

    Der geistige Horizont der Trumps und Grahams mag gering sein. Aber sie können lesen und sind bauernschlau. Die Botschaft der Sacharowa („Wir verteidigen (nur) UNSERE Leute“) haben die Aggressoren gut verstanden. Ein verheerendes Signal! Die tapferen russischen Soldaten, die gemeinsam mit der syrischen Armee die Terroristen besiegt haben, müssen sich verarscht vorkommen. Welcher Deal wurde da hinter den Kulissen ausgehandelt?

  3. Juche schreibt:

    Lassen wir mal den letzten Satz „Welcher Deal wurde da hinter den Kulissen ausgehandelt?“ weg. Was sagen Sie dann zu meinem Kommentar?

  4. ropri schreibt:

    Bei RTdeutsch las ich, daß die USA Rußland NICHT vorher über die Bombardements informierten.

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Juche, das war alles ein bisschen anders, als du schreibst. Trump wollte sowohl die syrischen als auch die russischen Stellungen bombardieren. Ein paar US-Generäle, die sehr wohl einschätzen konnten, was daraus entstehen kann, haben ihn aber überzeugt, dass er auf keinen Fall russische Stellungen angreifen darf. Ich weiß nicht, ob es Absprachen zwischen Putin und Trump gab, anzunehmen ist es. Von einem Deal würde ich aber nicht sprechen. Trump hat letztlich lediglich die syrischen Stellungen bombardieren lassen, um das Gesicht wahren zu können, nachdem er auf Twitter großmäulig Bombardements auf Russen und Syrien angekündigt hatte, vielleicht aber auch, um die US-Raketen im Ernstfall zu testen. Alle Kriege durchliefen vor Kriegsbeginn Test-Einsätze der Waffen.

  6. sascha313 schreibt:

    @gunst01: „Nur ein anderes Denken würde die unvermeidliche Konsquenz noch abwenden.“ – Schon richtig. Aber da wir ja Materialisten sind und dialektisch denken, wissen wir, daß das Bewußtsein durch das jeweilige Sein bestimmt wird. Von Kapitalisten jedoch kann man kaum ein anderes Denken erwarten. Mögen sie noch so „arbeiterfreundlich“ sein, sie werden immer wie Kapitalisten denken und wie Kapitalisten handeln.

  7. Henk Gerrits schreibt:

    Ieh frage mich,Wieso kampft Putin in Syrien Und in der Donsbadd Oekraine keine Russische militair zu sehen.In Rusland werden srasen neu ernant mit Solzjenitsin Strassen.Putin versucht ein fehler von Jeltzin zuruck zu drehen weil Jeltzin verkaufte der Sovjetunion fur 50 Silberlinge.Trump taucht nicht und Putin der Oilgarg auch nicht https://southfront.org/syrian-forces-launched-112-surface-to-air-missiles-to-repel-us-led-strike-russian-military/

  8. Pingback: Der Ernst der Situation – Sascha Iwanows Blog

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