Karl Marx in Trier

Der weltbekannte chinesische Bildhauer U Wei-schan schuf das Karl-Marx-Denkmal, das die Volksrepublik China der Stadt Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx als Geschenk überreichte.
Denkmal Karl Marx Trier.png

Der Kommunismus ist wirklich die geringste Forderung
Das Allernächstliegende, Mittlere, Vernünftige.
Wer sich gegen ihn stellt, ist nicht ein Andersdenkender
Sondern ein Nichtdenkender oder ein nur Ansichdenkender
Ein Feind des Menschengeschlechtes

(Bertolt Brecht)

Es ist unwahr, wenn ein Herr Gysi behauptet, Karl Marx sei in der DDR „mißbraucht“ worden…

Lesen wir, was ein ehrlicher DDR-Bürger dazu zu sagen hat:

Kurt Gossweiler: Völliger Bruch mit der SED-Vergangenheit?!

Was aber heißt denn: ,,Völliger Bruch mit der SED-Vergangenheit“ ?

Das heißt:

  1. Völliger Bruch mit: der von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl hergestellten Einheit der deutschen Arbeiterbewegung im Osten Deutschlands. Diese war die Voraussetzung für alle folgenden Siege über das Kapital und den deutschen Imperialismus und Militarismus.
  2. Völliger Bruch mit: der — im Westen unterbliebenen — Entmachtung und Enteignung der Nazis und Kriegsverbrecher, Überführung ihres Eigentums – also auch das der Banken und Konzerne — in Volkseigentum.
  3. Völliger Bruch mit: dem Verbot der Unternehmerverbände.
  4. Völliger Bruch mit: dem auf dem Volkseigentum beruhenden Recht auf Arbeit.
  5. Völliger Bruch mit: der Enteignung der Junker und Großgrundbesitzer, der großagrarischen Bauernleger.
  6. Völliger Bruch mit: der Bodenreform.
  7. Völliger Bruch mit: der Schaffung Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften also Bruch mit einer sozialistischen und damit modernsten und rationellsten, erzeuger- und ver-braucherfreundlichsten Landwirtschaft.
  8. Völliger Bruch mit: der auf den Grundsätzen von Marx und Engels beruhenden Einheits-gewerkschaft und ihrer entscheidenden mitgestaltenden Rolle bei der gesamtstaatlichen und betrieblichen Wirtschafts- und Sozialpolitik.
  9. Völliger Bruch mit: einer von den Gewerkschaften verwalteten einheitlichen Sozialversicherung für alle Werktätigen.
  10. Völliger Bruch mit: dem sozialistischen, dem Menschen dienenden, fortschrittlichsten, nicht von der Pharmaindustrie kommerzialisierten Gesundheitswesen.
  11. Völliger Bruch mit: dem sozialistischen, die Ideen der progressiven Schulreformer weitgehend verwirklichenden kostenlosen Bildungssystem.
  12. Völliger Bruch mit: der nicht nur gesetzlich verankerten, sondern verwirklichten Gleichberechtigung der Geschlechter.
  13. Völliger Bruch mit: dem Recht jedes Kindes auf einen Kindergarten-Platz.
  14. Völliger Bruch mit: einer Friedenspolitik, die verkündete, dass von Deutschland kein Krieg mehr ausgehen darf, und die bewirkte, daß, solange die DDR existierte, von deutschem Boden kein Krieg mehr ausging.
  15. Völliger Bruch mit: dem sozialistischen Internationalismus, mit der tätigen Solidarität mit allen gegen den Imperialismus kämpfenden Völkern und Kräften.*

So erklärte Genosse Kurt Gossweiler (1917-2017) im Januar 2001 seinen Austritt aus jener antikommunistischen Partei, deren führendes Mitglied dieser Herr Gysi heute ist und die sich anmaßt, die Linken zu vertreten. Gossweiler erklärte damals, er sei „an einem Punkt angelangt, der mir als einem Genossen, der seit seinem 15. Lebensjahr der kommunistischen Bewegung angehörte und für den die DDR sein Staat und — trotz vorhandener Schwächen und Unvollkommenheiten — die größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung war, das Verbleiben in der PDS nicht mehr länger möglich macht.“ Kurt Gossweiler war Kommunist!

*Zitat: http://kurt-gossweiler.de/?p=820

Wer heute gegen KARL MARX auftritt, der ist ein Antikommunist – ein Feind des werktätigen Volkes! Er ist ein Feind des Menschengeschlechts!


(Eine originelle Randbemerkung: Ein Urahn des bekannten Fernsehmoderators Günter Jauch, einst Oberbürgermeister von Trier, unterzeichnete die Geburtsurkunde von Karl Marx.)
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4 Antworten zu Karl Marx in Trier

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Es ist alles so gekommen, wie Kurt Gossweiler schrieb, und zwar in JEDEM Punkt. Ich frage mich nur, warum er in der aus der SED gegründeten Partei des Demokratischen Sozialismus – SED bis 2001 geblieben ist. So lange kann er unmöglich gebraucht haben, um zu begreifen, um was für eine Partei es sich bei dieser Neugründung PDS gehandelt hat. Hat er Hoffnung gehabt, dass diese Partei zum Marxismus-Leninismus zurückfindet? Ich halte das für unwahrscheinlich nach allem, was bereits seit Dezember 1989 von dieser Partei kam.

    Die Auflistung schmerzt. Es ist ein so tiefer Schmerz, dass er unbeschreiblich ist. Was wurde nicht alles zerstört? Das ganze Elend des Kapitalismus kam über uns wie eine Apokalypse. Aber wir lächeln, nennen Ausflüchte, wenn man uns fragt, ob es jetzt besser sei, wir lassen uns nichts anmerken. Warum eigentlich nicht? Ist es die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes? Auch dazu hat Marx etwas geschrieben, auch Lenin: Revolutionäre, die den Tod nicht scheuen.

    • sascha313 schreibt:

      Anfang 1990 kam mal ein mir unbekannter Genosse aus dem Wohngebiet an die Haustür, um für die PDS zu werben. Das war das Ende der SED. Die Betriebe wurden aufgelöst, die Parteigruppen zerstreuten sich in alle Winde und die Genossen des MfS wurden Handelsvertreter, ein paar wenige NVA-Offiziere fuhren nach Bonn zur „Weiterbildung“. Die Apokalypse machte sich bemerkbar als der Metzen-Markt plötzlich massenhaft in Zelten und leeren Lagerhallen neue und angeschmuddelte DDR-Artikel verschleuderte. Herr Metzen kam dann bald mit einem Rolls Royce angedüst. Genützt hat’s ihm auch nix, er liegt längst unter der Erde… Doch die Verzweiflung der Leute war groß! Unser Betriebsleiter heuerte bei einem großen Bauunternehmer als Kraftfahrer an – der Rest: arbeitslos, ratlos. alleingelassen – und das waren Hunderttausende, ja Millionen Menschen der DDR. Marx hatte recht gehabt!

  2. Rolf schreibt:

    Das ist völlig richtig Sascha.
    Aber diese Arbeitslosen, zukunftslosen DDR-Bürger, sie haben sich oftmals angepasst, haben resigniert.
    Wie in meiner Heimatstadt Greiz. Sie huldigen den neuen/alten Fürsten zu Reuß, haben ihre Arbeit (ihren Halt und ihre Anerkennung im Sozialismus) verloren und begeben sich zurück in den Feudalismus/Kapitalismus/Imperialismnus. Ihre Vorfahren haben die Fürsten zum Teufel gejagt. Jetzt haben sie die Ausbeuter wieder zurück – am Hals. Es geht wieder von vorne los …
    Aber der Ehrliche, der Anständige, der Genosse – er hat seinen Mann gestanden – der General als Pförtner oder der sozialistische Betriebsleiter als Kraftfahrer.
    Ehrenwerte Menschen vor denen ich meinen Hut ziehe …

    Rolf

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