Ljubow Pribytkowa: Über die Feinde des Volkes muß man die Wahrheit sagen!

s1200Kürzlich wurde in Rußland das Buch von A.J. Wyschinski „Stalin und die Feinde des Volkes“ wieder aufgelegt. Dessen Autor, ein enger Kampfgefährte Stalins, Generalstaatsanwalt bei den Moskauer Prozessen und zuletzt  Außenminister der UdSSR hatte großen Anteil an der sachlichen, juristischen Aufklärung der Verbrechen der inneren und äußeren Konterrevolution. Er verlangte von den sowjetischen Justizorganen stets die strike Einhaltung der Gesetzlichkeit. Voller Zorn und Verachtung  über die Mörder Kirows schrieb Wyschinski: „Dieses verachtenswerte, winzige Häuflein von Abenteuerern versuchte mit schmutzigen Beinen, die besten duftendsten Blumen in unserem sozialistischen Garten zu zerstampfen. … Sie haben uns einen der teuersten Menschen der Revolution, einen bemerkenswerten und wunderbaren Menschen, getötet – hell und froh, und immer war auf seinem Mund ein helles und frohes Lächeln, so wie auch unser neues Leben hell und froh ist.“ [1] Auch Professor Wyschinski wurde ermordet. Er starb plötzlich und „auf unerklärliche Weise“ 1954 in New York. Heute setzt man diesen Mördern auch in Rußland wieder Denkmäler. L.Pribytkowa beschreibt auf eindringliche Weise, welche abscheulichen Verbrechen die Konterrevolutionäre und ausländischen Interventen in der Sowjetunion begangen haben, und warum sie zurecht als Feinde des Volkes betrachtet und verurteilt werden müssen. (Bild: „Sei wachsam!“)

Ljubow Pribytkowa

Über die Feinde des Volkes muß man die Wahrheit sagen

Eine extremistische Lehre?

Vor ein paar Jahren hatte sich der wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für russische Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Professor des orthodoxen Priesterseminars, Wladimir Lawrow, an die Staatsanwaltschaft Rußlands mit der Forderung gewandt, zu prüfen, ob man nicht den Leninismus als extremistische Lehre verurteilen könne. Sein Schreiben enthielt Dutzende Lenin-Zitate, doch nicht einen einzigen Beleg dafür, daß diese Zitate tatsächlich auch von Lenin stammen. Über den blinden Haß der kirchlichen Dunkelmänner auf die Sowjetmacht braucht man sich allerdings nicht zu wundern…

Doch wir kennen die Geschichte der UdSSR, des ersten Arbeiter- und Bauern-Staates der Welt, der dem werktätigen Volk soziale Gleichheit und Gerechtigkeiten brachte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden auf russischem Gebiet nacheinander drei Revolutionen statt. Sie waren gesetzmäßig, weil das Volk begriffen hatte – so kann das Leben nicht weitergehen, dem unendlichen Leid muß ein Ende gesetzt werden.

Erschreckende Arbeitsbedingungen

Viele Bauern auf dem Dorf besaßen nicht einmal ein Pferd, Grundzins und Frondienst schnürten ihnen die Kehle ab. Hunger und Elend zwangen sie, in die Städte abzuwandern. Doch die Hoffnungen auf ein besseres Leben in der Stadt erfüllten sich nicht. Wie damals der Forscher N.Worobjow schrieb, dauerte im Jahre 1905 der Arbeitstag in den Textilfabriken von Iwanowo-Wosnessensk 14 Stunden. Die Löhne waren niedrig. Sogar für geringste Vergehen, wie die „Entwendung von Streichhölzern“ oder den „Nichtbesuch der Kirche“ verhängte der Dienstherr harte Strafen. Die Strafen gingen oft bis zur Hälfte des Lohnes.

Die Arbeitsbedingungen in den Betrieben waren in der Regel erschreckend, und die Arbeit – Zwangsarbeit. Die Luft in den Werkhallen war von den giftigen Gasen durchzogen, so daß die Arbeiter oftmals ohnmächtig wurden. In den Trockenhallen stieg die Temperatur bis auf 60 Grad an. Staub, Zugluft, schwere Arbeit beim Befördern der Rohstoffe und der Endprodukte – und die Folgen davon waren: unheilbare Krankheiten schon mit 40 Jahren, Verstümmelungen, Verlust der Arbeitsfähigkeit und nicht selten Todesfälle. N.Worobjow schrieb:

„Die Klassengegensätze liegen hier bis auf die Knochen blank. Auf der einen Seite werden die Arbeiter bis aufs Äußerste unterdrückt, und auf der anderen Seite sind die Fabrikanten-Kapitalisten von brutalsten, ausbeuterischen Instinkten durchtränkt, sie prallen aufeinander … Der Arbeiter ist seinem Ausbeuter direkt ausgeliefert.“

Streiks und Protestaktionen

So war es kein Zufall, daß die Arbeiterbewegung rasch anwuchs. Gleichermaßen wuchs auch die Strafpolitik des Zarismus gegenüber den Arbeitsniederlegungen, den Streiks der Arbeiter. Beispielsweise gab es 1905 in Iwanowo-Wosnessensk einen politischen Streik. Er dauerte 72 Tage. Die Stadt war von Truppen überschwemmt, Kosakenabteilungen patrouillierten die Straßen. Gewehrkolben, Sprengkörper und Riemenpeitschen wurden gegen die unbewaffneten Arbeiter eingesetzt – alles verlief nach Plan. Es gab schwere Verwundungen, Verhaftungen und Massenentlassungen von Arbeitern. Viele Protestaktionen endeten auf diese Weise. Die friedliche Prozession der Arbeiter zum Zaren am 9. Januar 1905 wurde im Blut ertränkt. Sie blieb für immer in der Geschichte als „Blutsonntag“ im Gedächtnis. Und eben dieser Tag war dann der Funke, der das Feuer der Revolution der Jahre 1905-1907 entzündete.

Es lebe der 1. Mai!

Im Frühjahr 1905 wurde auf dem III. Parteitag der Russischen Sozialdemokratischen Partei (SDAPR) eine Resolution angenommen über die Notwendigkeit des Sturzes der Autokratie, der Eroberung der Republik mit Hilfe eines allgemeinen bewaffneten Aufstandes. Überall im Land wurde die Proklamation „Der 1. Mai“ verteilt, die Lenin geschrieben hatte:

„Es lebe der Sozialismus, der uns aus dem Sog der Armut, der Erniedrigung und Unwissenheit herausführt – auf die breite Straße hinein ins helle Menschenleben. Dann werden alle Fabriken und Maschinen, die von den Händen der Arbeiterklasse geschaffen wurden, und das Land ins Volkseigentum übergehen. Dann wird die ganze Menschheit zum allgemeinen Wohl, und nicht für ein paar Kapitalisten arbeiten. Dann wird vor uns und Tausenden unserer Genossen nicht mehr das Gespenst der Arbeitslosigkeit und des Hungertodes auf der Straße stehen. Und wir, von deren Händen alles Notwendiges für die Menschheit entsteht, werden nicht mehr erniedrigt, um die Gnade der Arbeit bitten müssen. Wir wissen, daß es nur dann gelingen wird, uns die Produktionsmittel anzueignen, wenn sich die proletarischen Massen dessen bewußt werden, wenn wir uns in einer starken Partei zusammenschließen. Wir wissen sehr gut: wenn wir das nicht erreichen, wird es auch keine politische Freiheit geben…“

Der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution

Die Revolution 1905-1907 in Rußland hat eine Niederlage erlitten. Aber sie war die Generalprobe der neuen Kämpfe. Die Erfahrung der jahrelangen revolutionären Kämpfe führte die Arbeiterklasse 1917 zum Sieg. Es geschah die Große Sozialistische Oktoberrevolution. Endlich konnte die Diktatur des Proletariats errichtet werden. Es wurde der erste der Arbeiter- und Bauern-Staat der Welt geschaffen. Doch die Bourgeoisie im Lande und in der Welt wollte sich mit dieser Niederlage nicht abfinden. Die Sowjetmacht in Rußland steckte ihr wie ein Knochen in der Kehle, störte ihre räuberische Politik, machte ihrem sorglosen Leben auf Kosten der Werktätigen einen Strich durch die Rechnung. Um so mehr, als die Oktoberrevolution dem Weltproletariat als Beispiel diente.

Lenin: „Das Vaterland ist in Gefahr!“

Die ersten Jahre nach der Revolution war die Sicherheit des Staates in in steter Gefahr. In seinem Buch „Die Wahrheit über die Feinde des Volkes“ (Moskau, 2006) berichtet David Golinkow anhand von einzigartigem Archivmaterial vom schweren Leben der Menschen in diesen Jahren, vom Glauben der Mehrheit der arbeitenden Menschen an die neue Macht und über ihre Unterstützung, die sie der Roten Armee und den Organen der Staatssicherheit gewährten, im Kampf gegen die zahlreichen grausamen Feinde, die vor keinem Terror zurückschreckten, um die Macht des Volkes zu zerstören.

Massive Angriffe der Konterrevolution

Die entmachteten Ausbeuter brachen mit Hilfe der Weltbourgeoisie einen Bürgerkrieg vom Zaun. Ende Oktober 1917 gab es bei den Kosakentruppen unter dem Kommando des weißgardistischen Generals Krasnow bei Petrograd einen konterrevolutionären Militärputsch. Im November rückte General Dutow, der sich auf die reichen Kosaken und auf die baschkirischen und kosakischen Nationalisten stützte, gegen die Sowjetmacht vor. Seine Truppen besetzten Orenburg und wichtige Industriebetriebe des Wolgagebiets. Im Dezember besetzten die Weißkosaken unter ihrem Anführer Kaledin Rostow am Don, Taganrog und rückten auf den Donbass vor.

Im Frühling 1918 überfielen Truppen Englands, Frankreichs, der USA, Japans und Italiens den sowjetischen Norden und den Fernen Osten. Im Mai organisierte die Entente einen Putsch des tschechoslowakischen Korps, der aus Kriegsgefangenen bestand. Faktisch war das Wolgagebiet, der Ural und Sibirien von Konterrevolutionären besetzt.

Eine mächtige feindliche Armee…

Wir dürfen auch nicht vergessen, daß zu dieser Zeit Krieg herrschte. Die deutschen Okkupanten hatten die Grenzen der Ukraine überschritten, Rostow und Taganrog besetzt und die Krim überfallen. Durch den Ring der Fronten von den wichtigsten Rohstoff- und Lebensmittelgebieten abgeschnitten, stand Sowjetrußland vor noch nie dagewesenen Schwierigkeiten. In verschiedenen Städten gab es konterrevolutionäre Aufstände. Deren Ziel war nur das eine – Sturz der Sowjetmacht.

In November 1918 wurde Admiral Koltschak in Omsk zum „Obersten Herrscher über Rußland“ ernannt. Die Entente unterstellte ihm sämtliche weißgardistischen Kräfte und half ihm, eine mächtige Armee zu bilden. Sie marschierte gen Sibirien und bedeckte das Land mit Arbeiter- und Bauern-Blut. Es gab unzählige Kämpfe, und endlich gelang es den Abteilungen der Roten Armee, die Koltschak-Banden vollständig zerschlagen. Doch heute errichtet die russische Bourgeoisie in den Städten Rußlands diesen Henkern Denkmäler.

Während des Bürgerkriegs waren die Baltischen Länder, Weißrußland und die Ukraine von deutschen Truppen okkupiert. Truppen Entente wurden in Murmansk, Sewastopol und Odessa abgesetzt. Drei Viertel des Landes befanden sich in den Händen der ausländischen Eroberer und der inneren Konterrevolution. Es war faktisch blockiert.

Plünderungen, Raub und Mord

Großen Schaden fügte dem sowjetischen Staat auch einer ihrer unversöhnlichsten Feinde, Boris Sawinkow, zu. Bis Anfang 1923 geschahen im sowjetischen Hinterland ununterbrochen Diversionsakte. Es wurden Brücken gesprengt, Lagerhäuser mit Lebensmitteln und Telegrafenleitungen zerstört und Züge zur Entgleisung gebracht, die Bevölkerung wurde ausgeraubt und es wurden Kommunisten und Führer der Arbeiterorganisationen ermordet. Viele Putsche waren von wütendem antisowjetischen Terror begleitet.

Die Archivmaterialien eröffnen uns ein furchtbares Bild des konterrevolutionären Putsches unter A.S. Antonow im Tambower Gouvernement. Auf bestialische Weise rechneten die Kulaken-Bande und ihre Abteilungen mit Kommunisten und sowjetischen Aktivisten ab, sie verbrannten deren Häuser und raubten die sowjetischen Landwirtschaftsbetriebe und Institutionen aus. Während des Putsches folterten und ermordeten sie etwa 2.000 Menschen.

Ein fanatischer Despot und Sadist

Die Geschichte weist uns auch den Kosaken-Ataman Annenkow als Anführer eines Mordkommandos und grausamen Henker des russischen Volkes aus. Der ehemalige Höfling und Enkel eines bekannten Dekabristen wurde nach der Oktoberrevolution buchstäblich zu einem fanatischen Despot und Sadisten. Am 11. September 1918 wurde Slawgorod von den Truppen Annekows besetzt. Sie erschlugen sofort etwa 500 Einwohner. Die 87 Delegierten des Kreisbauernkongresses wurden auf Befehls Annenkows auf dem Platz vor dem Volkshaus niedergesäbelt und vergraben. Das Dorf Tschornyj Dol wurde vollständig niedergebrannt. Im Dorf Snamenka wurde fast die ganze Bevölkerung liquidiert. Im Sommer 1919 überfielen sie das Dorf Tscherkasskoje und ermordeten 2.000 Einwohner, auch im Dorf Kolpakowka wurden über 700 Menschen umgebracht. Später wütete Annenkow noch lange auf chinesischem Gebiet. Im Sommer 1927 wurde er dann mit Hilfe chinesischer Genossen verhaftet und am 24. August nach einem Urteil des Militärkollegiums des Obersten Gerichtes der UdSSR erschossen.

Der Terror wurde für die äußere und innere Konterrevolution in Rußland zur Regel. Dafür und für sämtliche antisowjetischen Aktivitäten war dem Westen kein einziger Franc, kein Pfund Sterling und kein Dollar zu schade. Die besten Diversantenkräfte waren eingesetzt worden, um die Sowjetmacht zu erwürgen. Hervorragende Revolutionäre wurden ermordet – Wolodarski, Urizki und Laso, ebenso Schaumjan in einer Gruppe von 26 Bakuer Kommissaren. Kein Mal schossen sie auf Wladimir Iljitsch Lenin.

Die russische Kirche gegen die Sowjetmacht

Einen verschärften Kampf gegen die Sowjets führte die Kirche. Bekannt dafür ist die Sache des Metropoliten Tichon, der im November 1917 Patriarch von ganz Rußland wurde. Mit Verbissenheit traten die reaktionären Kleriker unter seiner Führung gegen sämtliche Dekrete der Sowjetischen Regierung auf und erklärten sie zu einer „satanistischen Hetzjagd”. Viele Diener dieses Kultes wurden unmittelbar zu Teilnehmern bewaffneter antisowjetischer Aktionen. Der Priester der Wladimirer Kirche beschoß während des Jaroslawler Putsches vom Glockenturm aus mit einem Maschinengewehr die Rotarmisten. In Murom nahmen die Mönche, denen der Bischof Mitrofan nicht nur seinen Segen, sondern auch eine große Geldsumme gegeben hatte, am konterrevolutionären Putsch teil.

Die Archangelsker Geistlichkeit angeführt von Bischof Pawel (P.A. Pawlowski) unterstützte die Weißen und die Interventen, und rief dazu auch alle Gläubigen auf. Der Klerus sammelte Geld und Sachen für die weiße Armee und schickte ihre Prediger an die Front. Der Bischof Boris (Schipulin) von Ufa hielt während eines feierlichen Empfang von Koltschak in der Kathedrale von Perm eine Ansprache, wandte sich an ihn als „Befreier von den Bolschewiki“ und rief die Bevölkerung öffentlich dazu auf, gegen die Sowjetmacht zu kämpfen und für die Armee Koltschaks zu spenden.

Sowjetfeinde werden zur Verantwortung gezogen

Die gesamtrussische außerordentliche Kommission (Tscheka) erklärte am 11. Juni 1918, daß „… kein einziger Geistlicher, kein Bischof usw. wurde und wird jemals nur deswegen verhaftet, weil er ein Geistlicher ist, selbst wer eine konterrevolutionäre Tätigkeit ausgeübt hat, unabhängig von seiner Zugehörigkeit zu einem geistlichen Orden, und wird nicht für seine religiöse, sondern nur für regierungsfeindliche Tätigkeit zur Verantwortung gezogen“.

1918 erteilte der Patriarch Tichon der französischen Regierung für ihre Maßnahmen einer militärischen Intervention gegen Sowjetrußland seinen „Segen“. Er rief sogar, mit Zustimmung der Synode, am 28. Februar 1922 die Gläubigen zum gewaltsamen Widerstand gegen die Vertreter der Sowjetmacht auf, die kirchliche Wertgegenstände beschlagnahmten, um den Hungernden zu helfen. 1921 herrschte im Land eine furchtbare Hungersnot. Das führte im Land zu eine Reihe blutiger Unruhen. Der Moskauer Revolutionäre Gerichtshof zog daraufhin Tichon zur Verantwortung.

Verteidigung der Sowjetmacht

Wladimir Iljitsch Lenin verstand sehr gut, daß „jede Revolution nur dann etwas wert ist, wenn sie sich zu verteidigen versteht“. Er schrieb:

„Der Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus umfaßt eine ganze geschichtliche Epoche. Solange sie nicht abgeschlossen ist, behalten die Ausbeuter unvermeidlich die Hoffnung auf eine Restauration, und diese Hoffnung verwandelt sich in Versuche der Restauration. Und nach der ersten ernsten Niederlage werfen sich die gestürzten Ausbeuter, die ihren Sturz nicht erwartet, an ihn nicht geglaubt, keinen Gedanken an ihn zugelassen haben, mit verzehnfachter Energie, mit rasender Leidenschaft, mit hundertfachem Haß in den Kampf für die Wiedererlangung des ihnen weggenommenen ‚Paradieses‘…“ [2]

Das Vaterland war in Gefahr gekommen. Es war die dringende Notwendigkeit entstanden, Organe der Staatssicherheit und der Streitkräfte zu schaffen. Am 7. Dezember 1917 war der Allrussische Sonderausschuss für den Kampf gegen Konterrevolution und Sabotage (Tscheka) geschaffen worden. Er wurde von F.E. Dzierżyński geleitet. Am 15. Januar 1918 erließ der Rat der Volkskommissare das Dekret über die Bildung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee.

Die Notwendigkeit der „Tscheka“

In der Sammlung der Dokumente (1917-1922) „Lenin und die Gesamtrussische Tscheka“ (Moskau, 1975) ist überzeugend bewiesen:

„Die Bourgeoisie, die Gutsbesitzer und alle reichen Klassen machen verzweifelte Anstrengungen, um die Revolution zu untergraben, deren Sache es ist, die Interessen der Arbeiter, der werktätigen und ausgebeuteten Massen zu sichern.
Die Bourgeoisie begeht die schlimmsten Verbrechen, sie kauft den Abschaum der Gesellschaft und verkommene Elemente, setzt sie unter Alkohol, um Pogrome hervorzurufen. Die Anhänger der Bourgeoisie, besonders unter den höheren Angestellten, unter den Bankbeamten usw., sabotieren die Arbeit, organisieren Streiks, um die Regierung bei ihren Maßnahmen zur Verwirklichung sozialistischer Umgestaltungen zu lähmen. Das geht sogar bis zur Sabotage im Ernährungswesen, wodurch Millionen Menschen von Hunger bedroht sind.
Zum Kampf gegen Konterrevolutionäre und Saboteure sind außerordentliche Maßnahmen notwendig.“ [3]

Und die Sowjetmacht beschließt unter ihrer klugen Führung Sofortmaßnahmen. Auf den weißen Terror muß mit einem roten Terror reagiert werden. Saboteure in den Banken und Betrieben sind unverzüglich zu verhaften. Böswillige Sabotageakte sind zu unterdrücken. Betriebe sind zu beschlagnahmen. Und so geschah es.

Als Kaledin im Dongebiet den Belagerungszustand ausrief, um die Versorgung der Front mit Brot zu verhindern, und als Dutow versuchte, Tscheljabinsk zu besetzen, damit kein Brot aus Sibirien an die Front und in die Städte gelangt, wurden deren Truppen restlos zerschlagen. Und nachdem schließlich die Banden Petljuras und Machnos, Sawinkows, Antonows, Annenkows, Baron Wrangels u.a. zerschlagen waren, erlitt auch die Entente eine Niederlage.

Die eiserne Hand des revolutionären Volkes handelte hart und entschlossen. Die Frage stand so — sie oder wir. Deshalb muß auch der Klassenkampf des Proletariats gegen seine Feinde schonungslos sein. Entweder Diktatur des Proletariats oder Diktatur der Bourgeoisie, etwas Drittes gibt es nicht. Lenin sagte:

„Die Kommune war eine Diktatur des Proletariats, und Marx und Engels haben der Kommune den Vorwurf gemacht, haben für eine der Ursachen ihres Untergangs den Umstand gehalten, daß die Kommune von ihrer bewaffneten Macht nicht energisch genug zur Unterdrückung des Widerstands der Ausbeuter Gebrauch gemacht hat.92.“ [4]

Der Oktoberrevolution gelang es, diesen Fehler zu vermeiden, und deshalb hat sie gesiegt.

Irkutsk (2018).


Zitate:
[1] А.Я. Вышинский. «Сталин и враги народа» (russ.), M., 2012, S.40.
[2] W.I. Lenin: Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1970, Bd.28, S.252f.
[3] W.I. Lenin: Schreiben an F.E. Dzierżyński und Entwurf eines Dekrets über den Kampf gegen Konterrevolutionäre und Saboteure. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1972, Bd.26, S.273
[4] W.I. Lenin: Durch den Zusammenbruch des Alten Verängstigte und für das neue Kämpfende. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1972, Bd.26, S.399.

Quelle:
О ВРАГАХ НАРОДА НАДО ГОВОРИТЬ ПРАВДУ (Übersetzung: Irina Faust) (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Siehe auch:
Pawel Krasnow: Warum wurde Blücher erschossen?
Sergej Golik: Der sowjetfeindliche Marschal Tuchatschewski

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Geschichte der UdSSR, Konterrevolution, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Ljubow Pribytkowa: Über die Feinde des Volkes muß man die Wahrheit sagen!

  1. Weber Johann schreibt:

    Wer sich einmal über die Verbrecherbanden der Konterrevolution von 1917-1922 ein Bild machen will, dem ist das Buch „Fiasko einer Konterrevolution“ von David Golinkow, Dietz Verlag Berlin 1982 zu empfehlen. Wer dieses Buch gelesen hat, der frägt sich, wurden diese Millionen von Toten, deren Verantwortung die Konterrevolution trägt, auch Stalin zugeordnet? Tipp: Dieses Buch gibt es in den Antiquariten bereits ab 0,20 Euro. Diese 0,20 Euro bilden, wogegen täglich 0,90 Euro verblöden können.

    Hier ein Auszug zu der Rolle der Kirchen während dieser Zeit:
    „Am 28. Februar 1922 riefen der Patriarch Tichon (W. I. Belawin) und die Mitglieder des Heiligen Synods der russischen orthodoxen Kirche die Gläubigen zum Ungehorsam und zum Widerstand gegen die Vertreter der Sowjetmacht auf, die Wertgegenstände der Kirche beschlagnahmten, um den Hungernden mit dem Erlös aus dem Verkauf dieser Gegenstände zu helfen. Dieser Aufruf hatte eine Welle blutiger Unruhen im Lande zur Folge. Am 5. Mai 1922 beschloß das Moskauer Revolutionstribunal, den Patriarchen Tichon gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen. Ähnliche Beschlüsse faßten die Revolutionstribunale von Nowgorod, Petrograd, vom Dongebiet und anderen Orten. […]
    Anklageschrift wurde die antisowjetische Tätigkeit Tichons und seiner nächsten Umgebung anhand zahlreicher Tatsachen dargelegt. Sie belegten, daß die reaktionären Kirchenführer unter der gemeinsamen Leitung und unmittelbarer Teilnahme des Patriarchen Tichon, Stadnizkis, Fenomenows und Gurjews eine Organisation gebildet hatten, deren Ziel der Sturz der Sowjetmacht war. Zur Verwirklichung dieses verbrecherischen Zieles hatten sie sich legal existierender religiöser Vereinigungen bedient.

    Von Mai bis August 1918 hatte Tichon Kontakte zu Agenten der französischen Regierung unterhalten und deren Maßnahmen, die auf die Vorbereitung einer militärischen Intervention in Rußland abzielten, »gesegnet«. Er unterhielt persönlich wie auch über die von ihm eingesetzten Kirchenführer Verbindung zu Sowjetrußland feindlich gesonnenen Gruppierungen und Organisationen, die auf dem Gebiet der RSFSR entstanden waren oder sich im Ausland befanden. Auch mit dem konterrevolutionären General Denikin und anderen, die sich zu Herrschern Rußlands erklärt hatten, stand Tichon in Verbindung. […]
    In mehreren Aufrufen wiegelte er die Volksmassen gegen die Innen- und Außenpolitik der Arbeiter-und-Bauern-Regierung, insbesondere gegen die Maßnahmen der Sowjetregierung zur Trennung von Kirche und Staat, auf. In einem Rundschreiben verpflichtete er die niedere Geistlichkeit, in den Gemeinde und Diözesanräten besondere Zellen für den Kampf gegen die Sowjetmacht zu bilden. Er erließ auch eine Instruktion, wie die wenig klassenbewußten Massen in die oppositionelle Bewegung gegen die Sowjetmacht einbezogen werden konnten. Zu diesem Zweck sollten Beschlüsse gefaßt werden, die die Maßnahmen der Sowjetmacht verurteilten, Kirchenprozessionen mit demonstrativem Charakter sollte veranstaltet werden, die Kirchengemeinde sollte durch Sturmläuten »zum Schutz der Kirche« zusammengerufen werden. […]

    Die antisowjetischen Kreise im Ausland reagierten auf den bevorstehenden Prozeß gegen die Kirchenführer mit einer lautstarken Protestkampagne. Man behauptete, der Patriarch Tichon habe sich nicht sowjetfeindlich betätigt. Aber Tichon selbst veröffentlichte am 16. Juni 1923, während der Prozeß vorbereitet wurde, eine Erklärung, in der er die Entscheidung des Gerichts, ihn zur Verantwortung zu ziehen, als gerecht anerkannte. Er zeigte Reue über seine gegen die Staatsordnung gerichtete Tätigkeit, erklärte, daß er nunmehr kein Feind der Sowjetmacht mehr sei, und ersuchte das Oberste Gericht, die Vorbeugungshaft aufzuheben und ihn auf freien Fuß zu setzen. Tichon distanzierte sich sowohl von der ausländischen als auch von der inneren monarchistischweißgardistischen Konterrevolution.

    Das für Kriminalfälle zuständige Kollegium des Obersten Gerichts der RSFSR gab Tichons Gesuch am 25. Juni 1923 statt. Er wurde aus der Haft entlassen, der Prozeß wurde vertagt. Tichon wollte nun das Patriarchenamt wieder übernehmen, aber seine kirchlichen Gegner nahmen den Kampf gegen ihn auf. […]
    Die Sowjetmacht war nicht so streng wie die kirchlichen Würdenträger. Einige Zeit später, am 21. März 1924, faßte das Präsidium des Zentralexekutivkomitees der UdSSR folgenden Beschluß: »Mit Rücksicht darauf, daß der Bürger W.I. Belawin, der ehemalige Patriarch Tichon, seine konterrevolutionäre, gegen die Arbeiter-und-Bauern-Macht gerichtete Tätigkeit öffentlich bereut hat, und in Anbetracht dessen, daß sich unter den breiten Massen der Arbeiter und Bauern eine Loslösung vom Aberglauben und ein verstärkter Drang zur Wissenschaft und Bildung zeigt, daß dadurch der Einfluß der sogenannten orthodoxen Kirche auf die breiten Massen der Arbeiter und Bauern entscheidend geschwächt wurde und infolgedessen der Bürger Belawin, der ehemalige Patriarch, sowie die zusammen mit ihm gerichtlich belangten Bürger für die Sowjetmacht sozial nicht mehr gefährlich sind, hat das Präsidium des Zentralexekutivkomitees der UdSSR beschlossen: Das Verfahren gegen die Bürger W. I. Belawin ( den ehemaligen Patriarchen Tichon), N. G. Fenomenow, A. G. Stadnizki und P. W. Gurjew, die wegen begangener Verbrechen laut §§ 62 und 119 des Strafgesetzbuches der RSFSR angeklagt worden sind, wird eingestellt“

    Kurz danach änderte Patriarch Tichon seine Haltung zum Sowjetstaat von Grund auf. Die Festigung der Sowjetmacht, das wachsende Vertrauen der breiten Massen der Werktätigen zur Sowjetmacht und die ernst zu nehmende Bewegung unter den Gläubigen für die Erneuerung der Kirche machten ohne Zweifel Eindruck auf ihn. In seinem Vermächtnis vom 7. Januar 1925 forderte der hochbetagte Patriarch Tichon die Kirchendiener und gläubigen Laien der orthodoxen Kirche auf, »mit ruhigem Gewissen, ohne Furcht, gegen den heiligen Glauben zu verstoßen, sich der Sowjetmacht unterzuordnen, und zwar nicht aus Angst, sondern aus Gewissen«, und er verurteilte die schädliche, sowjetfeindliche Tätigkeit von Geistlichen.“

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Weber Johann, das Buch habe ich gesucht! – Das Interessante an der Geschichte ist, daß es eine Dialektik gibt zwischen den objektiven, sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen und dem sog. „subjektiven Faktor“, d.h. dem sich „zufällig“ oder ganz bewußt verändernden individuellen Verhalten. Man kann also niemals ausschließen, daß Menschen (auch unter so schwierigen Umständen wie während des Bürgerkriegs) hinzulernen und wiederum andere zur Änderung ihres Verhaltens inspirieren. … was natürlich nicht ausschließt, daß hin und wieder „Rückfälle“ eintreten. Doch die Tendenz ist positiv, ist fortschrittlich. Sie ist wesentlich und allgemein – also gesetzmäßig! (verkürzt gesagt.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s