Gerhart Eisler: Der Marxismus ist unsterblich!

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Als Karl Marx am 14. März 1883 in London starb, da sagte sein enger Freund und Mitarbeiter Friedrich Engels an seinem Grabe: Karl Marx ist gestorben, geliebt, betrauert von Millionen revolutionären Mitarbeitern. Sein Name wird durch Jahrhunderte fortleben und auch sein Werk. Friedrich Engels hatte recht. Das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels, der Marxismus, wurde zur Fahne und zum Kompaß der Arbeiterklasse aller Länder im Kampf um die Befreiung vom Kapitalismus.

Eine neue, sozialistische Gesellschaftsordnung

Um das von Karl Marx geschaffene Werk sammelten sich alle Kräfte der Menschheit, die vorwärtsstrebten, und vor allem die revolutionären Arbeiter, die klassenbewußten Arbeiter, deren historische Aufgabe es ist, die Welt vom Kapitalismus, von Kriegen und Krisen, vom Elend, von der menschlichen Degradierung zu befreien und die neue, sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten.

Seit dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests bis heute haben die Kapitalisten und ihre Schreiberlinge, haben Opportunisten und Reformisten, zum Beispiel Willy Brandt, versucht, Karl Marx zu widerlegen, ihn als überholt, als unvereinbar mit den neuen Erkenntnissen zu verleumden. Vergeblich.

Der Marxismus – eine wissenschaftliche Lehre

Der Marxismus ist unsterblich, weil er wahr ist, weil er die Lehre von der Befreiung der Arbeiterklasse, der fortschrittlichsten Klasse, ist. Der Marxismus ist unsterblich, weil er der Arbeiterklasse die Wissenschaft als Waffe in die Hand gab zum Kampf gegen den kapitalistischen Todfeind. Der Marxismus ist unsterblich, weil er mit den Waffen der Wissenschaft die Gesetze des Kapitalismus entdeckte und weil er vor allem mit der Theorie des Klassenkampfes und der Lehre von der welthistorischen Rolle der Arbeiterklasse, des Schöpfers der neuen, der kommunistischen Gesellschaft, auch die wissenschaftliche Begründung für den unvermeidlichen Untergang des Kapitalismus gab.

Unzählige Marxtöter kamen und gingen, es waren die Marxtöter in Wort und die Marxtöter in der Tat – mit Hilfe der Polizei, der Gendarmerie, des Faschismus und furchtbarer Kriege. Aber vergeblich war die schmutzige Arbeit der heute toten Marxtöter, und ebenso vergeblich ist die nicht weniger schmutzige Arbeit der heutigen Marxtöter.

Sozialismus auf einem Sechstel der Erde

Heute hat sich ein Drittel der Menschheit nach den Lehren des Marxismus ein neues Leben erkämpft, unerhörte Schwierigkeiten überwunden und entwickelt sich weiter aufwärts. Für mehr als 800 Millionen Menschen ist der Sozialismus bereits Wirklichkeit geworden, und in allen anderen Teilen der Welt kämpfen Hunderte Millionen Menschen für das gleiche Ziel. Niemals haben sich der Marxismus, die ungeheure Vielfalt der marxistischen Gedanken und der marxistischen Forschung so lebendig, so siegreich und so zukunftsfroh erwiesen wie in der heutigen Zeit.

Der Marxismus, der wissenschaftliche Sozialismus, dessen ewiges Symbol die rote Fahne ist, ist zum Sammelpunkt aller Freiheitskämpfer der Menschheit geworden. Der Antimarxismus ist aber zum Sammelpunkt all dessen geworden, was faul, was reaktionär, was nach rückwärts gewandt ist. Alles, was die Ausbeutung, die Unterjochung, die abscheuliche Kriecherei vor den Kapitalisten aufrechterhalten will, sammelt sich unter dem Antimarxismus. Das letzte Argument der Marxtöter ist die Atom- und Wasserstoffbombe.

Die Macht der Arbeiterklasse

Was macht die Ideen von Marx, den Marxismus, der durch Lenin weiterentwickelt wurde, zu einer solch unbesiegbaren geschichtlichen Kraft? Ihre Kraft besteht darin, daß Karl Marx durch die marxistische Dialektik die grundlegenden Gesetze der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und der Natur aufgedeckt hat. Die Kraft dieser Ideen liegt darin, daß sie der Arbeiterklasse zum erstenmal zeigte, welch ungeheure Rolle ihr von der geschichtlichen Entwicklung auferlegt ist. Die Arbeiterklasse, das lehrten der geniale Deutsche Karl Marx und sein Fortsetzer, der geniale Russe Lenin, muß die Entwicklung erkennen, muß in die Entwicklung eingreifen, um ihr Leben zu verbessern und um sich und die ganze Menschheit durch die Erkämpfung des Sozialismus von der Barbarei des Kapitalismus zu befreien.

Die Bedeutung der kommunistischen Partei

Indem die Arbeiterklasse sich ihre marxistische Partei schafft und dadurch imstande ist, die ganze Klasse, alle Werktätigen in den Kampf um die Befreiung vom Kapitalismus zu führen, kann diese ungeheure geschichtliche Kraft der Arbeiter wirksam werden. Die Geschichte hat diese bereits im „Kommunistischen Manifest“ begründete Rolle der Arbeiter vollauf bestätigt. Überall, wo die Arbeiterklasse unter Führung wirklich marxistischer Parteien den Kampf gegen die kapitalistischen Ausbeuter führte, hat sie gesiegt. Auch in Deutschland hat die Arbeiterklasse dort die deutschen Großkapitalisten und Militaristen geschlagen und ausgerottet, wo die führende Partei der Arbeiterklasse eine Partei ist, die im Geiste von Karl Marx, Friedrich Engels und Lenin den heiligen Kampf um den Sozialismus führt. In der Deutschen Demokratischen Republik, auf jenem Gebiet Deutschlands, wo diese große geschichtliche Aufgabe der deutschen Arbeiterklasse erfüllt wurde, ist das die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands.

Hat sich das Wesen des Kapitalismus geändert?

Dort aber, wo – wie in Westdeutschland und in Westberlin – von der Sozialdemokratie der Marxismus preisgegeben wurde, die Lehren des Marxismus in den Wind geschlagen wurden, der Marxismus durch bereits hundertmal als bankrott erwiesene Theorien der Opportunisten und Marxtöter ersetzt wurde, dort sind die westdeutschen Großkapitalisten und Militaristen wieder im Sattel, haben sie sich ihren reaktionären Staat gebildet, beuten sie die Arbeiter und Werktätigen in schamloser Weise aus und bedrohen das ganze deutsche Volk und Europa mit Atombomben. Eine Arbeiterpartei, die die Ideen von Marx und Engels preisgegeben hat, ist geschichtlich letzten Endes wie eine taube Nuß. Angeblich – so wird von seiten der Marxtöter behauptet – hätte sich der Kapitalismus geändert. Aber ist es nicht eine Tatsache, daß die kapitalistische Wirtschaft ebenso wie zur Zeit von Karl Marx zum Zwecke des Profits der Kapitalisten betrieben wird?

Die europäische Krise

Ist es nicht eine Tatsache, daß in der ganzen kapitalistischen Gesellschaft zwischen Arbeitern und Kapitalisten der Klassenkampf um höhere Löhne, um die Verkürzung der Arbeitszeit gegen die Profitinteressen der Unternehmer geführt wird? Ist es nicht genauso wie zur Zeit von Karl Marx, daß der Kapitalismus von den zyklischen Überproduktionskrisen erfaßt wird, wie wir es eben in den Vereinigten Staaten sehen und wie es sich in Westdeutschland zu zeigen beginnt?

Faschismus

Ist der Kapitalismus in Gestalt des Faschismus nicht noch raubgieriger, noch barbarischer, noch brutaler, als es der Kapitalismus zur Zeit von Karl Marx gewesen ist? Ist dieser Kapitalismus etwa heute zivilisierter geworden, der im zweiten Weltkrieg unerhörte Vernichtungen und unerhörte Zerstörungen anrichtete?

Der Marxismus lebt!

Ist der Kapitalismus etwa seit der Zeit von Karl Marx menschenfreundlicher geworden, derselbe Kapitalismus, der die Atombombe entwickelte und sie auf zwei wehrlose japanische Städte abwarf und der heute die ganze Welt mit einem atomaren Krieg bedroht? Vieles hat sich geändert, seitdem Karl Marx lebte, aber die Grundlehren und die Grunderkenntnisse von Karl Marx, weiterentwickelt von Lenin für die Zeit des Imperialismus, haben sich als ewige Wahrheit erwiesen, und diese Wahrheit lautet: Der Kapitalismus beutet immer brutaler, immer rücksichtsloser die Arbeiter aus und bedroht die ganze Welt mit einer ungeheuren Katastrophe.

Gerhart Eisler (1958)

Quelle: Berliner Rundfunk, 5. Mai 1958

(Danke an Karsten für die Bereitstellung dieses interessanten Beitrags! Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


Gerhard Eisler (1897-1968): Politiker und Journalist; 1918/33 Funktionär der KPÖ bzw.  KPD; 1933/49 Emigration; ab 1962 Vors. des Staatl. Rundfunkkomittees der DDR.

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20 Antworten zu Gerhart Eisler: Der Marxismus ist unsterblich!

  1. Blogger schreibt:

    Moin!

    Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet. (Karl Marx)
    Wissen-Vor-Acht und Börse-Vor-Acht-Gucker sowie Wikipedia-Leser wissen das gar nicht. Die wissen nicht einmal was ein Staat ist, geschweige denn wem er dient und wie er finanziert wird.
    Schöne Grüße!
    http://blog.rolfrost.de/staat.html

  2. sascha313 schreibt:

    Die Linke hat offenbar nichts mehr mit Marxismus zu tun. Ich war vor kurzem in einem Büro der Linken, da lagen unzählige Broschüren herum, was die alles noch machen wollen, wenn sie mal was zu sagen hätten. Ganz oben im Regal stand eine kleine Gipsbüste vom „jungen Marx“ – na klar! Der alte Marx, den versteht ja heute keiner mehr… wenigstens bei denen ist das so. Und die Werke unserer Klassiker – Marx, Engels, Lenin oder gar Stalin??? Haben die die? Fehlanzeige, Lernen wollen die also auch nichts. Ein trauriger Verein! … na, vielleicht waren die Bücher auch nur versteckt in irgendeiner Kiste 😉

    • Harry 56 schreibt:

      Diese „Linken“ Parlamentswanzen im Bundestag, (mit ca. 15 000 EUR pro Monat gemästet, gekauft, bestochen, in den Landtagen mit ca. 10 000 EUR monatlich, dazu beste Aussichten auf fetteste Altersversorgung, alle diese Herrlichkeiten besorgt durch einen bürgerlichen Staat, einer bürgerlichen Staatsmaschine, wozu sollten diese korrumpierten Figuren, System-Claqueure noch etwas mir’Marx, Lenin, dem Sozialismus und Kommunismus zu tun haben wollen?
      Was wollt ihr mit DENEN überhaupt noch diskutieren, was für „ideologische Auseinandersetzungen“ , „Klärungen“ durchführen wollen?

  3. Ulrike Spurgat schreibt:

    In diesem System gibt es keine Zukunft, und die darin Lebenden haben keine.
    Ein Freund sagte etwas, was mich sehr lange beschäftigt. In der DDR geboren, und dort bis zur Zerstörung der DDR gelebt. Eine Auseinandersetzung brachte ihn zu der Aussage: „Ich habe in der Zukunft gelebt.“ Bitte richtig verstehen, natürlich in der Gegenwart. Es ging um die Frage, wie die Perspektiven und die Entwicklungsmöglichkeiten für den Menschen im Kapitalismus sind, und das ist ein spannendes Thema, weil es um die Wurst geht.

    Was die Partei Die Linke angeht, deren Parteitag ich verfolgt habe, könnte ich kotzen. Eine Partei, die dem Frieden sich verpflichtet ist nicht in der Lage ein klares Bekenntnis zum Frieden mit Russland abzugeben, und ist nun komplett bei mir durch. Van Aaken ist ein Antikommunist, wie viele bei der Linken, wie er im Buche steht.

    Die Pariser Briefe (Manuskripte) von 1844, Karl Marx, auch Philosoph haben mein Leben entscheidend beeinflusst und geprägt: „Setze den Menschen als Menschen und sein Verhältnis zur Welt als ein menschliches voraus, so kannst du Liebe nur gegen Liebe austauschen , Vertrauen nur gegen Vertrauen etc. Wenn du die Kunst genießen willst, musst du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluss auf andere Menschen ausüben willst, musst du ein wirklich anregend und fördernd auf andere Menschen wirkender Mensch sein. Jedes deiner Verhältnisse zum Menschen – und zu der Natur – muss eine bestimmte, dem Gegenstand deines Willens entsprechende Äußerung deines wirklichen individuellen Lebens sein. Wenn du liebst ohne Gegenliebe zu hervorzurufen , d.h. wenn dein Lieben als Lieben nicht die Gegenliebe produziert, wenn du durch deine Lebensäußerung als liebender Mensch dich nicht um geliebten Menschen machst, so ist deine Liebe ohnmächtig, ein Unglück.“ (MEW, Bd.40, S.567)

    Die Begeisterung für unsere Klassiker hat nie nachgelassen, und ohne das Erkennen und Verstehen der marxistischen Weltanschauung, darüber die Realitätskontrolle über das eigene Leben wieder zu gewinnen,hätte ich nicht überlebt. Danke Karl Marx, F. Engels, Rosa, Clara, Kurt Gossweiler, Lenin, Stalin, Dimitroff, und einige habe ich sicherlich vergessen.

    Lese oft hier, und lerne immer wieder dazu, ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag die interessanten und spannenden Artikel.
    Danke Sascha.

    • sascha313 schreibt:

      So sehe ich das auch – danke, Ulrike. Ein schönes Zitat von Marx! (Habe mal die Quelle hinzugefügt) – Klar, die sog. „Die Linke“ hat keine Zukunft, weder in diesem Land noch irgendwo anders. Es gibt eben überwältigend viel, was für den Marxismus spricht, und es gibt gar giftige Feinde. Nichtsdestotrotz gibt es unaufhaltsam eine Entwicklung, die nach einer Alternative schreit – die Frage ist nur, wie es uns, den Marxisten, gelingt, „den Arbeitern zu helfen, sich zurechtzufinden“ (Lenin). Damit sie nicht den falschen Propheten auf den Leim gehen.

      Denn – schrieb Lenin: „Und ich werde nicht müde werden zu wiederholen, daß die Demagogen die ärgsten Feinde der Arbeiterklasse sind. Eben darum die ärgsten, weil sie die schlechten Instinkte der Menge schüren, weil die unentwickelten Arbeiter nicht die Möglichkeit haben, diese Feinde richtig zu erkennen, die – manchmal aufrichtig – als ihre Freunde auftreten. Die ärgsten, weil in einer Zeit der Zerfahrenheit und Schwankungen, in einer Zeit, wo sich die Physiognomie unserer Bewegung erst herausbildet, nichts leichter ist, als demagogisch die Masse mitzureißen, die später nur durch die bittersten Erfahrungen über ihren Irrtum belehrt werden kann.“ (Lenin, Was tun?, Bd.5, S.479f.)

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        Hallo Sascha, habe über deine Antwort sehr lange nachgedacht, und es als Aufforderung verstanden, sich weiter damit zu befassen. Sollte ich es falsch verstanden haben, lasse das Geschreibsel im Nirwana verschwinden.

        „Ohne revolutionäre Theorie, kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben.“ (Lenin, Was tun ?, Seite 33). (Ausgabe von 1973, Philipp Reclam jun. Leipzig) Heraklit schreibt, dass alles immer in Bewegung ist, und der Fluss ein Flussbett benötigt um fließen zu können. (Daran arbeite ich gedanklich noch): Dialektik.

        Das Bewusstsein ist im Heute das Pfund, wo wir einerseits mit angeblichen Informationen vollgestopft werden, andererseits uns soviel wichtiges vorenthalten wird, dass weder ein Erkennen, reflektieren, bzw. eine Einordnung geschehen kann, weil wir nichts Substantielles auf den Teller der Information bekommen, und so wird es beliebig, unreflektiert und bei der Masse bedeutungslos.

        Wer zwei und drei Jobs hat, um überleben zu können, wer freiwillig massenhaft an Überstunden anhäuft, (besonders in der Kranken- und Altenpflege, in Heimen und Krankenhäusern) mit Angst, wenn man nicht mitmacht, dass das Ende der Fahnenstange der Horror der Hartz4 Knast ist sieht sich nicht in der Lage bei Übermüdung und Überforderung darüber hinaus zu denken, außer an den nächsten Tag, und an die nächste Rechnung, die im Postkasten liegt. Was ich sagen will ist, dass es eine Partei, die Avantgarde geben muss, die das auf der Roten Fahne stehen hat, was sich „die soziale Frage nennt.“ Die Frage von Krieg und Frieden, um nur das Wichtigste zu nennen.

        Die Individualisierung im Land geht voran, der Rückzug ins Privatleben, die oftmals Einsamkeit, Alleinsein, innere und äußere Nöte zur Folge haben. Psychiater und Psychologen haben Hochkonjunktur, und befördern, weil ihnen in der Regel die marxistischen Weltanschauung, der menschlichen Natur, und der gesellschaftlichen Verhältnisse fehlt, es sich aber genau um die Problematik, weshalb man sie aufsucht handelt. Da wird der „Bock zum psychologischen Gärtner“ gemacht. Ein Teufelskreis, der sich wieder und wieder an der Stelle schließt, wo der Mensch nur auf sich selbst geworfen zurückbleibt, und die Folge ist die Bestätigung, dass er selbst „sein Schicksal in die Hände“ nehmen muss.

        Möglicherweise sind die Arbeiterzirkel, wie man sie aus der Arbeiterbewegung kennt, eine von mehreren Möglichkeiten. Erst einmal wird es immer um „Brot und Frieden“ gehen. Die Entpolitisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Manipulationen dem Volk das Hirn und das Herz mit Oberflächlichkeiten, mit Werbung, die immer subtiler in alle Lebensbereiche sich einschleicht und somit einen Zusammenhang zwischen dem künstlich erzeugtem Bedürfnis nach diesem oder jenem Produkt eine Verbindung konstruiert wird, der sich viele Menschen kaum entziehen können. Zumal genau die Entpolitisierung hochpolitisch ist. „Alles ist immer in ständiger Bewegung.“

        Wir haben starke Gegner, doch davor sind wir, wie uns die Geschichte, unsere Geschichte der revolutionären Arbeiter-bewegung zeigt, niemals eingeknickt. „Sich fügen, heißt lügen.“ (Erich Mühsam). Ich weiß, dass Erich Mühsam Anarchist war. Familie Mühsam und Familie Gossweiler waren Freunde im Faschismus, und Gossweilers haben den Mühsams geholfen, dass sie nicht den Faschisten in die Hände gefallen sind. So geht Solidarität. Solidarische Grüße, und einen guten Sonntag
        Ulrike

      • sascha313 schreibt:

        Liebe Ulrike,
        Ich bin vollkommen einverstanden mit Dir; aber an dem Punkt, wo wir über solche Dinge, die Du beschreibst, nachdenken, befinden wir alle uns irgendwie.

        So habe ich heute über Lenin wieder einmal nachgedacht, was er im Bd.27 über die „nächsten Aufgaben der Sowjetmacht“ schrieb. Das ist zwar erst der übernächste Schritt, aber Lenin sah sehr klar voraus, wie das mal werden würde und was man beachten muß, wenn man über den anfänglichen Enthusiasmus hinauskommen will.

        Ein Satz gab mir da zu denken: „Das Unglück der früheren Revolutionen war, daß der revolutionäre Enthusiasmus der Massen, der ihren gespannten Zustand aufrechterhielt und ihnen die Kraft verlieh, die Elemente der Auflösung schonungslos zu unterdrücken, nicht lange anhielt. Die soziale, d.h. die Klassenursache dieser Unbeständigkeit des revolutionären Enthusiasmus der Massen war die Schwäche des Proletariats, das einzig und allein imstande ist (wenn es genügend zahlreich, klassenbewußt und diszipliniert ist), die Mehrheit der Werktätigen und Ausgebeuteten (die Mehrheit der Armen, um einfacher und populärer zu sprechen) für sich zu gewinnen und die Macht eine genügend lange Zeit zu behaupten, um alle Ausbeuter und alle Elemente der Auflösung völlig zu unterdrücken.“ (S.255) – War das eben nicht auch das Unglück der DDR?

        Das mit Gossweilers und Familie Mühsam wußte ich noch nicht. Soviel wie wir miteinander geredet haben – ein großartiges Zeichen von Herzlichkeit und Verbundenheit! So war Lenin auch!

      • Damit nicht der falsche Eindruck entsteht:
        In der Nacht des “Reichstagsbrandes“ wurde Erich Mühsam von den Nationalsozialisten verhaftet und am 10. Juli 1934 von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.

        Seine Frau Zenzl Mühsam berichtete von der Übergabe der Leiche Mühsams:

        „Der Sarg wurde geöffnet. Vor mir lag mein Mann. Das Gesicht war bleich, aber ganz, ganz ruhig. Ein Streifen am Hals zeigte mir die Spuren des Strickes. […] Mein Schwager Hans sagte: ‚Entschuldige, mein Bruder, ich bin ein alter Arzt‘, zog ihm das Hemd aus, der Rücken war vollkommen verprügelt, und getötet war er durch eine Giftinjektion und tot aufgehängt im Abort.“

        Was den Einsatz der Gossweilers nicht schmälern soll!

    • Blogger schreibt:

      Was an Flucht und Vertreibung heutzutage stattfindet, ist einfach nur menschenverachtend. Von daher gibt es nichts zu streiten. Wer dieses Thema zum Streitthema macht, verfolgt damit ein Ziel, nämlich die Verleugnung der Verursacher. Und das ist genau das, was Karl Liebknecht von Die Linke unterscheidet: Karl Liebknecht nannte die Kriegstreiber beim Namen, Die Linke hingegen tut es nicht!

      Flüchtlingspolitik ist Völkermord!
      So müsste das eine Partei, welche den Anspruch auf den Namen Karl Liebknecht erhebt, formulieren.

      http://blog.rolfrost.de/linke.html

      Danke Sascha, Grüße an Alle!

    • Harry 56 schreibt:

      Hallo Ulrike, dieses wunderbare Marx-Zitat bringt im Grunde Ziel und Zweck des Kommunismus wunderbar auf den Punkt!
      Für alle heutigen System-Parasiten und Systemschergen des Kapitalismus natürlich nur „Phantastereien““ eines „unreifen“ oder „jungen Marx“.
      Das „Kommunistische Manifest“ und alle weiteren bahnbrechenden Leistungen von Marx und seinem Freund und Mitstreiter F:Engels sind natürlich nur „wirre Ideologie“, so auch heute fast alle „Linken“, alle sonstigen staatsausgehaltenen „Linken“, Weltverbesserer alller Art.!
      Und das Internet, die zahllosen wirren Blogger und You Tube Spinner aller Art, das ist heute in weiten Teilen ein riesiger Ozean an Stiftung von geistiger, politischer und moralischer Verwirrung in unzähligen Spielarten und Farben.
      Ja, und die Partei „Die Linke“ und viele sonstigen „kommunistischen“ Sekten und Nebelwerfer gehören ganz selbstverständlich mit dazu zu dieser Volksverdummung in den unterschiedlichsten Spielarten.

      Nüchterne sozialistische Grüße!

  4. Ulrike Spurgat schreibt:

    Guten Abend, lieber Sascha, danke für die aufschlussreiche und nachdenkliche Antwort.

  5. Ulrike Spurgat schreibt:

    Welcher falsche Eindruck sollte denn bitte entstehen ?
    Einzig und alleine ging es in meinem Beitrag um eine Situation, die aussagen soll, dass Kommunisten und Anarchisten im Faschismus sich sehr geholfen haben, trotz unterschiedlicher politischer Überzeugungen. Als Tochter eines Kommunisten weiß ich wovon ich spreche.

    Nun, dann komme ich zu Erich Mühsam: E. Mühsam war mit dem Friedennobelpreisträger C. v. Ossietzky, Herausgeber der Weltbühne im KZ Sonnenburg, Erich Mühsam war Anarchist und einer der Repräsentanten der Münchner Räterepublik von 1919. Die SS hatte ihn, wie C.vo, Ossietzky auf dem Kieker, schließlich war er Jude und Anarchist.

    „Und ich sage euch, dass wir, die wir hier hier versammelt sind, uns alle nicht wiedersehen, sagte er in seiner letzten Rede, gehalten im Februar 1933 vor dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller. „Wir sind eine Kompanie auf verlorenem Posten. Aber wenn wir hundertmal in den Gefängnissen verrecken werden, so müssen wir heute noch die Wahrheit sagen, hinausrufen, dass wir protestieren.“

    Zu Lebzeiten hat E. Mühsam mehr als zwei Dutzend Bücher, Er veröffentlichte Gedichte Chanson und Liedsammlungen . Die Zeitschriften „Kain“ und „Fanal“ gab er heraus, und Satiren schrieb er für „Simlicissimus“ und „Ulk“. Bekannt bis heute ist sein Spottgedicht, „der deutschen Sozialdemokratie“ gewidmet. „Der Revoluzzer: „War einmal ein Revoluzzer./Im Zivilstand Lampenputzer,/ging im Revoluzzerschritt/mit den Revoluzzern mit.“

    Bis zuletzt hat Erich Mühsam Widerstand gegen die Barberei des Faschismus geleistet, und die SS-Wachmannschaften behaupteten er habe Selbstmord begangen. – Erich Mühsam und Carl von Ossietzky, beide haben vereint gegen den Faschismus, und für eine bessere Welt gekämpft, und das macht sie unvergesslich.

    • sascha313 schreibt:

      Vielen Dank, liebe Ulrike. Also – so hab‘ ich das auch verstanden; und es ist gut, daß Du das nochmal schreibst! Es ist furchtbar, was da geschah, das wollte Georg damit sicher auch sagen. Aber es gibt eben auch Leute, die haben die beiden Namen noch nie gehört…

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