Der imperialistische Staat, die Religion und die Waffen…

SoldatKreuzIst es ein Zufall, daß dieser Soldat vor dieser Kirchentür steht? In wessen Auftrag steht er da? Was bewacht er? Und welchen Zusammenhang gibt es zwischen den drei Begriffen: Staat, Religion und Waffen? Sehen wir uns nun die Sache im einzelnen mal etwas genauer an:

a) Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse (MARX)

5910

Staat zahlt an Kirchen so viel Geld wie nie

Die Bundesländer überweisen den Kirchen immer mehr Geld, wie eine neue Erhebung zeigt. Das Geld fließt zusätzlich zur Kirchensteuer. Seit 1949 wurden an die Kirchen in der BRD bisher insgesamt fast 17,9 Milliarden Euro staatliche Leistungen ausgezahlt. Jährlich sind das 538 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr um gut 14 Millionen Euro mehr.

weiterlesen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staat-zahlt-an-kirchen-so-viel-geld-wie-nie-a-1211217.html

kardinalmarx


b) Die Religion ist „Opium für das Volk“ (MARX)

marx2

Wie sind die Religionen entstanden?

Die monotheistischen Welt-Religionen, insbesondere das Christentum, sind ein Erzeugnis der antagonistischen Klassengesellschaft mit ihren Verhältnissen der Ausbeutung und Unterdrückung der Mehrheit der Menschen durch eine Minderheit. Sie entstanden als Ausdruck des Protests und zugleich der Ohnmacht der ausgebeuteten Volksmassen.

Wem nutzt die Religion?

Die wichtigste Grundlage für die Existenz der Religion in der Gegenwart bildet die kapitalistische Gesellschaftsordnung. Die spontan wirkenden Gesetze der kapitalistischen Produktion, die zu sozialer Unsicherheit, zu Arbeitslosigkeit, Krisen und zu verheerenden Kriegen führen, treten den Menschen als unerklärliche Kräfte entgegen. Im religiösen Bewußtsein erscheinen diese Kräfte als überirdische Mächte. Reaktionäre Kräfte mißbrauchen die Religion als ideologisches Mittel, um die Werktätigen der kapitalistischen Länder von der Erkenntnis ihrer wahren Interessen und vom Klassenkampf abzuhalten und sie mit der kapitalistischen Gesellschaft zu versöhnen.

Welche Rolle spielt die Religion in der BRD?

Von aggressiven Kräften des westdeutschen Imperialismus wird die Religion unter aktiver Mitwirkung reaktionärer Kreise des katholischen und evangelischen Klerus mißbraucht (→ politischer Klerikalismus) .

Quelle: Kleines Politisches Wörterbuch

Was verstehen wir unter Religion?

Religion [<lat.]: Form des gesellschaftlichen Bewußtseins, das die objektive Realität in verzerrter und phantastischer Weise widerspiegelt; idealistische Weltanschauung, in der als primäre Ursache des natürlichen und gesellschaftlichen Geschehens ein persönlicher Gott, mehrere Götter, Geister u.a. bzw. unpersönliche und übernatürliche Kräfte und Mächte angesehen werden; charakteristisch ist eine irrationale, gefühlsmäßig betonte Glaubenshaltung, in der sich der religiöse Mensch einerseits von geheimnisvollen übernatürlichen Mächten abhängig fühlt, die er andererseits durch Gebet. Opfer, Riten, Kulthandlungen beeinflussen zu können glaubt.
Die Wurzeln der Religion liegen im Bemühen, über die historisch bedingten Erkenntnisschranken, die Unfähigkeit, natürliche und gesellschaftliche Zusammenhänge zu erfassen, hinauszugehen.
Religion und Wissenschaft befinden sich in schroffem Gegensatz zueinander. Die sozialen Ursachen der Religion sind vornehmlich im Bestehen der antagonistischen Klassengesellschaft zu suchen. Religion ist in der Regel als Ideologie der Ausbeuterklassen konservatives, reaktionäres Rewußtsein, „Opium, des Volkes“ (MARX); sie ist aber auch als Protestation gegen das Elend in der Ausbeutergesellschaft; dieser widersprüchliche Charakter der Religion kann sie in ihren politischen Interpretationen sowohl reaktionären als auch progressiven Kräften dienstbar machen.
In der DDR war das Recht freier Religionsausübung gesichert. Gläubige werden durch die Bündnispolitik in die Gestaltung der sozialistische Gesellschaft gleicberechtigt einbezogen.
(Quelle:
BI-Universal-Lexikon – 5 Bde., VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1987, Bd.4, S.321f.)

c) Das Recht auf eine Waffe kommt von Gott, sagt Trump.

waffennarren

Eine Waffengegnerin diskutiert mit Drew Deal, einem Waffenbefürworter aus Dallas. Man beachte sein Schild. Bild: AP/The Dallas Morning News

Das Recht auf eine Waffe, so behauptet dieser amerikanische Cowboy, kommt von Gott selbst. Daran ist, wie es scheint, auch dieser russisch-orthodoxe Pope sehr interessiert:

Schiessender Pfaffe

Und nun – ist der Zusammenhang klar?


Siehe auch:
Die Kirche und der deutsche Staat
Der kirchliche Hofstaat
Dunkelmännertum

Der Unrechtsstaat

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14 Antworten zu Der imperialistische Staat, die Religion und die Waffen…

  1. gunst01 schreibt:

    Dass der Kardinal so viel verdient, hat er Hitler und dem Konkordat zu verdanken. Dieser Vertrag ebente ihm, wie im Übrigen die Lateranverträge auch Mussolini, den Weg ur Macht. Ohne diese Verträge w#re die Kirche heute so arm wie eine`Kirchenmaus´.

    • Carl von Clausewitz — ‚To achieve victory we must mass our forces at the hub of all power and movement. The enemy’s center of gravity‘

      Mit Hitler und dem Konkordat hat der Verdienst eines Kardinals gar nichts zu tun, denn es handelt sich dabei um Kirchenrecht, welches außerhalb aller Staatenrechte, das Recht (die Philosophie) der Kirche, mit ihren eigenen Gesetzen, eigener Justiz, Legislative und Exekutive in Person des Papstes darstellt, der ein eigenes Völkerrechtssubjekt ist.

      Die Kirche ist keine Religion, sondern ein Handelsunternehmen, welches sich hinter dem Schein eine Religion zu sein, verbirgt.

      Die Kirche ist über 212 Kardinälen, über 6.000 Bischöfen, 23 Kirchen und 33 Orden, mehr als 40.000 Diakone, 70.000 Mönche, 435.000 Priester, 750.000 Nonnen, 1,2 Millionen Angestellten und 3,6 Millionen Katecheten die größte, mächtigste und reichste Handels-Organisation in der Welt; über dieses Netzwerk ist sie Eigentümerin von Konzernen, Banken und Versicherungen, Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten.

      Als Aktionärin der “sogenannten“ Privaten Zentralbanken – die von den meisten für staatliche Institutionen gehalten werden – steuert sie über die BIZ an der diese Zentralbanken als Aktionäre beteiligt sind, das finanzielle und wirtschaftliche Wohl oder Wehe aller kapitalistischen Staaten. Dabei tritt sie selbst nur in Erscheinung, wenn sie mit den Staaten der Erde diplomatische Beziehungen pflegt oder mit diesen Verträge schließt, während ihr Netzwerk von Millionen gut organisierter Menschen die Aktien der Multinationalen Konzerne anonym hält.

  2. giskoe schreibt:

    Der Staat ist für die Armut zuständig und die Kirche für die Dummheit. Warum sonst finanziert der BRD-Bürger mit seinem „Rundfunkbeitrag“ die Kirchensendungen in Funk und Fernsehen?

    Und zum anderen zieht sich ja der Staat aus vielen sozialen Bereichen zurück und übergibt den Kirchen diese Aufgabe. Damit tritt aber das kanonische Arbeitsrecht in diesen Bereichen in Kraft: Konfessiononslose Mitarbeiter gibt es nicht, staatlicher Mindestlohn existiert nicht, Gewerkschaftsarbeit ist verboten… Und das alles mit Steuergeldern. Wahrscheinlich werden nicht mal die Schilder von Kirchengeldern bezahlt…

    Wobei ja laut GG für die BRD Artikel 140 keine Staatskirche existiert und keiner gezwungen werden darf, an religiösen Handlungen teilzunehmen.
    Also ab zur nächsten Tankstelle und tanket alle Gott!

  3. Blogger schreibt:

    Dem türkischen Kapital gehts übrigens prächtig. Stimmen werden aus ganz Europa gebraucht, damit das auch so bleibt. 300€ Monatslohn müssen reichen für ein Dreckloch in Istanbul für 800€ Miete monatlich.
    Mehr dazu:
    http://blog.rolfrost.de/moscheen.html
    Heiligs Kapital!

  4. Weber Johann schreibt:

    4 Wochen vor der ersten Bundestagswahl 1949 erließ der Vatikan ein Dekret. In diesem Dekret hat der Vatikan festgelegt, dass alle Katholiken die mit Kommunisten in „Berührung“ kommen, von der Katholischen Kirche exkommuniziert werden. Das Schlimmste, was einen Katholiken treffen kann.
    Nachfolgend einige Auszüge aus der Passauer Neuen Presse, das nach dem CSU-Bayern-Kurier schärfte antikommunistische Blatt in Bayern.
    Dieses Dekret wurde vom Vatikan bewusst so kurz vor der ersten Bundestagswahl veröffentlicht um die Wähler zu beeinflussen. Hier stellen sich zwei Fragen.
    Waren auf Grund dieser Exkommunikationsdrohung von Seiten des Vatikan noch freie Wahlen?Sicher nicht. Bedenke, Adenauer wurde nur mit einer Stimme Mehrheit im Bundestag zum Bundeskanzler gewählt.
    Welchen Einfluss hatte dieses Dekret auf die katholische Bevölkerung in der Sowjetische besetzten Zone, später in der DDR? Musste die katholische Bevölkerung in der SBZ und in der DDR nicht auf Grund einer drohenden Exkommunikation gegen den Staat arbeiten? Fragen, die bisher keiner aufgegriffen hat.

    Passauer Neue Presse vom 16. Juli 1949:

    Höhepunkt – Der Warnung
    Von Dr. Hans Kapfinger

    Der Vatikan in Rom hat durch die Kongregation des Heiligen Offiziums soeben ein Dekret veröffentlicht, das die Exkommunikation aller Katholiken ausspricht, die sich aktiv für die Verbreitung der kommunistischen Lehre einsetzen. Das Dekret besagt wörtlich: „Christen, die die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verkünden, besonders diejenigen, die ihn verteidigen oder verbreiten, verfallen „ipso facto“ als Abtrünnige vom katholischen Glauben der Exkommunikation. Der Exkommunikation unterliegen auch diejenigen Kommunisten, die bisher zu den Sakramenten gingen.“
    Diese allgemeine Exkommunikation ist eine letzte Warnung an alle Katholiken, die sich in irgendeiner Weise freiwillig mit dem Kommunismus identifizieren oder ihn in Wort oder Tat unterstützen. Das Dekret ist gleich- zeitig eine Aufforderung an diese Katholiken, sich vom Kommunismus loszusagen und aus vollem Herzen in ihre Kirche zurückzukehren.

    Die Mehrzahl zum Beispiel der französischen Zeitungen deutet diesen Beschluß als einen unvermeidlichen Höhepunkt der päpstlichen Warnungen vor dem Kommunismus. Eine französische Zeitung schreibt: „Niemand darf überrascht sein. Lange bevor der Kommunismus in Sowjetrußland seine politische Form gefunden hat, noch zu dem Zeitpunkt, als er nur eine politische Lehre und eine soziale Bewegung war, hat Papst Pius IX. ihn unwiderruflich verurteilt. Sein Nachfolger, Leo XIII., hielt den Kommunismus schon 30 Jahre, ehe er In Moskau eingeführt wurde, für ein tödliches Übel.“ Daß für alle Katholiken bedeutsame Dekret erschien in den „Acta apostollca Sedia“, dem offiziellen Organ des Vatikans.
    http://digipress-beta.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1949-07-02.42554-0/bsb00039719_00577.html?zoom=1.5

    Passauer Neue Presse 16. Juli 1949:
    Kardinal Frings zur Bundeswahl
    Köln (Dena). Der Kölner Erzbischof Kardinal Dr. Josef Frings forderte die Geistlichen seines Erzbistums in einem Schreiben auf, die Gläubigen auf ihre Wahlpflicht aufmerksam zu machen. Genau wie 1948 in Italien, als der Papst das italienische Volk aufrief, nur christliche Kandidaten zu wählen, gehe es auch in Westdeutschland darum, der Gefahr des Kommunismus zu begegnen, heißt es einem Schreiben weiter.
    http://digipress-beta.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1949-07-02.42554-0/bsb00039719_00578.html?zoom=1.5

    http://digipress-beta.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1949-07-02.42554-0/bsb00039719_00585.html?zoom=1.5

    Passauer Neue Presse 30. Juli 1949:
    Die deutschen Bischöfe an die Wähler
    Hirtenbrief fordert Erfüllung der Wahlpflicht — Protest gegen Ausdruck „Fünfte Besatzungsmacht“
    […] Die Kirche, so wird in dem Hirtenbrief ausgeführt, stehe über den Parteien. Die Bischöfe seien aber verpflichtet, zu prüfen inwieweit im politischen Leben christliche Grundsätze beachtet oder verletzt würden, wenn es sich um Weltanschauungsfragen handelt. So habe sich auch kürzlich der Heilige Stuhl veranlaßt gesehen, ein klares Urteil über den Kommunismus abzugeben, nach dem alle, die sich zur materialistischen und christentumsfeindlichen Lehre der Kommunisten bekennen oder sie verteidigen und verbreiten, der Strafe der Exkommunikation verfallen. […]
    Die Kirche stehe mit ihrer ganzen Autorität auf der Seite des sozialen Fortschritts. Abschließend bitten die Bischöfe die Katholiken, auch andere über die Bedeutung der Wahl aufzuklären. „Vergeßt nicht, daß ihr Eure Entscheidung vor Gott, vor Euren Kindern und vor der Zukunft unseres Volkes verantworten müßt.“
    http://digipress-beta.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1949-07-02.42554-0/bsb00039719_00625.html?zoom=1.5

    „Exkommunikation ist der zeitlich begrenzte oder auch permanente Ausschluss aus einer religiösen Gemeinschaft oder von bestimmten Aktivitäten in einer religiösen Gemeinschaft. Sie wird als Beugestrafe angewandt, das heißt bis zur Beendigung bzw. Wiedergutmachung des Fehlverhaltens.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Exkommunikation

  5. sascha313 schreibt:

    Danke! Sollte dieses Dekret von 1949 noch gültig sein, möchte ich beantragen, daß auch die letzten beiden Bischöfe von Erfurt (Neymayr und sein Vorgänger) exkommuniziert werden, da ich mit beiden schon einmal gesprochen habe.

    Diese Haltung der katholischen Kirche ist auch ein direktes Eingeständnis der in ihrem Auftrag durchgeführten Ermordung des sowjetisch-galizischen Schriftstellers Jarosław Alexandrowitsch Hałan im selben Jahre 1949.

  6. Albert schreibt:

    Auch wenn dies vielleicht nur sekundär zum Thema passt möchte ich erwähnen das bereits im Februar 1990 im BI-Lexikon – Bd. 4 S 321f. der Begriff Religion neu definiert wurde.
    Religion [< lat.]: Welt und Lebensanschauung die von der Hinneigung zu Überweltlichem bestimmt ist. Als Ursachen allen Geschehens werden ein persönl. Gott (Monotheismus), mehrere Götter, Geister u.a. (Polytheismus) bzw. unpersönl. übernatürl. Kräfte und Mächte (frühe Formen: Animismus , Fetischismus) angesehen, die durch Gebet, Opfer und Kulthandlungen Verehrung finden.Charakteristisch ist eine gefühlsmäßige Glaubenshaltung(Frömmigkeit). Der Ursprung der R. wird im Präanimismus vermutet. Bei sog. Naturvölkern stehen R. und Magie in engem Zusammenhang. Neben ethnisch (z.B. jüd. R.) und auf Stämme von Völkern beschränkten R.en entwickelten sich bedeutsame Weltreligionen (Buddhismus,Christentum, Islam), deren Gläubige spezif. Formen religiösen Lebens (z.B. Mönchtum, Fastenzeit) herausbildeten und sakrale Stätten (Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel) errichteten.
    Stolz wird im Nachtrag Band 5 BI-Universal-Lexikon (Ausg. 1991, S 463) darauf hingewiesen: Bei der Auslösung der friedl. Revolution in der DDR im Herbst 1989 spielten auch Kirchen und Kirchenvertreter des BEK eine tragende Rolle.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Albert, für den Hinweis! Nein, nein paßt genau. Das ist ein typisches Beispiel von Opportunismus. Hier haben sich die Verfasser dieses Lexikons prinzipienlos den Auffassungen der nunmehr auch in Leipzig herrschenden Bourgeoisie angepaßt. Ein widerliches Beispiel intellektueller Anpassungsfähigkeit! Schade, daß man deren Namen nicht genau kennt…

  7. Blogger schreibt:

    Und noch etwas: http://blog.rolfrost.de/kreuz.html
    Deutschland unterm Kreuz.
    Laut Grundgesetz jedoch darf sich der Staat mit keiner Religionsgemeinschaft identifizieren.

    Was ist dieses Gesetz eigentlich wert? Doch nicht etwa das Papier auf das es einst gedruckt wurde!

    Schönen Sonntag.

  8. Weber Johann schreibt:

    Entnommen aus dem Buch „Die Päpste des XX. Jahrhunderts“ von J.R. Grigulevic, Verlag Progress Moskau 1984, Urania-Verlag Leipzig 1984

    Seite 257- 268

    „IM BANNE DES ANTIKOMMUNISMUS
    In welcher Richtung entwickelte sich nun die Politik des Vatikans nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition? Pius XII. tat alles ihm Mögliche, um die westlichen Alliierten auf einen Konfrontationskurs mit der Sowjetunion zu bringen. Das ent­sprach den Bestrebungen der reaktionärsten Kreise der ka­pitalistischen Welt. Was das innere Leben der kapitalistischen Länder betraf, die sich von der Okkupation der Hitlerarmeen befreit hatten, so unternahm Pius XII. hier große Anstren­gungen, um das antifaschistische Bündnis zu zerschlagen, das sich während der Kriegsjahre gebildet hatte. Die Kommuni­sten, die im Kampf gegen den Faschismus eine führende Rolle gespielt hatten, sollten aus ihm herausgedrängt und isoliert werden. In den Ländern der Volksdemokratien aber suchte Pius XII. die Katholiken zum Kampf gegen die gesellschaftlichen Umwandlungen zu inspirieren. Diese Linie wurde mittels der einheimischen Hierarchie verwirklicht, die die Gläubigen ganz offen dazu aufrief, gegen die Kommunisten und deren Bünd­nispartner zu kämpfen, die antifaschistisch-demokratischen Umwandlungen zu boykottieren. […]
    Der Vatikan begann eine einflußrei­che Rolle in der intemationalen Politik zu spielen. Nicht nur die herrschenden Kreise Europas mußten ihn in ihr Kal­kül einbeziehen, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika, die an einer Festigung ihres Einflusses in Europa interessiert waren. Als diese Kreise den Weg des kalten Krie­ges gegen die Sowjetunion und die Volksdemokratien be­schritten, förderte der Vatikan den Ausschluß der Kommuni­sten aus den Regierungen der nationalen Einheit und unterstützte die Konsolidierung der rechten Kräfte, denen er über die Landeshierarchie jede politische und finanzielle Hil­fe zuteil werden ließ. Seit Beendigung des Krieges „begann Pius XII sich um die Schaffung mächtiger antikommunistischer Blöcke zu be­mühen“, schreibt der amerikanische Journalist Camille Cian­farra, der in den Kriegsjahren beim Vatikan akkreditiert war. Jetzt scheute sich Pius XII. nicht, offen zu einem neuen „Kreuzzug“ gegen den Kommunismus aufzurufen.[…]
    In seiner obengenannten Weihnachtsbotschaft erklärte Pius XII. zum „Überläufer oder Verräter“ jeden, ,,der seine ma­terielle Mitarbeit, seine Dienste, seine Fähigkeiten, seine Hil­fe, seine Stimme Parteien oder Mächten leihen wollte, die Gott leugnen, Gewalt an die Stelle des Rechts, Drohung und Terror an Stelle der Freiheit setzen“. Allen war es klar, das Pius XII. unter den „gottlosen Parteien“ die Kommunisten, unter den „gottlosen Mächten“ die Sowjetunion und die Län­der der Volksdemokratien verstand, die er verleumderisch des Terrors bezichtigte, der bekanntlich von allen marxistisch-leninistischen Parteien abgelehnt wird. […]
    Die Anweisung des Staats­departments der USA 500 000 Dollar für die antikommunistische Propaganda steht in direktem Zusammenhang mit dem berüchtigten Dekret des Heiligen Offiziums vom 13. Juli 1949, dessen Präfekt damals noch der Papst selbst war. Das Dekret exkommunizierte oder schloß von den Sakramenten alle Gläubigen aus, die die „kommunistische Lehre“ annehmen oder propagieren, Mitglieder der KP sind, diese unterstützen oder mit ihr zusammenarbeiten, die deren Pres­se lesen und verbreiten. Seinem Inhalt nach erinnerte dieses Dekret an die antikommunistischen Gesetze Hitlers, Mus­solinis, Francos, Salazars und anderer faschistischer Dikta­toren und stellte eine Kriegserklärung der Kirche an den Kommunismus und die Kommunisten dar. Die Regierung der USA nahm das antikommunistische Dekret Pius XII. mit großer Befriedigung auf. [..]
    Bis zu seinem Tode hielt Pius XII. offen an diesem feindseligen Kurs gegen den Kommunismus und die Sowjetunion fest. Er exkommunizierte die Geistlichen, die sich an der Welt­friedensbewegung beteiligten und ein Verbot der Atomwaf­fen forderten. Unter den Exkommunizierten befand sich unter anderem der Geistliche Andrea Gaggero, ehemaliger Häft­ling des Konzentrationslagers Mauthausen, der von den Faschisten zu 18 Jahren Zwangsarbeit wegen antifaschistischer Tätigkeit verurteilt worden war. In Frankreich unterdrückte Pius die Arbeiterpriester, die gegen die kapitalistische Aus­beutung auftraten und sich positiv zum Kampf der Kommunisten für die Rechte der Werktätigen äußerten. [..]
    In seinen zahlreichen Verlautbarungen und Enzykliken rief Pius XII. die Werktätigen der kapitalistischen Länder immer wieder auf, ihr schweres Los geduldig zu ertragen. Arme und Reiche habe es immer gegeben und werde es immer geben, das entspreche der menschlichen Natur, die von Gott geschaffen sei, belehrte der Papst die Arbeiter. Um sie vom Klassenkampf abzuhalten, erklärte er den 1. Mai zum kirchlichen Feiertag, und zum Patron der Arbeiter er­hob er Josef, den Zimmermann. Der Papst trat auch für die Unterstützung verschiedener christlicher Arbeiterorganisationen ein, die unter der Kontrolle der Kirche standen und antikommunistische Positionen bezogen.“
    Anmerkung: Wer unter den Alt-BRD-Regierungen solche Bücher aus der sowjetische besetzten Zone (SBZ) und der DDR in Besitz hatte, musste mit der Verfolgung des Verfassungsschutzes (staatlicher Sicherheitsdienst) rechnen. Tausende Menschen in der Alt-BRD wurden verhaftet und vor Gericht gestellt, nur weil sie von ihr Menschenrecht auf freie Meinungsbildung in Anspruch nahmen. Viele von ihnen kamen ins Gefängnis. Noch mehr verloren ihren Arbeitsplatz und hatten es schwer wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Unter der Brandt- bzw. Schmidt-Regierung wurden Menschen aus dem öffentlichen Dienst entfernt bzw. wurden erst gar nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt.

  9. Weber Johann schreibt:

    Informationsdienst der West-CDU vom 21. Oktober 1950:

    Sturmzeichen in der Sowjetzone
    Nach einer erschütternden Feststellung des Vatikans wurden in den vom Bolschewismus beherrschten Ländern Osteuropas bisher rd. 11 000 katholische Priester und Mönche hingerichtet, ins Gefängnis geworfen oder deportiert. Die evangelischen Kirchen können im Rahmen ihres zahlenmäßigen Anteils in Osteuropa wohl eine gleich erschreckende Bilanz ziehen. Vor diesem düsteren Hintergrund gewinnen die Nachrichten über eine bevorstehende Verschärfung des Kampfes gegen die christlichen Bekenntnisse in der Sowjetzone immer mehr an Glaubwürdigkeit. Die Entwicklung in den letzten Tagen bestätigt auch jene früheren Meldungen, die davon sprachen, die Machthaber der Sowjetzone würden versuchen, mit Hilfe einer kleinen Zahl von ihnen gefügigen Geistlichen eine Spaltung in die christlichen Bekenntnisse hineinzutragen. In diesem Sinne müssen u. a. die Aeußerungen des evangelischen Pfarrers der Gemeinde Raben (Brandenburg) gewertet werden, der für die Zukunft eine „Bevormundung“ durch seinen Landesbischof Dr. Otto Dibelius brüsk abgelehnt hat. Auch im katholischen Sektor sind Angriffe der bolschewistischen Machthaber vorgesehen, die sich vorläufig noch hinter einem „Plan zur Neuorganisation von kirchlichen Aufsichtsbehörden in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt“ verbergen. Auch hier scheint die treibende Kraft des SED-Staatssekretärs im sowjetzonalen Innenministerium Hans Warnke — man wird sich diesen Namen für die nächste Zukunft merken müssen! — einige Geistliche für Judasdienste gewonnen zu haben. Angesichts dieser öffentlichen Verschärfung der Lage der christlichen Bekenntnisse in der Sowjetzone versteht man es immer weniger, daß namhafte christliche Persönlichkeiten, wie Dr. Martin Niemöller und Dr. Gustav Heinemann, in Angriffen gegen die Bundesregierung und den Bundeskanzler ihre Kraft wirkungslos verpuffen und in einer Stunde, die gebieterisch größte Einigkeit aller christlich und demokratisch denkenden Deutschen verlangt, nichts Besseres zu tun wissen, als unter die deutschen Menschen eine neue Fackel der Zwietracht zu werfen.
    http://www.kas.de/wf/doc/kas_23988-544-1-30.pdf?110826092017

    • sascha313 schreibt:

      Wäre ja mal interessant zu erfahren, aus welchen Quellen dieses West-CDU-Blättchen seine Zahlen entnimmt. Zum anderen: In ähnlicher Weise „argumentiert“ ja auch das sog. „Schwarzbuch des Kommunismus“. Auch hier werden Zahlen in die Arena geworfen, ohne in einzelnen fundierte Nachweise dafür zu erbringen. Ist ja auch nicht nötig, so glauben die Autoren. Das Ziel dieser Methode ist nur zu durchsichtig: Diffamierung des Kommunismus! Neu ist das alles nicht!

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