J.R. Grigulevič: Der Vatikan im Zeichen des Antikommunismus.

J-R-Grigulevic+Die-Päpste-des-XX-JahrhundertsSeit langem ist bekannt, daß die katholische Kirche, angeführt durch den Vatikan und seine Päpste, seit Jahrhunderten ein brutales Regime der Unterdrückung und Verblödung der Volksmassen betreibt. Nicht nur die Toten sämtlicher Kreuzzüge, die Ermordeten der Inquisition, die Verfolgten und Ausgebeuteten in allen Regionen der Welt gehen auf das Verbrechenskonto der katholischen Kirche. Während der Nazizeit stellte sich der Vatikan auf die Seite des Faschismus und verhalf nach der Zerschlagung Hitlerdeutschlands Nazi- und Kriegsverbrechern über die sogenannte „Rattenlinie“ zur Flucht nach Südamerika. Antikommunismus gehörte stets zum Grundmuster der katholischen Kirche. Alles zum „Seelenheil“ der Gläubigen! In zynischer Weise wird heute auch noch aus Wohltätigkeit Kapital geschlagen. Darüber schrieb auch der sowjetische Autor Josif Romualdowitsch Grigulewitsch. 1976 erschien in der Sowjetunion sein vielbeachtetes Buch über die Geschichte der katholischen Inquisition und 1984 schrieb er über die Päpste des 20. Jahrhunderts…

Die Politik des Vatikans

In welcher Richtung entwickelte sich nun die Politik des Vatikans nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition? Pius XII. tat alles ihm Mögliche, um die westlichen Alliierten auf einen Konfrontationskurs mit der Sowjetunion zu bringen. Das ent­sprach den Bestrebungen der reaktionärsten Kreise der ka­pitalistischen Welt.

Kampf gegen den Kommunismus

Was das innere Leben der kapitalistischen Länder betraf, die sich von der Okkupation der Hitlerarmeen befreit hatten, so unternahm Pius XII. hier große Anstren­gungen, um das antifaschistische Bündnis zu zerschlagen, das sich während der Kriegsjahre gebildet hatte. Die Kommunisten, die im Kampf gegen den Faschismus eine führende Rolle gespielt hatten, sollten aus ihm herausgedrängt und isoliert werden. In den Ländern der Volksdemokratien aber suchte Pius XII. die Katholiken zum Kampf gegen die gesellschaftlichen Umwandlungen zu inspirieren. Diese Linie wurde mittels der einheimischen Hierarchie verwirklicht, die die Gläubigen ganz offen dazu aufrief, gegen die Kommunisten und deren Bünd­nispartner zu kämpfen, die antifaschistisch-demokratischen Umwandlungen zu boykottieren. […]

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Faschistische Gesinnung: katholische Bischöfe zeigen den Hitlergruß

Unterstützung reaktionärer und faschistischer Kräfte

Der Vatikan begann eine einflußrei­che Rolle in der intemationalen Politik zu spielen. Nicht nur die herrschenden Kreise Europas mußten ihn in ihr Kal­kül einbeziehen, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika, die an einer Festigung ihres Einflusses in Europa interessiert waren. Als diese Kreise den Weg des kalten Krie­ges gegen die Sowjetunion und die Volksdemokratien be­schritten, förderte der Vatikan den Ausschluß der Kommuni­sten aus den Regierungen der nationalen Einheit und unterstützte die Konsolidierung der rechten Kräfte, denen er über die Landeshierarchie jede politische und finanzielle Hil­fe zuteil werden ließ. Seit Beendigung des Krieges „begann Pius XII sich um die Schaffung mächtiger antikommunistischer Blöcke zu be­mühen“, schreibt der amerikanische Journalist Camille Cian­farra, der in den Kriegsjahren beim Vatikan akkreditiert war. Jetzt scheute sich Pius XII. nicht, offen zu einem neuen „Kreuzzug“ gegen den Kommunismus aufzurufen.[…]

Terror gegen die „gottlosen Parteien“

In seiner obengenannten Weihnachtsbotschaft erklärte Pius XII. zum „Überläufer oder Verräter“ jeden, ,,der seine ma­terielle Mitarbeit, seine Dienste, seine Fähigkeiten, seine Hil­fe, seine Stimme Parteien oder Mächten leihen wollte, die Gott leugnen, Gewalt an die Stelle des Rechts, Drohung und Terror an Stelle der Freiheit setzen“. Allen war es klar, das Pius XII. unter den „gottlosen Parteien“ die Kommunisten, unter den „gottlosen Mächten“ die Sowjetunion und die Län­der der Volksdemokratien verstand, die er verleumderisch des Terrors bezichtigte, der bekanntlich von allen marxistisch-leninistischen Parteien abgelehnt wird. […]

USA unterstützen den katholischen Antikommunismus

Die Anweisung des Staats­departments der USA 500.000 Dollar für die antikommunistische Propaganda steht in direktem Zusammenhang mit dem berüchtigten Dekret des Heiligen Offiziums vom 13. Juli 1949, dessen Präfekt damals noch der Papst selbst war. Das Dekret exkommunizierte oder schloß von den Sakramenten alle Gläubigen aus, die die „kommunistische Lehre“ annehmen oder propagieren, Mitglieder der KP sind, diese unterstützen oder mit ihr zusammenarbeiten, die deren Pres­se lesen und verbreiten. Seinem Inhalt nach erinnerte dieses Dekret an die antikommunistischen Gesetze Hitlers, Mus­solinis, Francos, Salazars und anderer faschistischer Dikta­toren und stellte eine Kriegserklärung der Kirche an den Kommunismus und die Kommunisten dar. Die Regierung der USA nahm das antikommunistische Dekret Pius XII. mit großer Befriedigung auf. [..]

Exkommunizierung fortschrittlicher Geistlicher

Bis zu seinem Tode hielt Pius XII. offen an diesem feindseligen Kurs gegen den Kommunismus und die Sowjetunion fest. Er exkommunizierte die Geistlichen, die sich an der Welt­friedensbewegung beteiligten und ein Verbot der Atomwaf­fen forderten. Unter den Exkommunizierten befand sich unter anderem der Geistliche Andrea Gaggero, ehemaliger Häft­ling des Konzentrationslagers Mauthausen, der von den Faschisten zu 18 Jahren Zwangsarbeit wegen antifaschistischer Tätigkeit verurteilt worden war. In Frankreich unterdrückte Pius die Arbeiterpriester, die gegen die kapitalistische Aus­beutung auftraten und sich positiv zum Kampf der Kommunisten für die Rechte der Werktätigen äußerten. [..]

Papst Pius XII. belehrt dиe Arbeiter 

In seinen zahlreichen Verlautbarungen und Enzykliken rief Pius XII. die Werktätigen der kapitalistischen Länder immer wieder auf, ihr schweres Los geduldig zu ertragen. Arme und Reiche habe es immer gegeben und werde es immer geben, das entspreche der menschlichen Natur, die von Gott geschaffen sei, belehrte der Papst die Arbeiter. Um sie vom Klassenkampf abzuhalten, erklärte er den 1. Mai zum kirchlichen Feiertag, und zum Patron der Arbeiter er­hob er Josef, den Zimmermann. Der Papst trat auch für die Unterstützung verschiedener christlicher Arbeiterorganisationen ein, die unter der Kontrolle der Kirche standen und antikommunistische Positionen bezogen.“

Quelle:
Entnommen aus dem Buch „Die Päpste des XX. Jahrhunderts“ von J.R. Grigulevic, Verlag Progress Moskau 1984, Urania-Verlag Leipzig 1984, Seite 257- 268.

Vatikan: seit 1378 Residenz des Papstes auf dem Vatikanhügel in der Vatikanstadt, einem Stadtstaat im Westen Roms. Vatikanstadt ist ein päpstliches Staatsgebiet, das als staatliche Einheit ein besonde­res Völkerrechtssubjekt neben dem Heiligen Stuhl als der höch­sten geistlichen Instanz der rö­misch-katholischen Kirche dar­stellt. Der Papst übt sowohl die geistliche Souveränität des Heili­gen Stuhls wie die staatliche Sou­veränität der Vatikanstadt aus. Als absoluter Wahlmonarch vereinigt er die legislative, exekutive und richterliche Gewalt. Vatikanstadt besitzt eine eigene staatsanqenö­rigkeit, die auf Grund der Aus­übung bestimmter Ämter in der Va­tikanstadt bzw. beim Heiligen Stuhl und der Erteilung einer Wohnsitz­erlaubnis erworben wird. (Quelle: Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S.247.)

Anmerkung: Wer unter den Alt-BRD-Regierungen solche Bücher aus der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) und der DDR in Besitz hatte, mußte mit der Verfolgung des Verfassungsschutzes (staatlicher Sicherheitsdienst) rechnen. Tausende Menschen in der Alt-BRD wurden verhaftet und vor Gericht gestellt, nur weil sie von ihr Menschenrecht auf freie Meinungsbildung in Anspruch nahmen. Viele von ihnen kamen ins Gefängnis. Noch mehr verloren ihren Arbeitsplatz und hatten es schwer wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Unter der Brandt- bzw. Schmidt-Regierung wurden Menschen aus dem öffentlichen Dienst entfernt bzw. wurden erst gar nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt. (Danke an W.J.!)

Siehe auch:
Die päpstliche Inquisition und die Ermordung des sowjetischen Schriftstellers Jarosław Hałan

Dieser Beitrag wurde unter Gegen die Religion, Kapitalistische Wirklichkeit, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu J.R. Grigulevič: Der Vatikan im Zeichen des Antikommunismus.

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Siehe auch Deschner, der eine mehrbändige Untersuchung der Untaten der Kirche veröffentlicht hat, wobei er speziell auch auf die Kumpanei der katholischen Kirche und ihres Papstes eingeht.

  2. Henk Gerrits schreibt:

    Schandaleus – skandalös!

  3. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Seit langem ist bekannt, daß die katholische Kirche, angeführt durch den Vatikan und seine Päpste, seit Jahrhunderten ein brutales Regime der Unterdrückung und Verblödung der Volksmassen betreibt. Nicht nur die Toten sämtlicher Kreuzzüge, die Ermordeten der Inquisition, die Verfolgten und Ausgebeuteten in allen Regionen der Welt gehen auf das Verbrechenskonto der katholischen Kirche. Während der Nazizeit stellte sich der Vatikan auf die Seite des Faschismus und verhalf nach der Zerschlagung Hitlerdeutschlands Nazi- und Kriegsverbrechern über die sogenannte „Rattenlinie“ zur Flucht nach Südamerika. Antikommunismus gehörte stets zum Grundmuster der katholischen Kirche. Alles zum „Seelenheil“ der Gläubigen! In zynischer Weise wird auch heute noch aus Wohltätigkeit Kapital geschlagen. Darüber schrieb auch der sowjetische Autor Josif Romualdowitsch Grigulewitsch. 1976 erschien in der Sowjetunion sein vielbeachtetes Buch über die Geschichte der katholischen Inquisition und 1984 schrieb er über die Päpste des 20. Jahrhunderts…

  4. Ossi bleibt Ossi schreibt:

    Hat dies auf rh-netz-meinungen rebloggt und kommentierte:
    „Die Päpste des XX. Jahrhunderts“ – Damals wie heute die Denkweise hat sich nicht geändert!

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