„Ich habe den Vopo erschossen…“

quickMit diesem Aufmacher im Titelbild erschien 1966 die Münchner Illustrierte „Quick“. So schürten BRD-Medien die Hetze gegen die DDR. „Wie schön!“ wird sich da mancher gedacht haben, der schon immer mal seinen Haß auf unseren sozialistischen Staat, auf die Deutsche Demokratische Republik, loswerden wollte. Tatsächlich gab es von Seiten der westdeutschen BRD zahlreiche Spionage- und Sabotagevorfälle gegen die DDR – und zwar mit Unterstützung und Billigung der Westmächte. Unter Bruch des Potsdamer Abkommens war im Juni 1948 in den Westzonen eine separate Währungsreform durchgeführt und halbes Jahr die BRD gegründet worden. Später erst am 7. Oktober 1949 wurde dann auch die DDR gegründet. Die Staatsgrenze der DDR zur westdeutschen BRD und zu Westberlin war vielen ein Dorn im Auge, denen die antikapitalistische Richtung unseres Landes nicht paßte und die am liebsten das Rad der Geschichte zurückdrehen wollten. Da spielte es für diese Leute schon mal keine Rolle mehr, ob ein Volkspolizist oder Grenzsoldat der DDR erschossen wurde…

Im Jahre 1988 faßten zwei Historiker die Ereignisse jener Zeit zusammen:

Warum wurde 1961 in Berlin die „Mauer“ gebaut?

Am 13. August 1961 verbreitete die DDR-Nachrichtenagentur um 01.11 Uhr eine sensationelle Erklärung:

,,Die Regierungen der Warschauer Vertragsstaaten wenden sich an die Volkskammer und an die Regierung der DDR, an alle Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik mit dem Vorschlag, an der Westberliner Grenze eine solche Ordnung einzuführen, durch die der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers der Weg verlegt und rings um das ganze Gebiet Westberlins, einschließlich seiner Grenze mit dem demokratischen Berlin, eine verläßliche Bewachung und eine wirksame Kontrolle gewährleistet wird.“

Berlin_Grenze1

Errichtung der Grenzsicherung zu West-Berlin

Maßnahmen zur Sicherung der Staatsgrenzen der DDR

Angelaufen war die Aktion zur Sicherung der Grenze bereits am 12. August. Gegen 16 Uhr unterzeichnete Walter Ulbricht als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR die Befehle über die Sicherung der Staatsgrenze zu Westberlin. Er übergab sie an Erich Honecker, der die politische und organisatorische Vorbereitung und Durchführung leitete. Um null Uhr wurden die bewaffneten Organe der DDR in Alarmbereitschaft versetzt und erste Einheiten der NVA und der VP an die Grenze verlegt.

Am kommenden Sonntagmorgen…

In den frühen Morgenstunden des 13. August, einem Sonntag, trafen eine Mot.-Schützen-Division, Panzer- und Pioniereinheiten in Berlin ein. Die Alarmierung der Kampfgruppen in Berlin, Potsdam und Frankfurt (Oder) erfolgte zwischen 1 Uhr und 1 Uhr 30. Bewaffnete Kämpfer bezogen bald die erste Reihe. Die Berliner Parteiorganisation wurde ab Mitternacht mobilisiert, Funktionäre des FDGB und der FDJ nahmen an den Beratungen teil. Die Kreisleitungen der FDJ beauftragten ihre Funktionäre, die Sicherungsmaßnahmen zu unterstützen und bei der Gewährleistung von Ruhe und Ordnung in Berlin zu helfen.

berlinskaya-stena

Unterbrechung der Schmuggelwege nach Ostberlin

Unterbrechung sämtlicher Westverbindungen

Ebenfalls ab Mitternacht wurde der direkte Verkehr zwischen der DDR und Westberlin unterbrochen. In kürzester Zeit mußten der S- und U-Bahn-Verkehr neu organisiert werden. Ab 2 Uhr früh nahmen bewaffnete Kräfte erste Schwerpunkte der Grenze zu Westberlin unter Kontrolle. Ab 3 Uhr wurde die gesamte Grenze zwischen der Hauptstadt der DDR und Westberlin befestigt und innerhalb weniger Stunden gesichert.

Unterschiedliche Reaktionen der DDR-Bürger

Als die meisten am Sonntagmorgen das Radio anstellten, hörten sie, was in dieser Nacht geschehen war. Die Reaktionen der Menschen waren natürlich sehr unterschiedlich. Erleichterung und Verständnis herrschte bei all den Bürgern unseres Landes, die mit Sorge den Mißbrauch der offenen Grenzen und die schwerwiegenden Folgen für die DDR sahen. Schon lange bewegte sie die Frage, wie lange man dem subversiven Treiben des Imperialismus noch zusehen wollte. Im ZK der SED gingen viele Schreiben ein, die dieser Sorge Ausdruck verliehen. An jenem 13. August gab es aber auch Unverständnis für die getroffenen Maßnahmen, da man plötzlich Verwandte, Freunde und Bekannte nicht mehr besuchen konnte und nicht wußte, wann man sich wiedersehen würde.

Wütender Haß von Spekulanten und Grenzgängern

Wütender Haß schlug den bewaffneten Kräften an der Grenze von jenen entgegen, die aus dem „Pendeln zwischen den Welten“ persönlichen Nutzen gezogen hatten. Spekulanten und Grenzgängern war der Weg versperrt. Einige Bürger der DDR hatten bisher ihre Arbeitskraft in Westberlin verkauft, in dortigen Wechselstuben mit Schwindelkurs ihr Gehalt vervielfacht und damit billig und besser in der DDR gelebt.
Das war nun vorbei.

Berlin_JFK-Adenauer

USA-Präsident Kennedy in Westberlin

Wie reagierte der Westen?

Die Reaktionen im Westen waren recht unterschiedlich – sie reichten von Gelassenheit bis zu geheuchelter Empörung. Der Präsident der USA, John F. Kennedy, sah beispielsweise keine Veranlassung, die geplante Reise auf einer Jacht zu verschieben oder abzusagen. Die Interessen der USA wie auch der anderen Westmächte waren von den Grenzmaßnahmen der DDR nicht berührt. Auch der Bundeskanzler der BRD, Konrad Adenauer, mied übereilte Schritte, als er in der Nacht von den Ereignissen in Berlin erfuhr.

Es waren Maßnahmen eines souveränen Staates!

Erich Honecker erklärte später:

,,Wir hatten berechtigten Grund zu der Annahme, daß es der NATO nicht möglich sein würde, eine derartige Aktion, die sich ja ausschließlich auf dem Territorium der DDR vollzog, mit einer militärischen Aggression zu beantworten. Unsere Informationen besagten, daß sich die USA, die Hauptmacht der NATO, ohne die ein militärisches Vorgehen nicht denkbar war, in bezug auf Berlin-West, von eindeutigen Interessen leiten ließ. Das waren: unver­änderter Status von Berlin-West, Anwesenheit der drei Westmächte in Berlin-West, sicherer Verkehr zwischen Berlin-West und der BRD. Keine dieser Interessen wurde durch unsere Grenzsicherungsmaßnahmen verletzt…
Wir unternahmen keine andere Aktion als jeder andere unabhängige, souveräne Staat. Lediglich nahmen wir unsere Grenze gemäß dem damals wie heute von der Organisation der Vereinten Nationen verbrieften Völkerrecht unter Kontrolle. Damit wurde der Frieden gerettet und der Grundstein für das weitere Aufblühen der Deutschen Demokratischen Republik gelegt.“

Wie war die Vorgeschichte des 13. August 1961?

Die Entscheidung über die Maßnahmen vom 13. August haben sich die SED und die Regierung der DDR nicht leicht gemacht. Sie taten alles in ihren Kräften stehende, um die Beziehungen zur BRD und zu Westberlin in sachlicher, konstruktiver Weise zu regeln. Alle diese Schritte scheiterten jedoch an der starren Haltung der entscheidenden politischen Kräfte in der BRD, die in antikommunistischer Verblendung glaubten, den Sozialismus auf deutschem Boden beseitigen zu können.

nato-plan-1950

Die westdeutschen Pläne zur Einverleibung der DDR

Geradezu symbolisch ist in dieser Hinsicht der 6. Juli 1961. Beide Seiten veröffentlichten an diesem Tag Dokumente. Die Volkskammer der DDR trat mit dem „Deutschen Friedensplan“ an die Öffentlichkeit, einem weiteren Versuch der Verständigung beider deutscher Staaten über friedliche Beziehungen, Zusammenarbeit und Erhalt vielfältiger Kontakte, auch auf familiärem Gebiet. In Bonn stellte der ,,Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands“ einen neuen Plan vor. Dieser bot eine Variante an, wie die Macht der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten in der DDR beseitigt, die DDR der BRD einverleibt, die volkseigenen Betriebe und Banken privatisiert und das Land der Genossenschaften wieder an Junker und Großgrundbesitzer verteilt werden sollte. Darin bestand das Kampfziel der deutschen Bourgeoisie.

Offener Wirtschaftskrieg gegen die DDR

Ein wichtiges Mittel zur Schwächung der DDR bildete der Wirtschaftskrieg. Dazu wurde vornehmlich die offene Grenze zwischen der DDR und, Westberlin genutzt. Wirtschaftssabotage und Währungsspekulation schädigten unsere Republik ebenso wie die Arbeit von Grenzgängern im Westen. Diese profitierten von den Vorzügen des Sozialismus, ohne dafür etwas zu leisten. Zielgerichtet wurde die Abwerbung qualifizierter Werktätiger, Wissenschaftler, Ärzte und anderer Fachleute betrieben. Nicht wenige Menschen erlagen den Verlockungen des Westens oder wurden mittels Nötigung und Erpressung zum illegalen Verlassen der DDR veranlaßt.

Gezielte Ausplünderung der DDR durch die BRD

Wiederholt störte die Bundesregierung den Handel mit der DDR, im September 1960 kündigte sie das Handelsabkommen. Zwar hob sie diese Maßnahme im Dezember wieder auf, ohne den Wirtschaftskrieg jedoch zu mindern. Er sollte die Lage der Bevölkerung verschlechtern und Unzufriedenheit schüren. Nach vorsichtigen westlichen Schätzungen ist der DDR durch die von der BRD und Westberlin betriebene Ausplünderung ein Schaden in Höhe von über 100 Milliarden Mark entstanden. Zu dieser Einschätzung gelangte der sozialdemokratische Wirtschaftsexperte Prof. Bade.

Berlin_Putsch1953

Nach Ostberlin eingeschleuste Provokateure

Der angebliche ,,Volksaufstand“ 1953

Der enorme wirtschaftliche Druck gegen die DDR hatte Folgen. Vor allem verlangsamte sich die Entwicklung der Arbeitsproduktivität, das Warenangebot blieb hinter der Kaufkraft der Werktätigen zurück, die Versorgungslage wurde also schwieriger. Der Wirtschaftskrieg war begleitet von massiver antikommunistischer Hetze in der BRD und Westberlin. Was am 17. Juni 1953 nicht gelungen war – durch einen ,,Volksaufstand“ den Anlaß für eine „Hilfsaktion“ von außen zu provozieren – sollte nun erneut versucht werden.

Kriegsminister Strauß: „Bürgerkrieg in Ostdeutschland“

Der damalige Verteidigungsminister der BRD, Franz Josef Strauß, verkündete Ende Juli 1961, daß der zweite Weltkrieg noch nicht zu Ende sei und man in Kürze mit einem „Bürgerkrieg in Ostdeutschland“ rechnen müsse. Um ihn auszulösen, sollten alle Möglichkeiten Westberlins als „Frontstadt“ und „Pfahl im Fleische der DDR“ ausgenutzt werden. 1961 operierten von dort aus 80 Spionage- und Terrororganisationen sowie 60 revanchistische und militaristische Verbände.

Blitzkriegsstrategie der Bundeswehr gegen die DDR

Die Bundeswehr probte 1960/61 verschiedene Varianten des Blitzkrieges, eine „innerdeutsche Polizeiaktion“ aber sollte genügen. Die Drohung mit dem Atomkrieg sollte die UdSSR von einer militärischen Unterstützung der DDR abhalten. Anfang August 1961 wurden die NATO-Verbände in Westeuropa in Alarmbereitschaft versetzt. Die Kriegsgefahr wuchs. Der deutsche Imperialismus hatte in der Geschichte schon wiederholt das Kräfteverhältnis verkannt, wie sah es diesmal aus?

Die Zeitung „Kölnische Rundschau“ forderte am 10. Juli 1961 dazu auf, ,,alle Mittel des kalten Krieges, des Nervenkrieges und des Schießkrieges anzuwenden … Dazu gehören nicht nur herkömmliche Streitkräfte und Rüstungen, sondern auch die Unterwühlung, das Anheizen des inneren Widerstandes, die Arbeit im Untergrund, die Zersetzung der Ordnungsgewalt, die Sabotage, die Störung von Verkehr und Wirtschaft, der Ungehorsam, der Aufruhr…“ Wenige Tage später eilte der damalige Bundesminister für „gesamtdeutsche Fragen“, Ernst Lemmer, samt einem Mitarbeiterstab nach Berlin-West, um von dort aus die psychologische Kriegführung gegen die DDR zu steuern. Die NATO-Verbände in Europa wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Berlin_Provok

Provokation der USA an der DDR-Grenze Berlin

Üble Hetze gegen die DDR

Die westlichen Massenmedien entfachten eine üble Hetze gegen die DDR, machten – in fatalem Gleichklang zum August 1939 – mit „Flüchtlingsströmen“ und „Flüchtlingselend“ Stimmung für eine Aggression. Grenzverletzungen und Grenzprovokationen häuften sich. Um Unruhe unter der Bevölkerung zu stiften, betätigten sich Saboteure im Berliner Vieh- und Schlachthof am Stadtbahnhof Leninallee und in der Humboldt-Universität im Zentrum Berlins als Brandstifter.

Die negativen Folgen der offenen Grenze

Seit zwölf Jahren war die Grenze der DDR zu Berlin-West – mehr oder weniger auch zur BRD – offen. Es war, genauer gesagt, eine offene Grenze der gesamten sozialistischen Gemeinschaft zur kapitalistischen Welt. Welche Gefahren für den Frieden dies in sich barg, trat immer deutlicher zutage. Denn die Situation in und um Berlin-West konnte jederzeit ausgenutzt werden, um gefährliche internationale Spannungen und Konflikte hervorzurufen.

Frontstadt West-Berlin

Das mitten in der DDR gelegene Berlin-West hat eine Grenze zu unserer Republik von 164 Kilometern Länge. Rund 45 Kilometer davon verlaufen zwischen Berlin-West und der Hauptstadt der DDR. Bis zum August 1961 war diese Grenze weder gesichert noch überhaupt zu kontrollieren. Sie verlief inmitten von Straßen, Häuserblocks, Laubenkolonien oder Wasserwegen. Bis zu einer halben Million Menschen passierten sie täglich. Aber Berlin-West stellte nicht irgendein Territorium innerhalb der DDR dar, sondern nach den Worten seiner regierenden Politiker die „billigste Atombombe“, den „Pfahl im Fleische des Ostens“, die „Frontstadt“ des kalten Krieges. Dort trieben nicht weniger als 80 Spionage- und Terrororganisationen ihr Unwesen.

Spekulanten, Währungsbetrüger, Menschenhändler

Währungsspekulationen wurden von dort in großem Stil betrieben, um die Wirtschaft der DDR zu zersetzen. In Berlin-West hatten sich Zentralen für die Abwerbung von Arbeitskräften aus der DDR etabliert. Ja, man konnte es begründet den Umschlagplatz eines regelrechten Menschenhandels nennen, für den gewissenlose Manager hohe Kopfprämien kassierten. Mitte 1961 hielten aggressive Kreise in der BRD und ihre Verbündeten in einigen anderen NATO-Ländern die Zeit für gekommen, erneut Unruhen in der DDR auszulösen. Mit einer als „innerdeutsche Polizeiaktion“ getarnten Operation der Bundeswehr wollten sie den Provokateuren „zu Hilfe“ kommen. (Erich Honecker: Aus meinem Leben, S. 202f.)

Im Sommer 1961 erreichten die Spannungen einen solchen Grad, daß einschneidende Maßnahmen zum Schutz des Friedens und des Sozialismus unaufschiebbar waren.

Warschauer Vertrag

Friedensbündnis: Die Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrags

Abstimmung im Warschauer Vertrags-Bündnis

Vom 3. bis 5. August tagten in Moskau die führenden Vertreter der Staaten des Warschauer Vertrages. Die DDR unterbreitete dort Vorschläge zur Sicherung der Grenzen um Westberlin. Sie erhielten die Unterstützung der anderen Teilnehmerländer. Einmütig wurde die Notwendigkeit betont, die Staatsgrenze zu Westberlin und der BRD – die Trennstelle von Sozialismus und Imperialismus, von Warschauer Vertrag und NATO – unter Kontrolle zu nehmen, damit die Wühltätigkeit gegen den Sozialismus unterbunden und die Sicherheit der DDR und des sozialistischen Lagers gewährleistet sind. Am 13. August wurden die dazu nötigen Maßnahmen präzise und erfolgreich durchgeführt.

In fast drei Jahrzehnten wurde immer deutlicher, welch positive Wirkungen von diesem Ereignis ausgingen.

Berlin_obezpecenie_gran

Sicherung der Staatsgrenze durch Kampfgruppen der Arbeiterklasse Am Brandenburger Tor

Es war eine empfindliche Niederlage für jene Kräfte westlich der Elbe, die hofften, durch eine Politik der Stärke, der Erpressung und Sabotage die DDR in die Knie zu zwingen, und die von der Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 träumten. Dennoch war es ein langer, komplizierter Weg, bis die herrschenden Kräfte in der BRD begriffen, was schon wenige Tage nach dem 13. August 1961 der Düsseldorfer Industriekurier schrieb:

,,Eine Wiedervereinigung mit Girlanden und wehenden Fahnen und siegreichem (!) Einzug der Bundeswehr durchs Brandenburger Tor unter klingendem Spiel – eine solche Wiedervereinigung wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Wir werden uns auf lange Zeit mit dem Nebeneinander zweier deutscher Staaten abfinden müssen.“

grenzsoldaten

Für Frieden und Sicherheit in Europa…

Durch die Maßnahmen vom 13. August 1961 wurde dem Frieden in Europa, der Ruhe und Ordnung im Herzen Europas ein großer Dienst erwiesen.

,,Der Frieden, 1945 von der Antihitlerkoalition mit ihrer Hauptkraft, der Sowjetunion, unter großen Opfern errungen, wurde verteidigt. An jener sensiblen Grenze, an der sich die beiden Weltsysteme mit ihren militärischen Hauptkräften gegenüberstehen, wurde die Grundlage für die ‚Gewährleistung der Sicherheit in Europa gefestigt.“ (Neues Deutschland vom 12. August 1988)

Das Menschenrecht der DDR auf eine gesicherte Existenz

Die befestigte Grenze gewährleistete das grundlegende Menschenrecht auf Frieden und gesicherte Existenz. Die Arbeiter- und-Bauern-Macht auf deutschem Boden konnte sich fortan ohne größere Störmöglichkeiten des BRD-Imperialismus entwickeln und die ökonomischen Gesetze des Sozialismus verwirklichen. Damit verbesserten sich die Voraussetzungen für den weiteren wirtschaftlichen Aufschwung der DDR und die Lebenslage ihrer Bürger, Voraussetzung für die Gewährleistung aller sozialen Menschenrechte im Sozialismus. Die Festigung der sozialistischen Gesellschaft ermöglichte die weitere Ausgestaltung der sozialistischen Demokratie. Die Rechtssicherheit der Bürger der DDR konnte besser garantiert werden.

Berlinskaya-stena2

Reste der DDR-Staatsgrenze in Berlin

Wann wird die „Mauer“ verschwinden?

Von westlichen Journalisten ist der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, seither immer wieder gefragt worden, wann die „Mauer“ verschwinden werde. Die Antwort darauf ist klar: Solange die Ursachen fortbestehen, die zu ihrer Errichtung führten, bleibt sie an ihrem Platze. Im übrigen sind die Krokodilstränen, die alljährlich im Westen am 13. August vergossen werden, pure Heuchelei. Die Mauer hat nur das nachvollzogen, was imperialistische Politiker 1948/49 bereits taten: Sie haben damals Deutschland zerrissen und gespalten. Den „eisernen Vorhang“, von dem sie damals redeten, haben ausschließlich sie heruntergelassen.

Quelle:
Joachim Heise/Jürgen Hofmann: Fragen an die Geschichte der DDR. Verlag Junge Welt, Berlin 1988, S.144-151. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G., Bilder: russ. Internet)


Anmerkung:
Was die Autoren dieses Buches natürlich nicht wissen konnten: Bei seinem letzten Besuch in der DDR hatte sich Gorbatschow lobend über die DDR-Grenze in Berlin in das Goldene Buch eingetragen, wenige Monate später erzählte er in Ankara, daß es das Ziel seines Lebens gewesen sei, den Sozialismus abzuschaffen. Nach der Konterrevolution 1989 in der DDR wurde die „Mauer“ in Berlin fast vollständig abgerissen.
(Siehe: Die Konterrevolution in der DDR.)

pdfimage  Ich habe den Vopo erschossen…

Siehe auch:
RotFuchs: Die Bluttat vor dem Springerhochhaus
Was geschah wirklich am 17. Juni 1953 und wie kam es dazu?
Der Feind ist zynisch und schlau

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Meine Heimat DDR, Sozialistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu „Ich habe den Vopo erschossen…“

  1. Blogger schreibt:

    Die alles entscheidende Frage ist immer wieder die Frage, wer Deutschland geteilt hat. Und da ist die Antwort nicht nur eindeutig sondern historisch erwiesen — auf eine Art und Weise die jeden Lügen straft der behauptet die DDR sei schuld an der Teilung Deutschlands gewesen! Und auch die Hetze gegen Russland ist nichts Neues, sie ergreift sämtliche Bereiche der Wirtschaft, mittlerweile ist sie in der IT angekommen:
    MfG

    • sascha313 schreibt:

      So ist es. Aber wer hat heute noch die Schulbücher (Geschichte/Stabü Kl.7-12) aus der DDR, wo man das nachlesen kann, bzw. Fachbücher selbigen Inhalts, deren Wissenschaftlichekit erwiesen ist. Heute gelten neue, bürgerliche Lesarten…

      • Blogger schreibt:

        Hi Sascha,
        lasst uns antreten gegen diese neuen bürgerlichen Lesearten!
        Aber last uns auch nicht vergessen, wie einstige SED Genossen reihenweise umgefallen sind und sich diesen neuen bürgerlichen Lesearten unterordnen. Wie z.B. einer meiner EOS Lehrer, der zwischenzeitlich mal Bürgermeister von Weimar war und heute das Erbe von Buchenwald mit Füßen tritt.
        MfG

  2. Pingback: „Ich habe den Vopo erschossen…“ — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  3. Weber schreibt:

    Franz Josef Strauß: „Solche Überlegungen sind am Sonntag, dem 13. August 1961 zum Glück Makulatur geworden.“

    Auszug aus dem Buch „Die Erinnerungen“ von Franz Josef Strauss
    Seite 380-388
    Unter dem Kapitel „Berlinkrisen und Mauerbau“ schreibt Franz Josef Strauß:

    Die Gespräche im NATO-Hauptquartier in Paris sind in kurzen Abständen wiederholt und fortgesetzt worden. Eines Tages kam Foertsch zu mir – es muß nach der Auseinandersetzung mit den Engländern gewesen sein, bei der sich die Franzosen im übrigen ziemlich zurückhaltend gaben -, um mir aufgeregt das Neueste aus dem NATO Hauptquartier zu berichten. An dem Gespräch nahmen meiner Erinnerung nach noch General Schnez und Staatssekretär Hopf teil. Für den Fall, daß der von den Amerikanern geplante Vorstoß zu Lande nach Berlin von der Sowjetunion aufgrund ihrer Überlegenheit aufgehalten werde, hätten die USA die Absicht, so Foertsch, bevor es zum großen Schlag gegen die Sowjetunion komme, eine Atombombe zu werfen und zwar im Gebiet der DDR. Ich fragte nach: »Im Gebiet der Sowjetunion?« Nein, so die Antwort, im Gebiet der DDR.

    Die Amerikaner brachten diesen Gedanken ernsthaft ins Gespräch was schon daraus hervorgeht, daß sie uns nicht nur allgemein gefragt haben, sondern daß sie von uns wissen wollten, welches Ziel wir empfehlen. Das war die kritischste Frage, die mir je gestellt wurde. Ich sagte “ diese Verantwortung könne niemand übernehmen. Ein Ziel wie Hiroshima oder Nagasaki komme, so meine eiserne Position, nicht in Betracht, damit würden wir uns trotz eines eventuellen Erfolges, nämlich Erzwingung der Zugänge zu Berlin, eine solche politische Last auferlegen, daß der Preis in keinem Verhältnis stünde zum Ergebnis. Es war dann von einem russischen Truppenübungsplatz die Rede, auf der große Mengen russischer Truppen konzentriert waren. Wenn diese Atombombe präzise geworfen und wenn sie einen begrenzten Wirkungsradius haben würde, dann wären die Opfer unter der Zivil-Bevölkerung weitgehend auf die Menschen beschränkt, die auf diesem Truppenübungsplatz arbeiteten. Einen Truppenübungsplatz, den ich kannte, habe ich namentlich genannt – ich war dort im Jahre 1942 eine Zeitlang bei der Aufstellung einer neuen deutschen Panzerflakeinheit. Dies erschien mir, wenn es schon dazu kommen mußte und wir Amerikanern nicht in den Arm fallen konnten, unter den gegeben Übeln das geringste zu sein, obwohl es noch immer schlimm genug war. Der amerikanische Gedanke eines Atombombenabwurfs auf einen sowjetischen Truppenübungsplatz hätte, wäre er verwirklicht worden den Tod von Tausenden sowjetischer Soldaten bedeutet. Das wäre der Dritte Weltkrieg gewesen. Die Amerikaner wagten einen solchen Gedanken, weil sie sehr genau wußten, daß die Sowjets damals nicht über präzise treffende und zuverlässig funktionsfähige Interkontinentalraketen verfügten, auch nicht über einsatzgenaue Mittelstreckenraketen, die in Stellung zu bringen gewesen wären. Der Krieg hätte weitgehend in Europa stattgefunden, und zwar als konventioneller Krieg, dem die USA eine nukleare Komponente hinzufügen konnten.
    Solche Überlegungen sind am Sonntag, dem 13. August 1961 zum Glück Makulatur geworden.

    Einige Seiten weiter:
    Bei der Betrachtung der Berlinkrise, wie sie sich anbahnte, wie sie sich dramatisch zuspitzte, wie sie abklang, ist meine Bewertung, die ich als Verteidigungsminister vor bald dreißig Jahren getroffen habe, aktuell geblieben. Ich hätte nur gewünscht, daß die Alliierten wenigstens den Versuch machten, jenseits der Sektorengrenze tätig zu werden, den zuerst gezogenen Stacheldrahtzaun niederzuwalzen und den Mauerbau zu verhindern. So aber habe ich in dem ganzen Ablauf der Krise eine Bestätigung der Torheiten der Amerikaner gesehen. Gravierende Irrtümer, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu den Fehleinschätzungen und Fehlern der amerikanischen Politik geführt hatten, trugen 1961 immer noch ihre schlimmen Früchte.

  4. Pingback: KANN MAN GRENZEN IGNORIEREN? | Sascha's Welt

  5. Pingback: Erfahrungen an der DDR-Grenze | Sascha's Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s