Der Kapitalismus macht die Menschen krank und bringt sie früher ins Grab!

ekelbilderZugegeben – man hätte die Überschrift auch anders formulieren können, so etwa, wie sie auf den Zigarettenpackungen zu lesen ist: „Der Kapitalismus fügt Ihnen, Ihren Kindern und Freunden erheblichen Schaden zu.“ – „Der Kapitalismus schädigt Ihren Verstand.“ – „Der Kapitalismus verursacht Herzanfälle und psychische Störungen.“ – „Der Kapitalismus kann zu einem schmerzhaften Tod führen.“ – Warum also nicht, wenn es um die Gesundheit geht! Aber um es einmal positiv zu formulieren: Ein DDR-Bürger kann von sich sagen: „Wir haben schon in der ZUKUNFT gelebt!“ Während im Kapitalismus das Geld, der Profit im Mittelpunkt jeglicher Bemühungen steht, befindet sich im Sozialismus der MENSCH im Mittelpunkt. Alles für das Wohl des Volkes! Und das war nicht nur eine Phrase, sondern Realität. Das System der sozialistischen Gesundheits- und Sozialfürsorge war beispielgebend in der Welt!

Gedanken nach einer Zeitungsschlagzeile in der BRD:

„Jeder vierte junge Mensch ist psychisch krank!“

Um so weitreichende Ziele stellen zu können (wie in der DDR) und zum praktischen Inhalt der Politik eines sozialistischen Staates werden zu lassen, hat die revolutionäre Arbeiterbewegung einen langen, opferreichen Kampf führen müssen. Seine Härte und Kompliziertheit sind auch in der Gegenwart an den Auseinandersetzungen um sozial- und gesundheitspolitische Grundfragen in den entwickelten kapitalistischen Ländern zu erkennen.

Wie sind die Lebensbedingungen im Kapitalismus?

Typisch für die Lebensbedingungen der Werktätigen im Kapitalismus sind nicht nur die ständige Gefahr der Arbeitslosigkeit und das außerordentlich hohe Maß an Ausbeutung der Arbeitskraft, sondern auch eine absolut unzureichende medizinische Betreuung im Arbeitsprozeß, die wachsenden persönlichen Kosten für die Versorgung im Krankheitsfall durch kontinuierliche Beitragserhöhungen für die Krankenkassen und durch zunehmende Anteile an selbst zu finanzierenden medizinischen Leistungen für Angehörige der verschiedenen sozialen Klassen und Schichten.

Wer krank ist, hat das Nachsehen…

Auf der Grundlage der sozial-ökonomischen Bedingungen des Kapitalismus sehen selbst bürgerliche Wissenschaftler wachsende Differenzen zwischen dem, was eigentlich nach dem heutigen Erkenntnisstand für die Gesundheitsförderung und Krankheitsbetreuung getan werden könnte, und dem, was für ·die Masse der Werktätigen tatsächlich geleistet wird. In erster Linie sind es die Kommunistischen Parteien, in wachsendem Maße aber auch linkssozialistische Kräfte und die Gewerkschaften, die einen ständigen Kampf führen um die Sicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen, um höhere staatliche Aufwendungen für die gesundheitliche Versorgung, um sozial gerechte Formen der medizinischen Betreuung und um die Verbesserung der sozialen Fürsorge. Dabei müssen sie jede Errungenschaft gegen die Interessen des Monopolkapitals in oft sehr erbitterten Auseinandersetzungen erkämpfen.


Gesundheit – ein grundlegendes Ziel der sozialistischen Gesellschaft in der DDR

Unter den Bedingungen der entwickelten sozialistischen Gesellschaft sind Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Bürger, Behandlung von Erkrankungen auf modernem wissenschaftlichem Niveau sowie Fürsorge für chronisch Kranke und Leistungsbeeinträchtigte gesellschaftliche Aufgaben von erstrangiger Bedeutung. Die allseitige Entwicklung der Persönlichkeiten ist ein zentrales Ziel aller gesellschaftlichen Aktivitäten.

Die Sorge um das Wohl des Menschen

Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn Gesundheit als wichtige Voraussetzung der individuellen menschlichen Lebenstätigkeit weitgehend gesichert und auch als persönliche Aufgabe betrachtet wird. Menschliche Gesundheit drückt sich auch wesentlich in der Art und im Maß der Leistungsfähigkeit der Individuen aus. Deshalb werden Erhaltung und Förderung von Gesundheit zu entscheidenden Voraussetzungen für die Entwicklung der menschlichen Produktivkräfte, von denen der weitere Fortschritt der Gesellschaft maßgeblich bestimmt wird.

Welche Aufgaben hatte die SED beschlossen?

Diese für die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft wichtigen Beziehungen sind in dem auf dem IX. Parteitag (1976) beschlossenen Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bei der Bestimmung der Hauptaufgabe und in einer Reihe von speziellen Zielstellungen deutlich dargestellt. Außerordentlich wichtig ist dabei die Orientierung auf die Einheit von Intensivierung der Produktion und Verbesserung der Arbeitsbedingungen, da Gesundheit und Leistungsfähigkeit in hohem Maße von den Bedingungen der Arbeit mit abhängig sind. Im Programm heißt es dazu:

„Die Durchsetzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts muß unter konsequenter Beachtung und ständiger Verbesserung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes erfolgen. Körperlich schwere und gesundheitsgefährdende Arbeit ist planmäßig einzuschränken, Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren sind zunehmend sicherer und erschwernisfrei zu gestalten.“ (Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Dietz Verlag, Berlin 1976, S.31)

Der humanistische Grundgedanke

Ebenso eindeutige und dem Humanismus unserer Gesellschaft entsprechende Ziele formuliert das Programm für die ständige Vervollkommnung des Gesundheitsschutzes, „für die Schaffung günstiger Voraussetzungen, um die Errungenschaften der modernen Medizin anzuwenden und die Qualität der medizinischen Arbeit zu verbessern“ (a. a. 0., S. 34), für den Ausbau der Versorgung und Betreuung der Werktätigen bei Krankheit, Invalidität und im Alter sowie für weitere Maßnahmen zur Eingliederung körperlich und psychisch geschädigter“ Bürger in das gesellschaftliche Leben. Die Gesamtheit dieser Ziel­setzungen und die ihnen gemäßen praktischen Maßnahmen entsprechen den Lebensinteressen aller Werktätigen und sind wesentlicher Bestandteil der sozialistischen Lebensweise auf einem den heutigen Möglichkeiten entsprechenden Niveau.

Ein gesamtgesellschaftliches Anliegen

Der Bürger unseres sozialistischen Staates befindet sich in einer ungleich besseren und qualitativ völlig neuartigen Situation. Sicherung der Gesundheit, Betreuung im Krankheitsfall und soziale Fürsorge sind gesamtgesellschaftliche Anliegen geworden, die in der Verantwortung des sozialistischen Staates und bei weitgehender Mitwirkung der Werktätigen an der Gestaltung aller sozialen Prozesse verwirklicht werden.

Merkmale des sozialistischen Gesundheitswesens

Diese neuartige Situation drückt sich auch darin aus, daß die entsprechenden Rechte der Bürger gesetzlich fixiert sind, u. a. in der Verfassung und in gesetzlichen Regelungen der Arbeits- und Sozialverhältnisse. Sämtliche Kosten für die Befriedigung der entsprechenden Bedürfnisse werden von der Ge­sellschaft getragen, die· einen ständig wachsenden Teil des Nationaleinkommens dafür zur Verfügung stellt. Besonders deutlich werden diese neuen Bedingungen auch in den spezifischen sozialen Merkmalen des sozialistischen Gesundheitswesens:

  • die vollständige Vergesellschaftung aller Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens und ihre einheitliche Planung und teitung;
  • die demokratische Mitbestimmung der Werktätigen an der Entwicklung des Gesundheits- und Sozialwesens über ihre Teilnahme an der staatlichen Leitung und. über die Gewerkschaften;
  • die weitgehende Ausdehnung des Verantwortungsbereichs der Medizin im Hinblick auf prophylaktische, rehabilitative und soziale Betreuungsaufgaben;
  • die Einstellung der medizinischen Praxis auf die sozialen Bedürfnisse und Ansprüche der sich entwickelnden sozialistischen Persönlichkeiten, d. h. die Zuwendung zur Person des Patienten und Achtung seiner Würde und Verantwortlichkeit.

Kostenlose medizinische Betreuung für alle Bürger der DDR

Unter der zielstrebigen Führung durch die Partei der Arbeiterklasse, auf der Grundlage der von den Werktätigen selbst geschaffenen ökonomischen Bedingungen unseres Lebens und im Ergebnis der Anstrengungen und Leistungen aller Beschäftigten unseres Gesundheitswesens sind mit den genannten neuartigen Merkmalen unseres Gesundheits- und Sozialwesens auch die Ansprüche der Bürger an die Gesundheitssicherung, die Qualität der medizinischen Betreuung und das Sozialwesen gewachsen.

Hohe Anforderungen an das Gesundheitswesen

Zum Teil noch unzureichende Arbeitsbedingungen, gewisse Leistungsgrenzen medizinischer Einrichtungen und noch nicht in jeder Hinsicht den Bedürfnissen entsprechende Möglichkeiten bei der Betreuung geschädigter oder alter Bürger werden deshalb oft kritisch beurteilt und als veränderungsbedürftig angesehen. Dabei darf nicht übersehen werden, daß die Bürger unseres Staates heute weitaus häufiger und mit gewachsenen qualitativen Ansprüchen die Einrichtungen unseres Gesundheits- und Sozialwesens in Anspruch nehmen und insofern die Bedürfnisse selbst das Resultat wesentlicher Errungenschaften unserer sozialistischen Entwicklung sind.

(noch vorhandene) Widersprüche im Sozialismus

Widersprüche zwischen dem wachsenden Anspruchsniveau unserer Bürger und den territorial und betrieblich notwendigerweise differenzierten Leistungsmöglichkeiten unserer medizinischen und sozialen Institutionen bedürfen einer ständigen konstruktiven Lösung, an der mitzuwirken verpflichtende Aufgabe unserer Staatsorgane, der Betriebskollektive wie auch der Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens selbst ist. Dabei gilt auf diesem Sektor ebenso wie bei der Befriedigung sonstiger materieller und kultureller Lebensbedürfnisse, daß die Mittel und Möglichkeiten hierfür von uns selbst zu erarbeiten sind und in dem Maße reicher zur Verfügung stehen werden, wie es gelingt, die Produktivität der Arbeit zu erhöhen und ein kontinuierliches Wachstum des Nationaleinkommens zu sichern.

Quelle:
Kleine Enzyklopädie Gesundheit, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1980, S.11f. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


Ein paar Fakten

In der DDR gab es:

  • Betriebspoliklinken, Betriebsambulatorien, Betriebsärzte und in denen die Werktätigen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes versorgt wurden;
  • Poliklinken in Wohngebieten und größeren Siedlungen und Gemeinden, dort erfolgte jede zweite ärztliche Behandlung;
  • im Jahre 1978 kamen 19,3 Ärzte (5,3 Zahnärzte) auf je 10.000 Einwohner;
  • ein einheitlich geregeltes System des medizinischen Versorgung;
  • eine staatlich überwachte und kontrollierte Arzneimittelversorgung,
  • kostenlose Dispensairebetreuung und Vorsorgeuntersuchungen;
  • Schulzahnarztambulanzen in größeren Schulen;
  • kostenlose Betriebskindergärten;
  • Sonderschulen für Behinderte/Blinde/Gehörlose usw.;
  • ein einheitliches System der medizinischen und Facharztausbildung (viele hervorragende Fachärzte der DDR haben an den Universitäten der DDR oder im sozialistischen Ausland ihre Ausbildung genossen und arbeiten heute in westlichen Krankenhäusern und Arztpraxen);
Bei Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe entstanden dem Patienten in der DDR keinerlei Kosten. Sowohl ärztliche Beratung, als auch Medikamente, Hilsmittel (z.B. orthopädische Hilfsmittel), physikalische Behandlungen wurden ihm kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch für aufwendige Operationen, Zusatzuntersuchungen (Röntgen, Endoskopie, psychologische Testung u.a.) oder Kuraufenthalte entstanden dem Patienten keine Kosten. Alle Kosten wurden aus dem Staatshaushalt bzw. über die Beiträge zur Sozialversicherung beglichen. Auch die kompliziertesten und modernsten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren standen damit – wenn sie ärztlich angezeigt waren – allen Bürgern gleichermaßen zur Verfügung.  Jährlich wurden in der DDR über 150 Millionen ärztliche Konsultationen durchgeführt (bei 17 Millionen Einwohnern der DDR!) – im Durchschnitt besuchte demnach jeder DDR-Bürger etwa neunmal pro Jahr den Arzt oder wurde zu Hause betreut. Bei Krankheit gab es bis zur Dauer von 6 Wochen Krankengeld in Höhe von 90% des auf einen Arbeitstag entfallenden Nettodurchschnittsverdienstes usw. usf.
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19 Antworten zu Der Kapitalismus macht die Menschen krank und bringt sie früher ins Grab!

  1. ropri schreibt:

    Wie wahr, wie wahr! Es sind nicht nur psychische Erkrankungen.
    Habe kürzlich einen interessanten Bericht gelesen: die Pharma könnte viele Krankheiten heilen. Das liegt jedoch nicht in deren Interesse, weil man mit stetiger Medikamentengabe mehr verdient. Also ist sie bemüht, die Krankheiten zu erhalten und stetig zu behandeln.

    • giskoe schreibt:

      Die Pharma schafft doch immer neue Krankheiten, um noch mehr „Medikamente“ zu verkaufen! Beispiele: ADHS, PMS, Online-Spielsucht…
      Kein Mensch ist gesund – er ist nur noch nicht richtug untersucht worden! Die weiße Mafia.

      Gute Gesundheitsinformationen (vielleicht ein bischen Werbung 🙂 ) unter:
      https://www.vitaminum.net/gebundene-buecher/
      Derartige Bücher brauchten wir in der DDR nicht. Dort hatten wir Ärzte aus Berufung!

      • sascha313 schreibt:

        Witzigerweise habe ich festgestellt, daß das in der DDR alles schon bekannt war. In einem Ernährung- und Lebensmittel-Lehrbuch aus dem Fachbuchverlag Leipzig von 1968 ist ein ganz ausführliches Kapitel über Vitamine – das brauchten die Westverlage nur abzuschreiben und zu ergänzen…

  2. Ulrike Spurgat schreibt:

    Die vielen Informationen, Erklärungen, Aussagen mit Substanz sind wichtig und richtig. Das ermöglicht einen tieferen Einblick in die DDR, Es liest sich wie aus einer anderen Welt, an der ich sehr gerne mitgebaut hätte.

    „Wer arm ist, stirbt früher,“ sagt der Volksmund. Ich mags konkret: Meine Kollegen in der Sozialarbeit, in der Kranken und Altenpflege, in der Obdachlosenarbeit, in den Hospizen, in den Pflegeheimen, in der Geflüchtetenhilfe, in der Drogenarbeit ………… sie haben alle eins gemein: Sie arbeiten am Limit.

    Wo soll ich anfangen, und passt es zum Thema? Gelernt habe ich den Ist-Stand zu erkennen und zu benennen. Ja, wie ein beschreiben der Situationen, so mag es sich darstellen, wie du, Sascha, bemerkt hast, und nur davon ausgehend ist der nächste Schritt zur Handlung möglich.

    Der Krankenstand in der Altenarbeit ist 30 % höher als in den Krankenhäusern, der Verdienst ist 30 % höher in den Krankenhäusern als in der ambulanten Alten- und Krankenarbeit und in den Pflegeheimen. Entfremdung und Isolation machen krank. Sicher habe ich die aktuellen Zahlen zur Hand, die das eine oder andere untermauern können, doch geht es um die soziale Frage, die im Kapitalismus keine Antwort finden wird. Kollegen, mit Fachausbildung, die in einer Frühschicht in einem mir bekannten Pflegeheim arbeiten, wo eine Abteilung 56 Bewohner hat, davon 25 schwerst Pflegebedürftige, die Hilfe und Unterstützung ganz regelmäßig benötigen…

    Eine Fachkraft, ein Pflegehelfer, ein Azubi, das wars. Waschen, Betten beziehen, Essen reichen, kleiden. Das alles muss im Minutentakt gehen, und Unvorher-gesehenes darf nicht passieren. In die Dokumentationsmappen muss für jeden Bewohner alles eingetragen werden, was ihn betrifft. Der meist private Betreiber sichert sich so rechtlich ab, und kann die Mitarbeiter so besser kontrollieren. Zuwendung, Ansprache, den Sterbeprozess begleiten, nichts von alledem: Man lässt sie alleine, und keiner der Kollegen kann in diesem zutiefst unmenschlichem System auf Dauer arbeiten. Sie werden krank, haben Angstzustände, Schlafstörungen, leiden, weil sie selber Eltern haben, und halten diese Arbeitssituation, die ihr ganzes Leben bestimmt nicht aus.

    Viele steigen aus, weil sie es nicht mehr bewältigen können. Ich selber habe bis zu Beginn des Jahres 2018, 12 Jahre in der ambulanten Alten- und Krankenpflege als Alltagsbegleiterin gearbeitet. Oft war im Kühlschrank nicht genug, um wirklich satt werden zu können, die Renten sind meist mini, und es reicht nicht mal für das nötigste.Die Einsamkeit und das Alleinsein macht die alten Menschen krank, und die Ärzte, die in der Gerontologie nicht ausgebildet sind verteilen munter, vor allem Psychopharmaka, um die alten Menschen ruhig zu stellen. (Gerontologie, d.h. Alterskrankheiten, und wie sie behandelt werden müssen in der Diagnose berücksichtigt werden, nur ist diese Ausbildung eben speziell, wie die Palliativmedizin, und das heißt, dass wir viel zu wenig Fachärzte haben, die dem wirklich gerecht werden können. In den zwölf Jahren ging es zu wie im Taubenschlag. Ständiger Wechsel bei den Kollegen, hohe Krankenstände, mit der Konsequenz, dass die Arbeit verteilt wurde, auf die, die mit ihren Kräften am Ende waren.

    Der Mensch wird zur Ware, es wird privatisiert auf Teufel komm raus, und der Staat hat sich lange verabschiedet, und das Feld den Spekulanten, Gangstern und Verbrechern überlassen. Anteilnahme, Zuneigung und für den Mitmenschen da sein, ihm ein Stück Lebensqualität zu ermöglichen ist fast unmöglich, doch das ist das was den Menschen zum Menschen macht, ist nicht zu kaufen und zu verkaufen, doch das sieht das System vor.

    Die Menschen in den Heimen in den Krankenhäusern, die, die zu Hause leben, sind auf Gedeih und Verderb den Gesetzen des Kapitalismus ausgeliefert, und von Mangelernährung, vom Durchliegen, (oft schwere offene Wunden), die übersehen und nicht richtig behandelt worden sind ganz zu schweigen. Ich könnte weitermachen, und Seiten könnten gefüllt werden, die Ängste, Nöte und die Verzweiflung, nicht nur die meiner Kollegen, sondern auch derer, die davon betroffen sind.

    Die Heimkosten hauen dem Fass den Boden raus. Ein ca. 24 qm Zimmer, durch einen Vorhang getrennt, für zwei Bewohner kostet monatlich pro Person, je nach Pflegegrad bis zu 3800,-Euro monatlich, wovon übrigens der Anteil für Nahrung der kleinste Posten ist. Ca. 150,-Euro. Die Pflegekasse übernimmt die Hälfte, also liegt beim Bewohner ein Betrag bei 1900,- Euro. Irritierend sind die sogenannten Investkosten, die liegen pro Monat und Bewohner bei ca. 500,-Euro, nur sind die Betriebskosten und Miete in den 3800,- enthalten. Die privaten Betreiber argumentieren mit Instandhaltung der Objekte, was immer das heißen mag. Rechtlich bislang nicht geklärt.Sicher ist das ein Einblick in die soziale Arbeit, die wichtig und wertlos in einem ist.

    Tausende arbeiten in Teilzeit, im sogenannten Niedriglohnsektor auf 450,- Euro Basis, ohne wirkliche Absicherung, und am Ende steht die Altersarmut.
    Allerdings betrift das Hunderttausende im Land, und krank zu werden ist eine Reaktion des Individuum auf einen untragbaren Zustand, um das eigen Überleben zu sichern.

    • sascha313 schreibt:

      Liebe Ulrike,
      ich kann’s gar nicht oft genug sagen, wie stolz und glücklich ich bin, daß ich in der DDR aufwachsen konnte, lernen und studieren durfte. Ja, wir haben bereits in der Zukunft gelebt! Sicher – die Zeit danach war auch nicht langweilig, aber immer von Vorsicht – oft sogar von Mißtrauen – geprägt, weil wir ja wußten was uns „blühen“ würde,…

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        Lieber Sascha, ich möchte mehr, viel mehr darüber erfahren, wie die Vernichtung und die Zerstörung eines funktionierenden Staates, wie die DDR einer gewesen ist, sich in dieser atemberaubenden Geschwindigkeit kampflos unterworfen hat, wofür Hunderttausende in den Kerkern der Nazis gefoltert und ermordet wurden. Beruhigend, dass das viele der alten Kämpfer nicht erleben mussten.

        Die größte Errungenschaft nach Faschismus und Krieg, verschleudert auf dem Grabbeltisch. Wie lässt sich das einordnen, es ist mir bislang nur bedingt gelungen. Kurt Gossweiler und wichtige Artikel von dir haben in erheblicher Weise zur Klärung, und zum verstehen beigetragen. Vielleicht muss ich auch korrigieren, weil falsch eingeordnet Hoffentlich gelingt es eines Tages, dass die Fragen weniger werden.

        Vielen Dank, dass ich darüber schreiben durfte, was in der sozialen Arbeit in der Republik los ist. Kollegen, die das lesen sind freudig überrascht, und sagen auch Danke für die Veröffentlichung.

      • sascha313 schreibt:

        Ja, liebe Ulrike, leider ist das eine lange Geschichte. Es begann 1956 mit der verbrecherischen Rede Chruschtschows. Kurt Gossweiler hat in der Taubenfußchronik ausführlich darüber Buch geführt. Interessanterweise hat Klaus Hesse dafür auch Beweise erbracht, was Kurt anfangs nur vermuten konnte. Und was speziell die DDR betrifft, so schrieb Emil Collet sehr genau, was da geschah. Ich war mir darüber erst so richtig bewußt, als ich Kurt kennelernte. Ich hatte vorher nie etwas von Stalin gelesen, dann aber besorgte ich mir alle Bände und las und las. Was hat man uns da nicht alles vorenthalten. Freilich haben wir schon Anfang der 80er diskutiert, aber da war im Parteiapparat schon viel Unklarheit.

      • “Geld regiert die Welt!“

        Lenin und Stalin hatten dies wirklich begriffen und verstanden!

        Aber die Kader unserer Bewegung — kaum dem TRAUMATA des Kapitalismus entkommen — konnten nur die VORTEILE erkennen, die Lenin für die Massen errungen hatte … und die Stalin und unsere Bolschewistische Partei PRAKTISCH in der UdSSR und später in China und anderswo umsetzen konnten!!!

        aber nach der Ermordung Stalins, der 1952 auf einer internationalen Konferenz ein internationales auf Gold basiertes Währungssystem = ECHTES GELD vorhatte, einzuführen,

        GERIET dieses elementare Wissen in Vergessenheit!

        Echter Sozialismus BASIERT auf “echtem Geld“, weil durch die Jahrtausende hindurch sich die Menschheit AUFGRUND “des Vertrauens in die Phantasmagorie *Geld* entwickelt hat !!!

        Das kann als FALSCH angesehen werden — und es ist gemäß aller Philosophien und Religionen FALSCH, aber es BESTIMMT immer noch das Handeln von Milliarden von Menschen UND DAMIT das Bewusstsein der Menschen!!!

        IST ES denn WAHRLICH so ‚unbegreiflich zu verstehen‘, daß der Mensch — wie jedes andere Tier — lediglich FRESSEN, FICKEN und FERNSEHEN BRAUCHT, um ihn wie jedes andere Tier HALTEN zu können!? ???

        Die Welt, in der wir LEBEN, VERSORGT ALLE Menschen mit der täglichen Nahrung, die zu Überleben benötigt wird!
        Ich weiß sehr wohl, dass 3% der Menschheit nicht in diesen Genuß kommen, weshalb immer noch 300 Millionen Menschen an Unterernährung VERHUNGERN;
        150 Millionen Menschen auf der Flucht sind

        60 Millionen an Krebs sterben — OBWOHL die Behandlung gegen Krebs — MAXIMAL 100 $ kostet!

  3. Blogger schreibt:

    Passend zum Thema: http://blog.rolfrost.de/nitrat.html
    Deutschland wegen Nitratbelastung verurteilt, Wer jetzt aber denkt, es geht um die Gesundheit Deutscher Bürger, der irrt. Vielmehr geht es um eine Verletzung von EU Recht und zwar um die europäische Nitratrichtlinie.

    MfG

  4. Rolf schreibt:

    Hallo Ulrike!
    Warum wir diese „einmalige Errungenschaft“ so einfach aus den Händen gegeben haben? Da gibt es viele Gründe und jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht. So richtig begreifen und erklären kann ich das allumfänglich aber auch nicht.

    Wie Sascha schon geschrieben hat, Stalins Tod, Ulbrichts Absetzung, das noch vorhandene braune Gedankengut und der Schwachpunkt Mensch – die größte Unsicherheit. Der weitere Entwicklungsgang zeigt sich dann in der „Linken“.

    Versagt haben WIR, die Basis, die Partei, die Genossen – jeder mit seinem Anteil. Wir waren keine Basis mehr – wir machten nur noch das was wir „von oben“ gesagt bekamen. Diese Schuld sollten wir anerkennen – sonst kommen wir nicht weiter. Da können wir lesen und diskutieren wie wir wollen …

    • sascha313 schreibt:

      Ja, Rolf – das ist die Vorgeschichte, und dann hat der Enthusiasmus einfach nachgelassen. Ich hatte schon mal an anderer Stelle Lenin zitiert: „Das Unglück der früheren Revolutionen war, daß der revolutionäre Enthusiasmus der Massen …, nicht lange anhielt.“ Es gelang uns nicht, „alle Elemente der Auflösung völlig zu unterdrücken.“ (LW, Bd.27, S.255) – War das nicht auch das Unglück der DDR?

      Heute wird ja verbreitet, die DDR sei pleite gewesen. Das ist aber purer Unsinn. Da müßten die USA ja schon seit mind. 20 Jahren pleite sein…

  5. Ulrike Spurgat schreibt:

    „War das nicht auch das Unglück der DDR?“
    Die BRD hat doch alles, wirklich alles getan der DDR immer und überall Schaden zuzufügen Die.“Schwestern und Brüder im Osten,“ denen es schlecht geht, und das unterwürfig, christlich katholische war von Bedeutung in der BRD, und sie müssen gerettet werden vor dem „Gespenst des Kommunismus.“ wurde in die Herzen und Köpfe des Volkes gehämmert erzählte mein Vater. Die Einflussnahme von außen sollte in der Kritik und der Analyse nicht unterbewertet werden,

    Die BRD hat durch und mit den Faschisten „allererster Güte“ in der Republik ihr Unwesen getrieben. Adenauer, der Lügenbold mit seinem faschistischen Staatssekretär Globke, der den Kommentar für die Rassengesetze im Faschismus geschrieben hat. Das Justiz- und Innenministerium war bis weit in die siebziger Jahre von hochdotierten Faschisten besetzt, es waren die, die im Faschismus die Kommunisten und Andersdenkende verfolgt und ermorden ließen, um dann satt ihre Pensionen zu genießen. Pfui Teufel !!!

    In den fünfziger und sechziger Jahren ging es den Kommunisten, die Faschismus, Konzentrationslager und Folter überlebt haben wieder an den Kragen. Die Folgen, der erneuten Demütigungen für die Betroffenen Frauen und Männer haben die Familien nur mit Liebe, Mitgefühl und Solidarität ertragen gelernt. Die Frauen und Männer waren schwerstens traumatisiert, und wurden nach 1945 wieder missachtet, verleumdet, ignoriert, beschimpft und viele sind gestorben mit dem Wissen weder rehabilitiert noch entschädigt worden zu sein. Sie sollten im Strudel der Geschichte vergessen werden.

    Hat sich die DDR nicht immer wehren müssen, und 12 Jahre Faschismus, wo wir heute noch mit den Folgen, die im historischen Gedächtnis eingebrannt sind zu tuen haben zu kämpfen gehabt ? War nicht die unmittelbare Nähe zweier unvereinbarer Systeme ein ganz dicker Klotz in der Entwicklung ? In der BRD wurden fortschrittliche Bewegungen, die Friedensbewegung z.B. unterdrückt und bekämpft, und trotzdem hat allein die Tatsache, dass es die DDR gegeben hat der Entwicklung im Land gut getan.

    Wir wissen was nach 1989 und 90/91 geschehen ist: Die Macht- und Kräfteverhältnisse haben sich zugunsten des Kapitals verändert, und was das heißt, dass sehen und erleben wir täglich. Und in einigen Gesprächen kommt des öfteren von denen, die ihre klammheimliche Freude über die Zerstörung und Vernichtung der DDR und der Sowjetunion nicht verbergen konnten heute wiederholt sehr nachdenkliche Töne über die Entwicklung im Land und in der Welt. Letztendlich wird sich die Bewegung der Völker der Welt nicht aufhalten lassen, und das wissen die Herrschenden, und so traurig der Verlust der Sowjetunion und der DDR ist können wir sicher sein, dass wir auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.

    Wir in der BRD haben die DDR von außen gesehen, und von daher bleibt es schwierig, vor allem nach 1989 mit Vögeln, wie dem ollen Gaukler, denen, die heute bei den kleinbürgerlichen Grünen zu finden sind, Frau Göring, und wie diese schrecklichen Gestalten noch alle heißen einem in den Ohren gelegen, und von „Freiheit“ und“ Menschenrechten“ gefaselt, wobei schnell klar war, welche Freiheit sie meinen.

    Es ist sehr gut, dass es „Saschas Welt“ gibt, so wird einiges vom Kopf auf die Füße gestellt, und das ist wichtiger denn je, denn ich sehe mich oftmals in Gesprächen mit der Gleichsetzung Faschismus/DDR konfrontiert, und erkenne, dass Aufklärung, Erklären, Geschichte, die „revolutionäre Theorie“ immer hoffen lässt, auch in diesen dunkler werdenden Zeiten.

    • Blogger schreibt:

      Die Vernichtung des Sozialismus in der DDR war von langer Hand geplant und vorbereitet. Sie kam von innen heraus und wie gut das alles organisiert war, zeigte sich bei der Abwicklung staatlicher Einrichtungen und Umwandlung dieser in Mittelstandsbetriebe, also kleine bis mittlere GmbH’s mit Namen nach dem Muster „Brüder & Partner“. Ganze Ministerien wurde auf diese Art und Weise in Privatbetriebe verwandelt — Wie am Schnürchen lief das alles ab — Und sowas hätte ohne eine langfristige Planung niemals so reibungslos ablaufen können.

      Bei diesem Prozess war das Volk nicht die treibende Kraft sondern der fassungslose Zuschauer. Ich selbst hab 3 Monate für Schmidt & Partner gearbeitet und bemerkte schon am ersten Tag was das für ein Wespennest war in das ich da hineingeraten bin aber es blieb mir damals nichts weiter übrig als den Job anzunehmen. Aber beizeiten bat ich um die Kündigung obwohl ich da noch nicht einmal ansatzweise einen neuen Job in Aussicht hatte.

      Das Volk trifft keine Schuld am Untergang der DDR! Wer sowas behauptet, faselt von Wende und friedlicher Revolution und ähnlichem Schwachsinn!

      MfG

  6. Rolf schreibt:

    Die Bekämpfung von außen sehe ich als Ursache eher zweitrangig.
    Erstrangig – für den Erhalt des Sozialismus – sind und waren WIR – die DDR-Bürger – verantwortlich!
    Das wussten wir und wir waren stolz dem „Kampf“ zu wiederstehen.
    Aber wir haben es dann nicht mehr so „ernst“ genommen, haben nicht mehr „gekämpft“, es ging uns zu gut, waren eingeweicht und verweichlicht, vielleicht auch von den „Filzlatschen“ …

    Nun ja – die Vögel – zum Beispiel Herr Gauck.
    Wenn man forscht, nach seinem Leben mit Ehefrau – Managerin – Freundin, seinen von Minister Mielke persönlich genehmigten Privilegien des Sozialismus und und und, seinem Rostocker Pfarrersfreund, dem „Neuen Forum“ Rostock, dem Rechtsstreit mit P. M. Diestel …
    Es ist eine ganz normale „aufgebauschte Glanzfigur des Kapitalismus“ – ein Egoist!
    Wie wir früher gelernt bekamen: Der Unterschied zwischen Idolen (Kapitalismus) und Idealen (Sozialismus).

  7. Ulrike Spurgat schreibt:

    Die DDR war keine Insel !

  8. sascha313 schreibt:

    Der entscheidende Punkt ist eigentlich der moderne Revisionismus. Es gelang uns nicht, die „Elemente der Auflösung“ völlig zu unterdrücken. Da haben natürlich auch unglückliche Zufälle und subjektive Schwächen eine Rolle gespielt.

    Wie kann man’s besser machen? Je bewußter m.E. sich das Proletariat (also heute: die lohnabhängige, werktätige Klasse) den Herausforderungen stellt und je wachsamer sie ist und gegen solche Auflösungserscheinungen vorgeht, desto sicherer funktioniert der Aufbau des Sozialismus. Damit auch die Einheit von Partei und Arbeiterklasse gemeint….

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