Assad: „Mit Trump zu reden ist Zeitverschwendung…“

Assad2018de.sputniknews.com: Persönliches Treffen mit Trump? Der syrische Präsident Dr.al-Assad erklärt, was er davon hält.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad glaubt, daß ein Treffen mit seinem USA-Amtskollegen Donald Trump jetzt einfach ein Zeitverlust wäre. „Das Problem mit den amerikanischen Präsidenten besteht darin, daß sie Geiseln der Lobbyisten sind“, sagte der syrische Präsident in einem Interview mit dem russischen TV-Sender NTV. „Sie (die US-Präsidenten – Anm. d. Red.) können Ihnen sagen, was Sie hören wollen, aber werden das Gegenteil tun. Genau das ist der Punkt. Und es wird immer schlimmer. Trump ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür. Jetzt mit den Amerikanern zu sprechen und etwas mit ihnen zu besprechen, ist vergeblich, bringt keine Ergebnisse; es ist nur Zeitverschwendung“, so Assad weiter. Er erwarte in nächster Zukunft keine Änderungen in der US-Politik: „Wir glauben nicht, daß sich die US-Politik in nächster Zukunft ändern wird. Dies (die Gespräche mit Washington – Anm. d. Red.) ist Zeitverlust“ unterstrich der syrische Präsident.

Quelle: Alternative Presseschau vom 22.6.2018 (Vielen Dank an das Übersetzerkollektiv!)

Hat der syrische Präsident damit recht?

Ja, er hat recht! Trump sagt heute dies und morgen das. Ob sich seine Äußerungen widersprechen oder nicht, interessiert ihn nicht. Er twittert seine Kommentare in die Welt, ohne über Konsequenzen nachzudenken. Internationale Abkommen sind ihm egal, seine Sprecher und Meinungsverkünder haben nur ein Thema: „Wir – die USA – haben recht, wir bestimmen, was gemacht wird, alle anderen haben sich nach uns zu richten!“ Und es stimmt: Trump ist lediglich eine Marionette des USA-Imperialismus, oder anders gesagt: eine „Geisel der Lobbyisten“. Dennoch ist es wichtig, den diplomatischen Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, damit es nicht erneut zum Krieg kommt (der ist ja in Syrien noch nicht beendet!). Denn der Krieg ist nichts anderes, als eine Fortsetzung der Politik mit gewaltsamen Mitteln (Clausewitz). Schon 1982 konnten wir in den Studienhinweisen zum Parteilehrjahr der SED folgendes lesen:


Die Gefährlichkeit des USA-Imperialismus

„Politisch ist Imperialismus überhaupt Drang nach Gewalt und Reaktion“, schätzte schon W.I. Lenin ein. [1] Es ist kein Zufall, daß gerade die USA die aggressivste imperialistische Macht sind. Hier ist die Herrschaft der Monopole am umfassendsten, hier hat der staatsmonopolistische Kapitalismus seine tiefste Ausprägung erfahren.

Der Einfluß des militärisch-industriellen Komplexes

Weit stärker als in anderen imperialistischen Staaten ist in den USA de unheilvolle Einfluß des militärisch-industriellen Komplexes – jene engen Verflechtung von Rüstungskonzernen, militärischen Führungskreisen und staatlichen Organen. Diese starke Gruppierung (von den 100 größten Industriekonzernen der USA stehen 42 gleichzeitig auf der Liste der umsatzstärksten Rüstungsfirmen) stellt heute den Hauptträger des modernen Militarismus und die entscheidende Triebkraft für das profitable Wettrüsten dar. Die wichtigsten Rüstungskonzerne sind „McDonnell Douglas“, „United Technologies“, „General Dynamics“, „Boeing“ und „General Electric“.

Die international operierenden Konzerne

Eine wichtige Quelle besonderer Aggressivität sind die international operierenden Monopole, bei denen die von amerikanischem Kapital kontrollierten den Löwenanteil stellen. 1980 waren 7 der 10 stärkster Industriekonzerne der kapitalistischen Welt amerikanische Monopole. Der größte Gigant unter den „Multis“ – Exxon, eine amerikanische Erdölgesellschaft – hatte 1981 einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar. Ihnen ist die Gier nach Rohstoffen und Absatzmärkten, der Drang nach Expansion nach Beherrschung und Ausplünderung anderer Völker wesenseigen. Unter den Bedingungen der vertieften Wirtschaftskrisen in der Welt des Kapitals verschärft sich dieser Drang.

Woher beziehen die „Multis“ ihre Profite?

Die USA-Monopole stehen an der Spitze bei der Ausbeutung der Entwicklungsländer. Die Hälfte aller Investitionen der imperialistischen Länder in den Entwicklungsländern kommt aus den USA. Von 1976 bis 1979 haben sich die Profite der „Multis“ in diesen Ländern fast verdoppelt. Aus einem Dollar, der dort von US-Monopolen investiert wurde, holten sie im Durchschnitt 4,5 Dollar an Profit wieder heraus, das ist doppelt soviel wie bei Kapitalanlagen in entwickelten kapitalistischen Ländern. Sie tun alles, das Recht der Völker auf Selbstbestimmung – zum Beispiel bei der Wahl ihres Entwicklungsweges oder der Gestaltung ihrer Außenpolitik – zu beeinträchtigen. Gerade die USA-Monopole und ihre politischen Sachwalter scheuen auch nicht davor zurück, sich – bis hin zum Sturz rechtmäßiger Regierungen wie in Guatemala 1954 oder in Chile 1973 – direkt und mit Gewalt in die politischen Angelegenheiten souveräner Staaten einzumischen. [2]

Das politisch-militärische Abenteurertum der USA

Der USA-Imperialismus ist in der Gegenwart auch deshalb besonders gefährlich, weil sich politische Gruppierungen an die Macht geschoben haben, die ein besonders zugespitztes reaktionäres innen- wie außenpolitisches Programm vertreten und in die Tat umsetzen. Die besondere Gefährlichkeit ergibt sich auch daraus, daß die aggressivsten Kräfte des USA-Imperialismus von einer kardinalen Fehleinschätzung ihrer Möglichkeiten, das Rad der Geschichte zurückdrehen zu können, ausgehen. Der sich objektiv vertiefende Widerspruch zwischen ihren Zielen und ihren tatsächlichen Möglichkeiten veranlaßt sie zu Abenteuerlichkeit. Es sind faktisch jegliche Elemente des Realismus und der Vernunft aus dem außenpolitischen Programm dieser Kreise verschwunden. Menschheitsbedrohend ist dieses Abenteurertum, weil die USA über das bei weitem stärkste und in nie dagewesenen Dimensionen ständig vervollkommnete Militärpotential der kapitalistischen Welt verfügen und ihre Repräsentanten zunehmend bereit sind, es auch einzusetzen.

Warum sind die USA so unberechenbar und gefährlich?

Gefährlich ist der USA-Imperialismus nicht zuletzt auch darum, weil er bestrebt ist, aus seinen tiefen inneren Krisenproblemen mit Hilfe aggressiver außenpolitischer Aktionen herauszukommen und von ihnen abzulenken. Die besondere Gefährlichkeit des USA-Imperialismus in der Gegenwart kommt aber vor allem darin zum Ausdruck, daß seine aggressivsten Repräsentanten dabei sind, eine neue Stufe einer friedensbedrohenden, entspannungsfeindlichen Politik in die Tat umzusetzen, einer „Politik der Stärke“, die dem militärischen Faktor in der Außenpolitik einen absolut dominierenden Stellenwert einräumt. Trotz überwiegender grundlegender Gemeinsamkeiten unterscheidet sich diese verschärfte aggressive Linie in manchen Punkten von der Politik anderer imperialistischer Mächte (wie zum Beispiel Rußland).

Quelle:
Studienhinweise für Seminare. 1. Studienjahr, Dietz Verlag Berlin, 1982, S.133-136.

[1] W.I. Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. In. Werke, Bd.22, S.273.
[2] Die Reihe der durch die USA und ihrer Verbündeten okkupierten Staaten ließ sich heute beliebig fortführen. Das unterstreicht nur die Richtigkeit der damaligen Feststellungen.

Siehe auch:
Was waren die Gründe des Krieges in Syrien?

Dieser Beitrag wurde unter Für den Frieden, Internationale Solidarität, Kapitalistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Assad: „Mit Trump zu reden ist Zeitverschwendung…“

  1. sascha313 schreibt:

    Wer den rechtmäßigen syrischen Präsidenten Dr.med.Hafiz al-Assad als „Machthaber“ beschimpft und die syrische Volksarmee als „Schergen“, die man „jagen“ müsse, der bedient sich der Sprache der Faschisten. Das ist nicht etwa nur eine Gossensprache, sondern nazistische Hetze, wie sie V. Klemperer in LTI beschrieben hat. Genauso wird heute immer noch gegen die DDR gehetzt. Siehe: Die DDR-feindliche Hetze…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s