Adenauer in Moskau

Adenauer

Adenauer (1876-1967)

Nein, Adenauer war kein Nazi. Während seine Vaterstadt Köln  von Bombenangriffen immer mehr zerstört wurde und sich immer mehr Menschen gegen Hitler zusammenfanden, züchtete Adenauer in seinem Garten in Rhöndorf  bei Bonn Rosen. Gemeinsam mit den Herren Abs, unter Hitler Leiter der Auslandsabteilung der Deutschen Bank, und dem Kölner Bankier Dr. Robert Pferdmenges arbeitete Adenauer in seiner Rhöndorfer Villa die taktische Linie für die Gründung einer neuen Partei zur Erhaltung des alten Systems aus. „Die CDU überwindet den Kapitalismus und Marxismus“ – so lautete der erste Satz dieses Programms. Weiter heißt es darin nicht minder demagogisch: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden.“ (Ahlener Programm 1947) Und 1955 reiste Adenauer nach Moskau. Er traf sich dort mit … Chruschtschow. Doch in seinem Gepäck reiste zumindest ein Nazi mit, als er 1955 die sowjetische Hauptstadt aufsuchte: Globke.

Wenn wir heute diese alte Geschichte wieder „aufwärmen“, so nur deshalb, weil der wahre Hintergrund dieser Reise im Westen (und in Moskau!) stets verschwiegen wurde. Warum veröffentlichte nun die DDR zu gleicher Zeit Dokumente über die faschistische Vergangenheit westdeutscher Politiker? Das Deutsche Institut für Zeitgeschichte gab dazu den folgenden Bericht [1]:

In der DDR befinden sich umfangreiche Aktenbestände, die zahlreiche hohe Beamte des Bonner Staates faschistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit überführen. Oftmals bot die DDR der Bundesregierung an, Einblick in diese Archive und Akten zu nehmen. Diese Angebote wurden jedoch sowohl von der Adenauer- als auch von der Erhard-Regierung ignoriert und von der westdeutschen Presse als Propaganda abgetan. Deshalb wandte sich die Regierung der DDR wiederholt an die Weltöffentlichkeit und trat den dokumentarischen Beweis dafür an, wem es in Deutschland tatsächlich um die Bewältigung der faschistischen Vergangenheit geht. Dieses Vorgehen der DDR sowie der dadurch ausgelöste Druck der empörten demokratischen Weltöffentlichkeit zwangen die Bonner Regierung schließlich, um ihr Gesicht zu wahren, sich von einigen solcher Kriegsverbrecher wie Oberländer, Globke, Fränkel und Krüger zu trennen und verschiedene faschistische Blutrichter in Pension zu schicken. Der DDR wäre es lieber, wenn die alten faschistischen Verbrecher von den westdeutschen Sozialdemokraten, Gewerkschaftern und anderen friedliebenden demokratischen Kräften selbst entlarvt und gestürzt würden. Solange sie aber dazu nicht die Kraft aufbringen, gehört es zu den nationalen Pflichten der DDR, ihnen dabei zu helfen. Die Entlarvung der aktiven Nazis entspricht vollkommen den friedlichen Interessen der westdeutschen Bürger und .auch aller jener Völker, die Opfer der faschistischen Verbrecher wurden.

Mit der Veröffentlichung von Dokumenten über die faschistische Vergangenheit führender westdeutscher Politiker hilft die Arbeiter-und-Bauern-Macht der DDR auch der Arbeiterklasse und allen friedliebenden Menschen in Westdeutschland, die wahren Machtverhältnisse in der Bundesrepublik und ihre eigentlichen Gegner zu erkennen. Die DDR wird in dieser Weise auch weiter handeln und ihre Pflicht gegenüber dem Volke erfüllen.

Bekanntlich war Stalin im Jahre 1953 ermordet worden, und an seine Stelle trat 1956 der Antikommunist Chruschtschow. Die „Berliner Zeitung“ (DDR) schrieb bei aller gebotenen Vorsicht (wohl wissend, daß die Chruschtschow-Clique nichts lieber sähe, als Gleichgesinnte an der Spitze der DDR-Regierung) darüber den folgenden Kommentar [2]:

nichts1
nichts2

Quellen:
[1] Deutsches Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): DDR – 300 Fragen, 300 Antworten. Verlag Die Wirtschaft, Berlin, 1964, S.94f. (Bild: Hellwig/Weiß a.a.O., S.284)
[2] Berliner Zeitung vom 13. September 1955

Literatur:
Joachim Hellwig/Wolfgang Weiß: So macht man Kanzler. Verlag der Nation, Berlin, 1962.
Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1965

Siehe auch:
BRD (1959) Alte Nazis – neue Uniformen

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26 Antworten zu Adenauer in Moskau

  1. Ulrike Spurgat schreibt:

    Nicht oft genug kann die Geschichte „aufgewärmt“ werden.
    Erschreckend, peinlich und beschämend sind die Informationen, die in Gesprächen zu diesen Themen ans Licht kommen. Im Bildungssystem der Republik der fünfziger, sechziger und auch noch bis in die siebziger Jahre, war eine Verarbeitung von Faschismus, Krieg, Konzentrationslagern eher lästig, nicht vorgesehen, und der „Mantel des Schweigens“ sollte darüber gelegt werden.

    Die Verfolgung der Kommunisten ging nach 1945 zielorientiert mit den alten Faschisten, die im Justiz- und Innenministerium satt und trocken da weitergemacht haben, nur ohne die Todesstrafe, wo sie aufgehört haben, und von Adenauer hemmungslos geschichtslos mit Kusshand in die Bundesregierung gehievt wurden. Für Kommunisten in den fünfziger Jahren einer nicht enden wollende Katastrophe gleich.

    Bereits im Jahr 1952 wurde das Verbot der KPD in Gang gesetzt, und 1956 durch das Bundesverfassungsgericht durchgesetzt. Na, wer saß dort wohl in Richter Robe? Die Kommunisten, die den Lagern nur durch Flucht,Hilfe und Solidarität entkommen sind sahen sich ihren Peinigern wieder ausgesetzt, als es um die Anerkennung ihrer berechtigten Forderungen ging. Es gab Verschleppungen, Akten gingen verloren. Papiere wurden eingefordert, angebliche Zeugen sollten gehört werden. Alles wurde getan Kommunisten wieder zu demütigen, zu bekämpfen, ihnen ihre Lebensberechtigung abzusprechen.

    Faschismus, Verfolgung, Lager, Folter und Krieg waren eingebrannt, und oft kaum zu ertragen, wie mein Vater leider viel zu selten die Kraft hatte über diese Zeit des Grauens zu sprechen. In der Arbeitersiedlung, in der ich aufgewachsen bin war er der „Vaterlandsverräter“ und die „Rote Sau“ bei nicht wenigen Nazis. Mit der Tochter von dem „Roten“ wird nicht gespielt hieß es immer wieder.

    Adenauer der mit seinem unsäglichem Globke einen Faschisten allererster „Güte“ zu seinem Staatssekretär gemacht hat sorgte mit dieser Entscheidung für die Rehabilitation der Faschisten. nach 1945. Globke hat den Kommentar für die Rassengesetze geschrieben.

    Meist waren die Kommunisten, die Faschismus, Krieg, Lager und Folter überlebt haben ge- und beschädigt für den Rest ihres Lebens. Zu Lebzeiten, bis zum heutigen Tag sind sie nicht entschädigt und rehabilitiert worden.. In dem Bewusstsein sind sie gestorben, und ihre Peiniger durften weiterleben, und die junge Republik verseuchen mit faschistischem Gedankengut.

    Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt dieser Zeit. Ein mutiger kompromissloser Kämpfer, der nie aufgeben konnte,obwohl ihm Felsbrocken in den Weg gelegt wurden, von denen, die den Faschismus gestützt haben, seine Kollegen in den Ministerien, verfolgte er unbeirrt das Ziel Eichmann seiner Strafe zuzuführen weiter. Fritz Bauer wurde bekämpft, gegen ihn wurde intrigiert, Lügen wurden verbreitet, und der Widerstand gegen ihn formierte sich in den höchsten Kreisen. „Nestbeschmutzer“ nannten sie ihn.

    Ohne Adenauer und die Rehabilitation des Faschismus wäre zumindest die Chance gewesen, dass der Mensch dem Menschen als Mensch begegnet.
    Beabsichtigt habe ich Zahlen und einige Namen nicht genannt.

    Mir ist wichtig denen eine Stimme zu geben, die ich kennen lernen durfte, die, die keine Bücher geschrieben haben, die namentlich nie genannt werden, die nie eine Entschädigung für ihr Leid bekommen haben, die nie anerkannt wurden, obwohl sie ohne Rücksicht auf die eigene Person gegen den Faschismus selbstlos, meist unter Einsatz ihres Lebens gekämpft haben, und maßgeblich im Faschismus und Krieg ein Stück Menschlichkeit bewahrt haben, und dieses an die Töchter und Söhne weitergegeben haben, als ständige Verpflichtung und dem Schwur von Buchenwald folgend: „………….wir werden unsern Kampf erst einstellen, wenn auch der Letzte vor den Richtern der Völker stehen wird.“ (11.4.1945, Tag der Selbstbefreiung von Buchenwald)
    Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen.

    • Weber schreibt:

      Ulrike Spurgat, vielen Dank für Deine Zeilen. Sie decken klar einen der vielen „dunklen Punkte“ aller Alt-BRD-Regierungen auf. Die Verfolgung aller Menschen in der Alt-BRD, die sich für die Wiedervereinigung, Friedensvertrag, gegen Remilitarisierung, usw. einsetzten, auf die Straße gingen wurden mit aller Schärfe verfolgt, angeklagt, vor Gericht gezerrt und zehntausende gingen ins Gefängnis. Die Meisten verloren ihren Arbeitsplatz.

      Hier nur ein Beispiel:
      Neues Deutschland, 4. Mai 1966:
      Strafantrag gegen Olympia
      Bonner Praktiken: Wegen Sportverständigung ins Gefängnis
      Ich habe dafür geschrieben, daß im Sport Fairness herrscht. Ich habe mich gegen alles gewehrt, was mit Fairness nichts zu tun hatte. Ich habe mich als westdeutscher Sportler geschämt, als man dem DDR-Meister Recknagel (Anmerk: Skispringer) in der Bundesrepublik kurzfristig den Start verbot. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß für mich als Sportler und, als Publizist der Weg der richtige ist, der keinen Haß zwischen den Völkern sät, sondern ihre Verständigung herbeiführt.“ Der Mann, der diese Worte im Düsseldorfer Landgericht sprach, heißt Arnold Bittner. Bonn machte ihm den Prozeß, in dessen Verlauf der Anklagevertreter am Montag den Strafantrag stellte. Staatsanwalt Spiess forderte für Arnold Bittner, Helmut Kempkes und Winfried Lierenfeld, die ehemaligen Herausgeber der westdeutschen Illustrierten „Sporttribüne , insgesamt 17 Monate Gefängnis.
       Staatsanwalt Spiess vermied es, das Wort Verständigung in den Mund zu nehmen. Er sprach von „vordergründigen Nahzielen“ der verbotenen KPD. Aber an den Prozeßtagen, da ein Kronzeuge nach dem anderen, zumeist mit der Ausweismarke der Bonner Politischen Polizei in der Tasche, aufmarschierte, wurde widerlegt, was die Anklage beweisen wollte. Die drei Angeklagten taten weiter nichts, als Sportbeziehungen zwischen den Sportlern beider deutscher Staaten zu fordern und zu unterstützen. Aber das ist in der Bundesrepublik verboten. Nach wie vor ist das Karlsruher Grundsatzurteil in Kraft das den Deutschen Turn- und Sportbund zur „verfassungsfeindlichen Organisation“ stempelt.
       Grünes Licht im Sportverkehr? Die Heuchler wagen das im gleichen Atemzug auszusprechen, da sie aufrechte Männer, die für den Sportverkehr eintreten, von der Geheimpolizei beschnüffeln lassen und vor Gericht zerren. Rechtsanwalt Dr. Diether Posser, der Verteidiger der Angeklagten, wies in seinem Plädoyer nachdrücklich die Anklage als falsch, unbewiesen und außerordentlich gefährlich für die Entwicklung der sportlichen Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten zurück.
       Auch vom Geiste Olympias sprach Arnold Bittner in seinem Schlußwort. Er hielt es für angebracht, darauf hinzuweisen. Schließlich sollen in jenem Staat, der ihm wegen Publikationen im Sinne der olympischen Verständigung die Politische Polizei und Justiz auf den Hals hetzt, Olympische Spiele stattfinden! Eine Woche nach, dem IOC-Kongreß, der sich für München entschied, stellte ein Staatsanwalt in Düsseldorf Strafantrag gegen Olympia … Pfi.

      Richterspruch:
      Berliner Zeitung 7. Mai 1966:
      Skandalöses Urteil
       Düsseldorf (ADN/BZ). Die 4. Große Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf verurteilte gestern die Herausgeber der ehemaligen westdeutschen Sportzeitung „Sport-Tribüne“ Arnold Bittner zu neun Monaten sowie Helmut Kempkes und Winfried Lierenfeld zu je vier Monaten Gefängnis. Dieses Urteil ist dem olympischen Gedanken und der Verständigung hohnsprechend. Es dient einzig und allein den Feinden des gesamtdeutschen Sportverkehrs.

  2. Blogger schreibt:

    Was ist denn schließlich aus den 9.626 in der UdSSR inhaftierten Kriegsverbrechern geworden!? Sind das etwa diejenigen die unter Adenauer 1955 als Heimkehrer propagiert wurden?
    MfG

    • sascha313 schreibt:

      Was z.B. mit dem ehemaligen Kommandanten von Sachsenhausen weiter geschah, kann man in wikipedia nachlesen. Den anderen wird es wohl ähnlich ergangen sein. Zu Recht!

  3. Und ich war bis heute der Auffassung, dass es sich bei den von Adenauer “freigekauften Menschen“ tatsächlich um die letzten deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion gehandelt hätte.

    Danke, Sascha, für diesen Augenöffner!

    Jetzt “verstehe“ ich auch zum ersten Mal das Buch eines Alexander von Huhn: “Hoffnung ist ein Anfang“:

    Otto Alexander von Huhn wird 1907 in Riga geboren. Nach dem Abitur studiert er zunächst Philosophie, 1930 wechselt er zum Theologie-Studium in Riga, Göttingen, Bonn und Königsberg. 1934 wird er Pfarrer im damaligen Ostpreußen. Als Wehrmacht-Offizier kämpft er im Zweiten Weltkrieg. Weil er die Sprache perfekt spricht, ist es seine Aufgabe, russische Gefangene zu verhören. [*1] Von 1945 bis 1955 ist er in russischer Kriegsgefangenschaft.https://bgv.ekir.de/blog/otto-alexander-von-huhn/

    [*1] Es kann sich ja jeder selber ausmalen, was unter einem Verhör in einem — von der Hitler-Armee geführten — Vernichtungskrieg zu verstehen ist: Grausamste FOLTER!!!

    Das hat Herr Huhn freilich in seinem Buch vollkommen unerwähnt gelassen. Aber natürlich hat er sich lediglich als einen “gewöhnliche“ Offizier, der in Kriegsgefangenschaft geraten war, dargestellt und nicht als den Menschen, der grausame Kriegsverbrechen an den Gefangenen der Roten Armee verübt hatte!

    Nach kurzer Tätigkeit als Pfarrer in Bad Godesberg wechselt er 1958 als Militäroberpfarrer an die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Bis 1966 lehrt er dort und hält regelmäßig Gottesdienste. Er organisiert Tagungen, Gesprächskreise für Offiziere und Akademiker und hält Vorträge. Auch nach dem Ruhestand 1970 setzt er diese Arbeit fort. Sein weihnachtlicher Jahresrundbrief erreicht bis zu 800 Interessierte. Otto Alexander von Huhn stirbt am 13. Oktober 1980 in Wuppertal.https://bgv.ekir.de/blog/otto-alexander-von-huhn/

    Interessant vielleicht auch folgender Zusammenhang:

    Die Helmut-Schmidt-Universität ist eine von zwei Universitäten der Bundeswehr. Ihre formelle Gründung im Jahr 1972 als „Hochschule der Bundeswehr Hamburg“ geht auf die Initiative des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt zurück, dessen Namen sie 2003 erhielt. https://www.hsu-hh.de/ an der besagter Herr Huhn auch Vorträge hielt!

    Meine wirklich nicht helle Mutter,
    die sowohl ein apolitischer [gleichgültig, ohne Interesse gegenüber politischem Geschehen] Mensch als auch are­li­gi­ös [nicht religiös; außerhalb der Religion [stehend]; irreligiös] war und der Welt, dem Leben unphilosophisch gegenüberstand, sich aber in ihrer “eigenen“ Lebenswirklichkeit voller “Unglück“ und Leiden FÜR das Überleben ihrer Kinder einsetzte — obwohl sie echt nie begriffen hat, dass durch Sex mit einem Menschen männlichen Geschlechts WIRKLICH ein Kind “entstehen“ kann,
    hatte für Menschen wie Huhn oder Schmidt nur eines übrig:

    Alle diese Esel in einen Sack gesteckt und dann mit einem Knüppel verprügeln: Es wird immer den Richtigen treffen.

    Wenn ich nicht wüßte, dass das Leben so einfach nicht erklärt werden kann und pauschale Meinungen und Handlungen kontraproduktiv sind, bin ich dennoch manchmal dazu geneigt, meiner Mutter (R.I.P) zuzustimmen.

  4. Weber Johann schreibt:

    Beachte: Bis Mai 1950 sind bereits 1.939.063 deutsche Kriegsgefangene aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden.

    Hier der Artikel aus der Zeitung „Neues Deutschland“ vom 6.5.1950:

    UdSSR entließ alle Kriegsgefangenen
    Mitteilung der TASS / 1.939.063 deutsche Kriegsgefangene heimgekehrt
     Moskau (ADN). In der TASS-Meldung vom 4. Januar 1949 wurde darauf verwiesen, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Kriegsgefangenen bereits bis Ende 1948 aus der Sowjetunion nach Deutschland repatriiert worden war und daß die Repatriierung der dort verbliebenen Kriegsgefangenen nach einem von der Sowjetregierung bestätigten Plan durchgeführt und im Laufe des Jahres 1949 abgeschlossen werden sollte.
     Die Nachrichtenagentur TASS ist ermächtigt, mitzuteilen, daß die letzte Gruppe von 17.538 Kriegsgefangenen bereits nach Deutschland zurückgeführt worden ist.
     Damit ist die Repatriierung der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion nach ‚Deutschland bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt vollständig abgeschlossen worden.
     Insgesamt sind seit der Kapitulation Deutschlands 1.939.063 deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion nach Deutschland repatriiert worden, darunter 58.103 deutsche Kriegsgefangene, die in den Jahren 1947 bis 1949 unter Kriegsgefangenen anderer Nationalitäten, die sich in der Sowjetunion befanden, festgestellt wurden.
     Auf dem Territorium der Sowjetunion sind 9.717 deutsche Kriegsgefangene verblieben, die wegen schwerer Kriegsverbrechen verurteilt worden sind, und 3.815 Personen, gegen die gerichtliche Untersuchungsverfahren wegen Kriegsverbrechen laufen, sowie vierzehn auf Grund von Erkrankungen zeitweilig zurückgestellte Kriegsgefangene, die nach Beendigung der ärztlichen Behandlung repatriiert werden.

    • Blogger schreibt:

      Danke für die Info!

      Stichwort Repatriierung: http://blog.rolfrost.de/singapur.html
      Vereinbarung DVRK/USA:

      4. Die DVRK und die USA verpflichteten sich dazu, die Gebeine von Kriegsgefangenen und Verschollenen auszugraben und die bereits ausgegrabenen und identifizierten Gebeine sofort zu repatriieren.

      Gesiste wiederholt sis nist! (Merkel)

      Und sie wiederholt sich doch!

  5. Ich weiß zwar nicht, woher mir schon vor 30 Jahren die Idee kam, dass Stalin ermordet wurde und bin dankbar, dass mein Verdacht sich – gerade in den letzten vier Jahren – mehr und mehr bestätigt hat.
    Es bleibt aber wohl noch lange ein Rätsel, dass Genosse Stalin „es nicht kommen sah“.

    • sascha313 schreibt:

      Der gefährlichste Feind ist der Feind in den eigenen Reihen…

      Oder (W.Liebknecht): „Dem Feind, der uns als Feind mit offenem Visier entgegentritt, bieten wir lächelnd die Stirn, setzen wir spielend den Fuß auf den Nacken … der Feind aber, der uns die Hand zum Wahlbündnis hinstreckt und sich als Freund und Bruder uns aufdrängt – ihn und ihn allein haben wir zu fürchten.“
      (Quelle: Wilhelm Liebknecht „Kein Kompromiß – kein Wahlbündnis“. In: Ders. „Kleine politische Schriften“, Reclams Universalbibliothek, Leipzig, 1976, S.287)

      • Bedauerlicherweise ist das wahr.

        Als ich vor 37 Jahren für einige Zeit in der Gewerkschaft war, hatte ich sonderbare Dinge bemerkt.

        Wir hatten eine große Jugendkonferenz. Ich durfte bei den Mahlzeiten neben unserem Vorsitzenden sitzen: “sehr verborgen“ reinigte er sein Besteck noch einmal mit einem eigenen Tuch. “Aha, ein vorsichtiger Mensch“, dachte ich: “so vermeidet man eine Vergiftung über das Geschirr.“

        Und dann kursierte ein “Gerücht“:

        Steigerung von Feind? => Todfeind.
        Steigerung von Todfeind? => Parteigenosse!

        Über Korruption, Gefälligkeiten und Bestechung will ich hier lieber nichts verlautbaren; aber ich denke, dass ich schon früh lernte, “wie der Hase läuft“ …

        … und Thälmann wurde sogar von einem oder mehreren Leibwächtern “auf Anweisung“ einiger “Genossen“ innerhalb der Führung der KPD an die GESTAPO verraten.

        Naja, und wenn man sich den Verrat gegen Honecker und die SED so anschaut: Das war zwar von Außen gesteuert, aber den Verrat haben ja Krenz, Modrow, Gysi & Co. begangen.

  6. Henk Gerrits schreibt:

    Eine richtige Lehrschule gibts hier. Weitermachen so.

  7. Ulrike Spurgat schreibt:

    „…….und Thälmann wurde sogar von einem oder mehreren Leibwächtern „auf Anweisung“ einiger „Genossen“ innerhalb der Führung der KPD an die GESTAPO verraten.“
    Die Wissenslücke will geschlossen werden mit den dazugehörenden Fakten.
    Vielen Dank.

  8. Ulrike Spurgat schreibt:

    Herzliche Grüße aus Niedersachsen.So klappt die Einordnung und die sagt, dass es mit den Fragen und Antworten zur Historie mit ihren wichtigen Personen nicht wirklich weniger werden wird. Vielen Dank für die freundliche Antwort.
    Diese widerlichen Verräter.

  9. Henk Gerrits schreibt:

    Gutenmorgen Freunden. Dies ist hochinteresant. Frau Merkel. https://www.youtube.com/watch?v=qp8MxDLHvac

    • sascha313 schreibt:

      Lieber Henk, wer ist eigentlich Frau Merkel, und wer war Adenauer? Und nun – was will uns dieser Mann im Video sagen? Es ist die typisch westlich-bürgerliche Parole „Männer machen Geschichte.“ (oder Frauen) – stimmt diese Parole? Nein, sie stimmt nicht. Immer haben Klassen und Gesetzmäßigkeiten die Geschichte bestimmt, nicht Personen. Wenngleich Personen immer einen gewissen Einfluß hatten.

      Aber die Polemik geht ja weiter: Welt als Wille und Vorstellung (Schopenhauer), Über-Ich und Ödipus-Komplex (Freud), Wille zur Macht (Nietzsche), Mythus (Rosenberg) und was dergleichen unwissenschaftliche Lehren noch sind. – Es war für die führenden Nazibanditen und Kriegsverbrecher nach 1945 ganz leicht: Befehlsnotstand – Hitler war schuld. … Und heute? Merkel ist schuld? Merkel muß weg? Es gibt nichts Dümmeres als diese Parole!

    • Blogger schreibt:

      Politiker machen gar nichts außer die Interessen der herrschenden Klasse zu vertreten. Natürlich hat das Konsequenzen und zwar für jedes Land und jede Nation und unabhängig davon wie diese Interessenverteter heißen. Vor der Kamera sind die allesamt gute Schauspieler und erzählen die tollsten Geschichten.
      Hier ist eine davon: http://blog.rolfrost.de/ac1.html

      Das Einzige was mir schwerfällt ist, mich in die Rolle eines Bundesbürgers hineinzuversetzen. Denn die glauben wirklich alles was man ihnen vorspielt.

      Der Merkeln bester Satz: Gesiste wiederholt sis nist. Scheinbar guckt sie nicht die Sendungen über den Obersalzberg die ja ständig auf ZDF_History laufen, denn die zeigen doch, wer sich da mit wem getroffen hat. Nur die Namen der Industriebosse werden da nicht genannt. Da wird nicht einmal angedeutet daß Hitlers Freunde zufällig auch dessen Auftraggeber gewesen sind.

      Und genau das ist das, was Karl Liebknecht von Die Linke unterscheidet!

      Und Übigens: Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler fand nicht in Berlin sondern in Essen statt!

      je wordt ouder papa 😉

  10. Henk Gerrits schreibt:

    Gutenabend Freunde. iech hoffe das meine Homepage euch gefalt. Schone und gemutlicher Samstagabend Wunse iech jeden hier. http://duitslanddoordejarenheen.123website.nl/

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