Eine interessante Beobachtung: Im Rudel lebt sich’s friedlicher…

aggressivDie Hunde sind nach einem Streit nicht imstande, sich zufrieden zu geben. Wissenschaftler haben beobachtet, daß Wölfe im Laufe weniger Minuten nach einem Konflikt wieder zum normalen Verhalten zurückkehren. Sie können sogar beginnen, mit dem ehemaligen Konkurrenten zu spielen. Hunde dagegen meiden lange Zeit nach einem Streit ihren Gegner. Wissenschaftler sehen den Schlüssel für diesen Charakterzug der Wölfe in ihrem Leben als Rudel, Hunde haben diese Eigenschaft aus irgendeinem Grunde verloren. Dieses Forschungsergebnis wurde in der Zeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht.

Das kollektive Verhalten

Wölfe sind Herdentiere, und sie haben, um im Rudel überzuleben, spezifische Verhaltensnormen entwickelt. Insbesondere existieren Regeln, die das Dominieren, das Fressen und die Paarung betreffen. Wie die Autoren dieser Forschungsarbeit zeigen, gibt es bei Wölfen auch spezifische Regeln, wie sie sich nach Konflikten zu benehmen haben. Jedoch bei Hunden, die ebenfalls als Herdentiere gelten, gibt es das nicht.

Streit und „Versöhnung“

Um herauszufinden, wie Tiere sich nach Zusammenstößen verhalten, haben die Forscher Rudel von jeweils vier Wölfen und vier Hunden aus zuvor einander nicht bekannten Tieren zusammengestellt. Wie die Forscher erwartet hatten, zankten sich die Tiere oft: etwa einmal pro Stunde bei den Wölfen und bei den Hunden etwas seltener. Nichtsdestoweniger überwanden die Wölfe diese Konflikte sehr schnell, und bereits nach zehn Minuten konnten die die Aggression zeigenden Individuen wieder miteinander spielen. Im Falle der Hunde waren die Schlägereien erbitterter, und die Tiere mieden einander nach einer solchen Situation lange Zeit und gaben sich nicht zufrieden.

Warum verhalten sich Hunde anders als Wölfe?

Die Autoren sind der Ansicht, daß ein derartiges Verhalten für das Überleben der Rudel in der wilden Natur wichtig ist, da das Funktionieren der ganzen Gesellschaft, insbesondere bei der Jagd, vom gut organisiertem Handeln aller Teilnehmer abhängen. Im Falle der Hunde haben sich die Angewohnheiten nach der Haustierwerdung im Laufe von den Jahrtausenden geändert: im neuen Leben an der Seite des Menschen erwies sich die Fähigkeit, ohne Teilnahme anderer Artgenossen umzugehen, als wichtiger .

Quelle: newsmail (Übersetzung: Sonja Köhler – Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Bemerkung: Ja, im Rudel lebt sich’s friedlicher. Und die Bedingungen für die freie Entwicklungen des einzelnen sind im Sozialismus ungleich besser als unter der Sklaverei. Als ob wir das nicht schon gewußt hätten… Sicher sind Verhaltensweisen von Tieren nicht so ohne weiteres auf den Menschen übertragbar. Doch wenn man die Hintergründe menschlichen Konfliktverhaltens (insbesondere die Ursachen der Aggressivität) verstehen will, muß man die sozialen Zusammenhänge untersuchen. Aufgrund der sozial gerechteren Eigentumsverhältnisse (Volkseigentum an Produktionsmitteln) gibt im Sozialismus, im Gegensatz zum Kapitalismus, Kollektivität. Doch damit Kollektivität in vollem Umfang auch entsteht, bedarf es der Erziehung und Bildung. So war es jedenfalls in der DDR. Und das ist auch der Grund, warum es sich friedlicher lebte in der DDR. Und weil der Charakter sich nicht von heute auf morgen zum Positiven ändert, deshalb ist Erziehung notwendig…

Die Pädagogische Enzyklopädie erklärt, was Kollektivitätserziehung ist:

Kollektiverziehung ist ein Ausdruck des Wesens der sozialistischen Gesellschaftsordnung und der bürgerlichen Erziehung völlig fremd. In der kapitalistischen Gesellschaft, die auf die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes durch die Bourgeoisie gegründet ist, in der die Gesetze des erbarmungslosen Konkurrenzkampfes herrschen, werden die Beziehungen der Menschen zueinander wesentlich von individualistischen und egoistischen Anschauungen und Verhaltensweisen bestimmt.

Die bürgerliche Erziehung ist dementsprechend bestrebt, eine dem „Kampf um das Dasein“ und um die eigene, individuelle Existenz angepaßte Einzelpersönlichkeit zu erziehen, die sich zugleich willig der kapitalistischen Gesellschaft einordnet. Sie beeinflußt die Kinder der Werktätigen mit kleinbürgerlichen, individualistischen und egoistischen Lebensauffassungen und -gewohnheiten, um sie ihrer Klasse zu entfremden.

Die sozialistische Gesellschaft schafft mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel völlig neue Beziehungen der Menschen untereinander, die auf der prinzipiellen Einheit von gesellschaftlichen und persönlichen Interessen beruhen. Die ökonomische, politische und kulturelle Kraft dieser menschlichen Ordnung gewährt dem einzelnen die Befriedigung seiner Bedürfnisse, und zwar um so mehr, je besser er sich für die gemeinsamen Aufgaben einsetzt.

Die Beziehungen der Menschen im Sozialismus sind durch Kameradschaft, Solidarität und gegenseitige Achtung und Hilfe bestimmt. Die sozialistische Gesellschaft ist die wahrhaft humanistische menschliche Gemeinschaft, in der jeder Mensch tatsächlich die Freiheit hat, seine Anlagen allseitig auszubilden. Sie hat die Lebensform des Kollektivs hervorgebracht, jene bewußte und freiwillige Vereinigung einer Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Zielsetzung – aus gesellschaftlichen Bedürfnissen erwachsen – und einiges, diszipliniertes Handeln verbindet, das, von kollektiven Organen geleitet, durch eine zweckentsprechende Organisation gewährleistet und von der Verantwortlichkeit jedes ihrer Mitglieder vor der Gemeinschaft getragen wird.

Das Kollektiv wirkt in allen Gebieten unseres Lebens, besonders in der materiellen Produktion, wie in Brigaden, sozialistische Arbeits- und Forschungsgemeinschaften, Kultur- und Sportgruppen. Durch das Kollektiv werden keineswegs „genormte Massenmenschen“ erzogen, wie es die Feinde des Sozialismus wider besseres Wissen behaupten. Im Gegenteil, erst die sozialistische Kollektiverziehung ermöglicht die volle Entwicklung aller wertvollen Eigenschaften und Verhaltensweisen des Individuums und fördert insbesondere seine Initiative und sein Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Kollektiv, in dem es wirkt, und gegenüber der Gesellschaft.

Es ist eine vorrangige Aufgabe der sozialistischen Erziehung, die Jugend zur Kollektivität zu erziehen, das heifjt, die Bereitschaft, das Bedürfnis und die Fähigkeit der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln, am Leben des Kollektivs teilzunehmen, es aktiv zu fördern und die Gesetze des sozialistischen Gemeinschaftslebens zu achten, konsequent einzuhalten und gegen jede Mißachtung und Verletzung zu verteidigen. Aus dieser pädagogischen Zielsetzung, die unter den Bedingungen der sozialistischen Gesellschaft möglich und notwendig ist, entwickelte der hervorragende sowjetische Pädagoge A.S. Makarenko (s.dort) auf der Grundlage der Lehre des Marxismus-Leninismus über das Verhältnis von Individuen und Gemeinschaft, der Praxis des sozialistischen Lebens in der Sowjetunion und der jahrzehntelangen, reichen, eigenen pädagogischen Erfahrung, die Theorie der Kollektiverziehung.

Die Lehre von der Entwicklung und der Organisation des Kollektivs und seine Bedeutung für die Erziehung der Persönlichkeit hat die Entwicklung der Theorie und Praxis der sozialistischen Pädagogik der Deutschen Demokratischen Republik stark beeinflußt. Unsere besten Lehrer und Erzieher in den Schulen, Heimen und Internaten haben die Theorie der Kollektiverziehung zu einer bestimmenden Grundlage ihrer Arbeit gemacht und erzielen damit ausgezeichnete pädagogische Erfolge. In der pädagogischen Wissenschaft wurden wertvolle Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, die Wege der kollektiven Erziehung der Jugend in der Deutschen Demokratischen Republik auszuarbeiten und in die pädagogische Praxis einzuführen.

Quelle:
Frankiewicz/Brauer et al. (Hrsg.): Pädagogische Enzyklopädie 2 Bde., VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Belin (DDR), 1963, Bd.2, S.516f. (Hervorhebungen: N.G.)

Siehe auch:
Erziehung zur sozialistischen Moral
DDR: Warum wurden in der DDR die Kinder zur Bewußtheit erzogen?

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