Venezuela im Klassenkampf

Solidarity_MaduroAm 5. August 2018 wurde mittels Drohnen versucht, einen Sprengstoffanschlag auf den Präsidenten Venezuelas Nicolás Maduro zu verüben. Dieser Anschlag mißlang. Maduro machte dafür die extremen Rechten im eigenen Lande und im Zusammenhang damit den Machthaber des benachbarten Columbiens verantwortlich. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatten faschistische Banditen mit einem gestohlenen Hubschrauber in Caracas versucht, ein Attentat auf den Präsidenten auszuführen, wobei der Anführer der Terrorgruppe, Oscar Perez, von den Sicherheitskräften Venezuelas getötet wurde. In dem folgenden Beitrag brachte nun die englische „Rote Jugend“ (Red Youth) ihre Solidarität mit den venezolanischen Präsdidenten und der Bolivarischen Revolution zum Ausdruck.

On Saturday 5 August 2018 an attempt on the life of President Maduro was made while he was delivering an address to the national guard and civilians on Bolívar Avenue, on the 81st Anniversary of the establishment of the Bolivarian National Guard of Venezuela. Two drones carrying explosives were reportedly shot down near the podium, prompting an evacuation of the President and assembled soldiers. The parade disperses in the wake of the explosions.
VenzuelaTwo hours later President Maduro addressed the attack in a televised broadcast, saying “I have no doubt that everything points to the Venezuelan ultra-right in alliance with the Colombian extreme right, and the name of [Colombian President] Juan Manuel Santos is behind this attack.”
A far-right terrorist group called the “Flannel Soldiers” has claimed responsibility for the attack, a small group apparently linked with several contras who stole a helicopter in June 2017, using it to fire handguns and drop grenades on government buildings in Caracas before escaping. The leader of this gang, Oscar Perez, was killed by Venezuelan security forces in January in a counter-terrorism operation.
As the class struggle in Venezuela intensifies, and the imperialist world brings to bear all forces short of military intervention (although this is an increasingly discussed option by US imperialists), many people and organisations are more reluctant to support the revolutionary process in Venezuela. Conditions in Venezuela are certainly deteriorating, with economic sanctions, sabotage, intensification of imperialist propaganda, and counter-revolutionary violence reaching new depths.
Every time the Venezuelan people reaffirm their commitment to independence and socialism these attacks increase, an inevitability when facing off against US imperialism, backed by the imperialist nations of Europe. In order to truly secure a free and prosperous Venezuela, instead of one impoverised by the US and comprador elements, the revolution must intensify, kicking out all counter-revolutionary forces and with workers taking the organisation of production, supply, and defence into their own hands. This process is currently happening, with the assistance of the PSUV, and must be supported by every genuine progressive and socialist organisation.

Quelle: Red Youth*

Hier noch einige Angaben zur wirtschaftlichen Situation:

venezuela1

venezuela2.jpg

Quelle: Länder der Erde, Verlag die Wirtschaft Berlin, 1985, S.642.

(Auch wenn diese Angaben nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen, geht doch daraus sehr deutlich hervor, in welcher politischen Situation sich Venezuela auch noch heute, nach dem Tod des vorherigen Präsidenten Chavez, befindet. Aufgrund des Privateigentums in einigen wichtigen Wirtschaftszweigen ist der Einfluß reaktionärer Kräfte sehr hoch. Darüberhinaus verfügt die revolutionäre Regierung Venezuelas trotz der Reichtümer des Landes noch nicht über die völlige Souveränität und über kein marxistisch-leninistisches Programm, um den Feinden des Volkes endgültig das Handwerk zu legen.)


*Übersetzung:

Am Sonntag, 5. August 2018 wurde ein Versuch eines Attentats auf das Leben von Präsident Maduro gemacht, während er anläßlich des 81. Jahrestag der Gründung der Bolivarischen Nationalgarde Venezuela auf der Bolívar Avenue eine Ansprache an die Nationalgarde und Zivilisten hielt. Angeblich waren zwei Drohnen mit Sprengstoff in der Nähe der Tribüne abgeschossen worden, woraufhin eine Evakuierung des Präsidenten und der versammelten Soldaten erfolgte. Die Parade zerstreut im Zuge der Explosionen. Zwei Stunden später sagte Präsident Maduro in einer im Fernsehen übertragenen Sendung: „Ich habe keinen Zweifel daran, das alles auf die venezolanischen Ultrarechten zurückzuführen ist, im Bündnis mit der kolumbianischen extremen Rechten und [dem kolumbianischen Präsidenten] Juan Manuel der hinter diesem Angriff steht.“
Eine rechtsextreme terroristische Vereinigung namens „Stoff-Soldaten“ hat sich als verantwortlich für den Angriff erklärt. Es handelt sich dabei um eine kleine Gruppe, die offenbar gemeinsam mit mehreren Contras im Juni 2017 einen Hubschrauber geklaut hatten, und dazu benutzen, um mit Pistolen und Granaten das Regierungsgebäude in Caracas zu überfallen. Der Anführer der Bande, Oscar Perez, wurde bei einer Anti-Terror-Operation im Januar durch venezolanische Sicherheitskräfte getötet.
Da sich der Klassenkampf in Venezuela verstärkt und die imperialistische Welt alle Kräfte mobilisiert für eine militärische Intervention (obwohl dies eine zunehmend diskutierte Option der US-Imperialisten ist), sind viele Menschen und Organisationen zurückhaltender geworden und unterstützen den revolutionären Prozeß in Venezuela. Die Bedingungen in Venezuela haben sich sicherlich verschlechtert, sie haben mit den Wirtschaftssanktionen, der Sabotage, der Intensivierung der imperialistischen Propaganda und konterrevolutionären Gewalt neue Tiefpunkte erreicht.
Jedes Mal, wenn das venezolanische Volk sein Bekenntnis zu Unabhängigkeit und Sozialismus bekräftigt, nehmen diese Angriffe zu. Das ist eine Zwangsläufigkeit, wenn es gegen den USA-Imperialismus geht, der von den imperialistischen Nationen Europas unterstützt wird. Um wirklich zu einem freien und wohlhabenden Venezuela zu kommen, anstelle eines  durch die USA und die Compradoren-Bourgeoisie gesteuerten Elemente, muß man die Revolution intensivieren, alle konterrevolutionären Kräfte hinauswerfen und die Arbeiter müssn die Organisation der Produktion, die Versorgung und Verteidigung in die eigenen Hände nehmen. Dieser Prozeß geschieht derzeit mit Unterstützung der Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV), und er muß von jeder echten progressiven und sozialistischen Organisation unterstützt werden.
Dieser Beitrag wurde unter Internationale Solidarität, Kapitalistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Venezuela im Klassenkampf

  1. Mirko Lange schreibt:

    Das Attentat war allerdings am 4. August. Man beachte die Zeitverschiebung. Zum Glück mißlang es! Ich hoffe, die Regierung Venezuelas zieht spätestens jetzt die richtigen Konsequenzen!…

  2. Ulrike Spurgat schreibt:

    Leider kann ich den Text nicht lesen, doch ist beeindruckend wie und was hier auf dem Boden des Marxismus Leninismus gelernt werden kann. Der weitere Text ist so aufschlussreich, dass ich einordnen kann.
    Ab und zu müssen alt gedachte Zöpfe weg und das ist gut so.
    Voller Dankbarkeit für die klare Linie, für Aufklärung ohne schnick schnack und die vielen Quellen, die die Lust weiter zu forschen antreiben um im Alltag besser und gewissenhafter argumentieren zu können sind von unschätzbarem Wert. Ein „Handwerkszeug,“ einmalig aus der Geschichte der Menschheit und ihrer Unterdrückung heraus entstanden und bis heute hat es nichts an Aktualität verloren und so folge ich Lenin mit: „Lernen, Lernen, Lernen.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s