Allen Verleumdungen zum Trotz!

In den sozialen Netzwerken Rußlands findet man oft solche Wortmeldungen:CCCPÜbersetzung:

Noch einmal für diejenigen, die winseln, daß es in der UdSSR schlecht war: Ich hatte Arbeit in einem Fachberuf. Ich war per Gesetz als Staatsbürger geschützt. Ich konnte spätabends ruhig durch die Straße gehen. Meine Kinder wurden in der Schule zur Güte und Gerechtigkeit erzogen. Ich hatte Naturprodukte zu essen. Ich erhielt die Wohnung mietfrei. Auf der Straße gab es keine Obdachlosen. Ich habe nie erlebt, daß ich nicht wußte, wie ich die Familie hätte ernähren sollen. Die Miliz hat mich beschützt. Ich sah nie Drogensüchtige. Es gab keine Unzucht und Kinderschänderei. Als Neuigkeiten hörte ich nur von den Errungenschaften meines Landes. Die Lieder waren schön und gedankenreich. Um mich herum war Frieden und Aufrichtigkeit.  DAS WAR MEINE HEIMAT, IN DER ICH WIE EIN MENSCH LEBEN KONNTE! UND GERADE DARUM ERINNERE ICH MICH VOLLER LIEBE AN DIESES LEBEN. DIE ERINNERUNG DES MENSCHEN BEWAHRT NUR DAS BESTE LANGE AUF. UND DIE UdSSR WAR DAS BESTE IN MEINEM LEBEN!

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51 Antworten zu Allen Verleumdungen zum Trotz!

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Von der DDR könnte ich das gleiche sagen. Leider findet man solche Meinungsäußerungen in den heutigen bundesdeutschen Konzernmedien nicht, nicht deshalb, weil sie niemand schreiben würde, sondern weil sie nicht veröffentlicht werden würden. Aber Putin unterdrückt ja die Presse, wie ich dafür lesen darf.

    Ich glaube, es wird immer mehr Menschen bewusst, nicht nur im Russland von heute, was für ein menschliches Leben wir gelebt und was wir dafür erhalten haben. Und spricht man es aus, findet sich immer einer, der „ganz genau“ weiß, wie unterdrückt wir waren, weil das ja die BILD, die ZEIT, die FAZ, die taz und die Süddeutsche schreiben, ganz zu schweigen von Büchern, Filmen, Fernsehen und Rundfunk. Und auch das Zentralorgan der Linkspartei, das „Neue Deutschland“, möchte ich nicht unerwähnt lassen.

    • sascha313 schreibt:

      Die Zeit in der DDR war die beste Zeit meines Lebens!

      • Sascha Iwanow schreibt:

        Sascha, auch ich kann diesen Satz nur doppelt unterstreichen: Die Zeit in der DDR war, auch für mich, die beste Zeit meines Lebens, trotz aller Widersprüche.
        Und die gab es viele! Habe ich doch nicht die Augen verschlossen, vor der Entwicklung, die mit dem 20.Parteitag und der Umbenennung der ‘Stalinallee‘ und der Stadt ‘Stalinstadt‘ eingeleitet wurde und die, im Übrigen, von Kurt Gossweiler so treffend analysiert wurde.
        Zur realistischen Betrachtung der Historie des Sozialismus, im Allgemeinen, und der DDR, im Besonderen, gehört auch, dass wir die Augen nicht verschließen dürfen, vor der Entwicklung, die 1956 begann und 1989/91 endete – die Zeit des Chruschtschow‘schen Revisionismus und die Zeit des Modernen Revisionismus.
        Die Gründe warum die SED, nach dem Tod Walter Ulbrichts, den gleichen Weg ging wie die KPdSU, sind nebensächlich. Fakt bleibt, sie ging ihn mit und so war das Ende der UdSSR auch das Ende das gesamten Sozialistischen Lagers.
        Das sollten wir nicht vergessen (auch in Bezug zum heutigen Russland).
        Vergessen sollten wir aber auch nicht, das Russland, genauso wie China, ein imperialistisches Land ist und daher keine marxistisch-leninistische Friedenspolitik macht. Sie sind fortschrittlicher als alle anderen imperialistischen Länder; aber, dass waren alle Klassengesellschaften am Anfang ihrer Entwicklung auch.
        Wobei ich bei bei dem Artikel wäre.
        Natürlich ist die sozialistisch Zeit der Sowjetunion im Volk immer noch in sehr guter Erinnerung und natürlich erinnern sich viele daran (vor allen die Abgehängten) und natürlich schrieben viele an Zeitungen oder in Soziale Netzwerke – aber ändert das was an der Tatsache, dass Russland imperialistisch ist. Es ist fortschrittlicher, patriotischer, als die westlichen, imperialistischen Länder (die Unter der Knute der USA stehen) und auch toleranter, denn die russische Oligarchie weiß ganz genauso, wie man das russische Volk packen kann – mit Patriotismus und Glauben. Außerdem ist das russische Volk noch nicht so ‚verblödet‘ wie die Völker im Westen. Die Erinnerungen an die Zeit der Sowjetunion ist noch zu frisch, als das man sie, wie hier im Westen, klittern kann. Und so wird sie benutzt und eben nach und nach umgeschrieben – unmerklich. Ich erinnere nur an solche Aussagen von Putin zur Oktoberrevolution vor Zionisten, über Lenin und die Enthüllung eines Denkmal für die „Opfer des Stalinismus“.
        Kann sein, dass das kalkulierte Politik ist, kann aber auch sein, dass hier die Ideologie der herrschenden Klasse vertreten wird.

      • Valeri Maser schreibt:

        Meine beste Zeit UdSSR.

      • sascha313 schreibt:

        Да, ты полностью права!

  2. Waltraud schreibt:

    Da gehe ich sogar mit, aber ich befürchte zukünftige Einwände unserer Enkel. „Die PS4, die Google-View-Brille und Facebook, Snapchat & Co waren die interessanteste Zeit unseres Lebens“

    • sascha313 schreibt:

      Hhm, Waltraut, da kannst Du recht haben. Interessant ist ja vieles. Nur ich fürchte, die jungen Soldaten, die damals auf Hitlers Geheiß in einem Stuka oder einem Panzer saßen oder die mit der MPi in ein polnisches Dorf einmarschierten, fanden das auch „interessant“ – allein der eigene Tod setzte dem ein Ende… oder das erlebte reale (!) Grauen bewog sie zur Flucht; einen Rückweg gab es damals auch nicht.

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Waltraud, ich glaube eher, dass sie sich an die Musik erinnern werden. Denn das Technische könnte so viel weiterentwickelt sein, dass sie darüber nur noch lächeln werden. Das habe ich als Kind bei meiner Oma erlebt: Im Grunde hatte sie alles vergessen, und ich glaube, sie verdrängte alles, was in den zwölf Jahren Faschismus geschehen war. Nur eines nicht: Die Lieder aus den Filmen wie „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, „Maske in Blau“ und Operettenmelodien. Da kannte sie sogar alle Texte!
      Und dann verglich sie die Musik, die im Jahre 1946/47 aus dem Radio kam, vorwiegend aus den USA, die natürlich sehr schlecht abschnitt, mit ihren schmalzigen Melodien, und dann war sie wieder jung. Meine Oma war eine ganz, ganz liebe Frau, aber wie die meisten Frauen dieser Zeit fürchterlich von meinem Opa unterdrückt mit seinem Herr-im-Hause-Standpunkt, politisch völlig ungebildet. Wie sowieso auch heute mein Eindruck ist, dass die entpolitisierte Jugend die Musik als eine Art Politik-Ersatz ansieht. Auf jeden Fall weniger gefährlich.

    • Pan Tau schreibt:

      das wiederum mag ich garnicht glauben ! Entweder macht sich diese Generation irgendwann überhaupt keine eigenen Gedanken mehr oder erwacht aus diesem digitalen Alptraum und besinnt sich wieder. So oder so, 14 Tage Ferienlager oder Jugendherberge kann KEINE PS4 ersetzen.

    • roro schreibt:

      Facebook ist, neben den anderen Sozinetzwerks, mit Abstand die größte Propagandamaschinerie der Welt. Nicht zuletzt deswegen weil FB direkt von EU Staaten wie z.B. von der BRD unterstützt und finanziert wird. Beispielsweise stellt die Merkeln Büroräume mietfrei zur Verfügung, als Gegenleistung dürfen FB Mitarbeiter sog. „Haßkommentare“ löschen — So die offizielle Darstellung.

      Schönen Sonntag

  3. Weber Johann schreibt:

    Es war nicht immer so. In meiner Lokalzeitung der „Passauer Neuen Presse“ vom 26. März 1946 stand folgender Bericht:

    Wie lebt man in der sowjetischen Zone?
    „Berlin. Ein Vertreter der DANA bereiste die sowjetische Besatzungszone. Er berichtet über die Lebensmittelsituation, daß die Bevölkerung in Thüringen rund 1500 Kalorien pro Tag erhält. Die Produktion der Industrie ist nicht einmal annähernd normal. Die Russen verwenden einen ziemlich großen Prozentsatz der industriellen Erzeugung für sich, was sie auch offen und frei zugeben. Die Verfügung über die gesamte Produktion steht unter Kontrolle und nichts kann ohne Bewilligung der Militärregierung verkauft werden. Viel geht nach Rußland auf Reparationskonto, anscheinend auf Grund eines sorgfältig im Berliner Hauptquartier ausgearbeiteten Planes. Viele Fabriken werden, gemäß dem Potsdamer Übereinkommen, als Reparationsleistungen von den Russen übernommen. Es verlautet, daß der Befehl erteilt wurde, Reparations-beschlagnahmungen Ende April einzustellen. Zeitungen, Radio, Plakate und Lautsprecher in den Straßen plädieren für den Zusammenschluß von Sozialisten und Kommunisten. Die Vereinigung der beiden Parteien ist beinahe schon Tatsache. Es fehlen nur noch einige wenige Formalitäten, um dieser „politischen Heirat“ öffentliche Anerkennung zu verschaffen. Die Säuberung des öffentlichen Lebens von Kriegsverbrechern und aktiven Nazis ist fast hundertprozentig durchgeführt. Die Säuberungsaktion hinsichtlich Mitläufer liegt zur Gänze in deutschen Händen. In Fabriken wird die Säuberungsaktion von den Arbeitern vorgenommen. In Städten und Gemeinden durch besondere Komitees. Die allgemeine Haltung ist die, einem ehemaligen Nazi, der sich nicht aktiv für die Partei betätigt hat, zu gestatten, seinen alten Posten weiter zu behalten, wenn er beweist, daß er willig ist, volle Arbeit zu leisten. Die Leute auf den Straßen sind im Durchschnitt so gut angezogen wie in anderen Teilen Deutschlands und die Mädchen scheinen über genügend Strümpfe zu verfügen. Schulkinder tragen warme Kleidung, manche freilich sorgfältig geflickt und ausgebessert.“
    http://www.pnp.de/historisches-archiv?tei=L2RlL2ZzMS9jYWxlbmRhci8xOTQ2LTAzLTI2LmFsbC9ic2IwMDAzOTcxNl8wMDA4Ny5odG1s

    Mit dem ersten Parteitag der SPD am 8.-11. Mai 1946 startete der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher die menschenverachtende Hetze gegen die Menschen in der UDSSR und den Menschen in der Ostzone/DDR in einem Maße, der beim Lesen seiner Rede unweigerlich an Goebbels erinnert wird. Schumacher übertraf sogar Adenauer und Strauß, wenn es darum ging, Hetze gegen die Menschen in der UDSSR und Ostzone/DDR zu betreiben.

    Hier zwei Beispiele, aus dieser Schumacher-Rede (beachte, so sprach ein sogenannter „Arbeiterführer“ ein Jahr nach der Befreiung):
    · „Wir haben in den Westzonen erhebliche Teile der alten politischen Klassen, und wir haben in der Ostzone ein Bild der Klassen der neureichen Profiteure der politischen Situation genauso wie im Dritten Reich. Wir haben dort das Bild, daß Beamte Kommunisten, und Kommunisten Beamte sind, trotzdem beide dazu nicht tauglich waren, wir haben das Bild einer Fäulnis und Korruption wie im Dritten Reich.“
    · „Der neue Nationalismus, wie er heute aus dem Osten zu uns herüber drängt, findet seinen stärksten Ausdruck bei den vereinigten Kommunisten, die sich jetzt Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, SED, nennen. Ich brauche Ihnen die Entstehungsgeschichte dieser Partei nicht zu schildern. Sie werden es mir ersparen, gegen die Überläufer zu polemisieren. Ich will aber ein Wort des menschlichen Verständnisses für die Hunderttausende draußen in der Zone sagen.“

    • sascha313 schreibt:

      Ich las gerade heute ein Interview eines bücherschreibenden „Sozial- und Politikwissenschaftlers“ (wie er sich nennt). Das Gequatsche dieses Mannes war derart von tiefem Pessimismus und Geschichtsnihilismus durchdrungen, daß es einen gruselt. Natürlich sind die Warnungen vor der „interessengeleitete Ignoranz und Niedertracht der Eliten“, vor dem „nekrophilen Kapitalismus“, der „marktradikal transformierten Scheindemokratie“ usw. usf. nicht unberechtigt, und selbst wenn man dafür so ein schönes Wort erfindet, wie „Dystopie“ – ein Ausweg ist DAS nicht! Er meint eben: „Wir brauchen intelligente, aufgeschlossene, entschlossene und zähe Menschen. Menschen, die über Organisationsfähigkeiten verfügen und Strukturen aufbauen können und auch klandestin zu arbeiten in der Lage sind.“ Ja, was denn? Neue „Eliten“ etwa? Und ganz und gar witzig wird es, wenn dieser „Wissenschaftler“ mittels eines angeblichen Marxisten, wie Robert Kurz, vor dem Kasernenhofsozialismus warnt. Das hört sich zwar ein bißchen intelligent an, ist aber unrealistisch und unwissenschaftlich. Es verleitet zu noch mehr Resignation und Lethargie.

      Um zurückzugehen zu den Grundlagen – jeder, der nur halbwegs mit Verstand begabt ist und über ein Mindestmaß an Wissen verfügt, der wird sich zunächst darüber Gedanken machen (müssen), welches die materiellen Bedingungen sind, unter denen wir leben. Und er wird (gleich Engels) zu dem Schluß kommen:

      „Für den schließlichen Sieg der im ,Manifest‘ aufgestellten Sätze verließ sich Marx einzig und allein auf die intellektuelle Entwicklung der Arbeiterklasse, wie sie aus der vereinigten Aktion und der Diskussion notwendig hervorgehn mußte. Die Ereignisse und Wechselfälle im Kampf gegen das Kapital, die Niederlagen noch mehr als die Erfolge, konnten nicht umhin, den Kämpfenden die Unzulänglichkeit ihrer bisherigen Allerweltsheilmittel klarzulegen und ihre Köpfe empfänglicher zu machen für eine gründliche Einsicht in die wahren Bedingungen der Arbeiteremanzipation. Und Marx hatte recht.“ (aus dem Vorwort zum Manifest der Kommunistischen Partei vom 1. Mai 1890) – und natürlich will die Bourgeoisie den Kommunisten (und schon gar den Arbeitern) die Fähigkeit absprechen, einen neuen Staat aufzubauen. Das ist nur allzu verständlich… sie meinen, die Arbeiter kämen ohne diese bürgerlichen „Fachleute“ gar nicht zurecht. Da kann man nur lachen! Und wie sie nach 1917 in Rußland und nach 1945 in der DDR zurechtkamen!

      Das Proletariat lernt sehr schnell, seine Macht zu gebrauchen. Die Ausbeuterklasse und das ganze kapital-bürokratische Gesindel wurde aus wichtigen Positionen entfernt: Johann schreibt es: „Die Säuberung des öffentlichen Lebens von Kriegsverbrechern und aktiven Nazis ist fast hundertprozentig durchgeführt.“ Das geht eben nicht ohne Gewalt!

  4. Henk Gerrits schreibt:

    Wunderschones artikel. Dank dafur sacha. wunsche ein shone tag.

  5. Ulrike Spurgat schreibt:

    Die, die im Nachkriegsdeutschland in der Bundesrepublik das Licht der Welt erblickten konnten sich dieses nicht aussuchen,leider möchte ich sagen.
    Es wäre doch eine von vielen Möglichkeiten, wenn die, die in der DDR gelebt haben konkret, direkt und auch persönlich von Zeit zu Zeit über den Alltag etwas erzählen, in Bezug nehmen auf Themen, die Heute im Land aktuell sind und die Gesellschaft als ganzes betreffen.Wie war der Alltag ?
    ES wird soviel geredet und wie Hanna schreibt sind die Schmierfinken munter am Werk die DDR als „Monster“ immer wieder in die Herzen und Köpfe der Menschen zu hämmern.
    Theorie und Praxis, so ungefähr. Ich hab einfach mal laut gedacht und das ist auch für die wichtig, die im Westen immer an eurer Seite, mit den Widersprüchen gestanden sind.
    Ich bin leider nur dreimal in der DDR zu Besuch gewesen und es hat mir wirklich gut getan und gefallen. Mal keine Anfeindungen, Kontrollen oder ablehnende Haltungen wegen der politischen Überzeugung und der ständigen Kämpfe und Auseinandersetzungen erfahren zu müssen.
    Die Mecklenburger Seen Platte war ein wunderschönes Naturerlebnis, wo die „Seele baumeln“ konnte.Wie liebgewordene Freunde wurden wir aufgenommen und verabschiedet.
    Begriffen habe ich, trotz Gossweiler und den Klassikern nie, dass die DDR aufgehört hat zu existieren. Ja, eine Einordnung klappt immer besser, aber verstehen ?
    Sicher habe ich verstanden, was alles geschehen ist. Wo ist die Stimme des Volkes gewesen ?
    Der Aufschrei, der Kampfeswille, dass Beste zu verteidigen, dass es gegeben hat in einem Land zu leben, wo der Mensch von Ausbeutung und Unterdrückung befreit war und wo Tausende in den Lagern gequält,gefoltert und ermordet wurden, um das mit zu bauen haben sie ihr Leben, das wertvollste, was wir haben, gegeben. Ich mag nicht denken, dass es leichtfertig gewesen sein soll dass die DDR nicht weiter als funktionierender, friedlicher Staat existieren hätte können.
    Vielleicht sind das auch olle Kamellen, aber diese Fragen werden auch immer wieder gestellt.
    Man muss sehr, sehr gut informiert sein und immer wieder werden. Sicher müssen noch Wissen Lücken geschlossen werden.
    Danke, Sascha.

  6. sascha313 schreibt:

    Naja, Ulrike. Die gewachsene Arglosigkeit in der DDR, das über Jahre hinweg aufgebaute Vertrauen zu den Menschen, die (bis zuletzt nicht sterbende) Hoffnung („alles wird gut!“), das Nicht-ahnen-können der gewissenlosen, heimtückischen Vorgänge hinter den verschlossenen Türen der sowjetischen Konterrevolution, die brutale, doch unauffällige Wühlarbeit des Klassenfeindes (im Inneren der DDR, wie von außen) – alles das waren Faktoren, die eine elementare Vorsicht vergessen ließen und alle fast Warnungen in den Wind schlugen…

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Das sehe ich anders, Sascha: Arglos war zum Beispiel meiner Ansicht nach Honecker überhaupt nicht. Ihm waren nur die Hände gebunden. Und er machte sich selbst Mut, indem er noch im Frühjahr 1989 im ND so einen dickgedruckten Titel schreiben ließ: „Das Volk der DDR steht hinter der Partei der Arbeiterklasse!“ Da gab es bereits die Flucht über Ungarn. Sie wollten es nicht wahrhaben, dass die Sowjetunion die DDR einfach so an den Westen verkaufen würde gegen harte Dollars. Das war unmöglich vorstellbar, bei aller konterrevolutionärer Entwicklung in der Sowjetunion seit Gorbatschow, aber es kursierten schon 1987 Pläne des Westens in den höheren Etagen, die genau diese Entwicklung vorschrieben, wie sie dann geschah. Und wir wissen doch noch, in welch nationalistischer Besoffenheit sich ein sehr großer Teil der Bevölkerung befand. Ich würde nicht von Arglosigkeit reden, sondern von entsetzlichen Nachlässigkeiten, was die politische Bildung der DDR-Bürger anging, als nun auch es wirtschaftlich nicht besonders um die DDR stand. Honecker soll einmal gesagt haben im Zusammenhang mit „Wiedervereinigung“: „Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Deutschen gegen ihre eigenen Interessen entscheiden.“

      • sascha313 schreibt:

        Honecker, Keßler, Mielke und viele andere waren sicher nicht arglos. So dumm waren die nicht! Von denen ist auch nicht die Rede. – Besoffenheit ist das richtige Wort.

      • Sascha Iwanow schreibt:

        Hanna, ich muss leider deinen Satz korrigieren. Du schreibst:
        „Das war unmöglich vorstellbar, bei aller konterrevolutionärer Entwicklung in der Sowjetunion seit Gorbatschow, aber es kursierten schon 1987 Pläne des Westens in den höheren Etagen, die genau diese Entwicklung vorschrieben, wie sie dann geschah.“

        Dieser Satz ist so nicht richtig. Er müsste so lauten:
        Das war unmöglich vorstellbar, bei aller konterrevolutionärer Entwicklung in der Sowjetunion seit Chruschtschow (nach dem XX. Parteitag), aber es kursierten schon vor 1953 Pläne des Westens in den höheren Etagen, die genau diese Entwicklung vorschrieben, wie sie dann geschah. Gorbatschow und Konsorten waren nur das Ende einer lagen Entwicklung – lies Kurt Gossweiler.

        Wir müssen begreifen, dass der Revisionismus in der UdSSR, seit dem XX. Parteitag, auch die Politik der DDR-Regierung beeinflusst hat (wie in allen soz. Länder) und, dass die DDR-Regierung keinen Spielraum hatte eine andere Politik zu machen. In der DDR gab es auch Revisionisten, aber viele waren es gezwungenermaßen. Ansonsten hast du Recht mit deinem Kommentar.

      • roro schreibt:

        Die Meinung, daß das Volk der DDR die sogenannte Wende herbeigeführt hat, ist nicht nur völlig falsch sondern auch das Ergebnis westlicher Propaganda.

        Schöne Grüße

      • sascha313 schreibt:

        Davon bin ich auch überzeugt. Doch man wird uns anhand der Bilder, die medienwirksam solche „Massenszenen“ zeigen, immer beweisen wollen, daß es „Merheiten“ waren, die da angeblich „mit den Füßen abgestimmt“ hätten. Heute ist es nicht anders mit den „Massenszenen“ – es ist inszeniert!

  7. Rolf schreibt:

    Ja richtig, so ähnlich könnte man es nennen:
    – politische Leichtfertigkeit
    – wirtschaftliche Besoffenheit
    und die Abhängigkeit vom konterrevolutionären „Großen Bruder“.

  8. sischramme schreibt:

    Danke Sascha, für den Artikel. Der Sozialismus muss sich das nächste Mal nicht nur militärisch schützen. Ich habe gern in der DDR gelernt, gearbeitet und gelebt.

    • Tja, “leider“ hast du recht!

      In der gesamten “Militärgeschichte“ aller Kulturen, Religionen und Philosophien wurde und wird GELEHRT, dass der Feind/Gegner zum Kampf oder Widerstand unfähig gemacht werden muss!

      Wir sehen es dem “untergegangenen“ Sozialismus nach, dass er es bis auf Lenin, Stalin, Mao und wenigen anderen nicht erkannt hat, dass so grausam Krieg auch ist, von einem rein materiellen Standpunkt
      die Tötung — JA AUCH der Tyrannenmord — eines Hitlers – und alles, was als Pseudonym für ihn steht: Faschismus, Zionismus, Rassismus, Religion usw. ERFORDERLICH macht, wenn sie nicht festgesetzt werden können.

      ***Unsere ewig “friedensbewegten“ Menschen glauben jedoch an das “Übersinnliche“ und meinen “Tyrannenmord“ = Mord : Das geht schon mal gar nicht: ***Auch der Tyrann wurde schließlich als Obrigkeit von Gott eingesetzt!

  9. Henk Gerrits schreibt:

    Die hofnung auf ein neue DDR ist doch nicht unmoglich ? iehr must eine neue Marxistisch Leninistische partei grunden.Stalinistisch gefuhrt.warum nicht ?

    • sascha313 schreibt:

      Sicher. Doch solange die Arbeiterklasse (die Lohnabhängigen) sich nicht gegen die heutigen Zustände wehren, braucht man auch über eine Änderung nicht zu phantasieren.

  10. Weber schreibt:

    Das Verhältnis großer Teile in der Sowjetzone zu den sowjetischen Soldaten war angespannt. Aus diesem Grund fand im November 1948 und im Januar 1949 eine öffentliche Diskussion statt. Thema: „Über die Russen“. Auf der Veranstaltung im Januar 1949 sprach Hauptmann Tregubow.
    Er sagte zu den Zuhörern folgendes:

    Hauptmann Tregubow: Meine Damen und Herren! Zu der heutigen Diskussion über die „Russen und wir“ möchte ich von meinem Standpunkt aus Stellung nehmen. Ich möchte heute zu Ihnen als einer derjenigen Nation sprechen, die heute auf der Tagesordnung zur Diskussion steht. Aber ich möchte das Thema von einer anderen Perspektive aus behandeln, und zwar möchte ich es so formulieren: Über die Deutschen und uns. (Heiterkeit, Beifall). Ich hoffe, daß Sie mir das gestatten.

    Wie ich aus der Diskussion ersehe, ist die Problemstellung für Sie erst im Mai 1945 entstanden. Für uns aber ist das Problem „Deutsche und wir“ viel früher entstanden, und zwar am 22. Juni 1941 (lebhafter Beifall), als Hitlerdeutschland wortbrüchig die Völker der Sowjetunion überfiel. Tatsächlich, wenn Sie wollen, entstand das Problem für uns noch früher, nämlich an dem Tage, als auf dem Opernplatz in Berlin die Bücherverbrennungen stattfanden, als Thomas Mann, Gorki, Marx, Lenin den Flammen zum Opfer fielen, ja überhaupt seit dem Tage der Machtergreifung der Hitleristen.

    Wir verurteilen die hitlerische Machtergreifung nicht nur als eine Kampfansage an die deutsche Demokratie, sondern als eine Kampfansage an alle freien demokratischen Länder und vor allen Dingen an die fortschrittlichste Demokratie der Welt, an die Sowjetunion und ihre freien Völker.

    Meine Damen und Herren! Ich bin in der Sowjetarmee seit dem 22. Juni 1941 und weiß sehr gut, welche Gedanken die russischen Soldaten und Offizier am Tage des Überfalls hatten. Jeder von uns wußte daß der Hitlerismus alle demokratischen Kräfte Deutschlands zerschlug. Aber jeder von uns glaubte, daß die Arbeiter und Bauern Deutschlands doch nicht gegen die Macht der Arbeiter und Bauern Sowjetunion kämpfen werden. (sehr gut)

    Mich, den einfachen Soldaten der Roten Armee von 1941, haben die deutschen Arbeiter und Bauern sehr enttäuscht. Nehmen Sie mir das nicht übel! Sie haben mich gezwungen, vier Jahre hindurch ununterbrochen die Waffe nicht aus der Hand zu legen. Vier Jahr lang und noch dauerte der grausame Krieg, der durch den deutschen Hitlerismus entfesselt war. Vier Jahre lang fluß das Blut von Millionen sowjetischer Menschen. Vier Jahre lang und noch heute weinten und beklagten Millionen russischer Frauen ihre Männer, Brüder und Kinder. Kein Land, welche von den Hitlerhorden überfallen wurde, hat so große Verluste gehabt wie meine Heimat und mein Volk.[…]

    Entnommen aus dem Büchlein „Über „Die Russen“ und über uns“. Diskussion über ein brennendes Thema. Herausgeber: Verlag Kultur und Fortschritt im Auftrage der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion Groß-Berlin

    Über den Inhalt der Aussage von Hauptmann Tregubow sollte ernsthaft nachgedacht werden, wenn man an die deutsche Arbeiterklasse Erwartungen anstellt.

    • sascha313 schreibt:

      Eine bedeutsame Rede! Die Sowjetbürger hätten nach all den Verbrechen, die da geschehen sind, allen Grund gehabt, die Deutschen zu hassen und Rache zu übern. Sie haben es nicht getan. Ihnen und Lenin und Stalin haben wir DDR-Bürger unser Leben und unser Glück zu verdanekn, daß wir in Frieden in der DDR aufwachsen durften…

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    Tag der Befreiung

    Der achte Mai – kein Tag wie jeder Tag.
    Ich war ein Kind, da war der Krieg am Ende.
    Die Stille dröhnte wie ein Hammerschlag,
    viel Hoffen nun, dass man die Lieben fände.

    Berlin ein Leichenfeld. So schwarz der Rauch.
    Ich weiß noch, dass da auch die Spatzen schwiegen.
    Der Tag war schön, ein warmer Frühlingshauch,
    als stumm-erschöpft wir über Trümmer stiegen.

    Der Russe wird sich rächen, hieß es bald:
    Ich sah die Rotarmisten Brot verteilen.
    Die Menschen drängten sich auf dem Asphalt,
    im Arm das Brot – so sah ich sie enteilen.

    Inzwischen ist so viel mit uns geschehen.
    Und wer weiß noch, was damals wirklich war?
    Dem Tode konnten wir noch mal entgehen –
    das ist so vielen Menschen nicht mehr klar.

    Und wieder haben wir den achten Mai,
    den Tag, der die Befreiung, Leben brachte,
    das Ende aller Furcht und Barbarei,
    den Tag, an dem sogar die Sonne lachte.

  12. roro schreibt:

    Die Falschmeldungen der Tagesschau:
    Wurden gestern offensichtlich in einer Berichterstattung über Rumänien. Angeblich seien über 200 T Rumänen aus dem Ausland angereist um gegen die dortige Regierung zu demonstrieren. Das ist natürlich völliger Blödsinn.
    Interessant jedoch war ein großes Plakat was plötzlich durch die Kamera ging: Es zeigte Marx, Engels und Lenin — Eine gute Nachricht!!!!
    Die weiteren verwirrenden Kommentare zu dieser Demo in Bukarest kann ich gar nicht wiedergeben, soviel Müll auf einmal kann ich mir leider nicht merken.
    In Fakt richtete sich die gestrige Demonstration in Bukarest gegen das kapitalistische Kartell der EU und gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Und: Es war nicht die erste DEMO dieser Art und wird auch nicht die Letzte sein.

    Was das nun mit Russland zu tun hat: Dieselben Plakate werde dort auch rumgetragen, auch Stalin ist da drauf. Und es sind nicht nur die Alten die das tun.

    Schöne Grüße

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha Iwanow, natürlich ist es richtig, dass die Konterrevolution im Regierungsamt mit Chruschtschow geschah. Aber ich habe mich speziell auf die Entwicklung in der Sowjetunion seit 1985 konzentriert. In einem aber würde ich dir nicht ganz recht geben, nämlich: Honecker war kein Ulbricht, er wurde von Breshnew eingesetzt, und das verstärkte natürlich nicht nur seine Abhängigkeit ganz persönlich. Aber ich denke, auch für ihn war es nicht vorstellbar, Front gegen die Sowjetunion zu machen, als die letzte Phase der Konterrevolution einsetzte. Insider wussten, es war nicht zu übersehen, dass er sich innerlich nach und nach von der Sowjetunion absetzte, was er natürlich nicht öffentlich tun konnte. Von ihm ist bekannt, dass er mit Blick auf die Demos der Zarenanhänger und die Hofierung der orthodoxen Kirche sowie die gesamten konterrevolutionären Geschehnissen sagte: „Das will ich für die DDR nicht!“ Und das, obwohl auch er bereits vom konterrevolutionären Virus beeinflusst worden war – ganz im Gegensatz zu Walter Ulbricht. Und was sich dann im Politbüro tat, ist ja auch bekannt durch das Buch von Strelitz/Kessler. Wollt ich nur noch anfügen, ich will nicht missverstanden werden.

  14. Rolf schreibt:

    Danke für diesen Satz: „Mich, den einfachen Soldaten der Roten Armee von 1941, haben die deutschen Arbeiter und Bauern sehr enttäuscht.“
    Das ist genau das, was die heutige Situation auch wieder zeigt.
    in jedem Betrieb bei jeden Arbeitern, Ausgebeuteten und Geknechteten – Es fehlt die Einigkeit – die Geschlossenheit.
    Jeder sieht nur nach seinem Recht, Glück und Wohlergehen – die ANDEREN kann es ruhig erwischen. So lange ich nicht „Am Arsch“ gefasst werde …
    Da gab es ja auch noch so ein schönes Gedicht …

  15. Ulrike Spurgat schreibt:

    Danke für die vielen Informationen und ich kann euch gar nicht sagen von welcher Wichtigkeit es ist hier bei euch immer wieder fündig zu werden um den Alltag im Land in den Gesprächen mit Substanz, Humor, echtem Wissen und Standpunkt begegnen zu können.
    Sascha, Hanna, Rolf und Weber und ALLE, die jetzt nicht namentlich erwähnt tragen wesentlich dazu bei weiter zu machen, weil man nicht mehr so ganz alleine ist in einem Land, wo Millionen Menschen ums tägliche Überleben kämpfen und leider auch die Orientierung ein Stück verloren haben. Diese wichtige Seite trägt in erheblicher Weise dazu bei, vermeintlich verloren gegangenes wieder zu finden.

  16. Reinhardt Koblischke schreibt:

    Ich bin nicht zum ersten Mal auf dieser Seite und stimme mit Ulrike Sp. hinsichtlich des Wertes der Informationen überein. Was mich bei fast allen Kommentaren stört ist, die fast völlige Unterlassung von dringend notwendiger Kritik an meinem Heimatland (DDR) und der Sowjetunion einschließlich der Partei-und Staatsführung dieser Länder. Leider gibt es diese einseitige Darstellung in Büchern über das Leben in der DDR. In dieser Hinsicht sind wir nicht besser als die Lobpreiser des Kapitalismus. Kurz zwei Anmerkungen zu mir: Ich bin 68 Jahre alt und ein echtes „Kind“ der DDR. Freunde nennen mich „Genosse ohne Parteibuch“. Da haben sie mich zutreffend charakterisiert.

    • sascha313 schreibt:

      In einem aufsehenerregenden Artikel, der am 19. November 1948 im „Neuen Deutschland“ erschienen war, hatte Rudolf Herrnstadt zu der Frage Stellung genommen, woher der Russenhaß denn käme. Und er beantwortete die an ihn gestellte Frage: „Sie verteidigen also alles hinsichtlich der Sowjetunion?“ mit „Jawohl, alles – prinzipiell alles.“ und er legte noch einmal nach: „Alles, alles, alles.“ – Herrnstadt kannte sehr wohl die Verhältnisse in der Sowjetunion und er wußte auch ganz genau, wie die Deutschen sich bei ihrem Überfall und während der Besatzung in diesem Land verhalten hatten.

      Ebenso wußte er sehr gut, wie sich die deutsche Arbeiterklasse in Bezug auf die Sowjetunion und gegenüber den Nazis verhalten hatte. Herrnstadt schrieb: „…erst die zulängliche Teilnahme am eigenen Klassenkampf schafft jede Einsicht in die Zusammenhänge, jene Erfahrung und Bereitschaft, die uns die Möglichkeit geben, uns in der Welt zu orientieren.“

      Und um es deutlich zu sagen: Weder der Klassenkampf der deutschen Arbeiterklasse gegen den Faschismus noch der Klassenkampf der Arbeiterklasse in der DDR gegen die Konterrevolution erfüllten diese Bedingung. Ganz im Gegensatz zum Verhalten der Sowjetmenschen während des Großen Vaterländischen Krieges. Hauptmann Tregubow brachte es auf den Punkt. Er sagte: „Mich, den einfachen Soldaten der Roten Armee von 1941, haben die deutschen Arbeiter und Bauern sehr enttäuscht.“

      Gut, die DDR bis 1989 ist nicht zu vergleichen mit der Sowjetunion bis zur Ermordung Stalins – dennoch: auch wir lebten im Sozialismus. Deshalb, und nur deshalb muß man sagen: Der Sozialismus ist vorbe-haltlos zu verteidigen! Auch wenn wir nach dem Verrat der UdSSR durch die Chruschtschowisten und der Preisgabe der DDR durch die Konterrevolution sehr scharfe Kritik üben müßten, aber nicht an der DDR, sondern an ihren Verrätern und der Duldung dieses Verrats.

    • Für eine Selbstkritik oder Kritik an der DDR ist es zu spät. Raten kann man nur — falls der Sozialismus erneut obsiegt — aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

      “Die Partei geht zugrunde, wenn sie ihre Fehler verheimlicht, wunde Punkte vertuscht, ihre Unzulänglichkeiten bemäntelt, indem sie ein falsches Bild wohlgeordneter Zustände zur Schau stellt, wenn sie keine Kritik und Selbstkritik duldet, sich von dem Gefühl der Selbstzufriedenheit durchdringen läßt, sich dem Gefühl der Selbstgefälligkeit hingibt und auf ihren Lorbeeren auszuruhen beginnt.“ – Josef Stalin, Über die Mängel der Parteiarbeit, 1937; zitiert nach: Geschichte der kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), S. 445

      Die Schlußfolgerungen in diesem wichtigen Werk, sollte jeder Kommunist kennen und studieren und sich bewußt machen und sein Bewußtsein damit häufig und regelmäßig erfirschen.
      Dies ist eine Übung, die von der “Avantgarde“ aller Philosophien und Religionen, täglich betrieben wird und sich über die letzten Jahrtausende bewährt hat und wodurch die “erfolgreichen“ Philosophien und Religionen — so falsch und verkehrt ihre grundsätzlichen Vorstellungen über die Welt und den Menschen, das Leben und den Tod auch sein mögen — sich ihren Erhalt gesichert haben. „Was sie lehren, das tut – folgt aber nicht ihrem schlechten Vorbild.“ – “jesus“

    • roro schreibt:

      Hi Reinhardt,
      es gab tatsächlich eine Zeit, in welcher die Vereinigung KPD+SPD als großer Fehler bezeichnet wurde. Damit meine ich nicht nur den Herbert Wehner sondern auch Genossen der KPD und spätere SED Genossen selbst. Alexander Abusch nannte sein Hauptwerk zum Thema Faschismus „Der Irrweg einer Nation“, er hätte es genausogut „Der Irrweg einer Partei — Die SPD“ nennen können.

      Wie man sich als Kommunist mit einer solchen Partei (SPD) vereinigen konnte ist, mit der Kenntnis der Geschichte der Entartung dieser Partei äußerst fragwürdig. Das sagte auch mein ehemaliger ML Lehrer aus Karl-Marx-Stadt den ich als einstiges Mitglied des Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) sehr zu schätzen wusste.

      Auf Deutsch gesagt, mit der SPD steckte der Verrat von Anfang an in der SED. Das ist bis heute mein Standpunkt und auch der Grund warum ich nicht in die SED eingetreten bin.
      MfG

      PS: „[Das SED-Experiment] wird fürchterlich enden, mit einem moralischen Katzenjammer und einer sittlichen Vernichtung derer, die einmal aus ehrlichen Absichten kommunistische oder sozialistische Vorstellungen solcher Art zu realisieren versucht haben.“
      (Herbert Wehner, 1964)

      • sascha313 schreibt:

        Muß man dazu ausgerechnet einen Wehner zitieren, der als Denunziant und Geheimdienstagent bekannt wurde? Typisch für einen Antikommunisten ist auch, die Gründung der SED als „Experiment“ zu bezeichnen. (…und ohne Quellenangabe ist so ein Zitat auch nichts wert.)

        Es wäre falsch, der SED mit der SPD den Verrat anzuhängen. War dann Otto Grotewohl auch ein Verräter? Für viele ehrliche Genossen beider Parteien war die Vereinigung beider Parteien ein langgehegtes Bedürfnis, das mit übergroßer Mehrheit begeistert begrüßt wurde.

        Das als Grund für einen Nichteintritt in die SED vorzuhalten, wäre damals wohl nicht ganz zu Unrecht als Abkehr vom Aufbau des Sozialismus angesehen worden.

      • roro schreibt:

        Hallo Sascha,
        Natürlich werden wir nie erfahren wie Wehner das Obenstehende meinte. Aber im Prinzip sagt er damit genau das, was mein Bekannter vom NKFD auch gesagt hat: Daß es eben falsch ist, sich mit einer Partei zu verbünden die am Hitlerismus eine erhebliche Schuld hat. Sicher kann man einzelne SPD Genossen in eine Partei neuen Typus aufnehmen genauso wie ehemalige Theologen. Aber eben nicht die ganze Kirche und auch nicht die ganze Partei.

        Und Bitte hier keine Wortverdrehungen, das Otto Grotewohl ein Verräter gewesen sei, habe ich hier nirgendwo behauptet! Die Wehner Zitate findest Du mit jeder Suchmaschine.

        Schöne Grüße.

  17. Weber Johann schreibt:

    Sascha, zu Deinen Worten: Muß man dazu ausgerechnet einen Wehner zitieren, der als Denunziant und Geheimdienstagent bekannt wurde?

    Alles offiziell nachweisbar. In der Bundestagssitzung vom 25. Februar 1953 stellte der KPD-Abgeordnete Oskar Müller von der KPD Wehner bloß. Näheres hier:

    Gestapo-Agent und SPD-Führer Herbert Wehner
    Zu den aggressivsten Kriegshetzern und Verfechtern der amerikanischen Kriegspolitik gehört das Vorstandsmitglied der SPD, Bundestagsabgeordneter Herbert Wehner. Der Abg. Oskar Müller (KPD) entlarvte in der 250. Sitzung des Bundestags, wer dieser Mann ist und welche Rolle er in der Vergangenheit gespielt hat. Nachstehend ein Protokollauszug:

    „Ich denke, daß sich die Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion doch wohl darüber im klaren sein müßten, was es bedeutet, wenn ein Mann, der nicht wegen politischer Differenzen, sondern wegen schwerwiegend ehrenrührigen Verhaltens aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden ist

    (Zuruf von der SPD: Sie sind ein Lump! – Weitere erregte Zurufe von der SPD)

    immer wieder den Versuch machen muß, durch eine solche aggressive Art und Weise des Auftretens gegen die Kommunisten zu zeigen, wer er ist.

    (Fortgesetzte Zurufe von der SPD)

    Ich denke, wir sollten eine sachliche Form der Auseinandersetzung mit sachlichen Argumenten wählen und nicht diese Form.

    (Anhaltende Zurufe von der SPD)

    Vizepräsident Dr. Schmid: Herr Abgeordneter Müller, bekennen Sie sich zu dem Vorwurf, daß der Abgeordnete Wehner eines ehrenrührigen Verhaltens schuldig ist?

    Müller (Frankfurt) (KPD): Aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen wurde, habe ich gesagt.

    Vizepräsident Dr. Schmid: Ich frage Sie, ob Sie sich zu diesem Vorwurf bekennen.

    Müller (Frankfurt) (KPD): Ich habe gesagt, daß er wegen ehrenrührigen Verhaltens aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden sei.

    Vizepräsident Dr. Schmid: Bekennen Sie sich selbst nicht zu diesem Vorwurf?

    Müller (Frankfurt) (KPD): Doch, selbstverständlich!

    Vizepräsident Dr. Schmid: Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf.

    (Erregte Zurufe von der KPD)
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btp/01/01250.pdf – ab Seite 11980

    ————————————————————————————-
    Der Bundestagsabgeordnete Oskar Müller (KPD) erhob Einspruch gegen diesen Ordnungsruf mit folgendem Schreiben an den Präsidenten des Bundestags Dr. Ehlers (CDU):

    „Sehr geehrter Herr Präsident!
    Ich lege hiermit Einspruch ein gegen den Ordnungsruf, der mir in der Plenarsitzung vom 25. Februar 1953 durch den Vizepräsidenten des Bundestags, Herrn Dr. Carlo Schmid, erteilt worden ist. Ich habe in der Sitzung gesagt, daß der Bundestagsabgeordnete Herbert Wehner nicht wegen politischer Differenzen, sondern wegen schwerwiegenden ehrenrührigen Verhaltens aus der Kommunistischen Partei Deutschlands ausgeschlossen worden ist.

    Herr Vizepräsident Dr. Schmid hat mir daraufhin einen Ordnungsruf erteilt, der unberechtigt ist.

    Herr Wehner ist am 6. April 1942 wegen Feigheit und Denunziantentums aus der Kommunistischen Partei Deutschlands ausgeschlossen worden. Die dokumentarisch belegten Tatsachen, die zu seiner Ausstoßung aus der KPD geführt haben, sind in ihren Grundzügen bereits mehrfach der Öffentlichkeit unterbreitet worden. Wehner war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPD. In dieser Körperschaft war der Beschluß gefaßt worden, daß Wehner zu illegaler antifaschistischer Arbeit nach Hitler-Deutschland gehen soll. Wehner hat an dieser Beschlußfassung persönlich mitgewirkt. Er fälschte diesen klaren Beschluß der Partei um in eine ,Disposition‘, wonach die übrigen, gleichzeitig und zusammen mit ihm für diese Arbeit bestimmten Parteimitglieder nach Deutschland gehen sollen, er aber in Stockholm verbleiben müsse, um von dort aus die Arbeit der ins Land Gegangenen zuleiten. Daraufhin wurde er erneut auf den klaren und eindeutigen Beschluß hingewiesen, daß auch er selber persönlich nach Hitler-Deutschland zu gehen habe. Wehner hatte sich an diesen Beschluß nicht gehalten.

    Unter den Antifaschisten, die Wehner ins Land geschickt hatte, befand sich auch ein gewisser W. In die Wohnung der Frau dieses W. begab sich dann Wehner, obwohl er ausdrücklich vor dem Betreten dieser Wohnung gewarnt worden war, weil dieselbe von der schwedischen politischen Polizei überwacht worden war. Prompt erreichte Wehner das von ihm gewollte Ziel. Vier Tage später ließ er sich nachts aus dieser Wohnung heraus verhaften. Trotzdem allgemein unter den in Schweden sich aufhaltenden deutschen Antifaschisten bekannt war, daß die schwedische politische Polizei mit der Gestapo zusammenarbeitete und alle ihr zugehenden Informationen über die Tätigkeit der deutschen politischen Flüchtlinge gegen den Hitler-Faschismus der Gestapo zuleitete, machte Wehner im Gefängnis schriftliche Aussagen. Er schrieb alles auf, was er wußte, welche Genossen er selbst ins Land geschickt hatte, ihre Decknamen, die Wege, auf denen sie ins Land gegangen waren, ihre Anlaufstellen, ihre Deckadressen, die Namen der schwedischen Schiffe, an deren Bord sie gegangen waren, die Namen der schwedischen Matrosen, die ihnen dabei geholfen hatten, die holländischen Häfen, in denen sie angelaufen waren, die Arbeitsmethoden des illegalen Apparats in Hitler-Deutschland.

    Und die Folgen: Zahlreiche schwedische Seeleute, die den deutschen Antifaschisten geholfen hatten, sind verhaftet worden. Alle von ihm – Wehner – ins Land geschickten Antifaschisten wurden von der Gestapo verhaftet. Der von Wehner ins Land geschickte Antifaschfst Jakob Welter kam vor ein Sondergericht und wurde hingerichtet.

    Schwedische sozialdemokratische und andere Parlamentarier, die die Hintergründe der Sache nicht kannten, traten an den Rechtsanwalt und sozialdemokratischen Parlamentsabgeordneten Branting, den Sohn des vormaligen schwedischen Außenministers Branting, mit dem Vorschlag heran, die Verteidigung des verhafteten Wehner zu übernehmen. Branting ging zu Wehner in die Zelle, kam nach einer Stunde zurück und erklärte; Das ist kein Kommunist, das ist kein Antifaschist, das ist ein Provokateur und Verräter. Ich muß es ablehnen, ihn zu verteidigen.

    ln genauer Kenntnis dieser Feststellung Brantings und des ganzen Tatbestandes hat die KPD Wehner wegen Feigheit und bewiesenen Denunziantentums aus ihren Reihen ausgestoßen.

    Wehner benötigte bezeichnenderweise gar keinen Verteidiger. Im Gegensatz zu allen anderen von der schwedischen politischen Polizei verhafteten deutschen Antifaschisten wurde er nach Intervention, einer fremden Botschaft sehr bald wieder freigelassen und bekam in Schweden einen Wohnsitz angewiesen, an dem er ungestört und unbehelligt leben konnte.

    Nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes mußten Hunderte deutscher Emigranten oft noch jahrelang warten, ehe sie die Erlaubnis erhielten, nach Deutschland zurückzukehren. Anders Wehner. Er konnte sofort von Stockholm nach Kopenhagen reisen. Dort bestieg er – in englischer Begleitung – ein Flugzeug, das ihn nach Hamburg brachte. Und dann begann seine Tätigkeit in der SPD und sein Aufstieg in die Spitze der Parteileitung.

    Abschließend noch eine Feststellung. Wehner beantragte im Jahre 1951 ein Einreisevisum nach Schweden. Das wurde ihm vom damaligen schwedischen Außenminister Unden abgelehnt mit der offiziellen Begründung:
    ,Unerwünscht! Agent des Intelligence-Service.‘

    Angesichts dieser absolut wahren, nicht widerlegbaren Tatsachen beantrage ich die Zurücknahme des Ordnungsrufes.
    Hochachtungsvoll
    gez. Oskar Müller MdB.
    (Frankfurt)
    Auszug aus dem Buch „4 Jahre Bundestag – Handbuch der Bundestagsfraktion der KPD“, 1953
    Das Buch wurde gleich nach erscheinen von Adenauer verboten.

    • roro schreibt:

      Interessant! Und Danke auch!
      Einem konspirativ arbeitenden Organ kann man eben nicht vertrauen und auch nicht einzelnen Personen die konspirativ arbeiten. Die wechseln die Seiten, so schnell kannste gar nicht gucken.
      Und Freundliche Grüße an Alle

      • sascha313 schreibt:

        …aha (kein Kommentar!)

      • „Einem konspirativ arbeitenden Organ kann man eben nicht vertrauen und auch nicht einzelnen Personen die konspirativ arbeiten. Die wechseln die Seiten, so schnell kannste gar nicht gucken.“

        Unbestreitbar ist, dass ungefestigte Menschen
        — Marx bezeichnete sie in seiner Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie als “Opfer“ der ‚Religion‘, die er als das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat, richtig und wahr beschrieb! —
        schneller die Seiten wechseln können und werden, als es einer Hure möglich ist, ihren Schlüpfer bis zum nächsten Freier zu wechseln!
        Das hängt nur vom Preis, der für einen VERRAT, der dafür zu zahlen ist, ab!!!

        konspirativ; Konspiration:
        SYNONYME ZU KONSPIRATIV ℹ
        geheim, gesetzwidrig, illegal, im Untergrund arbeitend, ungesetzlich, verschwörerisch; (bildungssprachlich) klandestinhttps://www.duden.de/rechtschreibung/konspirativ

        Sowohl Marx und Engels — aber vor und nach allen anderen — Lenin LEHRTE – und vor allem LEBTE Selber “konspirativ“!

        Obwohl wir Bolschewisten KEINEN Hehl daraus machen, WAS WIR WOLLEN, MÜSSEN wir in einer Welt des Kapitalismus konspirativ in Konspiration leben und vorgehen, WEIL wir sonst von der GEWALT der Kapitalisten VERNICHTET werden, wie es die “KIRCHE“ seit 1.700 Jahren praktiziert!

        Früher wurden wir als Häretiker, Ketzer, Hexen und als Ungeziefer und Abschaum bezeichnet;

        Heute wird sogar ein SASCHA als Antisemit und Nazi verfemt!

        Uns bleibt doch gar keine andere Wahl, als uns — nach UNSEREM EIGENEN Recht — geheim, gesetzwidrig, illegal, im Untergrund arbeitend, ungesetzlich, verschwiegen und verschwörerisch zu verhalten!

        Wenn du der WAHRHEIT unserer Bewegung — die ‚konspirativ‘ vorgehen muß — nicht vertrauen kannst, liegt es ALLEIN an deiner falschen Wahrnehmung über uns!!!

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