Die kapitalistische Überproduktion – und ein paar dumme Gedanken!

kriseIn seinem Beitrag „Wachstum und (k)ein Ende“ schreibt der ehemalige DDR-Wissenschaftler G.Buhlke (Jg. 1934) unter der Überschrift „Was tun?“: „Die Menschheit steht vor großen Problemen und sie stellt sich hohe Ziele; gegenwärtig u.a. den Mars zu besuchen. Finanzielle Mittel stehen bereits zur Verfügung. Wissenschaftler arbeiten an Varianten der technologisch hoch komplizierten Aufgabe. Um wie viel einfacher wäre es, ein Vorhaben der Vernunft und des guten Willens, zum 75. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte im Jahr 2023 eine weltweite Verpflichtung der Länder im Rahmen der Vereinten Nationen, einzugehen, die Militärhaushalte jährlich um 5 Prozent zugunsten ziviler Fortschrittsprojekte umzuwidmen.“ [1]

Wie schön! Da wird man vielleicht einen „vernünftigen Konsens“ finden müssen, eine „Übereinkunft des guten Willens“ vielleicht, oder ein paar Reformen in Gang setzen müssen, damit die Menschheit nicht untergeht.

Die Frage „Was tun?“, Herr Buhlke, – und das dürfte Ihnen als ehemaliger DDR-Student nicht entgangen sein – , hat Lenin schon 1902 gestellt (und sogar vor ihm 1863 Tschernyschewski) und ausführlich beantwortet. Und so viel Vermessenheit werden Sie doch wohl nicht aufbringen wollen, um Lenin hier ganz und gar zu ignorieren!

Was also bezwecken Sie mit Ihren Erklärungen über das Wachstum? Ist Ihnen nicht mehr bewußt, daß die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft „die Geschichte von Klassenkämpfen“ [2] ist? Oder meinen Sie, die Zeit der Klassen sei vorbei, nur weil es heute ganz danach aussieht, als gäbe es keine Arbeiterklasse mehr, und wenn schon – wollte niemand mehr kämpfen in diesem Land? Dann lesen Sie doch bei Lenin noch mal nach, und sie werden zahlreiche Parallelen zur Gegenwart bei ihm finden.

„Es sollte möglich sein, daß der Mensch einen vernünftigen Konsens zur Lösung findet.“ Wen sprechen Sie denn damit an? Meinen Sie, die Herren in den Vorstandsetagen der Großkonzerne oder meinen Sie die Näherinnen in Bangladesh? Zwischen denen wird es keinen „vernünftigen Konsens“ geben! Wer derart über die Klassengegensätze hinweggeht, der muß sich nicht wundern, wenn er nicht ernst genommen wird!

[1] Siehe: Neue Debatte
[2] Marx/Engels: „Manifest der Kommunistischen Partei“, MEW, Bd.4, S.462


Abspann

Angesichts der Übermacht der kapitalistischen Produktionsverhältnisse in der Welt setzen sich deren ökonomische Gesetzmäßigkeiten nahezu ungehindert durch. Im Kapitalismus gilt: Grundlage des privatkapitalistischen Eigentums an den Produktionsmittel, private Aneignung der Ergebnisse der Produktion und Ausbeutung der Lohnarbeiter. Das ökonomische Grundgesetz ist das Mehrwertgesetz. Das Ziel der kapitalistischen Produktion ist der Profit. Im Jahre 1930 hielt Stalin den politischen Rechenschaftsbericht an den XVI.Parteitag. Das ist nun schon fast 90 Jahre her, und doch stimmt alles:

„Die Basis der ökonomischen Überproduktionskrisen, ihre Ursache liegt im ganzen System der kapitalistischen Wirtschaft selbst.“

(Quelle: J. Stalin „Politischer Rechenschaftsbericht an den XVI.Parteitag“, in: Stalin Werke, Dietz Verlag Berlin 1954, S.214, folgender Text – nächste Seite)

Uberproduktionskrise

Und damit Sie nicht glauben, das wäre erfunden, hier zwei aktuelle Beispiele:

veggie-00

Autofriedhof

Vernichtung von Lebensmitteln (oben); Schrottplatz für neue, nicht verkaufte Autos (unten)

 

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8 Antworten zu Die kapitalistische Überproduktion – und ein paar dumme Gedanken!

  1. Rolf schreibt:

    Es geht immer nur so – im Kapitalismus:
    Etwas mehr vom Kuchen abzubekommen als die anderen!
    Das ist die Praxis der gemeinten „freiheitlichen Demokratie“ des Kapitalismus.
    Und das geht nur auf Kosten der anderen.
    Das schöne Sprichwort des Kapitalismus: Nur weil ich so arm bin – bist du so reich …

  2. sischramme schreibt:

    Die Überproduktion trifft auf alle Bereiche. Der Energiesektor, bei dem zB. mit der Nord-Süd-Trasse gelogen wird, dass die „alternative“ Energie in den Süden transportiert werden müsse. Natürlich wird diese ins Ausland verkauft und mit Hilfe des EEG von allen Menschen eingetrieben. Natürlich haben sich die Ausbeuter mit diesem Gesetz eine Ausnahme geschaffen, nicht mit der Zahlung behelligt zu werden. Das Aufstellen der Generatoren, die Weiterleitung und den Verkauf der Energie sowie die Wartung und die Versicherung zahlt alles die Arbeiterklasse.

    • sascha313 schreibt:

      Ganz klar – und wenn Überschuß an Energie ist, wird der sogar verschenkt, aber nicht an die Verbraucher!

    • sischramme schreibt:

      Die meisten Windgeneratoren, sofern sie nicht bereits in den Händen der Energieentsorger sind, zu dem nur dafür da auf primitive Weise die Netzfrequenz von 50 Hz zu stabilisieren. So sparen sich diese Wucherpreiserzeuger teure elektronische Megawatt starke Wechselrichter.

  3. Pingback: Die kapitalistische Überproduktion – und ein paar dumme Gedanken! — Sascha’s Welt | Schramme Journal

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