Über Marx, Jaspers, den Kapitalismus und die DDR

DDRflagEs ist durchaus nicht verwunderlich, wenn gerade jetzt wieder einmal eine Anzahl zwar gut geschriebener, wohl aber spitzfindig verleumderischer und geschichtsfälschender Artikel über den angeblich „unverstandenen“ Karl Marx den angeblich „glänzend organisierten“ Kapitalismus oder die angebliche „Honecker-Clique“ veröffentlicht werden – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Karl Marx und die Wissenschaft des dialektischen und historischen Materialismus sowie der reale Sozialismus der DDR waren der Kapitalisten-Klasse stets ein Dorn im Auge. So hat man weder Kosten noch Mühe gescheut, um die talentiertesten Schreiberlinge der Bourgeoisie für solcherart gehässige Polemik einzuspannen. Der Zweck dieser, letztlich doch vergeblichen Versuche ist klar: Verblödung der Massen, Einschüchterung aller fortschritllichen Kräfte des deutschen Volkes und ein Hinauszögern der kapitalistischen Gewaltherrschaft möglichst bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Da es sich nicht lohnt, auf solche Schmiereien einzugehen, hier nun ein paar allgemeine Bemerkungen. Wir wissen nur zu gut, welche Rolle die bürgerlichen Massenmedien spielen. Und wir kennen auch die anhaltende Desinformation der nachwachsenden Generation durch das pervertierte Schulsystem der BRD. Besonders widerlich ist es, wenn angebliche „Kommunisten“ [1] sich an Schmutzkampagnen gegen die DDR beteiligen.

Die reaktionäre Politik steckt in der Krise

Die BRD befindet sich heute an einem Wendepunkt ihrer gesell­schaftlichen Entwicklung. Die sogenannten „Nachwendezeit“ ist zu Ende gegangen. Die staatsmonopolistische Herrschaft hat sich formiert. Alles hängt da­von ab, ob die zukünftige Entwicklung durch die friedliebenden, demokratischen und sozialistischen Kräfte des Volkes im Sinne einer antiimperialistisch-demokratischen Friedenszeit oder weiterhin durch die imperialistischen Kräfte im Sinne der Vorbereitung neuer Krieges gestaltet wird. … Jaspers charakterisierte schon 1966 (!) die Eroberungspolitik des deutschen Imperialismus mit den Worten: „In der bisherigen Geschichte folgte auf Niederlagen und Gebietsverlust, wenn nur die geringste Möglichkeit bestand und geglaubt wurde, stets der Wille zur Revanche.“  [2] Beim heutigen Kräfteverhältnis und bei der heutigen Waffentechnik, meint Jaspers weiter, ist der Revanchismus „verbrecherisch geworden“.

Was wollen die herrschenden Kreise?

Den herrschenden Kreisen des deutschen Monopolkapitals geht es um die Lösung des Widerspruchs zwischen dem relativ großen ökonomischen Potential der BRD und ihrem ver­glichen damit relativ geringen politischen Einfluß in der Welt. Es geht ihnen um die Lösung des Widerspruchs zwischen den proklamierten aggressiven Zielen im Rahmen der NATO und der mangelnden eigenen Kraft, um diese zu erreichen. Es geht um die Verschleierung des Widerspruchs zwischen Bourgeoisie und Proletariat, um wesentliche Probleme des Klassenkampfes in dieser Zeit nach der weltweiten Konterrevolution in eine Richtung zu lenken, die dem Monopolkapital dient. Es geht ihnen um die Lösung des Widerspruchs zwischen dem eigenen Streben nach Vorherrschaft in Europa und den Interessen der anderen imperialistischen Staaten Europas. Kurz gesagt, sie wollen alle Bedingungen schaffen, die erforderlich sind, um ihre aggressive Politik durchzusetzen.

Meinungsbildung in der BRD

Die modernen Massenmedien, Presse, Rundfunk, Fernsehen, Film, und die monopolistische Kulturindustrie haben beispiellose Voraussetzungen für die Verbreitung von Meinungen und bürgerlicher Massenkultur, aber auch für die Manipulierung der deutschen Bevölkerung geschaffen. Der staats­monopolistische Charakter des Gesellschaftssystems der BRD, die politische Herrschaft der reaktionärsten Gruppe der Großbour­geoisie und nicht die Massenmedien selbst – diese sind, wie alle Ergeb­nisse von Wissenschaft und Technik, an sich weder gut, noch böse – bedingen, daß die gegebenen Möglichkeiten für eine echte und fortschrittliche Kultur nicht zur Entfaltung menschlicher Persönlichkeiten genutzt werden, sondern zur ideologischen Steuerung des Volkes im Interesse der Monopole.

Verachtung des Volkes

,,Man kann kaum behaupten, daß in der Bundesrepu­blik eine politische Willensbildung des Volkes stattfindet. Die Unkennt­nis der meisten ist erschreckend groß. Die Parteien informieren und unterrichten das Volk nicht und erziehen es nicht zum Denken. Bei den Wahlen operieren sie nach Prinzipien der Reklametechnik.“ [3] Das Herrschaftssystem des staatsmonopolistischen Kapitalis­mus in der BRD bedeutet nach Jaspers „Verachtung des Volkes … man will es lieber dumm sein lassen. Das Volk braucht auch die Ziele, die die Oligarchie jeweils sich setzt, wenn sie überhaupt welche hat, nicht zu kennen. Man kann ihm statt dessen erregende Phrasen, allgemeine Redensarten, pompöse Moralforderungen und dergleichen vorsetzen. Es befindet sich ständig in der Passivität seiner Gewohnheiten, seiner Emotionen, seiner ungeprüften Zufallsmeinungen.“ 4]

Man sagt, das Volk sei selber schuld…

Diesen treffenden Bemerkungen widerspricht aber die verbreitete Ansicht, wonach das Volk selbst schuld sei, weil es gar kein echtes Interesse an Bildung, Kultur und Information habe, weil ein großer Teil des Volkes durch das massenhafte Warenangebot und die Menge an bunten Veranstaltungen „vergnügungssüchtig“ sei, es sich in seinem kom­fortablen Gehäuse der Hörigkeit wohl fühle, ihm die Diskussion um die neue Anschaffungen, um Banalitäten und sexuelle Vulgaritäten wichtiger sei als die Diskussion politischer Programme und die Zukunft Deutschlands.

Der „mächtige Drang“ nach Verschleierung

Diese „pathologische Entartung“ des Volkes sei denn auch die Basis der Geschäfte, die sich mit der Verdummung des Volkes befassen. Jaspers spricht von dem „mächtigen Drang der Menschen zur Verschleierung der Dinge. Man will irgendwo gar nicht wissen. Man sucht uneingestanden die Ruhe in der Beschränktheit.“ [5] Friedrich Heer meint, „man“ habe „Angst vor Information“ [6], und auch Erich Kubys resignierende Behauptungen, „das Volk ist seine Presse wert“ [7], „ein Volk und kein Gedanke“ [9], bewegen sich auf derselben Ebene. Ob gewollt oder nicht, für den geistigen Zustand des Bundesbürgers werden hier irgendwelche Eigenschaften des Volkes, ein ihm inne­wohnender „Drang zur Verschleierung der Dinge“ verantwortlich gemacht.

Wesensmerkmale der Kapitalismus

Hier wird an der wirklichen Tatsache vorbeigegangen, daß der geistige Zustand der Bundesbürger ja bereits das Produkt der all­gemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse der Herrschaft des Monopol­kapitals auch auf geistigem Gebiet ist. Durch erzeugte falsche Bedürf­nisse, durch falsche Befriedigung und falsches Bewußtsein der Massen ist diese Gesellschaftsstruktur ja nur noch möglich und zu erhalten. Desinformation, Unwissenheit, Lüge und Halbwahrheit sind diesem System wesenseigen.

Eine allgemeine Orientierungslosigkeit…

Gegenwärtig herrscht in der BRD ein geistiger Tiefstand, weil das Volk von der Macht ausgeschlossen ist, weil die Parteien-Oligarchie, gestützt auf die verschmolzene Macht der Monopole und des Staates, das Volk beherrscht und niederhält. „Unsere Staatsstruktur beruht auf der Angst vor dem Volk, dem Mißtrauen gegen das Volk“ [8], heißt es bei Jaspers. Das ist der Grund, warum es für große Teile der Bevölkerung der BRD „kein Ideal, kein Herkunfts­bewußtsein und kein Zielbewußtsein, kaum eine andere Gegenwärtig­keit als den Willen zum Privaten, zum Wohlleben und zur Sicherheit“ gibt. [10]

Warum diese endlosen Beschimpfungen der DDR?

Das ist auch der Grund, weshalb von der herrschenden Groß­bourgeoisie, keine ethisch formende Kraft ausgehen kann und ein Trei­benlassen der wesentlichen Dinge durch die gezielte Schwemme des Unwesentlichen, die Flucht ins Wesenlose, die geistige Situation und das Menschenbild im staatsmonopolistischen Kapitalismus Westdeutsch­lands bestimmt. Angst vor dem Volk, Mißtrauen gegen das Volk, das in einem Teil Deutschlands, in der Deutschen Demokratischen Republik, mit der Herrschaft der Monopole und ihrer politischen Parteien durch zwei siegreiche Revolutionen Schluß gemacht hat, das ist der alles bestimmende Grund, warum die Wahrheit über den geschichtlichen Weg der deutschen Bourgeoisie, über ihren Verrat an der Nation, warum die Wahrheit über den staatsmonopolistischen Kapitalismus in Westdeutsch­land und vor allen Dingen, warum die Wahrheit über die sozialistische Deutsche Demokratische Republik mit allen Mitteln der Meinungsmanipu­lation zugeschüttet wird.

Wirkung des sozialistischen Menschenbildes

Die Notwendigkeit für die westdeutsche Großbourgeoisie, dem Volk alle grundlegenden Wahrheiten unserer Epoche vorzuenthalten, folgt nicht nur aus inneren Entwicklungsbedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus, nicht nur aus der Verschärfung seiner inneren Wider­sprüche und den Bedingungen des Klassenkampfes zwischen Bourgeoisie und Proletariat, des Kampfes zwischen den Monopolen und dem Volk, aus der „Angst vor dem Volk“. Sie ergibt sich auch aus den Bedingungen des Kampfes zwischen Imperialismus und Sozialismus, aus dem Kampf um eine Neugestaltung der Gesellschaft auf wissenschagftlicher Grundlage und aus der Not­wendigkeit, den den nicht versiegenden Einfluß der Deutschen Demokratischen Republik auf die Bevölkerung Westdeutschlands zurückzudrängen.

Der zunehmende Einfluß des Sozialismus

Der durch die Große Sozialistische Oktoberrevolution im Jahre 1917 eingeleitete Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus, die Entstehung des sozialistischen Weltsystems nach dem zweiten Weltkrieg und der damit verbundene Zusammenbruch des imperialistischen Kolonialsystems hatten zu einem neuen Kräfteverhältnis zwischen Krieg und Frieden, Reaktion, und Demokratie, zwischen Imperialismus und Sozialismus geführt. Dieses neue Kräfteverhältnis zwang die westdeutsche Bourgeoisie, ihren ideologischen Einfluß auf die westdeutsche Bevölke­rung, aber auch auf das Staatsvolk der Deutschen Demokratischen Republik zu verstärken und zu systematisieren. Hinzu kam noch die Tatsache, daß sich im Kampf um die antifaschistisch-demokra­tische und um die sozialistische Gesellschaftsordnung die Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik bereits ansatzweise zu einer neuen Menschengemeinschaft weiterentwickelt hatten.

Die Frage nach der Perspektive der Menschheit

Im Kampf zwischen Imperialismus und Sozialismus gewinnt die Frage nach dem Menschen, nach seiner Individualität und Perspektive zu­nehmend an Bedeutung. In unserer Zeit heftiger Auseinandersetzungen verkompliziert sich das gesellschaftliche Wesen des Menschen zunehmend, so daß die Frage nach der Zukunft des Menschengeschlechts immer mehr zu einer Frage nach der Struktur jener gesellschaftlichen Verhältnisse, nach dem Charakter solcher gesell­schaftlichen Beziehungen wird, in denen der Mensch nicht mehr ein ausgebeutetes, unterdrücktes und erniedrigtes Wesen ist. Heute werden gesellschaftliche Verhältnisse immer mehr danach beurteilt, welche Möglichkeiten und Chancen sie dem Individuum zur allseitigen Entfaltung aller seiner Wesenskräfte bieten.

Was ist entscheidend für ein sinnerfülltes Leben?

Entscheidend ist immer noch, daß die Arbeiterklasse zur sozialen Hauptkraft der geschichtlichen Bewe­gung wird. Entscheidend ist, welche Stellung sie in der Gesellschaft einnimmt, in welchem Verhältnis sie sich zu den Produktionsmitteln befindet, wie groß ihr politischer Einfluß ist, ob sie bestimmt, mitbestimmt, oder ausgeschlossen ist, ob sie sich die Schätze der Bildung und Kultur aneignen kann oder nicht. Würde der Wert einer Gesellschaftsordnung an der Menge der schillernden Äußerlichkeiten oder an der Zahl der Autos gemessen, so würde die staatsmonopolistische Gesellschaftsordnung der BRD mit an vorderster Stelle in der Welt stehen. Aber niemand, der als Mensch zu leben wünscht, wird meinen, materieller Genuß allein könne Freiheit, Demokratie, Moral und Geist ersetzen und sein Leben ausfüllen, ihm einen Sinn geben.

„Sozialer Komfort kann nun einmal soziale Gerechtigkeit, d.h. das Anrecht des Arbeiters, in seiner Arbeitssituation mitverantwortender und mitentscheidender Mensch … zu sein, nie ersetzen.“ [11]

Wer hat in der BRD die politische Macht?

Es ist für niemanden ein Geheimnis, daß nicht die Werktätigen in der BRD, sondern die Monopole alle wichtigen Produktions­mittel besitzen und absolut die ökonomische Entwicklung bestimmen. Die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen können bis heute nicht einmal mitbestimmen, sie kämpfen noch für betriebliche und überbe­triebliche Mitbestimmung. Auf der Grundlage ihrer ökonomischen Macht bestimmen die Monopole auch die Politik. Die Arbeiterklasse ist von der politischen Macht ausgeschlossen. Es herrscht eine Parteien­oligarchie der Monopole. Die Rechtlosigkeit der Arbeiterklasse in Westdeutschland erstreckt sich auch auf Bildung und Kultur.

Welche Vorzüge hatte der Sozialismus in der DDR?

Demgegen­über hatte sich in der Deutschen Demokratischen Republik ansatzweise bereits eine neue, sozialistische Menschengemeinschaft herausgebildet. In dieser Menschen­gemeinschaft, die nicht mehr beschränkt war von privater Eigentums- ­und Machtkonzentration, konnten sich die Rechte und Freiheiten aller Bürger voll entfalten:

  • Moderne Bildung: Es wurden viele Mittel, Kraft und Arbeit darauf verwendet, allen Bürgern eine moderne Bildung zu geben, ihnen die Schätze des Wissens, der Kultur und der Kunst zu erschließen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten: In dieser Menschengemeinschaft hatte jeder einzelne die Möglichkeit zu lernen, die moderne Wissenschaft und Technik wie auch die Probleme des Zusammenlebens der Menschen zu meistern.
  • Mitbestimmung: Sie gab jedem die Möglich­keiten, an der Leitung und Entwicklung der Gesellschaft aktiv teilzu­nehmen.
  • Menschenwürde: In ihr war der Mensch das höchste Wesen für den Menschen und Subjekt allen Geschehens.
  • Zukunftsfähigkeit: Sie hatte die imperialistische Vergangen­heit, die immer noch die Gegenwart der BRD ist, erfolgreich bewältigt und gestaltete planmäßig und kontinuierlich unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die sozialistische Zukunft.

Warum manipuliert dir Großbourgeoisie das Bewußtsein?

Um der Wirkung dieses praktischen Beispiels für die friedliebenden und demokratischen Kräfte der westdeutschen Bevölkerung zu begegnen, manipuliert die Großbourgeoisie ein Menschenbild, das durch solche Züge gekennzeichnet ist, wie spießbürgerliche Sattheit, dümmlichen Wettlauf um Prestigekonsum, Geltungsdünkel, staatsbürgerliche Passi­vität gepaart mit nationalistischer Überheblichkeit und politischer Un­wissenheit. Sie manipuliert ein Gesellschaftsbild, wonach ihr staats­monopolistisches Gesellschaftssystem der Ausbeutung und Unterdrückung, der Krisen und Kriege das beste und freieste aller möglichen Gesellschaftssysteme ist.

Eine rasche Entwicklung

Die Entwicklung des Menschen in der DDR bietet ein völlig anderes Bild. Walter Ulbricht hob bereits 1967 auf dem VII. Parteitag der SED hervor:

„Vor einem Jahr sagte ich anläßlich der Feier des 20. Jahrestages des Vereinigungsparteitages von KPD und SPD zur SED, daß wir die Entwick­lung der Menschen im Prozeß der revolutionären Umgestaltung der gesell­schaftlichen Wirklichkeit als den größten Erfolg der letzten zwei Jahr­zehnte betrachten. Mit Stolz können wir sagen, daß sich gerade zwischen dem VI. und VII. Parteitag die Entwicklung der Menschen besonders rasch und erfolgreich vollzogen hat. Das Staatsbewußtsein der Bürger der DDR ist zu einer aktiven Kraft im sozialistischen Aufbau geworden.“ [12]

Gibt es in der BRD einheitliche Ideologie?

Die Tatsache, daß auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Weltanschauung unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die sozialistische Grundeinstellung der Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik immer stärker sichtbar wurde, veranlaßte westdeutsche Ideologen und Politiker, eine einheitliche „westliche Ideologie“ zu fordern, und diese im Rahmen der formierten Herrschaft auch anzustreben.

Die Verkrüppelung des deutschen Volkes

Da das gewünschte einheit­liche gesamtgesellschaftliche Bewußtsein im staatsmonopolistischen Kapitalismus objektiv unmöglich ist, am antagonistischen Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat scheitert und deshalb mit den Mitteln der Wissenschaft, der Vernunft und der Überzeugung nicht zu realisieren ist, wird die Steuerung des Bewußtseins das alles durch­dringende Mittel zur geistigen Verkrüppelung des Volkes und zur Stabilisierung des staatsmonopolistischen Kapitalismus.

Anmerkungen und Zitate:
[1] Im Internet wurde von einem Ableger der Ost-„KPD“ in Hessen ein anonymer Artikel verbreitet, in dem Erich Honecker als Revisionist beschimpft und der Cliquenbildung bezichtigt wurde.
[2] K. Jaspers: Wohin treibt die Bundesrepublik?, München 1966, S.233.
[3] Ebenda, S. 130.
]4] Ebenda, S. 140.
[5] K. Jaspers: Werden wir richtig informiert? In: Information oder Herrschen die Souffleure!, Hamburg 1964, S.26.
[6] F. Heer: Angst vor Information. Ebenda, S. 50.
[7] E. Kuby: Das Volk ist seine Presse wert. Ebenda, S. 88.
[8] Ebenda, S. 93.
[9] Ebenda, S. 167.
[10] Ebenda, S.178/179.
[11] L. Rosenberg: Gewerkschaften im sozialen Rechtsstaat. Rede auf dem 7. Bun­deskongreß des DGB, Mai 1966.
[12] Walter Ulbricht: Die gesellschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demo­kratischen Republik bis zur Vollendung des Sozialismus, S. 11.

Quelle:
Bergner, Haak et.al.: Manipulation. Die staatsmonopolistische Bewußtseinsindustrie. Dietz Verlag Berlin 1968, S.19-29.


Karl Marx (1818-1883): Philosoph, Ökonom, Führer der deutschen Arbeiterbewegung; gemeinsam mit Friedrich Engels schuf er die Lehre vom wissenschaftlichen Sozialismus, die Marxismus genannt wird. Bei der Ausarbeitung der Lehre gingen Marx und Engels von wichtigen Erkenntnissen der Wissenschaft und von den Erfahrungen der um ihre Rechte kämpfenden Volksmassen aus. Ihre Lehre führte weit über alle bisherigen Erkenntnisse hinaus. Marx und Engels bewiesen, daß die Menschheit eine Gesellschaftsordnung errichten wird, in der es Not und Elend, Unterdrückung und Krieg nicht mehr gibt. Das ist die Gesellschaftsordnung des Sozialismus. Die Kraft, die die werktätigen Menschen zum Sozialismus führt, ist die Arbeiterklasse.

Die Bücher von Marx und Engels erschienen in vielen Sprachen. Am weitesten verbreitet ist das „Manifest der Kommunistischen Partei“. Es wird die „Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Sozialismus“ genannt. Neben der gewaltigen weltverändernden wissenschaftlichen Arbeit, die Marx leistete, nahm er als Führer der internationalen Arbeiterklasse aktiv an den politschen Kämpfen seiner Zeit teil, Verfolgungen und bittere Not brachten Marx nicht von seinen Zielen ab. Trotz der großen Arbeitslast, die er zu bewältigen hatte, trotz aller Sorgen fand Marx Zeit, sich liebevoll seiner Familie zu widmen. Seine Kinder konnten sich keinen besseren Vater wünschen.

Marx‘ Hauptwerk ist „Das Kapital“. An ihm arbeitete er viele Jahre. Als er starb, war es noch nicht vollendet. Sein Freund Friedrich Engels, der ihm stets zur Seite stand, brachte dieses Werk zum Abschluß. Die russischen Revolutionäre unter Führung Lenins und die Bolschewiki und Stalins Führung ginen als erste daran, die Lehren von Marx und Engels zu verwirklichen.

Nach der Ermordung Stalins 1953 begannen die Feinde der Sowjetmacht, den Sozialismus zu demontieren. Mit der Konterrevolution 1990 erlitt der Sozialismus ein vorübergehende Niederlage. (Siehe: „Die Demontage„)

Quelle: Von Anton bis Zylinder, Lexikon für Kinder. Der Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 1981, S.247 (bearbeitet und ergänzt, N.G.)

Karl Jaspers (1883-1969): Philosoph und Psychiater, Mitbegründer des Existentialismus, geht von Entfremdungserscheinungen in der bürgerlichen Gesellschaft aus und behauptet, daß der Menscherst in Grenzsituationen des Lebens (Krankheit, Leiden, Tod)  zum Wesen seiner Existenz findet.

Quelle: BI-Universal-Lexikon, Leipzig (DDR), 1985.

Zweifellos hatte Jaspers mit seinen Bemerkungen hier recht. Doch bereits in seiner ersten Auseinandersetzung mit dem Faschismus („Die Schuldfrage“, 1955) verband Jaspers seinen Versuch einer Kritik des Faschismus mit antikommunistischen Tendenzen. Diese wurden verstärkt und weitergeführt, als Jaspers weitgehend zum philosophischen Apologeten der Adenauer-Politik wurde und eine antikommunistische Atombombenphilosophie vertrat („Die Atombombe und die Zukunft der Menschheit“). 


Siehe auch:
Gab es einen Sozialismus in der DDR?
Der 7. Oktober – Tag der Republik in der DDR
Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

Emil Collett: Erich Honecker mußte weg!

 

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14 Antworten zu Über Marx, Jaspers, den Kapitalismus und die DDR

  1. Hoffmann schreibt:

    https://www.kpd-hessen.de/wenn-die-argumente-fehlen-ueber-sascha313/
    Vielleicht solltet ihr mal miteinander reden. So wie ich die KPD Artikel und den blog hier lese seid ihr euch grundsätzlich doch einig. Räumt eure Mißverständnisse aus!

    • sascha313 schreibt:

      …unbestreitbar ein kluges Video, kluge Antworten, die man durchaus unterschreiben kann. Wenngleich von Kubi auch manches vereinfacht dargestellt wird. Das ist jedoch nicht weiter schlimm.

      Doch die Kampagne der „KPD Hessen“ gegen Erich Honecker ist in jedem Fall unwürdig, schändlich und unhistorisch. Zumal hier auch Kurt Gossweiler ganz gegen seine wirkliche Überzeugung zitiert wird und sein Standpunkt als „falsch“ deklariert wird. Wieso eigentlich?

      Mag sein, das eine hat mit anderen nichts zu tun – aber es macht schon nachdenklich, wenn eine solche Schmutzkampagne gegen Erich Honecker und die SED ausgerechnet auf der Seite einer sich als „Kommunistische Partei“ bezeichnenden Gruppierung erscheint – der RIAS wäre dafür wohl das geeignetere Medium gewesen… Wo stehen diese Leute wirklich? Was bezwecken sie? Ciu bono? Wem nutzt es?

      Ich denke, es ist Antikommunismus – eine weitere „Delegitimierung“ der DDR! Ganz abgesehen von den kindischen Angriffen gegen uns…

      • „Wo stehen diese Leute wirklich? Was bezwecken sie? Cui bono? Wem nutzt es?“

        Solche“ Leute stehen nirgends!
        Sie wissen nicht WAS — geschweigen denn WER — sie selber selbst sind!
        „Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat.“ – Marx

        Du weißt ja, dass ich “religiös“ (christlich) sozialisiert wurde.

        Seit 43 Jahren lese ich das Buch (Bibel genannt), auf das sich die Kirche beruft — Gewiss! um ihren GEWALT-Anspruch über den Menschen zu verpacken! —
        Vor 18 Jahren habe ich damit angefangen, Texte der Bibel aus mir vollkommen unbekannten Sprachen und für mich nicht lesbare Schriften zu “übersetzen“. Ich habe mit den ersten 31 Sätzen der Bibel angefangen:
        What a FUCK! aber auch: Ich wurde von Vorn bis Hinten beschissen, belogen und in Meinem Eigenen Sein BETROGEN!

        Nur als ein Beispiel: “Macht euch die Welt untertan!“ (*Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.* [Vers 28])
        GEFANGEN in einer schizoiden Welt Religiöser “Gedanken“, konnte ich es wirklich nicht fassen, was ich übersetze“kann ***denn meine*** Übersetzung ‚überhaupt‘ wahr sein?
        Schließlich steht in allen Bibeln der Welt: Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
        ויאמר אלהים נעשה אדם בצלמנו כדמותנו וירדו בדגת הים ובעוף השמים ובבהמה ובכל הארץ ובכל הרמש הרמש על הארץ
        => „Und kniend Überhimmlische sprechend:
        ähnlich wie Überhimmlische
        fruchtbar seiend und vermehrend und die Erde erfüllend
        und fürsorgend handelnd
        an Fisch der Wasser
        und an Flügler der Luft
        und an JEDEM Lebendigen sich bewegend auf der Erde
        der MENSCH Sei!.“

        Zurück “zu solchen Leuten“
        ***So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte das LEBEN, der da gibt einfältig jedermann und es niemanden aufzwingt, so wird sie ihm gegeben werden.
        Er bitte aber im VERTRAUEN und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird. Solch ein Mensch denke nicht, daß er etwas von dem LEBEN empfangen werde. Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen.
        Ein BRUDER (Genosse, Genossin) aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; (Jakobus 2.5) und der da reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit,
        denn wie eine Blume des Grases wird der “Reiche“ vergehen. (1. Timotheus 6.17) (1. Petrus 1.24) Die Sonne geht auf mit der Hitze, und das Gras verwelkt, und seine Blume fällt ab, und seine schöne Gestalt verdirbt:
        also wird der Reiche [der Kapitalist] in seinen Wegen verwelken.*** (Jakobus 1: 5-11)

        Nein! Solche “Menschen“ sind sich selber entfremdet WORDEN!!! und sie wissen es nicht einmal!
        „… der Mensch, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat.“ DAS sind solche Menschen —
        Die man wie jede Hure für Geld ficken kann!

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