Emil Collet: Vergebliche Schmähung der DDR.

PdRImmer wieder in den all den Jahren nach der Konterrevolution 1989 wird versucht, die DDR in den Dreck zu ziehen. Mal ist es der angebliche „Unrechtsstaat DDR“, mal der „verordnete Antifaschismus“, mal die „Stasi“, mal das angebliche „Staatsdoping“, mal die „SED-Diktatur“ oder gar der zum Zwecke der Delegitimierung der DDR erfundene „Revisionismus der Honecker-Clique“ – womit unser einstiges sozialistisches Vaterland verunglimpft werden soll. Alle diese Lügen und Verleumdungen, von welcher Seite auch immer sie kommen mögen und wie fein sie gesponnen sind, werden letztlich doch entlarvt. Ihre Quellen werden versiegen, sobald die Zuwendungen enden, mit denen die Lügner und Verleumder, die angeblichen „DDR-Opfer“ und all die Auftragsschreiberlinge, bis heute großzügig versorgt werden.

Der Effekt dieser großangelegten Hetzkampagne ist allerdings – trotz der bereitgestellten Milliardensummen – relativ gering. Nichts dergleichen vermag darüber hinwegzutäuschen, daß die sozialen, politischen und ökonomischen Probleme der BRD sich weiter zugespitzt haben und die braune Vergangenheit wieder aufzuleben beginnt. Was sind dafür die Gründe? Sehen wir uns nun einmal die Wirtschaft beider Staaten an.

Das tatsächliche „Wirtschaftswunder“ der DDR – und der kapitalistische Westen

von Emil Collet

Das mit Hilfe des Marshall-Planes erreichte Wirtschaftswachstum in der BRD wurde und wird von den bürgerlichen Medien als das Wirtschaftswun­der propagiert. Erst 2005 hat A.Merkel, CDU-Vorsitzende, die Gründerjahre der BRD glorifiziert. Geflissentlich wird die Entwicklung in der DDR, ohne Marshall-Plan, im Gegenteil unter Belastung der Zahlung von Reparations­leistungen für ganz Deutschland an die UdSSR, verschwiegen. Tatsache ist, daß das durchschnittliche Wachstumstempo der Industrieproduktion in den Jahren 1951 bis 1967 in der BRD 6,5 bis 7,5 Prozent betrug, das der DDR Industrieproduktion jedoch 8 bis 9 Prozent. Im Jahrzehnt ab 1971 gelang es, eine doppelt so große industrielle Warenproduktion zu erarbeiten als in den Jahren von 1950 bis 1970.

Hat die DDR „über ihre Verhältnisse“ gelebt?

Von den Meinungsführern der BRD wird behauptet, daß die DDR, weil diese über ihre Verhältnisse gelebt habe, schon in den 70er Jahren bankrott gewesen sei. Bewußt wird gelogen und z.B. verschwiegen, daß die DDR eine Leistungskraft erreicht hatte, die doppelt so hoch war wie die des deut­schen Reiches mit einer viermal größeren Bevölkerung. Die DDR wurde zum fünftstärksten Staat in Europa und zum zehntstärksten in der Welt.

Wirtschaft und Sozialstruktur

Die sozialökonomische Struktur, auf deren Grundlage sich der Prozeß der Errichtung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialis­mus in der DDR vollzog war folgende: (Stand 1957) Der prozentuale Anteil der Eigentumsformen hatte folgenden Entwick­lungsstand erreicht (in Prozent): Sozialistische Betriebe 87,7; davon volkseigene, zentral geleitete 73,2; örtlich geleitete 11,7; genossenschaftliche 2,8; weiterhin halbstaatliche Betriebe 10,3 und Privatbetriebe 2%. Dementsprechend ergab sich für die DDR folgende Sozialstruktur der Bevölkerung:Sozialstruktur

Zu diesem Zeitpunkt hatte die DDR eine Bevölkerung von 17,1 Millionen.

Die Erfüllung der Beschlüsse

Die Aufgabe, die sich die SED und der Staat stellten, war, fundamentiert durch die Beschlüsse des VIII. Parteitages und der Volkskammer, die Gewährleistung der sich ständig erweiternden Reproduktion der gesam­ten Volkswirtschaft. Ziel war es, ein sich selbst tragendes und sich ständig erweitert reproduzierendes Wirtschaftsgebiet zu schaffen. Die entschei­dende Voraussetzung war nicht nur eine dem ökonomischen Gesetz der planmäßigen, proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft entspre­chende produktive Konsumtion des verwendbaren Nationaleinkommens (Investitionen), sondern auch die Absicherung der sich ständig erweitern­den Reproduktion des gesellschaftlichen Arbeitsvermögens.

Welche Voraussetzungen wurden dafür geschaffen?

Dies bedeu­tete nicht nur die vollständige Einbeziehung der Arbeitsfähigen in den Arbeitsprozeß, Männer bis zum 65. und Frauen bis zum 60. Lebensjahr, sondern auch die immer bessere Qualifizierung, die ständige Verbesse­rung des Gesundheitszustandes durch entsprechende Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Darüber hinaus war die DDR bestrebt, die Arbeitserfahrungen und Fertigkeiten der Werktätigen auch nach dem Eintritt in das Rentenal­ter zu fördern. Die DDR unterstützte dies, indem die weiter arbeitenden Rentner den Lohn bzw. das Gehalt ohne jeglichen Abzug (Steuern, Sozial­versicherung) ausgezahlt bekamen. Eine solch erweiterte Reproduktion der Arbeitskräfte kann natürlich nur ein System gewährleisten, welches keine Arbeitslosigkeit „produziert“.

Ein paar Beispiele aus der Praxis

So gab es z.B. auch keine zeitweilige Arbeitslosigkeit bei der Umprofilierung des VEB Secura Berlin. Dieser Betrieb erhielt sofort die Aufgabe, auf der Grundlage sorgfältiger Überleitung, eine neu entwickelte, das Weltniveau mitbestimmende in Leipzig entwickelte Saldiermaschine zu produzieren. Durch die Entwicklung und Produktion modernster Erzeugnisse sicherte sich die DDR den Absatz dieser Erzeugnisse sowohl auf dem sozialistischen als auch auf dem kapitalistischen Weltmarkt. Ich erinnere nur an die polygraphischen Maschinen der DDR, an die Buchungsmaschinen, an die programmgesteuerten Werkzeugmaschinen aus dem Werk Seebach, an die Produkte des Uhren- und Maschinen-Kombinates Ruhla, die Waggons aus Ammendorf, an die in der DDR gebauten Schiffe, die Erzeugnisse von Carl Zeiss Jena aber auch die hochwertigen Textilien und Möbel. Sie gaben Zeugnis von der Leistungsstärke der DDR.

Eine gesunde Bevölkerungsstruktur

Die DDR kannte kein Problem der „Vergreisung“, schon gar keinen Generationskonflikt zwischen Jung und Alt. 75 Prozent der in der DDR lebenden Mütter waren unter 26 Jahre jung. Alle Mütter, gleich welchen Alters, waren sozial abgesichert und wurden vom Staat unterstützt. Trotz organisierter Republikflucht blieb die Bevölkerungszahl in der DDR in etwa gleich. Ihre Leistungskraft stieg und wuchs wegen der grund­legenden Vorzüge des Sozialismus über den Kapitalismus ununterbro­chen.

Statistische Fakten zur erweiterten Reproduktion

  • Nach der Volkszählung 1979 gab es in der DDR 7.834.997 Männer und 8.909.695 Frauen, also insgesamt 16.744.692, das bedeutete eine Bevölke­rungsdichte von 155 je km².
  • In den Jahren von 1950 bis 1979 überstieg die Anzahl der Neugeborenen innerhalb von 17 Jahren die Todesfälle.
  • Die Anzahl der Sterbefälle von Säuglingen von je 1.000 Lebendgeborenen sank in den Jahren von 1950 bis 1979 von 72,2 auf 12,9.
  • 1979 waren 62,8 Prozent der Bevölkerung der DDR im arbeitsfähigen Alter. 19, 1 Prozent waren Kinder und 18, 1 Prozent Rentner.
  • Von den 10.515.000 Berufstätigen waren 5.261.880 weiblich.
  • Das Bildungswesen der DDR hatte entscheidenden Anteil an der erweiterten Reproduktionskraft der DDR. 1979 studierten, bezogen auf je 10.000 Einwohner der Bevölke­rung, 101 Personen an Fachschulen – davon waren 71,3 Prozent weibliche Bürger, an Hochschulen 77 Personen – davon 48,2 Prozent weibliche Bürger der DDR.

Der Einfluß des Bildungswesens

Welche entscheidende Auswirkung auf das Niveau des gesellschaftli­chen Arbeitsvermögens das einheitliche, sich durch hohes Niveau aus­zeichnende Bildungswesen der DDR hatte, geht aus folgender Tatsache hervor:

  • 1955 waren in der DDR zu 69,9 Prozent der Arbeitskräfte ungelernt bzw. angelernt und nur 25,8 Prozent Fachkräfte; 3,1 Prozent davon hatten einen Fachschul- und 1,2 Prozent einen Hochschulabschluß.
  • 1979 hatten schon 60,4 Prozent einen Facharbeiterabschluß. Einen Fachschulabschluß hat­ten 11 und den Hochschulabschluß 6,5 Prozent.
  • Die Erziehung zu gebilde­ten Persönlichkeiten, von Menschen, denen Bildung ein ständiges Bedürf­nis war, hatte in der DDR Massencharakter und war damit eine ständig stärker sprudelnde Quelle zur Erhöhung des Nationaleinkommens der DDR.
  • Von entscheidender Bedeutung der Herausbildung der sozialisti­schen Lebensweise war die Brechung des Bildungsprivilegs. Bildung war in der DDR nie eine Frage des Geldbeutels.
  • Das einheitliche Bildungssystem der DDR war breit gefächert. Vom Kindergarten, in den neun von zehn Kindern gingen, bis zu den Hochschulen und Universitäten.

Im Gegensatz zur heutigen BRD, in der es vier Millionen Analphabeten gibt und jeder zehnte Schüler die Schule ohne Abschluß verläßt, kannte die DDR eine solche gesellschaftliche Problematik nicht. Heute ist es schon wieder so, daß in der BRD nur noch etwa 12 Prozent der Arbeiterkinder studieren können. In der DDR konnten das über 60 Prozent der Arbeiter- und Bauernkinder.

Die Gleichberechtigung der Frau

Ein ganz entscheidender Faktor der sozialistischen Lebens­weise in der DDR war die Gleichberechtigung der Frauen, die unter den Studierenden einen Anteil von über 50 Prozent hatten. Ein schon seit Jahrtausenden bestehendes Verhältnis der „Normalität“ der Unterdrü­ckung der Frauen mußte durchbrochen, beseitigt und überwunden wer­den. In der DDR galt es, diese schwierige Aufgabe, das Kampfziel der revolu­tionären Arbeiterbewegung, systematisch in die gesellschaftliche Praxis umzusetzen.

  • Im Prozeß der Ausgestaltung des entwickelten gesellschaftlichen Sys­tems des Sozialismus war es immerhin schon gelungen, daß z.B. jeder fünfte Bürgermeister und Schuldirektor eine Frau war.
  • Jede vierte Lei­tungsfunktion wurde durch eine Frau ausgeübt. Jeder dritte Richter und Abgeordnete war eine Frau.
  • Daß jede Frau durch die Beseitigung des Paragraphen 218 selbst darüber entscheiden konnte, ob und wann sie ein Kind gebären wollte, gehörte zur Normalität der sozialistischen Lebens­weise.
  • Normalität des real existierenden Sozialismus war auch, daß alle Frauen nicht nur 75 Prozent für die gleiche Arbeit wie in der heutigen BRD erhielten, sondern den gleichen Lohn, das gleiche Gehalt für die quantitative und qualitative Arbeitsleistung.
  • Dies alles machte die Frauen ökonomisch unabhängig vom Mann. Damit änderte sich für die Frauen die Lebensweise in der Ehe.

Keine Arbeitslosigkeit in der DDR

Für ihre Identifizierung mit dem Staat der DDR war auch aus­schlaggebend, daß die Zukunft ihrer Kinder nicht durch Arbeitslosigkeit bedroht wurde, daß es z.B. mehr Lehrstellen gab als Lehrlinge. In der BRD sind gegenwärtig von 1,5 Millionen arbeitslosen Jugendlichen über 80 Prozent ohne berufliche Ausbildung. Die Identifizierung der Bevölkerung der DDR mit ihrem Staat war eine mächtige Kraftquelle zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität und damit des Nationaleinkommens.

  • Der Anteil der Berufstätigen an der Neuererbewegung stieg insgesamt von 1965 bis 1979 von 19,4 auf 32 Prozent.
  • Der Anteil der Produktionsarbeiter der insgesamt an der Neuererbewe­gung beteiligten Werktätigen betrug 1979 34,9 Prozent bei Produktionsarbeiter, 23,3 Prozent bei Frauen und 40,1 Prozent bei Jugendlichen.
  • Der ökonomische Nutzen pro Berufstätigen aus der Neuererbewegung stieg von 294 Mark (1965) auf 837 Mark (1979).

Gute Arbeits- und Lebensbedingungen in der DDR

Die Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Werktätigen spiegeln sich auch in der Tatsache wider, daß

  • die meldepflich­tigen Unfälle pro 1.000 Berufstätige von 33 (1975) auf 30, 1 (1979) reduziert wurden. In Industrie und Handwerk gelang es, sie von 37,5 (1975) auf 31,6 (1979) zu senken.
  • Durch die Anwendung wissenschaftlicher Ergebnisse und Maßnahmen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation wurden 1979 von 1.000 Stunden 199, 1 gegenüber 1975 eingespart.
  • Das produzierte Nationaleinkommen stieg (in Millionen Mark) von 71 540 im Jahre 1960 auf 166.860 im Jahre 1979.
  • Die Verwendung des Nationaleinkommens ih, Inland nahm folgende Entwicklung: wenn 1950 die Akkumulationsrate 8,6 Prozent betrug und der Anteil für die Konsum­tion 91,4 Prozent, betrug die Akkumulation 1979 20 Prozent und der Anteil der Konsumtion 80 Prozent.
  • Die individuelle Konsumtion betrug 1950 82,9 Prozent und 1979 68,8 Prozent. Dafür entwickelte sich der Anteil der gesellschaftlichen Konsum­tion von 8,6 Prozent 1950 auf 11,2 Prozent 1979, darunter für die kulturelle und soziale Betreuung der Bevölkerung von 3,2 Prozent 1950 auf 4,6 Prozent 1979.
  • Das durchschnittliche Einkommen pro Monat stieg insgesamt von 439 Mark (1955) auf 1.014 Mark im Monat. Dazu kam noch die zweite „Lohntüte“ in Höhe von nochmals 80 Prozent des individuellen Einkommens. (Stand 1979)
  • Zur sozialistischen Lebensweise gehörte auch, daß bis 1959 jährlich mit der planmäßigen Erhöhung der Löhne gleichzeitig eine Preissenkung verbunden war.

Ein stabiles Lebensniveau

Insgesamt gab es in allen Jahren der DDR stabile Preise für alle Waren und Artikel des Grundbedarfs der Bevölkerung. Nach meiner Kenntnis gibt es kein kapitalistisches Land in der Welt, wo der Preis 40 Jahre lang für die Kilowattstunde Strom 0,08 Mark betrug. Die Elektrizitätskon­zerne nutzen gegenwärtig ihre Monopolstellung dazu aus, die Preise für Strom und Gas um 30 Prozent zu erhöhen.

  • Die Straßenbahnfahrt kostete 1989 noch genau 0,20 Mark wie 1949.
  • Das gleiche gilt für die Bahn (Preis für einen Kilometer 0,08 Mark.
  • Dies alles läßt sich beliebig erweitern, z.B. zwei Kilogramm gutes Brot kostete 1,04 Mark, ein halber Liter Milch 0,56 Mark.
  • Gleiches gilt für subventionierte Kinderkleidung und Schuhe, die Höhe der Mieten, der Ferienplätze, das kostenlose Bildungs- und Gesundheitswe­sen.
  • Die Betreuung der Alten und ihres Ruhestandes erfolgte auf hohem Niveau und das vollständig durch den sozialistischen Staat.

Eine solche sozialistische Lebensweise mit einem solchen Lebensni­veau und kontinuierlich wachsendem Lebensstandard war nur durch die schöpferische und disziplinierte Arbeit der werktätigen Massen möglich. Die von der SED und dem sozialistischem Staat betriebene Politik der materiellen Interessiertheit der Kollektive so wie der jedes einzelnen, d.h. die Gewährleistung der objektiven und dialektischen Einheit von gesell­schaftlichen und persönlichen Interessen in der sozialistischen Praxis, war die Grundlage der Erfolge der sozialistischen Wirtschaftspolitik der DDR.

Die Rentenversorgung in der BRD und in der DDR

Das Bundesamt für Statistik mußte bei der Analyse der durchschnittlich gearbeiteten Jahre feststellen, daß die Männer der DDR durchschnittlich 45 Arbeitsjahre erreicht haben. Das ergibt folgendes Verhältnis:

  • Arbeiter der DDR 100 Prozent – Arbeiter der BRD 90 Prozent
  • Frauen der DDR 85 Prozent (Rente ab dem 60. Lebensjahr, gleicher
    Lohn für gleiche Arbeit) – Frauen der BRD 65 Prozent.

Daraus resultiert, daß die Rentnerinnen der DDR trotz niedrigeren Tagesrentensatzes im Durchschnitt eine höhere Rente beziehen als die westdeutschen Frauen. Auch an diesem Beispiel zeigt sich, wie skrupellos die Lüge ist, die Ostdeutschen wollten auf Kosten der Westdeutschen leben. Hier zeigt sich die alte Herrschaftsmethode der deutschen Bourgeoisie des „Spalte und herrsche“.

Weitere Lügen über die DDR

Genauso verlogen ist das politische Märchen, an welches selbst heute noch Westdeutsche glauben, in der DDR habe man gehungert und aufgrund der Ausplünderung durch die Russen habe es nichts oder nur sehr wenig zu kaufen gegeben. Die Wahrheit ist,

  • der Verbrauch von Fleisch und Fleischwaren stieg von 45 kg pro Kopf (1955) auf 88,3 kg im Jahre 1979.
  • Bei Butter stieg der Verbrauch im gleichen Zeitraum von 9,5 kg pro Kopf auf 15,7 kg, bei Margarine von 10,4 kg auf 10,5 kg.
  • Der Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkmilch (2,5 Prozent Fett) stieg von 90,7 Litern auf 98,6 Liter.
  • Der Ausstattungsbestand an langlebigen Konsumgütern pro 100 Haus­halte der DDR entwickelte sich dynamisch.
  • Die angemeldeten PKW (ohne gewerbliche genutzte) stiegen von 0,2 im Jahre 1955 auf 36,3 im Jahre 1979.
  • Bei Motorrädern und Rollern waren es 1961 14,9, im Jahre 1979 18,7 Stück.
  • Haushaltskühlschränke pro 100 Haushalte gab es 1955 0,4; 1979 waren es 102,2.
  • 1955 gab es in der DDR auf 100 Haushalte gerechnet nur 0,5 Wasch­maschinen, 1979 waren es 79,9.
  • Die Anzahl der Fernsehgeräte je 100 Haushalte stieg von 1,2 im Jahre 1955 auf 103,5 1979.

Natürlich war es den Bürgern der DDR zur Deckung ihrer Bedürfnisse möglich, Kredite aufzu­nehmen. Die Ausreichung von Krediten an junge Eheleute war besonders günstig und wurde von ihnen im wachsenden Maße auch in Anspruch genommen. Waren es 1972 29.594, die einen Kredit in Höhe von insgesamt 146, l Millionen Mark erhielten, so waren es 1979 schon 82.445 mit 517,9 Millionen Mark.

DDR: Unterstützung der Bürger durch den Staat

Der Staat der DDR unterstützte die Familienplanung der jungen Eheleu­te nicht nur dadurch, daß sie einen sicheren Arbeitsplatz hatten, sondern auch durch stabile Preise und dadurch, daß für ihre Kinder Kinderkrippen, Kindergärten und ein einheitliches Bildungs- und Gesundheitssystem zur Verfügung standen und ein Krediterlaß für jedes geborene Kind erfolgte.

116.221 Eheleuten wurden deshalb 1979 Kredite in Höhe von insgesamt 145,8 Millionen Mark erlassen. Das waren wichtige sozialpolitische Fakto­ren. In der heutigen BRD wird aus der demographischen Entwicklung ein Gespenst gemacht und Konflikte provoziert, um mit der Methode des ,,Teile und herrsche“ den sozialen Kahlschlag fortzusetzen.

Die Sozialversicherung der DDR

Es wird sicherlich viele heutige Bürger der BRD in Erstaunen versetzen, daß die Bevölkerung der DDR ab 1956 mit nur einer Sozialversicherung auskam. In der DDR war die Rente und Krankenversicherung sicher. Die Ursache liegt offensichtlich im völlig unterschiedlichen Charakter der sozialistischen gegenüber der kapitalistischen Produktionsweise. So wie es im Staatshaushalt kein Defizit gab, gab es auch keinen bei der Sozialver­sicherung.

Der ausgeglichene Staatshaushalt

Der Staatshaushalt war ausgeglichen. 1951 wurden 24.438 Millionen Mark eingenommen und 24.091 ausgegeben. 1979 wurden 140.633 Milli­onen Mark eingenommen und 140.227 Millionen Mark ausgegeben. Nach Aussagen der Verantwortlichen der staatlichen Plankommission war dies auch 1989, dem Jahr der Konterrevolution der Fall.

Der Annexionscharak­ter der „Wiedervereinigung“ kommt auch darin zum Ausdruck, daß durch die Bundesregierung keinerlei aussagekräftige Analyse der „wiederverei­nigten“ gesellschaftlichen Werte, des gesellschaftlichen Reichtums vorge­nommen wurde.

Fest steht: Die DDR war kein maroder Staat und auch ökonomisch kei­neswegs am Ende. Die DDR-Wirtschaft wurde nicht von Krisen betroffen. Die DDR ist bis zu ihrer Zerschlagung allen internationalen wirtschaftlichen Verpflichtungen nachgekommen. Die Netto-Auslandsverschuldung aus Handelsverträgen betrug ganze 10 Milliarden Euro. Das ist im internatio­nalen Handelsverkehr eine absolut zu vernachlässigende Größe.

So haben die USA allein gegenüber der VR China eine Auslandsverschuldung von über 400 Milliarden Dollar und gegenüber Japan 600 Milliarden Dollar. Die Verschuldung der BRD ist sagenhaft. Die jährliche Zinsschuld dieses Staa­tes der Klasse der Kapitalisten beträgt über 40 Milliarden Euro. Diese Zinsen gehen als Extraprofit in den Maximalprofit der deutschen Finanzoligarchie ein.


Die DDR – Ein Staat freiheitsliebender Bürger, Gestalter der sozialistischen Demokratie und Erbauer des Sozialismus

Ein Unrechtsstaat?

Die Feinde des Sozialismus, speziell des real existierenden Sozialismus in der DDR, die Pseudo-Sozialisten/Kommunisten wiederholen gleich einer tibetanischen Gebetstrommel wieder und wieder, die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen. Für all diese Kräfte war der vom werktätigen Volk geschaffene gesellschaftliche Reichtum ein Dorn im Auge. Und deshalb war die DDR ein „Unrechtsstaat“, eine „SED-Diktatur“, weil sie den Kapita­listen ihre parasitäre Grundlage entzog.

Pseudolinke Lügen über das Volkseigentum

  1. Der pseudosozialistische Schwät­zer Gysi behauptet, da das Volkseigentum Staatseigentum gewesen sei, hätten die Werktätigen es nicht als ihr Eigentum angesehen und konnten sich damit nicht identifizieren. Das sei nur möglich durch die Schaffung von freiheitlichem Eigentum.
  2. Der ehemalige Vorsitzende der 1. Bundestags­fraktion der PDS, Claus, offenbarte seinen Revisionismus auf dem Cottbu­ser Parteitag der PDS. Er konnte die großartigen sozialen Erfolge der DDR nicht leugnen. Er behauptete aber, dies seien alles Erfolge ohne Demokra­tie und Freiheit gewesen und die PDS wolle beides.
  3. Bartsch, der Geschäfts­führer der PDS, meinte, sie wollen schon vor dem Übergang Verantwor­tung übernehmen.
  4. Michael Brie erklärte, daß das Volkseigentum unrechtmäßig entstan­den sei und deshalb auch zu recht beseitigt wurde. Schließlich erklärte Bisky, der jetzt wieder Vorsitzender der PDS ist, die Agenda Sozialismus ließe sich dadurch verwirklichen, daß durch Dauerreformen der Kapitalis­mus über den Tellerrand geschoben würde.

Das alles hat die volle Unter­stützung von Gysi, der noch auf dem II. Parteitag der PDS behauptete, die PDS werde nicht hinter dem Manifest der Kommunistischen Partei zurück­bleiben.

Es ist offensichtlich: Die Achse, um die sich alles dreht, die Rolle des von der Arbeiterklasse und ihren natürlichen Verbündeten geschaffenen sozi­alistischen Eigentums, insbesondere des sozialistischen Staatseigentums, soll verleugnet werden. Die einzige Schlußfolgerung daraus lautet, daß diese Leute kein sozialistisches Eigentum, kein gesellschaftliches Eigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln wollen. Diese Leute sind Pseudosozialisten, die keinen Sozialismus wollen. Sie wollen durch „Beschreitung“ eines dritten Weges die Menschen, die ihnen folgen, in den Schoß des Kapitalismus zurückgeleiten.

Quelle:
Emil Collett: Die DDR ein sozialistisches Meisterwerk. Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Geschichte, Politik, Ökonomie und Philosophie, Heft 86-1, S.36-43. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

pdfimage Emil Collet: Das  „Wirtschaftswunder“ DDR

Siehe auch:
Die Wahrheit über das angebliche „Wirtschaftwunder“ in der BRD

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13 Antworten zu Emil Collet: Vergebliche Schmähung der DDR.

  1. roprin schreibt:

    Nein, Sascha, ich befürchte, nicht das Recht, sondern die unverschämten Lügen werden in die Geschichte eingehen. Denn wer die Macht hat, der entscheidet darüber. Kurz nach der Okkupation der DDR gab es keine nennenswerte linke Kraft mehr in diesem Land. Gysi und Co. sorgen selbst wider besseres Wissen für diese Lügen. Wer, bitte, soll also die Geschichtsbücher mit der Wahrheit über die DDR füllen? In ca. 20 Jahren werden all die Weblogs verschwinden wie Deines auch. Die Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern weltweit geht in extrem rechte Richtung hin zu Gewalt, Krieg, Mord und Totschlag, hin zur Vernichtung des Lebens auf diesem Erdball, weil es keine Kraft gibt, die in der Lage wäre, dem entgegenzutreten. Es müssen in einem Krieg nicht mehr ganze Völker gegeneinander antreten, es reichen dafür ein paar Hände, die Knöpfchen drücken. Und für die Drecksarbeit hinterher stehen genug Gewaltbereite da, die sich als Fußvolk freiwillig hergeben. Wir müssen uns endlich von unserem Wunschdenken verabschieden.

    • सत्यमेव जयते
      Satyameva Jayate
      Sanskrit:
      „Allein die Wahrheit siegt“

      Pravda vítězí
      tschechisch für:
      „Die Wahrheit siegt“)

    • Juhrisch schreibt:

      Es gehört einfach etwas Optimismus und Zuversicht dazu. Wenn wir einerseits überzeugt sind, das es objektiv wirkende Gesetze in der Gesellschaft gibt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in der Tradition ostdeutscher Familien aus der erlebten Realität der Vorfahren zwischen 1949 und 1989 Fragen entstehen und der Wissensdurst die Entstellung erkennt. Wer einmal begriffen hat, welche Triebkräfte die Verursacher sind, wird Alternativen suchen und zwangsläufig bei Marx/Engels/Lenin landen. In unserer Familie wird unverklärt die DDR – Zeit besprochen und den Enkeln weitergereicht.

  2. Hoffmann schreibt:

    Neuererbewegung? Was ist das?
    Wie finanzierten sich Studenten ihren Unterhalt? Gabs etwa ein Gehalt? Wie hoch im Vergleich zu Arbeitern? Oder mußte man nebenher arbeiten?
    @roprin
    Nur mal nicht so pessimistisch. Selbst die Forderungen eines Thomas Müntzers sind trotz vegangener Jahrhunderte nicht in Vergessenheit geraten. Das werden auch nicht die Errungenschaften der DDR. Allerdings wären aktuelle Bücher dazu noch besser als ein blog der irgendwann einmal wegzensiert wird.

    • sascha313 schreibt:

      Die Neuererbewegung war eine Masseninitiative der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen, durch schöpferische, über die Arbeitspflichten hinausgehende Arbeit die Intensivierung der Produktion und Verbesserung der Arbeits- und Lebenbedingungen zu beschleunigen u.a. Vorteile für die sozialistische Gesellschaft zu erzielen. (So steht’s jedenfalls im Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus – und es war auch so.)

      Jeder Student bekam ein Stipendium. Das war in der Stipendienordnung so festgelegt. Es wurde in der DDR durch den Staat gezahlt (mußte nicht zurückgezahlt werden). Es ermöglichte allen befähigten jungen Menschen entsprechend den sozialistischen Bildungsprinzipien ein Studium. Alle Direktstudenten der Hoch- und Fachschulen erhielten ein Grundstipendium in Höhe von 200 Mark monatlich. Allein im Studienjahr 1981/82 betraf das 22.000 Studenten. Bei sehr guten Leistungen wurde auch ein Leistungsstipendium gezahlt.

      Vom Stipendium ging noch die Unterkunftsgebühr fürs Wohnheim ab – das waren mtl. 10 Mark. Für die Heimreise gab es Fahrpreisermäßigung von 75% bei der Deutschen Reichsbahn. Auch das Mensaessen wurde gestützt. Ich glaube, es war damals ein oder zwei Mark pro Essen.

      Also kein Student mußte in der DDR zusätzlich arbeiten. Im Gegenteil – wir haben sogar gerne beim Kartoffeleinsatz geholfen. Ich war in den Semesterferien auch im Studentensommer in Minsk in der Sowjetunion. Dort haben wir zusammen mit sowjetischen Kommilitonen auf einer Baustelle gearbeitet, anschließend eine Woche Urlaub in einem schönen Ferienlager am See verbracht. Einfach unvergeßlich!

      Ja – und es ist richtig: es ist besser wenn man das in Büchern nachlesen kann.

  3. Dr. Reiner Burkhardt schreibt:

    Ja, dem stimme ich voll zu. Warum verhält sich der Osten Deutschlands politisch anders als der Rest der Republik? Eine Ursache ist, dass man die Lügen über die DDR in der Hoffnung auf den goldenen Westen hingenommen hat. Der aber war eine Fata Morgana. Jetzt stellt man mehr und mehr fest, was in der DDR alles gut war, und was der Westen niemals erreichen kann.

    Zu den Wirtschaftsfaktoren kommt ja auch noch hinzu, dass die DDR die Stationierungskosten der Sowjetarmee und auch die Betriebskosten der Wismut, was der DDR jährlich rund je Mrd. Mark kostete, getragen hat. Auch die Hallsteindoktrin hat tiefe Spuren hinterlassen. Auf die Sowjetunion war auch nicht immer Verlass.

    Nur ein Beispiel: Stalin entließ die Junkersleute in die DDR um Passagierflugzeuge zu bauen. Die 152 war das erste Modell. Andere lagen schon auf dem Reißbrett. Die SU war als Hauptabnehmer vorgesehen. Chrustschow aber trat von dieser Zusage zurück. Ein Miliardenschaden für die DDR. Die gezielte Abwerbung von Spezialisten aus der DDR war nicht zu verkraften.

    Wie hätte die DDR ausgesehen, wenn diese negativen Einflüsse nicht gewirkt hätten. Man könnte hier noch viele andere hinzufügen.

  4. Atomino schreibt:

    Es ist schon widerwärtig, was den Schulklassen durch Hubertus Knabe & Co eingeimpft wird. Aber wenn wir etwas brauchbares in die Zukunft hinüberretten wollen, sollten wir aufhören, uns an der aktuellen Propaganda hochzuziehen und lieber aus den Fehlern lernen, die damals ohne Frage gemacht wurden. Die Konterrevolution kam nicht nur von außen, sondern auch von innen. Die DDR existierte 40 Jahre, das wieder“vereinigte“ Deutschland gerademal 28 Jahre, und die ersten Faschisten marschieren schon wieder. Die Geschichte wird zeigen, welches das bessere Deutschland war. Vorwärts, und nicht vergessen !

    • sascha313 schreibt:

      Ich denke, da gibt es eine Menge Brauchbares. Und darüber sollten wir immer wieder reden! Wir sollten erklären, was zum Sozialismus führt und was nicht. Eine Wiederholung der Fehler der Novemberrevolution 1918 können wir nicht noch einmal gebrauchen.

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