Der Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR (1941)

Der Anfang vom Ende der Hitlerbarbarei

Von Günter Ackermann (†)

Welch eine Verwegenheit, welch eine Selbstüberschätzung, welch eine Großmäuligkeit der deutschen Konzernherren, der Krupps, Siemens, Quantz, der Herrschaften vom Kohle und Stahl, von IG-Farben. Sie dachten, sie könnten das erreichen, was einst Napoleon vergeblich versuchte: das riesige Rußland zu erobern. Wie einst der Franzosenkaiser mit seiner Grande Armee, besiegelten sie damit nur ihr eigenes Ende.

Der Nichtangriffsvertrag

img21939 unterzeichneten die deutschen Faschisten einen Nichtangriffsvertrag mit der UdSSR. Die sowjetische Regierung mußte diesen Vertrag abschließen, die Westmächte, vor allem England, wollten, dass die Sowjetunion für sie die Kastanien aus dem Feuer holen sollte. Wie ihre Appeasement-Politik zeigte, hatten sie den Nazis immer wieder nach gegeben, Deutschland brach den vorgeschriebenen Verzicht auf Hochrüstung, auf Luftwaffe und Kriegsmarine, auf allgemeine Wehrpflicht und die Entmilitarisierung des Rheinlandes. Die Westmächte hatten dem tatenlos zugesehen.

Aggressivität der Nazis

image-9614-galleryV9-lvej-9614Dann hatten sie sogar mit dem Münchner Abkommen der Zerschlagung der Tschechoslowakei zugestimmt, tatenlos zugesehen, daß die deutschen Faschisten Polen bedrohten und selbst dann dem Land keine dringend benötigten Waffen geliefert, als die polnische Regierung sogar den Staatsschatz an England verpfändete. Das war eine indirekte Aufforderung an Deutschland, Polen mit Krieg zu überziehen.

Aufmarsch gen Osten

Aber die Westmächte meinten, das ginge ja nur gen Osten, gegen die UdSSR und, wie Churchill meinte, „die beiden tollen Hunde“ würden sich gegenseitig zerfleischen. Dem aber schob Stalin einen Riegel vor. Mit dem Vertrag erreichte die UdSSR, daß die Wucht des Krieges sich erstmal nicht gegen die Sowjetunion richtet, sondern gegen den Westen – zum Entsetzen der Regierungen in London und Paris. Diesen Geniestreich Stalins haben die Herrschenden im Westen bis heute nicht verziehen.

Zeitgewinn

204Stalin war schon klar, daß Hitler letztlich auch Krieg mit der UdSSR anzetteln werde, aber das vorrangige Ziel war, daß sie UdSSR – die noch nicht kriegsfähig war – Zeit gewinnt. Und nicht nur das. Die Sowjetunion schuf sich mit diesem Vertrag auch einen Abschnitt an ihrer Westgrenze. Wenn die Faschisten die UdSSR angriffen, mußten sie erst einige hundert Kilometer überwinden um ins Herz der UdSSR zu gelangen und das Gebiet überwinden, das bisher polnisch war, so z.B. die Stadt Lwów (westliche Ukraine) und die baltischen Staaten an der Ostsee. Später, als die Faschisten die UdSSR angriffen, zeigte es sich, wie richtig das war. Der Vormarsch der Nazi-Wehrmacht wurde erheblich behindert. Sie konnten z.B. Leningrad nie erobern und sie erreichten die Umgebung vor Moskau erst im tiefsten Winter.

Der Angriff auf die UdSSR

Man sagt, daß die Regierung der UdSSR von mehreren vor dem Angriff gewarnt worden sei. So von Mitgliedern der Widerstandsgruppe Rote Kapelle (Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack) und vom Kundschafter Richard Sorge. Die Regierung der Sowjetunion konnte aber nur verhalten darauf reagieren. Sie konnte die Mobilmachung nicht ausrufen und die Rote Armee in Gefechtsbereitschaft versetzen. Das hätten die deutschen Faschisten als Provokation empfunden. Geändert hätte das wenig, denn die Generalmobilmachung geht nicht innerhalb von ein paar Tagen.

Neue Waffenfabriken im Osten

PanzerStalin war wohl bewußt, daß die Nazis nun ihren Krieg Richtung UdSSR richten werden und rüstete auf. Es wurden im östlichen Teil der UdSSR neue Waffenfabriken errichtet. Die Waffen, die dann bei der Schlacht um Moskau eingesetzt wurden, stammen hiervon. So wurde der sowjetische Panzer T34 nicht nur in Stalingrad, sondern auch in Fabriken in Sibirien, gebaut.

Umsiedlung der Bevölkerung

Auch die Umsiedlung der Wolgadeutschen diente dazu. Man wollte den zukünftigen Aggressor von jeglicher Unterstützung durch die Bevölkerung abschirmen. Man mußte aber damit rechnen, dass es unter den Wolgadeutschen einige Kollaborateure geben könnte. Das musste verhindert werden. Und natürlich wußte die sowjetische Regierung vom deutschen Truppenaufmarsch an ihren Westgrenzen. Molotow machte das auch dem faschistischen Außenminister Ribbentrop klar und erklärte, daß die sowjetische Regierung darüber besorgt sei.

Der erhoffte „Blitzkrieg“ – ein Fiasko

invasion41Am 22. Juni 1941 marschierten dann faschistische deutsche Truppen in das Gebiet der UdSSR ein. Viele Deutsche meinten, das werde einer der grandiosen Blitzkriege, Weihnachten sei man wieder zu Hause. Das schien auch vorerst so. Stalin bediente sich der Taktik, die einst General Michail Illarionowitsch Kutusow-Smolenski gegen Napoleon angewendet hatte: Den Feind ins Land lassen, ihn vom Nachschub durch Störmanöver. Hinhalteschlachten und Partisanen abschneiden und schwächen und ihn dann im Winter schlagen.

Ein Debakel für die Wehrmacht

Die Wehrmacht kam zwar bis kurz vor Moskau, aber von der Siegeszuversicht zu Kriegsbeginn waren die faschistischen Soldaten inzwischen weit entfernt. Die Schlacht um Moskau wurde zum Debakel für die Wehrmacht: 500.000 faschistische Soldaten starben bei den Kämpfen um Moskau, weitere 100.000 erfroren in der eisigen Kälte des russischen Winters, die Wehrmacht verlor 1.300 Panzer, 2.500 Geschütze und 15.000 KFZ. Die Rote Armee gewann die Schlacht um Moskau.

Rückzug der Invasoren

4thAls sich die faschistische Wehrmacht zurück ziehen mußte, verlor sie ihr gesamtes schweres Gerät. Entweder die Motoren der LKW und Panzer versagten oder es fehlte überhaupt der Treibstoff, die Pferde, derer man sich als Zugtiere bedienen konnte, waren längst dem Hunger geopfert worden und verzehrt. Der Rückzug mußte zu Fuß angetreten werden – mit entsprechenden Verlusten. Die Rote Armee stieß ca. 250 km nach Westen vor, die Gefahr der Einnahme Moskaus durch die Faschisten war gebannt – Hitlers Blitzkriegsträume wurden von der Roten Armee endgültig beendet.

…das deutsche Volk aber bleibt!

Zum Tag der Roten Armee hielt die sowjetische Führung eine Truppenparade ab und Stalin sagte bei einer Ansprache anläßlich einer Festsitzung in einem U-Bahnhof. Stalin: „Die Hitler kommen und gehen, das deutsche Volk aber, der deutsche Staat aber bleibt.“ Das sagte der Führer des Sowjetvolkes, das vor einem halben Jahr von den deutschen Faschisten angegriffen wurde, um dessen Hauptstadt noch eine blutige Schlacht tobte, zu Deutschland. Solche großartigen Worte wären keinem Staatsmann des Westens über die Lippen gekommen.

Unverminderte Aggressivität des Imperialismus

Der Angriff auf die UdSSR vor nunmehr über 77 Jahren war der Anfang vom Ende der Hitlerschen Weltmachtträume. Am Ende standen sein Selbstmord und die Vernichtung des Faschismus. Wenn heute eine Kriegsministerin Deutschlands wieder fordert, Deutschland solle sich an Kriegen beteiligen – sie meinte damit auch den Konflikt um die Ukraine – so soll sie daran denken, wie es schon einmal war. Rußland ist zwar nicht mehr sozialistisch, aber das russische Volk läßt sich nicht wegen seiner Bodenschätze versklaven.

Hände weg von Rußland!

23. Juni 2014 – G.A.

Quelle: kommunisten-online


Siehe auch:
Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffsvertrag
Gedenken an den 22. Juni 1941

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25 Antworten zu Der Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR (1941)

  1. Atomino schreibt:

    Harro Schulze-Boysen, nicht Bunsen.

  2. tommmm schreibt:

    „….Stalin bediente sich der Taktik, die einst General Michail Illarionowitsch Kutusow-Smolenski gegen Napoleon angewendet hatte: Den Feind ins Land lassen, ihn vom Nachschub durch Störmanöver. Hinhalteschlachten und Partisanen abschneiden und schwächen und ihn dann im Winter schlagen…..“

    Ich denke nicht, dass es die Absicht war, aus taktischen oder strategischen Gründen soviele Menschen, Land und Industrie den Faschisten zu überlassen. Wenn man es genauer analysiert, war die Wehrmacht der Sowjetarmee im den ersten Monaten des Krieges weit überlegen. Die Frage dahinter ist, warum wird die Geschichte an dieser Stelle so verdreht?

    Ansonsten finde ich, dass der Artikel eine sehr gute Zusammenfassung der Geschehnisse aus dieser Zeit bietet.

    • sascha313 schreibt:

      Nein, tommmm, verdreht wird die Geschichte hier nicht. Zwar war klar, daß Hitlerdeutschland über kurz oder lang die Sowjetunion überfallen würde – der Räuber leckte sich schon das Maul! -, doch der Zeitgewinn durch den Nichtangriffsvertrag reichte einfach nicht aus, um ganze Industriezweige und Millionen Menschen in sichere Gebiete zu verlagern und umzusiedeln, wobei gleichzeitig eine Rüstungs-produktion aufgebaut werden mußte, die einem Land zu widerstehen in der Lage war, das bereits Erfahrungen im ersten Weltkrieg gesammelt hatte.

      Die gigantischen Leistungen aller Sowjetbürger – vom 14jährigen Mädchen, das die Drehmaschine des Vaters übernahm, um Granaten zu fertigen, bis zum Universitätsprofessor, der sich an Waffen ausbilden ließ, um dann eine Kompanie im Kampf gegen die faschistischen Invasoren zu führen – sind in der Geschichte bisher einmalig! Ein unglaublich heldenhaftes, weil sozialistisches (!) Volk – bestehend aus einem guten Dutzend verschiedener Nationen!

      • tommmm schreibt:

        Sascha,
        du brauchst doch nicht mit Ausrufezeichen arbeiten. Mit dem „verdrehen“ meinte ich ausdrücklich nur diesen einen Satz. Es war eben kein taktischer (und damit geplanter) Rückzug. Und dann sollte man das auch so schreiben, sonst wird auch der Rest unglaubwürdig. Du schreibst es doch selbst: „….doch der Zeitgewinn durch den Nichtangriffsvertrag reichte einfach nicht aus….“ Ich bringe mal 2 Beispiele: Die Kesselschlacht bei Białystok und Minsk mit über 300.000 Gefangenen Sowjetsoldaten und die Kesselschlacht bei Smolensk mit einer ähnlichen Anzahl. Ich habe in letzter Zeit viele empfehlenswerte Bücher über diese Zeit gelesen. (Konstantin Simonow, Alexander Bek, Boris Polewoi…usw)

        Ich denke die Ursache in den anfänglichen Niederlagen liegen einerseits im Überraschungseffekt (damit meine ich nicht den Angriff an sich) sondern mit welcher Wucht und welcher Geschwindigkeit dieser erfolgte. Das führe ich auf den Trainingszustand der Wehrmacht zurück, die sich ja schon seit Jahren in den Kriegen entwickelt hat. In diesen Kriegen wurde ja auch die Technik ständig weiterentwickelt und den Erfordernissen der Kämpfe angepasst. Genauso verhält es sich mit dem Zusammenwirken der Waffengattungen untereinander. Das schnellen Verlegen von Truppen beherrschte die Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt perfekt. (Ich mag das gar nicht schreiben)

        Die Sowjetarmee dagegen hatte nur geringe Erfahrungen aus dem finnischen Krieg und dem Krieg am Halchin Gol. Die dort gemachten Erfahrungen (unter anderem zu schwache Panzer) wurden erkannt, konnten aber wie du bereits beschrieben hast, noch nicht komplett in die Produktion einfließen. Also war es aus meiner Sicht eher ein unbeabsichtigter Rückzug, wenn man es rein materialistisch beurteilt. Wenn man es anders darstellt, könnte man ja zu dem Schluss kommen, das Stalin Millionen seiner Landsleute für die Taktik geopfert hat, was ich niemals glaube.

        Den ganzen übrigen Artikel hingegen finde ich sehr schlüssig. Besonders die Auswirkung, das nun erst mal Frankreich dran war, um es mal so vereinfacht auszudrücken, ist mir bisher nicht in den Sinn gekommen. Ich hoffe, das jetzt deutlich wird, was ich mit dem ersten Text sagen wollte.

        „Krieg und Frieden“ habe ich übrigens auch gelesen. Es erübrigt sich aus taktischer Sicht doch jeder Vergleich. Bis auf ein Gefecht konnte doch Katusow jederzeit ausweichen. Stalin konnte das nicht so einfach, da der Angriff auf einer Frontbreite von über 5000 km erfolgte.

        „…..Die gigantischen Leistungen aller Sowjetbürger – vom 14jährigen Mädchen, das die Drehmaschine des Vaters übernahm….“ – Ja, das ist der Punkt, der schließlich die Entscheidung bringen mußte, um so trauriger ist das, was Stalins Erben danach in ihrem Land zugelassen haben.

      • sascha313 schreibt:

        Du hast völlig recht, tommmm! Das Ausrufezeichen (!) bei „sozialistisch“ ist allerdings wirklich nur für diejenigen gedacht, die immer noch nach anderen Ursachen für den Sieg der Sowjetunion über den Faschismus suchen…

    • “Wenn man es genauer analysiert, war die Wehrmacht der Sowjetarmee im den ersten Monaten des Krieges weit überlegen.“

      Ja, wenn es genau analysiert wird, dann fällt auf, dass die Überlegenheit der Wehrmacht einzig Goebbelsche Propaganda war, die den Menschen und den Soldaten vorgaukelte, welche militärische Überlegenheit sie habe.

      Die Soldaten der Wehrmacht hatten ja nicht einmal Winterkleidung! Selbst an Nahrung fehlte es den Armeen!

      Was für eine Überlegenheit, sich einzubilden, man könne in Sommerkleidung und ohne Nahrung — und das als Armee — den russischen Winter überstehen. Das zeugt nicht von “Überlegenheit“, sondern von blanken WAHNSINN!!! Yo^^: Daran waren sie der Roten Armee tatsächlich haushoch überlegen!

      Die militärische “Überlegenheit“ der Wehrmacht ist ein Mythos — was sag ich? Ein Lüge ohne gleichen!!!

      • sascha313 schreibt:

        Stimmt schon – sonst hätte der Krieg nie begonnen werden können. Die Überlegenheit betrifft also lediglich die Bewaffnung.

      • tommmm schreibt:

        @Jauhuchanam

        “Wenn man es genauer analysiert, war die Wehrmacht der Sowjetarmee im den ersten Monaten des Krieges weit überlegen.“

        Wenn du ohne Vorurteile und Schubladendenken analysierst, wird dir auffallen, dass in dem Satz die Zeitspanne mit „in den ersten Monaten“ angegeben wird. Wenn das nicht so wäre, dann erkläre mir, warum Hitler bis kurz vor Moskau gekommen ist?

        Ist das Goebbels Propaganda oder waren sie wirklich kurz vor Moskau? Was oder wem nützt es da drum herumzureden?

        Es dauerte schon seine Zeit, bis sich die moralische (Verteidigung einer Heimat, die es wert ist verteidigt zu werden) und wirtschaftliche Überlegenheit der Sowjetunion entfalten konnte. Auch die Ausbildung des Universitätsprofessors an der Waffe und im Gefecht dauerte seine Zeit. Sich in die eigene Tasche lügen bringt uns doch nicht weiter.

        Ich wollte noch etwas prinzipielles zu dem Artikel schreiben, was vielleicht an diesem Thema, dass mir spontan auffiel etwas in den Hintergrung getreten ist.
        Ich denke, das der ganze Artikel, mit den ganzen historischen Gegebenheiten nur geschrieben wurde um auf den entscheidenen letzten Abschnitt hinzuarbeiten:
        „Hände weg von Rußland!“

        Da sieht man, das der Autor aus der Geschichte seine Lehren gezogen hat und auf die ständig zunehmende Hetze in den Medien reagiert. Das ist meiner Meinung nach das wichtigste und leider auch aktuellste Anliegen von G.A.

        In diesem Sinne war meine Erläuterung vielleicht kontraproduktiv, da sie vom wesentlichen ablenkt, was nicht beabsichtigt war.

      • sascha313 schreibt:

        Ich denke auch, daß es G.A. um den letzten Satz ging (gleichwie Rußland heute beschaffen ist – die Geschichte der Sowjetunion hat sich tief ins Bewußtsein der Menschen eingegraben!

      • Wie ich schon öfter hier kundgetan habe, geht es mir nicht um irgendeine “Rechthaberei“ oder sonst einen Schmackes!

        “@Jauhuchanam
        “Wenn man es genauer analysiert, war die Wehrmacht der Sowjetarmee im den ersten Monaten des Krieges weit überlegen.“

        ***Wenn du ohne Vorurteile und Schubladendenken analysierst, wird dir auffallen, dass in dem Satz die Zeitspanne mit „in den ersten Monaten“ angegeben wird. Wenn das nicht so wäre, dann erkläre mir, warum Hitler bis kurz vor Moskau gekommen ist?
        Ist das Goebbels Propaganda oder waren sie wirklich kurz vor Moskau? Was oder wem nützt es da drum herumzureden?***

        Mir ist diese Sophisterei “in den ersten Monaten“ als fleißiger Leser von zehntausend Bücher und hunderttausender von Artikel sozusagen selbstverständlich sofort aufgefallen. Im Laufe von 50 Jahren Lesen habe ich auch gelernt beim Lesen selbst bereits zu analysieren.

        Die “in den ersten Monate“ machen aber den Kohl ebenso wenig fett, wie die Lüge über Stalin: “Russland war ja gar nicht vorbereitet, weil Stalin an der Generalität und den Offizieren der Roten Armee einen unvergleichlichen Massenmord begangen hätte, weshalb Russland sich gar nicht auf den Überfall habe vorbereiten können.“

        Es handelt sich um eine ganz einfache Tatsachen: Die Wehrmacht war zu keinem Zeitpunkt — auch nicht während der ersten Monate — der Roten Armee überlegen!!!

        Das ist einfach Quatsch mit Soße, die dem Genossen Stalin postmortem ein Versagen bei der Verteidigung der KPdSU, der Sowjetunion und der Menschen, die damals dort in Frieden lebten und eine bessere Welt errichteten, in die Schuhe schieben soll. Die immer wieder zu Diskursen führt, an denen sich all die Schlaumeier festbeißen: Was hat Stalin falsch gemacht, was hätte er bleiben lassen sollen, war es wirklich notwendig “alle Generäle und Offiziere zu liquidieren“ und sonstige LÜGEN, die ausschließlich der Kapitalismus über ihn, die KP und Kommunisten verbreiten! Das es für all das nicht einen einzigen Beleg gibt, wollen all die vom Kapitalismus oder der Religion korrumpierten Menschen freilich gar nicht wahr haben: Sie folgen wie Ehejemals und Jehe irgendwelchen Wahnvorstellungen, die man ihnen eingetrichtert hat, OHNE den Mut zu haben, es selber zu hinterfragen oder wenigstens aufgrund eines anständigen Gewissens, das die Wahrheit sucht, zu überprüfen. Nä? macht ja so viel Arbeit! sich mit den Lügen auseinander zu setzten, die wir von Mutterleibe und Kindesbeinen an aufgenommen haben …

      • Sorry, Sascha! wenn ich dir widerspreche!

        “Stimmt schon – sonst hätte der Krieg nie begonnen werden können. Die Überlegenheit betrifft also lediglich die Bewaffnung.

        Das stimmt eben nicht! Die Wehrmacht war der Roten Armee in ihrer Bewaffnung nicht überlegen. Von Seiten Hitlers und seinen Nazis wurde durch die Propaganda eine Überlegenheit auf allen Gebieten bloß vorgetäuscht. In Wahrheit war das alles Schaumschlägerei, die Millionen das Leben gekostet hat. Eine Schaumschlägerei, die der Kapitalismus bis heute betreibt und die Menschen nicht erkennen lässt, dass zwischen dem Wahn, den er durch Menschen verbreitet und der Wirklichkeit, die besteht, der große Unterschied des Tatsächlichen besteht.

        Beispiele aus heutiger Zeit:
        China hat eine Bevölkerung von 2,5 Milliarden Menschen. Was wird hier als “Wissen“ verbreitet? Da leben 1,4 Milliarden Menschen. China hat ein BIP von 60.000-Milliarden – also 10.000-Milliarden mehr als der Rest der Welt. Was wird als “Wissen“ verbreitet? Das BIP Chinas liegt bei 20 Billionen!

        Was wird behauptet?
        Deutschland ist die Exportnation Nummer Eins (1.279-Milliarden in 2017); Handelsüberschuss: 245 Mrd.

        Was ist Fakt? China exportierte nach OEC >2.000-Milliarden in 2016; Handelsüberschuss 1.118 Mrd. (*1)

        (*1) “OEC“ ein Mittel = “Serviceprogramm der Universität Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA.
        (Deren Wissenschaftler auch ***Bitcoin*** erfunden haben und zu dessen Herstellung heute die Energie von acht Atomkraftwerken erforderlich ist)
        Quelle: https://atlas.media.mit.edu/de/profile/country/chn/
        Das “mit“ im Link steht für “Massachusetts Institute of Technology“.

      • sascha313 schreibt:

        Ich meine das tatsächliche Kräfteverhältnis. Klaus Hesse führt in „Zur Geschichte der UdSSR und der KPdSU“, Lpz.2012, Teil 1.2. Seite 40 folgende Tabelle auf:

        und er weist daraufhin: „Aus der Erfahrung schneller Siege entstand die Idee, den Krieg gegen die UdSSR innerhalb weniger Wochen ebenso schnell siegreich beenden zu können. Nicht nur in der sowjetischen Öffentlichkeit wurde den damit verbundenen Problemen keine angemessene Aufmerksamkeit gewidmet. Das Bild der Roten Armee und die Haltung der meisten Offiziere und Soldatenwaren von der Vorstellung geprägt, daß es in absehbarer Zeit keine aktuelle Kriegsgefahr gab. … Das Wissen um den tatsächlichen Stand der Gefechtsbereitschaft der Roten Armee blieb auf einen engen Kreis begrenzt.“ Eine Tragödie!

      • Ich mag niemanden “verdächtigen“ … in diesem Fall ist Klaus Hesse mit der Tabelle und seinen Schlußfolgerungen von mir gemeint! Ich verdächtige ihn gut gemeinter Absichten und bin dankbar für jeden Beleg, für die tatsächlichen Fakten, die er und viele andere zusammengetragen haben.

        Ich meine das tatsächliche Kräfteverhältnis. Klaus Hesse führt in „Zur Geschichte der UdSSR und der KPdSU“, Lpz.2012, Teil 1.2. Seite 40 folgende Tabelle auf: und er weist daraufhin:

        Weil ich nun niemanden verdächtigen mag oder etwas unterstellen will, was sich als haltlos erweisen kann, gehe ich sehr vorsichtig mit solchen Veröffentlichungen — hier die Tabelle von Klaus Heese — um.
        Bitte sieh es mir nach, wenn ich jetzt sage, dass diese Tabelle die Vorstellung der Wehrmacht über das vermeintliche Kräfteverhältnis widerspiegelt, die als “Begründung“ für einen schnellen Sieg verwendet wurde; obwohl die wissenschaftlichen Fakten damals wie heute eine ganz andere Sprache sprechen.
        Gesichert ist, dass >5,5 Millionen Soldaten die Sowjetunion überfallen haben;
        denen standen aber nie und nimmer 47.200 Geschütze, 5.000 Panzer und 5.000 Kampfflugzeuge zur Verfügung. Schlicht und einfach deshalb, weil die Produktionskapazität des DR plus ihrer Beschlagnahme der Rüstungsproduktion Österreichs und der der Tschechei überhaupt nicht in der Lage gewesen ist, diese Menge an Waffen herzustellen.
        Diese Anzahl von Geschützten, Panzer und Kampfflugzeuge standen der Wehrmacht genauso zur Verfügung, wie die Phantasie-Armeen Hitlers, die ihm in seinem Wahn im Bunker zur Verfügung standen.

        „Aus der Erfahrung schneller Siege entstand die Idee, den Krieg gegen die UdSSR innerhalb weniger Wochen ebenso schnell siegreich beenden zu können. Nicht nur in der sowjetischen Öffentlichkeit wurde den damit verbundenen Problemen keine angemessene Aufmerksamkeit gewidmet. Das Bild der Roten Armee und die Haltung der meisten Offiziere und Soldaten waren von der Vorstellung geprägt, daß es in absehbarer Zeit keine aktuelle Kriegsgefahr gab. … Das Wissen um den tatsächlichen Stand der Gefechtsbereitschaft der Roten Armee blieb auf einen engen Kreis begrenzt.“ Eine Tragödie!

        Wenn es so gewesen wäre, dann wäre es wirklich eine Tragödie gewesen. Und zwar eine Tragödie, die den Untergang der Roten Armee und damit der Sowjetunion bedeutet hätte! Es handelt sich aber nicht um eine Tragödie!

        Ich lasse auf Stalin, die Bolschewisten, die Rote Armee und ihrer Soldaten und Offiziere einfach nichts mehr kommen, “als ob die alle “doof“ und kurzsichtig gewesen wären“!!!

        Denn das Bild der Kommunisten, der Roten Armee und die Haltung (fast) aller Offiziere und Soldaten war von der Vorstellung geprägt, “daß in absehbarer Zeit Hitler den Nichtangriffsvertrag brechen und er die Sowjetunion überfallen wird, “um den Bolschewismus militärisch zu bezwingen und Russland – wie davor das Osmanische Reich und Afrika unter die Kapitalisten aufzuteilen, so wie es ihm von seinen Geldgebern aufgetragen wurde, die den Bolschewismus durch die Gründung der BIZ in Basel “auf finanzieller Ebene“ den Todesstoß versetzen wollten:
        ***“Young sagte im Juni 1929 voraus, die Bank würde die Maschinerie des weltweiten Kapitalismus schmieren und so die Ausbreitung des Bolschewismus verhindern.“ [Bruce Kent: The Spoils of War. The Politics, Economics, and Diplomacy of Reparations 1918–1932. Clarendon, Oxford 1989, S. 303 und 325.]

        Die KPdSU unter ihrem Generalsekretär Stalin – die Kommunisten also im Allgemeinen waren Herr der Lage … und zwar im Sinne des materiell machbaren und nicht im Sinne von Hirngespinsten eines Zaren oder Hitlers – die in ihrem IRREN WAHN an irgendeinen Gott oder den Aberwitz einer Vorsehung glaubten, die ihnen schon zur Hilfe kommen würde, ***wie dem Propheten Elia im AT, der vor der Übermacht der Feinde floh und schließlich von einem Raben ernährt wurde, der ihm morgens und abends versorgte, bevor er dann doch den übermächtigen Feind “allein“ wegen der Macht Gottes bezwang.*** (Ich denke dabei, dass auch ich wohl aus der Bible zitieren darf, wie es auch Kautsky (wenn auch ein Depp ohne Gleichen) oder Lenin getan haben?)

    • “„….Stalin bediente sich der Taktik, die einst General Michail Illarionowitsch Kutusow-Smolenski gegen Napoleon angewendet hatte: Den Feind ins Land lassen, ihn vom Nachschub durch Störmanöver. Hinhalteschlachten und Partisanen abschneiden und schwächen und ihn dann im Winter schlagen…..“
      “Antwort dazu“:
      “Ich denke nicht, dass es die Absicht war, aus taktischen oder strategischen Gründen so viele Menschen, Land und Industrie den Faschisten zu überlassen. Wenn man es genauer analysiert, war die Wehrmacht der Sowjetarmee im den ersten Monaten des Krieges weit überlegen.
      Die Frage dahinter ist, warum wird die Geschichte an dieser Stelle so verdreht?“

      Das Zitat ist keine tiefgreifende Analyse der von der Roten Armee angewendeten Kriegskunst, sondern ein abgekürzter Vergleich, also eine Metapher, womit die Geschichte an dieser Stelle keinesfalls verdreht wird.

      Krieg ist eine grausame und gefährliche Sache (v. Clausewitz) und erfordert — so bitter wie absurd es sich anhören mag — oft Handlungen, die noch grausamer sind als der Krieg selbst.

      Vielleicht ist Ihnen auch ein weiterer Ausspruch von Clausewitz bekannt: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Dieser Ausspruch galt jedoch nur für das 19. Jahrhundert als die Kriege unter den europäischen Mächten noch als Rechtsmittel angesehen wurden, um tatsächliche oder vermeintliche Rechtsansprüche durchzusetzen, die auf diplomatischer oder vertraglicher Grundlage nicht (mehr) durchsetzbar waren.
      Seit dem sich jedoch der Kapitalismus als Ideologie durchgesetzt hatte, ist Krieg eben nicht mehr eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern ‚dient‘ ausschließlich der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen, die sich einen feuchten Kehricht um Politik kümmern. Es geht nicht mehr um die Durchsetzung einer „Rechts- oder Religions-*Ordnung*“, sondern um die Unterwerfung unter die Interessen des Kapitalismus. Der Kapitalismus kennt nur ein „Recht„, nämlich die Kapitalvermehrung, wobei es dieser Ideologie vollkommen gleichgültig ist, auf welchen Wegen dieses einzige Ziel erreicht wird: Alles hat sich diesem einen Interesse zu beugen — egal auf welche Art und Weise, egal mit welchen Mitteln. Und nicht “notfalls“ mit dem Mittel des Krieges, sondern impliziert mit diesem Mittel. Kapitalismus ist ohne Krieg gar nicht denkbar; das gehört zu seinem Wesen, “so wie das Wasser zum Wesen der Wolken gehört“.
      … die Folge dieses Paradigma-Wechsels “Krieg als Mittel der Politik“ hin zum “Krieg als Mittel der Unterwerfung unter eine abscheuliche Ideologie“, ist der Erste Weltkrieg gewesen, in dem verschiedene kapitalistische Interessengruppen um die Vorherrschaft kämpften. [Für eine detaillierte Ausarbeitung ist hier weder Raum noch Zeit.]

      Durch diesen unseligen Krieg verloren allein im Zarenreich mindestens sieben Millionen Menschen ihr Leben; 90% davon gar nicht durch die direkten Kriegshandlungen = militärische Auseinandersetzungen, sondern weil die zivile, die wirtschaftliche Infrastruktur für einen derartigen WAHN gar nicht gegeben war, weshalb Millionen von Menschen verhungert und erfroren sind.
      Doch dieser Krieg hatte weitaus dramatischere Folgen! 1913 zählte das Zarenreich etwa 159 Millionen Menschen; 143 Millionen waren Analphabeten und lebten von der Hand in den Mund, waren Leibeigene — sprich rechtlose Sklaven! Das Bevölkerungswachstum betrug 2% bis 4%. Ohne diesen Krieg wäre die Bevölkerung bis 1926 auf etwa 206 Millionen Menschen angewachsen. 1926 hatte die UdSSR jedoch nur noch eine eine Bevölkerung von 147 Millionen. Der Verlust an Menschenleben belief sich also auf mindestens 66 Millionen.
      Von 1926 bis 1939 wuchs die Bevölkerung der Sowjetunion schließlich von 147 Millionen auf 191 Millionen also um 44 Millionen oder um ~2% pro Jahr.

      Nachdem Stalin 1922 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) wurde, transformierte er — nö, natürlich nicht er alleine!!! — die Sowjetunion in eine BILDUNGS- !!! und Industrie-Nation ersten Ranges.
      ??? Hat er das dadurch bewerkstelligt, dass er ausländische, also kapitalistische Investoren ins Land gelassen hat.??? Keineswegs! Er hat die “Gier“ nach Geld, Gold und Reichtum der Kapitalisten weidlich ausgenommen: Gegen das Gold des Zaren “rannten die Kapitalisten ihm die Türe ein“:
      Sie errichteten in der Sowjetunion die modernsten Städte und Fabriken !!! OHNE daran Eigentümer oder Teilhaber werden zu können, womit sich diese Lumpen eine jährliche Rendite hätten sichern können!
      Gleichzeitig waren diese kapitalistischen Unternehmen dazu “gezwungen“ Millionen von Menschen auszubilden, denn ohne diese hätten sie ja niemals all die Städte, die Elektrifizierung und Fabriken errichten können!
      Und damit es auch niemand in den falschen Hals bekommt: Die Menschen der Sowjetunion haben all das Geschaffen! die Kapitalisten waren nur Handlanger des Ganzen: Sie lieferten zunächst das Know-How und leisteten der UdSSR die wertvolle Hilfe bei der Organisation aus “Russland“ ein Sozialistisches Gemeinwohl zu machen.

      — Gedanken-Pause —

      Im Oktober 1917 übernahm die Partei Lenins (Bolschewisten genannt) in einem Handstreich die Macht in Russland (ich bitte das Wort Macht nicht mit dem Wort Gewalt zu verwechseln), die als “Große Oktoberrevolution“ in das Gedächtnis der Menschheit eingegangen ist.
      [So echt wirklich war das ja keine richtige Revolution, sondern das mühevolle Ergebnis der Revolution in Russland, die Millionen von Kommunisten unter Aufopferung ihres eigenen Lebens errungen hatten!
      Die Übernahme der Verantwortung für das Gemeinwesen “Russland“ war der Höhepunkt, “der Schlußstein“ der Revolution, die sich weitestgehend nach Lenins Anweisungen im Verborgen vollzog!]

      Und was passierte im Folgenden?

      Als eine noch von keinem kapitalistischen Staat anerkannte Regierung, wurde Lenin — der den unbedingten Frieden wollte und brauchte, gezwungen mit dem Militärbündnis, welches den NAMEN “Deutsches Reich“ führt, einen (nach westlicher Lesart) Schand-Frieden zu schließen (bei dem ihm Trotzki, mit seinem Phantasiegebilde ‚Weltrevolution‘ als Delegationsleiter der Regierung “Russlands“, der nun Lenin vorstand, auch noch in die Parade fuhr!)

      Aber statt Frieden “bekam Lenin die GEWALT des Kapitalismus zu spüren“:
      15 “Interventions“-Armeen des ‚Westens‘ (aus Europa, den USA und JAPAN) fielen in trauter Einigkeit mit der Unterstützung der Kräfte der Konterrevolution (Zaristen, Kapitalisten, Kirche, Kulaken, ‚Schwarzhunderter‘ und dem Gesindel und Lumpenschaft) in Russland ein und besetzten 93% des Landes. Im ‚Westen‘ als den Kommunisten in die Schuhe geschobenen “Bürgerkrieg“ bezeichnet, dem viele Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind …
      … bis es — auch wenn sonderbarerweise an ihm kein gutes Haar gelassen wird — Trotzki gelang, die Rote Armee aufzubauen und die hilflose Bauernschaft (Landbevölkerung) zu bewaffnen, die dann all die Verbrecher aus dem Land jagten — nachdem diese tausende von Siedlungen ausgerottet hatten, was die Faschisten aus Hitler Deutschland, dem Baltikum, Österreich, Ungarn, Rumänien usw. kommend, nur 22 Jahre später wiederholten!!!

      Jedem Menschen in Russland war damals — also nach dem sogenannten “Bürgerkrieg“ klar, dass der Kapitalismus es dabei nicht bewenden lassen wird. Aber vor allem war es jedem Kommunisten klar und damit selbstverständlich auch Stalin, der der Generalsekretär der KPdSU war!

      Und damit bin ich schon bei der bitteren Wahrheit von der Kunst des Krieges — einen Krieg, den in Russland niemand wollte, dem jeder Kommunist aus dem Wege gehen will, weil er weiß, welch unbarmherziges Geschäft der Krieg ist (was spätestens von Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg erkannt wurde! und daher jeder wissen könnte!)

      Vielleicht verlange ich Ihnen – tommmm – zu viel ab; aber versetzen Sie sich einmal in die Lage eines Menschen, einer Nation, eines Landes, welches eben noch der Annihilation = Auslöschung entgangen ist und zudem wissen: “Hannibal ante portas“; sich also einem Feind gegenüberstehen, der es auf Krieg mit Ihnen abgesehen hat, um sie auszurotten und Ihnen dabei die Hände gebunden sind, einem solchen Krieg durch einen eigenen Krieg zuvorzukommen. Ja, ich weiß: “ein Gedankenspiel“. Aber das war die Situation der Sowjetunion vor dem Angriff von “waffenmäßig“ gut ausgerüsteten acht Armeen, die aus über 200 Divisionen mit vier Millionen Soldaten bestanden und deren andere Armeen bis auf wenige Flecken ganz Europa bereits unterworfen hatten.

      In einem gewissen Sinne ist die Aussage falsch:
      “„….Stalin bediente sich der Taktik, die einst General Michail Illarionowitsch Kutusow-Smolenski gegen Napoleon angewendet hatte: Den Feind ins Land lassen, ihn vom Nachschub durch Störmanöver. Hinhalteschlachten und Partisanen abschneiden und schwächen und ihn dann im Winter schlagen…..“

      Stalin — und das heißt: Die Generalität der Roten Armee — bediente sich keiner “Taktik“, sondern der menschlich grausamen Mittel der Strategie des Sun Tzu (Sunzi), wie sie im sogenannten Buch Die Kunst des Krieges dargelegt wird. [Wenn dieses Buch auch sinnvollerweise mit Die Kunst des Friedens hätte übersetzt werden müssen.]

      Ich schreibe das mal als Gleichnis:
      Der Sieg der Sowjetunion lag in der Strategie sich das Bein (die Ukraine) amputieren zu lassen, ein paar Finger im Baltikum und eine Hand in Weißrussland zu verlieren.
      Mit anderen Worten:
      Die durchaus mögliche Verteidigung der Sowjetischen Republik Ukraine, der sowjetischen Republik Weißrussland und der baltischen Sowjetrepubliken wäre militärisch der Untergang des eigentlichen Körpers – namens SOWJETUNION gewesen! Körperteile der Sowjetunion wurden BEWUSST geopfert! Ich vermute jedoch, dass weder Sie – tommmm – noch andere überhaupt nachvollziehen können, welche Analyse der Wirklichkeit Stalin und seine Mannen bewerkstelligt haben, um diese menschlich grausame Strategie des Überlebens anzuwenden.

      • Bei einem Kommentar von dieser Kürze, in dem so viele verschiedene Bäche zu einem Fluß zusammengefasst werden, bleibt es nicht aus, dass ich folgendes übersehen habe, zu erwähnen:

        [*A] 1939 hatte die Sowjetunion also eine Bevölkerung von 191 Millionen Menschen;
        1950 betrug sie 176 Millionen.

        Ohne den Krieg wäre die Bevölkerung der Sowjetunion bis 1950 auf 240 Millionen Menschen angewachsen.

        Daraus ergibt sich, daß durch diesen Krieg von 1941 bis 1945 ein Bevölkerungsverlust von 64 Millionen stattgefunden hat — wovon 40 Millionen Menschen !!! allein !!! durch das Militärbündnis, welches den NAMEN “Deutsches Reich“ Führt, ERMORDET WORDEN SIND !!!

        Mit “Deutschland“ hat das jedoch so wenig zu tun, wie einer Hure die Jungfräulichkeit angedichtet werden kann!

        Diese ungeheuerlichen Verbrechen des Militärbündnisses namens ‚Deutsches Reich‘, werden jedoch “Deutschland“, bzw. den Deutschen — die es noch nie gab — angedichtet!

      • sascha313 schreibt:

        Die Kunst ist es immer, sich auf wesentliches zu beschränken. Und hier scheint mir auch der Hinweis wichtig zu sein, daß es den Deutschen (aber auch den bisherigen Sowjetmenschen) gut anstünde, sich auf fortschrittliche Traditionen der Arbeiterbewegung zu besinnen. Ohne dies dürfte es keinen Frieden geben.

  3. Eleonore Kraus schreibt:

    Wichtig und Günther Ackermann erfährt über seinen Tod eine Wertschätzung,
    die an seine Arbeit und an seinen unermüdlichen Kampf mit der spitzen Feder erinnern. – Ich stelle einmal mehr fest, dass Lernen, lebenslang, bedeutet, dass macht es nicht einfacher, bietet jedoch die weitere Möglichkeit an den Themen, auch an diesem Thema zu arbeiten. Danke, Sascha und einen guten Tag, wo immer du bist.

  4. Lieber Genosse Sascha,
    danke für deine Geduld und dass du wieder einmal einen recht langen Kommentar von mir freigeschaltet hast.

    Aber ich weiß wirklich nicht, wie ich ein derartig komplexes Thema Überfall Hitler-Deutschlands noch kürzer zusammenfassen kann, ohne dabei wichtige Hintergründe, die nur wenige überhaupt kennen, nicht zu erwähnen.

  5. Bei allem Diskurs, bei aller Diskussion, bei aller unterschiedlicher Ansicht:

    „Hände weg von Rußland!“

    … oder dieser Tage: Hände weg von Syrien, Hände weg vom Jemen!

    ist die Schlußfolgerung.

  6. Pingback: Sowjetunion: Der Große Vaterländische Krieg | Sascha's Welt

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